Die Illusorische Gewissheit
 Die Illusion der Gewissheit


~ der Eindeutigkeit, ~ der Beständigkeit, ~ der Vollkommenheit, - der Überschaubarkeit
~ der Vorhersagbarkeit, ~ der Unveränderlichkeit, ~ der Sicherheit, ~ des Perfektionismus
„Sinnes-", "Wahrnehmungstäuschung“ (als positiver Fehler!), "Falscher Eindruck",
"Sich etwas einbilden", "Sich in falscher Sicherheit wiegen", "Vortäuschen nicht
vorhandener absoluter Sicherheit"


Mit "Unsicherheit" und "Unvollkommenheit" (Imperfektion) selbständig,
kompetent und eigenverantwortlich in der "Welt der Ungewissheit"
(W. unbekannter Risiken) und
["Illusion des kalkulierbaren, berechenbaren
Risikos" = "Truthahn-Illusion" n. Nassim N.Taleb (1)]
der "Welt bekannter
Risiken
" ["Null-Risiko-Illusion" ≠ "Gewissheit"]
umgehen und leben
lernen!(2), sodass "der Paternalismus (die "Bevormundung")
zu einem Gespenst der Vergangenheit wird."
(GG:S.315
Aber in unserer "Lebenswelt" ist „Nichts gewiss,
außer dem Tod und den Steuern!“
(3)
"Der Glaube an die
exakte Messbarkeit von Risiken in einer ungewissen
Wellt läuft auf eine "Illusion der Gewissheit" hinaus!"
(GG S.298)
Angst, Zweifel und andere, auch logisch-
statistische Stolpersteine!




"Die "Illusion der Gewissheit" ["Illusorische Gewissheit" (DK)] hat zwei Aspekte.
Immer wenn "bekannte Risiken" (Rückschau, Nachhersage) als "absolute Gewissheit" miss-
verstanden werden, kommt es zur
"Null-Risiko-Illusion". Moderne Technologien wie HIV-Tests,
Genanalysen und bildgebende Diagnoseverfahren liefern Hightech-Vehikel für illusorische
Sicherheit ... Die "Illusion des kalkulierbaren, berechenbaren Risikos" [oder
"Truthahn-Illusion"
(1)] ist etwas anderes. Sie verwechselt "Ungewissheit" (Vorschau, Vorhersage) mit "bekannten
Risiken" ... Unter anderem erwächst sie aus der irrigen Meinung, dass sich jedes Problem
mit der Wahrscheinlichkeitstheorie ... lösen lasse.
In beiden Fällen gibt es eine Diskrepanz
[Missverhältnis] zwischen der wirklichen und der wahrgenommenen Welt
...
Die "Null-Risiko-Illusion" entsteht nicht so einfach im Geist der Menschen.
Sie wird vermarktet, sorgfältig auf die Adressaten zugeschnitten
und massiv beworben ...

Menschen, die ungeschützten Sex mit wechselnden Partnern [hochriskante Lebensweise] haben,
laufen Gefahr, sich mit HIV (Humanes Immundefizienz-Virus) zu infizieren. Wer glaubt, ihm könne
das nicht passieren, erliegt der
"Null-Risiko-Illusion". Aber es gibt noch ein weiteres gefährliches
Risiko, das weniger bekannt ist: das
Risiko eines falschen positiven Ergebnisses, wenn man
sich einem routinemäßigen HIV-Test [falsch positiv: ~1 von 250.000] unterzieht ... Es gibt
Menschen, die haben Arbeit, Heim, Gesundheit, Kinder und Freunde verloren, nachdem sie
fehldiagnostiziert und überflüssigerweise mit Medikamentencocktails behandelt worden waren.
Einige begingen Selbstmord, andere rutschten in eine Abwärtsspirale selbstzerstörerischen
Verhaltens, wozu auch ungeschützter Sex mit HIV-Infizierten gehörte, weil sie meinten
 das spiele nun auch keine Rolle mehr ...
Es ist nicht immer leicht zu erkennen, wie ungewiss die Situation ist, in der wir uns befinden,
ob die Risiken wirklich bekannt oder weitgehend unvorhersagbar sind ... Fälschlicherweise
anzunehmen, dass alle Risiken bekannt sind [=
"Illusion des kalkulierbaren, berechen-
baren Risikos"
o. "Truthan-Illusion": steht für die Überzeugung, dass ein Risiko sich be-
rechnen lässt, obwohl das nicht möglich ist. (1)], ist [auch] eine "Gewissheitsillusion" ...

In einer "ungewissen - unvorhersehbaren Welt" sind komplexe Methoden der
Entscheidungsfindung, die auf mehr Informationen und Berechnungen setzen,
häufig schlechter und können Schaden anrichten, weil sie die ungerecht-
fertigte Hoffnung auf Gewissheit wecken ... In einer "ungewissen" Welt

ist weniger oft mehr!

Diese Erkenntnis hat sich noch nicht durchgesetzt ...


 RISIKOKOMPETENZ (2)
RISIKOINTELLIGENZ
ist "Gesundheitskompetenz + Finanzkompetenz + Digitale Risikokompetenz"
und die 3-Fertigkeiten - "Statistisches Denken + Faustregeln (Heuristik) +
Die Psychologie des Risikos"  - als Werkzeuge zur
alltäglichen Problemlösung.


"Unbekannte Risiken"
UNGEWISSHEIT
wie
Liebe, Leben, Gesundheit, Krankheit
Wirtschaft, Politik, Wetter, Klima, Erdbeben,
Medizin, Verlauf von Aktien, Screening ...


Instabile, sich verändernde,
global vernetzte Welt -

"Ungewisse Lebenswelt"

Hoher Grad an Ungewissheit
Viele Risikofaktoren
Viele Alternativen
Kleine verfügbare
(Rechen-) Datenmenge
"Bekannte Risiken"
BERECHENBARES RISIKO
wie
Lotterie, "Glücksspiel", Spielcasino
Roulette, Spielautomat, Finanz-,
Mathematik, Physik, Technik, Statik ...

Stabile und vorhersagbar Welt
"bekannter" einfacher Risiken -

"Berechenbare (Natur-) Wissenschaftswelt"

Niedriger Grad an Ungewissheit
Wenige Risikofaktoren
Wenige Alternativen
Große verfügbare
(Rechen-) Datenmenge

Mach es einfach!
Einfache Faustregeln =
Heuristik (wie:"weniger-ist-oft-
mehr"(AA), "Blickheuristik"(BB)
usw.), Intuition

Mach es komplex!

Komplexe Risikomodelle =
Logik, Statistik ("Mathematik
der Gewissheit"), Biometrie

"... Den frühen Statistikern des 19. Jahrhunderts war diese Kluft zwischen dem
Berechenbaren und dem Konkreten,
zwischen den
Gesetzmäßigkeiten von Populationen und dem Einzelnen noch bewusst ... verstanden sie ihre
Mitmenschen noch nicht als Risikoprofile ... Der belgische Mathematiker [Lambert Adolphe Jacques] Quetelet
[1796-1874] ... erfand den Durchschnittsmenschen (L'homme moyen"), eine statistisch konstruierte Normalität ...
warnte ... ausdrücklich davor, von den statistischen Gesetzen irgendwelche Rückschlüsse auf einzelne Menschen
zu ziehen
: "Diese [statistischen] Gesetze haben, eben nach der Art ihrer Ermittlung, nichts Individuelles ["Lebendiges"]
mehr an sich, und deshalb wird man sie nur unter gewissen Einschränkungen auf die Individuen anwenden können.
Jede Anwendung, die man auf einen einzelnen Menschen machen wollte, wäre im Wesentlichen falsch, ebenso
wie wenn man nach den Sterblichkeitstabellen den Zeitpunkt feststellen wollte, wann eine bestimmte Person sterben
müsste"
... Wandert das Risiko aus der Statistik in die Arztpraxis oder ans Krankenbett aus, verwandelt es sich grund-
legend:
Ärzte (und Patienten) [fehl-]interpretieren Risikofaktoren als objektive, klinische Krankheitszeichen ..."

Siehe: Silja Samerski (b.1970, deutsche Soziologin, Biologin, Philosophin): "Die Entscheidungsfalle - Wie genetische
Aufklärung die Gesellschaft entmündigt" WBG 2010 unter LEISTUNGEN: Angewandte Allgemeinmedizin & Geriatrie
>>>

INFOS: "Das Reduktionismusproblem" u. "ontologische Grenze" bei "Die drei Grenzen der naturwissenschaftlichen Erkenntnis";
"Lebenswelt (= Vordergund) ⇔ Vorausgesetzte Realität (= Hintergrund) ⇔ Naturwissenschaftliche Wirklichkeit" als "dialektisch,
offen kritisch, differenzierender, aporetisch vereinigender Prozess" in
"Denkrahmen - Paradigma - Erkenntnis" >>>



Um gute Entscheidungen zu treffen, sind 2-Arten geistiger Werkzeuge erforderlich:

RISIKO: Wenn die Risiken bekannt sind, verlangen gute Entscheidungen
logisches und statistisches Denken ... Risiken können berechnet werden,
wenn die 3 Bedingungen erfüllt sind: (I) Geringer Grad an Ungewissheit:
Die Welt ist stabil und vorhersagbar. (II) Wenige Alternativen: Es müssen
nicht zu viele Risikofaktoren abgeschätzt werden. (III) Es steht eine große
Datenmenge
für diese Schätzung zur Verfügung.


UNGEWISSHEIT ["Die Lebendige Welt unbekannter Risiken"]: Wenn einige
Risiken unbekannt sind, verlangen gute Entscheidungen auch
Intuition und
kluge
Faustregeln (Heuristik).

Meistens ist eine Kombination von beiden erforderlich.
Einige Dinge lassen sich berechnen, andere nicht,
und was berechnet werden kann, ist oft
nur eine grobe Schätzung ...

In einer ungewissen - unvorhersehbaren Welt müssen wir
lernen, mit einer guten Wahl zu leben und den Gedanken
zu ertragen, dass es da draußen vielleicht noch etwas
Besseres gibt ... Nicht die "Risikogesellschaft"(4),
sondern die "risikokompetente Gesellschaft"
ist die Zukunft ..."


Aus: Prof. Dr. Gerd Gigerenezer: „Risiko: Wie man die richtigen Entscheidungen trifft“ Teil I: Die Psychologie
des Risikos. Kapitel 2: Gewissheit ist eine Illusion. Risiko nicht mit Ungewissheit verwecheseln. S. 49f [Abb.
von mir bearbeitet], Die Null-Risiko-Illusion S.50, 54, Die Truthan-Illusion S.55, Die Suche nach Gewissheit
S.57f, Risiko und Ungewissheit S.38, Glossar S.382, 385, Teil II: Risikokompetent werden. Kapitel 5: Alles
was glänzt. Weniger ist mehr: Einsteins Regel S.131, Kapitel 6: Führungsstil und Intuition. Ein guter Grund
kann besser sein als viele S.163, Weniger ist mehr S.164f, Kapitel 7: Spiel und Spaß. Sport und Freizeit
S.188, Kapitel 11: Banken, Kühe und andere gefährliche Dinge. Einfache Regeln für eine sichere Welt.
Die Truthan-Illusion S.292f, Vom eigenen Verstand Gebrauch machen S.298, Teil III: Früh in den Start-
löchern. Kapitel 12: Die Schule revolutionierenS.314, Risikokompetenz lehren S.315, Glossar: Risiko
S.383, Ungewissheit S.386 ("Risk Savvy – How to Make Good Decisions" New York: Penguin 2013)
btb Verlag 4.Auflage 2014
(DK) Daniel Kahneman (b.1934, israelisch-US-amerikanischer Psychologe, 2002 Wirtschafts-Nobelpreis):
„Schnelles Denken, langsames Denken“ Übersetzer: Thorsten Schmidt („Thinking, Fast and Slow“
Farrar, Straus and Giroux 2011) Penguin Verlag 10.Auflage 2012
Ungewissheit: Ungewissheit bedeutet, dass einige Risiken unbekannt sind. Die klassische Unterscheidung zwischen "bekannten Risiken" ("Risiko")
und "unbekannten Risiken" ("Ungewissheit") stammt von dem [US-amerikanischen] Wirtschaftswissenschaftler Frank Hyneman Knight [1885-1972;
"Risk, Uncertainty and Profit" 1921]. Ungewissheit in der hier zugrunde gelegten Definition meint mehr als unbekannte Wahrscheinlichkeiten ("Am-
biguität"), sie kann auch bedeuten, dass nicht alle Alternativen und Konsequenzen bekannt sind. Ungewissheit verlangt Werkzeuge, die über die
Wahrscheinlichkeitstheorie hinausgehen, z.B. intelligente Faustregeln (Heuristiken). Optimierung (die Bestimmung der besten Vorgehensweise) ist
in einer ungewissen Welt definitionsgemäß nicht möglich. Daher geht es darum, eine robuste Vorgehensweise zu finden, mit guten Chancen, sich
in künftigen Welten zu bewähren. (GG S.386)
Risiko: Wenn sich die mit einem Ereignis assoziierte Ungewissheit anhand empirischer Beobachtungen oder kausalen Wissens (Design) quanti-
fizieren lässt, wird die Ungewissheit als Risiko bezeichnet. Relative Häufigkeiten und Wahrscheinlichkeiten sind Möglichkeiten, Risiken auszu-
drücken. Anders als bei der im allgemeinen Sprachgebrauch üblichen Verwendung des Wortes muss ein Risiko in der beschriebenen Be-
deutung nicht mit Schaden verknüpft sein; es kann ein positives, neutrales oder negatives Ereignis bezeichnen. (GG S.383)
Michael Bond:
"Risk School: Can the general public learn to evaluate risks accurately, or do authorities need to steer it towards correct
decisions?
" 2009 pdf >>> Aus: www.nature.com/news/2009/091028/pdf/4611189a.pdf
(AA) Bias-Varianz-Dilemma, siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Bias-Varianz-Dilemma (BB) "Fixiere das Objekt, und passe deine Ge-
schwindigkeit so an, dass der Blickwinkel sich nicht verändert/konstant bleibt." Z.B.: zum sicher landen, Kopfballstoß, Bälle fangen usw.
Siehe dazu: Axiome der Logik: Eindeutigkeit, Begründbarkeit, Kausalität, Widerspruchsfreiheit, Axiome des Experiments: Quantifizier-
barkeit, Analysierbarkeit, Reproduzierbarkeit unter INFOS: Denkrahmen - Paradigma - Erkenntnis
>>>
"Risiko", "Design", "Wahrschein-
lichkeit", "Intuition", "SIC-Syndrom" usw. unter INFOS: Statistik Glossar & Allerlei
>>>

(1) Nassim Nicholas Taleb (b.1960, philosophischer Essayist, Forscher in den Bereichen Statistik, Zufall
u. Epistemologie): „Der schwarze Schwan: Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse“ (The Black
Swan: The Impact of the Highly Improbable“ Random House 2007) Carl Hanser 2008
(2) Der verbreitete Mangel an Risikokompetenz/Risikointelligenz: Die Fähigkeit, informiert, kritisch
und reflektiert mit bekannten Risiken und Ungewissheiten (unbekannten Risiken) der modernen
technologischen Welt umzugehen. https://portal.hogrefe.com/dorsch/risikokompetenz/
(3) "Franklins Gesetz", "SIC-Syndrom" u.v.a. in INFOS: Statistik Glossar & Allerlei
>>>
(4) Ulrich Beck (1944-2015, dtsch. Soziologe): 1. "Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine
andere Moderne" Suhrkamp 1986,
2. Weltrisikogesellschaft. Auf der Suche nach der
verlorenen Sicherheit" Suhrkamp 2007


"Drei Dinge sind äußerst hart:
Stahl, Diamanten und sich selbst
zu erkennen."

Benjamin Fanklin
(1710-1790)
"Poor Richard's Almanack" (1750)
Nordamerikanischer Verleger, Politiker, Erfinder
(Blitzableiter Bifokal-(Gleitsicht-)brille),
Schriftsteller, Philosoph

"Wir müssen die Überzeugung hinterfragen, dass wir uns selbst gut kennen.
Im Alltag tun wir, als wüssten wir, wie unser Geist funktioniert und warum
wir uns auf eine bestimmte Weise verhalten. Es ist überraschend,
wie oft das nicht der Fall ist."
Aus: Christopher Chabris, Daniel Simons: „Der unsichtbare Gorilla -
Wie unser Gehirn sich täuschen lässt“ Einleitung, S.9f PIPER 2013




"Tief im Geist erinnert uns VERÄNDERUNG an die eigene Sterblickeit und an unsere Begrenzungen.
Diese Erinnerung hat einen bitteren Nachgeschmack, wenn wir uns eingestehen müssen, dass wir den Gang
der Dinge weder kontrollieren noch vorhersagen können. Angesichts der Tatsache, dass alles Leben mit dem
Tod endet, fällt es den Menschen nicht leicht, in einer Welt unablässiger Veränderung zu leben. Die hinter
unseren gesamten Erfahrungen stehende Vergänglichkeit vermischt unser Glück mit Sorge,
unser Selbstvertrauen mit Unsicherheit und alle unsere Freuden mit Schmerz."

Aus: Tarthang Tulku: „Befreiendes Wissen – Zeit zur Veränderung“
(Knowledge of Freedom – Time to Change 1984) Teil Vier:
Wissen der Erfahrung 10. Zeit und Veränderung S.93f
DHARMA 1992




"Brücke - Wolken -Schiffe"


Die "Illusion der Gewissheit" ist der Glaube/
die Überzeugung, dass ein Ereignis

(Krankheit, Schwangerschaft, Fraktur, Krebs,
Black-Box Signale von Flugzeugen, usw.)

völlig gewiss ist, obwohl dies nicht unbedingt
der Fall sein muss!


Viele Menschen glauben, dass die Ergebnisse moderner Verfahren oder Geräte fehlerfrei sind,
seien dies Bild gebende Diagnostik (Röntgen, CT, MRT usw.), Zell-Abstriche, HIV-Tests,
DNA-Vergleiche, Fingerabdruck Vergleiche, medizinische Tests (Laborwerte usw.)
oder auch nur die Zählmaschinen, mit denen Wahlergebnisse ermittelt werden.

Die "Illusion der Gewissheit" kann nützlich sein, weil sie beruhigt.

Sie kann aber auch das Gegenteil bewirken, etwa wenn ein falsch-positiver HIV Test
zum Selbstmord des in Wahrheit gar nicht Infizierten führt.

"Auch die Antikörpertests („AIDS-Tests“) und die Verfahren zur Bestimmung der Verbreitung des HIV im menschlichen Körper („Viruslastmessung“)
scheinen ihre Tücken zu haben. Die Frankfurter Ärztin Juliane Sacher (b.1945, www.praxis-sacher.de) hatte ein kurioses Erlebnis.
Sie machte ein Experiment: „Ich entnahm mein eigenes Blut und füllte es in zwei Röhrchen. Eines wurde unter meinem Namen zum Antikörpertest
geschickt, das andere wurde mit dem Namen eines meiner HIV-positiven Patienten zur Viruslastmessung ans gleiche Labor geschickt.“
Tage später bekam sie die Ergebnisse: „Mein Blut war unter meinem eigenen Namen HIV-negativ, doch das Blut, das unter dem Namen meines
Patienten eingesandt wurde, hatte eine Viruslast von 1800.“
Das Labor erklärte ihr damals am Telefon, das sei nicht besonders hoch und auch nichts besorgniserregend.
Es könne schon mal Fehler in dieser Höhe geben." Aus: http://aids-kritik.de


Wie "sicher" ist der HIV-Test ? pdf >>>
Dr. med. Dr. Public Health Reinhard Bornemann - Internist, Epidemiologe
I. Med. Klinik Städtische Kliniken Bielefeld-Mitte Fakultät für Gesundheits-
wissenschaften Universität Bielefeld
http://dresden.aidshilfe.de/wp-content/uploads/testsicherheit1.pdf


ZITATE: Jiddu Krishnamurti: Die Idee ist uns wichtiger >>>


Im Zusammenhang mit moralischen, religiösen, politischen
und medizinischen [1] Wertvorstellungen
kann die "Illusion der Gewissheit" sogar gefordert sein,
damit man von bestimmten gesellschaftlichen Gruppen
akzeptiert wird.


Die [1] Medizinethik ist ein Teilgebiet der allgemeinen Ethik [Philosophie], das sich mit den moralischen Wertvorstellungen
in der Medizin
, und hier vor allem mit dem ärztlichen Handeln auseinander setzt. Im weiteren Sinne betreibt die medizinische Ethik
eine Normsetzung für alle im Gesundheitswesen tätigen Personen, Institutionen und Organisationen, wobei der Fokus auf dem
Wohlergehen der Patienten ruht. Die medizinische Ethik lässt sich nicht isoliert, sondern nur vor dem Hintergrund
der allgemeinen gesellschaftlichen Verhältnisse betrachten.

Dennoch haben sich unabhängig vom Gesellschaftssystem grundlegende Werte
für das ärztliche Handeln manifestiert, die im wesentlichen vier Begriffe umkreisen:


das Wohlergehen des Menschen

das Verbot zu Schaden

die Selbstbestimmung des Patienten

die Menschenwürde

Die Interpretation dieser Grundwerte bewegt sich stets im Spannungsfeld der persönlichen Interessen aller Beteiligten -
Arzt, Patient, Pflegepersonal, Establishment
usw. -, sowie ihres ökonomischen und politischen Umfelds.

Daher unterliegt die ethische Bewertung eines medizinischen Eingriffs automatisch einer gewissen Dehnbarkeit bzw. Unschärfe.
Um die Bewertung umstrittener medizinischer Handlungen nicht dem Einzelnen zu überlassen, wird diese Aufgabe in der Regel
an Institutionen bzw. Kommissionen übertragen, welche die Compliance [Einhaltung von Verhaltensmaßregeln,
Gesetzen und Richtlinien] ärztlichen Handelns im Einzelfall überprüfen sollen.

Aus: http://flexikon.doccheck.com/Medizinethik, www.univie.ac.at/ethik-und-recht-in-der-medizin

"Versteht man nun ETHIK als eine Disziplin, die nach dem Guten für den Menschen fragt, so wird deutlich,
dass das ethische Denken für die Medizin nicht einfach das ["freigestellt"] fakultative Hinzukommende
sein kann. Vielmehr ist die ethische Grundreflexion integraler Bestandteil dessen,
was Medizin als solche ausmacht ...


Dieser Zusammenhang ist seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus dem Blick geraten, als sich
durch das wirkmächtige Erstarken der Naturwissenschaften die Auffassung verankerte, dass man allein
über die Kenntnis der naturwissenschaftlichen Gesetzlichkeiten eine Einsicht in das gewinnen könnte,
was für den Menschen und selbst für den kranken Menschen gut sei. Die Medizin wurde zunehmend
als angewandte Naturwissenschaft verstanden, und man übersah dabei, dass sich die Frage nach
dem Guten gerade nicht eo ipso [„Aus sich heraus“] aus der Beschreibung von Naturgesetzlichkeiten,
also von Fakten, ableiten lässt. Die Naturwissenschaft kann die Frage nach dem Wie klären, für die
Frage nach dem Warum, dem Sinnvollen, ja dem Sinn muss sie ihre Unzuständigkeit eingestehen ...


Damit die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse sich aber tatsächlich heilsam auf den Menschen
auswirken, bedarf es bei jeder Anwendung dieser Erkenntnisse eines zusätzlichen Blicks auf die Welt,
auf den Menschen. Eine gute Medizin ["praktische Wissenschaft"] kann nur realisiert werden in der
Verknüpfung von solider Naturwissenschaft [Fakten] und der Einsicht in das, was für den Menschen
gut ist ... Medizin hat es unweigerlich mit den Grenzsituationen des menschlichen Lebens zu tun,
und eine Ethik in der Medizin wird letzten Endes darauf angewiesen sein, über Geburt, Krankheit
und Tod und deren Bedeutung für den Menschen nachzudenken. Ethik in der Medizin hat es mit
den "Lebensproblemen" zu tun, in dem Sinne, dass sie die letzten Fragen aufwirft, jene Fragen
also, die sich stellen, wenn wir alle Fakten gesammelt haben und dann fragen: Was bedeutet
das nun für uns und für das menschliche Leben als Ganzes? ...
Medizinethik lässt sich auf praktische Problemfelder der Medizin ein und versucht,
mit moralphilosophischen Methoden diese Problemfelder im Hinblick auf die ihnen
zugrunde liegenden Wertkonflikte verstehbarer zu machen und dadurch zu klären."


Dass jedes Handeln in der Medizin mehr voraussetzt als ein rein naturwissenschaft-
liches Wissen
... "die Unverwechselbarkeit eines jeden Patienten/Menschen" ...
an einem alltäglichen klinischen Beispiel verdeutlicht, etwa der Frage nach der Behandlung
einer Lungenentzündung [Pneumonie]
.
Natürlich lernt man im Medizinstudium, wie Lungenentzündungen effektiv behandelt werden können,
dazu gibt es verschiedene medizinisch-naturwissenschaftliche Disziplinen. Nun kann man alle Lehr-
inhalte dieser Disziplinen perfekt beherrschen, doch
ab dem Moment, da wir es mit einem konkreten
Patienten zu tun haben, können wir aus diesem Wissen nicht automatisch ableiten,
was wir tun sollen.

Zwar läge es nahe, eine Lungenentzündung nach all dem Gelernten mit diesem oder jenem Antibiotikum
zu behandeln. Doch die Frage, ob diese Behandlung tatsächlich sinnvoll ist, lässt sich nicht aus der
Mikrobiologie oder der Pharmakologie ableiten, weil diese Frage letzten Endes auf ein moralisches
Urteil verweist.
Die Frage der sinnvollen Behandlung lässt sich allein mit Bezug auf den konkreten Patienten
beantworten:
seine lebensgeschichtlich gewachsenen Bezüge, seinen sozialen Kontext und sein
individuelles Selbstverständnis auch und gerade bezüglich des Krankwerdens, Alterns und je eigenen
Sterbens. Zur Beantwortung der Indikationsfrage bedarf es damit zugleich einer grundlegenden
Reflexion über die Sinnhaftigkeit ärztlichen Tuns und damit auch über das Selbstverständnis der Medizin.

In welchem Kontext agiert das spezifische Können der Medizin, auf wen richtet sie es, "wer" ist dieser
Angesprochene über die vorliegenden Fakten seines biologischen Funktionszusammenhangs hinaus,
und was müsste eine ihm in seiner spezifischen Not zur Seite stehende "Heilkunst" alles umfassen?


Ein Handeln am Menschen durch einen anderen Menschen, in unserem Fall den Arzt, setzt moralische
Urteile voraus, und zwar aus dem einfachen Grund, weil Arzt und Patient nicht im wissenschaftlichen
Schema von (beobachtendem) Subjekt und (beobachtetem) Objekt aufgehen, sondern sich als Menschen
mit einer eigenen Geschichte, einer eigenen Konzeption des guten Lebens und im Angesicht einer
gemeinsamen und verbindenden conditio humana ("Bedingung des Menschseins") gegenüberstehen.

Eine algorithimische Anwendung von Therapieschemata ohne Berück
sichtigung grundlegender Fragen
wie der nach dem guten Leben, dem guten Sterben oder dem guten Sein wird sich
demnach als kurzsichtig erweisen
..."
Aus: Giovanni Maio: "Mittelpunkt Mensch: Ethik in der Medizin - Ein Lehrbuch" Wozu Ethik in der Medizin?
Medizin als praktische Wissenschaft. S.3f. Handeln am Menschen setzt moralische Urteile voraus. S.5, 8
Schattauer 2012 ISBN 978-3-7945-2448-8
Giovanni Maio: "Medizin im Umbruch. Ethisch-anthropologische Grundfragen zu den Paradigmen
der modernen Medizin" Zeitschrift für medizinische Ethik 2007; 53: 229-252


"Das Ethos ["Verantwortungsbewusstsein", "Gewohnheit", "Sitte", "Brauch"]
der Medizin ist ein Ergebnis gesellschaftlicher Auseinandersetzungen.
Insofern nehmen wir alle an der ethischen Gestaltung der Medizin
teil, sozusagen an ihrer gesellschaftlichen Konstruktion."
(S.236)
Christoph Rehmann-Sutter (b.1959, schweizer Bioethiker):
"Humane Medizin. Kritische Überlegungen zum Menschenbild im Zeitalter der Genetik."
In: "Kultur und Menschlichkeit. Neue Wege des Humanismus." Hrsg. von Frank Geerk. Schwabe & Co Basel.
S. 235-259. Aus: Vera Kalitzkus (b.1969, Ethnologin): „Dein Tod, mein Leben: Warum wir Organspenden
richtig finden und trotzdem davor zurückschrecken“ S.24. Bernd Hontschik medizinHuman Band 8
SUHRKAMP 2009





"Band ohne Ende" (1956)
Maurits Cornelis Escher
(1898-1972)
niederländischer Künstler und Grafiker

„Wem gehört der Körper eigentlich?“, fragte der Bostoner Chirurg Atul Gawande (b.1965)
in seinem Buch „Complications“ („Die Schere im Bauch – Aufzeichnungen eines Chirurgen,
Goldmann Verlag 2003, ISBN 3-442-15214-3).

Darin berichtet er von einer Frau in den Vierzigern, deren jährliche "Brust-Röntgen" (Mammographie)
– in verschiedenen Jahren – eine „verdächtige“ Verkalkung in ihrer linken Brust zeigten.
Jedes Mal wurde operiert und das fragliche Gewebestück entfernt.
Und jedes Mal stellte es sich "erfreulicherweise" als gutartig heraus.

Nun wurde die Frau erneut mit einem "verdächtigen" Brust-Röntgen der gleichen Brust konfrontiert,
und der Arzt empfiehlt ihr wieder eine Biopsie, um sicher zu gehen,
dass keine bösartige Geschwulst vorliegt.

Sie hat schon drei hässliche Narben auf dieser Brust, eine davon über sieben Zentimeter lang,
und es wurde schon so viel Gewebe herausgeschnitten,
dass die linke Brust deutlich kleiner als die rechte ist.



Rubinsche Vase - Vexier-/Umkehrbild nach Rubin (1915)
Je nachdem, was wir als Hintergrund interpretieren, können wir auf der Illustration
entweder zwei einander zugewandte Gesichter oder eine Vase (Kelch) erkennen.
Edgar Rubin
(1886-1951)
Dänischer Psychologe und Phänomenologe


"Die Betonung liegt genau auf dem, was wir selbst tun können,
vielleicht sogar sollen, um die Bedingungen fürs Gesundbleiben zu schaffen
und dem Organismus dabei zu helfen, Gesundheit wiederherzustellen,
wo sie temporär verloren gegangen ist.

Dies ist vergleichbar mit einem Figur-Grund-Wechsel
1.
Wir können dieses Prinzip am Beispiel" dieser Edgar Rubin Abbildung "nachvollziehen.
Man kann das Bild als eine Vase oder als zwei Frauen betrachten, die sich ansehen;
es ist immer dasselbe Bild.

Was geschieht, wenn wir das, was wir bislang als das Wichtigste angesehen haben
(das aktive, kausale Eingreifen in einen Krankheitsprozess), einmal in den Hintergrund
[Grund] stellen und das, von dem wir dachten, es sei nebensächlich
(die Selbstheilungskräfte des Organismus) ins Zentrum?

Wenn wir uns Fragen zuwenden, die sich aus der komplementärmedizinischen Erfahrung
ergeben, aus der Placeboforschung oder aus dem Bereich der Meditationsforschung?

Wir müssen den Blick verändern und auf das schauen, was wir bislang nicht beachtet haben.
Vielleicht, so meine Vermutung, müssen wir sogar den gesamten Denkrahmen [Paradigma] ändern."
Aus: Harald Walach (b.1957, Professor Dr. Dr. Dipl. Psych, klinischer Psychologe, Philosoph, Wissenschaftshistoriker):
„Weg mit den Pillen!: Selbstheilung oder warum wir für unsere Gesundheit Verantwortung übernehmen müssen - Eine Streitschrift“
Kapitel 2. Neu sehen lernen. Seite 17f. IRISIANA 2011. www.europa-uni.de/de/forschung/institut/institut_intrag/institut/leitung/index.html


1"Die Gestaltpsychologie (Fritz Perls et al.) hat gezeigt, dass unsere Wahrnehmung keine 1:1-Darstellung der Welt ist.
Die Informationsverarbeitung läuft als komplexer Prozess nach bestimmten Prinzipien ab, bei dem aus der Fülle der Informationen ein
stimmiges Bild von der Realität konstruiert wird. Es bildet sich für das individuelle Bewusstsein jeweils eine „sinnvolle Ganzheit“ heraus,
die als „Gestalt“ bezeichnet wird. Wie wir die Welt betrachten und was uns als wirklich erscheint, wird durch
kollektive Paradigmen [Denkrahmen] und individuelle Erfahrungen bestimmt. Wie dramatisch sich die Weltsicht verändern kann
zeigt z. B. die Erkenntnis, dass die Erde keine Scheibe, sondern rund ist. Alle Phänomene werden nach dieser umwälzenden Einsicht
in einem neuen Licht gesehen und die Weltanschauung strukturiert sich neu. Ein Prinzip, das die Gestaltung und Konzeption
unserer persönlichen Wirklichkeit beeinflusst, beschreibt die Gestaltpsychologie als „Figur-Grund-Wechsel“:
Figur“ bezeichnet das, was in unserer Aufmerksamkeit in den Vordergrund tritt. Alles übrige bildet so lange den Hintergrund,
bis sich unser Fokus etwas anderem zuwendet und dies nun aus dem Hintergrund hervortritt und zur Figur wird.
Was jeweils ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt, hängt von vielen Faktoren ab. Vor allem ist es das jeweilige Bedürfnis,
das die Art und Weise bestimmt, wie wir die Welt wahrnehmen. Mit hungrigem Magen gehe ich anders über einen Gemüsemarkt
als wenn ich mich dort mit meiner Liebsten verabredet habe. Das im Vordergrund stehende Bedürfnis (Figur) bestimmt
den Fokus der Wahrnehmung und ordnet die Informationen derart zu einem Gesamtbild der Wirklichkeit, dass es
zu einer Befriedigung des Bedürfnisses kommen kann. Das Übrige tritt bedeutungslos in den Hintergrund (Grund).

Aus: Damiano S. Nöthen - Freiburg: http://www.gestalt-freiburg.de/05_gestalt-beschreibung.htm

1
Was ist Gestalttherapie? Damiano S. Nöthen pdf >>>

"Wer sich selbst findet und gefunden hat,
wird in seinem dialogischen Bezug mit der Welt
immer in einem intensiven, intimen Kontakt
mit allem sein, was Partner ist.
Um ihn herum öffnet sich weit alles zum Leben hin.

Wer sich jedoch nicht findet oder verliert,
dessen Dialog mit dem Leben und mit allem,
was Partner ist, wird aufhören,
und übrig bleibt dann nur noch der Kelch,
der mit der Misere dieser Welt gefüllt ist.

Wer sich selbst und damit auch den Bezug zum Partner
findet und gefunden hat,
der wird Öffnung und Weite erleben;
wer sich aber selbst verliert, dessen Lebensgefühl
schrumpft zusammen zum Kelch, der ein Gefängnis wird"
Walther H. Lechler
(b.1923, deutscher Neuropsychiater):
"Von mir aus nennt es Wahnsinn. Protokoll einer Heilung"
zusammen mit Jacqueline C. Lair SANTIAGO 2009 (1980)

ZITATE: Hans Peter Dürr/ Erfahrung bedeutet beides >>>



"Meine Frau und meine Schwiegermutter"
William Ely Hill
(1887-1962)


Soll diese Patientin wirklich wieder ein Brust-Röntgen
(Mammographie) und/oder eine Brust-Biopsie machen lassen?


Diese Frau hat die Wahl zwischen zwei Risiken,
nicht die zwischen "Gewissheit" und einem "Risiko".


Für ihre Entscheidung muss sie die Nachteile und Vorteile jeder Alternative
- Möglichkeiten: "Röntgen ja" oder "Röntgen nein", "Biopsie ja" oder "Biopsie nein" -
kennen und sie angesichts ihrer Bedürfnisse und Ziele einschätzen.

Und sie muss möglicherweise mit einer bleibenden Ungewissheit leben,
weil man eben nicht alles so gut weiß,
wie man gerne hätte.


Vermutlich kennt jeder von uns den behaupteten potentiellen Nutzen
der sog. [Vorsorge≠ Früherkennung] "Krebs-Früherkennungs-Untersuchung" (= Screening):
Dadurch kann (vielleicht, möglicherweise) der vorzeitige Tod durch Krebs verhindert werden.
Nur relativ wenige von uns verstehen den wahrscheinlicheren Nachteil:
Vielleicht wird bei mir/uns vorzeitig Krebs diagnostiziert, und ich/wir werden behandelt,
obwohl dieser Krebs mich/uns nie negativ beinträchtigt oder gar vorzeitig
zum Tod geführt hätte (sog. "Überdiagnose").
(sog. Diskrepanz zwischen sog."Haustierkrebs: asymptomatischer, non-progressiver/langsam wachsender Krebs"
<-> "Raubtierkrebs: symptomatisch, progressiver/schnell wachsender Krebs" n. Prof. Dr. med. Julius Hackethal
Silent Cancer/Dormant Cancer <-> Manifeste Maligne Krebskrankheit)
Angewandte Allgemeinmedizin & Geriatrie: What is overdiagnosis? >>>
Juliane Sacher: Keine Panik bei Tumorerkrankungen
>>>

Julius Hackethal: Die Krebskrankheit >>>




"Ein kleiner Würfel in einem großen,
oder ein großer Würfel, aus dem ein Eck herausgeschnitten ist?"


Die "Illusion der Gewisshei" wird dagegen vor allem
durch ein
"Schwarz-Weiß-Denken" genährt,
das keine grauen Schattierungen zulässt:

Jeder weiß, dass es nicht nur schwarz oder weiß gibt,
aber trotzdem argumentieren wir so.

„Entweder fällt mein "Brust-Röntgen" negativ aus,
und ich muss mir keine Sorgen wegen Brustkrebs machen,
oder es fällt positiv aus, und ich werde einen
schrecklichen Tod erleiden“.


Keine dieser beiden Möglichkeiten ist wirklich gewiss!

Es gibt keine Garantie, weder in diese
noch in jene Richtung.


Heinz von Foerster: Ständig entscheiden wir >>>
Hans Albert: Stelle keine festen Behauptungen auf >>>

Bernie Siegel / Krebs - Krebs und Ernährung >>>
Hans U. Niemitz / Gutachten Hamer's Neue Medizin >>>

"Zwar reagiert jeder Mensch [z.B.: auf Schmerz, Diagnosen, schlechte Nachrichten usw.] nach
seinem individuellen Muster
, doch ist allen gemeinsam, dass Unsicheres, noch in der Schwebe
Währendes
und in seiner Dignität [Wertigkeit: benigne, maligne] nicht Beurteilbares schlechter
ertragen wird als manche schlimme Diagnose.
Bei Krebspatienten ist das regelhaft zu beobachten.
Erklärt werden kann dies dadurch, dass die BEWERTUNGSEBENE, unser Glaube an das, was wir
selbst nicht wissen können, sondern nur vertrauensvoll von den [scheinbar] Wissenden übernehmen,
auf eine harte Probe gestellt wird und ins Wanken gerät. Dadurch wird uns unter Umständen der feste
Boden entzogen, auf dem wir mit unseren Überzeugungen stehen. Zweifel können dann selbst das Arzt-
Patient-Verhältnis belasten. Manchmal ist der Übergang zur Depression nicht weit entfernt. Entsprechend
muss gehandelt werden:
Je fester der Glaube, desto besser sind auch die Heilungschancen. Ein stabiles
und selbstsicheres Ego aufseiten des Patienten wie aufseiten von Ärzten und Therapeuten sorgt gerade
in schwierigen Zeiten für HOFFNUNG und ZUVERSICHT. Optimisten haben ein besseres Immunsystem
als Pessimisten [PNEIMS: Psycho-Neuro-Endokrino-Immun-Mikrobiom-System]. Bei beiden kommt es
zur selbsterfüllenden Prophezeiung
[a] mit allerdings unterschiedlichem Ausgang. Einen mächtigen
Placeboeffekt
[b] gibt es nicht nur bei Medikamenten, sondern aufgrund des Erwartungshorizonts
über unser Gehirn biologisch vermittelt auch bei nicht medikamentösen Therapien.
Analgoges gilt für den Noceboeffekt
[c] in die andere Richtung bei Befürchtungen."

Aus: Dr. med. Michael J. Hufnagl: "Verhaltensneurologie und Neuropsychologie, Muskeln und Sport" Kapitel 10 pp 276-299,
10.5. Verletzungen und wie das Gehirn damit umgeht. Seite 294. In: Hans Wilhelm Müller Wohlfahrt, Peter Ueblacker, Lutz Hänsel:
„Muskelverletzungen im Sport“ 2. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage THIEME 2014

[a] Selbsterfüllende Prophezeiung: Das alltägliche Phänomen, dass ein (erwartetes) Verhalten (eine Reaktion/en) einer anderen
Person (Prophezeiung) durch mein eigenes Verhalten (meine Reaktion/en) initiert (ausgelöst, erzwungen) werden kann und wird.

[b] Placeboeffekt und [c] siehe INFOS: G) Statistik Glossar & Allerlei >>>

"Das Problem ist:
Wir denken in schlüssigen Geschichten,
verknüpfen Fakten zu einem stimmigen Bild,
nehmen die Vergangenheit als Modell für die Zukunft.
So schaffen wir uns eine Welt, in der wir uns zurechtfinden.

Aber die Wirklichkeit ist anders: chaotisch,
überraschend, unberechenbar."

Aus: Nassim Nicholas Taleb (b.1960): „Der schwarze Schwan: Die Macht
höchst unwahrscheinlicher Ereignisse“ (The Black Swan: The Impact
of the Highly Improbable“ Random House 2007) Carl Hanser 2008


"Leben" ist an sich keine konstante Größe
und birgt auch keine konstanten Größen in sich.

Abweichung - Veränderung ist die Grundlage allen Lebens.

Niemand kann den "tatsächlichen" Verlauf einer Krankheit -
Krebskrankheit vorhersagen
.

Es besteht in diesem erwähnten Fall nur die Wahl zwischen
zwei Risiken
und nicht die Wahl zwischen Gewissheit
(Sicherheit) und einem Risiko.


"Medizinische Untersuchungen und Therapien
sind unsicher, und oft auch nicht eindeutig
und können Nebenwirkungen haben!


Gewissheit ist normalerweise
nicht erreichbar!

In einer Welt voller Ungewissheiten
kann Gewissheit ein gefährliches
Ideal sein!"


Harold Bursztajn M.D.
Prof. f. forensische Psychiatrie
www.forensic-psych.com
Associate Clinical Professor of Psychiatry Co-Director,
Program in Psychiatry & the Law Harvard Medical School
Universität in Cambridge, Massachusetts
“MEDICAL CHOICES, MEDICAL CHANCES; HOW PATIENTS,
FAMILIES, AND PHYSICIANS CAN COPE WITH UNCERTAINTY”

“Medizinische Entscheidungen - Medizinische Chancen.
Wie kann man mit Ungewissheit umgehen?"
A MERLOYD LAWRENCE BOOK 1981
ISBN: 0-440-05750-7”





Übungsschritte für die Stärkung des intelligenten Unbewussten.
(Das Selbst, Das adaptive Unbewusste, Das emotionale Erfahrungsgedächtnis)

Eine Übung betrifft den Umgang mit Wahrscheinlichkeit.
Analytische Menschen können systematisch üben, Wahrscheinlichkeitsaussagen zu treffen
und nicht immer sofort sicherer Erkenntnisse zu verlangen. Sie sollten sich systematisch damit befassen,
auch einmal mögliche Lösungen in Betracht zu ziehen, die nicht sofort widerlegbar oder beweisbar sind.
Von Robert Musil (1880 - 1942) stammt die Erkenntnis:


"Wenn wir einen Wirklichkeitssinn haben,
muss es auch einen Möglichkeitssinn geben"
.

Eine andere Übung setzt bei der Sprache an.
Die Verstandes-Logik verwendet häufig Wörter wie "nur" oder "absolut" oder "sicher".
Auch jemand, der kein extremer Verstandesmensch ist, kann von der folgenden Übung
zur Änderung von Sprachgewohnheiten
profitieren, die uns, ohne dass wir es merken,
oft in der analytischen linken Hemisphäre (Gehirnhälfte) festhalten:

Wiederholen Sie Sätze, die ein "nur" ("absolut", "sicher") enthalten, indem Sie "nur" ("absolut", "sicher")
durch
"auch" ersetzen. Z.B. wird aus "Das liegt nur an deiner vagen Ausdrucksweise" der Satz
"
Das liegt auch an deiner vagen Ausdrucksweise".

Wiederholen Sie Sätze, die allzu sicher und bestimmt klingen, indem Sie "vielleicht" oder
"möglicherweise"
einfügen. Z.B. wird aus "Das ist bestimmt wieder passiert, weil der Chef die
Vorlage nicht sorgfältig durchgelesen hat" der Satz "Das ist vielleicht deshalb passiert, weil ...".


Ersetzen Sie Schwarz-Weiß-Entscheidungen durch integrative und kreative Lösungsmöglichkeiten.
Z.B. wird aus "Soll ich mein Studium fortsetzen oder nicht" der Satz "Welche Möglichkeiten habe ich,
mein Studium anders zu gestalten".


Ersetzen Sie "entweder-oder" durch "sowohl-als-auch". Z.B. wird aus "Entweder Du hast recht
oder Ich" der Satz "Beide unserer Ansichten enthalten etwas Wahres, womit wir gut
eine gemeinsame Lösung
finden können".


Hat man einmal damit begonnen, darauf zu achten, wo unser analytischer Verstand unser bewusstes Denken und Tun
allzu einseitig bestimmt, bemerkt man immer mehr Beispiele für dessen Grenzen. Wenn der VERSTAND beginnt zu verstehen,
dass es noch eine andere Form der Intelligenz gibt und dass nicht alles Intuitive irrational sein muss, kann sich auch
ein sehr analytischer Mensch
(...) auf Übungen einlassen, in denen nicht nur dem Verstand seine Grenzen vorgeführt werden,
sondern in denen zu erfahren ist, dass das UNBEWUSSTE wirklich funktioniert.
Es gibt viele kleine Beobachtungen im Alltag, anhand derer feststellbar ist, wie gut unser Unbewusstes arbeitet. Manchmal
beschreiben wir solche Momente mit Metaphern (Umschreibungen, rhetorischen Figuren): "Da hat mich aber ein Schutzengel
davor bewahrt, auf die lose Treppenstufe zu treten"
, sagt jemand und denkt vielleicht gar nicht daran, dass es seine unbewusste
Wahrnehmung war, die hier wirksam war. Vielleicht haben die Augen am Rande des Gesichtsfeldes, wo wir weniger bewusst sehen
als im Bereich des schärfsten Sehens in der Mitte des Gesichtsfeldes, trotz der dämmrigen Lichtverhältnisse unbewusst
bei dieser Stufe etwas Ungewöhnliches registriert, beispielsweise dass diese Stufe etwas verschoben war."...

Aus: Maja Storch(b.1958, Schweizer Psychologin) , Julius Kuhl (b.1947, Prof. f. Differentielle Psychologie & Persönlichkeitsforschung):
„Die Kraft aus dem Selbst. Sieben PsychoGyms (Übungen/Trainingsmöglichkeiten für das Unbewusste) für das Unbewusste“
Das PsychoGym für die unbewusste Steuerung. Förderung der unbewussten Steuerung. Seite 184f. HUBER 2012




"Obwohl es heftig regnete, war Kurma [die weise Schildkröte] auf dem Weg zur grünen Wiese, als sie am Eselstall vorbeikam.
Im vom Regen durchnässten Stroh lag Sindhu, der Esel, und weinte gar bitterlich. "Warum weinst du"?, fragte Kurma. "Ich weine
um Yala, mein liebes Töchterlein. Als ich sie heute wecken wollte, war sie nirgends zu finden. Jetzt denke ich, dass der Wolf sie
gefressen hat. Vielleicht hat sie sich aber auch verlaufen oder ist in die tiefe Schlucht gefallen, von wo aus es kein Entrinnen gibt."
Kurma schwieg eine Weile, dann sprach sie: "Sindhu, deine Vorstellungskraft ist freilich bewundernswert, ein ruhiger Geist wäre
aber noch bewundernswerter und vor allem hilfreicher."
Empört erwiderte Sindhu: "Aber Meisterin - meine Tochter ist spurlos
verschwunden! Soll ich mir da etwa keine Sorgen machen?" Darauf meinte Kurma: "Was nützt dir deine Sorge? Und was nützt sie
Yala? Angenommen, der Wolf hätte sie gefressen, könntest du das dann noch ändern? Hat er sie aber nicht gefressen, sorgst du
dich erst recht umsonst."
Sindhu wurde nachdenklich. Schließlich fragte er: "Aber was soll ich denn tun?" Kurma erwiderte: "Ziehe
dich ganz in dich selbst zurück und lass dein Denken zur Ruhe kommen. Bleibe ganz bei deinem Atem und lass dein Gemüt zur
Ruhe kommen. Nimm deine Sorgen wie Strohfeuer - kurze Flammen, die schnell erlöschen: kein Grund sich hineinzuvertiefen."

Nachdem Kurma dies gesprochen hatte, sah der Esel sie erleichtert an und dankte seiner Meisterin. Am folgenden Morgen traf
Kurma Sindhu mit seiner kleinen Yala. Kurma lachte und sprach: "Wie ich sehe, hat der Wolf dein Töchterlein wieder ausgespuckt ..."
"Aber nein - nicht doch", meinte darauf Sindhu. "Yala ist schon vor Sonnenaufgang aufgestanden, und stell dir vor: Sie hat den steilen
Berg der Himmlischen Freude ganz allein bezwungen. Das war es, was sie mir beweisen wollte." Kurma sah dem großen
und kleinen Esel noch lange nach und lächelte zufrieden."
Aus: Aljoscha Andreas Long (b.1961, deutscher Schriftsteller, Psychologe, Philosoph), Ronald Pierre Schweppe (niederl. Schriftsteller, Musiker):
„Die 7 Geheimnisse der Schildkröte. Den Alltag entschleunigen, das Leben entdecken“ Kurmas 7-Geheimnisse, 1 Gelassenheit - Das Geheimnis,
die Ruhe zu bewahren, was immer auch geschieht ... 3.Schritt: Innerlich loslassen, Nur wer im Fluss bleibt S.75f
Heyne Verlag 11.Auflage 2010 (2007)


Brustkrebs-Screening - "Siebtest":
Abschätzung der Folgen für die Patientin

IBE - Institut für medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie
Marchioninistr. 15, 81377 München www.ibe.med.uni-muenchen.de


1. Richtig positiver Befund = Brustkrebs:
► Weniger invasive Frühtherapie möglich [?]
► Bessere Heilungschancen


2. Falsch positiver Befund = kein Brustkrebs, aber
falsch positive Testergebnisse: "Falschalarm"

► Psychische Belastung der Patientin
► Gegebenenfalls invasive Abklärungsdiagnostik


3. Richtig negativer Befund = kein Brustkrebs:
► Bestätigung des guten Gesundheitszustandes


4. Falsch negativer Befund = Brustkrebs,
aber falsch negative Testergebnisse:

► Vortäuschen eines guten Gesundheitszustandes
► notwendige Behandlung verhindert oder verzögert



Kanizsa-Dreieck mit Scheinkonturen
Die meisten Menschen erkennen in der Zeichnung ein auf der Spitze stehendes,
deutlich umrissenes Dreieck, das heller als der Hintergrund zu sein scheint.
Physikalisch gesehen sind die Konturen aber nicht vorhanden.
Gaetano Kanizsa
(1913-1993)
Italienischer Gestaltpsychologe

Aus: Gerald Maurice Edelman (1929-2004, US-amerikanischer Mediziner, Biochemiker, Molekularbiologe,
1972 Nobelpreis für Physiologie oder Medizin): 1. "Das Licht des Geistes - Wie Bewusstsein entsteht"
(Wider than the sky - The phenomenal gift of cnsciousness 2004) 4 Neuraler Darwinismus - Eine globale
Hirntheorie. Abb.4. S.47 Rowohlt 2007. 2. „Göttliche Luft, vernichtendes Feuer. Wie der Geist im Gehirn
entsteht - die revolutionäre Vision des Medizin-Nobelpreisträgers“ (Bright Air, Brilliant Fire: On The Matter
Of The Mind - A Noble Laureate's Revolutionary Vision of How the Mind Originates in the Brain 1992)
Zweiter Teil: Ursprünge. 4 Biologische Grundlagen der Psychologie. Abb.4.2 S.64 Piper 2.Auflage 1995

"Ihre Mutter oder Schwester geht zur routinemäßigen Brustkrebs-Früherkennung durch Mammographie.
Sie erhält einen positiven Befund und ist in Todesangst, das Schlimmste befürchtend.
Doch was bedeutet
ein positives Ergebnis tatsächlich?
Die überraschende Antwort lautet, dass sie höchstwahrscheinlich
nicht Brustkrebs hat [Nur 9 von 98 Frauen, die positiv getestet werden, haben tatsächlich Brustkrebs,
was ungefähr 1 von 10 entspricht (S.221)]. Die Mammographie löst in vielen Fällen falschen Alarm
aus ... [diese] Verwendung von natürlichen Häufigkeiten ... wäre weitaus hilfreicher [als die bedingten
Wahrscheinlichkeiten], würde sich jeder an diese Empfehlung halten, statt andere Leute zu behandeln,
als wäre ihnen Risikoinkompetenz angeboren. Dann müssten nicht mehr so viele Menschen unter
grundlosen Ängsten wegen falscher medizinischer Testergebnisse leiden und hätten bessere Voraus-
setzungen, informierte Entscheidungen zu treffen ... Es geht nicht darum, den Menschen zu sagen,
was sie zu tun haben, sondern ihnen die wichtigsten Fakten [in einer sog. Icon-Box = Fakten-Box]
zu liefern. Dann kann jeder eine fundierte Entscheidung treffen. Eine Icon-Box bringt Licht ins
Dunkel der Beeinflussung und ist ein Mittel gegen Paternalismus [medizinische Bevormund-
ung] ... Trotzdem praktizieren viele Krankenhäuser und Ärzte eine "Politik des auto-
matischen Screenings" oder überreden ihre Patienten zur Früherkennung ..."
Aus: Gerd Gigerenzer: "Risiko - Wie man die richtige Entscheidungen trifft" Teil II: Risikokompetent werden.
Kapitel 9: Was Ärzte wissen müssen S.209, Jeder kann Testergebnisse verstehen, Werkzeuge zum Denken
S.221f, Kapitel 10: Gesundheit: Keine Entscheidung über mich ohne mich. Früherkennung von
Prostatakrebs S.250, Ein mahnendes Wort von dem Mann [1970, Richard J. Ablin, b.1940],
der PSA entdeckte S.254, btb 4.Auflage 2014
INFOS: "SIC Syndrom" in Statistik Glossar & Allerlei >>>

www.harding-center.mpg.de/de/faktenboxen
www.cancer.gov

Siehe:
www.mammographie-screening-online.de
www.harding-center.mpg.de/de/gesundheitsinformationen

INFOS: Statistik Glossar & Allerlei >>>

ZITATE: Jörg Dietrich Hoppe / Ärzte sollten sich nicht >>>

Bevölkerungsweite Reihenuntersuchung
zur Früherkennung von Brustkrebs

Das Mammografie-Secreening

Beim
Mammographie-Screening liegt die Falsch-positiv-Rate ["Spezifität" Statistik >>>] beispielsweise zwischen
5 und 10 %, je nach Alter (49.-69.LJ.) der untersuchten Frauen. Das bedeutet, bei 5 bis 10 % der untersuchten
Frauen ohne Brustkrebs ist das Testergebnis falsch positiv, das heißt, es wird der Verdacht auf ein Karzinom
gestellt, das gar nicht vorhanden ist.

Beim Mammographie-Screening liegt die
Falsch-negativ-Rate ["Sensitivität" Statistik >>>] beispielsweise zwischen
5 und 20 %, je nach dem Alter (49.-69.LJ.) der untersuchten Frauen. Das bedeutet, bei 5 bis 20 % der untersuchten
Frauen mit Brustkrebs ist das Testergebnis negativ, d.h.: das Karzinom wird übersehen.


Absolute Zahlen - Mammografie-Secreening

"Frage 1:
"Gibt es Nachweise dafür, dass das Mammografie-Screening meine Aussicht,
an Brustkres zu sterben, vermindert?
Die Anwort ist Ja!" (GG)

Aus mehreren großen Studien (2) ist folgendes bekannt:
♥ Von 1.000 Frauen im Alter von 50 bis 59 Jahren, die 10 Jahre lang nicht am Mammografie-Secreening
teilgenommen haben, sterben 7 an Brustkrebs.
♥ Von 1.000 Frauen, die 10 Jahre lang am Mammografie-Screening teilgenommen haben,
sterben 6 an Brustkrebs.
♥ Das Mammografie-Screening verringert also die Todesfälle für Brustkrebs
von 7 auf 6 Frauen pro 1.000 Frauen.

Man kann auch "irreführend" sagen: Das Risiko sinkt um [rel.] 14%.
(Diese Angabe nennt man die relative Risikoreduktion.)
Denn einer von sieben Todesfällen entspricht rund 14%.

Der Effekt des Screenings bezieht sich jedoch auf jeweils 1.000 Frauen.
Mit anderen Worten:
Das Mammografie-Screening verhindert 1 Todesfall pro 1.000 Frauen.
Das sind 0,1%. (Diese Angabe nennt man die absolute Risikoreduktion.)

Beide Angaben beschreiben den gleichen Sachverhalt. Sie wirken jedoch völlig unterschiedlich.
Der höhere Zahlenwert von [rel.] 14% legt einen größeren Nutzen nahe,
als wenn man sagt: "1 von 1.000 Frauen" wird gerettet.

"Frage 2: Gibt es Belege dafür, dass das Mammografie-Screening meine Aussichen vermindert,
an igendeiner Krebsart, einschließlich Brustkrebs, zu sterben?
Die Antwort lautet Nein.

Die Studien (X) zeigen, dass von jeweils 1000 Frauen, die am Screening teilnahmen, rund 21 an
irgendeiner Form von Krebs starben. Die gleiche Zahl ergab sich für nicht teilnehmende Frauen.
Einfach ausgedrückt:
Es gibt keine klare Evidenz dafür, dass die Mammografie Leben rettet.

Von 1000 Frauen stirbt nur 1 weniger an Brustkrebs, dafür stirbt eine mehr mit einer anderen Krebsdiagnose.
Einige Frauen sterben mit zwei oder drei verschiedenen Krebsarten, wobei nicht klar ist, welche den Tod
verursachte. Deshalb ist die [Gesamtmortalität]
GESAMTSTERBLICHKEIT (einschließlich Brustkrebs)
die verlässlichere Zahl - eine Zahl, die Sie kaum finden werden.
Denn was würden die Frauen sagen, wenn sie erführen, dass man sie seit Jahren zur
Mammografie schickt, ohne einen Beweis zu haben, dass diese Leben rettet?"


Schauen wir uns jetzt den Schaden [vom Brustkrebs-Screening] an.

Erstens können Frauen, die keinen Brustkrebs haben, einen oder mehrere
falsche Alarme ["falsch positive Rate" Statistik >>>]
und überflüssige Biopsien durchmachen. Das passiert etwa
100 von 1000 Frauen [~1:10], die am Screening teilnehmen.
Unzählige Frauen haben das erlebt und Ängste durchlebt. Nach einem falschen Alarm machten sich viele von ihnen monatelang
Sorgen, litten unter Schlaflosigkeit und waren beeinträchtigt in ihren Beziehungen zu Angehörigen und Freunden.

Zweitens unterziehen sich Frauen, die nur eine nichtprogessive oder langsame Form von Brustkrebs haben, die sie während ihres
Lebens nie bemerkt hätten [asymptomastisch], häufig Lumpektomien [sog. weite Excision: brusterhaltende chirurgische Entfernung
eines kleinen soliden Tumors aus der Brust], Mastektomie [teilweise o. totale Brustentfernung mit totaler Entfernung des Brustdrüsen-
gewebes], giftiger Chemotherapie und so fort. Das sind lauter Interventionen, die keinen Nutzen für sie haben, sondern nur ihre Lebens-
qualität mindern. Das passiert rund
5 von 1000 Frauen, die an der Früherkennung teilnehmen. Abgesehen von vorübergehenden Beein-
trächtigungen wie Kahlheit [Haarverlust], Übelkeit und Anämie [Blutarmut] kann eine Chemotherapie unter anderem lang anhaltende
Müdigkeit [Fatigue], vorzeitige Menopause und "Herzfehler" [-schäden] hervorrufen.
Die
Faktenbox [F] zur Mammografie ermöglicht es Frauen, Entscheidungen auf der Basis von Informationen zu treffen und sich
dabei an ihren persönlichen Werten zu orientieren ... Die Faktenbox zeigt zwar eindeutig, dass es keinen vernünftigen Grund
gibt, Frauen zum Screening zu drängen.
Doch mir geht es darum, die alte paternalistische ["bevormundende"] Botschaft nicht
durch eine neue zu ersetzen, indem man den Frauen jetzt rät, nicht zum Screening zu gehen.
Jede Frau, die den Wunsch
hat, sich selbst zu entscheiden, sollte die Fakten bekommen, die sie dazu braucht - ohne dass man ihr sagt,
was sie zu tun hat
...


Aus: www.harding-center.mpg.de/de/faktenboxen/krebsfrueherkennung/brustkrebs-frueherkennung (3.Juli 2017)

Heute tun viel zu viele das, was man ihnen aufdrängt
("Brustkrebsindustrie"), und stellen keine Fragen zur Evidenz
.
[Ergebnisse aus allen randomisierten klinischen Studien]
Und wenn sie fragen, werden sie mit 4 Tricks hereingelegt.

Trick 1: Erwähne nicht, dass Mammografie-Screening nicht die Wahrscheinlichkeit verringert,
an Krebs zu sterben. Sprich nur über die Verminderung der Aussicht, an Brustkrebs zu sterben.

Trick 2: Sage den Frauen, dass das Screening die Brustkrebssterblichkeit um 20 Prozent oder mehr verringert.
Verrate nicht, dass die absolute Risikoreduktion 1 von 1000 beträgt, was sich weniger eindrucksvoll anhört.

Trick 3: Berichte den Frauen von einer erhöhten [5-Jahres-] Überlebensrate. Zum Beispiel: "Wenn der Brustkrebs
früh entdeckt wird, dann beträgt die Wahrscheinlichkeit, nach fünf Jahren noch zu leben, 98 Prozent."
Sprich nicht
über die Sterberate [Gesamtmortalität] (die in der Faktenbox angegeben ist: Wie viele Frauen (von 1000)
starben an Krebserkrankungen aller Art? 21 Frauen).

Trick 4: Erzähle den Frauen nichts über nutzlose Operationen, Biopsien und andere Schäden
durch Überbehandlung. Wirst du danach gefragt, spiele sie herunter.

Mit großem Erfolg haben diese vier Tricks die Einstellung vieler Frauen zum Mammografie-Screening geprägt.
Können wir irgendetwas gegen die Tricks tun, mit denen die Patienten hereingelegt werden?
Ja.
Ein Druckmittel ist der gute Ruf [und die Glaubwürdigkeit, welche die Herausgeber von
Gesundheitsbroschüren, Zeitungsartikeln und Büchern, die Betreiber von Webseiten,
Hilfsorganisationen, Selbsthilfegruppen, Ärzte, Professoren, Politiker usw.,
dabei aufs Spiel setzen!] ..." (GG)


Aus: SV Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger: "Kompetent als Patientin und Patient.
Gut informiert entscheiden" S. 24. Wien 2013. www.hauptverband.at/kompetentalspatient
(1) Langemak, Shari (2007), Wie gesunder Lebensstil vor Krankheiten schützt, in Die Welt, 11.08.2009
www.welt.de/welt_print/wissen/article4297107/Wie-gesunder-Lebensstil-vor-Krankheiten-schuetzt.html
(2) Donna Fitzpatrick-Lewis, Nicole Hodgson, Donna Ciliska, Leslea Peirson, Mary Gauld, Yan Yun Liu (2011):
"Breast Cancer Screening" Hamilton, Ontario, Canada: McMaster University,
Canadian Task Force
http://canadiantaskforce.ca/wp-content/uploads/2012/09/Systematic-review.pdf
(GG) Gerd Gigerenzer: "Risiko - Wie man die richtige Entscheidungen trifft" Teil II: Risikokompetent werden. Kapitel 10: Gesundheit:
Keine Entscheidung über mich ohne mich. Screening auf Brustkrebs. Nutzen? (Frage 1+2) S.263, Schaden? S.265f, Frauen
ininfantilisieren S.267f, Glossar: Faktenbox S.378, btb 4.Auflage 2014
(3) Gerd Gigerenzer, Wolfgang Gaissmaier, Elke Kurz-Milcke, Lisa M. Schwartz, Steven Woloshin: "Helping Doctors and Patients
Make Sense of Health Statistics" PSYCHOLOGICAL SCIENCE IN THE PUBLIC INTEREST Vol.8, Nr.2 2007, S.53-96
Gerd Gigerenzer, Jutta Mata, Ronald Frank: "Public knowledge of benefits of breast and prostate cancer screening in Europe"
J Natl Cancer Inst. 2009 Sep 2;101(17):1216-20
Richard M. Hoffman, Carmen L. Lewis, Michael P. Pignone, Mick P. Couper, Michael J. Barry, Joann G. Elmore, Carrie A. Levin,
John Van Hoewyk, Brian J. Zikmund-Fisher: "Decision-making processes for breast, colorectal, and prostate cancer screening:
the DECISIONS survey" Med Decis Making. 2010 Sep-Oct;30(5 Suppl):53S-64S
[F] www.harding-center.mpg.de/de/faktenboxen/krebsfrueherkennung/brustkrebs-frueherkennung
[F] Faktenbox: Eine Tabelle für transparente Risikokommunikation [Risikointelligenz], in der die wissenschaftliche Evidenz [alle randomisierten
Studien Ergebnisse] zu einem Arzneimittel, einer Behandlung oder einer Screening-Methode zusammengefaßt wird. Die Box zeigt Nutzen und
Schaden für Patienten mit und ohne Behandlung auf. Alle Zahlen werden in verständlichen Häufigkeiten angegeben. Faktenboxen verwenden
keine irreführenden Statistiken wie relative Risiken [rel.-% Angaben], Doppelzüngigkeit ("Nutzen eines Medikaments erscheint größer
[Angabe in rel.% = große Zahl], als der Schaden [Angabe in absoluten% = kleine Zahl], und 5-Jahres-Überlebensraten [Vorlaufzeit-Bias/
(leadtime-bias), Überdiagnosen-Bias"] für Screenings.
[F] Lisa M. Schwartz, Steven Woloshin: "Die Faktenbox: So werden informierte Entscheidungen zu verschreibungspflichtigen Medikamenten möglich"
In: Gerd Gigerenzer, Sir John A. Muir Gray (Hrsg.): „Bessere Ärzte, bessere Patienten, bessere Medizin. Aufbruch in ein transperentes Gesundheitswesen“
(„Better doctors, better patients, better decisions: Envisioning health care 2020“ The MIT Press Cambridge 2011) Mit einem Vorwort von Günther Jonitz,
Strüngmann Forum Reports, S. 237-248, Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft 2013"
[F] Lisa M. Schwartz, Steven Woloshin, H. Gilbert Welch: "Using a Drug Facts Box to Communicate Drug Benefits and Harms: Two Randomized Trials"
Annals of Internal Medicine 2009, 150 (8): 516-527
(X) Peter C. Gøtzsche, Margarethe Nielsen: "Screening for breast cancer with mammography" Cochrane Database Syst Rev. 2011 Jan 19;(1):
CD001877. http://nordic.cochrane.org/sites/nordic.cochrane.org/files/public/uploads/images/mammography/mammography-leaflet.pdf
Lennarth Nyström, Ingvar Andersson, Nils Bjurstam, Jan Frisell, Bo Nordenskjöld, Lars Erik Rutqvist: "Long-term effects of mammography
screening: updated overview of the Swedish randomised trials" Lancet. 2002 Mar 16;359(9310):909-19

Screening pdf >>>
TGAM-Newsletter Januar 2014

"Ein einfaches Beispiel macht das Problem - Missbrauch des relativen Risikos - deutlich. Wenn sie sich anstelle eines Loses für die Fernsehlotterie 2 Lose kaufen,
verdoppeln Sie Ihr relatives Risiko, den Jackpot zu knacken, doch Ihr absolutes Risiko bleibt unverändert bei annähernd Null. Durch den Bezug auf das relative Risiko
kann man also behaupten, eine Therapie verdopple die Heilungschancen, obwohl sie in Wahrheit völlig nutzlos ist. Deshalb muss man mit dem Begriff des relativen Risikos
in der Medizin sehr vorsichtig umgehen, ganz besonders die Wissenschaftsberichterstattung der Medien. Sie sollte auf Behauptungen, die mit Veränderungen des relativen
Risikos begründet werden, ganz verzichten und nur mit absoluten Zahlen argumentieren. Kein anderer Begriff wird so schnell fehl gedeutet wie der des relativen Risikos."

Aus: Dr. med. Gunter Frank (b.1963, deutscher Arzt, Buchautor): „Schlechte Medizin: Ein Wutbuch“ Teil I: Schlechte Medizin in der täglichen Behandlung.
Kapitel: Millionenfache Fehlbehandlungen: Alltag in deutschen Arztpraxen und Krankenhäusern. Der Missbrauch des relativen Risikos.
Seite 33. KNAUS 5.Auflage 2012


Warum werden/wurden diese wichtigen Erkenntnisse und Informationen
im "
Österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramm"
(Beginn Jänner 2014) verschwiegen?

www.frueh-erkennen.at

TGAM: Aktueller wissenschaftlicher Kenntnisstand zum Mammographie-Screening (2014) pdf >>>
www.tgam.at/userupload/editorupload/files/files/Verein/MG-Meeting2014/tgam_mammogr_patienteninfo_kurz_24jan2014.pdf


ÖGAM: Möglichkeiten und Grenzen des Brustkrebs-Screenings (2014) pdf >>>
Wie Hausärzte Frauen bei einer informierten Entscheidung unterstützen können“
www.oegam.at/service/downloads/?no_cache=1&tx_drblob_pi1%5BdownloadUid%5D=616


"Cancer Overdiagnosis Is Clearly Not limited to prostate cancer. It's a much more general problem associated with cancer screening.
As we look harder and harder for cancer in the well, one of the unfortunate side effects is that we find more cancer than ever would have appeared
otherwise. This, in turn, has led to a lot more cancer treatment. A urologist, Willet Whitmore [1917-1995, "Dean of urologic Oncology"]
eloquently expressed the conundrum this way: "Is cure necessary in those in whom it may be possible? Is cure possible in those
in whom it may be necessary?"
Another way of saying is: Is cure needed in those who have cancers we can detect early?
Is cure possible in those with the most aggressive cancers?
We now know that some people harbor small, innocuous [benign, silent] cancers that will never progress
to cause symptoms or death. The harder we look, the more likely we are to find these cancers.
The public should be aware that looking harder and harder for cancer is not the safest approach.
And the doctors who recommend less aggressive screening (less often, starting later, or stopping at a certain age)
or who are not as quick to biopsy might not be bad doctors; in fact, they might be quite good ones.
The public should demand (and participate in) research that doesn't look as hard for cancer,
doesn't find as much of it, but does find the once that matter."

Aus: Prof. Dr. H. Gilbert Welch (M.D., M.P.H.), Dr. Lisa Schwartz, Dr. Steve Woloshin: „Overdiagnosed: Making People Sick in the Pursuit of Health“
("Überdiagnosen - Wie man Menschen im Streben nach Gesundheit krank macht") Chapter 5 "We Look Harder for Other Cancers" pp71f. Beacon Press 2012
"This book examines the possibility that American medicine now labels too many of us as "sick"" (pp XIV, XVI)
www.youtube.com/watch?v=C-DnznA0m9k
What is overdiagnosis? Overdiagnosis occurs when individuals are diagnosed with conditions that will never cause symptoms or death.
It's the Detection of an asymptomatic "abnormality" or "condition" that EITHER a) will never progress (or will, in fact, regress) OR
b) will progress slowly enough that the patient dies of other causes before symptoms appear ...
mehr dazu unter LEISTUNGEN: Angewandte Allgemeinmedizin & Geriatrie >>>


"... Der Umgang mit KOMPLEXITÄT und UNSICHERHEIT ist eine nicht unbekannte Aufgabenstellung in der Medizin -
vor allem in der Allgemeinmedizin, die sich mit dem gesamten Menschen und seinen UNWÄGBARKEITEN
beschäftigt. Auch in diesem Fall müssen wir damit leben, dass es echte GEWISSHEITEN nicht gibt. Weder
der Nutzen noch der Schaden sind eindeutig quantifizierbar, und es gibt keine Anhaltspunkte, aufgrund derer
man klar vorhersagen könnte, welche Frau [von der Mammographie] profitieren wird und welche nich. Selbst
im Nachhinein ist es nicht immer möglich zu klären, ob eine Behandlung lebensrettend war
oder möglicherweise gar unnötig ..."

Aus: ÖGAM: Möglichkeiten und Grenzen des Brustkrebs-Screenings. Wie Hausärzte Frauen bei einer
informierten Entscheidung
unterstützen können“ Auszugsweise aus Vorwort. Seite 4.
1.Auflage Jänner 2014
Steven A. Narod et al.: "Breast Cancer Mortality After a Diagnosis of Ductal Carcinoma In Situ (DCIS)" JAMA Oncol. 2015;1(7):888-896
Women’s College Research Institute, Women’s College Hospital, Toronto, Ontario, Canada
pdf >>>
Per Henrik Zahl, Peter Gøtzsche, Jan Mæhlen: "Incidence of breast cancer in Norway and Sweden during introduction of nationwide screening:
prospective cohort study" BMJ. 2004 Apr 17; 328(7445): 921–924; Norwegian Institute of Public Health, PO Box 4404 Nydalen, N-0403 Oslo
Per Hendrik Zahl, Karsten Jørgensen, Peter Gøtzsche: "Lead-time models should not be used to estimate overdiagnosis in cancer screening"
J Gen Intern Med. 2014 Sep;29(9):1283-6


TGAM: Aktuelle Debatte zum Thema Mammographie-Screening (2014) pdf >>>

"Ohne Kontext - [zusammenhängendes Hintergrundwissen] - können wohlgmeinte Vorhersagen
und Warnungen zu Furcht und angstgesteuerten Handeln führen statt zu tief im Herzen
empfundenen Entscheidungen. Angst entsteht, wenn die Vorhersagen und Warnungen
aus der Perspektive eines Paradigmas [einer Lehrmeinung, eines Glaubenssatzes,
einer Weltanschauung] gesehen werden, dem wir eigentlich entwachsen sind ...

Es ist notwendig, dass dein Leben für Dich sinnvoll ist ...

Du bist wahrscheinlich in Deiner Lebensgeschichte an einem Punkt angekommen,
an dem die Erkenntnis Dir dienlich sein könnte, dass Du Entscheidungen im Leben treffen
und das Ergebnis dieser Entscheidungen erfahren kannst, ohne sie als gut oder schlecht,
richtig oder falsch zu bewerten ..."
Aus: Gregg Braden: “Zwischen Himmel und Erde. Der Weg des Mitgefühls”
Walking Between the Worlds. The Science of Compassion 1997
Vorwort. Auszugsweise aus Seite 10-12 KOHA 2.Auflage 2009



"Liebesbotschaft der Delphine"
Bei der Kippfigur kann man ein "Liebespaar"
und/oder "mehrere Delfine" sehen.

Sandro Del-Prête
(b.1937)
Schweizer Maler


Von Zahlenblindheit zur Präventiven/Vorsorglichen Brustamputation pdf >>>
Prof. Dr. Gerd Gigerenzer: "Das Einmaleins der Skepsis. Über den richtigen Umgang
mit Zahlen und Risiken" Seite 118-124. Berliner Taschenbuch 7. Auflage 2011 (2004)

www.unstatistik.de      www.harding-center.mpg.de/de
Prof. Gerd Gigerenzer:
"Über ärztliche Risikokompetenz - on risk literacy" www.youtube.com/watch?v=zdOBJW2zlK
Aufzeichung des Vortrages von Prof Gerd Gigerenzer, 13.01.2016 Charité Berlin, Moderation von Prof Karl Max Einhäupl
Prof. Dr. Gerd Gigerenzer:
"Risiko, Entscheidungen und Intuition" (Daimler Financial Services)
www.youtube.com/watch?v=3gYkWKL4yNU&feature=youtu.be


Unstatistik des Monats: Fehlende Informationen zu Nutzen und Schaden
des Brustkrebs-Screenings
pdf >>>

Broschüre zur Brustkrebsfrüherkennung mittels Mammografie
pdf >>>
www.cochrane.dk/screening/mammografi-de.pdf
Cochrane Zentrum Kopenhagen: www.screening.dk  www.cochrane.dk


INFOS: Statistik Glossar >>>
ZITATE: Heinz von Foerster: Ständig entscheiden wir >>>
Hans Albert: Stelle keine festen Behauptungen auf >>>



Bei der Häufigkeits-Interpretation muss eine Wahrscheinlichkeit auf einer großen Anzahl von Beobachtungen
beruhen und als relative Häufigkeit eines Ereignisses in einer eindeutigen Bezugsmenge angegeben werden,
beispielsweise als relative Häufigkeit von Lungenkrebs bei weißen amerikanischen Männern,
die mindestens zwanzig Jahre lang Zigaretten rauchten.


Keine Bezugsmenge, keine Wahrscheinlichkeit.

Bei der Häufigkeits-Interpretation kommt es nicht darauf an, was man in Bezug auf das Ergebnis
beim Würfeln glaubt, und man untersucht auch nicht die Konstruktion des Würfels,
um die Wahrscheinlichkeit herauszufinden, eine Sechs zu würfeln.

Man ermittelt diese vielmehr, indem man sehr oft würfelt und die relative Häufigkeit berechnet, mit der die Sechs fiel.
Gemäß der Häufigkeits-Interpretation wäre Christiaan Neethling Barnards [1] Abschätzung der 80-Prozent-Chance
bedeutungslos, weil es damals noch keine vergleichbaren Transplantationen gegeben hatte.


Und bei ganz strikter Auslegung ist es überhaupt unzulässig,
für ein einzelnes Ereignis wie das Überleben eines bestimmten Menschen
eine Wahrscheinlichkeit anzugeben.


Die Vertreter der Häufigkeits-Interpretation sind also sehr vorsichtig,
wenn Ungewissheiten in Risiken umgesetzt werden sollen.

Sie akzeptieren die Angabe von [bekannten] Risiken nur dann, wenn eine große Menge empirischer Daten vorliegt.
So neigen die Gerichte dazu, dieser Interpretation zu folgen, und lassen Aussagen über Risiken nur dann als
Beweise zu, wenn sie auf empirischen Häufigkeiten anstatt auf einer subjektiven Meinung beruhen."

Gerd Gigerenzer: „Das Einmaleins der Skepsis - Über den richtigen Umgang mit Zahlen und Risiken“
(Calculated Risks: How to Know When Numbers Deceive You. Simon & Schuster 2002)
Seite 47f: "Häufigkeit". BVT 7.Auflage 2011, 2004 (2002)

[1] Ch.N. Barnard (1922-2001) war ein südafrikanischer Herzchirurg und
Pionier auf dem Gebiet der Herztransplantationen (1967)]

Statistik Glossar >>>

Doch unser "Bedürfnis nach Selbstschutz und Sicherheit"
- "Unsere veralteten, gefühlsbeherrschten Gewohnheiten" -
zwingt (zwingen) uns meist schon in der nächsten Sekunde
in unsere "Illusion der Gewissheit", der Sicherheit,
der Beständigkeit und der Starrheit zurück.


Unsere "Gewohnheit des Festhaltens am Vergänglichen",
die "Illusion der Gewissheit", dass alles nach unserer Vorstellung
laufen sollte, des "Anhaftens" (Upadana), ist es, die uns immer
wieder nach "scheinbarer" Gewissheit und Sicherheit
suchen lässt.

Sobald wir unser "Festhalten am Vergänglichen" aufgeben,
werden auch unsere "scheinbaren Sicherheiten"
und "Gewissheiten" überflüssig.

Statistik Glossar >>>
Sensitivität, Spezifität, Fehler 1. und 2. Art


Das Höhlengleichnis Platons - Das Verhältnis von sinnlich wahrnehmbaren Dingen
(z.B. Schatten) und der Wirklichkeit
pdf>>>

Um ~370 v. u. Z vom griechischen Philosophen Platon (427-347 v. u. Z) verfasst, welches er am Anfang des 7. Buches "Politeia"
seiner "Dialoge Sammlung", von seinem Lehrer Sokrates (468-399 v. u. Z) , seinem Bruder Glaukon (428-382) erzählen lässt.
Bild aus: http://teachers.brg-schoren.ac.at/her/pup/platon.html
http://platon-heute.de/die-gleichnisse.html#top



"Wer vermochte zu sagen, wie es gehen würde?
Wir alle befinden uns bei allem, was wir tun, in der Hand fehlbarer Menschen.
Dieser Tatsache ist schwer ins Auge zu sehen. Aber sie ist nicht zu leugnen.
Bei jedem Arzt gibt es Dinge, die er zwar weiß, aber trotzdem noch zu lernen hat,
ein Urteilsvermögen, das versagen kann, einen Charakter, der sich verformen
lässt ... Aber sicher bin ich mir nicht.
Und das kann sich auch niemand anderer sein."


Atul Gawande
(b.1965, US-Chirurg, Philosoph, Ethiker)
"Wenn Ärzte aufhören, gut zu sein" in „Die Schere im Bauch – Aufzeichnungen eines Chirurgen“
(Complications – A Surgeon's Note on an Imperfect Science 2002) GOLDMANN 2003


Vergrößere Dir das Bild, damit Du den "künstlerischen Effekt" sehen/wahrnehmen kannst!



1976
"Gala betrachtet das Mittelmeer",
das sich in (...) Abraham Lincoln verwandelt.
Tokio, Minami Art Museum
Salvador Dali
(1904-1989)
Spanischer Maler, Grafiker, Schriftsteller, Bildhauer, Bühnenbildner
Hauptvertreter des Surrealismus


"Was wir wahrnehmen, ist nur eine Illusion,
ist nicht die Realität, sondern
ein - subjektiv vorgefärbtes - Abbild"

Josef Zehentbauer
(b.1945)
Deutschr Arzt und Psychotherapeut
Buch: „Abenteuer Seele. Psychische Krisen als Chance“
Seite 48. ALBATROS 2012 (2000)



Siehe:
www.michaelbach.de/ot/

Harding-Center für Risikokompetenz -
Max-Planck-Institut für Bildungsforschung Berlin


www.unstatistik.de/

ZITATE:
Volker Fintelmann / Lüge und Illusion >>>
Juliane Sacher / Keine Panik bei Tumorerkrankungen >>>

INFOS: Statistik Glossar >>>




Die Übung mit dem Unbekannten
Leute, die nur bis zwei zählen können

Um diese vordergründigen Stress [den Umgang mit dem Unbekannten] zu vermeiden
[nach Milton Rokeach (1918-1988), Sozialpsychologe
, Michigan State University): „…
viele Menschen sind gleichzeitig mit zwei Aufgaben beschäftigt: Sie alle suchen zwar
mehr von der Welt zu erfahren, sie wünschen jedoch gleichzeitig auch, sich vor der Welt
zu schützen. Besonders … vor Informationen, die ihre bisherige Anschauung umwerfen.
Denn das würde zunächst einmal Verhaltensunsicherheit erzeugen. Und solange die besteht,
sind wir gestresst“], flüchten sich viele Menschen in eine so genannte zweiwertige Logik.
[Dualismus]
. Man ordnet ein in „falsch und richtig“, „gut und böse“ und vergisst ganz,
dass dieses Einteilen der Realität nach „Schwarz und Weiß“, wie sie das Argumentations-
repertoire einer Bildzeitung darstellt, die Logik eines Menschen ist,
der in der Tat nicht bis drei zählen kann.


Sehr bald wird dieser vordergründige Stressschutz dann zu einer ständigen Quelle
von erneutem Stress, wie er halt auf einem reinen „Freund-Feind-Schema“ basiert.
Wer nicht für mich ist, ist gegen mich.


Das Andersartige wird schließlich unzugänglich und damit feindlich.
Man fühlt Bedrohung und begegnet ihr automatisch mit Aggression. Bis man sich schließlich,
da die Dinge in Wirklichkeit natürlich ganz anders liegen und man weder angreifen noch fliehen kann,
in die Rolle der Tupajas (südost-asiatischen Spitzhörnchen) hereinmanövriert, die dem Anblick
des überlegenen Gegners ständig ausgesetzt sind. Die Folgen können verheerend sein.
Und all dies nur, weil man sich im Grunde vor einer bestimmten Stressart schützen wollte,
vor dem Stress der Verhaltensunsicherheit ...

Ihn [diesen Stress] durch eine neue Haltung gegenüber unserer Umwelt
und unseren Artgenossen abzubauen, ist eine der wichtigsten Aufgaben unserer Zeit
.
Wenn wir uns bewusst werden, dass wir wesentliche Zusammenhänge der Welt –
zum Beispiel die Gesetze des Dichtestress („Zusammenleben auf zu engen Raum“) –
heute verstehen können, dass wir uns in unserem Wechselspiel mit der Umwelt
selbst beobachten können, dass wir unsere Stressreaktion nicht nur erleiden
müssen, sondern sie ebenfalls erkennen, beurteilen und sogar steuern können,
dann können wir uns damit eine neue Sicherheit schaffen, die der zweiwertigen
„Schwarz-Weiß-Einstellung“ nicht mehr bedarf, ja, ihr weit überlegen ist.


Deshalb finden wir die „Schwarz-Weiß-Einstellung“ hauptsächlich bei wenig
aufgeklärten Menschen, aber auch bei jedem von uns, dort, wo wir am wenigsten
aufgeklärt sind, wo wir denkfaul sind.

Wir brauchen sie, weil wir uns nur in ihr geborgen fühlen.

Aufklärung aber ist nicht möglich, ohne dass wir zunächst einmal
die Zweiwertigkeit verlassen
– und darin liegt die Schwierigkeit.
Ein Bewusstseinssprung, das Überschreiten einer Schwelle wird verlangt.
Eine Art Mutprobe, zu der wir uns …aufraffen können …“
Aus: Frederic Vester: "Phänomen Stress: Wo liegt sein Ursprung, warum ist er lebenswichtig, wodurch ist er entartet?"
5 Urlaub und Erholung. Die Übung mit dem Unbekannten. Leute, die nur bis zwei zählen können S. 295ff
dtv 1998 (1976)




"Denjenigen unter Ihnen, denen der NUTZEN POSITIVER AFFIRMATIONEN ["Vorsatzbildung", "Bejahung", "Zustimmung"]
noch nicht bekannt ist, möchte ich zunächst etwas Grundlegendes erklären:
In gewissem Sinne ist alles, was Sie sagen
oder denken, eine Affirmation.
Vieles von dem, was wir normalerweise sagen oder denken, ist ziemlich negativ und
erschafft keine positiven Erfahrungen.
Wenn wir unser Leben wirklich ändern wollen, müssen wir unser Denken und
unsere Sprache von Grund auf ändern.
Eine Affirmation öffnet uns die Tür. Sie ist der Anfangspunkt auf dem Weg
zum Wandel. Indem Sie Affirmationen anwenden, signalisieren Sie Ihrem Unbewussten:
"Ich übernehme Verant-
wortung. Ich bin mir bewusst, dass ich etwas tun kann, um mich zu verändern."


Wenn ich davon spreche, Affirmationen einzusetzen, dann meine ich damit, ganz bewusst Worte zu wählen, die
entweder dazu beitragen, etwas aus Ihrem Leben zu entfernen oder in Ihrem Leben etwas vollkommen Neues
zu erschaffen
.
Jeder Gedanke, den Sie denken und jedes Wort, das Sie aussprechen, ist eine Affirmation.
All unsere Selbstgespräche und unser innerer Dialog sind ein ununterbrochener Fluss von Affirmationen.
Sie benutzen ständig Affirmationen - ob Sie sich dessen bewusst sind oder nicht. Sie erschaffen und be-
kräftigen die Erfahrungen Ihres Lebens mit jedem Ihrer Worte und mit jedem Ihrer Gedanken. Unsere Über-
zeugungen sind nichts weiter als Denkmuster, die wir im Kindesalter erlernt haben. Viele von Ihnen funktio-
nieren recht gut. Aber andere Überzeugungen können unsere Fähigkeit beeinträchtigen, die Dinge zu erschaf-
fen, die wir wollen. Was wir wollen und was wir glauben, verdient zu haben, kann sich allerdings sehr stark
voneinander unterscheiden. Schenken sie daher Ihren Gedanken mehr Aufmerksamkeit, damit Sie diejenigen
eliminieren können, die Erfahrungen erschaffen, die Sie gar nicht machen möchten.


Bitte verstehen Sie, dass jedes Sich-Beklagen, jedes sich-Beschweren etwas, das Sie eigentlich nicht wollen,
noch bekräftigt
. Jedes Mal, wenn Sie wütend werden, bekräftigen Sie damit, dass Sie mehr Wut und Zorn in Ihrem
Leben haben wollen. Jedes Mal, wenn Sie sich als Opfer fühlen, bekräftigen sie, dass Sie sich auch weiterhin als
Opfer fühlen möchten. Wenn Sie glauben, dass Ihnen das Leben die Dinge, die Sie wollen, sowieso nicht geben
wird, dann werden Sie die schönen Dinge, die das Leben anderen schenkt, mit Sicherheit niemals
haben - und zwar so lange nicht, bis Sie Ihr Denken und Sprechen ändern.


Dass Sie so denken, wie Sie denken, macht Sie nicht zu einem schlechten Menschen. Sie haben einfach
nie gelernt, wie man auf die rechte Art denkt und spricht. Überall auf der Welt fangen Menschen gerade
erst an zu verstehen, dass unsere Gedanken unsere Erfahrungen erschaffen. Da Ihre Eltern dies ver-
mutlich nicht wussten, konnten Sie es Ihnen auch unmöglich beibringen. Sie lehrten Sie, das Leben so
zu sehen, wie sie es von ihren Eltern gelernt hatten. Niemanden trifft also igendeine Schuld.
Es ist aller-
dings an der Zeit, dass wir erwachen und anfangen, uns bewusst ein glückliches Leben zu erschaffen.
Sie können es; ich kann es; wir alle können es - wir müssen nur lernen, wie ...

Das Geheimnis, wie Ihre Affirmationen schnell und zuverlässig funktionieren können, liegt darin, eine
Atmosphäre zu erschaffen, in der sie wachsen können.
Affirmationen sind wie Samen, die man in die
Erde legt. Ist der Boden schlecht, wird das Wachstum entsprechend sein. Ist der Boden aber gut,
wird auch das Wachstum gut sein. Je öfter Sie sich daür entscheiden, Gedanken zu denken, die Sie
glücklich machen, desto schneller funktionieren Ihre Affirmationen.
Es ist also möglich und es ist ganz
einfach: Denken Sie frohe und dankbare Gedanken! ...


"Ich erwache voller Glück und Dankbarkeit für das wunderbare Leben, das ich führe, und ich treffe
die Entscheidung, heute frohe Gedanken zu denken - ganz egal, was andere tun mögen!" ... "Dies
ist ein alter Gedanke (Verbitterung, Groll, Schuldzuweisungen, Schuldgefühle usw.). Ich entscheide
mich dafür, nicht mehr so zu denken!" ... "Ich heiße jetzt vollkommene Gesundheit willkommen!" ...
"Das Leben unterstützt mich auf jede erdenkliche Weise!" ... "Alles ist gut. Alles entwickelt sich zu
meinem Besten. Nur Gutes entsteht aus dieser Situation. Ich bin in Sicherheit!" ... "Das Leben be-
friedigt all meine Bedürfnisse im Überfluss. Ich vertraue dem Leben!" ... "Ich tue jetzt die Arbeit,
die ich liebe, und ich werde gut dafür bezahlt!" ... "Die Tür zu meinem Herzen öffnet sich nach
innen. Durch Vergebung gelange ich zur Liebe!" ... "Ich bin für all das Gute und den ganzen
Überfluss des Universums offen und empfänglich. Danke, Leben!"...


Wenn Sie anfangen, Ihre Denkprozesse zu verändern, wird sich alles andere in Ihrem Leben
ebenfalls wandeln ... Sie können sich dafür entscheiden, Gedanken zu denken, die eine
geistige Atmosphäre erschaffen, die zur Krankheit führt, oder Sie können sich
entscheiden, Gedanken zu denken, die sowohl in Ihrem Innern als auch
im Äußeren eine gesunde Atmosphäre erzeugen ..."

Aus: Louise Lynn Hay: „Du kannst es! - Durch Gedankenkraft die Illusion der Begrenztheit überwinden“ Einführung:
Die Macht der Affirmationen S.10 - 15, 20, 23, 24, 31, 44, 56, 58f, 117 Wilhelm Heyne Verlag 2016




"Wir Menschen sind gemeinhin in einen nicht endenden Kampf gegen alles verstrickt,
was nicht bleibt. Weil das ein aussichtsloser Kampf ist, sind wir voller Ängste. Wir
suchen Sicherheit bei anderen Menschen und in der Geldanlage. Wir suchen
Sicherheit in unserer Arbeit und meinen, wir müssten etwas Großes zurücklassen,
wenn wir einmal sterben. Wir suchen auch nach Sicherheit in einer falschen Fröm-
migkeit. Wir glauben, es gäbe einen Gott, der uns am Ende doch für dieses kleine
Ich Permanenz und Ewigkeit garantiert. Dieses Ich - so lächerlich wir es
manchmal finden - möchte ewig leben. Die Mystik dagegen sagt:
"Stirb und werde! (1)"


Willigis Jäger OSB / Ko-un Roshi
(b.1925)
Deutscher Benediktinermönch, Zen-Meister der Sanbo-Kyodan-Linie
Aus: In jedem Jetzt ist Ewigkeit - Worte für alle Tage"
10.November S.208 KÖSEL 2003
(1) In 5-strophigen Gedicht "Selige Sehnsucht" (1814)
von Johann Wolfgang Goethe (1749-1832)
"Und so lang du das nicht hast,
Dieses: Stirb und werde!
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde."
(5. Strophe)




Quellen:

Gerd Gigerenzer (b.1947, dtsch. Kognitionspsychologe): (1) Das Einmaleins der Skepsis - Über den richtigen Umgang mit Zahlen und Risiken“ ("Calculated Risks: How to Know When Numbers Deceive You" New York:Simon & Schuster 2002; “Reckoning with risk: Learning to live with uncertainty“ London: Penguin 2002) BVT 7.Auflage 2011, 2004 (2002), (2) „Bauchentscheidungen – Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition“ (“Gut feelings: The intelligence of the unconscious“ New York: Viking u. London: Allen Lane/Penguin 2007) GOLDMANN 2008 (2007), (3) „Risiko: Wie man die richtigen Entscheidungen trifft“ ("Risk Savvy – How to Make Good Decisions" New York: Penguin 2013) btb Verlag 4.Auflage 2014
Donald D. Hoffman (Prof. f.Kognitions- u.Computerwissenschaft, Philosophie): „Visuelle Intelligenz. Wie die Welt im Kopf entsteht“ (Visual Intelligence. How we create what we see 1998) dtv 2.Auflage 2003 (2000) www.harding-center.mpg.de/de
Gerd Gigerenzer, Sir John A. Muir Gray (Hrsg.): „Bessere Ärzte, bessere Patienten, bessere Medizin. Aufbruch in ein transperentes Gesundheitswesen“ („Better doctors, better patients, better decisions: Envisioning health care 2020“ The MIT Press Cambridge 2011) Mit einem Vorwort von Günther Jonitz, Strüngmann Forum Reports, Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft 2013
Daniel Kahneman (b.1934, israelisch-US-amerikanischer Psychologe, 2002 Wirtschafts-Nobelpreis): „Schnelles Denken, langsames Denken“ Übersetzer: Thorsten Schmidt („Thinking, Fast and Slow“ Farrar, Straus and Giroux 2011) Penguin Verlag 10.Auflage 2012
Christopher Chabris (b.1966, US-amerik.Psychologe), Daniel Simons (b.1969, US-Amerik.Psychologe), Dagmar Mallett (Übersetzer): „Der unsichtbare Gorilla - Wie unser Gehirn sich täuschen lässt“ („The Invisible Gorilla: How Our Intuitions Deceive Us“ 2011) PIPER 3.Aufalge 2013 (2011) [über die 6-Illusionen des Alltags: die Illusion von Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Selbstvertrauen, Wissen, Ursache und Möglichkeit]
Silja Samerski (b.1970, deutsche Soziologin, Biologin, Philosophin): “Die Entscheidungsfalle - Wie genetische Aufklärung die Gesellschaft entmündigt” WBG (Wissenschaftliche Buchgesellschaft) 2010
Elkhonon Goldberg (b.1946, US-amerik. Neurologe, Neuropsychologe): „ Die Weisheits-Formel: Wie Sie neue Geisteskraft gewinnen, wenn Sie älter werden“ Übersetzung: Monika Niehaus-Osterloh („The Wisdom Paradox: How Your Mind Can Grow Stronger As Your Brain Grows Older“ NY: Penguin 2005) Rowohlt 1.Auflage 2007
Carl Sagan (1934-1996, US-amerikanischer Astronom, Astrophysiker, Exobiologe, Fernsehmoderator, Sachbuchautor): „Der Drache in meiner Garage oder Die Kunst der Wissenschaft, Unsinn zu entlarven“ (“The Demon-Haunted World: Science as a Candle in the Dark“ Random House, Ballantine Books 1995) Knaur 2000
Prof. Dr. H. Gilbert Welch (M.D., M.P.H.), Dr. Lisa Schwartz, Dr. Steve Woloshin: „Overdiagnosed: Making People Sick in the Pursuit of Health“ ("Überdiagnosen - Wie man Menschen im Streben nach Gesundheit krank macht") Beacon Press 2012
Rosemary Gibson, Janardan Prasad Singh: „The Treatment Trap: How the Overuse of Medical Care Is Wrecking Your Health and What You Can Do to Prevent It“ Ivan R. Dee Inc. Reprint 2011 (2010)
Hans Peter Beck Bornholdt (b.1950), Hans Hermann Dubben (b.1955): „Der Hund, der Eier legt – Erkennen von Fehlinformation durch Querdenken“ rororo 2001, „Der Schein der Weisen –Irrtümer und Fehlurteile im täglichen Denken“ Hoffmann und Campe 2001
Karl Hermann Spitzy (b.1915), Eugen Maria Schulak: „Wenn Ärzte nach der Weisheit suchen – ein Dialog zwischen Medizin und Philosophie“ KREMAYR &SCHERIAU/ORAC 2004
Karl Hermann Spitzy (b.1915,Prof.Dr.med. et phil.Mag.artium, Onkologe Wien): Klinische Philosophie Teil1: Ärztliche Dialogik, Teil2: Ärztliche Ethik, Teil3: Ärztliche Wissenschaft, Teil4: Ärztliche Hodegetik“ WILHELM MAUDRICH Teil I+II 1995, Teil III 1998, Teil IV 2000
Giovanni Maio (b.1944, dtsch.Mediziner, Philosoph, Bioethiker): ): „Mittelpunkt Mensch: Ethik in der Medizin - Ein Lehrbuch“ Mit einem Geleitwort von Wilhelm Vossenkuhl (b.1945, Prof.f. Philosophie) SCHATTAUER 2012 (2011), „Medizin ohne Maß? - Vom Diktat des Machbaren zu einer Ethik der Besonnenheit“ TRIAS 2014, „Geschäftsmodell Gesundheit - Wie der Markt die Heilkunst abschafft“ medizinHuman Band 15 Hrsg. Von Dr. Bernd Hontschik SUHRKAMP 2.Auflage 2016 (2014)
Frederic Vester (1925-2003, dtsch. Biochemiker, Systemforscher, Umweltexperte): "Phänomen Stress: Wo liegt sein Ursprung, warum ist er lebenswichtig, wodurch ist er entartet?" 5 Urlaub und Erholung. Die Übung mit dem Unbekannten. Leute, die nur bis zwei zählen können S. 295ff dtv 1998 (1976)
Asmus Finzen (geb. 1940): „Warum werden unsere Kranken eigentlich wieder gesund? - Räsonieren über das Heilen“ Edition Das Narrenschiff im Psychiatrie Verlag 2002
Christoph Bördlein: „Das sockenfressende Monster in der Waschmaschine – Eine Einführung ins skeptische Denken“ Alibri 2002
Rudolf Taschner: „Der Zahlen gigantische Schatten – Mathematik im Zeichen der Zeit“ VIEWEG 2. Auflage 2005
Walter Krämer: „So lügt man mit Statistik“ PIPER 2000, „Statistik verstehen – Eine Gebrauchsanweisung“ PIPER 2001, „Wir kurieren uns zu Tode – Rationierung und die Zukunft der modernen Medizin“ Ullstein 1997 (1993)
Walter Krämer, Götz Trenkler, Denis Krämer: „Das neue Lexikon der populären Irrtümer – Weitere Vorurteile. Missverständnisse und Denkfehler von Advent bis Zyniker“ PIPER 2.Auflage 2001
Walter Krämer, Wolfgang Sauer: „Lexikon der populären Sprachirrtümer – 300 Missverständnisse, Vorurteile und Denkfehler von Altbier bis Zyniker“ EICHBORN Lexikon 2001
Gero von Randow: „Das Ziegenproblem - Denken in Wahrscheinlichkeiten“ rororo 10.Auflage 2001, „Der Fremdling im Glas und weitere Anlässe zur Skepsis, entdeckt im Skeptical Inquirer“ (The Sceptical Inquirer 1993) rororo 1996
Dietrich Dörner: „Die Logik des Mißlingens – Strategisches Denken in komplexen Situationen“ rororo 13.Auflage 2000
Siegfried Bär: „Forschen auf Deutsch – Der Machiavelli für Forscher und solche die es noch werden wollen“ HARRI DEUTSCH 3.Auflage 1996
Federico Di Trocchio: „Der große Schwindel – Betrug und Fälschung in der Wisenschaft“ (Le bugie della scienzia. Perche e come gli scienziati imbrogliani 1993) rororo 1994
Uffe Ravnskov: “The Cholesterol Myths - Exposing the Fallacy that saturated Fat and Cholesterol cause Heart Disease“ New Trends Publishing 2000, “Mythos Cholesterin – Die zehn größten Irrtümer” herausgegeben von Udo Pollmer (b.1954), HIRZEL 3.Auflage 2005 (2002)
Ludwik Fleck (1896-1961, polnischer Mikrobiologe, Mediziner und als Wissenschaftstheoretiker): „Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache - Einführung in die Lehre vom Denkstil und Denkkollektiv“ Suhrkamp 1999 (1935)
Thomas S. Kuhn (1922-96,amerikanischer Wissenschaftstheoretiker und -historiker): „Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen“ Suhrkamp 1997 („The Structure of Scientific Revolution“ 1970)
Gaston Bachelard (1884-1962, frz.Philosoph, Epistemomolge): „Die Bildung des wissenschaftlichen Geistes – Beitrag zu einer Psychoanalyse der objektiven Erkenntnis“ SURKAMP 1987 (1938)
Harry Gordon Frankfurt (b.1929, Prof. em. für Philosophie Princeton Universität New Jersey (USA): „Bullshit“ (On Bullshit 2005) SUHRKAMP 2006
Atul Gawande (b.1965, US-Chirurg, Philosoph, Ethiker): „Die Schere im Bauch – Aufzeichnungen eines Chirurgen“ (Complications – A Surgeon's Note on an Imperfect Science 2002) GOLDMANN 2003
Hans Wilhelm Müller Wohlfahrt, Peter Ueblacker, Lutz Hänsel: „Muskelverletzungen im Sport“ 2. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage THIEME 2014
Wolfgang Weihe: "Klinische Studien und Statistik: Von der Wahrscheinlichkeit des Irrtums" Dtsch Arztebl 2004; www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=41130
Gunver S. Kienle, Markus Karutz, Harald Matthes, Peter Matthiessen, Peter Petersen, Helmut Kiene: "Evidenzbasierte Medizin: Konkurs der ärztlichen Urteilskraft?" Dtsch Arztebl 2003; www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=38060
Gunver S. Kienle, Markus Karutz, Harald Matthes, Peter Matthiessen, Peter Petersen, Helmut Kiene: "Evidenzbasierte Medizin: Konkurs der ärztlichen Urteilskraft?" Dtsch Arztebl 2003; www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=38060
Jay Katz: „The Silent World of Doctor and Patient” John Hopkins University Press 2002 (1984)
Samuel Gorovitz: “Moral Problems in Medicine” Prentice-Hall 1976; “Doctors' Dilemmas: Moral Conflict and Medical Care” Macmillan 1982
Samuel Gorovitz, Alsdair MacIntyre: “Toward a Theory of Medical Fallibility” The hastings Center Report, Vol.5, No. 6 Dec.1975, pp 13-23
Willard Gaylin (b.1925, US Psychiater): “Von der Wiederkehr der Liebe” (Rediscovering Love 1986) ECON1990
IBE - Institut für medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie Marchioninistr. 15, 81377 München: www.ibe.med.uni-muenchen.de/lehre/lehrveranst/lehr_a/modul1-l5/material/archiv/archiv_ss08/seminar_diagnostik_1.pdf

Harald Walach (b.1957, Professor Dr. Dr. Dipl. Psych, klinischer Psychologe, Philosoph, Wissenschaftshistoriker): „Weg mit den Pillen!: Selbstheilung oder warum wir für unsere Gesundheit Verantwortung übernehmen müssen - Eine Streitschrift“ IRISIANA 2011. www.europa-uni.de/de/forschung/institut/institut_intrag/institut/leitung/index.html
Damiano S. Nöthen - Freiburg: http://www.gestalt-freiburg.de/05_gestalt-beschreibung.htm: Was ist Gestalttherapie"
Tarthang Tulku: „Befreiendes Wissen –Zeit zur Veränderung“ (Knowledge of Freedom – Time to Change 1984) DHARMA 1992, „Grenzenloser Geist – Gedanken über Buddhismus im Westen“ (Mind over Matter 2002) DHARMA 2004
Louise Lynn Hay: „Du kannst es! - Durch Gedankenkraft die Illusion der Begrenztheit überwinden“ Wilhelm Heyne Verlag 2016


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