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"Die Logik stellt das Netzwerk von "Verkehrsregeln" beim 'linearen' Denken dar." Prof. Dr. Gerd Karl Binnig (b.1947) Deutscher Physiker Nobelpreis 1986 Aus: Gerd Binnig: "Aus dem Nichts - Über die Kreativität von Natur und Mensch" Erster Teil: Die Entwicklung einer Idee. Große und kleine Pyramiden [n. Hubert Reeves (1932-2023, US-amerik. Atom-Astrophysiker]. Logik, S.38. Piper 1989 Die logischen Grund-Regeln und Prinzipien, als Methode des "Herstellens einer gemeinsamen (konstruierten) Wirklichkeit" als "Bild der Realität", beim Betrachten der Außen-/Umwelt oder der Erklärung der Dingwelt, auch wenn wir von verschiedenen persönlichen Wirklichkeiten ausgehen müssen: Die vier Axiome der Logik Forderung nach: Eindeutigkeit Satz der Identität: "Alles ist mit sich identisch und verschieden von anderem." - "Alles was ein Begriff nicht einschließt, schließt er aus." "Nicht nur naturwissenschaftliches Denken folgt diesem Axiom, es ist - im Abendland - auch in anderen Bereichen bestimmend. Wenn jemand von sich sagt, er sei "Katholik", so ist damit auch gleich mitgesagt, dass er nicht "Protestant", nicht "Moslem", nicht "Jude", nicht "Orthodoxer" (und so fort) ist. Denn "alles ist verschieden von anderem", was ein Begriff nicht einschließt, schließt er aus.[(10) HP S.51] Widerspruchsfreiheit ("Richtigkeit") Satz vom zu vermeidenden Widerspruch: "Von zwei einander widersprechenden (einfachen, konträren) Behauptungen ist mindestens eine falsch." "'Erklären' heißt stets, etwas Unbekanntes - aliquot einem Kreuzworträtsel - Bekanntem einzupassen. Was als bekannt gilt und wohinein eingepaßt werden soll, ist aber höchst willkürlich und bewußtseins- bzw. kulturabhängig. [Sir Arthur Stanley] Eddingtons 'Netz' [1882-1944] als Methapher für die Naturwis- senschaften, dessen Maschengröße bestimmt, was die "Fischer" (Physiker) "fangen" (= experimentell her- ausfinden), ist ein gutes Bild in diesem Zusammenhang. Wenn also 'erklären' "Widerspruchsfreiheit" be- deutet, dann hat man sich bereits für die Gültigkeit der Widerspruchsfreiheit als Modell der Welterklärung entschieden und alle anderen "Erklärungsmodelle" (also solche, die nicht auf Widerspruchsfreiheit abzielen) als widersprüchlich (also "falsch") verworfen. Moderne Physiker freunden sich zusehends mit diesen Überlegungen an - und modern in diesem Sinn waren schon die Großen der "Kopenhagener Deutung" [1927] der Quantenmechanik, wie [Niels] Bohr [1885-1962] und [Werner] Heisenberg [1901-1976]. Für das Gros der im mechanistischen Denken haftengeliebenen Naturwissenschafter ("Urknalldenker") sind solche Überlegungen natürlich unwissen- schaftlich (und da haben sie sogar recht!). Sie lehnen die Darstellung ihrer Wissenschaft als bloß eine Denkmöglichkeit unter mehreren ab, verkennen dabei allerdings, daß Axiome, Denkgesetze und Irrationalitäten wie Intuition, Kreativität, Phantasie Grundlagen der naturwissenschaftlichen Arbeit sind, ohne aber selbst auf einer naturwissenschaftlichen Basis zu stehen." [(6) S.145] Begründbarkeit Satz vom ausgeschlossenen Dritten: "Von zwei einander vollständig widersprechenden (kontradiktorischen, logischen) Behauptungen ist eine richtig, denn eine dritte Möglichkeit gibt es nicht" - "tertium non datur" ["ein Drittes ist nicht gegeben", "LEM - Law of the Excluded Middle"]. Dieser Satz verstärkt das 2.Axiom, weil er behauptet, bei einem vollständigen Widerspruch hat eine Seite recht, die andere ist falsch. Der 'Richtig-Falsch-Typus-Konflikt' ist damit beschrieben und hat - in der Sicht anderer Kulturen - unserem Denken den 'Entweder-Oder-Stempel' aufgedrückt. Eine dritte Möglichkeit und mehr ist damit ausgeschlossen! (Eine Information ist entweder "gespeichert" oder "gelöscht".) "... eine kurze Definition der Physik ... ist die Lehre von solchen Eigenschaften, Strukturen und Vorgängen der unbelebten Materie, die experimenteller Erforschung, messender Erfassung und mathematischer Darstellung zugänglich sind und allgemeingültigen Gesetzen unterliegt. Abgesehen, daß sich mit dieser Definition ... ungeheuer viele Fragen und Zweifel auftun, sollte jetzt klar sein und feststehen: Sowohl ist der Raum etwas qualitativ anderes als die Materie ... als auch muß die vierte Dimension etwas anderes sein als eine "andere Länge" im Sinne einer weiteren geometrischen Dimension [zu Länge, Breite u. Höhe (Daten der Ortsangabe)]. Diese vierte Dimension ist die Veränderung [= Dimension des Wann]. Sie ist auch das qualitativ andere, das Raum und Materie Voraussetzende - dasjenige nämlich, das Raum und Materie qualitativ unterscheidet und damit aber auch gleichzeitig verbindet: Denn Raum und Materie unterscheiden sich ja vor allem dadurch, daß Matrielles veränderbar ist, ja, daß Veränderung nach- gerade das Grundlegende von Materie ist, Raum hingegen nicht veränderlich ist. Wäre er es, wäre er Materie - tertium non datur! Ein fundamentaler Qualitätsunterschied also ... Da die Veränderung in der Physik aber nur als Bewegung oder Zeit gemessen wird bzw. werden kann, muß die vierte Dimension in der Bedeutung einer "vierten Raumdimension" nur jene qualitativ von der erfahrungs- konformen Dreidimensionalität unterschiedene Veränderung, sei sie nun örtlicher oder zeitlicher Natur, meinen ... Im jeweiligen Jetzt ["Dimension des Wann"] ist nichts so, wie es im vorherigen Jetzt gewesen war, und nichts ist so, wie es im nächsten Jetzt sein wird ... Wir haben in unserem, (zwanghaft?) dem Geometrischen verhafteten Denken nur schlicht "vergessen", daß die Geometrie keine Veränderung und keine Zeit (und auch keine Bewegung) kennt, sondern nur eine Methode ist, Flächen und auf ihnen befindliche Figuren zu beschreiben; daß sie eine mathematische Abstraktion darstellt, die ... mit "Wirklichkeit" (da es die Geometrie nur gibt, wenn Bewußtseine sie konstruieren) nur insofern etwas zu tun hat, als sie als Modell oder "organon", also Werkzeug mehr oder weniger geeignet ist, in ihrer idealisierten, theoretischen Form (Formalismus, Konstruktion, Abstraktion) zur Interpretation bzw. Bewältigung der realen Welt (unserer Erfahrungswelt) beizutragen." [(6) S.223f, 225f] Satz vom zureichenden Grunde - "Kausalität" - "Wahrscheinlichkeit" "Principium rationis sufficientis" - Denkgesetz des logischen kausalen Zusammenhangs Die Beziehung zwischen "Ursache und Wirkung" oder "Aktion und Reaktion" "Eine Denknorm, welche für jeden Gedanken, jedes Urteil einen Grund, d.h. einen gültigen Satz fordert, durch den die Notwendigkeit des fraglichen Urteils sich rechtfertigt. Das (logische) Denken geht auf Zusammenhang und Folgerichtigkeit (Konsequenz) der Denkakte aus, der "Satz vom zureichenden Grunde" gibt der Forderung des logischen Zusammenhanges, der Konsequenz (die schließlich auf der Einheit des Ich beruht) Ausdruck. Unbegründet darf nichts behauptet werden, soll dem Wahrheitswillen Genüge geschehen." [Aus: Rudolf Eisler (1873-1926), www.textlog.de/4182.html] "Erst nachdem die moderne Naturwissenschaft in ihren Grundzügen geschaffen war, hat Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) die Kausalität zum Denkprinzip erklärt und als 4. Axiom, als "Satz vom zureichenden Grunde", der Logik zugefügt: "Kraft des Prinzips vom zureichenden Grunde nehmen wir an, dass keine Tatsache wahr oder wirklich und kein Urteil richtig sein kann, ohne dass ein zureichender Grund vorhanden ist, warum es so und nicht anders ist." ... Aristoteles: "Alles, was geschieht, hat immer zugleich 4-Ursachen" ('Gründe'), wenn auch mit unterschiedlicher Gewichtung: Die erste besteht in dem, was das Wesen der Sache ("Idee") ausmacht = WAS? = die Formursache, causa formalis; die zweite in dem, was, wenn etwas vorhanden ist, notwendig (als Substrat, Stoff) vorausgesetzt werden muss = WORAUS? = die Materialursache, causa materialis; die dritte in dem, was etwas zuerst bewegte = WOHER? = die Wirkursache, causa efficiens; [WIE?] "Die Ursache vom Anfang der Bewegung" (S), Kausalität; die vierte, um dessentwillen etwas ist = WOZU? = die Ziel-/ ZWECKursache, causa finalis." Es ist für die aristotelische Weltbetrachtung wichtig, sich klar zu machen, dass tatsächlich alle vier Ursachen zusammenspielen müssen. Fällt nur eine davon weg, so wird das Ziel nicht erreicht! ... Wir begegnen hier wieder einem der wesentlichen Probleme moderner Naturwissenschaft: Die MATHEMATIK (jene Disziplin, die sich nichts anderes überlegt, als was alles mit den Axiomen der Logik vereinbar gedacht werden kann) liefert "nur" formal richtige - das heißt [mathematisch] beweisbare - Aussagen und hat damit keinen direkten Bezug zur natürlichen Welt (Aristoteles); andererseits ist moderne Naturwissenschaft ohne mathematische Beschreibung nicht mehr denkbar ... Es ist in unserer Zeit nur noch schwer vorstellbar, dass die Finalität [causa finalis, Zielursache] für lange Zeit ebenso wichtig und wesentlich für die Argumentation war, wie es heute die reine Ursache-Wirkungsbeziehung [causa efficiens] (also die Kausalität) ist." Aus: Herbert Pietschmann: "Phänomenologie der Naturwissenschaft" 2.Logische Grundlagen 2.2 Mathematik als Ausfaltung der Logik S.31, 3. Die Physik des Aristoteles 3.1 Vier Formen der Kausalität S.46, 48, 49 Ibera 2007 (S) Claus Otto Scharmer (b.1961, dtsch-am. Aktionsforscher am MIT): "Theorie-U - Von der Zukunft her fürhen. Presencing als soziale Technik" 20. Den Funken des In-die-Welt-Kommens sozialer Realität fangen. Transformation der Kausalmechanismen, S.380-384, Carl-Auer Veralg 2020 ("Theory U: Leading from the Future as It Emerges. The social Technology of Presencing" Berrett Koehler 2nd ed. 2016) "In der MIKROWELT gibt es den objektiven Zufall [Quantenmechanik], und die PHYSIK befasst sich nur mit WAHRSCHEINLICHKEITEN und STATISTISCHEN AUSSAGEN wie der Halbwertszeit beim Atomzerfall. Das einzelne Ereignis ist nicht Gegenstand der Physik. Ein "Teilchen", dessen gegenwärtigen Ort wir gemessen haben, hat vor der der Messung keinen bestimmten Ort, sondern nur wahrscheinliche Auf- enthaltsorte, und das "Teilchen" war zuvor in gewissem Sinne an allen diesen möglichen Orten. Die Wahrscheinlichkeitswolke als ganze hat dazu beigetragen, was wir jetzt beobachten. Die Wirk- lichkeit ist somit die Überlagerung aller Möglichkeiten im Bereich der Nicht-Lokalität. In der EbM ['Evidence based Medicine'] geht es auch nicht um den konkreten Patienten, sondern um so eine 'Wahrscheinlichkeitswolke', um statistische Aussagen über den fiktiven Durchschnittspatienten [Adolphe Quetelet: "L'homme moyen" 19.Jhd.]. Das ist wie die exakte Berechnung der Halbwertszeit beim Atomzerfall, die nichts über das einzelne Atom aussagen kann, so auch nicht die evidenz- basierten Studien über den einzelnen Patienten, mit dem es der Arzt in seiner Praxis zu tun hat. Der muss die Studien im Hinterkopf haben, aber jeden Patienten individuell behandeln. Man rätselt immer, warum in unserer Welt ['MAKROWELT'] die KAUSALITÄT gilt, in der 'Mikrowelt' aber der ZUFALL. Allerdings ist das, wie Ludwig Boltzmann [1844-1906] für die Thermodynamik zeigte, ein SCHEINPROBLEM. Kausalität ist ja auch bloß eine menschliche Interpretation. Statistisch gesehen bedeutet 'Kausalität' nur, dass das Wahrscheinliche wahrscheinlicher eintritt. Kausalität ist nichts als große Wahrscheinlichkeit. Daher können auch die härtesten Studien nicht voraussagen, wie ein einzelner konkreter Patient reagieren wird. ..." Aus: Robert Harsieber: "Der beinahe unbemerkte Wandel der Wissenschaft - Wolfgang Pauli und die Verbindung von Materie und Psyche" S.13-16, in: Ganzheitsmedizin - Zeitschrift für Neuraltherapie und Regulationsforschung, 4/32 Dez.2019, pdf >>> Mit freundlicher Genehmigung, e-mail Facultas vom 12.12.2019 Hans Peter Dürr, Marianne Österreicher: "Wir erleben mehr als wir begreifen - Quantenphysik und Lebensfragen" HERDER 2.Auflage 2007. 'EbM' in INFOS: 'Statistik & Allerlei' >>> "Was nicht auf MATERIE zurückgeführt werden kann, wie etwa ein PLACEBO-EFFEKT, sei zwar nicht abzuleugnen, aber auch nicht in das universitär zu vermittelnde Wissen aufzunehmen. Dies machte mich zuweilen geradezu zornig! Meine eigene Wissenschaft, die PHYSIK, die mir selbst so viel Freude bereitete, wurde dazu missbraucht, den nichtmateriellen Teil der Wirklichkeit ['Geist', 'Seele'] auszugrenzen und abzuwerten. Wenn die Physik (und alle aus ihrer Methode gezeugten Naturwissenschaften) die FINALITÄT [dessentwillen (wozu?) etwas ist] zugunsten der KAUSALITÄT (der Ursache- Wirkung-Beziehung [woher?]) eliminiert hat, so tat sie dies mit gutem Grund: weil dadurch die materielle Wirklichkeit ['künstlich', 'konstruiert'] widerspruchsfrei an die (verborgene) Realität angepasst werden konnte, weil auf diesem Wege absolut verlässliche [physikalisch- mathematische] Naturgesetze erstellt werden konnten.. Niemals sollte aber daraus gefolgert werden, dass auch im menschlichen Bereich die Ablehnung der Finalität [- Wozu? -] zu rechtfertigen ist Was kann wohlmeinende Kapazitäten der Heilkunde dazu führen, es dennoch zu tun? Ich meine, es war der unglaubliche Erfolg der Methode im Bereich der Materie, der die Sehnsucht nach ähnlicher Sicherheit auf allen Gebieten zur [materia- listischen] IDEOLOGIE [zum "Bett des Riesen Prokrustes"] werden ließ. Einmal darin gefangen, ["der Wunsch nach Ge- borgenheit im 'Handfesten', "die berechtigte Furcht vor Narreteien, weil es ja kein Kriterium für deren Ausschluss gibt" (S.125)] ist ein Entrinnen schwierig. Denn innerhalb dieser Ideologie genügt die SORGFALTSPFLICHT, wer ihre Grenzen überschreiten will, muss die Verantwortung für diesen Schritt [selbst] übernehmen. ... Es geht vielmehr um die Frage, wie der "GANZE MENSCH" ernst genommen werden kann, wo doch auf die Erfolge der auf Materie beschränkten Methode nicht verzichtet werden darf. (Wir wollen ja die HX- Verwirrung (s.u.) überwinden!) ... 'GEIST' und 'SEELE' spielen beim Prozess des Heilens (und daher auch Erkrankens) eine ebenso bedeutende Rolle wie der 'KÖRPER' [Materie] ... Aber der Preis für die Erkenntnis der [physikalischen] Naturgesetze war die Trennung von 'GEIST' [res cogitans] und 'MATERIE' [res extensa] und damit eine Kluft in der Realität zwischen ICH und DU auf der einen, dem ES (den Dingen und Gegenständen) auf der anderen Seite. ... Damit ist auch die WELT DER GEDANKEN in eine Spaltung geraten: entweder sie beziehen sich auf die materielle Welt, dann sind sie diskussionswürdig, oder sie bleiben im Bereich des Nichtmateriellen (Wünsche, Träume, Phantasien), dann sind sie bloß privat, subjektiv, nicht zu verallgemeinern ... ich stelle die Frage, ob wir an einer öffentlichen Wirklichkeit mitarbeiten wollen, in der alles Nicht-Materielle ausgegrenzt bleibt. ... Wer nur einen Hammer besitzt, darf ja auch nicht schließen, entweder gibt es nur Nägel oder der Hammer müsse auch als Schraubendreher verwendbar sein! ... Die WIRKLICHKEIT ist immer in uns, aus uns selbst entwickelt. Aber sie hat gewissermaßen einen nach außen gespiegelten Teil, die WELT, in der wir mit unserer KÖRPERLICHKEIT leben und uns bewegen. MATERIE kann auch aufgefasst werden als der allen persönlichen Wirklichkeiten gemeinsame Teil, der - nach außen gespie- gelt - allen Menschen in gleicher Weise entgegentritt. So gesehen wundert es nicht mehr, dass auch MATERIE nicht ohne Menschen (ohne "Beobachter") gedacht werden kann, eine Erkenntnis der Physik, die in ihrer Tiefe nicht genug gewürdigt werden kann. Trotzdem bleibt es bei jenem Teil der Wirklichkeit, der für alle Menschen in gleicher Weise erfahrbar ist, er darf weder mit der Realität noch mit Geist und Seele verwechselt werden. ... Die neuzeitliche ['materialistische', 'maschinen-analoge'] Ideologie macht uns glauben, die materielle Wirklichkeit sei schon mit der REALITÄT identisch. Wenn dem so ist, dann folgt daraus jener Begriff von LERNEN, der leider unser Bildungswesen beherrscht: LERNEN ist dann möglichst getreues Übernehmen der vorgegebenen Wirklichkeit, denn das Bild der Realität soll nicht gestört werden. Und wenn "GEIST" nicht als FREIHEIT, sondern materie-analog gedacht wird, dann kann LERNEN mit dem Programmieren eines Computers verglichen werden. 'ERINNERN' als GESTALTUNG DES LEBENS muss dann durch getreues Speichern von Wissen ersetzt werden und dieses Wissen kann von Experten zusammengestellt und in Lehr- oder Studienplänen aufgegliedert werden. Die Wirksamkeit des Speicherns kann bei jeder bestimmten Person durch Prüfungen objektiv festgestellt werden und wer eine bestimmte Zahl von Prüfungen bestanden hat, erhält eine Bescheinigung (ein "Zeugnis") seiner Befähigung, ähnlich wie ein Kraftfahrzeug nach einer Routineüberprüfung. Nur funktioniert das leider nicht so, denn wir haben es ja mit MENSCHEN zu tun! ..." Aus: Herbert Pietschmann: "Vom Spass zur Freude - Die Herausforderung des 21. Jahrhunderts" II. Zur Kritik. Homöopathie, S.112f, Tertium datur ["Ein Drittes ist gegeben"]: gesund-krank als dialektisches Paar, S.119, Utopie und Illusion, S.124, 129, Regelmäßigkeit und Chaos, S.134, Wie entstand die Welt?, S.139, Esoterik, S.146f, III. Zum Nachdenken. Bildung, S.162f, Ibera 2005 Maurice Merleau-Ponty (1908-1961, frz.Philosoph): "Die Struktur des Verhaltens" ("La Structure du comportement" 1942) de Gruyter 1976 "Wir erkennen vieles, aber wir erkennen nicht, wie wir erkennen. Das ist der Haken." Aus: Francisco J. Varela (1946-2002), Evan Thomp- son (b.1962), Eleanor Rosch (b.1938): "Der Mittlere Weg der Erkenntnis - Der Brückenschlag zwischen wissenschaftlicher Theorie und menschlicher Erfahrung - Die Beziehung von Ich und Welt in der Kognitionswissenschaft" ("The Embodied Mind: Cognitive Science and Human Experience" The MIT Press 1991, 2016) Scherz Verlag 1.Auflage 1992. Pratitya-Samutpada: "Entstehen in gegenseitiger Abhängigkeit (nach Eintritt der erforderlichen Bedingungen)"; Der mittlere Weg: Madhyamika Philosophie n. Nagarjuna (2.Jhd). Dr. Johannes Fankhauser (07.11.2024): "Epistemic Boundaries and Quantum Uncertainty: What Local Observers Can (Not) Predict" (Erkenntnistheoretische Grenzen und Quantenunsicherheit: Was lokale Beobachter (nicht) vorhersagen können) Quantum Bd.8, S.1518 https://doi.org/10.22331/q-2024-11-07-1518 "Das mechanistische Weltbild - Dieses alte Weltbild basiert auf OBJEKTIVITÄT und der Annahme, es gäbe EINE WAHRHEIT und UNVERÄNDERLICHE GESETZE. Wer im Besitz von Objektivität, Wahrheit und Gesetzeskraft ist, der urteilt entsprechend über richtig und falsch, über schuldig und unschuldig. Die Begründungen dazu werden über KAUSALKETTEN geführt, sind linear und beziehen sich auf harte Fakten sowie rationale Beziehungen zwischen Elementen oder Menschen. Zum mechanisti- schen Weltbild gehören Autorität, Manipulation, Befehle und andere Methoden, die auf Instruktion basieren und auf Druck reagieren. Ein solches Weltbild kritisieren wir heute als 'patriarchal', manchmal auch als 'konservativ', als ein 'Nachkriegsmodell', immer aber als für uns und die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts untauglich." Aus: Prof. Dr. Brigitte Witzer: "30 Minuten Risikointelligenz" 2. Realität liefert unsere Basis 2.1. Verschiedene Wirklichkeiten: Das mechanistische Weltbild S.28f GABAL 2012 www.witzer.de "Am Beispiel der [Atom-] KERNKRAFTWERKE (1) [E-Autos/-Akkus] zeigt sich die Tücke des mechanistischen Denkens besonders dramatisch. Nach dem [logisch-mechanistischen] Denkrahmen ist jedes Problem "in so viele Teile zu teilen, wie es angeht und wie es nötig ist, um es leichter zu lösen" [Descartes]. Also wurde das Problem der Stromerzeugung aus Kern- energie [chemische Verbrennungsenergie aus fossilen Treifstoffen] geteilt in die eigentliche Stromerzeugung [E-Auto] und die Verwahrung des dabei entstehenden radioaktiven Abfalls [E-Auto Akkus]. Die beiden Probleme wurden nicht nur unter- schieden, sie wurden getrennt und völlig unabhängig voneinander betrachtet - wie es der Denkrahmen vorschlägt. Als aber das erste Problem [Stromerzeugung; E-Autos] gelöst war, ging man an die Verwirklichung, also an den Bau von Kernkraftwerken [E-Auto Akkus], ohne zu berücksichtigen, dass das zweite - untrennbar damit verbundene - Problem [Verwahrung des radioaktiven Abfalls; der E-Auto Akkus] noch seiner Lösung harrte. Und so geschah das eigentlich Unbegreifliche! In aller Welt wurden Kernkraftwerke (1) [E-Autos, -Akkus] in Betrieb genommen und niemand kümmerte sich um die Frage der Endlagerung von radioaktivem Müll [der E-Auto-Akkus] , dessen Halbwertszeit (im Falle von Plutonium Pu 239) über 24.000 Jahre beträgt! (Um gängigen Missverständnissen vorzubeugen: Nach zwei Halbwertszeiten ist die Radioaktivität auf ein Viertel gesunken, nach drei auf ein Achtel und so fort.) Allgemein nimmt man an, dass erst nach etwa zehn Halbwertszeiten die Stahlung auf ein erträgliches Maß abgeklungen ist. Das bedeutet, dass man den radioaktiven Müll mindestens 240.000 Jahre gesichert lagern muss, um Katastrophen zu vermeiden. Vergleicht man das mit der Zeit seit dem Pyramidenbau in Ägypten, so ist die zu betreuende Zeitspanne sechzigmal so lang! Eigentlich ist es unbegreiflich, dass der [logisch- mechanistische] Denkrahmen imstande war, vernünftige Argumentation außer Kraft zu setzen. Bei der Diskussion vor der Volksabstimmung im November 1978 über die Zukunft des Kernkraftwerkes Zwentendorf [Kernkraftwerk Tullner Feld/NÖ] in Österreich sagte ein einfacher Landwirt, der sich seinen Hausverstand noch bewahrt hatte, wenn er einen neuen Bauernhof [E-Auto] in Betrieb nehmen wolle, dann müsse er wissen, wo der Misthaufen [E-Auto-Akku-Entsorgungsanlage] sein wird, bevor er die ersten Kühe in den Stall [E-Autos auf die Straße] führen könne. Wir wissen heute noch nicht, wo sich ein sicheres Endlager [für radioaktivem Müll; E-Auto Akkus] finden wird! ..." Aus: Herbert Pietschmann: "Das Ganze und seine Teile - Neues Denken seit der Quantenphysik" III. Wie alles sich entwickelt hat. 4. Mit Vollgas in die Sackgasse. S.58, Ibera 2013 (1) Gegenwärtig betreiben 31 Länder weltweit 446 Kernreaktoren mit einer gesamten elektrischen Nettoleistung von rund 390 Gigawatt (Stand: 31. Juli 2017) [Quelle: Wiki] [Meine Ergänzungen: Thema E-Auto, E-Auto Akku] "... die Hauptschwäche des ARISTOTELES war, dass er zu empisch [1] war. Deshalb brachte er es nicht zu einer mathematischen Theorie der Natur. GALILEI tat seinen großen Schritt, indem er wagte, die Welt so zu beschreiben, wie wir sie nicht erfahren. Er stellte Gesetze auf, die in der Form, in der er sie aus- sprach, niemals in der wirklichen Erfahrung gelten und die darum niemals durch irgendeine einzelne Beobachtung bestätigt werden können, die aber dafür mathematisch einfach sind. So öffnete er den Weg für eine mathematische Analyse, die die Komplexheit der wirklichen Erscheinungen in einzelne Elemente zerlegt. Das wissenschaftliche Experiment unterscheidet sich von der Alltagserfahrung dadurch, dass es von einer mathematischen Theorie geleitet ist, die eine Frage stellt und fähig ist, die Antwort zu deuten. So verwandelt es die gegebene "Natur" in eine manipulierbare "Realität" ... GALILEO zerlegt die Natur, lehrt uns, neue Erscheinungen willentlich hervorzubringen, und den gesunden Menschenverstand durch Mathematik zu widerlegen ..." Carl Friedrich von Weizsäcker (1912-2007) Deutscher Physiker, Philosoph, Friedensforscher Aus: "Die Tragweite der Wissenschaft" Sechste Vorlesung: Kopernikus, Kepler, Galilei S.107f. S.HIRZEL 6.Auflage 1990 (1.+2.Teil) [1] Empirie: "Erfahrung", "Das Denken vom Allgemeinen zum Einzelnen" (= DEDUKTION = top-down-Prinzip" - "von oben nach unten") und" "Das Denken vom Einzelnen zum Allgemeinen" (= INDUKTION = bottom-up-Prinzip - "von unten nach oben") Bild: Archiv der Max-Planck-Gesellschaft, Berlin-Dahlem "Mit der geglückten Entdeckungsreise des [Christophorus] COLUMBUS [(1451-1506), der im Jahr 1492 Amerika entdeckte, als er eine Insel der Bahamas erreichte, aber eigentlich den Seeweg nach Indien gesucht hat] ist nämlich eine ganz neue Qualität in die Diskussion um die "WAHRHEIT" getreten! Die Frage, ob die Erde eine Kugel oder eine Scheibe sei, beantwortete Columbus nicht durch Rekurs auf Aristoteles oder die heiligen Schriften, sondern durch eine Tat! Auch in der Naturwissenschaft gilt als Kriterium der Gültigkeit einer Behauptung nicht die theoretische Überlegung, sondern eine Tat: das Experiment!" Aus: H. Pietschmann: "Phänomenologie der Naturwissenschaft" 4. Die Physik der Neuzeit, 4.1 Die Entdeckung Amerikas als Beginn der Neuzeit S.63, 66. Ibera 2007
"Ehe man eine naturwissenschaftliche Kosmogonie [1] versuchen konnte, musste man Himmel und Erde unter der Herrschaft gemeinsamer physikalischer Gesetze zusammenbringen. Die Mathematik musste auf die Erde herunter, die Mechanik [2] hinauf zum Himmel gebracht werden. Diese Errichtung einer neuen Wissenschaft, die schließlich Himmelsmechanik genannt wurde, geschah in drei Schritten. Man musste zuerst die Himmelsbewegungen selbst mathematisch exakt beschreiben; das vollbrachte KEPLER. Man musste die Mechanik als mathematische Wissenschaft begründen; hierzu trug GALILEI wohl das wichtigste bei. Man musste schließlich die Mechanik auf die Himmelbewegungen anwenden; dies war die krönende Leistung NEWTON's." Carl Friedrich von Weizsäcker: "Die Tragweite der Wissenschaft" Sechste Vorlesung: Kopernikus, Kepler, Galilei, S.106, S.Hirzel 1990 [1] Kosmogonie: "Weltzeugung", Naturwissenschaftliche Theorie/Erklärungsmodelle zur Entstehung und Entwicklung der Welt. [2] Mechanik: "Wirkungsweise", "Maschine", Teilgebiet der Physik, Lehre von der Bewegung von Körpern und den dabei wirkenden Kräften. Prof. em. Dr. Herbert Pietschmann (b.1936, österreichischer Physiker, von 1971 bis 2004: ordentlicher Professor für theoretische Physik an der Universität Wien, Hauptarbeitsgebiete: die Quantenmechanik und die Physik der subatomaren Teilchen) schreibt dazu in seinem Buch "Phänomenologie der Naturwissenschaft - Wissenschaftstheoretische und philosophische Probleme der Physik" (Ibera 2007): "Da es uns weniger um die Inhalte der Naturwissenschaft als vielmehr um die Struktur ihrer Methode geht, sei nochmals betont, dass der Übergang vom finalen Denken [Zielursache, causa finalis] zur ausschließlichen Anwendung der causa efficiens [Wirkursache, Ursache-Wirkungsbeziehung] und die Erfindung des Experiments (als Kirterium für Gültigkeit von Naturgesetzen) ihre Geburtsstunde bestimmt. Beides stand Kepler noch nicht zur Verfügung ... Begründer der naturwissenschaftlichen Methode ..., dieser Platz GALILEI eingeräumt wird; dabei sollte aber klar sein, dass es sich dabei um eine Entwicklung handelt, der viele Ursachen (aller vier [aristotelischen] Formen!) zugeschrieben werden müssen, wollen wir sie umfassend verstehen ... Vielleicht können wir sagen, dass die NATURWISSENSCHAFT im neuzeitlichen Sinn geboren wurde, als GALILEI die Differenz [Unterschied, Verschiedenheit] "Wahrheit - Hypothese" in die Differenz "WAHRHEIT - WISSEN" (oder, wie er selbst auch sagte, "WAHRHEIT - KENNTNIS") umwandelte ... damit ist ein logisches [im Entweder-Oder-Verhältnis stehendes] Begriffspaar in ein polares wahrscheinlich sogar dialektisches [Sowohl-Als-Auch-Verhältnis]) verwandelt worden. Und aus der Differenz "formal richtig" - wahr" löst sich eine dritte Kategorie, die nunmehr den Naturgesetzen zuzuordnen ist: die SICHERHEIT (Verlässlichkeit) im Sinne der Vorhersagbarkeit des Ergebnisses von Experimenten. ... Der entscheidende Schritt des GALILEO GALILEI war die Einführung (oder "Erfindung") des Experiments als Kriterium der Hypothesen (Hilfsmittel zur Beschreibung der Natur, also Sätze, die nicht mit der Erfahrung übereinzustimmen brauchen). Damit war zwar kein Beweis im Sinne der Mathematik möglich, aber der Descartes'sche [Methodische] Zweifel [Rene Descartes (1596-1650), frz. Philosoph, Mathematiker, Naturwissenschaftler] als Methode entpuppte sich nun als fruchtbares Mittel zur Unter- scheidung falscher Hypothesen von solchen, die nicht durch das Experiment widerlegt werden konnten. Es gehörte wohl Mut dazu, diese "doppelte Negation" als das zu erkennen, was sie historisch werden sollte: als das Mittel zum Auffinden allgemeiner Aussagen über die materielle Natur, nämlich der Naturgesetze. ... Wenn - so folgert GALILEI in seiner "nuova scienza" [Neue Wissenschaft, heute: Naturwissenschaft] - zwischen widerlegbaren, also daher "falschen" Hypothesen und solchen, die mit dem Experiment übereinstimmten, unterschieden werden kann, dann sind Hypothesen der bloßen Beliebigkeit entzogen! Sie können zwar keinen Wahrheitsgehalt beanspruchen, aber die nicht widerlegten sind auch nicht mehr beliebige Hilfsmittel, sie erhalten eine neue Qualität, sie beschreiben das "Wissen" oder die "Kenntnis" über die materielle Natur ... ein neuer Weg beschritten ..., der weder auf Deduktion ["Schluss vom Allgemeinen auf das Spezielle "] verzichtet, noch durch Induktion ["Schluss vom Speziellen auf das Allgemeine"] beschrieben werden kann. Es ist die doppelte Negation, die uns erlaubt, durch Ausschluss falscher Hypothesen zu gesichertem Wissen zu kommen. ... Seit dem 17. Jahrhundert gilt das EXPERIMENT sowohl als Prüfstein für Hypothesen und Theorien als auch als Quelle jener Kenntnisse, aus denen neue Hypothesen und Theorien geschaffen werden. Daher ist die Frage, was unter "EXPERIMENT" zu verstehen sei, von grundlegender Bedeutung. Offensichtlich handelt es sich dabei um eine Tätigkeit von Wissenschaftlern, die den Zweck hat, betimmte Ergebnisse - eben jene oben genannten "Kenntnisse" (über die materielle Natur) - zu liefern. Diese Ergebnisse werden aber innerhalb der Naturwissenschaft nur dann anerkannt, wenn sie reproduzierbar [analysiebar, quantifizierbar; wenn also die "Axiome des Experiments" erfüllt] sind! ..." Aus: Herbert Pietschmann: "Phänomenologie der Naturwissenschaft" 4.3 Johannes Kepler: Finalität als Erklärungsprinzip 4.3.3 Gottes Wille als Begründung, S.76, 4.5 Galileo Galilei: Wahrheit versus Wissen, S.82, 84, 86, 87f 5. Das Experiment 5.1. Die "Axiome" des Experiments, S.91 Ibera 2007 "Nun wollen wir aber doch nur ein solches System als empisch anerkennen, das einer Nachprüfung durch die "Erfahrung" fähig ist. Diese Überlegung legt den Gedanken nahe, als Abgrenzungskriterium nicht die Verifizierbarkeit, sondern die Falsifizierbarkeit ['Widerlegung'] des Systems vorzuschlagen; mit anderen Worten: Wir fordern zwar nicht, dass das System auf empirisch- methodischem Wege endgültig positiv ausgezeichnet werden kann, aber wir fordern, dass es die logische Form des Systems ermöglicht, dieses auf dem Wege der methodischen Nachprüfung negativ auszuzeichnen: Ein empirisch- wissenschaftliches System muss an der Erfahrung scheitern können. Den Satz: "Hier wird es morgen regnen oder auch nicht regnen" werden wir, da er nicht widerlegbar ist, nicht als empirisch bezeichnen; wohl aber den Satz: "Hier wird es morgen regnen." Sir Karl Raimund Popper (1902 Wien - 1994 Kenley London) Österreichisch-britischer Philosoph Begründer des Kritischen Rationalismus "Wissenschaft: Wissen und Nichtwissen" pdf >>> Vortrag, gehalten in Zug/Ch 1981 Aus: Karl Popper: "Logik der Forschung" I.Kapitel: Grundprobleme der Erkenntnislogik 6. Falsifizierbarkeit als Abgrenzungskriterium, S.17 MOHR SIEBECK 11. Auflage 2005 (1935) Die drei Axiome des Experiments Forderung nach: Reproduzierbarkeit Die Tatsache/Forderung, dass die Wiederholung eines Experiments (bei den genau gleichen äußeren Bedingungen) durch denselben oder andere Wissenschaftler zu gleichen (quantitativen, messbaren) Ergebnissen führt = "Reproduktion der (Mess-) Ergebnisse innerhalb der (Mess-) Fehlergrenzen" = Konsens (Überein-, Zustimmung) der Beteiligten und aller Interessierten (Tat-Sache). Der Worteil "Fehler" entspricht nicht dem Alltagsgebrauch, er weist nicht auf einen Irrtum hin; vielmehr ist der MESSFEHLER (± o. Fehlerbalken) integrierender Bestandteil jeder MESSGRÖSSE, ohne dessen gleichzeitige Angabe die Messgröße sinnlos bleibt ... "Messfehler" stammen aus zwei unter- schiedlichen Quellen: Einerseits aus der UNWIEDERHOLBARKEIT individueller Prozesse, andererseits aus der Analyse, der Zerlegung der gegebenen Welt in das vereinfachte "MODELL" und den dabei wegzulassenden "HINTERGRUND" ... die Fachwissenschaft ... spricht von statistischen und systematischen Fehlern" ... "Das Kriterium für die Existenz eines neuen Phänomens in der Natur- wissenschaft ist also nicht seine Entdeckung, sondern erst der Nachweis der Reproduzierbarkeit!" ... Denn auch was reproduzierbar gennant werden darf, unterliegt der Konsensbildung aller einschlä- gigen Fachleute. Die Konsensbildung in der Gruppe der zuständigen Experten ist ein Prozess, der weder objektiv darstellbar noch öffentlich kritisierbar sein kann. Daher wäre auch jede Publikation sinnstörend, aber der ganz wesentliche Beitrag solcher Prozesse zur Erkenntnisgewinnung in der Naturwissenschaft sollte auch in der Wissenschaftstheorie entsprechende Beachtung finden. ... [(HP) S.92f, 105, 107, 164, 169, 171] Quantifizierbarkeit "Alles was messbar ist, messen und was nicht messbar ist, messbar machen!" (Galileo Galilei) Quantifikation der (Mess-) Ergebnisse mit Zahlen, Diagrammen oder Figuren bei "einfachen" Systemen, unter gleichzeitiger Angabe des "statistischen Messfehlers" (der Fehlergrenzen des Messbereichs). "Quantifikation ist eben nicht nur die Extraktion von Zahlen aus einem Naturvorgang; dahinter steht ein Prozess, an dessen Ende MESSGRÖSSEN ("dimensionsbehaftete Größen") produziert werden, die nicht mit bloßen Zahlen verwechsel werden dürfen ... Gezählt wird ... immer bezogen auf eine Fläche (oder einen Raumwinkel)! ... Erst der Quotient aus Zählergebnis und Fläche (oder Raumwinkel) ist das Messergebnis und daher wieder eine dimensionsbehaftete Größe (z.B. "Wirkungsquerschnitt"). Erst dieses Messergebnis hat Anspruch auf Reproduzierbarheit. ..." [(HP S.102f, 105)] "Mit dieser ihrer Methode hat die Naturwissenschaft jedenfalls jede Menge analytischer Arbeit geleistet, die in den sogenannten Elementargrößen (EG) des (heutige gültigen) physikalischen Weltbildes gipfelt. Und hier gilt: Weil die EG so sind, wie sie sind (und um kein Jota anders), ist unsere physikalisch interpretierbare Welt (= materielle Realität) so, wie sie ist - und um kein Jota anders. Es drängt sich daher die spekulative Frage auf: Was wäre, wenn die EG andere Werte hätten? Liegt dies überhaupt im Bereich des Möglichen? ... EG sind nichts anderes als quantifizierte Aspekte (Maßeinheiten) der unserer Wirklichkeit zugrundegelegten Realität und gelten als Garant dafür, daß unsere Welt so ist, wie sie ist. Ein Anderssein unserer Welt gilt aufgrund des Soseins der Elementargrößen (EG) für unmöglich, bzw. verlöre sie bei Anderssein der EG ihre uns gewohnte Realität - oder hätte sie eine andere? Oder gar keine, wäre also nicht? ...Da wir aber nie sicher sein können, daß wir bereits über alle fundamentalen Naturkonstanten verfügen ..., so besitzen wir auch keine Gewißheit darüber, ob wir in den Größen und Zahlen, die sich aus den EG bilden lassen, auch den tatsächlich darin enthaltenen Sinn erkennen können - falls es einen solchen überhaupt gibt. Die Frage spitzt sich zu: Sind andere EG möglich?" [(6) S.146f] Analysierbarkeit Da die Erscheinungen, die wir im täglichen Leben (in unserer "Lebenswelt") beobachten nicht "einfach" genug sind, muss zum Zwecke eines Experiments eine Vereinfachung ("Zerlegung und Unterscheidung in "wesentliche" und "unwesentliche" Teile") vorgenommen werden (= Analyse). Diese "Analyse" setzt eine Bewegung in Gang (die einerseits zum Erfolg der naturwissenschaftlichen Methoden, andererseits zu Problemen für die menschliche Gemeinschaft beitragen kann), die Prof. Dr. Herbert Pietschmann als die "naturwissenschaftlich-technologische Fortschrittsspirale" bezeichnet. (HP S. 98f, 100) "Wegen der Notwendigkeit der Analyse und Extrapolation ["Hochrechnung] auf idealisierte Verhältnisse unterliegen experimentelle Ergebnisse immer einer gewissen Unsicherheit. Sie drückt sich nicht nur in den jedem Messergebnis zugeordneten Fehlern aus, sondern sie stammt auch aus der notwendigen Interpretation. Experimente werden in der Lebenswelt ausgeführt, ihre Ergebnisse beziehen sich aber auf eine künstliche Wirklichkeit, da nur diese von den Theorien beschrieben wird ... Die Physik gelangt zu einer Beschreibung der Wirklichkeit, indem sie darauf verzichtet!" [(HP) S.139, 109, 255] "Ich behaupte nicht, dass das REPRODUZIERBARE [-Quantitative] an und für sich wichtiger sei als das EINMALIGE [und die Werte und der Sinn], aber ich behaupte, dass das wesentlich Einmalige sich der Behandlung durch naturwissenschaftliche Methoden entzieht ["Sehnsucht nach Einheit der Vielheit und des "Unvereinbaren"]. Zweck und Ziel dieser Methoden ist ja, Naturgesetze zu finden und zu prüfen, worauf die Aufmerksamkeit des Forschers allein gerichtet ist und gerichtet bleiben muss." [1] "Der Vorgang des Verstehens in der Natur sowie auch die Beglückung, die der Mensch beim Verstehen, das heißt beim Bewusstwerden einer neuen Erkenntnis empfindet, scheint demnach auf einer Entsprechung, einem Zur-Deckung-Kommen von prä- existenten inneren Bildern ['archetypischen Bildern' C.G.Jung] der mensch- lichen Psyche mit äußeren Objektiven und ihrem Verhalten zu beruhen." [2] Wolfgang Pauli (1900-1959) Österreichischer Physiker 1945 Nobelpreis für Physik Aus: [1] Wolfgang Pauli: "Physik und Erkenntnistheorie" S.94, Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 1984 [2] Werner Heisenberg: "Schritte über Grenzen - Gesammelte Reden und Aufsätze" S.301f, Piper 1971 Denkrahmen der Logik - Logisches Denken Logisch differenzierende Trennung Widerspruch ist Fehler! Cartesischer DUALISMUS - DISHARMONIE THESE I ANTITHESE I BESEITIGUNG DER ANTITHESE Der 'Widerspruch' wird als "Fehler" eliminiert Analyse geht vor Zusammenschau Neues entsteht dabei nicht, es bleibt alles beim Alten! Spezifische Differenz Hierarchie Widerspruchsfreiheit Lineare Mono-Kausalität "Das Bett des Riesen Prokrustes als IDEOLOGIE" 'Entweder - Oder TRENNUNGs-Prinzip' Unterscheiden ⇒ TRENNEN ⇒ BEWERTEN ⇒ AUSGRENZEN ⇒ VERNICHTEN TRENNENDER DUALISMUS AUTORITÄRE EINSEITIGKEIT WISSENSCHAFTSGLAUBE 'MATERIE-FORM' ohne 'GEIST-SEELE' IDEOLOGIE Die archaisch logisch mechanistische Begrenzung des abendländischen Denkrahmens der Neuzeit! "Wir sind aber wohl die einzige Kultur [Abendland], die außer der eigenen keine vernünftige Art zu denken anerkennt. Ich habe das erlebt, als ich Anfang der 70er Jahre mit einem schwedischen Kollegen eine kleine Neutrinokonferenz gegründet und sie bei erster Gelegenheit in Japan veranstaltet habe, weil mich ostasiatisches Denken immer interes- siert hat. Ich hatte gehört, Ostasiaten denken ein bisschen anders, habe das aber nicht verstanden. Also habe ich meine japanischen Kollegen gefragt, ob wir uns nicht einmal am Abend über buddhistisches Denken unerhalten können? Sie sagten ja, aber sie seien dazu nicht die Richtigen, denn sie hätten sich als Physiker ja für das abend- ländische Denken entschieden. Das war für mich ein unglaubliches Erlebnis, denn wer von uns konnte sich für das abendländische Denken entscheiden? Eine Wahlmöglichkeit gibt es bei uns nicht! Das Entweder-Oder-Denken lässt uns beim Entdecken eines Unterschiedes nicht ruhen; wir müssen sofort trennen und die beiden getrennten Bereiche bewerten, und zwar ganz im Sinne unseres Denkens nach "gut oder schlecht". Was wir als schlecht empfinden, wird dann verdrängt oder gar vernichtet. Dabei vertrete ich immer die These, es gibt in unserer Welt überhaupt nichts, das entweder gut oder schlecht ist! Alles hat sowohl Vorteile als auch Nachteile. Die Frage sollte daher immer lauten: Wo nehme ich die Nachteile in Kauf um der Vorteile willen? Dies ist eine viel schwierigere Frage als die einfache Bewertung nach gut oder schlecht. Es gilt, eine Grenze zu finden, jenseits derer die Nachteile überwiegen; dies ist immer eine subjektive Entscheidung, die nach einem Konsens [dialektischer Synthese] in der Gemeinschaft verlangt. ..." Aus: Herbert Pietschmann: "Die Atomisierung der Gesellschaft" I. Menschliche Bedürfnisse, 3. Die Einheit der Bedürnisse, S.14, Ibera 1. Auflage 2009 "Der Weg des dialektischen Prozesses ist nicht immer gangbar, weil er vom emotionalen Engagement der Betroffenen abhängt; er kann für verschiedene Menschen zu unter- schiedlichen Ergebnissen führen und ist für größere Gruppen oft zu beschwerlich ... Wir Abendländer sind in unserem [logisch reduktionistischem] Denkrahmen gefangen, der Eindeutigkeit der Begriffe und Widerspruchsfreiheit aller Aussagen fordert; für "Grautöne" ist darin wenig Platz!" Aus: Eris & Eirine - Eine Anleitung zum Umgang mit Widersprüchen und Konflikten" Erster Teil: Das H-Modell und die HX-Verwirrung. Die operationale Bewältigung S.61; Zweiter Teil: Anwendungsbeispiele. Einheit-(Uniformität) und Vielfalt-(Beliebigkeit). Globalisierung und kulturelle Vielfalt S.74, 2. überarbeitete u. erweiterte Auflage 2016 (2002) [Meine Ergänzungen] Trotz aller "Entweder-Oder-Trennung" im Denkrahmen der LOGIK, sind die THEORIE (Denken) und das EXPERIMENT (Handeln), - ein subtiles dialektisches "Sowohl-Als-Auch-Wechselspiel" -, eine APORIE, die Grundlage der Naturwissenschaft! Aporie: "Ohne Ausweg seiend", "Dilemma", "Zwickmühle" Antinomie (anti:'gegen', nomoi: 'Gesetze") n. Immanuel Kant (1724-1804) Logische Gegensatz-Paare Begriffspaare, die in einem "Entweder-Oder-Verhältnis" stehen MENSCH / NATUR Seele-GEIST-Psyche / MATERIE-Körper LEBEN / TOD INDIVIDUUM / GRUPPE JUNGE / ALTE MÄNNLICHES / WEIBLICHES PRINZIP These / Antithese Monismus / Dualismus / Pluralismus GEIST / Äther / Urei / Eros / Okeanos / MATERIE Reduktionismus: "Einen Teil für das Ganze halten! - Das Ganze auf einen seiner Teile reduzieren!" Physikalismus: "Alles ableugnen, was nicht physikalisch-mathematisch erfasst werden kann!" "Der Begriff eines Objektes ist nicht identisch mit dem Objekt selbst!" Marcus Knaup, Tobias Müller, Patrick Spät: "Post-Physikalismus" Karl Alber 2011 Irdisches / Metaxy (Eros, Psyche) / Göttliches Ur-Ei / Eros / Dasein / Chaos / Gaia Chaos / Gaia / Kosmos / Götter / Menschen Eros / Himeros / Psyche Henne / Ei Leben / Tod Verbrauch / Erneuerung / Austausch gegen etwas Neues Licht / Liebe / Leben (3L) Materiewelt / Seelen-(Plasma)welt / Licht-Geistwelt MATERIE-Körper / PLASMA-Psyche / GEIST-3L Materie / Po+Chi+Hun / Tao ("Das Ganze", Li, Tai Chi) Mikrokosmos / Mesokosmos / Makrokosmos Feuer / Wasser / Erde / Luft Feuer / Erde / Wasser / Luft / Leere Holz / Feuer / Erde / Metall / Wasser Materie-Natur / Psyche / Geist Chaos / Raum / Materie / Leben / Intelligenz Evolution / Involution Einfalt / Chaos / Vielfalt Einheit / Vielfalt Einzelnes / Allgemeines Das Seiende / Das Unteilbare / Das Identische Das Vergehende / Das Teilbare Das Seiende / das Vergehende Diesseits / Jenseits Sein / Nichts SEIN-Starre / WERDEN-Identitätslosigkeit Bewahren-Erstarrung / Verändern-Identitätsverlust Existenz / Kausalität Quantität / Qualität Methode / Inhalt Raum/Dauerndes / - Körper- / Veränderung/Zeit CHRONOS: Quantitative Zeit - Qualitative Zeit: KEIROS (der "günstigste Zeitpunkt") Augustinus von Hippo (354-430 n.u.Z): "Was ist die "Zeit"? Wer könnte das leicht und kurz erklären? Wer vermöchte es auch nur gedanklich zu begreifen, um sich im Wort darüber auszusprechen? Gleichwohl, was ginge uns beim Reden vertrauter und geläu- figer vom Munde als "Zeit"? Beim Aussprechen des Wortes verstehen wir auch, was es meint, und verstehen es gleich so, wenn wir es einen anderen aussprechen hören. Was also ist "Zeit"? Wenn mich niemand danach fragt, weiß ich es: will ich es einem Fragenden erklären, weiß ich es nicht." [HP (B) S.118] Raum / Zeit / Ewigkeit (Unveränderlichkeit) Vergangenheit / Gegenwart / Zukunft was war / was ist / was sein wird Erinnerung / Augenschein / Erwartung Links / Rechts; Oben / Unten Vorne / Hinten; Innen / Außen; Tag / Nacht Materie / Natur / Psyche / Geist Chaos / Raum / Materie / Leben / Intelligenz Evolution / Involution Einfalt / Chaos / Vielfalt Einheit / Vielfalt Einzelnes / Allgemeines Nutzen / Segen Fortschritt / Verbesserung Synthese / Intuition / Analyse Diesseits / Jenseits Yin / Yang Mann / Frau Tag / Nacht Elektrische Ladung: Minus / Plus Diskret / Kontinuierlich Endlich / Unteilbar Offenheit / Kritikbewusstsein Leichtgläubigkeit = Offenheit ohne jegliches Kritikbewusstsein Borniertheit (Engstirnigkeit) = Kritikbewusstsein ohne jegliche Offenheit Verifikation / Falsifikation Weg / Ziel Mein Weg / Dein Weg Mein Ziel / Dein Ziel Kampf / Flucht Intuition / Erfahrung Kreativität / Konstruktion MATERIE-Körper / PLASMA (Psyche, Seele) / GEIST-Bewusstsein / LEBEN Freiheit / Ordnung / Autonomie Selbstbestimmung-Selbstherrlichkeit / Fremdbestimmung-Kadavergehorsam Freiheit-Dummheit / Naturnotwendigkeit-Feigheit Freiheit / Zwang zur Entscheidung / Verantwortung / Sorgfaltspflicht / Willkür Freiheit-Wahlmöglichkeit / Vernunft / Naturnotwendigkeit / Willkür-Wahlmöglichkeit Nähe / Distanz Isolation / Attraktion Naturwissenschaft / Geisteswissenschaft Erfahrungswissen / Wissenschaftsbasiertes Wissen Reduktionismus / Ganzheitlichkeit Fast Medicine / Slow Medicine Disharmonie / Harmonie Physik / Philosophie Grundlagenwissenschaft / Anwendung Samsara (Kreislauf d. Lebens) / Nirvana (unendliches Sein) (Die weltliche, relative Sicht / Die überweltliche, absolute Sicht) Theorie / Experiment usw. Entweder "Experimentelle NaturWissenschaft" oder "Beobachtende NaturWissenschaft" oder "Geisteswissenschaft" oder "Erfahrungsheilkunde" "Erfahrungswissenschaft" Kein "Gemeinsam" - Kein "Miteinander" der Methoden (These I Antithese) im Erkenntnisprozess! Logische Entscheidung! "In mehreren Jahrzehnten Seminartätigkeit habe ich zunächst auf die "GRENZEN UNSERES LOGISCHEN DENKRAHMENS" aufmerksam gemacht; mehr und mehr stellte sich jedoch bei Managern und Managerinnen, bei Ärzten und Ärztinnen, bei Lehrern und Lehrerinnen, einfach bei Interessierten das Bedürfnis ein, jenseits des logischen Denkens wenigstens einige Anhaltspunkte für eine Alternative zu erkennen. Mir war schon immer bewusst, dass wir uns nicht an den Fernen Osten - so interessant er ist - wenden müssen, weil wir mit PLATON und der DIALEKTIK des SOKRATES in unserer eigenen Tradition eine Denkform anderer Art besitzen, die jedoch wegen der Erfolge des logisch-naturwissenschaftlichen Denkens in den Hintergrund getreten, ja eigentlich verdrängt worden ist ... Konflikte und Widersprüche können nicht immer als Störung und Fehler betrachtet werden, manchmal sind sie notwendig zur Weiterentwicklung und Entfaltung einer Gemeinschaft. Dann ist dialektisches Denken gefordert, um ein neues Ziel überhaupt an- streben zu können ... Meine auf Sokrates beruhende H-Methode (1) findet ihre Bedeutung ..., immer dann, wenn Widersprüche zum Verständnis einer Situation notwendig und daher nicht eliminierbar sind. ... Die LOGIK des Aristoteles, als Denkrahmen der Neuzeit - Der Denkrahmen des Abendlandes seit dem 17. Jhd.
Was hat uns das Festhalten am aristotelisch-logischen Denken gebracht? Können wir verstehen, warum die Logik noch heute so tief in uns verwurzelt ist, dass Widersprüche Unbehagen [sogar Ablehnung/Aversion] erzeugen und das Gegenteil von 'Eindeutigkeit' nicht als OFFENHEIT begrüßt wird, sondern 'Unsicherheit' und 'Angst' erzeugt? Diese sechs "Axiome" begründen unser Denken, schränken es aber gleichzeitig ein. Nur was in diesen Rahmen fällt, kann wissenschaftlich anerkannt werden ... Unser Denkrahmen schreibt uns vor, nur das als "wirklich" zu nehmen, was den [6-] Axiomen folgt! ... Möglich war diese Reduktion durch die Beschränkung der Neuen Wissenschaft auf die Beschreibung der Materie in Raum und Zeit ... Erst durch diese Trennung [Materie/Geist] ... das methodische Aus- klammern alles Geistigen, ... des Sinnes und der Bedeutung von Ereignissen, konnte die Logik ihre volle Mächtig- keit entfalten ... uns erlauben, die Welt nicht nur zu beschreiben, sondern geradezu neu zu gestalten ... Die Logik allein ... genügte aber nicht; sie bedurfte eines neuen Kriteriums [- die des Experiments -], um sicherzustellen, dass das Neue Welt- bild nicht nur eindeutig, widerspruchsfrei und kausal begründet ist, sondern auch in der Welt, in der wir leben, zutrifft und daher allgemein verbindlich sein kann ... Das Experiment ist eine Handlung, so wie die Tat des Kolumbus [1492] .., mittels derer er die Frage endgültig und für alle Menschen verbindlich beantworten konnte, ob die Erde eine Kugel oder eine Scheibe sei. Das ist das Neue der Neuzeit, dass Fragen über die (materielle) Welt nicht mehr durch Denken allein, sondern aus der Verbindung Denken und Handeln (Hypothese und Experiment) beantwortet werden ... [Es gelten] drei Forderungen für Handlungen, die als Experiment anerkannt werden wollen. Sie müssen ... reproduzierbar sein, ... ihre Ergebnisse in Zahlen ... quantitativ angegeben ... und sich immer auf ganz einfache, ja künstlich vereinfachte Teilaspekte der materiellen Welt beziehen. Unsere Lebenswelt muss also in Teile zerlegt, analysiert werden, um daran möglichst einfache Hypothesen prüfen zu können ... Gerade wegen des Erfolges dieser Methode z.B. in der Technik , Industrie u. Apparatemedizin (3): Autos, Flugzeuge, Fließband, CT, MRT, Implantate, CRT-P, CRT-D, Transplantationen usw.] wird trotzdem zu oft der Versuchung [des Checklist-Verhaltens (3)] nachgegeben, auch im nicht-materiellen Bereich bei allen auftretenden Widersprüchen nach "richtig" und "falsch" zu suchen ... Aus: Herbert Pietschman (b.1936, Wiener Philosoph, Quantenphysiker): A: " Eris & Eirene - Eine Anleitung zum Umgang mit Widersprüchen und Konflikten" Vorwort zur 1.Auflage, S.9f; Erster Teil: Das H-Modell und die HX-Verwirrung, "Es hilft auch, wenn man nicht dran glaubt" [Niels Bohr] S.23-26, Aristoteles und die Logik des Abendlandes S.21, Ibera Verlag 2016 (2002). B: "Das Ganze und seine Teile - Neues Denken seit der Quantenphysik" II. Wie alles begann. 5. Denkrahmen der Neuzeit, S.30f, Ibera 2013 (1) Dialektik der Differenz: unterscheiden-trennen HXH vereinen-egalisieren Eris (Iris) Göttin des Streites HXH Eirene (Irene) Göttin des Friedens Dialektischer Ausgleich der Aporie: "Unterscheide, ohne zu trennen!" und "Gleichberechtigung, ohne zu egalisieren!" (2) Galilei: "Dialogo di Galileo Galilei sopra i due Massimi Sistemi del Mondo Tolemaico e Copernicano" 1630 (Dialog von Galileo Galilei über die zwei wichtigsten Weltsysteme, das ptolemäische und das kopernikanische) "Discorsi e Dimostrazioni Matematiche intorno a due nuove scienze"1635/1638 ("Diskursen über die zwei neuen Wissenschaften (heute: Festigkeitslehre u. Kinematik) Descartes: "Discours de la méthode pour bien conduire sa raison et chercher la verité dans les sciences" 1637 (Abhandlung über die Methode, seine Vernunft gut zu gebrauchen u. die Wahrheit in den Wissenschaften zu suchen) Aristoteles' Schriften: UNI Graz unter: http://gams.uni-graz.at/context:wissg/WISSG-063-76 pdf >>> Newton: "Philosophiae Naturalis Principia Mathematica" 1686/87 (Die mathematischen Grundlagen der Naturphilosophie) (3) Die Checklist: Liste von genauen Handlungsanweisungen, deren richtige Ausführung (unabhängig von Zustimmung ooder Ablehnung) zu einem genau vorhersagbaren Ergebnis führt! [Meine Ergänzungen] "Die Erfolglosigkeit der Polemik Goethes (1) zeigt, dass seine Hoffnung, die Naturwissenschaft zu einem besseren Verständnis ihres eigenen Wesens zu bekehren, auf einer Illusion beruhte. Newton hat das Wesen der neuzeitlichen Wissenschaft besser verstanden als Goethe. Wir heutigen Physiker sind in unserem Fach Schüler Newtons und nicht Goethes. Aber wir wissen, dass diese Wissenschaft nicht absolute Wahrheit, sondern ein bestimmtes methodisches Verfahren ist. Wir sind genötigt, über Gefahren und Grenzen dieses Verfahrens nachzudenken. So haben wir Anlass, gerade nach dem in Goethes Wissenschaft zu fragen, was anders (2) ist als in der herrschenden Naturwissenschaft." Aus: Carl Friedrich von Weizsäcker (1912-2007): "Die Tragweite der Wissenschaft", S.223, Hirzel Verlag 1976 (1) "Goethe wendet sich gegen: "Die Ausklammerung des Menschen zugunsten einer immer trefflicheren Beschreibung und Beherrschung der toten Materie!" und gegen die "Verwandlung der Wirklichkeit in ein großes mechanisches Werk!"" In: Herbert Pietschmann: "Das Ganze und seine Teile - Neues Denken seit der Quantenphysik" S.36, 39, Ibera 1.Auflage 2013 (2) "Das Ganze"," die "Zusammenschau", die "Polarität" (z.B.: Geist und Materie) ist wichtiger als die (Einzel-) Teile. Die drei Grenzen der naturwissenschaftlichen Erkenntnis Die technologische, methodologische und ontologische Grenze Prof. em. Dr. Herbert Pietschmann: "Drei Grenzen der Naturwissenschaften" pdf >>> "Wer sich mit den Grenzen der Naturwissenschaft befassen will, muss sich zuerst den Unterschied zwischen Grenze und Ende klar machen. Eine typische Grenze ist zum Beispiel eine Landesgrenze, jenseits derer zwar ein anderes Land, aber wieder ein Land zu finden ist. Ein typisches Ende ist etwa das Ende eines Maßstabes. Der Maßstab ist dort "zu Ende", jenseits dieses Endes ist nichts, zumindest nichts Vergleichbares zu finden. Wer eine Grenze mit einem Ende verwechselt gerät dabei in einen Reduktionismus; er oder sie kann Anderes, das vielleicht zum Ganzen wesentlich dazu gehört [als Teilaspekt der "Gesamtwirklichkeit"], nicht anerkennen und verleugnet dessen Existenz ... Die offensichtlichste Grenze naturwissenschaftlicher Erkenntnis ist gegeben durch den jeweiligen Stand der Technik. Da Naturwissenschaft auf dem Wechselspiel von Theorie und Experiment beruht, kann auch theoretische Erkenntnis nur so weit gehen, wie experimentelle Technik eine Überprüfung gestattet. Teilchenphysiker bezeichnen alle Teil- chen als "punktförmig", deren gemessene Ausdehnung kleiner ist als die kleinste, technisch erreichbare Länge. Zur Zeit meiner Dissertation vor 1960 war dies 10-15m, heute sind wir bei 10-19m. In etwa einem halben Jahrhundert wurde diese Grenze um vier Größenordnungen hinausgeschoben. Ähnliches gilt für fast alle Messgrößen, aber auch zum Beispiel für die größte Entfernung, die wir im Universum noch beobachten können. Sie ist bestimmt durch das jeweils beste Teleskop. Die technologische Grenze ist also eine Funktion der Zeit, sie wird ständig hinausgeschoben und unsere mögliche naturwissenschaftliche Erkenntnis wird zugleich vermehrt. Hinsichtlich dieser Grenze - aber nur dieser Grenze - gilt der oft gebrauchte Satz: Was wir heute noch nicht wissen, werden wir durch den Fortschritt der Technik sicherlich einmal wissen ... Das 20. Jahrhundert begann mit einem großen Paradigmen-Wechsel in der Physik. Damit wurde eine zweite Grenze der Naturwissenschaft eröffnet, die nicht auf die technologische zu reduzieren ist. Der Physik-Nobelpreisträger Paul Adrian Maurice Dirac (1902-1984) hat das in seinem Lehrbuch der "Quantenmechanik" (1) deutlich gesagt: "Es gibt eine Grenze für die Feinheit unserer Beobachtungskraft und die Kleinheit der begleitenden Störung - eine Grenze, welche in der Natur der Dinge liegt und die niemals durch verfeinerte Techniken überschritten werden kann." Dirac hat damit die [Werner] Heisenberg'sche [1901-1976] Unschärfe-Relation [als Grenze der Messbarkeit im Kleinen] angesprochen. Aber schon zuvor, in der Einstein'schen Relativitätstheorie, wurde die methodologische Grenze erkannt: Die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum ist Grenzgeschwindigkeit, die von massiven Teilchen nicht erreicht und von Wirkungen nicht überschritten werden kann. Damit ist gemeint, dass jede Ursache-Wirkung Beziehung einer festen zeitlichen Reihenfolge bedarf (Ursache muss vor der Wirkung liegen), was bei Überlichtgeschwindigkeiten nicht mehr garantiert ist. Manchmal wird das damit verwechselt, dass es überhaupt keine Geschwindigkeiten größer als die Vakuum-Lichtgeschwindigkeit geben kann; das ist aber falsch. Wenn keine Wirkung damit verbunden ist, spricht nichts gegen eine solche Überlichtgeschwindigkeit ... Naturwissenschaftliche Erfolge beruhen auf einem "Denkrahmen", der auf drei Quellen zurückgeht. Die drei "Axiome der aristotelischen Logik" [Eindeutigkeit, Begründbarkeit, Widerspruchsfreiheit] sind dem Denken vorausgesetzt, drei "Axiome des Experiments" (Reproduzierbarkeit, Quantifizierung und Analyse) dem naturwissenschaftlichen Handeln. Aristoteles hatte (neben Form- und Materialursache) Finalität und Kausalität gleichermaßen als Beschreibungs- grundlage verwendet. Wir benutzen heute den Begriff "Kausalität" [= causa efficiens = Wirkursache] im engeren Sinne nur für die Ursache-Wirkung-Beziehung, also nicht auch für die Finalität, die aristotelische "causa finalis". Ein ganz wesentlicher Schritt zur naturwissenschaftlichen Methode war die Beschränkung auf Kausalität als Begründungszusam- menhang und die Ausklammerung der Finalität! Kausalität und Finalität können in Widerspruch geraten, daher musste eine von beiden eliminiert werden. Dies ist auch der Grund, warum Galilei und nicht Kepler, der ja die richtigen Planetengesetze gefunden hat, als Vater der Methode angesehen wird; Kepler hatte nämlich noch finale Erklärungen verwendet. Für ihn war der Grund für die Ellipsenform der Planetenbahnen der Wille Gottes, die Harmonie der Welt im Planetensystem darzustellen. Für Isaak Newton war der Grund für die Ellipsenform der Planetenbahnen die Tatsache, dass die Gravitationskraft zwischen Sonne und Planet mit dem Quadrat der Entfernung abnimmt. Er konnte daraus die Planetengesetze mathematisch ableiten; Newton hatte die Gravitationskraft erfunden, um eine kausale Erklärung zu ermöglichen! ... Die ontologische Grenze naturwissenschaftlicher Erkenntnis kann am besten durch den eingangs beschriebenen Denkrahmen definiert werden. Alles, was dabei grundsätzlich nicht erfasst werden kann, was also außerhalb des "Denkrahmens" [Paradigma] fällt, liegt jenseits dieser Grenze ... Carl Friedrich von Weizsäcker (1912-2008) (2) hat dies schön zusammengefasst: "Das Verhältnis der Philosophie zur so genannten positiven Wissenschaft lässt sich auf die Formel bringen: Philosophie stellt diejenigen Fragen, die nicht gestellt zu haben die Erfolgsbedingung des wissenschaftlichen Verfahrens war. Damit ist also behauptet, dass die Wissenschaft ihren Erfolg unter anderem dem Verzicht auf das Stellen gewisser Fragen verdankt. Diese sind insbesondere die eigenen Grundfragen des jeweiligen Faches." Immanuel Kant (1724-1804) (3) hat dies schon festgestellt: "Naturwissenschaft wird uns niemals das Innere der Dinge ... entdecken; aber sie braucht dieses auch nicht zu ihren physikalischen Erklärungen." FREIHEIT mit ihrem Widerspruch zur Naturgesetzlichkeit liegt jenseits der ontologischen Grenze! Versuche, sie aus der Unschärferelation "herzuleiten", sind - wie oben gesagt - grundsätzlich zum Scheitern verurteilt. Dabei handelt es sich um eine Verwechslung der ontologischen mit der methodologischen Grenze naturwissenschaftlicher Erkenntnis; solche Verwirrungen entstehen oft aus der ungenauen Verwendung von Begriffen. ..." "Weisheit beginnt beim Staunen!" Die Fähigkeit, Dinge zu durchschauen ... Sokrates (469-399 v.u.Z) Griechischer Philosoph "In den Laboratorien von heute fragt man nicht mehr nach dem Leben." (4) [On n'interroge plus la vie aujourd'hui dans les laboratoires" - 1970 Francois Jacob [1920-2013, 1965 Nobelpreis f. Medizin)] "Im Unterschied zur Naturwissenschaft, die sich erlauben kann, all das zu vernachlässigen, was sich nicht [be-] rechnen läßt, "will der Philosoph nichts beiseite lassen." (5) [1922 Henri Bergson, 1927 Lit. Nobelpreis] "Wenn GEIST und MATERIE nicht nur unterschieden, sondern im Sinne des Entweder-Oder getrennt werden, dann besteht die Gefahr, die Welt als großen Mechanismus [Maschine] zu verstehen."[HP] Dr. Andre Fraidl: "Der Bloom-Effekt" - "Möge die Welt erblühen" https://thebloomeffect.at/about "Ein durchaus analoger Streit [wie: Einzelnes ⇔ Allgemeines] ist in unserer Kultur entstanden, als der [logische] Denkrahmen das mechanistische Denken in den Vordergrund stellte. MATERIE schien nunmehr das einzig "Wirkliche" zu sein und der GEIST verlor sich im Hintergrund des Denkens. Es war [Gottfried Wilhelm] Leibnitz [1646-1716] - entschiedener Gegner [Rene] Descartes [1596-1650] - der versuchte, dem GEIST wieder einen Platz in unserem Denken zu verschaffen. Er setzte den Demokrit'schen Atomen >>> seinen Begriff der "MONADE" entgegen. Leibnitz sagt zunächst, einfache Substanzen müsse es geben, weil es Zusammengesetztes gibt. Aber er wehrt sich gegen den mechanistischen Atom-Begriff, der letztlich zur Verleugnung des Geistigen führen muss. Dazu der Philosoph [Wilhelm] Weischedel [1905-1975] (1): "Leibnitz muss es (das geistige Sein) daher nun in seine Konzeption mit aufnehmen. Ja, seinem Prinzip gemäß, dass das Niedere durch das Höhere zu deuten sei, muss er versuchen, alles Wirkliche nach [Entsprechung] Analogie mit dem Geiste zu erklären." Leibnitz nennt seine einfachen Substanzen "MONADEN" und sagt: "Die Monaden [die letzten einfachen Elemente der Wirklichkeit], von denen ich spreche, sind also die wahren Atome der Natur und mit einem Worte die Elemente der Dinge." Aber Leibnitz stößt dabei auf ein Problem! Wir kennen es aus unserer eigenen Vergangenheit, denn auch jeder Mensch ist - als unauswechselbar einmaliges Wesen - eine Monade. Ich erinnere mich noch genau, dass ich als Kind eines Tages an die Möglichkeit dachte, andere Menschen könnten die Farben anders wahrnehmen als ich. Was isch als "rot" zu bezeichnen gelernt habe, könnte bei anderen - trotz gleicher Bezeichnung - vielleicht das sein, was ich als blau (oder gelb, grün) wahrnehme und umgekehrt. Ich habe damals lange darüber gegrübelt, ob es nicht irgendeinen Weg gäbe, solche Unterschiede festzustellen oder auszuschließen, aber ich konnte keinen finden. Leibnitz sagt daher: "Die MONADEN haben keine Fenster, durch die etwas hinein- oder heraustreten kann." Er löst das Problem der Kommunikation mit seiner Hypothese der "prästabilierten Harmonie" ['Eine im Vorhinein festgelegte Einheit']; dazu Weischedel: "Gemäß der Idee der prästabilierten Harmonie ist von Anbeginn alles, was in den unendlich verschiedenen Monaden passiert, aufeinander abgestimmt. ... Wenn die inneren Gesetze der einzelnen Monaden und ihre Harmonie miteinander von Anfang an festgelegt sein sollen, dann kann das nur durch Gott als Schöpfer geschehen." (2) Jedenfalls sind wir wieder in eine APORIE geraten: Entweder wir gründen die "einfachen Substanzen" als Atome (oder Elementarteilchen) in der Materie, dann können wir den Geist nicht finden; oder wir gründen sie als Monaden im Geist, dann können wir Kommunikation nicht verstehen. ATOM HXH Monade Geistlos HXH Kommunikationslos Die Bewältigung dieser Aporie (3) stößt auf den Widerstand unseres [logisch-mechanistischen] Denkrahmens [mit seiner Forderung nach Reproduzierbarkeit, Quantifizierbarkeit, Analysierbarkeit = Axiome des Experiments; Eindeutigkeit, Widerspruchsfreiheit, Kausale Begründbarkeit = Axiome der Logik], ist aber für unser Leben in der Gemeinschaft von besonderer Bedeutung." Aus: Herbert Pietschmann: "Eris & Eirene - Eine Anleitung zum Umgang mit Widersprüchen und Konflikten" Die Aporien der Hierarchie, S.128-130, Ibera 2016 [HP] Herbert Pietschmann: "Das Ganze und seine Teile" VII. Materie und Geist 1. Unterscheide ohne zu trennen, S.112, Ibera 2013 (1) Wilhelm Weischedel: "Die philosophische Hintertreppe: 34 großen Philosophen in Alltag und Denken" Leibnitz oder das Puzzlepsiel der Monaden, S.170-182, dtv Verlagsgesellschaft 29.Auflage 2008 (1966) (2) Bernd Lutz (Hrsg.): "Metzler Philosophen-Lexikon: Von den Vorsokratikern bis zu den Neuen Philosophen" S.400-404, J.B. Metzler 3.Auflage 2015 (1988). Monade: (gr. monás:) "Einheit", "Einfachheit" (3) Aporie: "Ohne Ausweg seiend", "Dilemma", "Zwickmühle", "Antinomie" ("Unvereinbarkeit von Gesetzen") n. Kant HXH = Dialektischer Prozess: HX-Verwirrung u. XH-Entwirrung. prästabiliert: vorher festgelegt. [Meine Ergänzungen] "Das Gegenteil einer richtigen Behauptung ist eine falsche Behauptung. Aber das Gegenteil einer tiefen Wahrheit kann wieder eine tiefe Wahrheit sein." Niels Henrik David Bohr (1885-1962) Dänischer Physiker 1922 Nobelpreis für Physik "Das Wort APORIE stammt von Platon und heißt wörtlich "Unendlichkeit" oder "Weglosigkeit". Erst Aristoteles hat es präzise als "meta-logische" Denkfigur gefasst. Er sagt (Metaphysik 995a), dass die Prinzipien der Logik nur für die Mathematik gelten, nicht aber für die Wirklichkeit. Für die "Wirklichkeit" gelten auch andere Prinzipien, nämlich Widersprüche. Bei Aristoteles ist "Wirklichkeit" alles, was nicht bloß mit "Form" zu tun hat, sondern mit "Physis" (später: "Physik" [1]), wo für den Widerspruch gilt, "dass es auch möglich sein muss, ein und dasselbe zugleich zu bejahen und zu verneinen". Er nennt das "Aporia prote" - also "erste Aporie" (Metaphysik 995b). Lao-Tse [6.Jhd. v.u.Z., Begründer des Taoismus] verwendet übrigens für Aporie das Wort "TAO" - und es heißt auch dort, wörtlich übersetzt, "Weglosigkeit" und "Weg" zugleich ... Diese Einheit [Zusammenfall] von Gegensätzen ("coincidentia oppositorum" des Nikaolaus von Kues [1401-1464]) ist immer wieder in der Geschichte verwendet worden, um komplexe Strukturen zu beschreiben ['Leben-Tod', 'Junge-Alte', 'Männlich-Weiblich', 'Diesseits-Jenseits' ... 'Welle-Teilchen' usw.] ... Eine APORIE hat drei Eigenschaften: 1. Sie beinhaltet zwei einander widersprechende Aussagen (o. auch Interessen). 2. Beide [These - Antithese] sind wahr (werden als berechtigt angesehen). 3. Beide [These - Antithese] sind voneinander abhängig. ... In Europa hat sich die 'formale Logik' durchgesetzt, und Aporien werden eher als unangenehm empfunden. Im Deutschen gibt es gar kein eigenes Wort dafür. Für Aporien werden verschiedene griechische oder lateinische Ausdrücke verwendet wie: Dilemma, Paradoxon, Antinomie, Ambivalenz, [Komplementarität] oder aber Umschreibungen wie "Henne und Ei", "Pest oder Cholera", "vom Regen in die Traufe", "zwei Seiten einer Medaille", "Quadratur des Kreises", Widerspruch in sich", ["Welle-Teilchen-Dualismus"] ..." Aus: Gerhard Schwarz: "Die Religion des Geldes - Ökonomisierung - Globalisierung - Digitalisierung" II Das Modell der Trialektik 2.1. Was ist eine Aporie?, S.9f, 2.2. Aporien sind brauchbare LösungswerkzeugeSpringer, S.11, 2.Auflage 2016 [1] Die "Physik" ist neben der "Metaphysik" und der "Nikomachischen Ethik" eines der Hauptwerke von Aristoteles. Sie befasst sich mit der Erklärung und Erläuterung (Definition) einiger grundlegender Begriffe, die bei der Beschreibung von Naturvorgängen im täglichen Leben gebraucht werden. Die wichtigsten davon sind: RAUM, ZEIT, BEWEGUNG und URSACHE. Es handelt sich nicht um eine mathematische Darlegung der Grundzüge der Natur in heutigem Sinne. [WIKI] [Meine Ergänzungen] In der orientalischen Literatur gibt es eine FABEL VON EINEM FROSCH. Ein Frosch lebte in einem kleinen Brunnen, den er noch niemals verlassen hatte. Eines Tages kam ein Frosch, dessen Heimat das Meer war, zu dem Brunnen und trat neugierig hinein. "Wer bist du? Wo wohnst du?" fragte ihn der Frosch aus dem Brunnen. "Ich bin der und der und wohne im Meer." "Im Meer? Was ist das? Wo ist das?" "Es ist eine sehr große Wasserfläche, nicht weit von hier." "Wie groß ist denn dein Meer?" "Oh, sehr groß." "So groß wie dieser kleine Stein hier?" "Oh, viel größer." "So groß wie dieses Brett, auf dem wir sitzen?" "Oh, viel größer." "Nun, wie viel größer denn?" "Das Meer, in dem ich wohne, ist größer als dein ganzer Brunnen; man könnte Millionen solcher Brunnen damit füllen." "Unsinn, Unsinn! Du bist ein Lügner und Betrüger! Geh fort von meinem Brunnen, geh fort! Ich will nichts von einem solchen Frosch wissen." Aus: Ralph Waldo Trine (1866-1958): "In Harmonie mit dem Unendlichen - Ein spirituelles Lebensbuch" ("In tune with the infinite" 1897) Dr. Max Christlieb (Übersetzer), 7. Weisheit und innere Erleuchtung, S.100f, Deltus 1. Auflage 2007 (Engelhorn Verlag 1904) Das Reduktionismus Problem (6) "Die Naturwissenschaften haben unser [mechanistisches] Weltbild nachhaltig geprägt. Der enorme Erfolg dieser Wissenschaften führte aber gleichzeitig in Form des PHYSIKALISMUS zu einer Verabsolutierung ['Verallgemeinerung'] dieses Weltzugangs, die auch in der PHILOSOPHIE weit verbreitet ist. Der Physika- lismus unterstellt, dass die NATURWISSENSCHAFTEN und insbesondere die PHYSIK alles über die WIRKLICHKEIT sagen, was es zu sagen gibt. Alles muss direkt oder indirekt auf die PHYSIK zurück- geführt werden können. Auf den ersten Blick ist eine physikalistische Weltanschauung verlockend, denn schließlich stellt sie eine THEORIE in Aussicht, die alle Phänomene auf basale naturwissen- schaftliche Entitäten ["Alles, was ist, oder möglicherweise ist" (MP)] und Zusammenhänge reduzieren will. Doch bei genauerer Analyse ergeben sich große Schwierigkeiten. Es gibt offenbar Phänomene und Bereiche, die sich einer solchenREDUKTION hartnäckig und prinzipiell widersetzen ..." "Daran erkenn ich den gelehrten Herrn! Was ihr nicht tastet, steht euch meilenfern, Was ihr nicht fasst, das fehlt euch ganz und gar, Was ihr nicht rechnet, glaubt ihr, sei nicht wahr, was ihr nicht wägt, hat für euch kein Gewicht, was ihr nicht münzt, das, meint ihr, gelte nicht." (1) "Warum wollen europäische Akademiker, insbesondere die jungen unter ihnen, unbedingt Physikalisten sein, wo doch für sie der Physikalismus nicht ein Leuchtturm in einer intellektuell verdunkelten, der Aufklärung bedürftigen Welt sein kann? Wahrlich, es stellt sich mir als ein Rätsel dar, dass so viele von ihnen dennoch Physikalisten sein wollen ... Vielleicht besteht die Attraktivität des Physikalismus für junge, noch nicht etablierte analytische Philosophen einfach in dem ominösen Gefühl, dass sie keine universitären Karrieren als analytische Philosophen haben können, wenn sie keine Physikalisten sind? Daran mag etwas sein, aber ich weiß es nicht ..." [Uwe Meixner S.45f (2)] Aus: Marcus Knaup, Tobias Müller, Patrick Spät: "Post-Physikalismus" S.2, Einleitung S.13 ((1), "I: Ist alles physikalisierbar? Die Grenzen des physikalischen Weltbildes, (2) S.45f, Karl Alber 2011 (1) Johann Wolfgang Goethe: "Faust II - Der Tragödie zweiter Teil in fünf Akten" 4917-4922, S.13 (2) Uwe Meixner: "Das Elend des Physikalismus in der Philosophie des Geistes" S. 25-55, (MP) Christof Rapp: "Metaphysik - Eine Einfürung" lat. ens: seiend, S.20, C.H.Beck 2016 ![]() 5.4. Das Reduktionismusproblem S.119 (A) "Univ.-Prof. Herbert Pietschmann, Emeritus der Fakultät Physik, Univ. Wien: "Drei Grenzen der Naturwissenschaften" pdf >>> Erweiterte Fassung des Vortrags am Symposium "Homo Neurobiologicus" Univ. Wien, 10. Oktober 2008" S.1-2f, 8-10 Wissenschaftliche Nachrichten Nr. 137, 2/2009: www.pupwien.at/?download=wiss_nachrichten_02_09.pdf (A) Herbert Pietschmann: "Phänomenologie der Naturwissenschaft - Wissenschaftstheoretische und philosophische Probleme der Physik" 5. Das Experiment, 5.4. Das Reduktionsimusproblem, 5.4.2 Drei Grenzen naturwissenschaftlicher Erkenntnis S.116-119 Ibera 2007 (1) Paul Adrian Maurice Dirac: "The Principles of Quantum Mechanics" Oxford University Press (1958) (2) Carl Friedrich von Weizsäcker: "Deutlichkeit" Hanser Verlag München 1978 S.167 (3) Immanuel Kant: "Prolegomena §57", 353 (4) Francois Jacob (1920-2013, frz. Mediziner, Genetiker, Molekularbiologe, Nobelpreis 1965: Operon Modell): "La logique du vivant, une histoire de l'hérédité" 1970, S.320 ("Die Logik des Lebenden - Eine Geschichte der Vererbung" Fischer 2002) (5)Henri Louis Bergson (1859-1941, frz. Philosoph, Nobelpreis f.Lit. 1927), Margarethe Drewsen (Neu-Übersetzung, Hrsg.), Rémi Brague (b.1947, frz.Philosoph, Vorwort): "Schöpferische Evolution" Einleitung. V. Ist Bergson heute noch aktuell? Eine neue Bestimmung des Verhältnisses der Philosophie zu den Wissenschaften, S. XLIII (43), XLIV (44), ("Elan vital" in "L’Évolution créatrice" 1907) Felix Meiner Verlag 2013 (6) www.psyon.de/garten/reduktionismus.html www.spektrum.de/lexikon/biologie/reduktionismus/55958 "Die Erfolge [der naturwissenschaftlichen Methode] ... [beruhen] seit dem 17. Jahrhundert darauf, dass "ERFAHRUNGSWISSENSCHAFT" durch "EXPERIMENTELLE WISSENSCHAFT" ersetzt wurde. Die neuzeitliche Naturwissenschaft erhebt gar nicht den Anspruch, unsere Lebenswelt beschreiben zu können. Vielmehr werden vereinfachte Modelle erfunden, die mathematisch formulierbar und experimentell überprüfbar sind. Dennoch sind Rückschlüsse auf unsere Lebenswelt möglich, meist schrittweise als "suk- zessive Approximation" ['kontinuierliche Annäherung']. Die zugrunde gelegte Aporie kann so formuliert werden (1): "Physik kommt zu einer Beschreibung der Welt, indem sie darauf verzichtet!" Der Physiker und Philosoph Carl Friedrich von Weizsäcker [1912-2007] sagt dies so (2): "Galilei tat seinen großen Schritt, indem er wagte, die Welt so zu beschreiben, wie wir sie nicht erfahren. Es stellte Gesetze auf, die in der Form, in der er sie aussprach, niemals in der wirklichen Erfahrung gelten und die darum niemals durch irgendeine einzelne Beobachtung bestätigt werden können, die aber dafür mathematisch einfach sind. So öffnete er den Weg für eine mathematische Analyse, die die Komplexheit der wirklichen Erscheinungen in einzelne Elemente zerlegt." Es sollte doch immer im Bewusstsein bleiben, dass die Naturwissenschaft eine eigene Wirklichkeit konstruiert, aus der man zwar auf unsere LEBENSWELT schließen kann, die aber nicht mit ihr verwechselt werden darf. Diese Wirklichkeitskonstruktion hat viele Früchte gebracht. Ob sie aber auch auf die Welt als Ganzes vernünftig ausgedehnt werden kann, bleibt Spekulation und schon die bloße Annahme dieser Möglichkeit ist vermessen! Um nicht zu resignieren, scheint es erforderlich, dass wir in unsere Kultur [Zivilisation] die Verantwortung für die Natur aufnehmen, ohne auf berechenbare Vorschläge zu warten. Wir können also ein drittes H [dialek- tisches Paar (3)] schreiben: "ORDNUNG-Vermessenheit H Naturnotwendigkeit-Resignation". Gegenwärtig kämpfen wir mit der HX-Verwirrung [=> HXH-Entwirrung]. Es gilt einen Weg zu finden, der unsere zu schaffende Ordnung mit der Naturnotwendigkeit [Naturgesetze] in Einklang bringt. Auf diesem Weg gibt es zwei Einstellungen, die eine Lösung verhindern: Die Einen sehen sich der Natur verpflichte und kämpfen gegen die Zerstörung durch Vermessenheit (4), fallen aber angesichts des Widerstandes der Anderen leicht in Resignation. Die Anderen sehen zuvorderst die Probleme, die sich einstellen, wenn versucht wird, Folgen unserer Handlungen für die Zukunft mittels naturwissenschaftlicher Methoden abzuschätzen. Um nicht zu resignieren, bestehen sie auf der Fortsetzung bisheriger Gewohnheiten und sind blind gegen die daraus folgende Zerstörung. "ORDNUNG-Vermessenheit H NATURNOTWENDIGKEIT-Resignation" Wir können uns einer SYNTHESE nähern, wenn vir einsehen, dass ein stetes Verbrennen der Ölreserven für Energie-Zwecke verantwortungslos ist, auch wenn eine Berechnung der Folgen für das Klima nicht möglich ist. Stellen wir die Aporie noch deutlicher heraus. THESE: Wir können auf Naturwissenschaft nicht verzichten! ANTITHESE: Wir dürfen uns nicht auf Naturwissenschaft zurückziehen! In abgewandelter Form heißt das: Wir brauchen Experten, aber wir dürfen Verantwortung nicht an Experten delegieren! Also ist vor allem anderen zu klären, was durch Experten bestimmt werden kann. Alles Übrige muss durch KONSENS geordnet werden und zwar nicht wider [gegen], sondern ohne Experten. Der Weg dahin muss von der Vernunft geebnet werden. Vernunft ist nicht etwas anderes als Verstand, sondern mehr: Vernunft ist der Verstand, der seine eigenen Grenzen und die soziale Situation mitdenkt." Aus: Herbert Pietschmann: "Eris & Eirene - Eine Anleitung zum Umgang mit Widersprüchen und Konflikten" II. Teil: Anwendungen und Beispiele. Freiheit und Ordnung S.94-97, Ibera 2. Auflage 2016 (2002) (1) H.Pietschmann: "Das Ganze und seine Teile - Neues Denken seit der Quantenphysik" Ibera 2013 (2) Carl Friedrich von Weizsäcker: "Die Tragweite der Wissenschaft" S.107, 1.+2.Teil, S.HIRZEL 6.Auflage 1990 (3) Aporien/dialektische Paare: FREIHEIT-Willkür H ORDNUNG-Regelung FREIHEIT-Dummheit H NATURNOTWENDIGKEIT-Feigheit (4) Vermessenheit: Selbstüberschätzung, Hybris, Hochmut, Übermut "Sichere Wahrheit erkannte kein Mensch und wird keiner erkennen Über die Götter und alle die Dinge, von denen ich spreche. Sollte einer auch einst die vollkommenste Wahrheit verkünden, Wissen könnt' er das nicht: Es ist alles durchwebt von Vermutung. Nicht vom Beginn an enthüllten die Götter den Sterblichen alles, Aber im Laufe der Zeit finden wir, suchend, das Bess're. Diese Vermutung ist, so scheint es, der Wahrheit recht ähnlich." Xenophanes von Kolophon (~570 - 470 v.u.Z.) Griechischer Philosoph, Dichter Vorsokratiker Aus: Karl Popper: "Wissenschaft: Wissen und Nichtwissen" Vortrag in Zug/CH 1981 >>> Karl Popper: "Freiheit und intellektuelle Verantwortung - Politische Vorträge und Aufsätze aus sechs Jahrzehnten" herausgeg. u. teilw. neu übersetzt von Hans Joachim Niemann (b.1941, dtsch. Philosoph) 10. Über Wissen und Nichtwissen IX S.182. Band 14 der Reihe Karl Popper, Gesammelte Werke in deutscher Sprache Mohr Siebeck 2016 "Auch die moderne Physik ist wie die klassische Physik pragmatisch ["sachbezogen"] ausgerichtet und interessiert sich für das WIE. Das heißt, sie begnügt sich damit, mit gut funktionierenden mathematischen Formeln zu berechnen, wie etwas wirkt. Aber sie reflektiert nicht, was das wirkich ist, was da wirkt. Hans Peter Dürr [1929-2014] schreibt dazu: "Wenn man wirklich "WAS?" fragt, dann muss man die Naturwissenschaften verlassen, denn Gott ist kein Mathe- matiker." Er bezeichnet die Physik als "Wie-Wissenschaft", die Theologie als "Was-Wissenschaft" ... Carl Friedrich Weizsäcker [1912-2007] meint:"Die Physik stellt die Grundfrage nicht, sondern sie gibt sich mit den eigenen Begriffen zufrieden. Für den durchschnittlichen Wissenschaftler und den Realisten taucht somit die Frage nach Gott, dem Begründenden, nicht auf." Weil sich Physiker in der Regel vor der "WAS-FRAGE" scheuen, stellen sie die Frage nach dem Tranzendenten nicht - also danach, ob es außerhalb des mit Messgeräten und Sinnesorganen Erfahrbaren noch etwas gibt und wie es beschaffen ist ... Gottfried Wilhelm Leibniz'[1646-1716] ersten Frage des Menschen: "Warum gibt es etwas und nicht Nichts?" ... Die Physiker wissen, dass diese Fragen mit physikalischen Methoden nicht beantwortet werden können und klammern sie deshalb aus ... Um jedoch einen Sinn für die menschliche Existenz zu finden, ist das physi- kalische Werkzeug ungeeignet. Dazu bedarf es einer Haltung, die nicht zum Repertoire der Physik gehört. Es braucht eine Haltung des Vertrauens - des Vertrauens darauf, dass die menschliche Existenz einen Sinn hat und nicht reiner Zufall ist und dass hinter allem Sein ein Urgrund steht, den viele "GOTT" nennen ... Noch schwerer fällt es ... auch nur ansatzweise Zweifel an der aristotelischen Logik aufkommen zu lassen, deren Kernsatz das Prinzip des ausgeschlossenen Widerspruchs enthält, was bedeutet, dass nicht zugleich etwas und sein Gegenteil ['Aporie'] zutreffen kann. Die aristotelische Logik wurde von Thomas von Aquin [1225-1274] in die Theologie übernommen und wurde nicht nur im Abendland führend. Sie ist inzwischen global verbreitet, weil sie die menschliche Weltbemächtigung sehr wirksam erlaubt. Nikolaus von Kues [1401-1464] hat dieses Prinzip nicht akzeptiert, er hat die "coincidentia oppositorum", den Zusammenfall alles Gegensätzlichen in "GOTT" vertreten ... Scheinbar selbstverständliche Voraussetzungen - wie absolute Zeit, Kausalität, Objektivität oder gar den Ausschluss des Widerspruches - infragezustellen, erschüttert schon gehörig das wissen- schaftliche Selbstbewusstsein der Physik. Es beinhaltet ja auch, dass unser Erkenntnis- vermögen grundsätzlich beschränkt ist ... Da ist es bequemer, sich auf verlässliche mathematische Formulierungen zu beschränken, die hervorragend funktionieren, um Wahrscheinlichkeiten von Vorgängen zu berechnen, als über die wankenden Fundamente nachzudenken. Die Hinterfragung der Fundamente schiebt man ab in die Metaphysik, mit der viele Physiker nichts zu tun haben wollen. Und wer die Grundlagen hinterfragt, sieht sich leicht dem Vorwurf ausgesetzt, dass er zu viel "herumspintisiere"..." Aus: Anselm Grün, Michael Grün: "Zwei Seiten einer Medaille - Gott und die Quantenphysik" Anselm Grün: Anmerkungen eines Theologen zum Thema "Physik und Religion" Nachwort, S.112, 114f, 116f, Vier Türme Verlag 3. Auflage 2016 (2015) [Meine Ergänzungen] Metapher "GOTT" = ALLEINS, QUELLE, URSPRUNG, LICHT, GROSSES DU ... "Es ist überhaupt fraglich, ob wir mit unserem in der materiellen Welt analytisch denkenden Intellekt Phänomene, die nicht mit der Materie verbunden sind, jemals erforschen, verstehen können." Stefan von Jankovich (1920-2002) Ungarisch-schweizerischer Architekt, Künstler, Autor Buch: "Die energetische Struktur des Menschen. Ein philosophisches Denkmodell. Wer bin ich? Eine Vision meiner selbst" DREI EICHEN VERLAG 1990 Leistungen: Palliativmedizin >>> "Die energetische Struktur des Menschen - "Die Bewusstseinsstufen" - "ICH-Trichter" - "Die 7-Schalen (Kosha) des Sterbens" - "Die 7 Promotions-Tode des ICH" "Die klassische Physik [seit 17.Jhd.] war so erfolgreich darin, durch Erfindungen [Technik] dem Menschen das Leben zu erleichtern, Vorgänge zu erklären und die Zukunft von Vorgängen zu berechnen, dass man Ende des 19. Jahrhunderts glaubte, dem Menschen sei in der Beherrschung der Natur und der Erkenntnis der Wahrheit keine Grenze gesetzt. Und man war felsenfest davon überzeugt, dass die klassische Physik die richtige Beschreibung der Welt sei. Man fühlte sich schon nahe an der vollständigen Kenntnis und Beherrschung der Natur, man fühlte sich schon fast "göttlich". Diese Hybris ['Anmaßung', 'Hochmut'] möchte ich Ihnen an zwei Beispielen aufzeigen: Als 1874 der hochbegabte 16-jährige Max Planck [1858-1947, Nobelpreis für Physik 1919] in München Abitur ablegte, war er sich noch nicht sicher, ob er Altphilologie, Musik oder Physik studieren solle. Deswegen fragte er den Physikprofes- sor Philipp von Jolly [1809-1884]. Der meinte, Physik zu studieren lohne sich nicht mehr, da schon fast alles gefunden worden sei und das wenige noch nicht Bekannte bald gefunden sein werde. 1896 meinte Albert Michelson [1852-1931], der erste amerikanische Physiknobelpreisträger [1907], die zukünftigen Entdeckungen müsste man in der "6. Dezimalen" suchen. Das bedeutet, man wisse in der Physik schon alles, man wisse es aber teilweise nur auf ein Millionstel genau und es bleibe nur noch die Aufgabe übrig, diese Genauigkeit zu verbessern. Es zeigte sich aber: Der Erfolg einer Theorie ist kein Garant für ihren Wahrheitsgehalt ... Wir benutzen für unsere physikalischen Gesetzte 37 Parameter beziehungsweise Konstanten, deren Größe wir sehr genau gemessen haben, die wir aber nicht aus anderen Gesetzen ableiten können. Solche Konstanten sind etwa die Gravitations- konstante [(G) Gravitationsgesetz n. Isaac Newton], das Plancksche Wirkungsquantum [(h) n. Max Planck], die elektrische Feldkonstante [ε0], aber auch alle Massen der Elementarteilchen. Wenn nur eine einzige dieser ["mathematisch hergeleit- eten"] Größen ganz geringfügig anders wäre, hätte es niemals zu dieser ["rein mathematisch-physikalisch konstruierten"] Welt mit uns Menschen kommen können ... Die Physik musste erkennen, dass ihr Wissen eng mit den Methoden zusammenhängt, mit denen sie die Natur erforscht, und dass sie nicht die Lehre von der Natur, sondern die Lehre von unserer Kenntnisnahme der Natur ist - Außerhalb meiner Beobachtung ist die Welt anders, als mit meiner Beobachtung! [= "Nicht-Objektivität"] - Werner Heisenberg [1901-1976, 1932 Nobelpreis für Physik (Quantenmechanik)] hat das so ausgedrückt: "Das Elektron existiert als wirkliches Ding nur, wenn es gemessen wird. Ansonsten ist es nur eine Möglichkeit, ein Ding zu werden." "Ding" heißt lateinisch "res". Davon leitet sich das Wort "Realität" ["Verdinglichung"] ab. Meine Beobachtung schafft demnach Dinge und Realität, die jedoch ohne meine Beobachtung so nicht da sind. Und neben dieser Realität gibt es eine andere Wirklichkeit, die für mich jedoch grundsätzlich mit meinen Sinnesorganen nicht zugänglich ist. In der 'Quantenphysik' sagt man, es gibt viele virtuelle Welten [1]. Durch meine Beobachtung wird eine real. Es gibt damit kein Ding an sich und keine objektive Welt, wie Kant, Newton und Descartes uns gelehrt haben. Das Subjekt Ich schafft erst Realität. Subjekt und Objekt gehören damit zusammen ... Kein ernsthafter Quantenphysiker leugnet heute noch die "Nicht-Objektivität" und die "Nicht-Lokalität". Die "Nicht-Lokalität" lehrt uns, dass die Dinge nicht so primitiv, seelenlos, lokal beschränkt sind, wie die klassiche Physik es lehrte. Kein Teilchen ist isoliert, sondern ein jedes hat "Ahnung" von der ganzen Umgebung. Die ganze Welt beeinflusst ein jedes Teilchen und ein jedes Teilchen beein- flusst die ganze Welt ... Hans Peter Dürr [1929-2014, 1987 "Alternativer Nobelpreis",1995 Friedensnobelpreis, Werner Heisenberg "Schüler", Quantenphysik = "hollistische Physik"] drückt das so aus: "Der individuelle Mensch ist mit dem ganzen Kosmos verbunden." Werner Heisenberg: "Die Bedeutung des Schönen in der exakten Naturwissenschaft" pdf >>> Vortrag vor der "Bayerische Akademie der Schönen Künste" in München 1970 www.youtube.com/watch?v=yXIksWkYHw8 - "Heisenberg spricht von den beiden Definitionen des Schönen in der griechischen Philosophie: "Die eine bezeichnet die SCHÖNHEIT als die richtige Übereinstimmung der Teile miteinander und mit dem Ganzen [Pythagoras]. Die andere, auf Plotin [205-270 n.u.Z. und Platon (427-347 v.u.Z)] zurückgehende, ohne jede Bezugnahme auf Teile, bezeichnet sie als das Durchleuchten des ewigen Glanzen des "EINEN" durch die materielle Erscheinung." ... Platon verbindet die Erfahrung der Schönheit mit der Erfahrung GOTTES: "Die SEELE erschrickt, sie erschauert beim Anblick des SCHÖNEN, da sie spürt, dass etwas in ihr aufgerufen wird, das ihr nicht von außen durch die Sinne zugetragen worden ist, sondern das in ihr in einem tief unbewussten Bereich [als präexistente-/archetypische-/ innere Bilder] schon immer angelegt war." (S.95f) - "Die QUANTENPHYSIK beschreibt die Einheit allen Seins vor allem als innere Verbindung allen Seins. Für uns Menschen heißt das: Wir können uns im Kosmos nicht als isolierte Wesen verstehen. Wir haben immer schon teil an der Materie. Was an einem Ort der Welt geschieht, hat Auswirkungen auf die ganze übrige Welt (S.80)" - Die moderne PHYSIK [ist] heute überzeugt davon, dass jenseits der von ihr beschriebenen physikalischen Wirklichkeit, die wir mit unseren Sinnesorganen und Messgeräten wahrnehmen, noch mehr existiert, es also etwas Transzendentes gibt, dessen Beschreibung nicht in den Bereich der Physik fallen kann. Die physikalische Wirklichkeit (HP) ist eigentlich nur ein Projektion der absoluten Wahrheit auf der von unseren Sinnesorganen und unseren Messgeräten erzeugten Ebene, die ich äußere Ebene nenne. Sie ist vergleichbar mit dem, was Platon in seinem "Höhlen- gleichnis" [2] schildert: Wahr nimmt der in der Höhle gefesselte Mensch nur die Schattenbilder an der Höhlenwand, also nur eine durch Licht erzeugte Projektion der Gegenstände, die sich vor der Höhle bewegen - niemals aber die richtigen Gegenstände, die Gegenstände in ihrer völligen Realität, in ihrer absoluten Wahrheit ... Die physikalische Beschreibung der Wirklichkeit ist sinnfrei, die religiöse sinnstiftend. Beide sind jedoch nur Projektionen der einen Wahrheit, beide können nur eine Ahnung von der absoluten Wahrheit vermitteln. Albert Einstein [1879-1955, 1921 Nobelpreis f. Physik] hat dazu gesagt: "Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft ist blind!" ... Sehr blumig drückt das neue Verhältnis von Physik und Religion die 1998 erschiene Enzyklika "Fides et ratio" ["An die Bischöfe der katholischen Kirche - über das Verhältnis von Glaube und Vernunft"] von Papst Johannes Paul II [1920-2005, bürgerlich Karol Jozef Wojtyla] aus: "Glaube [Religion] und Vernunft [Physik] sind wie die beiden Flügel, mit denen sich der menschliche Geist zur Betrachtung der Wahrheit erhebt!" ..." Aus: Anselm Grün, Michael Grün: "Zwei Seiten einer Medaille - Gott und die Quantenphysik" Michael Grün: "Physik und Religion" Die Entwicklung der klassischen Physik, S.17f, Gott "hinter" dem Urknall. 4. Erkenntnis der Kosmologie, S.24, Die Relativität der Wahrnehmung, S.46f, Nichts ist isoliert, S.56f, Grenzen unserer Erkenntnis, S.60, Aufgabe der Religionen, S.64f, Anselm Grün: "Anmerkungen eines Theologen zum Thema "Physik und Religion". Die Einheit allen Seins, S.80, Gott und das Schöne, S.95f, Vier Türme Verlag 3. Auflage 2016 (2015) [Meine Einfügungen] [1] virtuell: "möglich", "fähig zu wirken" [2] "Das Höhlengleichnis Platons" in: INFOS: Rat suchen - Illusion der Gewissheit >>> [3] Werner Heisenberg: "Schritte über Grenzen - Gesammelte Reden und Aufsätze" S.289, 293, Piper 1971 [HP] "Die Naturwissenschaft [versucht] gar nicht, die Welt zu beschreiben, wie wir sie erleben [Wirklichkeit]; vielmehr konstruiert sie ein vereinfachtes Modell, aus dem wir Rückschlüsse auf unsere Lebenswelt ziehen können. Dieses vereinfachte Modell können wir "physikalische Wirklichkeit" nennen, dürfen es aber nicht kurzschlüssig mit dem Gegebenen, mit der "Realität" identifizieren. Das mechanistische Denken verleitet allerdings dazu, eine derartige Verwechslung vorzunehmen." Aus: Herbert Pietschmann: "Das Ganze und seine Teile" V. Die Sehnsucht nach Sicherheit. 3. Ein gewagtes Spiel mit der Wirklichkeit, S.95, Ibera 2013 "Philosophische Aspekte der Modernen Physik - David Bohm und Implizite Ordnung" pdf >>> Priv.Doz. Dr. Kurt Bräuer - Institut f. Theoretische Physik Eberhard Karls UniTübingen http://docplayer.org/21127871-7-david-bohm-und-die-implizite-ordnung.html ZITATE: Heinz von Foerster: "Ständig entscheiden wir unentscheidbare Fragen" >>> "Andere Logiken, wie etwa asiatische Logiken, zum Beispiel die von Laotse im 'Tao-Te-King' [6.Jhd. v.u.Z] entwickelte, sehen die Sache ganz anders: Nur wenn man die widersprüchlichen Aspekte [These <-> Antithese] einer Sache gleichzeitig ['polar'] vor Augen hat, hat man die volle Wahrheit. Begreift man nur eine Seite eines Widerspruchs, kennt man nur einen Teilaspekt, muss man sich bemühen, nach der zweiten Seite zu suchen. Ein naturwissenschaftlich orientierter Europäer hingegen bemüht sich, nur eine Seite [These oder Antithese] zu sehen. Sieht er dennoch zwei einander widersprechende Seiten, glaubt er, eine davon [als Fehler] eliminieren zu müssen. Es kann für ihn nicht etwas wahr sein und das Gegenteil davon ebenfalls wahr sein [= 'Aporie']. Aus: Gerhard Schwarz: "Konfliktmanagement - Konflikte erkennen, analysieren, lösen" 1. Was ist ein Konflikt? Der Sinn der Konflikte. Pannen und Konflikte, S.35 Springer Gabler 9.Auflage 2014 Der Denkrahmen Polares Denken ![]() Tai Ji Symbol: YIN und YANG Monade "Aus der ursprünglichen Großen Einheit/Ursprung (taiji) hat sich die Zweiheit von Yin und Yang heraus entwickelt" - "Darstellung des Mondwandels" "Die beiden kosmischen Grundkräfte, das schöpferisch-bewegende Yang (hell, Vollmond, Tag) und (+) das ruhend - bewahrende Yin (dunkel, Neumond, Nacht) - "YIN und YANG sind gleichwertige Grundkräfte, die verändernd und umgestaltend in allem wirken" - "Die Zwei Rituale - Liang Yi" - Ein Binärcode" - "Ur-Rituale der Männlichkeit und Weiblichkeit" "Und zwar blickt sein dunkles oder "weiches" Gesicht [ROU, Neumond] auf der Tagseite herunter auf die Erde und wendet sich auf der Nachtseite hinauf in den Himmel. Sein helles oder "hartes" Gesicht [GANG, Vollmond] hingegen blickt auf der Nachtseite herunter auf die Erde und wendet sich auf der Tagseite hinauf in den Himmel" Aus: Frank Fiedeler: "Yijing" S.25, Diederischs 1996. "Bewirke zentrale Harmonie = Einssein mit dem Tao, verspricht es Weisheit, Harmonie, Glück alszu-fallend." [1] Siehe LEISTUNGEN: Akupunktur >>> [1] folgend Holger Kalweit (b.1947, dtsch. Ethno-Psychologe): "Der Stoff aus dem die Seele ist - Meine Suche nach dem Lichtkörper und die Geburt der Plasmapsychologie" II. Das Urwissen vom Seelenstoff. China: Yin Yang und die Drachenenergie. Yin und Yang, S.70. KOHA 2004 "Dualismus und POLARITÄT sind zwei himmelweit verschiedene Begriffe, die leider weitgehend miteinander verwechselt werden - vor allem von jenen, die die Idee einer absoluten und allein als Realität betrachteten Einheit zum ausschließlichen Ideal machen, dem gegenüber alle Vielheit, Unterschiedlichkeit, Differenzierung und Individualisierung als ein "Abfall" von der absoluten Realität erscheint und zur bloßen Illusion herabgewürdigt wird. Der Unterschied zwischen Dualismus und POLARITÄT besteht darin, dass Dualismus nur die unversöhnlichen Gegensätze sieht und zu einseitigen Wertungen und Entscheidungen führt, welche die Welt in ebenso unvereinbare Gegensätze ausein- anderreißt, während POLARITÄT aus der Einheit geboren ist und den Begriff Ganzheit einschließt: die jeweiligen Pole ergänzen einander, sind untrennbar miteinander verbunden wie der positive und der negative Pol eines Magneten, die einander bedingen und nicht voneinander isoliert werden können. Der Denkfehler des Dualismus besteht darin, dass wir nur die eine Seite der Dinge oder der Lebensvorgänge akzeptieren wollen, nämlich diejenige, die unseren Wünschen oder Idealen entspricht oder, mehr noch, unserem Haften am gegen- wärtigen Zustand, unserem illusorischen "Ich" und allem, womit es sich identifiziert. So wird der Begriff der Unveränderlichkeit mit dem der DAUER verwechselt, die vielleicht besser mit dem der KONTINUITÄT umschrieben würde. Im Sinne des I-Ging ["Buch der Wandlungen"] ist "Dauer ein Zustand [Dynamik], dessen Bewegung nicht durch Hindernisse erschöpft wird. Es ist nicht ein Zustand der Ruhe (im Sinne der Bewegungslosigkeit), denn bloßer Stillstand ist Rückschritt. DAUER ist somit eine sich selbst erneuernde Bewegung eines organisierten, integrierten Ganzen, die in Übereinstimmung mit unveränderlichen Gesetzen vor sich geht." In diesem Satz ist die zentrale Idee des "Buches der Wandlungen" auf die kürzeste Formel gebracht ..." (Lama Anagarika Govinda, 1898-1985) "Infolge der seit über 2000 Jahren dem westlichen Denken fehlenden, so dringend einzuhaltenden POLARITÄT (so wie die DNS-Stränge immer exakt polar gekoppelt sind) zugunsten dualistischen Denkens resultiert eine schiefe Sicht der ganzen Welt: Wer sich einseitig nur dem Guten verschreibt, nur einen Vater-Gott (keinen Mutter-Gott!) anerkennt, Feuer und Schwert ohne Hemmung gebraucht, weil der verdrängte, verteufelte Sexus dadurch ein Notventil findet, verliert die Kontrolle des Raumschiffes Erde, ist unfähig, die richtigen Kurs-korrigierenden Steuerungssysteme zu bedienen - denn Steuerung funktioniert allemal polarisierend durch feinstes immerwährendes Berücksichtigen polarer Gegensätze." Aus: Martin Maria Schönberger (1912-2005, dtsch. Arzt, Manualmediziner): "Verborgener Schlüssel zum Leben. Weltformel I-GING im genetischen Code" Einführung von Lama Anagarika Govinda (Ernst Lothar Hoffmann), S.18f, I-Ging und Genetischer Code im 5-Stufen-Schema der Meditation. 5. Stufe: Die Identität des "Richtigen" und des "Einseitigen", des "Überwärtigen" und "Hiesigen", des Weltschlüssels I-Ging und des DNS-Lebenscodes, S.106, FISCHER erweiterte u. verbesserte Auflage 1977 (1973) "Am Anfang steht das EINE. Es ist das Heilige, das Heile, das Ungeteilte. Mit unserer Menschwerdung begann die Urtragödie der VEREINZELUNG. Sie ist der Urschmerz der Menschen, ein Trennungsschmerz, der nicht aufhören wird, bis der Mensch wieder ins EINE zurückgefunden hat." Aus: Willigis Jäger OSB / Ko-un Roshi (1925-2020, Deutscher Benediktinermönch, Zen-Meister): "In jedem Jetzt ist Ewigkeit - Worte für alle Tage" Tag: 24.November, S.216 herausgegeben von Christoph Quarch, KÖSEL 2003 "Die namhaftesten Wissenschaftler der Welt sagen schon lange, dass Materie und Energie ['Geist'] eins sind." Wir wissen heute, dass Materie transformierbar ist; das Greifbare wandelt sich unablässig in Ungreifbares um. Unser Universum besteht lediglich aus Wellen, einer Reihe verschiedenster Dichtigkeiten, Frequenzen und Intensitäten. Vor einiger Zeit las ich einen alten Zeitungsartikel, in dem der englische Mathematiker und Astronom Sir James Heans [sic!] [korrigiert: Sir James Jeans (1877-1946)] ausführte, das Universum setze sich aus Wellen zusammen, eingeschlossene Wellen, die wir MATERIE nennen, und nichteingeschlossene Wellen, die wir STRAHLUNG oder LICHT nennen. Dieser Aphorismus gibt ein gutes Bild und setzt mehr als nur ein Gleichnis. Und muss uns da nicht die Genesis einfallen? So heißt es doch im 1.Buch Mose: Und Gott sprach: Es werde Licht! Wenn das ABSOLUTE sich relativiert, erleben wir Gegensätze. Im Zustand des Absoluten gibt es keine Differenzierung. Das Absolute ist ein Zustand des Einsseins, der Ganzheit, Vollkommenheit und Perfektion. Wenn es sich zu Schöpfungszwecken zweiteilt - "Die Gegenstände auf der Welt sind Hälften des einen Ganzen" (S.52), erfahren wir Geist und Materie, Großes und Kleines, Nacht und Tag, Inneres und Äußeres, Männliches und Weibliches, Süßes und Saures. Anders ausgedrückt: Wir sind uns bewußt, dass wir leben; wir nehmen tausend Unterschiede wahr. Wie der Philosoph und Dichter Ralph Waldo Emerson [1803-1882] sagte: "Jeder Geist baut sich ein Haus." Sie haben einen Körper, fünf (oder auch mehr) Sinne und die großartige Fähigkeit, Ihre Talente, Ihre Liebe, Ihre Freude und Wertschätzung angesichts all der göttlichen Dinge in Ihrem Leben zum Ausdruck zu bringen. Emerson erklärte die Gegensätze in seinem Essay 'Compensation' [1841] sehr schön: "Der Polarität oder Aktion und Reaktion begegnen wir in jedem Teil der Natur; in Dunkelheit und Licht; in Wärme und Kälte; in der Ebbe und Flut der Gewässer; im Männlichen und Weiblichen; im Einatmen und Ausatmen der Pflanzen und Tiere; in der Zentri- fugal- und Zentripedalkraft. Ein unausweichlicher Dualismus halbiert die Natur, so dass jedes Ding eine Hälfte ist und auf ein anderes Ding verweist, das es erst ganz macht: Geist - Materie; Mann - Frau; ungerade - gerade; subjektiv - objektiv; innen - außen; oben - unten; Bewegung - Ruhe; ja - nein. Jedes Süße hat sein Saures; jedes Böse hat sein Gutes." Das I Ging ["Buch der Wandlungen"] macht auf die GEGENSÄTZE wie Glück und Unglück, Erfolg und Mißerfolg usw. aufmerksam. Und es lehrt, auf welche Weise man sie aussöhnt. ... Erkennen Sie den Wert der Gegensätzlichkeit? Würden Sie nicht herausgefordert und hätten Sie keine Schwierigkeiten oder Probleme, dann würden Sie Ihre Quelle "göttlicher" Kraft nie entdecken. Die Gegensätze im Leben ermöglichen es Ihnen, Ihre seelisch-geistigen Werkzeuge zu schärfen, wodurch Sie die Hindernisse überwinden und die GEGENSÄTZE aussöhnen, und dabei erleben Sie die Freude, Ihre Probleme zu meistern und von Angst und Sorgen befreit zu sein. Emerson sagte: "Jedes Ja hat sein Nein." In der Bibel heißt es: 'Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel' (Mth 5,37). Das I Ging legt Ihnen nahe, dass Sie "ja" sagen zu allen Ideen, die Ihr Leben stärken, heilen, segnen, inspirieren, erheben und ihm zur Freude gereichen. Sagen Sie kühn "nein" zu allen Lehren, Ideen, Überzeugungen, Dogmen und Zwängen, die Ihren Geist hemmen, einschränken und ihm Furcht einträufeln. Mit anderen Worten: Akzeptieren sie geistig nichts, was Ihre Seele nicht mit Freude erfüllt. - "Besingen Sie die Schönheit des Guten und hören Sie auf, das Schlechte anzubellen." (Emerson, S.52) In einer verlorengegangenen hebräischen meditativen Betrachtung hieß es: "Ständiger Wandel ist die Wurzel aller Dinge, und der Wandel hat zwei Gesichter, ein Gesicht des Lebens und ein Gesicht des Todes." Wir müssen uns der Tatsache bewußt sein: Alles wandelt sich stets. Das Formlose nimmt ständig Form an, und das Geformte kehrt ständig zur Formlosigkeit zurück. Ist es irgendwo sehr heiß, kann man sicher sein, dass der Hitze Kühle folgen wird. Es kann geschehen, dass wir jetzt irgendwo eine gewaltige Überschwem- mung erleben, bei der Häuser weggerissen werden; aber wir können sicher sein, dass die Fluten zurück- weichen werden und dass die Sonne wieder scheinen wird. Alles wandelt sich, alles vergeht. So kann man auch nicht "ewig" krank sein. Auch das vergeht. Die heilige Therese [von Avila, Spanien (1515-1582)] sagte, man solle sich durch nichts bekümmern, ängstigen oder stören lassen. "Alles vergeht außer Gott" [das "Alleins-Quelle-Ursprung-Grosses DU"]." Das I Ging ist voll dieser Weisheit. Vergessen Sie nicht, dass es a nicht zufällig das "Buch der Wandlungen" ist." Aus: Dr. Joseph Murphy (1898-1981, Amerikanischer Philosoph, Psychologe, Vertreter der Neu-Geist Bewegung, New Thought): "Das I-Ging-Orakel Ihres Unterbewusstseins" (Secrets of the I Ching 1970) Kapitel 4: Die zeitlose Weisheit des I Ging. Die Gegensätze im Leben, S.45f. Die Aussöhnung der Gegensätze, S.47, Der Wandel und seine Bedeutung, S.47f. Zusammenfassung, S.52, Ariston 6.Auflage 1988 (1980) [Meine Ergänzungen] "Nicht nur die RELIGIONEN müssen Gleichnisse benutzen, um etwas zu deuten, das im Hintergrund nicht begreifbar ist. Auch die WISSENSCHAFT ist nur ein GLEICHNIS [1], auch die wissenschaftliche Sprache ist nur eine Gleichnissprache." Hans Peter Dürr (1929 - 2014) Deutscher Physiker, Elementarteilchenphysiker, Essayist Schüler von Werner Heisenberg von 1958-1976 Direktor des Max-Planck-Instituts für Physik und Astrophysik 1987 Right Livelihood Award ("Alternativer Nobelpreis") 1995 Friedensnobelpreis Aus: "Auch die Wissenschaft spricht nur in Gleichnissen - Die neue Beziehung zwischen Religion und Naturwissenschaft" herausgegeben von Marianne Österreicher, HERDER 2004 [1] Analogie, Parabel, Vergleich, Sinnbild, Lehrstück Denkrahmen Polares Denken Polar differenzierende Gemeinschaft POLARITÄT THESE - H - ANTITHESE - H - Aporie These und Antithese sind beide wahr! "Dualer Kompromiss" zwischen These und Antithese, ohne treibender "Kraft" des Widerspruchs!" Widersprüche ergänzen einander! POLARE EINHEIT "Sowohl-Als-Auch-Prinzip" als Vereinigende Polarität "Scheinbar Harmonische Zweiseitigkeit" MENSCH - NATUR GEIST - MATERIE LEBEN - TOD INDIVIDUUM - GRUPPE JUNGE - ALTE MÄNNLICHES - WEIBLICHES PRINZIP These - Antithese Monismus - Dualismus - Pluralismus GEIST - Äther - Urei - Eros - Okeanos - MATERIE Irdisches - Metaxy (Eros, Psyche) - Göttliches Ur-Ei - Eros - Dasein - Chaos - Gaia Chaos - Gaia - Kosmos - Götter - Menschen Eros - Himeros - Psyche Henne - Ei Leben - Tod Verbrauch - Erneuerung - Austausch gegen etwas Neues Licht - Liebe - Leben (3L) Materiewelt - Seelen-(Plasma)welt - Licht-Geistwelt MATERIE-Körper - PLASMA-Psyche - GEIST-Bewusstsein - LEBEN Materie - Po+Chi +Hun - Tao ("Das Ganze", "Leere", Li, Tai Chi) Mikrokosmos - Mesokosmos - Makrokosmos Feuer - Erde - Wasser - Luft Feuer - Erde - Wasser - Luft - Leere Holz - Feuer - Erde - Metall - Wasser Materie-Natur - Psyche - Geist Das Seiende - Das Unteilbare - Das Identische Das Vergehende - Das Teilbare Das Seiende - Das Vergehende Bewahren"- Verändern (Erneuern) Diesseits - Jenseitsseits Sein - Nichts SEIN-Starre"- WERDEN-Identitätslosigkeit Bewahren-Erstarrung" - Verändern-Identitätsverlust Existenz - Kausalität Quantität - Qualität Methode - Inhalt Raum/Dauerndes - Körper - Veränderung/Zeit Raum - Zeit - Ewigkeit (Unveränderlichkeit) Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft was war - was ist - was sein wird Erinnerung - Augenschein - Erwartung Links - Rechts; Oben - Unten; Frau - Mann Vorne - Hinten; Innen - Außen; Tag - Nacht Materie - Natur - Psyche - Geist Chaos -Raum - Materie - Leben - Intelligenz Evolution - Involution Einfalt - Chaos - Vielfalt Einheit - Vielfalt Einzelnes - Allgemeines Nutzen - Segen Fortschritt - Verbesserung Synthese - Intuition - Analyse Diesseits - Jenseits; Yin - Yang Diskret"- Kontinuierlich Endlich - Unteilbar Offenheit - Kritikbewusstsein Verifikation"- Falsifikation Weg - Ziel Dein Weg - Mein Weg Dein Ziel - Mein Ziel Kampf - Flucht Intuition - Erfahrung Kreativität - Konstruktion Freiheit - Ordnung - Autonomie Selbstbestimmung-Selbstherrlichkeit - Fremdbestimmung-Kadavergehorsam Freiheit-Dummheit - Naturnotwendigkeit-Feigheit Freiheit/"Zwang zur Entscheidung" - Verantwortung - Sorgfaltspflicht - Willkür Freiheit-"Wahlmöglichkeit" - Vernunft - Naturnotwendigkeit - Willkür-"Wahlmöglichkeit" Nähe - Distanz Isolation - Attraktion Naturwissenschaft - Geisteswissenschaft Erfahrungswissen - Wissenschaftsbasiertes Wissen Reduktionismus - Ganzheitlichkeit Fast Medicine - Slow Medicine Disharmonie - Harmonie Physik - Philosophie Grundlagenwissenschaft - Anwendung Samsara - Nirvana (Die weltliche, relative Sicht - Die überweltliche, absolute Sicht) Theorie - Experiment usw. Polare Kausalität Widerspruch wird zum Gegensatz! POLARE GANZHEIT Das Besondere des Gegensatzes und Verbindende zugleich! Magnet hat sowohl N-Pol als auch S-Pol Sowohl "Experimentelle NaturWissenschaft" als auch "Beobachtende NaturWissenschaft" als auch "Geisteswissenschaft" als auch "Erfahrungsheilkunde" als "Erfahrungswissenschaft"! Ein scheinbares "Gemeinsam" - Ein "scheinbar friedliches Miteinander von Zweien" (These H Antithese) im Erkenntnisprozess, ohne den zwischen ihnen bestehenden Konflikt "synthetisch" fruchtbar werden zu lassen - Taktische Entscheidung! ![]() René François Ghislain Magritte (1898-1967) Belgischer Maler des Surrealismus 1935 "Die kollektive Erfindung" (Grillet 92f) Öl auf Leinwand. 73 x 116 cm Aus: https://arthouse-online.nl/de/-rene-magritte/868-die- kollektive-erfindung-rene-magritte-8718375750285.html "Ist es völlig sinnlos, sich hinter den ordnenden Strukturen der Welt im Großen ein "Bewusstsein" zu denken, dessen"Absicht" sie sind? Natürlich ist auch die so gestellte Frage eine Vermenschlichung des Problems, denn das Wort "Bewusstsein" ist ja aus menschlichen Erfahrungen gebildet." Werner Karl Heisenberg (1901 - 1976) Deutscher Physiker, Mitbegründer der Quantenmechanik 1925 erste Mathematische Formulierung der Quantenmechanik 1927 Einführung der "Unschärferelation" oder "Unbestimmtheitsrelation" 1932 Nobelpreis für Physik Aus: "Der Teil und das Ganze - Gespräche im Umkreis der Atomphysik" dtv 12.Auflage 1991 (1969) Der Denkrahmen der Dialektik Das Denken unter Berücksichtigung von Aporien (~ Wiedersprüche, die sich nicht als Fehler enlarven lassen; Auswegslosigkeiten, Zwickmühlen, Dilemmata) Auf "Messers Schneide" balancieren! ![]() "Also bin ich um jenes Wenige weiser als alle die andern, weil ich, was ich nicht weiss, auch nicht zu wissen glaube!" SOKRATES
"Die dialektische Natur der Physik [... denn naturwissenschaftliches Denken und Handeln muss immer zugleich kritisch und offen sein!] sehen wir auch daran, dass die Naturwissenschaft in ihrem Inhalt Widersprüche als Fehler betrachtet, in ihrer Methode aber auf Aporien [These und Antithese sind "wahr"] nicht verzichten kann. Sie sucht geradezu nach Widersprüchen, um sie (als Fehler) eliminieren zu können. Wenige Experimentatoren sind an Ergebnissen interessiert, die die Theorie bestätigen, weil dann ihre Arbeit viel seltener zitiert wird, als wenn sie eine theoretische Vorhersage widerlegt. Denn am Anfang jedes Ent- wicklungsprozesses steht immer ein Widerspruch! Jeder Widerspruch verlangt nach Veränderung, entweder im Sinne der Logik durch seine Elimination, oder im Sinne der Dialektik durch Aufheben in einer Synthese. Zwischen diesen beiden Extremen gibt es freilich ein weiteres Feld, in dem etwa die operationale Bewältigung eine wichtige Rolle spielt, kommt sie doch der Synthese nahe, ohne den Widerspruch im eigentlichen Sinne aufzuheben. (Sie wäre etwa einem Kompromiss zwischen These und Antithese der Aporie zu vergleichen.) Da die naturwissenschaftliche Methode wesentlich auf dem Wechselspiel der beiden Elemente "Theorie" und "Experiment" beruht, müssen wir Widersprüche zwischen diesen beiden Elementen von Widersprüchen innerhalb von Theorien oder Theorieteilen unterscheiden. Widersprüche zwischen Experimenten brauchen wir nicht gesondert zu betrachten, weil erst bei ihrer Abwesenheit von einem reproduzierbaren Messergebnis gesprochen werden kann ... Wir wollen den Begriff "Widerspruch" hier sehr weit fassen: Als Widerspruch bezeichnen wir nicht nur die Tatsache, dass eine theoretische Vorhersage nicht mit dem entsprechenden Messergebnis übereinstimmt; auch wenn ein Phänomen gefunden wird, das nicht von der zuständigen Theorie vorhergesagt werden kann, wollen wir von Widerspruch sprechen ... Wenn die Quantenphysik - als bisher einzige Theorie der Naturwissenschaft - tatsächlich eine echte Synthese ( ... die über die starre Logik, das Denken in Seinskategorien, hinausweist (S.220) ...) darstellt, dann ist zu zeigen, in welchem Sinne der Widerspruch in des Wortes dreifacher Bedeutung aufgehoben ist. Zunächst ist festzustellen, dass die Quantenmechanik - wie jede andere physikalische Theorie auch - mathematisch formuliert ist; da die Mathematik (auf dieser Ebene) der Inbegriff der Widerspruchs- freiheit (so wie aller drei Axiome der Logik) ist, gilt damit jeder Widerspruch als eliminiert! Zum Unterschied von anderen Theorien der Physik ist die Quantenmechanik in ihrer mathematischen Niederschrift noch nicht vollständig! Sie bedarf noch der Interpretation (... vermutlich von jedem akademischen Lehrer anders dargestellt (S.220) ...), ohne die eine experimentelle Überprüfung ihrer Voraussagen nicht möglich wäre. Und in dieser Interpretation ist der Wider- spruch als Welle-Teilchen-Dualismus oder als Komplementarität [n. Niels Bohr, 1927 am Physikerkongress in Como, Italien] bewahrt! ... die Quantenmechanik ... die einzige Theorie der Physik, die die philosophische Frage nach den Voraus- setzungen der naturwissenschaftlichen Methode geradezu herausfordert ... [in einer] Auseinandersetzung zum Thema "Quantentheorie und Realität" [1] ... ist der Widerspruch auch auf eine höhere Ebene gehoben! Die Logik des Aristoteles ist Grundlage unseres Zurechtfindens in der Lebenswelt und daher auch des "Anschaulichen". Die Quantenmechanik als aufgehobener Widerspruch (... als aufgehobene Aporie "diskret -kontinuierlich". Weil beide Eigenschaften auf die Objekte der Mikrophysik zutreffen, im konkreten Fall aber immer entweder die eine oder die andere experimentell wirksam wird, muss ein plötzlicher Wechsel zwischen beiden auftreten ... [sog] "Reduktion der Wellenfunktion" oder "Quantensprung". Dieser Wechsel tritt immer dann ein, wenn von zwei aufeinander folgenden Experimenten eines nach den diskreten und das andere nach den kontinuierlichen Eigenschaften fragt. Er [der Wechsel] wird also durch den Experimentator bestimmt und liegt daher nicht in einer von ihm unabhängigen Realität schon vorher begründet! S.222) ist somit grundsätzlich nicht anschaulich; sie vermittelt ein Gefühl des Unvollkommenen und erzeugt Unsicherheit vor allem bei jenen, für die "Verstehen" noch im mechanistischen Sinne des Lord Kelvin [William Thomson (1824-1907): "... er sei erst dann zufrieden, wenn er von einer Sache ein mechanisches Modell herstellen könne"] gemeint ist. Drei Indizien seien dafür beigebracht: 1. Bei der Entwicklung der Quantenmechanik im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts sind einige der bedeutensten Mitschöpfer [Max Planck (1858-1947), Albert Einstein (1879-1955), Max von Laue (1879-1960), Erwin Schrödinger (1887-1961)] dieser Theorie nach ihrem Beitrag "abgesprungen" [aber durch die operationale Bewältigung der Aporie "diskret-kontinuierlich" können wir nun "die Widerstände gegen die Quantenmechanik als ANGST vor umfassendem und damit unbegrenztem Denken [derer] interpretieren ...(S.249)] und haben die weiteren Schritte nicht mitgetragen. 2. Noch heute entstehen laufend neue Lehrbücher der Quantenmechanik (... ohne zum mathematischen Apparat wesentliches hinzuzufügen (S.220) ...), weil die Autoren der Meinung sind, die bisherigen Ansätze zur Vermittlung seien nicht zielführend. 3. Obwohl die Ergebnisse der Quantenmechanik längst zur Grundlage technischer Entwicklungen geworden sind, gibt es laufend eigene Kongresse, die sich mit der Interpretation der Quantenmechanik befassen, weil sie angeblich unbefriedigend sei. ... auch Einstein verabschiedete sich von der weiteren Entwicklung, als die Quantenmechanik mit Wahrscheinlichkeiten zu operieren begann. Am 4.12.1926 schrieb er an Max Born (1882-1970) [2]: "Die Quantenmechanik ist sehr Achtung gebietend. Aber eine innere Stimme sagt mir, dass das doch nicht der wahre Jakob ist. Die Theorie liefert viel, aber dem Geheimnis des Alten bringt sie uns kaum näher. Jedenfalls bin ich überzeugt, dass der nicht würfelt." Wolfgang Pauli [1900-1958] schildert Einsteins Haltung [3]: "Mit lauter "vielleicht" kann man doch keine Theorie machen, sagte er oft, und "in der Tiefe ist es falsch, wenn auch empirisch und logisch richtig". Ein Denken in Gegensatzpaaren, anschauliche Bilder, die von der Wahl der Versuchsanordnung abhängen, primäre Wahrscheinlichkeiten, das konnte Einstein nicht akzeptieren ... "Physik ist doch die Beschreibung des Wirklichen", sagte er zu mir und fuhr mit einem sarkastischen Blick auf mich fort: "oder soll ich vielleicht sagen, Physik ist die Beschreibung dessen, was man sich bloß einbildet?" diese Frage zeigt deutlich Einsteins Besorgnis, dass durch eine Theorie vom Typus der Quantenmechanik der 'objektive Charakter der Physik' verloren gehen könnte, indem durch deren weitere Fassung der Objektivität einer Naturerklärung der Unterschied der 'physikalischen Wirklichkeit' von 'Traum' oder 'Halluzination' verschwommen werden könnte." ... Einstein stand offenbar vor dem Dilemma: Entweder es gibt eine physikalsich beschreibbare Wirklichkeit, oder wir verlieren jede Möglichkeit der Objektivierung bis hin zum Verschmelzen von Traum und Wirklichkeit. Er konnte daher keine physikalische Theorie akzeptieren, die den Anspruch aufgibt, eine abbildungsartige Beschreibung der Wirklichkeit zu sein ... Deutlich wird dies auch aus einem Brief an Erwin Schrödinger [1887-1961] [3] aus dem Jahr 1950, in dem Einstein schreibt: "Du bist (neben Laue) unter den zeitgenössichen Physikern der einzige, der sieht, dass man um die 'Setzung der Wirklichkeit' nicht herumkommen kann - wenn man nur ehrlich ist. Die meisten sehen gar nicht, was sie für ein gewagtes Spiel mit der Wirklichkeit treiben." ... ZITATE: Erwin Schrödinger: "Denn das, was ist" >>> Angesichts dieser Tatsachen ist es verständlich - wenn auch nicht entschuldbar -, dass sich manche akademische Lehrer auf den unumstrittenenen [mathematischen] Teil [der Quantenmechanik] beschränken und den eigentlich interessanten [interpretativen] Teil einfach unterdrücken, weil er nicht widerspruchsfrei dargestellt werden kann. So kommt es dazu, dass man in der Gemeinschaft der Physiker zwei Gruppen erkennen kann, die als "arbeitende ("working physicists") und "grübelnde" Physiker ["brooding physicists"] zu bezeichnen wären ... "Arbeitende Physiker", die die Methode der Physik anwenden, haben keinerlei Schwierigkeiten mit der Quantenmechanik". Allerdings sind ihnen die weitreichenden Konsequenzen für die "Frage der Abbildung einer Wirklichkeit'" oft gar nicht bewusst!. Daher kommt es auch, dass die Quantenmechanik Grundlage technischer Entwicklungen werden konnte. Erst beim Versuch, die in der Praxis problemlose Methode hinsichtlich ihrer Beschreibung einer "Wirklichkeit" zu interpretieren, treten Konflikte auf." Aus: Herbert Pietschmann: "Phänomenologie der Naturwissenschaft" 6. Die dialektische Natur der Physik, 6.7 Erklärung und Konsens 6.7.3 Der Wandel des Begriffs "erklären", S.178, 7. Die Elimination der Widersprüche, 7.1 Formen der Widersprüche, 7.1.1 Widersprüche als Antrieb der Entwicklung, S.185f, 194, 7.2 Fünf Stufen der Elimination, 7.2.5 Stufe V: Synthese durch Aufheben des Widerspruchs 7.2.5.1 Quantenmechanik als Synthese von diskret und kontinuierlich, S.216-218, 7.2.5.2 Ablehnung der Quantenmechanik durch einige ihrer Mitbegründer, S.218f, 7.2.5.3 Didaktik der Quantenmechanik, S.221, 7.2.5.4 Zur Interpretation einer Synthese, S.222 Ibera 2007 [1] Im "Spektrum der Wissenschaft" VI/1980: Eine Auseindersetzung zum Thema "Quantentheorie und Realität" von den beiden Physikern Victor Weisskopf (1908-2002) und Bernard d'Espagnat (1821-2015) [2] Albert Einstein, Hedwig und Max Born: "Briefwechsel 1916-1955" Nymphenburger Verlag, München 1969, p.129f [3] Karl Gabriel Przibram (1878-1973, österr.Physiker): "Briefe zur Wellenmechanik von [Erwin] Schrödinger, [Max] Planck, [Albert] Einstein, [Hendrik Antoon] Lorentz" Springer 1963 "Eine der fundamentalsten Erkenntnisse der Quantenphysik ist es, dass es einen "reinen Zufall" gibt. Es gibt also Ereignisse, denen keine kausale Bedingung zugrunde liegt. ... Des Weiteren mussten wir uns von der Annahme verabschieden, dass das, was wir beobachten, schon vor der Beobachtung existiert hat." Prof. Dr. Anton Zeilinger (b.1945) Österreichischer Quantenphysiker Hochschullehrer an der Universität Wien "In der Quantenphysik findet man die Möglichkeit zur Superposition von Zuständen, Komplementarität, Unschärfe, Nicht-Lokalität und Verschränkung. Demgegenüber steht die klassische oder Alltagswelt in der ein Objekt ... meist als vom Beobachter unbeeinflusst betrachtet werden kann. Wenn aber nun die Quantenmechanik eine universell gültige Theorie ist, warum sehen wir keine ihrer seltsamen Eigenschaften im täglichen Leben? ... Wo ist die Grenze? Kann man sie verschieben? Wie vollzieht sich der Übergang? Wird eventuell die Beschränkung nicht durch die Eigenschaften des Objekts sondern eher durch seine Wechselwirkung mit der Umgebung verursacht ...?" (2) "Das GANZE ist nicht mehr, sondern etwas anderes als die Summe seiner Teile!" (3) (1) Anton Zeilinger: "Das Ende des kausalen Weltbildes", S.22, Forschungsmagazin der Österr. Akademie d. Wissenschaften 9/2011. (2) Markus Arndt, Olaf Nairz: "Grenzgänger: Welle-Teilchen Dualismus von C60" S.5, Plus Lucis 3/1999. In: Herbert Pietschmann: "Das Ganze und seine Teile" V. Die Sehnsucht nach Sicherheit. 1. Schrödinger und die Form des Atoms, (1) S.87, (2) 88f, (3) S.91, Ibera 2013 Markus Arndt, Olaf Nairz, Julian Vos-Andreae, Claudia Keller, Gerbrand van der Zouw, Anton Zeilinger: "Wave-particle duality of C60 molecules"Nr. 401. Nature, London 14. Oktober 1999, S.680-682 "Das GANZE ist zu viel. Das Denken kann das Ganze nicht erfassen, weil es lediglich abstrahiert [verallgemeinert]; es begrenzt und definiert. Und das Vergangene, aus dem das Denken schöpft, faßt nur eine bestimmte, begrenzte Menge." Aus: David Bohm (1917-1992, US-am.Quantenphysiker, Philosoph), Anke Grube (Übersetzerin): "Der Dialog. Das offene Gespräch am Ende der Diskussion" ("On Dialogue" Routledge 1996) II Vom Dialog, Die Vision vom Dialog, S.86, Klett-Cotta 9.Auflage 2019 (1998) "Drawing Hands" - 1948 ![]() Maurits Cornelis Escher (1898-1972) Niederländischer Künstler und Grafiker http://kunst.erzwiss.uni-hamburg.de Denkrahmen Dialektik - Dialektisches Denken Dialektisch offen kritisch differenzierender vereinigender Prozess Widerspruch und Aporie ist Quelle der Entwicklung! Thesis ⇔ Antithesis ⇔ Synthesis LEHREN-Totes Merkwissen ("Lehr-Stoff", "Frontal-Unterricht") ⇔ SELBSTLERNEN-Spielerei ("Zeitvergeudung", "Unernste Gefühlsduselei") "Der Schüler lernt vom Lehrer" ⇔ "Der Schüler lernt nicht vom Lehrer" ⇔ "Der Schüler lernt nur aus sich selbst" = "Der Schüler weiß schon alles, aber er weiß nicht, dass er es weiß!" Der Lehrer soll, wie die Hebamme (maia) der Mutter zu ihrem Kind verhilft, seinen Schülern helfen, ihr eigenes, unbewusstes Wissen ins Bewusstsein zu heben! = Maieutik ("Hebammenkunst") n. SOKRATES: Gemeint ist, dass man [der "Lern-Helfer", "Facilitator of Learning" n. Carl Rogers (1902-1987)] einer Person zu einer Erkenntnis verhilft, indem man sie durch geeignete Fragen dazu veranlasst, den betreffenden Sachverhalt selbst herauszufinden! (Maieutik: die Kunst, jemandem beim Selbstlernen zu helfen!) ⇔ HX-Verwirrung H X H XH-Entwirrung Neubildung Synthese "Dialektischer Prozess" 'Balance - Kompromiss der beiden widersprüchlichen Seiten' 'Kreative Bewältigung des Widerspruchs und der Nicht-Eindeutigkeit' 'Synthese der ursprünglichen Aporie als dritte Möglichkeit'! Tertium datur! GESAMTBILD KOMPLEMENTARITÄT KONSENS "Liebe ist im anderen bei sich zu sein!" (GWF Hegel) "Operationale Bewältigung" = Ernstnehmen einer Aporie = HX-Balance/Kompromiss: Ähnlich einem Kompromiss, werden These und Anithese auf ebenbürtiger Ebene berücksichtigt, ohne einer echten "synthetischen" Neubildung (der Widerspruch wird nicht aufgehoben!), zielt aber auf einen Schritt in Richtung Synthese [HXH- Neubildung] und geht damit doch über die Grenzen des logisch-materialistisch/mechanistischen Denkrahmens hinaus. Cave: Die Versuchung, statt der "anstrengenden Arbeit am dialektischen Prozess" - [Expertise und Entscheidung: Experten dürften dann nur 'Wenn-Dann-Aussagen' treffen, für welches 'Wenn' wir uns entscheiden, unterliegt der Verantwortung.] -, Kompromisse logisch rational nach dem Prinzip "Du gibst hier nach, ich dafür dort" einzugehen! "Dialektischer Konsens" - "Aporetischer Konsens ("Übereinstimmung" = HXH-Synthese/Neubildung) zwischen These und Antithese, ohne Beseitigung der "Kraft" des Widerspruchs - wenn er gelingt - führt er zu etwas "Neuem" [HXH-Neubildung], das am Beginn noch nicht angedacht worden ist! "HARMONISCHE EINHEIT DER VIELHEIT" "Unterscheide, ohne zu trennen" ⇔ "Vereine, ohne Gleichmacherei (zu egalisieren)" "Differentiate Without Separating ⇔ "Unify Without Equalization" "EINHEIT EINANDER SCHEINBAR AUSSCHLIESSENDER TEILE" APORON = Die widersprüchliche Einheit n. Pietschmann: "Nicht Individuum, sondern Aporon [ Ich-Du ⇔ Wir ] ist der Mensch! (s.u) SYMPATHIE = System der universellen Entsprechung, ANALOGIE, Entsprechung, Symmetrie, Komplementariät, ALGEBRA = "Das Zusammenfügen gebrochener Teile, die schon einmal eine Einheit waren!" SYNERGIE = "Das Zusammenwirken" "Bist Du bereit, eine Lösung (3.Alternative) zu suchen, die besser ist als die (1. u. 2.Alternative), die jeder von uns beiden bisher im Sinn hat?" als Aporie ernst genommen "Ohne Ausweg seiend" - (Dilemma, Zwickmühle) Dabei sind "These und Antithese" war! (bezweifelbar) "Der spannungsvoll-kreative 'Kampf' der Gegensätze" und Quell der Entwicklung zu etwas völlig Neuem! "Ich [Herbert Pietschmann] weiß schon, dass diese Hoffnung zunächst utopisch klingt. Aber sie ist keine Illusion, wenn das Verlangen nach ['XH-Entwirrung'] Überwindung der HX-Verwirrung so stark wird, dass der dialektische Prozess in Gang kommt. Voraus- setzung dafür ist allerdings die GEWÖHNUNG an den UMGANG mit APORIEN, die durch unseren [logischen] Denkrahmen bequem, aber trügerisch eliminiert werden." Aus: H.P.: "Eris & Eirene" Fortschritt und Verbesserung, S.125, Ibera 2016 "Das Wort "Verbindung" [ ⇔ ] ist jedoch zu sehr vom mechanischen Denken bestimmt, als dass es dem, was Platon, Emanuel Swedenborg (1688-1772) und ich [Holger Kalweit] mit ANALOGIE meinen, gerecht werden kann. Ich möchte daher eher von ALGEBRA sprechen! ... ein "Sichverbinden ursprünglich zusammengehörender Teile", d.h. ein sich Wiederverbinden dessen, was einmal getrennt wurde, also eine Wiederherstellung der Einheit. Der zweite Begriff, um dieses Verbindende zu erfassen, ist die ANALOGIE, und diese bezeichnet "eine Ent- sprechung scheinbar verschiedener Dinge und Zustände". Hierin liegt die ewige Anziehungskraft des Eros ['Begehren', 'Verlangen']: durch Analogien die Vielfalt der Welt zur Einheit zurückzuführen. Im vollkomenen Eros ['Liebe'] lösen sich alle Unterschiede auf - das ist das Geheimnis, das uns ihm blind folgen lässt. Nur das Geheimnis lockt!" [(8) Holger Kalweit] "DIALEKTIK [die "Kunst der Unterredung"] beschreibt den lebendigen Aspekt der Welt, jene Konflikte, die sich nicht in ein starres ['Entweder-Oder' u/o. 'Sowohl-Als-Auc'] Schema bringen lassen, weil sie an die Emotionen der Beteiligten gebunden sind. Eine echte SYNTHESE ["Verknüpfung", mittels eines dialektischen Prozesses] ist daher auch nicht immer zu erreichen, wohl aber lohnt es sich, sie anzustreben. Erst wenn die Zustimmung der Betroffenen eingeholt wird, dürfen wir von einem Versuch sprechen, den Konflikt dialektisch zu lösen oder zumindest in eine Art Harmonie der Konfliktpartner überzuführen. Denn jede echte Synthese - angestrebt oder erreicht - muss sowohl die THESE als auch die ANTITHESE berücksichtigen, sie muss also den ursprünglichen Widerspruch in irgend einer Form enthalten, er soll ja gerade nicht elminiert werden! Einer der Großmeister der Dialektik Georg Wilhelm Friedrich Hegel [1770-1831], hat gesagt, in der Synthese müsse der Widerspruch aufgehoben sein, und zwar in des Wortes dreifacher Bedeutung: Aufgehoben wie ein Andenken (also bewahrt), aufgehoben wie ein Gesetz (also nicht mehr gültig) und aufgehoben auf eine höhere Ebene, es muss etwas Neues aus dem dialektischen Prozess entsprungen sein ..." (HP) ![]() Bedeutende Dialektische Paare Grundaporien Gottheit ⇔ Menschheit Mensch ⇔ Natur Geist ⇔ Materie Leben ⇔ Tod Diesseits ⇔ Jenseits EINHEIT-UNION⇔ VIELFALT-DIVERSITÄT INDIVIDUUM ⇔ GRUPPE Gemeinschaft ⇔ Öffentlichkeit Ordnung ⇔ Freiheit Junge ⇔ Alte Männliches ⇔ Weibliches Prinzip Wir sind menschliche Wesen, die eine spirituelle Erfahrung machen ⇔ Wir sind spirituelle Wesen, die eine menschliche Erfahrung machen "Offenbar gibt es nur einen anderen Ausweg: die Vereinigung aller Bewusstseine in eines. Die Vielheit ist bloßer Schein; in Wahrheit gibt es nur ein Bewusstsein. Das ist die Lehre der Upanishaden, und nicht nur der Upanishaden allein. Das mystische Erlebnis der Vereinigung mit Gott führt stets zu dieser Auffassung, wo nicht starke Vorurteile entgegenstehen; und das bedeutet: leichter im Osten als im Westen ... Jetzt ist es aber wohl doch nötig vorauszuschicken, dass wir die Überlegungen dieses Ab- schnittes logisch nicht ganz so ernst meinen wie alles bisher Besprochene, dafür aber ethisch viel ernster. Ich gebe von allem Anfang an unumwunden zu, dass ich mich von jetzt an von Metaphysik, ja von Mystik nicht nur nicht freihalten werde, sondern dass sie in alles Folgende wesentlich herein- spielen. Natürlich weiß ich genau, dass schon allein dieses Zugeständnis mich einem heftigen Angriff von seiten des Rationalismus aussetzt, das heißt von seiten der Mehrzahl meiner naturwissenschaftlichen Kollegen, welche mir bestenfalls mit freundlich-spöttischem Lächeln sagen werden: Weißt du, mein Lieber, damit bleib uns vom Leibe, ..." (1) Erwin Rudolf Josef Alexander Schrödinger (1887-1961) 1933 Nobelpreis für Physik "für die Entdeckung neuer fruchtbarer Formen der Atomtherorie" Österreichischer Physiker, "Wellenmechanik" Wissenschaftstheoretiker ZITATE: Erwin Schrödinger: Denn das, was ist >>> (1) Herbert Pietschmann: "Erwin Schrödinger und die Zukunft der Naturwissenschaft" "Schrödingers philosophische Ansichten" S.39. Wiener Vorlesungen Picus Verlag 1999 Erwin Schrödinger: "Mein Leben, meine Weltansicht" Meine Weltansicht. Was ist wirklich? 4. Die Identitätslehre: Licht und Schatten, S.160, Zsolnay Verlag, Wien, 1985 GEMEINSCHAFTSSINN-Altruismus SELBSTVERWIRKLICHUNG-Egoismus SELBSTVERWIRKLICHUNG-Selbstbefriedigung ⇔ GEMEINSCHAFTSSINN-Selbstaufgabe SELBSTGENÜGSAMKEIT-Selbstbefriedigung ⇔ SEHNSUCHT NACH DEM DU-Unterwerfung LIEBENSWÜRDIG-Willenlos ⇔ BEGEISTERUNGSFÄHIG-Rücksichtslos "Der reife Mensch ist 'liebenwürdig, ohne willenlos zu sein', und zugleich 'begeisterungsfähig, ohne rücksichtslos zu sein'. Aber dies ist kein Zustand, kein "Sein", sondern ein ständiger Prozess, ein immerwährendes "Werden"! Wie jede Synthese muss auch die REIFE, die "LIEBESFÄHIGKEIT" immer wieder neue errungen werden."(HP) TOLERANZ-Gleichgültigkeit ⇔ AUS-EINANDER-SETZUNG-Streit EIRENE - Göttin des Friedens ⇔ ERIS - Göttin des Streites TOLERANZ zielt darauf, den anderen Standpunkt bestehen zu lassen, um ihn näher kennenzulernen und sich vielleicht weiter zu entwickeln. GLEICHGÜLTIGKEIT will alles Beliebige/Vorgegebene zulassen, ohne eigentlich selbst davon berührt zu werden. AUS-EINANDER-SETZUNG zielt darauf, den eigenen Standpunkt darzustellen und auf den anderen zu achten. STREIT zielt auf den eigenen Standpunkt, und versucht diesen auf Kosten des anderen durchzusetzen. "Eine BEZIEHUNG kann nur gedeihen, wenn Toleranz geübt wird (These) und sie kann aber auch nur gedeihen, wenn aufkeimende Konflikte durch Auseinandersetzung ausgeräumt werden (Antithese)!" = APORIE ⇒ Synthese durch Nächsten-LIEBE! INDIVIDUUM - Gelebter Solipsismus ⇔ GEMEINSCHAFT - Gleichschaltung u. Auswechselbarkeit "'Individualität ohne Solpsismus, Gemeinschaft ohne Gleichschaltung' heißen daher die Maximen. Wer in der 'HX-Verwirrung' verharrt wird entweder die INDIVIDUALITÄT betonen und gegen GLEICHSCHALTUNG und AUSWECHSELBARKEIT kämpfen, dadurch aber allzu leicht in den gelebten SOLIPSISMUS [Nur Ich!] verfallen; im anderen Fall wird er oder sie die GEMEINSCHAFT betonen, gegen gelebten SOLIPSISMUS kämpfen und allzu schnell zur GLEICHMACHEREI gelangen. ... Wie konnte Descartes ein ICH behaupten, das ohne DU selbständig sein sollte? Sein "Cogito, ergo sum" ("Ich denke, also bin ich") ist ein Kind des mechanistischen Denkens, ein Versuch, den Denkrahmen auch dem Menschsein aufzuprägen ... "Cogito, ergo sum" ... ist zu ersetzen durch das 'APORON': "Communico, ergo sumus" ("ICH kommuniziere, also sind WIR") und äquivalent, "Communicamus, ergo sum" ("WIR kommunizieren, also bin ICH") ... Der Widerspruch von INDIVIDUUM und GEMEINSCHAFT muss in dieser Erkenntnis mitgedacht werden! "An diesem [dialektischen Paar] Beispiel [lernen wir] nicht nur den dialektischen Prozess genauer kennen, [sondern] wir sehen daran auch sofort, dass im Bereich der DIALEKTIK Probleme nicht so einfach in ihre Urbestandteile [These/Antithese] zerlegt werden können, wie dies die LOGIK vorschreibt. Denn bei jedem aufkeimenden Konflikt, gleichgültig an welchen Problemen er sich entzündet, stellt sich für alle Beteiligten die Frage, ob der Konflikt aufgegriffen oder übergangen werden soll, also die Frage nach Toleranz und Auseinander- setzung. Aporien [These und Antithese sind wahr!, daher bezweifelbar!] hängen also meist wie ein großes Netz zusammen, und wenn wir meinen, einen Knoten gelöst zu haben, hängen wir sofort am nächsten ... Es gibt wohl kaum jemanden, der diesen Widerspruch nicht schon schmerzlich erlebt hat! Wenn mir eine fremde Meinung entgegentritt, die der meinen widerspricht, dann ist die nächstliegende Reaktion wohl die, die eigene Meinung als richtig, die fremde als falsch zu betrachten. Es scheint, als ob die einzig mögliche Lösung darin bestünde, die fremde Meinung zu eliminieren. "Willst du nicht mein Bruder sein" - dann muss ich dir zwar nicht immer den "Schädel einschlagen", ich kann "dich auch einfach ignorieren ... milder ausgedrückt, können wir auch "Gleichgültigkeit" und "Streit" sagen. [Wir] stellen dabei etwas Merkwürdiges fest: Bei der ersten, vorsichtigen Suche nach einer Verbindung zwischen den entgegengesetzten Begriffen "Toleranz" und "Auseinandersetzung" sind wir auf ein neues Begriffspaar gestoßen, das nun doch im logischen 'Entweder- Oder-Verhältnis' steht. Denn der "Gleichgültige" wird nicht streiten, und der "Streilustige" empfindet keine Gleichgültigkeit". Jeder der beiden ursprünglichen Begriffe ... hat gewissermaßen einen SCHATTEN ... 'Toleranz-Gleichgültigkeit ⇔ Auseinandersetzung-Streit' Gerade die[se] Doppelbödigkeit der Begriffe, der Einschluss ihres Schattens, ist wesentlich für das Verständnis des nun eintretenden ... Kampfes gegen den Schatten der Gegenseite! ... Denn der Widerspruch muss wirksam werden, er soll ja nicht verdrängt bleiben ... Wer für Toleranz eintritt, bekämpft die Streitlust, wer für Auseinandersetzung eintritt, bekämpft die Gleichgültigkeit ... (der beginnende dialektische Kampf der HX-Verwirrung n. Pietschmann) ... [Wir] sind damit in einen Kampf geraten, in dem beide Parteien [These u. Antithese] recht haben! Denn wir wollen weder Gleichgültigkeit, noch Streit zulassen ... Wie können wir aus diesem ['Entweder- Oder-'] Kampf wieder aussteigen? ... Dazu müssen die Kämpfenden zugeben, dass der wahre Gegner der eigene und nicht der fremde Schatten ist! ... Die Schwierigkeit dabei ist aber, dass diese Einsicht von beiden Seiten zugleich bekannt gegeben werden muss ... Ein echter Schritt auf dem Weg zum "Aufheben" des Widerspruches [zum 'Sowohl-Als-Auch'] erfordert also, dass die beiden Parteien zugleich und ehrlich erkennen lassen, sie betrachten nun ihren eigenen Schatten als die wahre Gefahr ... durch den Kampf mit der Gegenseite [stürzen Sie] in den eigenen Schatten! [Gleichgültigkeit o. Streit]... Sie [können] nicht alleine siegen, sondern [würden] sich mit dem Gegner selbst vernichten, weil dann lediglich ihr Schatten übrig bliebe ... [Die Konsequenz ist die 'HXH-Entwirrung', als dialektisch prozesshaftes Entstehen von "Neuem" ("H-Lage", als "aktive Toleranz"! (Synthese)] ... [und dafür] zu sorgen, dass der andere Standpunkt ['These HXH Antithese'] beachtet wird! ... "Ich werde darüber nachdenken!" ... die[se] Synthese oder die[se] Balance der beiden Seiten ist nie stabil; jederzeit kann sie entweder durch einen Rückfall in die HX-Verwirrung oder durch ein neues Element ins Wanken gebracht werden. Die 'Zustimmung der Betroffenen' muss beständig eingeholt und gesichert werden. Dies gilt für alle lebendigen Erscheinungen in unserer Welt ... Wenn Menschen miteinander sprechen ['streiten'], ist das, was der eine sagt und der andere hört, niemals dasselbe! ... Als kleine Hilfe bei diesem Prozess des Werdens schlage ich vor [1], folgende drei Axiome Europäischen Geistes anzunehmen: 1. Strebe nach Einheit, ohne die Vielfalt zu behindern. 2. Strebe nach Vielfalt, ohne die Einheit zu zerstören. 3. Beachte den Wiederspruch! [= die Aporie, und strebe nach 'HXH-Entwirrung'!] ..." Aus: (HP): "Eris & Eirine - Eine Anleitung zum Umgang mit Widersprüchen und Konflikten" Erster Teil: Das H-Modell und die HX-Verwirrung. Platon und Dialektik S.35f, Auseinandersetzung und Toleranz (Eris & Eirine), S.40-44, Der Sturz in den eigenen Schatten, S.46-48 Zuhören, um zu hören!, S.54, Die operationale Bewältigung, S.63, Zweiter Teil: Anwendungsbeispiele. Einheit-(Uniformität) und Vielfalt-(Beliebigkeit). Die Einigung Europas, S.70, Selbstverwirklichung und Gemeinschaftssinn, S.135-143, 2. überarbeitete u. erweiterte Auflage 2016 (2002) [Meine Ergänzungen] [1] Herbert Pietschmann: "Aufbruch in neue Wirklichkeiten - Der Geist bestimmt die Materie", S.215, Weitbrecht 1997 Logik ⇔ Dialektik Wissen ⇔ Weisheit Wissen ⇔ Glauben Monismus ⇔ Dualismus ⇔ Pluralismus GEIST ⇔ Äther⇔ Urei ⇔ Eros ⇔ Okeanos ⇔ MATERIE Irdisches ⇔ Metaxy (Eros, Psyche) ⇔ Göttliches Ur-Ei ⇔ Eros ⇔ Dasein⇔ Chaos ⇔ Gaia Eros (Schöpfung, Feuer, Liebe, Seele, Plasma) ⇔ Himeros (Sehnsucht) ⇔ Psyche (weibliche Aspekt/Gattin des Eros) Chaos ⇔ Gaia ⇔ Kosmos ⇔ Götter ⇔ Menschen Eros ⇔ Himeros ⇔ Psyche "Es wird nur das realisiert (= es ist nur das möglich), was weniger Aufwand (= Energie) benötigt und größeren Effekt (= Nutzen) bringt. Der Aufwand (= Energie), aus vielen Möglichkeiten nur eine zu realisieren, ist größer, als eine Vielzahl von Realisierungen zu ermög- lichen = Das Prinzip der (Denk-) Ökonomie. Alle Kombinationen von EG- [Elementargrößen-] Werten sind möglich und mindestens eine davon muß realisiert sein. Jede Realisierung ergibt stets ein RZK [Raum-Zeit-Kontinuum = die physikalische Abstraktion des Universums (Kosmos, Weltall)], das von möglichen "anderen" RZK [Raum-Zeit-Kontinua] aufgrund mangelnder Vergleichbarkeit nicht unterscheidbar ist = Kohaut-Weiss'sches Gesetz" [(6) S.154, 156, 160] Henne ⇔ Ei Leben ⇔ Tod Verbrauch ⇔ Erneuerung ⇔ Austausch gegen etwas Neues Licht ⇔ Liebe ⇔ Leben (3L) Materiewelt ⇔ Seelen-(Plasma-)welt ⇔ Licht-Geistwel MATERIE-Körper ⇔ PLASMA-Psyche ⇔ GEIST-Bewusstsein ⇔ LEBEN Sinne ⇔ Gefühl ⇔ Denken Evolution ⇐ Jing ⇔ Qi ⇔ Shen ⇒ Involution Ching, Quelle/Essenz des Lebens, Erde ⇔ Chi, Dynamik/Energie des Lebens, Plasma ⇔ Shen, Geist hinter Allem, Himmel "Der Mensch und alle Lebewesen entstehen aus dem [Qi] Chi-Ozean [Plasma], von dem sie sich ein Stück Chi borgen, das zu unserem individuellen Lebensatem wird, sprich zur Grundlage, aus der sich unser materieller Körper formt. Das Chi bildet ja mit seinen Meridianen im Körper eine Art Stützkorsett, ähnlich wie das Skelett mit den Knochen. Nur besitzt das Chi offenbar zwei Aspekte, es bringt den materiellen Leib und - offenbar bei geringerer Verdichtung - auch unsere Psyche sprich Denken und Fühlen hervor. Chi weist - was zunächst abwegig klingt, was aber alle alten Kulturen bestätigen - stets zwei Qualitäten auf, es kann zu Materie und ebenso zu Psyche werden; es handelt sich um zwei Dichte- grade des Chi. Chi lässt sich deshalb durch psychische Manipulation, Vorstellung und Denken lenken, weshalb sich Konzentrations- und Imaginationstechniken ausgezeichnet dafür eignen, das Chi im Körper zu dirigieren. Vor der Geburt sind wir Chi-Wesen und ebenso werden wir nach dem Verfall des Leibes bloße Chi-Wesen sein und ausschließlich aus unserer Psyche [Plasma] bestehen. Erst wenn wir uns weiter bemühen, auch in die [Geist-] Tao-Dimension vorzudringen, kann es uns gelingen, durch einen zweiten Tod auch die Chi-Psyche abzustreifen, um damit alle Persönlichkeit und Individualität [gr. persona = Maske] zu verlieren, um letztlich reiner Geist zu werden." [(7) S.86f] MATERIE ⇔ Po+Chi (Yin, Yang)+Hun ⇔ TAO (Tao = "Das Ganze", "Die Große Leere", "Die Große Sympathie", "Alles-in-Allem", Li, Tai Chi) "Das Tao gilt als die 'Große Sympathie', es kann am besten mit dem Satz "Alles ist in Allem" vorgestellt werden. Dass alles in allem und jedes identisch mit jedem ist, dass alle Zustände und Dinge eine Einheit bilden, weil ihnen eine innere Gleichheit zu Grunde liegt, das ist unserem menschlichen Denken schlichtweg unvorstellbar ... Für uns exi- stieren die Dinge und Zustände gerennt voneinander, sie weisen alle eine Individualität auf. Die "Große Sympathie" hält alles zusammen, sie löst alle Gegenständlichkeit und Eigenständigkeit auf. Die "Große Sympathie" entpuppt sich nämlich als die "Große Leere". Und das ist die Quintessenz: Die Vielfalt der Erscheinungen ist eine Illusion. Die Er- scheinungen existieren nur schattenhaft, sie sind wesenlos wie Spiegelbilder. Die Chinesen beschreiben gelegentlich sowohl die Materie als auch das Chi [Qi] als Tao. Das verwirrt uns. Vom Standpunkt des "Alles ist in Allem" aber ist es nur konsequent, alle Folgezustände, die aus dem Tao hervorgegangen sind, als Tao anzusprechen, denn im Grunde gibt es nur das Tao, die Leere, in der potentiell alle Vielfalt existiert, aber wohlgemerkt nur in Gestalt eines "jedes ist jedes". Im Urzustand, im Plasma, mehr noch im Tao ist alles miteinander identisch, dort gibt es nichts außer der Großen Leere, denn Hun, Chi und Erde sind nur verschiedene Weisen, das Nichts auszudrücken ..." [(7) S.68] MIKROKOSMOS ⇔ Mesokosmos ⇔ MAKROKOSMOS unverfügbar, unerreichbar- DAS EINE ⇔ DAS GANZE -zerfallend, instabil, sich auflösend Feuer ⇔ Erde ⇔ Wasser ⇔ Luft Feuer ⇔ Erde ⇔ Wasser ⇔ Luft ⇔ Leere Holz ⇔ Feuer ⇔ Erde ⇔ Metall ⇔ Wasser "Der reine, immaterielle Geist verdichtet sich an seiner Grenze zu einem Plasmafeld, Urstoff oder Seele genannt, aus dem alle materiellen Dinge ebenso wie alle Seelen hervorgehen. Diese Dimenion besitzt eine gewisse Stofflichkeit, sie besteht aus dem Stoff, aus dem unsere Träume, unser Denken und Fühlen gestrickt sind. Auf diesem feinstofflichen, seelischen Nicht-Stoff baut sich unsere Welt auf. Das ist die lang gesuchte Urmaterie oder Urenergie, auf der unsere materielle Welt und unserer Körper wie eine Insel im Wasser schwimmen ... Alle alten Kulturen besitzen ein über- einstimmendes Wissen über den Ursprung der Materie aus der plasmatischen Bewusstseinszone ... bauten eine ganz anders geartete Wissenschaft auf als die heute in der westlichen Welt bekannte - eine Wissenschaft der translogischen, akausalen, raumzeitlosen, superflüssigen Gesetzmäßigkeiten - Der krasse Unterschied 'Materie - Seele' bestand in diesen Kulturen nicht ... der Stoff Seele und der Stoff der Materie eins sind ... Ich und die Welt sind von einer Natur! (Unser persönlicher Urstoff = eine lokale Abspaltung vom universellen Urstoff ... die Plasmadimension (= psycho-physikalische Urenergie) ... Schöpferin allen Lebens [ist] ... Damit wird letztendlich das rein materialistische Weltbild des Abendlandes schrittweise zum Erliegen kommen." (7) BRAHMAN Dr. med. Vasant Lad: "Die Vedische Schoepfungstheorie - Sankhya" (Vol.I/7f 2017) pdf >>> Purusha "passives", reines Bewusstsein in der Stadt (Körper) der Sinne, potentielle Energie, Seele Prakruti "aktives" Bewusstsein, kreativer Urwille, Urmaterie, Kreativität, die weibliche Energie Materie - Natur ⇔ Psyche⇔ Geist Chaos ⇔ Raum ⇔ Materie ⇔ Leben ⇔ Intelligenz Evolution ⇔ Involution Einfalt"⇔ Chaos ⇔ Vielfalt "Einheit ohne Vielfalt ist Uniformität!, Vielfalt ohne Einheit ist Bliebigkeit!" VIELFALT steht im Dienste der EINHEIT, Beliebigkeit kümmert sich nicht um sie, steht nur im eigenen Interesse und lässt daher alles zerfließen und zerrinnen! EINHEIT-Uniformität ⇔ VIELFALT-Beliebigkeit "'Einheit ohne Uniformität', 'Vielfalt ohne Beliebigkeit'!" "Sowohl MÄNNER als auch FRAUEN sind MENSCHEN, und doch fehlt jedem Geschlecht die andere Seite zur Vollkommenheit. Zwar können MÄNNER ihre weibliche Komponenten [Anima], FRAUEN ihre männlichen Komponenten [Animus] in sich aufleben lassen, bleiben aber doch stets MANN und FRAU. Die Sehnsucht nach dem GANZEN brennt als EROTISCHE LIEBE in den Herzen und drängt nach geistiger, seelischer und körperlicher Vereinigung, nach einer SYNTHESE, die anzustreben höchste Erfüllung sein kann, obwohl sie nicht dauerhaft erreichbar ist." Einzelnes"H X H Allgemeines konkret X abstrakt Beziehungsverlust X Wirklichkeitsverlust "Vielleicht mag dies abgehoben erscheinen von den Problemen des Alltags. Aber jeder Richter, der einen konkreten Fall unter ein allgemeines Gesetz "subsumiert", jeder ARZT, der die Beschwerden eines konkreten Patienten in der Diagnose einem allgemeinen Krankheitsbegriff zuordnet, steht vor diesem dialektischen Begriffspaar, er muss die beiden Seiten abwägen und zusammenbringen." (HP: "Eris &" Eirene" Die Aporien der Hierarchie, S.128, Der Kampf der Geschlechter, S.133 Ibera 2016) Nutzen"⇔ Segen Fortschritt"⇔ Verbesserung Synthese/Mutation ⇔ Intuition ⇔ Analyse/Auslese "Meine Behauptung ist, daß menschliche Kreativität das Wechselspiel ist zwischen Synthese und Analyse. Synthese/Mutation würde ich als den Versuch definieren, neue [Wechsel-]Wirkungseinheiten zu finden, indem ich z.B. zwei Dinge, die bereits bekannt sind, auf der nächsthöheren Etage zu kombinieren versuche ["Variation eines Themas"]. Die Analyse/Auslese besteht dann darin, herauszufinden, ob es sich hier wirklich um eine neue Wirkungseinheit handelt und wie bedeutend sie ist. Dabei kann auch ein Zwischenschritt zu einer neuen Wirkungseinheit selbst eine spezielle Wirkungseinheit sein. Dies zu beurteilen, d.h. zu analysieren, ist dann natürlich besonders schwierig. Die Fähigkeit zur Synthese und zur Analyse kann man zwar bei sich selbst trainieren. Aber da man nicht alles machen kann, muß man Schwerpunkte setzen und je nach Talent mehr das eine [Synthese] oder das andere [Analyse] zu beherrschen versuchen. Die Leute, die hierbei ins Extrem gehen und sich sehr stark auf eine Seite spezialisieren, scheinen verrufen zu sein. Die extremen Synthetiker nennt man "Spinner" und die extremen Analytiker "Klugscheißer" oder "Besserwisser" - oder neutraler: "Kritiker". Es gibt allerdings auch einige Leute, die können beides in so ausgeprägtem Maße, daß man sie Genies nennt. Die Extreme werden im Volksmund als etwas Negatives angesehen, obwohl das reichlich ungerecht ist, denn für eine kreative Gemeinschaft braucht man diese Leute. Man braucht Spinner [Synthetiker], die immer wieder neue Elemente kreieren, und man braucht Kritiker [Analytiker], die das Neugeschaffene analysieren. Die Leute, die beides können, sind in der Regel nicht so talentiert für eins der Extreme: Sie können meist entweder weniger gut analysieren oder weniger gut spinnen. Daß man die Extreme so stark mit negativen Worten belegt, hängt vielleicht damit zusammen, daß es einen Regelmechanismus braucht, damit das Spektrum nicht zu breit wird. Man könnte - als Synthetiker - z.B. so sehr ins Extrem gehen, daß man nur noch wahllos irgend- welche Elemente zusammensetzt. Diese Art von Wachstum der [Komplexitäts-]Pyramide scheint aber ab einer gewissen Komplexität nicht mehr zu funktionieren. Jemand, der andererseits versucht, eine noch unausgegorene Idee durch harte und voreilige Kritik im Keim zu ersticken, schadet kreativen Personen. D.h. man möchte weder ins eine noch ins andere Extrem gehen. Diejenigen, die zu stark in eine Richtung abdriften, holt die Gesellschaft deshalb durch negative Kennzeichnung wieder zurück." [(9) S.84-86] TEIL und GANZES Das Seiende ⇔ Das Unteilbare ⇔ Das Identische Das Vergehende ⇔ Das Teilbare Das Seiende ⇔ Das Vergehende Bewahren (Erhalten) ⇔ Verändern (Erneuern) Diesseits ⇔ Jenseits Sein ⇔ Nichts Starre-SEIN ⇔ WERDEN-Identitätslosigkeit Erstarrung-Bewahren⇔ Verändern-Identitätsverlust Bewahre ohne zu erstarren und verändere ohne die Identität zu verlieren! "Wenn sich etwas im Sinne des Werdens ändert, muss es auch im Sinne des Seins gleich bleiben, sonst hat es sich nicht verändert, sondern ist etwas Anderes! PLATON Existenz ⇔ Kausalität "Nach der modernen Physik sieht das ["dass die Zukunft festgelegt ist" (Kausalität)] allerdings nicht mehr ganz so aus. [Albert] Einsteins [1879-1955] berühmter Ausspruch war: "Der Herrgott würfelt nicht." Doch in der modernen Physik ist die Quantenmechanik vollkommen etabliert, die behauptet: "Die Natur würfelt." Kommt man in sehr kleine Dimensionen, in die atomare Welt oder die subatomare Welt, dann ist die Kausalität nicht mehr gewährleistet. Es gibt nicht mehr für jedes Verhalten der Natur einen benennbaren Grund. Ein gutes Beispiel dafür ist der radioaktive Zerfall eines Atoms, z.B. der Alphazerfall. Wir haben ein Atom vor uns; es passiert nichts. Und plötzlich, ohne ersichtlichen Grund, zerfällt das Atom, indem es eine radioaktive Strahlung aussendet. Wir wissen nicht, warum ausgerechnet jetzt und nicht eine Stunde früher oder eine Stunde später oder zu einem ganz anderen Zeitpunkt. Es gibt keinen für uns ersichtlichen Grund für den "gewählten" Zeitpunkt des Zerfalls. Damit ist die Zukunft nicht mehr vorherbestimmbar. Die Kausalität ist verletzt ... Die Naturgesetze, die den Ablauf festlegen, sind nach wie vor da ..." [(9) S.18f] Quantität ⇔ Qualität Vereinzeltes als Quantitatives ⇔ Voraussetzendes als Qualitatives "Quantität [Menge, Größe] bedeutet das Unter- bzw. Verschieden-Sein von Körpern (=Dingen), deren Auseinander-Sein als (bzw.durch) Raum bzw. das Verschieden-Sein von Ereignissen, deren Auseinander-Sein als (bzw. durch) Dauer voraus- gesetzt ist. Wenn das Voraussetzende für die Vielheit der Vereinzelungen der sie konstituierende Raum ist, dann kann die Gesamtheit eines RZK (ein Universum) selbst nicht quantifizierbar sein!.. Wir messen den Raum als Abstand und die Dauer als Zeit ... Quantität ist eine Eigenschaft der Dinge und Ereignisse eines RZK [Raum-Zeit-Kontinuum, Weltall, Kosmos], nicht aber ist ein RZK selbst quantifizierbar ... Ein RZK unterliegt keinem Wieviel ... Ein oder "viele" RZK sind im Sinne der Naturwissenschaft (also des Quantitativen) ununterscheidbar ... Das Qualitative [das "unzerlegbare Eine", "Elementare", "Voraussetzendes"; das "Eine, Wahre, Gute und Schöne des Seins" ("Transzendentalien" der Scholastik); die "Form" des Aristoteles] entzieht sich aufgrund seiner, vom Gegenständ- lichen nicht abziehbaren Nicht-Gegenständlichkeit nicht nur jeder gesonderten Lokalisierung im Raum oder in der Zeit, sondern auch allen kausalen Verknüpfungsversuchen ... Erst das Qualitative macht etwas zu dem, was es ist. Dieses Qualitative ist selbst aber nichts Quantitatives und unterliegt nicht der direkten Beobacht- barkeit ... In der Naturwissenschaft wird aber immer wieder der Fehler gemacht, das Voraussetzende (Form, Struktur, Qualität) so zu behandeln, als wäre es selbst Stoff (aristotelisch: als hätte es Gestalt): es wird quantifiziert (Feldenergie/-quanten: (Licht:) Photonen, (Elementarladung) Elektronen, Protonen, (Schwerkraft/Gravitation) Gravitonen, (schwache u. starke Kernkraft) Vektorbosonen, Gluonen usw.) ... Was Energie "wirklich" ist, weiß niemand, wobei der Begriff "wirklich" schon ausdrückt, was etwas (z.B. Licht als ein Spezialfall der elektromagnetischen Feldenergie) für uns nur sein kann: das nämlich, als was es auf uns wirkt. Was Energie ist ohne - quantifiziert [E=m.c2] - in unsere Bewußtsein zu dringen, läßt sich gar nicht anschaulich darstellen. Energie als verändernde, aber unanschauliche Qualität existiert nur durch ihre Veränderung der/desMaterie(llen) ... " [(6) S.166, 195f, 201f] Methode ⇔ Inhalt "Das Universum ist ein Bewusstseinsfeld, das sich immer aufs Neue materalisiert. Wenn wir unseren Mittelpunktswahn aufgeben, müssen wir einsehen, das das Universum auch ohne uns gut zurechtkommen dürfte! Aus: Willigis Jäger OSB / Ko-un Rōshi: "In jedem Jetzt ist Ewigkeit - Worte für alle Tage" 28. April, S.81, herausgegeben von Christoph Quarch, KÖSEL 2003 Raum-Dauerndes ⇔ Körper ⇔ Veränderung-Bewegung-Zeit (Aristoteles) "Kein Raum (= Auseinander) ohne Körper, keine Körper ohne Raum (= Abstand voneinender)! Man kann die Galaxien oder die Elementarteilchen nicht aus dem All entfernen. (Wohin auch?) Die Dinge und ihr Abstand (= der Raum) bedingen einander (x) und garantieren die Vielheit des Existierenden und zugleich ihre Einheit: ein Raum, alle Körper ... Genauso wie "Körper und Raum" sind "Dauer und Ortsveränderung" (Bewegung, gemessen als Geschwindikeit) Voraussetzende des Existierenden. Die Dinge des Alls dauern und verändern ihre Orte (= ihre Abstände). Die Dauer der Dinge und ihr Auseinander (= Abstand von einander haben) sind Voraussetzende (Qualitäten) ihrer Vielheit; als Existierende (von Teilchen bis Sterne) unterliegen sie in ihrem Bestand (= Dauer) und ihrem Getrenntsein (= Auseinander) der Veränderung (= Bewegung)." (x) Diese monistische Bedingung wird in der dualistisch vorgehenden Naturwissenschaft durch die vier Wechselwirkungen Gravitation, Elektromagnetismus, starke und schwache Wechselwirkung beschrieben (= quantifiziert)." [(6) S.203f] Raum ⇔ Zeit-Werden-Veränderlichkeit ⇔ Ewigkeit-Sein-Unveränderlichkeit (Platon) "Um die Relation von Dingen zueinander erfassen zu können, haben wir wohl irgendwann die Vorstellung "Raum" entwickelt ...; um Veränderungen erfassen zu können, haben wir die Vorstellung "Zeit" entwickelt. Raum und Zeit sind also Konstrukionen unserer Hirne (oder uns metaphysisch vorgegeben), ohne daß es uns aber gelänge, diese Begriffe physikalisch zu definieren. Die physikalische Nicht-Definierbarkeit einerseits und andererseits der Umstand, daß wir nicht umhin können, diese Begriffe jeglicher physikalischen Tätigkeit vorauszusetzen, sie also in einer "exakten" Wissenschaft zu verwenden, bilden eine Aporie. Ihre operationale Bewältigung besteht darin, daß wir Einheiten zur Messung definieren und Meßvorschriften festlegen, wie damit zu verfahren sei. Damit können wir messen und als "sicher" geltende (das heißt zwar falsifizierbare, aber durch ausreichend viele stattgefundene Überprüfungen nicht falsifizierte) prädiktive Theorien entwickeln. Diese entstehen aus einem Wechselspiel von Hypothesen und experimenten. Konsistente Theorien, die aus prädiktiven Theorien konstruiert werden, selbst aber nicht überprüfbar sind, sind somit auch nicht widerlegbar. Zu ihnen sind alle kosmologischen Modelle zu zählen. Da nach Popper aber Falsifizierbarkeit eine Voraussetzung für naturwissenschaftliche Hypothesen und Theorien ist, sollte die Kosmologie nicht zu den Naturwissenschaften gezählt werden ... Veränderliches [Materielles] dauert an, Unveränderliches ist ewig." [(6) S.96f, 132] Was War ⇔ Was Ist ⇔ Was Sein Wird Erinnerung"⇔ Augenschein"⇔ Erwartung festgelegt, ausgewählt ⇔ entscheiden, festlegen ⇔ noch offen, noch zu bestimmen Gegenwart v. Vergangenem"⇔ Gegenwart v. Gegenwärtigem"⇔ Gegenwart v Künftigem Vergangenheit-Jetzt"⇔ Gegenwart-Jetzt"⇔ Zukunft-Jetzt Endlich"⇔ Unendlich ("kein Ort") "Das Wesentliche des Da-Seienden, Materiellen, Vereinzelten, Dinglichen , Körperlichen ist es ja, endlich zu sein, also eine bestimmte Ausdehnung und damit Begrenzung zu haben - und als Vereinzelte(s) von anderen einzelnen geschieden zu sein, also Abstand zu haben ... "Getrennt-Sein" und "Abstand-Haben" sind zweierlei: ersteres ist fundamentale Wesenheit von Raum und Körpern, das zweite bloßes Messen. Ersteres benötigt keinerlei Bewußtsein, das zweite sehr wohl! ... Materielles ist endlich. Fiktives, Konstruiertes, Abstraktes sind un-endlich, also nicht-endlich - und auch ohne Grenze. Wogegen auch? ... Fundamentale Teilchen lassen sich nicht mehr weiter teilen ... Ein Kleinstes gibt es also. Aber es ist kein Teilchen - denn sonst wäre es ja (weiter) teilbar! Was ist es also? Es ist jedenfalls unvorstellbar, da nur Teilbares (also geformter Stoff) vorstellbar ist. Und es kann kein Teilchen sein, weil es nicht mehr teilbar ist. Wir müssen uns damit abfinden, daß im Mikrokosmos jede Vorstellung versagt, weil diese nur auf den Mesokosmos paßt (sie versagt ja auch im Makrokosmos). Aber sich etwas nicht vorstellen zu können, ist kein Kriterium dafür, daß etwas nicht ist." [(6) S.122fff] Nichts ⇔ Etwas ⇔ Leere ⇔ Fülle "Alles Endliche ist noch weiter teilbar, aus unendlich Kleinem kann aber kein Endliches zusammengefügt werden." [HP S.215] Materie-Körper (res extensa) ⇔ Geist (res cogitans) Dualistisches Denken n. Rene Descartes (1596-1650), frz. Philosoph, Mathematiker Naturwissenschaftler Materie-Körper⇔ Unser Sein ⇔ Raum ⇔ Zeit/Bewegung "Raum und Körper [= das eine Eigenschaften habendes Ding; ein einzelnes uner vielen] bedingen einander, indem Raum das Auseinander der Körper ist. Dauer [= eine bewußtseinsunabhängige Bestimmung des Seienden. Alles, was existiert, dauert] und Körper bedingen einander, indem Dauer das Nacheinander der (Orts-) Zustände der Körper ist. In allen RZK [Raum-Zeit-Kontinua; Universen, Kosmen, Weltall] entspräche daher "Raum" dem Auseinander ihrer Körper und "Dauer" dem Nacheinander ihrer Zustände und garantierte deren Getrenntsein und Veränderung ... Räume und Dauern möglicher "anderer" RZK haben mit dem Raum und der Dauer unseres RZK nichts gemeinsam ... Ohne Bewußtsein gibt es keine Bewegung und auch keine Zeit, weil Zeit und Bewegung Tautologien sind: Ohne Zeit keine Bewegung, ohne Bewegung keine Zeit; denn Zeit wird durch Bewegung gemessen und Bewegung durch Zeit." [(6) S.163] "Konkret ist jeder aufgerufen, in seiner Individualität Körper und Geist zum lebendigen Leib zusammenzuführen, was nicht allein im Geist, sondern erst durch das Handeln aufgrund von verantwortlichen Entscheidungen, also in der Gestaltung des Lebens, geschehen kann." [HP S.288] REALITÄT ⇔ Die physikalischen NATURGESETZE"⇔ Die von uns selbst konstruierte WIRKLICHKEIT Realität = Das "Gegebene", "Vorhandene", "das "Ding an sich" (I.Kant) Real: Geronimo (1829-1909) ⇔ Wirklich: Winnetou (Roman Figur 1878 - Karl May) "Die Wirklichkeit ist die Art und Weise, wie unser Bewußtein die Realität unserer Welt erfährt" [(6) S.143] "Die Falsifizierbarkeit von theoretischen Ansätzen bietet die Gewähr, dass unsere Wirklichkeit nicht im Widerspruch zur Realität steht ... Als doppelte Negation deutet sie auf das Entstehen von Neuem hin, kann aber nicht erklären, wieso die "nicht falsifizierten" Naturbeschreibungen zu Handlungsketten führen, deren Ergebnis mit Sicherheit vorausgesagt werden kann ... Mit anderen Worten: Wenn die Wirklichkeit unsere Konstruktion ist, dann bleibt die Sicherheit der Naturgesetze unverständlich, denn dazu bedarf es zumindest igendeines Bezugs zur Realität. Wenn uns aber die Realität nicht zugänglich ist, bleibt dieser Bezug unverständlich; wir könnten zwar unter Berufung auf eine Realität die Sicherheit der Naturgesetze "erklären", hätten aber diese "Erklärung" lediglich gegen die Unverständlichkeit der Beziehung zwischen Wirklichkeitskonstruktion und Realität eingetauscht! ... "Erst wenn wir - dynamisch - die Wirklichkeit fließend als Produkt von Entscheidungsprozessen ansehen, gewinnen auch naturwissenschaftliche Ergebnisse Erkenntniswert, weil dann nicht die "Beschreibung", sondern erst ihre Konsequenzen wesentlich werden (im Sinne von "wirklichkeit stiftend") [HP S.279] ... Spätestens seit der Quanten- mechanik dürfen wir Widersprüche hinsichtlich des Verhältnisses von Realität und Wirklichkeit nicht mehr ausschließlich als Fehler betrachten; wir haben zu untersuchen, welche von ihnen als echte Aporien im Sinne Hegels in einer Synthes aufgehoben werden sollten." [HP S.273f] Diskret"⇔ Kontinuierlich "Die Bausteine der Materie, die Elementarteilchen oder Fundamentalteilchen (Quarks u.a.), zeigen alle sowohl diskrete, als auch kontinuierliche Eigenschaften. Sie sind sowohl stoß- als auch interferenzfähig! ... sie sind sowohl Teilchen als auch Wellen ... auch die "Kräfte" ("Wechselwirkungen") [die] zwischen ihnen [wirken] ..."[HP S.216] Naturlehre = Physik = GESETZE DER NATUR"⇔ GESETZE DER FREIHEIT = Ethik = Sittenlehre Lehre"⇔ Forschung "Wissen muss erhalten und unverändert weitergegeben werden!" und "Wissen muss beständig in Frage gestellt werden!" Leichtgläubigkeit ⇔ Offenheit"⇔ Kritikbewusstsein ⇔ Borniertheit "Weil es kein stabiles Maß für die Mischung von "kritisch und offen" gibt, schwankt die Einstellung der Gemeinschaft der Physiker im Laufe der Zeit zwischen den beiden Extremen hin und her. Dabei wird in einem Fall "kritisch" mit "verschlossen", im anderen Fall "offen" mit "unkritisch" verwechselt! ... Es liegt [am] Wesen der Dialektik in der Naturwissenschaft, dass solche Extremfälle weder in der einen [Leichtgläubigkeit = Offenheit ohne jegliches Kritikbewusstsein] noch in der anderen Richtung [Borniertheit" = Kritikbewusstsein ohne jegliche Offenheit] völlig ausgeschlossen werden können ..." [H.P. S.200, 204] Proteron ⇔ Hysteron Bedingungen, Gründe ⇔ Bedingtes, Folgendes A prior(e)i ⇔ A posterior(e)i Reine Anschaung ⇔ Empirische Anschauung Der Vordere, Frühere, Ältere, Erste ⇔ Der Hintere, Spätere, Jüngere, Folgende Verifikation"⇔ Falsifikation Beweis-, Belegbarkeit ⇔ Widerlegbarkeit Formal Richtig"beweisbar, denken, Verstand ⇔"Wahr"bezweifelbar, handeln ⇔"Sicher i.S.v. Verlässlich falsifiziebar, konstruieren, Vernunft Beleg-, Beweisbar"(Axiome der Logik) ⇔ Grundsätzlich Bezweifelbar ⇔ Widerlegbar (Theorien: Falsifizierbar durch Experiment) "Durch den Ausschluss falscher Erklärungsversuche ("Falsifikation") können wir zu Theorien (oder Hypothesen) gelangen, die zwar weder "richtig" noch "wahr" sind, die aber als "sicher" bezeichnet werden können. Wir haben diese Methode auch als "doppelte Negation bezeichnet, um sie von der (logischen) zweifachen Verneinung zu unterscheiden, die ja wieder zum Ursprung zurückführt." [HP S.269] Doppelte Negation: "Weder "richtig noch wahr, aber sicher!" Lebenswelt-Vordergund ⇔ Vorausgesetzte Realität-Hintergrund ⇔ Naturwissenschaftliche Wirklichkeit Handeln, vorausgesetzte Realität (= Hintergrund) ⇔"Vordergrund: Experimente, Hintergrund: Prinzipe ("Realitätsnahe" Denkkategorien),Theorien "Richtige Aussagen" (beweisbar) liegen im Schnittpunkt von "Denken" und "Konstruieren" unter Ausschluss des "Handelns". "Wahre Aussagen" (bezweifelbar) liegen im Schnittpunkt von "Denken" und "Handeln" unter Ausschluss des "Konstruierens". "Sichere Aussagen" (falsifizierbar, die Naturgesetze) liegen im Schnittpunkt von "Handeln" (Experiment) und "Konstruieren" (Theorie) unter Ausschluss des "Denkens". "Als "formal richtig" wollen wir also alle Aussagen und Behauptungen bezeichnen, die sich formal "beweisen" lassen, ... damit genau die Vereinbarkeit mit den Axiomen der Logik gemeint ist ... Richtige Aussagen sind also "in sich stimmig", sie haben keinen Außenbezug ... "Wahr" wird eine Aussage erst dadurch, dass sie im konkreten Falle von einer bestimmten Person (oder Gruppe) nicht bezweifelt wird, obwohl dies grundsätzlich möglich wäre ... z.B. der Satz "Ich liebe dich" ... Wahrheit [ist] ... gleichzusetzen mit "innerer Überzeugung, mit einem persönlichen "Sich-Bekennen" zu dem, was nicht bewiesen werden kann ... dieser individualistische ... relativistische Wahrheitsbegriff [ist] nur der Ausgangs-punkt eines dynamischen Prozesses, der selbst erst Wahrheit zeugt! Dieser Prozess ist Folge einer Aporie, die als Forderung an alle Individuen formuliert werden kann: THESE: Es ist Aufgabe meines Lebens, mich zu meiner Wahrheit zu bekennen, sie darzustellen und nicht von ihr abzuweichen, denn das macht die Einmaligkeit (und damit die Würde) meines Daseins aus. ANTITHESE: Es ist meine Aufgabe in der Gemeinschaft, die Wahrheit jedes anderen Individuums ebenso als Wahrheit zu akzeptieren, auch wenn sie der meinen widerspricht, denn echte Gemeinschaft fordert auch eine gemeinsame Wahrheit. Eine Synthese dieser Aporie ist nicht statisch möglich, vielmehr ist sie Ziel, das immer angestrebt werden muss, auch wenn es nicht erreichbar scheint ... Die Wahrheit ist nicht gegeben, sondern aufgegeben! Sie kann nicht erkannt, sie muss erstrebt werden. Es ist offensichtlich, dass dieser Begriff von Wahrheit nicht auf Naturgesetze angewandt werden kann! [Ludwig Wittgenstein (1889-1951) Österreichischer Philosoph, in einer Konversation im Wiener Kreis, am 22.III.1930: "Vom NATURGESETZ kann man sagen, dass es weder wahr noch falsch, sondern "wahrscheinlich" ist, und "wahrscheinlich" bedeutet dabei: einfach, bequem" ... Naturgesetze aber gelten völlig unabhängig davon, wie sich die betroffenen Personen zu ihnen stellen ... Ein Flugzeug fliegt nach den Gesetzen der Aerodynamik, gleichgültig ob die Passagiere von diesen Gesetzen jemals gehört haben oder sie gar für falsch halten ... Ich behaupte, dass nur jenes Handeln als "vernünftig gilt, welches die Naturgesetze als absolut verlässlich voraussetzt!]. Die meisten der alltäglich ausgesprochenen Sätze liegen weder beim einen ["beweisbar"] noch beim anderen ["bezweifelbar"] Eckpol, sondern irgendwo dazwischen. Es sollte aber klar sein, dass man mit richtigen Aussagen, lügen kann und um der Wahrheit willen manchmal formal Falsches sagen muss. (5)" [HP. S.24, 244f, 248] Mögliches ⇔ Realisierbares ""Mögliches "(=das "Mögliche", "Potenz") bedeutet dabei "noch nicht Realisiertes" aber durchaus Realisierbares. Unter "Realisierbarem" verstehen wir "schon in Existenz Getretenes" - es ist geworden, weil es eben möglich war. Demgegenüber kann Unmögliches niemals realisiert werden - es gibt es gar nicht. Wenn wir von Unmöglichen reden oder diesen Begriff denken, gibt es ihn natürlich schon: aber nur als unseren Begriff, den wir insofern bilden, als wir die Ralisierung von etwas prinzipiell negieren. Ob zu recht oder unrecht ist dabei nicht immer klar. So hat sich die prinzipielle Leugnung von schwarzen Schwänen als falsch erwiesen - oder die früher geglaubte Unmöglichkeit, dass Metallschiffe schwimmen oder die Menschen sich durch die Lüfte bewegen können ..." [(6) S.65] Negation ⇔ "Selbst-Bewusstsein" - Materie ⇔ Position "Selbstbewußtsein könnte daher auch so definiert werden: Es ist jene Fähigkeit von einzeln Existierendem, bewußt (also absichtlich, gewollt!) Mögliches ralisieren bzw. verneinen zu können (... "müssen") ... Letztlich ist jene kreative (=schöpferische) Fähigkeit von Selbstbewußtsein sein Wesen überhaupt, nämlich das, was es ausmacht: Wenn kein permanenter Umschlag von Möglichem in Realisiertes, so auch kein Selbst- bewußtsein ... Negiert werden kann nur von Realisiertem, von einzelnem, niemals aber von allem ... Gerade deshalb ist die Welt, gibt es das Universum, vielleicht auch Multiversa, gibt es in ihm oder in ihnen Selbstbewußtseine, weil sich auch die Möglichkeit der Negation realisieren (können) muss ... Wir (besser: alle im Universum notwendigerweise existierenden Selbstbewußtseine) schaffen mit unseren (ihren) Negationen tatächlich nicht nur unsere/ihre Welt, sondern garantieren damit auch das gesamte Universum. Dieses aber ist natürlich ohne Anfang - und auch ohne Ende. Und somit: Urknall ade!" (6)] Ich ⇔ "Schöpferisches" Bewusstsein - Selbst "Von etwas getrennt sein, etwas anderes nicht sein, ist identisch mit Negation. Diese ist aber sinnlich (empirisch-sensualistisch) nicht erfahrbar: genausowenig wie das Wissen und das Ich sensualistisch erfahrbar sind. Nirgendwo in der Welt. Überall ist nur Seiendes, existiert oder gibt es etwas - und zwar vieles bzw. alles. Nur "im" Bewusstsein kommt es plötzlich zur Spaltung der Welt in das andere und das Nicht-Andere und damit zur Hervorhebung des Einmaligen: des Selbst, das sich vom andern geschieden weiß." (6) linear ⇔ zirkulär Weg ⇔ Ziel "Ziel = "Die Beschränkung auf ein Feld von Möglichkeiten" ... Der Begriff ZIEL macht [daher] Schwierigkeiten. Jeder versteht etwas anderes darunter. Was ist WEG, was ist ZIEL? Ein WEG kann ein ZIEL sein. Ich kann mir als LEBENSZIEL setzen, die Art und Weise, wie ich im Leben unterwegs bin, entsprechend meinen Fähigkeiten zu optimieren. Dann ist meine persönlich angestrebte Lebensart - mein Weg -, die ich mir wenigstens einigermaßen plastisch vorstellen kann, mein Ziel. Gibt es WEGMENSCHEN und ZIEL- MENSCHEN? Leute, die mehr Wert darauf legen, wie sie unterwegs sind also wo sie ankommen? Die Art des Unterwegsseins ist dynamisch. Ich strebe eine bestimmte Form des Weges an und komme vielleicht auch an. Andererseits ist für einen "ZIELMENSCHEN" die Konzentration auf immer neue Ziele ein WEG, sein Lebensweg. Dann ist das Ziel der Weg ..." [(9) S.114] Mein Weg ⇔ Unser Weg ⇔ Dein Weg Mein Ziel ⇔ Unser Ziel ⇔ Dein Ziel Kampf ⇔ Veränderung ⇔ Flucht Bausteine der Materie - Elementarteilchen "Elementarteilchen ... gelten in der Physik als punktförmig bzw. unteilbar. Das ist freilich ein philosophischer Widerspruch, da alles Da-Seiende teilbar sein muß - somit wäre es ja weder da ... noch seiend (= realisiert). Demokrits [von Abdera (460-371 v.u.Z.), Schüler des Leukipp] "atomos" (= das Unteilbare) war einerseits ein unlogischer (weil im eben erwähnten Sinne widersprüchlicher), andererseits aber ein notwendiger Anstaz, weil sonst die MATERIE ins Nichts zerflösse. Es ist dies die klassiche Aporie. Bis heute bestimmt in diesem Sinn Demokrit das physikalische Denken im Suchen nach dem kleinsten Materiebaustein (Elementarteilchenphysik). Aufgrund dieser Aporie ist (bis heute) die Frage nach der Realexistenz von Elementarteilchen eine gar strittige - vom philosophischen Standpunkt aus dürften sie gar nicht existieren - aber es mag sie geben ... Materielles verändert sich ständig; es existiert nichts Materielles, das starr oder unveränderlich wäre (1). Alles ist beständig in Fluß, im Wandel (Heraklit: "Panta rhei" - "Alles fließt") ... (1) Deshalb gelten ja auch die (unveränderlichen) Elementarteilchen der Physik nicht in diesem Sinn als Materie, und ist es von grundlegendem Unterschied, ob ein Elementarteilchen zerfällt oder nicht. Zerfällt es, ist es veränderlich und existiert aus diesem Grund. Zerfällt es nicht, ist es unveränderlich und existiert ergo nicht (weil nur Veränderlichem die Seinsform der Existenz zukommt): Aber es gibt es! Was ist es dann aber? Denn alle Materie besteht ja aus unveränderlich- en Elementarteilchen! Die Lösung liegt in der Entscheidung, ob ein Teilchen als Kraft wirkt (also Quant einer Wechselwirkung ist), oder ob auf es Kraft ausgeübt wird." [(6) S.222, 225] Wechselwirkungen ("Kräfte") Elektromagnetische Strahlung Welle ⇔ Teilchen "Dualismus" Komplementarität - Analogie - Entsprechung "Wellikel" - "wavicle" (1928) n. Sir Arthur Stanley Eddington (1882-1944), britischer Astrophysiker Denken ⇔ Handeln ""Denken" setzt immer ein beobachtendes und kausal interpretierendes Bewußtsein voraus!" [(6) S.203] Erkenntnis ⇔ Kommunikation Subjekte ⇔ Objekt "Die Aussage eines Subjekts über ein Objekt ist erst dann sinnvoll, wenn sie - im Sinne der Kommunikation - für ein anderes Subjekt gemacht wird, wenn sie also mitgeteilt wird. Andernfalls bleibt sie solipsistisch ["nur auf sich selbst bezogen"] und hat keinen Erkenntniswert für die menschliche Gemeinschaft. Um also eine Aussage über ein Objekt vernünftig betrachten zu können, brauchen wir mindestens zwei Subjekte, die miteinander über dieses Objekt kommunizieren." [HP S.271] "Die klassiche Logik des Aristoteles ist zweiwertig, weil sie sich mit dem einfachen Unterschied von ICH und NICHT-ICH begnügt. Sie ignoriert die nicht abzuleugnende Tatsache, dass der Begriff des NICHT-ICH zweideutig ist. NICHT-ICH ist erstens: das DU und zweitens: das DING." Aus: Gotthard Günther (1900-1984, dtsch. Philosoph, Begründer der Polykontexturalen Logik): "Idee und Grundriss einer nicht-aristotelischen Logik - Die Idee und ihre philosophischen Voraussetzungen" S.66. Felix Meiner Verlag 1991 (1959) Intuition ⇔ Erfahrung Kreativität ⇔ Konstruktion Freiheit ⇔ Ordnung ⇔ Autonomie Selbstbestimmung-Selbstherrlichkeit/-überschätzung ⇔ Fremdbestimmung-Kadavergehorsam "Im wirklichen Leben ist die schwierigste Frage, wo die Grenze zwischen Freiheit und Naturnotwendigkeit zu ziehen ist. Es wird nicht zu vermeiden sein, dabei FEHLER zu machen. Darum sage ich oft, der Weg des "reifen Menschen" ist eine Gratwanderung zwischen Dummheit ["Mangelnder Durchblick"] und Feigheit ["Angst zu handeln"]! Wegen der zugrunde liegenden Aporie ["Auswegslosigkeit", "Zwickmühle"] ist ein gelegentlicher Absturz nicht zu vermeiden und daher auch keine Schande. Wichtig ist nur, sich der Problematik stets bewusst zu sein und immer wieder die Rückkehr auf den Grat anzustreben." [Aus: "Das Ganze und seine Teile" S.132, A.a.O.] Freiheit-Dummheit ⇔ Naturnotwendigkeit(-wissenschaft)-Feigheit Freiheit - "Zwang zur Entscheidung" ⇔ Verantwortung ⇔ Sorgfaltspflicht ⇔ Willkür "FREIE ENTSCHEIDUNG im Bereich der SORGFALTSPFLICHT ist dumm! ENTSCHEIDUNGSDELEGATION im Bereich der VERANTWORTUNG ist feig! Im Bereich der Sorgfaltspflicht gibt es richtig und falsch; freie Entscheidungen müssen sich bewähren - müssen wahr werden! Ob es uns gelungen ist, wissen wir immer erst im Nachhinein. Darum drängt uns die ANGST vor unerwünschten Konsequenzen in den Bereich der Sorgfaltspflicht, der WILLE ZUR SELBSTBE- STÄTIGUNG in den Bereich der Verantwortung. Denn es gibt keine scharfe Grenze zwischen beiden, sie stehen ja nicht im Entweder-Oder-Verhältnis, sondern sind dialektisch aufeinander bezogen. So wie es kein Erinnern ohne Vergessen und kein Vergessen ohne Erinnern gibt, gibt es auch keine Verantwortung ohne Sorgfaltspflicht und keine Sorgfaltspflicht ohne Verantwortung. Bei jeder anstehenden Entscheidung müssen wir einen Schritt tun auf jenem schmalem Grat, der die beiden Bereiche zur rechten Synthese vereint. Und so wie ein Gratwanderer (oder Seiltänzer) am sichersten vorankommt, wenn er nicht zögert und innehält, so sollen wir unseren Weg auf diesem Grat gehen, ohne über alte Fehler allzusehr zu grübeln, aber immer im Bemühen, das Gleichgewicht zu halten, also Schwankungen nach beiden Seiten ehestens auszugleichen." [(11) S.93f] Freiheit - "Wahlmöglichkeit" ⇔ Vernunft ⇔ Naturnotwendigkeit ⇔ Willkür - "Wahlmöglichkeit" "Was aber könnte Naturphilosophie in der heutigen Zeit leisten? Nun, es wird schmerzlich klar, daß sich aus einer von vielen zur Ersatzreligion hochstilisierten Naturwissenschaft und der ihr nachfolgenden Technik keine ETHIK herleiten läßt. Es wird aber noch schmerzhafter bewußt, daß das Fehlen moralischer Begriffe im Umgang mit der Natur zu schwerwiegenden, vielleicht nicht mehr gutzumachenden Fehlern geführt hat. Naturphilosophie könnte also ein neues Verhältnis des Menschen zur Natur fundieren: Naturwissenschaft hat alles Menschliche aus ihren Prinzipien entfernt, um möglichst "objektiv" zu sein. Vielen Naturwissenschaftern scheint dies gar nicht bewußt geworden zu sein, zumindest (und vor allem) aber haben sie es unterlassen, den an sie "glaubenden" Menschen dies klarzumachen. Naturphilosophie könnte hingegen alles Menschliche in ihre Grundlagen miteinbeziehen und somit die Natur (zu der ja auch der Mensch gehört, der sein Selbst aus der Naturwissenschaft ausgeschlossen hat) in einem viel weiter gefaßten Rahmen sehen, der dann sogar auch über jenen der antiken [vorsokratischen] Naturphilosophie [Thales von Milet, Anaximander, Anaximenes usw.] hinausginge. Und in diesem hätte auch die Kosmologie ihren historisch angestammten Platz." [(6) S.73f] Nähe ⇔ Distanz Isolation ⇔ Attraktion Naturwissenschaft ⇔ Naturphilosophie "Ein unumstößlicher Beweis, der wirklich allen Einwänden standhalten kann, ist nur dort möglich, wo er auf einem streng logischen Regelwerk beruht wie in der Logik selbst (Logistik), aber auch in der Mathematik. Schon auf dem Gebiet der Natur- wissenschaften sind solche Beweise nicht mehr möglich, weil jede naturwissenschaftliche Theorie zwar einen logischen Aufbau besitzt, aber von Wahrnehmungen bezüglich der Natur oder intuitiv gemachten Annahmen über die Natur ausgeht, die selbst nicht logisch sind, und weil die Aussagen, welche die Theorie über die Natur macht, letztlich anhand dieser Natur überprüft werden müssen. Wie Karl Popper durch logische Überlegungen gezeigt hat, ist keine naturwissenschaftliche Hypothese oder Theorie jemals verifizierbar (beweisbar), sondern bestenfalls falsifizierbar (widerlegbar). Der Vorteil der naturwissenschaftlichen Methode ist: Ich kann meine an sich logische Methode (als Hypothese) solange durch Experimente an der Natur überprüfen, bis ich durch Nicht-Falsifikation [Nicht-Widerlegbarkeit] zur Überzeugung gelange, meine (an und für sich unlogische und ergo willkürliche) ursprüngliche Annahme widerspricht nicht meinen Messungen. Damit wird aus meiner Hypothese eine Theorie -ob vom Mainstream der Naturwissenschafter nun anerkannt oder nicht, ist eine andere Frage - nämlich eine des Geldes und der Macht ... Streng genommen sagt Naturwissenschaft nicht, wie die Natur tatsächlich ist, sondern nur, wie sie mittels eines Modells (oder mehrerer Modelle) möglichst gut beschrieben werden kann - und das ist in der Physik stets (mathematisch) formal! ... kann philosophisch nicht akzeptiert werden, da Modelle immer nur das sind, was sie sind: bloße Modelle eben, also Interpretationen einer Wirklichkeit, die von uns ganz anders erfahren wird. Die Frage "Und wie ist es wirklich?" ist absurd. Die Antwort kann nur lauten: "Wirklich ist es so, wie ich es erfahre!"... " [(6) S.296, 220] Erfahrungswissen ⇔ Wissenschaftsbasiertes Wissen Reduktionismus ⇔ Ganzheitlichkeit Fast Medicine ⇔ Slow Medicine Disharmonie ⇔ Harmonie Physik ⇔ Philosophie Grundlagenwissenschaft ⇔ Anwendung "Da wir den Erkenntniswert der Naturwissenschaft mit den Entscheidungen und Handlungen von Menschen verbunden haben, verliert reine Grundlagenwissenschaft ohne jede Anwendung eben diesen Erkenntniswert. Umgekehrt verliert die bloße Anwendung bereits gewonnener Naturgesetze ohne weitere Bemühungen um das ... Wechselspiel [zwischen Theorie und Experiment] bald die Verlässlichkeit ihrer Ergebnisse. Beide sind also notwendig, um einander gegenseitig befruchten zu können." [HP S.280] Hypothese ⇔ Experiment ⇔ Theorie Prediktive Theorie ⇔ Konsistente Theorie Pr.Th: entstanden aus dem Wechselspiel von Theorie und Experiment! Ko.Th: enstehen aus der Anwendung Pr.Th. auf Gebieten, die eine experimentelle Überprüfung nicht erlauben (z.B. kosmologische Theorien), wohl aber die Forderung der widerspruchsfreien konsistenten Einordenbarkeit in das Gebäude der Pr.Th. in der Gemeinschaft der Physiker Theoretiker ⇔ Experimentalphysiker Theoretische Physik ⇔ Experimentalphysik "Die zu einem bestimmten Zeitpunkt von der irdischen Gemeinschaft der Physiker anerkannten Naturgesetze sind zu allen Zeiten und an allen Orten des Universums uneingeschränkt gültig [Einheits-, Universalitäts-, Analogieprinzip), solange sie nicht von "besseren" Naturgesetzen abgelöst oder durch weitergehende Erkenntnisse ergänzt werden." [HP S.235] Naturwissenschaft ⇔ Magie ⇔ Mystik Wissenserwerb ⇔ Manipulation ⇔ Einheitserfahrung Samsara ⇔ Nirvana (Die weltliche, relative Sicht ⇔ Die überweltliche, absolute Sicht) usw. ANALOGIE Komplementäres Prinzip! Verschmelzende EINHEIT der VIELHEIT Scheinbarer Widerspruch wird aufgehoben! SYNTHESE = HARMONIE = HXH KONSENS "Dass die Quantenmechanik einen Paradigmenwechsel gebracht hat, ist unbestritten. Ich behaupte aber, dass sie eine eigene [Widerspruch-Eliminations-] Stufe verdient, weil nur in dieser Theorie ein Widerspruch so aufgehoben wurde, dass damit die Aristotelische Logik überschritten ist ... Ich meine, dass die Quantenmechanik eine Synthese der Aporie von "diskret" und "kontinuierlich" darstellt ... diese Logik nicht zur Beschreibung der Materie in Raum und Zeit hinreicht, die Elementarbausteine sind eben sowohl "diskret" als auch "kontinuierlich" aufzufassen ... [HP S.213f, 56] Dieser KONSENS ist als Ergebnis eines dialektischen Prozesses zu verstehen, an dessen Beginn eine Aporie steht! ... wollen sie ... etwa so formulieren: THESE: Naturwissenschaftliche Erkenntnis muss sich auf objektive Fakten stützen. ANTITHESE: Objektive Fakten sind unserer Erkenntnis nicht direkt zugänglich. Wenn der KONSENS das Ergebnis - also SYNTHESE - eines dialektischen Prozesses ist, dann ist er zugleich Konstrukt der Gemeinschaft der Fachleute und von ihnen unabhängiges, objektiviertes Faktum. Darin liegt die Kraft der naturwissenschaftlichen Methode, aber zugleich auch ihr "Geheimnis", das nicht logisch nachvollziehbar, wohl aber dialektisch einsichtig ist." [HP S.237] Experimentelle NaturWissenschaft ⇔ Beobachtende NaturWissenschaft ⇔ ⇔ Geisteswissenschaft ⇔ Erfahrungswissenschaft/-heilkunde ⇔ Eine "Synthetische Einheit" - Eine "Harmonie" - "Ein KONSENS" - "HXH" scheinbar einander ausschließender Methoden im Erkenntnisprozess - Strategische Entscheidung! "Der Ernst (KONFLIKT) hat eine feierliche Seite, eine schauerliche Seite, eine erhabene Seite - überhaupt viele Seiten. Aber ein elektrisches Fleckerl hat er immer und da fahren bei entsprechender Reibung die Funken der Heiterkeit [Humor] heraus." Johann Nepomuk Eduard Ambrosius Nestroy (1801 Wien - 1862 Graz) Österreichischer Dramatiker, Schauspieler des Alt-Wiener Volkstheater, Opernsänger (Bass) Aus: Gerhard Schwarz: "Konfliktmanagement" Vorwort zur 9.Auflage, S.10 Springer 2014 "Der über sich selbst nachdenkende Mensch ist das große Wunder der Natur. Denn er kann nicht wahrnehmen, was sein Körper, noch weniger, was sein Geist ist, und am wenigsten, wie sich Körper und Geist vereinigen können. Das ist der Gipfel seiner Schwierigkeit und macht doch sein ganzes Wesen aus." [1] Blaise Pascal (1623 - 1662) Französicher Mathematiker, Physiker, Philosoph, Schriftsteller Aus: Gerald Maurice Edelman (1929-2014, US-amerikanischer Mediziner, Biochemiker, Molekularbiologe, 1972 Nobelpreis für Physiologie o. Medizin), Anita Ehlers (Übersetzerin): "Göttliche Luft, vernichtendes Feuer. Wie der Geist im Gehirn entsteht - die revolutionäre Vision des Medizin-Nobelpreisträgers" II: Teil: Ursprünge, 7. Die Probleme - neu bedacht S.102 Piper 2.Auflage 1995 (Bright Air, Brilliant Fire: On The Matter Of The Mind - a Noble Laureate's Revolutionary Vision of How the Mind Originates in the Brain 1992) [1] "Pensées sur la religion et sur quelques autres sujets" - "Gedanken über die Religion und über einige andere Themen" (1669, posthum) "Es geht schlussendlich darum, KOMPLEMENTÄR zu denken. Nicht nur den einen Denkweg zu gehen, sondern immer auch den entgegengesetzten ... GANZHEITLICH betrachtet, ist alles DENKEN immer komple- mentär zu sehen. KOMPLEMENTARITÄT ist ein LEBENSPRINZIP und nicht nur eine ANSCHAUUNGSWEISE. Der Unterschied? Komplementarität als Anschauungsweise bedeutet, dass wir wissen, neben Schwarz gibt es Weiß, neben Arm gibt es Reich, und neben dem Bewussten gibt es das Unbewusste. Komplementarität als Lebensprinzip aber bedeutet, dass die Gegensätze zusammengehören. Dass sie nicht nur gegensätzliche Sichtweisen sind, sondern dass sie sogar beide richtig sind. In der Monade aus Yin und Yang wird es symbolisiert: Zum Schwarzen gehört das Weiße, zu Erde gehört der Himmel, und in jedem ist jeweils ein versprengter Teil des anderen. Die Gegensätze sind so untrennbar miteinander vereint wie die eine Seite eines Blattes mit der an- deren. Das eine kann nicht existieren ohne das andere. Man kann nicht nur mit einer Hand Beifall klatschen. Und so denken wir das auch mit dem expliziten und dem impliziten, mit dem bewussten und dem unbewussten Denken. Wir können uns gar nicht entscheiden, ob wir entweder bewusst oder unbewusst denken, weil nur beides zusammen zu einer Lösung führt. Oder ob wir bei moralischen Prinzipien besser die Innen- oder die Außenperspektive verfolgen, weil es dabei am besten darum geht, gleichzeitig das Urteil der anderen und das eigene im Auge zu behalten. Es geht gleichzeitig darum, eine rationale Beurteilung der Sachverhalte vorzunehmen und uns als empathische Wesen nicht zu verstecken. Oder wie es der römische Geschichtsschreiber Tacitus [58-120 n.u.Z.] einmal gesagt hat: etwas sowohl im nüchternen als auch im berauschten Zustand zu beurteilen. KOMPLEMENTARITÄT ist ein generatives Prinzip: Vorgänge des menschlichen Erlebens und Verhaltens, Prozesse des menschlichen Gehirns, erklären sich nach diesem Prinzip. Es müssen immer mindestens zwei Prozesse zusammenkommen, damit sich unsere subjektive Welt aufbauen kann, so zum Beispiel das genetische Repertoire und seine Bestätigung durch [epigenetische] Umwelteinflüsse. Die Idee der KOMPLEMENTARITÄT als generatives oder kreatives Prinzip ist nicht ewtas Neues, sondern sie wurde schon zu Beginn unserer Geistesgeschichte entdeckt. Es war der griechische Philosoph Heraklit vor etwa zweieinhalbtausend Jahren, der zuerst über Komplementarität als generatives und nicht als deskriptives Prinzip nachdachte. Heraklit hatte die Idee, dass alles eins sei, dass Gegensätze zusammenfallen. Das eine ist nie ohne das andere: wie Leben und Tod, Wachen und Schlafen, Entstehen und Vergehen, Alt und Jung, Männlich und Weiblich, Gut und Böse oder Lust und Schmerz. Die Welt der Gegensätze wird harmonisch zusammengebunden, indem sich die Pole, die sich entgegenzustehen scheinen, gegenseitig bedingen. Und es sind Komplementaritäten, die unser Erleben und Verhalten erst möglich machen, die das erzeugen, was unser geistiges Leben bestimmt." Aus: Ernst Pöppel, Beatrice Wagner: "Traut euch zu denken! Wie wir der allgemeinen Verdummung entkommen" Vorwort, S.12, 14-16, Riemann 2016 "Die Bewegung eines Holzstückchens in einem Wasserfall z.B. erfolgt ebenfalls nach bekannten kausalen Gesetzen, und trotzdem wird es uns nicht möglich sein, sie exakt vorherzusagen, meint K. Faust (1). Dieser Vergleich ist in der Tat höchst geeignet, den sehr wichtigen Tatbestand klar heraustreten zu lassen, dass es selbst in der physikalisch so durchsichtig erscheinenden Meteorologie unmöglich ist, die physikalsich wirkenden Faktoren so zu erfassen, dass eine vollständige Voraussage möglich ist. K. Faust (1) führt eine ganze Reihe von Schwierigkeiten an, die eine vollständige Erfassung der Bedingungen erschweren und z.T. unmöglich machen. Sie hier zu erörtern würde zu weit führen. Wer sich im Geiste vorstellt, welche Schwierigkeiten es macht, die Bewegungen des Holzstückchens im Wasserfall vorauszusagen, der bekommt ohnehin ein Bild der Komplexizität der jeden Augenblick neuen Situation, die auf das Holzstückchen seine Richtung ändernd einwirkt. Dabei handelt es sich um einen überaus einfachen unkomplizierten Vorgang, den vollständig physikalisch zu erfassen um so leichter möglich sein müsste, als ja alle physikalischen Bedingungen sichtbar und messbar vor uns liegen, während dies bei der Meteorologie schon schwieriger ist. Wenn es aber selbst bei solchen physikalisch doch als einsichtig zu betracht- enden Vorgängen unmöglich ist, sie vollständig und exakt-kausal zu erfassen und genaue Voraussagen zu machen, wie soll es dann möglich sein, am lebendigen Organismus Vorgänge kausal zu erforschen und vorauszusagen, die auf ein ungleich komplizierteres Gebilde, eben das Leben, stoßen? Nehmen wir an, wir wollten einen Regenwurm statt jenes Holzes verfolgen, der im Strudel des Wasserfalls herunterstürzte. Ist das Stück Holz schon nicht kausal bestimmbar, wieviel weniger ein Regenwurm, der durch völlig unberechenbare Eigen- bewegungen eine unbekannte Zahl neuer mitwirkender Faktoren in den [konstruierten] Kausalablauf einschalten würde, und so jede physikalische Berechnung unmöglich machen würde. Wenn jetzt am Ende des Wasserfalls ein Fisch steht, der den Regenwurm schnappt und verdaut, so geschieht wiederum ein äußerst komplexes Geschehen, das in keiner Weise kausal voraus- sehbar ist, denn der Regenwurm gerät ja nicht deshalb in das Maul des Fisches, weil die physikalischen Bedingungen so lagen, sondern weil ein physikalisch völlig unanalysierbares eben lebendiges Geschehen sich einschaltet, das nie zustande gekommen wäre, wenn ein toter Fisch im Wasser gelegen hätte. Der Vorgang: Erblicken des Regenwurms, ihn anschwimmen, fressen, verdauen, ist mit unseren physikalischen Mitteln in gar keiner Weise analysiebar, noch weniger im voraus exakt und genau berechenbar. Denken wir dann weiter daran, dass ein Angler diesen Fisch fängt, und er im Magen des Menschen verschwindet, so ist der Weg des Regenwurms noch weniger voraussehbar und vorausberechenbar gewesen. Selbst wenn wir annehmen wollen, dass in dem ge- schilderten Geschehen ein strenger Determinismus bestanden hätte, so wäre es um ein Unendliches unwahrscheinlicher, dass wir diesen kausalen Ablauf hätten exakt-physikalisch voraussagen können, im Vergleich zu jenem Stück Holz, dessen Weg wir nicht einmal exakt-physikalisch beschreiben konnten. Nun liegt allerding die Versuchung nahe, zu sagen: dass ein Regenwurm von einem Fisch geschnappt und dieser von einem Angler aufgefischt wird, ist ein immerhin sehr wahrscheinliches Geschehn. Wenn wir so argumentieren, dann gehen unsere Gedanken aber einen gänzlich anderen Weg als den der physikalischen Kausalanalyse. Wir gehen nämlich dann nicht von physikalischen "Gesetz"mäßigkeiten aus, sondern von "Regeln"lebendigen Geschehens, die in einer total anderen Wissenschaftsebene liegen, nämlich der biologischen Ebene der Ganzheit, die sich anderer Kategorien bedient und deren Kausalzusammenhänge eben ganzheitskausale [Driesch (2)] sind, auf alle Fälle keine physikalischen. Wenn wir also in dem geschilderten Regenwurmvorgang von einem Kausalgeschen reden, so ist das, was wir hierbei einzusehen und zu verstehen imstande sind, kein physikalisch-kausaler Ablauf und ganz und gar kein linear-kausaler Ablauf, der die Konstant- setzung aller irgendwie mitwirkenden Bedingungen mit Ausnahme jener einen wirkenden verlangt, sondern ein komplex-lebendiges Geschehen, das von uns zwar eingesehen und "verstanden", niemals aber durch eine Kausalanalyse "erklärt" werden kann. Beide Ebenen sind im Interesse der Sauberkeit wissenschaftlichen Denkens scharf zu trennen ... In der [naturwissenschaftlichen] Gesetzesforschung erweist es sich als notwendig, linear-kausal vorzugehen, d.h. alle mitwirkenden Bedingungen konstant zu setzen bis auf die eine Variable. Ein komplexes Geschehen wird aber nicht dadurch erklärt, dass es gelingt, einen vereinzelten linear-kausalen Ablauf innerhalb der tausendfachen Verschlungenheit komplex-lebendigen Geschehens zu ermitteln. Eine exakt-naturwissenschaftliche Erklärung verlangt hundertprozentige Analyse des gesamten Vorganges, wie uns die Meteorologie zeigt, die uns bei 85 Prozent Voraussagen eben doch nicht eher befriedigt und auch nicht eher als exakt bezeichnet werden kann, als bis sie 100-prozentig ist, zumal da auch hier nach (Geheimrat) Schmausz gilt: kleine Ursachen, große Wirkung, d.h. dass unter den 10 Prozent nicht analysierter Faktoren gerade jene kleinen sind (Katalysatoren etc.), auf die es in der Wirkung oft ganz entscheidend ankommt. Nun ist die Voraussagbarkeit des Regelgeschehens auch keine 100-prozentige. Das liegt aber im Wesen der Regel, die sich geradezu durch ihre Ausnahmen bestätigt, während eine einzige Ausnahme ein physikalisches Gesetz erschüttern würde. Je besser aber die Bedingungen eines Regelgeschens bekannt sind, um so häufiger tritt es in Erscheinung. So ergibt sich also die Möglichkeit, ein ganzheitlich lebendiges Geschehen so zu steuern, dass ein therapeutischer Effekt "in der Regel" auftritt. Damit ergibt sich die Möglichkeit echter Voraussagen, und zwar auch auf längere Dauer. Das ist der Vorzug ganzheitlicher Betrachtungsweise, dass sie die Regeln und Phänomene wirklichen Gechehens, die Lebensregeln und Lebensphänomene, zusammenfasst und anzugeben imstande ist, was "in der Regel" unter bestimmten Voraussetzungen und Bedingungen geschieht. Exakt-naturwissenschaftliche Gesetze kommen in der Natur isoliert kaum vor. Sie ermöglichen daher auch keine Voraussagen, weil sich in der Wirklichkeit fast stets komplexe Geschehen abspielen, deren Ablauf aus den Einzelkomponenten nicht erkennbar ist. Für die Voraus- sage ist also im Bereich der Medizin, wie alles Lebendigen, nicht die exakte Naturwissenschaft, sondern die nach Regeln und Urphänomenen forschende Ganzheitswissenschaft zuständig." Aus: Karl Kötschau: "Wandlungen in der Medizin" Einführung in die Problematik. Über die Voraussagbarkeit in der Medizin S.7-10, Urban & Schwarzenberg 1956 (1) K. Faust: Studium Generale 1952, 192. [Meteorologie] (2) Hans Driesch (1867-1941, dtsch. Biologe, Philosoph): "Philosophie des Organischen" 2 Bde, Leipzig 1909 ![]() Friedensreich Hundertwasser Regentag Dunkelbunt (bürgerlich: Friedrich Stowasser, * 15. XII 1928 in Wien; † 19. II 2000 an Bord der Queen Elizabeth II vor Brisbane/AUS) Österreichischer Künstler - Maler, Architekt, Umweltschützer DER GROSSE WEG -1955 Bildquelle: Österreichische Galerie Belvedere www.belvedere.at/hundertwasser "WESTLICHE Medizin und Denkweisen neigen dazu, das Individuelle zu verallgemeinern [Induktion] und zu kategorisieren [einzuordnen]. Zum Beispiel sieht der Westen das, was einer Mehrzahl von Menschen gemeinsam ist, als Norm an [Deduktion]. Nach Ansicht des AYURVEDA (1) muss die Norm individuell bewertet werden, denn jede menschliche Konstitution zeigt ihr eigenes, besonderes Temperament und ihre eigene Funktionsweise. Im OSTEN werden Akzeptanz, Beobachtung und Erfahrung als Schlüssel zum Verständnis einer Sache angesehen; im WESTEN dagegen das Fragen, Analysieren und logische Folgern. Im Allgemeinen vertraut der westliche Geist der Objektivität, während der östliche der Subjektivität mehr Bedeutung beimisst. Die östliche Wissenschaft lehrt die Überwindung der Trennung zwischen Subjektivität und Objektivität. Diese Unterschiede mögen auch der Grund sein, warum manche Abendländer Schwierigkeiten haben, die Methodik des Ayurveda (1) zu verstehen. Viele Aussagen, die in dieser ayurvedischen Einführungsschrift gemacht werden, mögen die Frage nach dem Wie und Warum nahe legen. Der Autor [Vasant Lad] möchte seine Leser respektvoll daran erinnern, dass solche Fragen, so unvermeidlich sie auch sein mögen, nicht immer zu beantworten sind. Auch in der modernen westlichen Medizin gibt es Vor- stellungen, die ihre Wirksamkeit bewiesen haben, ohne dass man die Ursachen und Hintergründe der Phäno- mene vollkommen verstehen würde. Zum Beispiel verwendet man Antibiotika, um Bakterien zu vernichten, die im Körper Toxine bilden, obwohl es keine erschöpfende Erklärung dafür gibt, wie und warum diese Toxinbildung der Bakterien vor sich geht. Des Weiteren ist AYURVEDA eine ganzheitliche Wissenschaft im wahrsten Sinne des Wortes, deren Wahrheit sich durch die Summe vieler Elemente ergibt. Daher wird es sich als wenig er- giebig und unbefriedigend erweisen, Teilaspekte in Frage zu stellen, ehe man sich einen guten Gesamtüberblick über die ayurvedische Wissenschaft angeeignet hat. Dem Leser wird daher respektvoll empfohlen, bestimmte Aussagen, die zunächst vielleicht unbegründet erscheinen mögen, vorerst zu akzeptieren, bis er angefangen hat, das ayurvedische Wissen als Gesamtheit verstehen zu können. ... Der MENSCH ist ein mikrokosmisches Abbild der Natur, weswegen die fünf Elemente [Bhuta], die in der ganzen Materie vorhanden sind, ebenfalls in jedem einzelnen Menschen gegeben sind. Im menschlichen Körper gibt es viele Hohlräume, die Manifestationen des ÄTHER-Elements [RAUM, Akasha] sind, zum Beispiel im Mund, in der Nase, im Magen-Darm-Trakt, Atemtrakt, Bauch, Brustraum, in den Kapillaren, Lympfbahnen, Geweben und Zellen. Der sich bewegende Raum wird als LUFT [Vayu] bezeichnet. Die Luft ist das zweite kosmische Element, das Element der Bewegung. Im menschlichen Körper manifestiert sich das Luftelement in den größeren Bewegungen der Muskulatur, den Herzschlägen, dem Ein- und Aus- atmen der Lunge und den Bewegungen der Magenwand und des Darms. Als Antwort auf einen Reiz findet die "Be- wegung" afferenter [auf]- und [absteigender] efferenter Nervenimpulse statt, die sensorische und motorische "Be- wegungen" darstellen. Alle "Bewegungen" des Zentralnervensystems [ZNS] unterstehen dem Luftelement im Körper. Das dritte Element ist FEUER [Tejas, Agni]. Die Quelle des Feuers und Lichts im Sonnensystem ist die Sonne, im mensch- lichen Körper ist es der Stoffwechsel. Feuer ist im Verdauungstrakt [Jathara Agni, Bauchfeuer] tätig. In der grauen Substanz der Gehirnzellen manifestiert sich das Feuer als Intelligenz. Feuer aktiviert auch die Netzhaut, die das Licht wahrnimmt. So sind Körpertemperatur, Verdauung, Denkvorgänge und Sehvermögen alles Funktionen des Feuer- elements im Körper. Der ganze Stoffwechsel und alle Enzymsysteme werden von diesem Element beherrscht. |