Denkmodelle und Spielregeln menschlicher Beziehungen in unserer Vorstellungswelt
Erkenntnistheorie - Philosophie - Naturwissenschaft
Wissenschaftstheorie, theoretische Wissenschaftsphilosophie, Wissenschaftslehre, Wissenschaftslogik

Erkenntnistheorie - Epistemologie - Gnoseologie: http://lexikon.stangl.eu/8310/epistemologie


"Die Zeiten sind vorbei, da der Wissenschaft vorbehaltlos geglaubt wurde,
da ihre Ergebnisse als unumstössliche Wahrheiten akzeptiert wurden.
Berufenste Disziplin, das verlorene Vertrauen wiederfinden zu helfen,
ist die Wissenschaftstheorie. Sie hinterfragt die Fragen."

Sir Karl Raimund Popper
(1902 Wien - 1994 Kenley London)
Österreichisch-britischer Philosoph
Begründer des Kritischen Rationalismus
Aus: "Wissenschaft: Wissen und Nichtwissen" pdf >>>
Vortrag, gehalten in Zug/Ch 1981


"Meine usprüngliche Motivation, mich mit Kreativität ["Schöpferisch sein", "Die Fähigkeit eines Systems zur Evolution"] auseinanderzusetzen,
war meine Enttäuschung im Studium der Physik. Ich empfand sehr stark, daß üblicherweise bei der Lehre an der Universität die Kreativität zu kurz
kam. Das Hauptgewicht lag darauf, Stoff - also Wissen - zu vermitteln, während das spielerische Umgehen mit diesem Stoff kaum eine Rolle
spielte oder vollkommen übergangen wurde. Betrachtet man ein Kind, am besten ein Kleinkind oder einen Säugling, wie es/er lernt, dann stellt man
fest, dieses Lernen ist eine Kombination von SPIELEN und STOFF, oder anders ausgedrückt, von SPIEL und SPIELZEUG. Beides ist
notwendig. Das Spielzeug ["Stoff"] ist Voraussetzung für das Spiel, und das Spiel ist Voraussetzung, um das Spielzeug zu begreifen; "begreifen"
in diesem Fall sogar im wahrsten Sinne des Wortes, denn das Spielzeug ["Stoff"] wird spielerisch abgetastet. Es ist bekannt, daß Kinder, die mit
Spielzeug im Übermaß ausgestattet sind, aufhören zu spielen. Die Fülle des Materials, des Stoffes, erdrückt die Kreativität. Ein wichtiger Faktor ist
auch, wie der Stoff [das "Spielzeug"] dargeboten wird. Nehmen wir ein Kind ["kindliches Lernen aus Neugierde, durch Ausprobieren, durch Selber-
machen"], das zum ersten Mal einen Würfel in der Hand hat und dieses geometrische Gebilde zu verstehen versucht. Dabei kann es stundenlang
den Würfel rechtsherum, linksherum, vorwärts und zurück drehen und diese Tätigkeit immer wiederholen, wobei es mit Vergnügen und großer
Gebanntheit auf den Würfel starrt. Das geschieht "spielerisch". Wenn ich dieses Bild heranziehe, um meine Erfahrungen beim [Physik] Studium
zu beschreiben, dann will ich damit ausdrücken, daß ich das Gefühl hatte, den Würfel nie in die Hand zu bekommen. Der Würfel wurde vor
meinen Augen gedreht, mal rechts- und mal linksherum, und dann sollte ich auch gefälligst alles verstanden haben, und ein neues Spielzeug
wurde an die Stelle des Würfels gesetzt. Es kommt mir sogar so vor, als ob viele Professoren ein spielerisches Umgehen mit dem Stoff
["Spielzeug"] geradezu als kindisch oder als Zeitverschwendung betrachteten. In ihren Augen beginnt Kreativität erst dann, wenn der Stoff
"beherrscht" wird. - "Zur Physik gehören meines Erachtens philosophische Erwägungen. Es geht doch um die Natur - die kann man nicht
definieren, sie ist bereits definiert. Man kann staunen, man muß es sogar: warum so und nicht anders?"(S.284) -
Dabei werden aber zwei Dinge, zwei wesentliche Dinge, außer acht gelassen. Einmal, daß das spielerische Erfassen des Stoffes
die bessere Lernmethode ist,
weil sie "Spaß macht", lustbetont ist, und zum anderen, daß der "Kreativitätsmuskel" trainiert werden
muß
. Kreatives Denken will gelernt und geübt sein. Ich selbst habe dieses Mangelproblem für mich gelöst, indem ich während
meines Studiums andere Dinge getan habe, die meinem Spieltrieb Nahrung gaben. Ich habe komponiert, Gedichte geschrieben
und Bilder gemalt. Heute weiß ich, wie wertvoll das für mich war - selbst für meine wissenschaftliche Ausbildung -, denn die
Mechanismen, die zu Kreativität in der Kunst führen, sind exakt die gleichen, die Kreativität in der Wissenschaft bewirken.
Der Stoff ist ein anderer, doch das "Spiel" damit ist das gleiche. Ein interessantes Experiment dazu hat Prof. Dudley [Robert]
Herrschbach [b.1932, 1986 Nobelpreis f. Chemie] von der Berkeley Universität [Kalifornien] gemacht, indem er seinen Stu-
denten (womit er manche schockierte) als Übungsaufgabe im Fach Quantenmechanik vorschlug, Gedichte zur Quanten-
mechanik zu schreiben. Seine Absicht war, eine andere Art des Denkens zu schulen, die sonst im Studium zu kurz
kommt, da üblicherweise das streng logische, das begriffliche Denken betont wird. Er wollte damit wohl den "Kreativitäts-
muskel" der Studenten trainieren, denke ich. ... die Entstehung des Universums, die Evolution des Lebens und die Evolution
des Universums, den Sinn des Lebens [Raum -> Materie -> Leben -> Intelligenz]. Warum das Ganze stattfindet, und wohin
das Ganze führt. Denn all dies hat etwas mit Kreativität ["Die Fähigkeit eines Systems zur Evolution" o. dem "Ermög-
lichen neuer (Wechsel-) Wirkungseinheiten", von "Synthese (Mutation) - Analyse (Auslese)-Zyklen" o. Ermöglichen von
Komplexitätspyramiden n. Prof. Hubert Reeves; "ein Wechselspiel zwischen "Synthese" ("variierende Zusammenschau,
"Mutation") und "Analyse" ("Zerlegung", "Auslese")] zu tun, mit dem Entstehen von Neuem ... der Wille zur Kreativität
["braucht: eisernen Willen ("sich nicht entmutigen zu lassen"), Selbstvertrauen ("obwohl man als Störenfried empfunden wird"),
viel Zeit, Spaß und Freude am Prozeß", manchmal sogar ein "schlechtes" Gewissen], daß ich oder eine Gruppe überhaupt
kreativ sein will. Wenn ich es nicht will, passiert auch nichts. Ich muß ja immer auf der Suche sein. Und es gibt hundert gute
Gründe, dies nicht zu tun ... die oft zu beobachtende, übertriebene Angst vor den Fehlern ist ... ein eher schlechter Grund,
Kreativität zu scheuen. Man sollte zu Fehlern ein natürliches [unverkrampftes] Verhältnis bekommen und einfach wissen,
wie notwendig sie sind ... einfach notwendig, wenn ich kreativ sein will ... In der [Kreativitäts-]Pyramide muß stehen:
"Ich will kreativ sein", sonst geht nichts ... Zuviel Wissen [auch Angst o. die Unfähigkeit/mangelnde Bereitschaft Fehler
zuzugeben, psycho-emotionale Verletzbarkeit/destruktive Kritik und auch Neider können] kann für die Kreativität schädlich
sein, besonders wenn man die mit dem Wissen verknüpften Denkweisen als unveränderlich ansieht. Deshalb tun sich oft
die Spezialisten schwer, ihrem Fachgebiet ["Problem der Distanz"] grundlegend neue Impulse zu geben ... Man kann
nicht kreativ sein, wenn man nicht [auf ein Feld von Möglichkeiten] beschränkt ist
... Jeder ist sowieso nur so gut,
wie das Umfeld zu ihm paßt, oder jeder ist nur so gut, wie seine Zuhöhrer ihn finden ... Zur Kreativität gehört, daß
man sich zeigt, wie man ist
. Dann geht man einen individuellen Weg und fällt damit etwas aus dem Rahmen, ist
originell, also kreativ ... Wer kreativ sein will, braucht ein ausgeprägtes psychisches Immunsystem [ein "Schutz-
system (Distanz) vor Anfeindungen, Verleumdungen, Narzißmus des Verstandes und der Psyche" usw.] ..."


Gerd Karl Binnig
(b.1947)
Deutscher Physiker
1986 Nobelpreis f. Physik
Aus: Gerd Karl Binnig:  „Aus dem Nichts - Über die Kreativität von Natur und Mensch“ Erster Teil: Entwicklung einer Idee.
Göttliche oder menschliche Kreativität? Spiel mit dem Kreativitätsmuskel S. 13 -15. "Kreativität" ist ein allumfassendes Thema S.15.
Die "Bausteinstruktur" unserer Welt S.27. Der künstliche Tod oder die Tricks der Natur S.43. Bau' Dir eine Pyramide, und wohne darin für eine Zeit.
Exkurs: Der Wille zur Kreativitä und Intuition S.62f. Dualismus und das Kreativitäts-Rädchen. Kreativität als Wechselspiel S.84-86,
Hundert Gründe, nicht kreativ zu sein S.121f. Psychobarrieren im kreativen Prozeß S.126 Gründe für die Angst vor Kreativität 127-133.
Psychologie und menschliche Kreativität. Sei ein Narr S.136. Zweiter Teil: Ein Jahr danach - Arbeiten mit der Idee. Narzißmsu und Immunität
[ "Schutz-"] Abwehrmechanismen - Distanz S.226. Kreative Stationen meines Lebens S.284, 291. PIPER 1989




Denkrahmen der Logik




Aristoteles
(384 in Stageira-322 v. Chr.)
"Der Stagirit" "Der Philosoph"
"Denken in Seins-Kategorien"
"Statische Logik"
Griechischer Philosoph
Naturforscher
Schüler von Platon (427-347 v.u.Z)
"Denken in Werdens-Kategorien
http://anthrowiki.at/Aristoteles





Parmenides von Elea
(6./5. Jhd. v. Chr.)
Griechischer vorsokratischer Philosoph
"Die Unveränderlichkeit des Seins"
"Denken in Seins-Kategorien"
"Statische Logik"
"Das Eine" - "to hen", das durch alle
Verschiedenheit hindurch scheint!
Elea: antike griechische Hafenstadt, im
heutigen Kampanien/Süd-West Italien
http://anthrowiki.at/Parmenides





Heraklit von Ephesos

(520 - 460 v. Chr.)
Griechischer vorsokratischer Philosoph
"Denken in Werdens-Kategorien"
"Dynamische Logik"
"Alles fließt, alles ist Werden
- Panta rhei"
"Die Veränderung selbst (als Verändernde des
Veränderlichen) ist unveränderlich." (6)
"Der Gott ist Tag und Nacht, Winter-Sommer,
Krieg-Frieden, Sättigung-Hunger: alle Gegen-
sätze, das ist die Bedeutung" (11)
http://anthrowiki.at/Heraklit


"Die Logik stellt
das Netzwerk von "Verkehrsregeln"
beim [linearen] Denken dar."

Prof. Dr. Gerd Karl Binnig
(b.1947)
Deutscher Physiker
Nobelpreis 1986
Aus: Gerd Binnig: "Aus dem Nichts - Über die Kreativität von Natur und Mensch"
Erster Teil: Die Entwicklung einer Idee. Große und kleine Pyramiden [n. Hubert
Reeves (b.1932, US-amerik. Atom-Astrophysiker]. Logik S.38. Piper 1989


Die vier Axiome der Logik

Forderung nach:


Eindeutigkeit
Satz der Identität: "Alles ist mit sich identisch und verschieden von anderem."
"Nicht nur naturwissenschaftliches Denken folgt diesem Axiom, es ist - im Abendland - auch
in anderen Bereichen bestimmend. Wenn jemand von sich sagt, er sei "Katholik", so ist damit
auch gleich mitgesagt, dass er nicht "Protestant", nicht "Moslem", nicht "Jude", nicht
"Orthodoxer" (und so fort) ist. Denn "alles ist verschieden von anderem", was
ein Begriff nicht einschließt, schließt er aus.
[(10) HP S.51]

Widerspruchsfreiheit
("Richtigkeit")
Satz vom zu vermeidenden Widerspruch: "Von zwei einander widersprechenden
(einfachen, konträren) Behauptungen ist mindestens eine falsch".

""Erklären" heißt stets, etwas Unbekanntes - aliquot einem Kreuzworträtsel - Bekanntem einzupassen.
Was als bekannt gilt und wohinein eingepaßt werden soll, ist aber höchst willkürlich und bewußtseins-
bzw. kulturabhängig. [Sir Arthur Stanley] Eddingtons "Netz" als Methapher für die Naturwissenschaften,
dessen Maschengröße bestimmt, was die "Fischer" (Physiker) "fangen" (=experimentell herausfinden),
ist ein gutes Bild in diesem Zusammenhang. Wenn also "erklären" "Widerspruchsfreiheit" bedeutet,
dann hat man sich bereits für die Gültigkeit der Widerspruchsfreiheit als Modell der Welterklärung
entschieden und alle anderen "Erklärungsmodelle" (also solche, die nicht auf Widerspruchsfreiheit
abzielen) als widersprüchlich (also "falsch") verworfen.
Moderne Physiker freunden sich zusehends mit diesen Überlegungen an - und modern in diesem Sinn
waren schon die Großen der "Kopenhagener Deutung" [1927] der Quantenmechanik, wie [Niels] Bohr
[1885-1962] und [Werner] Heisenberg [1901-1976]. Für das Gros der im mechanistischen Denken
haftengeliebenen Naturwissenschafter ("Urknalldenker") sind solche Überlegungen natürlich unwissen-
schaftlich (und da haben sie sogar recht!). Sie lehnen die Darstellung ihrer Wissenschaft als bloß
eine Denkmöglichkeit unter mehreren ab, verkennen dabei allerding, daß Axiome, Denkgesetze
und Irrationalitäten wie Intuition, Kreativität, Phantasie Grundlagen der naturwissenschaftlichen
Arbeit sind, ohne aber selbst auf einer naturwissenschaftlichen Basis zu stehen." [(6) S.145]

Begründbarkeit
Satz vom ausgeschlossenen Dritten: "Von zwei einander vollständig widersprechenden
(kontradiktorischen, logischen) Behauptungen ist eine richtig, denn eine dritte Möglichkeit
gibt es nicht" - tertium non datur -
Entweder-Oder-Denken.

"... eine kurze Definition der Physik ... ist die Lehre von solchen Eigenschaftn Strukturen und Vorgängen
der unbelebten Materie, die experimenteller Erforschung, messender Erfassung und mathematischer
Darstellung zugänglich sind und allgemeingültigen Gesetzen unterliegt
. Abgesehen, daß sich mit dieser
Definition ... ungeheuer viele Fragen und Zweifel auftun, sollte jetzt klar sein und feststehen: Sowohl ist
der Raum etwas qualitativ anderes als die Materie ... als auch muß die vierte Dimension etwas anderes
sein als eine "andere Länge" im Sinne einer weiteren geometrischen Dimension [zu Länge, Breite u. Höhe
(Daten der Ortsangabe)]. Diese vierte Dimension ist die Veränderung [= Dimension des Wann]. Sie ist
auch das qualitativ andere, das Raum und Materie Voraussetzende - dasjenige nämlich, das Raum und
Materie qualitativ unterscheidet und damit aber auch gleichzeitig verbindet: Denn Raum und Materie
unterscheiden sich ja vor allem dadurch, daß Matrielles veränderbar ist, ja, daß Veränderung nach-
gerade das Grundlegende von Materie ist, Raum hingegen nicht veränderlich ist
. Wäre er es, wäre
er Materie - tertium non datur! Ein fundamentaler Qualitätsunterschied also ... Da die Veränderung
in der Physik aber nur als Bewegung oder Zeit gemessen wird bzw. werden kann, muß die vierte
Dimension
in der Bedeutung einer "vierten Raumdimension" nur jene qualitativ von der erfahrungs-
konformen Dreidimensionalität unterschiedene Veränderung
, sei sie nun örtlicher oder zeitlicher
Natur
, meinen ... Im jeweiligen Jetzt ["Dimension des Wann"] ist nichts so, wie es im vorherigen
Jetzt gewesen war, und nichts ist so, wie es im nächsten Jetzt sein wird ... Wir haben in unserem,
(zwanghaft?) dem Geometrischen verhafteten Denken nur schlicht "vergessen", daß die Geometrie
keine Veränderung und keine Zeit (und auch keine Bewegung) kennt, sondern nur eine Methode ist,
Flächen und auf ihnen befindliche Figuren zu beschreiben; daß sie eine mathematische Abstraktion
darstellt, die ... mit "Wirklichkeit" (da es die Geometrie nur gibt, wenn Bewußtseine sie konstruieren)
nur insofern etwas zu tun hat, als sie als Modell oder "organon", also Werkzeug mehr oder weniger
geeignet ist, in ihrer idealisierten, theoretischen Form (Formalismus, Konstruktion, Abstraktion)
zur Interpretation bzw. Bewältigung der realen Welt (unserer Erfahrungswelt) beizutragen."
[(6) S.223f, 225f]

Satz vom zureichenden Grunde - Kausalität
"Principium rationis sufficientis" - Denkgesetz des logischen kausalen Zusammenhangs
Die Beziehung zwischen "Ursache und Wirkung" oder „Aktion und Reaktion“

"Eine Denknorm, welche für jeden Gedanken, jedes Urteil einen Grund, d.h. einen gültigen Satz fordert,
durch den die Notwendigkeit des fraglichen Urteils sich rechtfertigt. Das (logische) Denken geht auf
Zusammenhang und Folgerichtigkeit (Konsequenz) der Denkakte aus, der "Satz vom zureichenden Grunde"
gibt der Forderung des logischen Zusammenhanges, der Konsequenz (die schließlich auf der Einheit
des Ich beruht) Ausdruck. Unbegründet darf nichts behauptet werden, soll dem Wahrheitswillen Genüge
geschehen."
[Aus: Rudolf Eisler (1873-1926), www.textlog.de/4182.html]


"Erst nachdem die moderne Naturwissenschaft in ihren Grundzügen geschaffen war, hat Gottfried Wilhelm Leibniz
(1646-1716) die Kausalität zum Denkprinzip erklärt und als 4. Axiom, als "Satz vom zureichenden Grunde",
der Logik zugefügt:
"Kraft des Prinzips vom zureichenden Grunde nehmen wir an, dass keine Tatsache wahr
oder wirklich
und kein Urteil richtig sein kann, ohne dass ein zureichender Grund vorhanden ist,
warum es so und nicht anders ist." ...

Nach ARISTOTELES hat alles, was geschieht, immer zugleich 4-Ursachen,
wenn auch mit unterschiedlicher Gewichtung:
"Es gibt vier Arten von Gründen:
Der erste besteht in dem, was das Wesen der Sache ausmacht = Formursache,
causa formalis;
der zweite in dem, was, wenn etwas vorhanden ist, notwendig (als Substrat)
vorausgesetzt werden muss = Materialursache, causa materialis; der dritte in dem,
was etwas zuerst bewegte = Wirkursache, causa efficiens; der vierte, um dessentwillen
etwas ist = Zielursache, causa finalis."


Es ist für die aristotelische Weltbetrachtung wichtig, sich klar zu machen, dass tatsächlich alle vier
Ursachen zusammenspielen müssen. Fällt nur eine davon weg, so wird das Ziel nicht erreicht! ...

Wir begegnen hier wieder einem der wesentlichen Probleme moderner Naturwissenschaft:
Die MATHEMATIK (jene Disziplin, die sich nichts anderes überlegt, als was alles mit den Axiomen der Logik
vereinbar gedacht werden kann)
liefert "nur" formal richtige - das heißt beweisbare - Aussagen und hat damit
keinen direkten Bezug zur natürlichen Welt (Aristoteles); andererseits ist moderne Naturwissenschaft ohne
mathematische Beschreibung nicht mehr denkbar ...


Es ist in unserer Zeit nur noch schwer vorstellbar, dass die Finalität [causa finalis, Zielursache] für lange Zeit
ebenso wichtig und wesentlich für die Argumentation war, wie es heute die reine Ursache-Wirkungsbeziehung
[causa efficiens] (also die Kausalität) ist."

Aus: H. Pietschmann: "Phänomenologie der Naturwissenschaft" 2.Logische Grundlagen 2.2 Mathematik als Ausfaltung der Logik S.31
3. Die Physik des Aristoteles 3.1 Vier Formen der Kausalität S.46, 48, 49 Ibera 2007




"... die Hauptschwäche des ARISTOTELES war, dass er zu empisch [1] war. Deshalb brachte er es nicht zu einer mathematischen Theorie der Natur.
GALILEI tat seinen großen Schritt, indem er wagte, die Welt so zu beschreiben, wie wir sie nicht erfahren. Er stellte Gesetze auf, die in der Form,
in der er sie aussprach, niemals in der wirklichen Erfahrung gelten und die darum niemals durch irgendeine einzelne Beobachtung bestätigt
werden können, die aber dafür mathematisch einfach sind. So öffnete er den Weg für eine mathematische Analyse, die die Komplexheit
der wirklichen Erscheinungen in einzelne Elemente zerlegt. Das wissenschaftliche Experiment unterscheidet sich von der Alltags-
erfahrung dadurch, dass es von einer mathematischen Theorie geleitet ist, die eine Frage stellt und fähig ist, die Antwort
zu deuten
. So verwandelt es die gegebene "Natur" in eine manipulierbare "Realität" ... GALILEO zerlegt die Natur, lehrt uns,
neue Erscheinungen willentlich hervorzubringen, und den gesunden Menschenverstand durch Mathematik zu widerlegen ..."



Carl Friedrich von Weizsäcker

(1912-2007)
Deutscher Physiker, Philosoph, Friedensforscher
Aus: „Die Tragweite der Wissenschaft“ Sechste Vorlesung: Kopernikus, Kepler, Galilei
S.107f. S.HIRZEL 6.Auflage 1990 (1.+2.Teil)
[1] Empirie: "Erfahrung", "Das Denken vom Allgmeinen zum Einzelnen" (= Deduktion)
"Das Denken vom Einzelnen zum Allgemeinen" (= Induktion)
Bild: Archiv der Max-Planck-Gesellschaft, Berlin-Dahlem

"Mit der geglückten Entdeckungsreise des [Christophorus] COLUMBUS [(1451-1506), der im Jahr 1492 Amerika entdeckte,
als er eine Insel der Bahamas erreichte, aber eigentlich den Seeweg nach Indien gesucht hat] ist nämlich eine ganz
neue Qualität in die Diskussion um die "WAHRHEIT" getreten! Die Frage, ob die Erde eine Kugel oder eine Scheibe sei,
beantwortete Columbus nicht durch Rekurs auf Aristoteles oder die heiligen Schriften, sondern durch eine Tat!
Auch in der Naturwissenschaft gilt als Kriterium der Gültigkeit einer Behauptung
nicht die theoretische Überlegung, sondern eine Tat: das Experiment!"
Aus: H. Pietschmann: "Phänomenologie der Naturwissenschaft" 4. Die Physik der Neuzeit
4.1 Die Entdeckung Amerikas als Beginn der Neuzeit S.63, 66. Ibera 2007





Johannes Kepler

(1571-1630)
Deutscher Naturphilosoph, Mathematiker,
Astronom, Astrologe, Optiker,
evangelischer Theologe
Landschaftsmathematiker in Graz (1594 - 1600)
Kaiserlicher Mathematiker in Prag (1600 - 1627)
Kepler in Linz (1612 bis 1627)
www.kepler-museum.de





Galileo-Galilei
(1564-1642)
Italienischer Universalgelehrter
Philosoph, Mathematiker,
Physiker, Astronom
"Messen, was messbar ist; messbar machen, was
(nicht unmittelbar) derzeit noch nicht messbar ist
!"
Hypothese ⇔ Experiment = Theorie
www.mpg.de/GalileoGalilei





Sir Isaac Newton
(1643-1727)
Englischer Naturforscher
Philosoph, Verwaltungsbeamter
Begründer der klassischen Mechanik
(Gravitationsgesetz, Bewegungsgesetze)
www.luminarium.org


"Ehe man eine naturwissenschaftliche Kosmogonie [1] versuchen konnte, musste man Himmel und Erde unter der Herrschaft
gemeinsamer physikalischer Gesetze zusammenbringen. Die Mathematik musste auf die Erde herunter, die Mechanik [2]
hinauf zum Himmel gebracht werden. Diese Errichtung einer neuen Wissenschaft, die schließlich Himmelsmechanik
genannt wurde, geschah in drei Schritten. Man musste zuerst die Himmelsbewegungen selbst mathematisch exakt
beschreiben; das vollbrachte KEPLER. Man musste die Mechanik als mathematische Wissenschaft begründen;
hierzu trug GALILEI wohl das wichtigste bei. Man musste schließlich die Mechanik auf die Himmelbewegungen
anwenden; dies war die krönende Leistung NEWTON's."
Carl Friedrich von Weizsäcker: "Die Tragweite der Wissenschaft" Sechste Vorlesung: Kopernikus, Kepler, Galilei S.106 S.Hirzel 1990
[1] Kosmogonie: "Weltzeugung", Naturwissenschaftliche Theorie/Erklärungsmodelle zur Entstehung und Entwicklung der Welt.
[2] Mechanik: "Wirkungsweise", "Maschine", Teilgebiet der Physik, Lehre von der Bewegung von Körpern und den dabei wirkenden Kräften.

Prof. em. Dr. Herbert Pietschmann (b.1936, österreichischer Physiker, von 1971 bis 2004: ordentlicher Professor für theoretische Physik
an der Universität Wien, Hauptarbeitsgebiete: die Quantenmechanik und die Physik der subatomaren Teilchen) schreibt dazu in seinem
Buch "Phänomenologie der Naturwissenschaft - Wissenschaftstheoretische und philosophische Probleme der Physik" (Ibera 2007):

"Da es uns weniger um die Inhalte der NaturwissenschaFt als vielmehr um die Struktur ihrer Methode geht, sei nochmals betont,
dass der Übergang vom finalen Denken [Zielursache, causa finalis] zur ausschließlichen Anwendung der causa efficiens
[Wirkursache, Ursache-Wirkungsbeziehung] und die Erfindung des Experiments (als Kirterium für Gültigkeit von Naturgesetzen)
ihre Geburtsstunde bestimmt. Beides stand Kepler noch nicht zur Verfügung ... Begründer der naturwissenschaftlichen Methode ...,
dieser Platz Galilei eingeräumt wird; dabei sollte aber klar sein, dass es sich dabei um eine Entwicklung handelt,
der viele Ursachen (aller vier [aristotelischen] Formen!) zugeschrieben werden müssen, wollen wir sie umfassend verstehen ...

Vielleicht können wir sagen, dass die NATURWISSENSCHAFT im neuzeitlichen Sinn geboren wurde, als GALILEI die Differenz

[Unterschied, Verschiedenheit] "Wahrheit - Hypothese" in die Differenz "WAHRHEIT - WISSEN" (oder, wie er selbst auch sagte,
"WAHRHEIT - KENNTNIS") umwandelte ... damit ist ein logisches [im Entweder-Oder-Verhältnis stehendes] Begriffspaar in ein polares
(wahrscheinlich sogar dialektisches [Sowohl-Als-Auch-Verhältnis]) verwandelt worden. Und aus der Differenz "formal richtig" - wahr"
löst sich eine dritte Kategorie, die nunmehr den Naturgesetzen zuzuordnen ist: die SICHERHEIT (Verlässlichkeit) im Sinne der
Vorhersagbarkeit des Ergebnisses von Experimenten ...

Der entscheidende Schritt des GALILEO GALILEI war die Einführung (oder "Erfindung") des Experiments als Kriterium
der Hypothesen (Hilfsmittel zur Beschreibung der Natur, also Sätze, die nicht
mit der Erfahrung übereinzustimmen brauchen).
Damit war zwar kein Beweis im Sinne der Mathematik möglich, aber der Descartes'sche [Methodische] Zweifel [Rene Descartes
(1596-1650), frz. Philosoph, Mathematiker, Naturwissenschaftler] als Methode entpuppte sich nun als fruchtbares Mittel zur Unter-
scheidung falscher Hypothesen von solchen, die nicht durch das Experiment widerlegt werden konnten. Es gehörte wohl Mut dazu,
diese "doppelte Negation" als das zu erkennen, was sie historisch werden sollte: als das Mittel zum Auffinden allgemeiner
Aussagen über die materielle Natur, nämlich der Naturgesetze ...


Wenn - so folgert GALILEI in seiner "nuova scienza" - zwischen widerlegbaren, also daher "falschen" Hypothesen und solchen,
die mit dem Experiment übereinstimmten, unterschieden werden kann, dann sind Hypothesen der bloßen Beliebigkeit entzogen!
Sie können zwar keinen Wahrheitsgehalt beanspruchen, aber die nicht widerlegten sind auch nicht mehr beliebige Hilfsmittel,
sie erhalten eine neue Qualität, sie beschreiben das "Wissen" oder die "Kenntnis" über die materielle Natur ... ein neuer Weg
beschritten ..., der weder auf Deduktion verzichtet, noch durch Induktion beschrieben werden kann. Es ist die doppelte Negation,
die uns erlaubt, durch Ausschluss falscher Hypothesen zu gesichertem Wissen zu kommen ...

Seit dem 17. Jahrhundert gilt das Experiment sowohl als Prüfstein für Hypothesen und Theorien als auch als Quelle
jener Kenntnisse, aus denen neue Hypothesen und Theorien geschaffen werden. Daher ist die Frage, was unter
"EXPERIMENT" zu verstehen sei, von grundlegender Bedeutung. Offensichtlich handelt es sich dabei um eine Tätigkeit
von Wissenschaftlern, die den Zweck hat, betimmte Ergebnisse - eben jene oben genannten "Kenntnisse" (über die
materielle Natur) - zu liefern. Diese Ergebnisse werden aber innerhalb der Naturwissenschaft nur dann anerkannt,
wenn sie reproduzierbar [analysiebar, quantifizierbar; wenn also die "Axiome des Experiments" erfüllt] sind! ..."
Aus: Herbert Pietschmann: "Phänomenologie der Naturwissenschaft" 4.3 Johannes Kepler: Finalität als Erklärungsprinzip
4.3.3 Gottes Wille als Begründung S.76. 4.5 Galileo Galilei: Wahrheit versus Wissen S.82, 84, 86, 87f
5. Das Experiment 5.1. Die "Axiome" des Experiments S.91 Ibera 2007


"Nun wollen wir aber doch nur ein solches System als empisch anerkennen, das einer Nachprüfung durch die "Erfahrung" fähig ist.
Diese Überlegung legt den Gedanken nahe, als Abgrenzungskriterium nicht die Verifizierbarkeit, sondern die Falsifizierbarkeit [Widerlegung]
des Systems vorzuschlagen; mit anderen Worten: Wir fordern zwar nicht, dass das System auf empirisch-methodischem Wege endgültig
positiv ausgezeichnet werden kann, aber wir fordern, dass es die logische Form des Systems ermöglicht, dieses auf dem Wege der method-
ischen Nachprüfung negativ auszuzeichnen: Ein empirisch-wissenschaftliches System muss an der Erfahrung scheitern können.
Den Satz: "Hier wird es morgen regnen oder auch nicht regnen" werden wir, da er nicht widerlegbar ist, nicht als
empirisch bezeichnen; wohl aber den Satz: "Hier wird es morgen regnen."



Sir Karl Raimund Popper

(1902 Wien - 1994 Kenley London)
Österreichisch-britischer Philosoph
Begründer des Kritischen Rationalismus
"Wissenschaft: Wissen und Nichtwissen" pdf >>>
Vortrag, gehalten in Zug/Ch 1981
Aus: Karl Popper: „Logik der Forschung“
I.Kapitel: Grundprobleme der Erkenntnislogik
6. Falsifizierbarkeit als Abgrenzungskriterium S.17
MOHR SIEBECK 11. Auflage 2005 (1935)

Die drei Axiome des Experiments

Forderung nach:

Reproduzierbarkeit
Die Tatsache/Forderung, dass die Wiederholung eines Experiments (bei den genau gleichen äußeren Bedingungen)
durch denselben oder andere Wissenschaftler zu gleichen (quantitativen, messbaren) Ergebnissen führt = "Reproduktion
der (Mess-) Ergebnisse innerhalb der (Mess-) Fehlergrenzen" = Konsens (Überein-, Zustimmung) der Beteiligten
und aller Interessierten (Tat-Sache). Der Worteil "Fehler" entspricht nicht dem Alltagsgebrauch, er weist nicht
auf einen Irrtum hin; vielmehr ist der MESSFEHLER (± o. Fehlerbalken) integrierender Bestandteil jeder
Messgröße, ohne dessen gleichzeitige Angabe die Messgröße sinnlos bleibt ... "Messfehler" stammen
aus zwei unterschiedlichen Quellen: Einerseits aus der UNWIEDERHOLBARKEIT individueller Prozesse,
andererseits aus der Analyse, der Zerlegung der gegebenen Welt in das vereinfachte "MODELL" und den
dabei wegzulassenden "HINTERGRUND" ... die Fachwissenschaft ... spricht von statistischen und
systematischen Fehlern" ... "Das Kriterium für die Existenz eines neuen Phänomens in der Naturwissen-
schaft ist also nicht seine Entdeckung, sondern erst der Nachweis der Reproduzierbarkeit!" ...
Denn auch
was reproduzierbar gennant werden darf, unterliegt der Konsensbildung aller einschlägigen Fachleute.
Die Konsensbildung in der Gruppe der zuständigen Experten ist ein Prozess, der weder objektiv darstellbar
noch öffentlich kritisierbar sein kann. Daher wäre auch jede Publikation sinnstörend, aber der ganz
wesentliche Beitrag solcher Prozesse zur Erkenntnisgewinnung in der Naturwissenschaft sollte
auch in der Wissenschaftstheorie entsprechende Beachtung finden ...
[HP S.92f, 105, 107, 164, 169, 171]

Quantifizierbarkeit

"Alles was messbar ist, messen und was nicht messbar ist, messbar machen!" (Galileo Galilei)
Quantifikation der (Mess-) Ergebnisse mit Zahlen, Diagrammen oder Figuren bei "einfachen" Systemen,
unter gleichzeitiger Angabe des "statistischen Messfehlers" (der Fehlergrenzen des Messbereichs).
"Quantifikation ist eben nicht nur die Extraktion von Zahlen aus einem Naturvorgang; dahinter steht
ein Prozess, an dessen Ende MESSGRÖSSEN ("dimensionsbehaftete Größen") produziert werden,
die nicht mit bloßen Zahlen verwechsel werden dürfen ... Gezählt wird ... immer bezogen auf eine
Fläche (oder einen Raumwinkel)! ... Erst der Quotient aus Zählergebnis und Fläche (oder Raumwinkel)
ist das Messergebnis und daher wieder eine dimensionsbehaftete Größe (z.B. "Wirkungsquerschnitt").
Erst dieses Messergebnis hat Anspruch auf Reproduzierbarheit ..."
(HP S. 102f, 105)

"Mit dieser ihrer Methode hat die Naturwissenschaft jedenfalls jede Menge analytischer Arbeit geleistet,
die in den sogenannten
Elementargrößen (EG) des (heutige gültigen) physikalischen Weltbildes gipfelt.
Und hier gilt: Weil die EG so sind, wie sie sind (und um kein Jota anders), ist unsere physikalisch
interpretierbare Welt (=materielle Realität) so, wie sie ist - und um kein Jota anders. Es drängt sich
daher die spekulative Frage auf: Was wäre, wenn die EG andere Werte hätten? Liegt dies überhaupt
im Bereich des Möglichen? ... EG sind nichts anderes als quantifizierte Aspekte (
Maßeinheiten)
der unserer Wirklichkeit zugrundegelegten Realität und gelten als Garant dafür, daß unsere Welt
so ist, wie sie ist. Ein Anderssein unserer Welt gilt aufgrund des Soseins der Elementargrößen (EG)
für unmöglich, bzw. verlöre sie bei Anderssein der EG ihre uns gewohnte Realität - oder hätte sie
eine andere? Oder gar keine, wäre also nicht? ...Da wir aber nie sicher sein können, daß wir bereits
über alle fundamentalen Naturkonstanten verfügen ..., so besitzen wir auch keine Gewißheit darüber,
ob wir in den Größen und Zahlen, die sich aus den EG bilden lassen, auch den tatsächlich darin
enthaltenen Sinn erkennen können - falls es einen solchen überhaupt gibt. Die Frage spitzt sich zu:
Sind andere EG möglich?"
[(6) S.146f]

Analysierbarkeit
Da die Erscheinungen, die wir im täglichen Leben (in unserer "Lebenswelt") beobachten nicht "einfach"
genug sind, muss zum Zwecke eines Experiments eine Vereinfachung (
"Zerlegung und Unterscheidung
in "wesentliche" und "unwesentliche" Teile") vorgenommen werden (= Analyse). Diese "Analyse" setzt
eine Bewegung in Gang (die einerseits zum Erfolg der naturwissenschaftlichen Methoden, andererseits
zu Problemen für die menschliche Gemeinschaft beitragen kann), die Prof. Dr. Herbert Pietschmann
als die "naturwissenschaftlich-technologische Fortschrittsspirale" bezeichnet.
(HP S. 98f, 100)
"Wegen der Notwendigkeit der Analyse und Extrapolation ["Hochrechnung] auf idealisierte Verhältnisse
unterliegen experimentelle Ergebnisse immer einer gewissen Unsicherheit. Sie drückt sich nicht nur
in den jedem Messergebnis zugeordneten Fehlern aus, sondern sie stammt auch aus der notwendigen
Interpretation. Experimente werden in der Lebenswelt ausgeführt, ihre Ergebnisse beziehen sich aber
auf eine künstliche Wirklichkeit, da nur diese von den Theorien beschrieben wird ... Die Physik gelangt
zu einer Beschreibung der Wirklichkeit, indem sie darauf verzichtet!" (HP S.139, 109, 255)

"Ich behaupte nicht, dass das REPRODUZIERBARE [-Quantitative] an und für sich wichtiger sei als
das EINMALIGE [und die Werte und der Sinn], aber ich behaupte, dass das wesentlich Einmalige
sich der Behandlung durch naturwissenschaftliche Methoden entzieht ["Sehnsucht nach Einheit der
Vielheit und des "Unvereinbaren"]. Zweck und Ziel dieser Methoden ist ja, Naturgesetze zu finden und
zu prüfen, worauf die Aufmerksamkeit des Forschers allein gerichtet ist und gerichtet bleiben muss."
[1]

"Der Vorgang des Verstehens in der Natur sowie auch die Beglückung, die der Mensch beim Verstehen,
das heißt beim Bewusstwerden einer neuen Erkenntnis empfindet, scheint demnach auf einer Ent-
sprechung, einem Zur-Deckung-Kommen von präexistenten inneren Bildern [archetypischen Bildern
C.G.Jung] der menschlichen Psyche mit äußeren Objektiven und ihrem Verhalten zu beruhen."
[2]


Wolfgang Pauli

(1900-1959)
Österreichischer Physiker
1945 Nobelpreis für Physik
Aus: [1] Wolfgang Pauli: "Physik und Erkenntnistheorie"

S.94 Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 1984
[2] Werner Heisenberg: "Schritte über Grenzen - Gesammelte
Reden und Aufsätze" S.301f Piper 1971


Denkrahmen der Logik - Logisches Denken

Logisch differenzierende Trennung

Widerspruch ist Fehler!

DUALISMUS - DISHARMONIE


THESE ⁄ ANTITHESE

Widerspruch wird als "Fehler" eliminiert!


Analyse geht vor Zusammenschau

Hierarchie
Lineare Mono-Kausalität


"Entweder - Oder Prinzip"
als
Trennender Dualismus!


These ⁄ Antithese
Monismus ⁄ Dualismus ⁄ Pluralismus
GEIST ⁄ Äther ⁄ Urei ⁄ Eros ⁄ Okeanos ⁄ MATERIE
Irdisches ⁄ Metaxy (Eros, Psyche) ⁄ Göttliches
Ur-Ei ⁄ Eros ⁄ Dasein ⁄ Chaos ⁄ Gaia
Chaos ⁄ Gaia ⁄ Kosmos ⁄ Götter ⁄ Menschen
Eros ⁄ Himeros ⁄ Psyche
Henne ⁄ Ei
Leben ⁄ Tod
Verbrauch ⁄ Erneuerung ⁄ Austausch gegen etwas Neues
Licht ⁄ Liebe ⁄ Leben (3L)
Materiewelt ⁄ Seelen-(Plasma)welt ⁄ Licht-Geistwelt
MATERIE-Körper ⁄ PLASMA-Psyche ⁄ GEIST-3L
Materie ⁄ Po+Chi+Hun ⁄ Tao ("Das Ganze", Li, Tai Chi)
Mikrokosmos ⁄ Mesokosmos ⁄ Makrokosmos
Feuer ⁄ Wasser ⁄ Erde ⁄ Luft
Feuer ⁄ Erde ⁄ Wasser ⁄ Luft ⁄ Leere
Holz ⁄ Feuer ⁄ Erde ⁄ Metall ⁄ Wasser
Materie-Natur ⁄ Psyche ⁄ Geist
Chaos ⁄ Raum ⁄ Materie ⁄ Leben ⁄ Intelligenz
Evolution ⁄ Involution
Einfalt ⁄ Chaos ⁄ Vielfalt
Synthese ⁄ Intuition ⁄ Analyse
Das Seiende ⁄ Das Unteilbare ⁄ Das Identische
Das Vergehende ⁄ Das Teilbare
Das Seiende⁄ das Vergehende
Diesseits ⁄ Jenseits
Sein ⁄ Nichts
Existenz ⁄ Kausalität
Quantität ⁄ Qualität
Mann ⁄ Frau
Tag ⁄ Nacht
Elektrische Ladung:
Minus ⁄ Plus
Diskret ⁄ Kontinuierlich
Endlich ⁄ Unteilbar

Offenheit ⁄ Kritikbewusstsein
Leichtgläubigkeit = Offenheit ohne jegliches Kritikbewusstsein
Borniertheit (Engstirnigkeit) = Kritikbewusstsein ohne jegliche Offenheit


Verifikation ⁄ Falsifikation

Weg ⁄ Ziel
Mein Weg ⁄ Dein Weg
Mein Ziel ⁄ Dein Ziel

Kampf ⁄ Flucht
Intuition ⁄ Erfahrung
Kreativität ⁄ Konstruktion
Körper ⁄ Plasma (Psyche, Seele) ⁄ Geist
Freiheit-"Zwang zur Entscheidung" ⁄ Verantwortung ⁄ Sorgfaltspflicht ⁄ Willkür
Freiheit-"Wahlmöglichkeit" ⁄ Vernunft ⁄ Naturnotwendigkeit ⁄ Willkür-"Wahlmöglichkeit"
Nähe ⁄ Distanz
Isolation ⁄ Attraktion
Naturwissenschaft ⁄ Geisteswissenschaft
Reduktionismus ⁄ Ganzheitlichkeit
Disharmonie ⁄ Harmonie
Physik ⁄ Philosophie
Grundlagenwissenschaft ⁄ Anwendung
Samsara ⁄ Nirvana
(Die weltliche, relative Sicht ⁄ Die überweltliche, absolute Sicht)
usw.

Entweder
"Experimentelle NaturWissenschaft
"
oder
"Beobachtende NaturWissenschaft"
oder
"Geisteswissenschaft
"
oder
"Erfahrungsheilkunde"

Kein "Gemeinsam" - Kein Miteinander
der Methoden
im Erkenntnisprozess!

Die drei Grenzen der naturwissenschaftlichen Erkenntnis
Die technologische, methodologische und ontologische Grenze
Prof. em. Dr. Herbert Pietschmann: "Drei Grenzen der Naturwissenschaften" pdf >>>


"Wer sich mit den Grenzen der Naturwissenschaft befassen will, muss sich zuerst den Unterschied zwischen Grenze und Ende klar machen.
Eine typische
Grenze ist zum Beispiel eine Landesgrenze, jenseits derer zwar ein anderes Land, aber wieder ein Land zu finden ist.
Ein typisches
Ende ist etwa das Ende eines Maßstabes. Der Maßstab ist dort „zu Ende“, jenseits dieses Endes ist nichts,
zumindest nichts Vergleichbares zu finden.
Wer eine Grenze mit einem Ende verwechselt gerät dabei in einen Reduktionismus;
er oder sie kann Anderes, das vielleicht zum Ganzen wesentlich dazu gehört [als Teilaspekt der "Gesamtwirklichkeit"],
nicht anerkennen und verleugnet dessen Existenz ...

Die offensichtlichste Grenze naturwissenschaftlicher Erkenntnis ist gegeben durch den jeweiligen Stand der Technik.
Da Naturwissenschaft auf dem Wechselspiel von Theorie und Experiment beruht , kann auch theoretische Erkenntnis nur so weit gehen,
wie experimentelle Technik eine Überprüfung gestattet. Teilchenphysiker bezeichnen alle Teilchen als „punktförmig“, deren gemessene
Ausdehnung kleiner ist als die kleinste, technisch erreichbare Länge.
Zur Zeit meiner Dissertation vor 1960 war dies 10-
15m, heute sind wir bei 10-19
m.
In etwa einem halben Jahrhundert wurde diese Grenze um vier Größenordnungen hinausgeschoben. Ähnliches gilt für fast alle Messgrößen,
aber auch zum Beispiel für die größte Entfernung, die wir im Universum noch beobachten können. Sie ist bestimmt durch das jeweils
beste Teleskop. Die technologische Grenze ist also eine Funktion der Zeit, sie wird ständig hinausgeschoben und unsere mögliche
naturwissenschaftliche Erkenntnis wird zugleich vermehrt. Hinsichtlich dieser Grenze – aber nur dieser Grenze – gilt der oft gebrauchte Satz:
Was wir heute noch nicht wissen, werden wir durch den Fortschritt der Technik sicherlich einmal wissen ...


Das 20. Jahrhundert begann mit einem großen Paradigmen-Wechsel in der Physik. Damit wurde eine zweite Grenze der Naturwissenschaft eröffnet,
die nicht auf die technologische zu reduzieren ist. Der Physik-Nobelpreisträger Paul Adrian Maurice Dirac (1902-1984) hat das in seinem Lehrbuch der
"Quantenmechanik" (1) deutlich gesagt:
„Es gibt eine Grenze für die Feinheit unserer Beobachtungskraft und die Kleinheit der begleitenden Störung –
eine Grenze, welche in der Natur der Dinge liegt und die niemals durch verfeinerte Techniken überschritten werden kann.“

Dirac hat damit die [Werner] Heisenberg’sche [1901-1976] Unschärfe-Relation [als Grenze der Messbarkeit im Kleinen] angesprochen. Aber schon zuvor,
in der Einstein’schen Relativitätstheorie, wurde die methodologische Grenze erkannt: Die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum ist Grenzgeschwindigkeit,
die von massiven Teilchen nicht erreicht und von Wirkungen nicht überschritten werden kann. Damit ist gemeint, dass jede Ursache-Wirkung Beziehung
einer festen zeitlichen Reihenfolge bedarf (Ursache muss vor der Wirkung liegen), was bei Überlichtgeschwindigkeiten nicht mehr garantiert ist.
Manchmal wird das damit verwechselt, dass es überhaupt keine Geschwindigkeiten größer als die Vakuum-Lichtgeschwindigkeit geben kann;
das ist aber falsch. Wenn keine Wirkung damit verbunden ist, spricht nichts gegen eine solche Überlichtgeschwindigkeit ...


Naturwissenschaftliche Erfolge beruhen auf einem
Denkrahmen“, der auf drei Quellen zurückgeht. Die drei "Axiome der aristotelischen Logik"
[Eindeutigkeit, Begründbarkeit, Widerspruchsfreiheit] sind dem Denken vorausgesetzt, drei „Axiome des Experiments
(Reproduzierbarkeit,
Quantifizierung und Analyse) dem naturwissenschaftlichen Handeln. Aristoteles hatte (neben Form- und Materialursache) Finalität und Kausalität
gleichermaßen als Beschreibungsgrundlage verwendet. Wir benutzen heute den Begriff Kausalität [= causa efficiens = Wirkursache]
im engeren Sinne nur für die Ursache-Wirkung-Beziehung, also nicht auch für die Finalität, die aristotelische „causa finalis“.
Ein ganz wesentlicher Schritt zur naturwissenschaftlichen Methode war die Beschränkung auf Kausalität als Begründungszusammenhang
und die Ausklammerung der Finalität! Kausalität und Finalität können in Widerspruch geraten, daher musste eine von beiden eliminiert werden.
Dies ist auch der Grund, warum Galilei und nicht Kepler, der ja die richtigen Planetengesetze gefunden hat, als Vater der Methode angesehen wird;
Kepler hatte nämlich noch finale Erklärungen verwendet. Für ihn war der Grund für die Ellipsenform der Planetenbahnen der Wille Gottes, die Harmonie
der Welt im Planetensystem darzustellen. Für Isaak Newton war der Grund für die Ellipsenform der Planetenbahnen die Tatsache, dass die Gravitations-
kraft zwischen Sonne und Planet mit dem Quadrat der Entfernung abnimmt. Er konnte daraus die Planetengesetze mathematisch ableiten;
Newton hatte die Gravitationskraft erfunden, um eine kausale Erklärung zu ermöglichen! ...
Die
ontologische Grenze
naturwissenschaftlicher Erkenntnis kann am besten durch den eingangs beschriebenen Denkrahmen
definiert werden. Alles, was dabei grundsätzlich nicht erfasst werden kann, was also außerhalb des "Denkrahmens"
[Paradigma] fällt, liegt jenseits dieser Grenze ...


Carl Friedrich von Weizsäcker (1912-2008) (2) hat dies schön zusammengefasst:
„Das Verhältnis der Philosophie
zur so genannten positiven Wissenschaft lässt sich auf die Formel bringen: Philosophie stellt diejenigen Fragen,
die nicht gestellt zu haben die Erfolgsbedingung des wissenschaftlichen Verfahrens war. Damit ist also behauptet,
dass die Wissenschaft ihren Erfolg unter anderem dem Verzicht auf das Stellen gewisser Fragen verdankt.
Diese sind insbesondere die eigenen Grundfragen des jeweiligen Faches.“


Immanuel Kant (1724-1804) (3) hat dies schon festgestellt:
„Naturwissenschaft wird uns niemals das Innere der Dinge ... entdecken;
aber sie braucht dieses auch nicht zu ihren physikalischen Erklärungen.“


Freiheit mit ihrem Widerspruch zur Naturgesetzlichkeit liegt jenseits der ontologischen Grenze!
Versuche, sie aus der Unschärferelation „herzuleiten“, sind – wie oben gesagt – grundsätzlich zum Scheitern verurteilt.
Dabei handelt es sich um eine Verwechslung der ontologischen mit der methodologischen Grenze naturwissenschaftlicher
Erkenntnis; solche Verwirrungen entstehen oft aus der ungenauen Verwendung von Begriffen ..."


"Weisheit beginnt beim Staunen!"
("Die Fähigkeit, Dinge zu durchschauen ...")
Sokrates
(469-399 v.u.Z)
Griechischer Philosoph


Das Reduktionismus (4) Problem

5.4. Das Reduktionismusproblem S.119 (A)
Aus: Univ.-Prof. Herbert Pietschmann, Emeritus der Fakultät Physik, Univ. Wien: "Drei Grenzen der Naturwissenschaften" pdf >>>

Erweiterte Fassung des Vortrags am Symposium „Homo Neurobiologicus“ Univ. Wien, 10. Oktober 2008" S.1-2f, 8-10
Wissenschaftliche Nachrichten Nr. 137, 2/2009: www.pupwien.at/?download=wiss_nachrichten_02_09.pdf
(A) Herbert Pietschmann: "Phänomenologie der Naturwissenschaft - Wissenschaftstheoretische und philosophische
Probleme der Physik" 5. Das Experiment 5.4. Das Reduktionsimusproblem 5.4.2 Drei Grenzen naturwissenschaftlicher
Erkenntnis S.116-119 Ibera 2007
(1) Paul Adrian Maurice Dirac: "The Principles of Quantum Mechanics" Oxford University Press (1958)
(2) Carl Friedrich von Weizsäcker: "Deutlichkeit" Hanser Verlag München 1978 S.167
(3) Immanuel Kant: "Prolegomena §57", 353
(4) www.psyon.de/garten/reduktionismus.html
www.spektrum.de/lexikon/biologie/reduktionismus/55958




"Sichere Wahrheit erkannte kein Mensch und wird keiner erkennen
Über die Götter und alle die Dinge, von denen ich spreche.
Sollte einer auch einst die vollkommenste Wahrheit verkünden,
Wissen könnt' er das nicht: Es ist alles durchwebt von Vermutung.
Nicht vom Beginn an enthüllten die Götter den Sterblichen alles,
Aber im Laufe der Zeit finden wir, suchend, das Bess're.
Diese Vermutung ist, so scheint es,
der Wahrheit recht ähnlich."

Xenophanes von Kolophon
(~570 v. Chr.–470 v. Chr.)
Griechischer Philosoph, Dichter
Vorsokratiker
Aus: Karl Popper: "Wissenschaft: Wissen und Nichtwissen" Vortrag in Zug/CH 1981 >>>
Karl Popper: "Freiheit und intellektuelle Verantwortung - Politische Vorträge und Aufsätze
aus sechs Jahrzehnten" herausgeg. u. teilw. neu übersetzt von Hans Joachim Niemann
(b.1941, dtsch. Philosoph) 10. Über Wissen und Nichtwissen IX S.182. Band 14
der Reihe Karl Popper, Gesammelte Werke in deutscher Sprache
Mohr Siebeck 2016


"Auch die moderne Physik ist wie die klassische Physik pragmatisch ["sachbezogen"] ausgerichtet und interessiert sich
für das WIE. Das heißt, sie begnügt sich damit, mit gut funktionierenden mathematischen Formeln zu berechnen, wie
etwas wirkt. Aber sie reflektiert nicht, was das wirkich ist, was da wirkt.
Hans Peter Dürr schreibt dazu: "Wenn man
wirklich "WAS?" fragt, dann muss man die Naturwissenschaften verlassen, denn Gott ist kein Mathematiker."
Er bezeichnet die Physik als "Wie-Wissenschaft", die Theologie als "Was-Wissenschaft" ...
Carl Friedrich Weizsäcker meint: "Die Physik stellt die Grundfrage nicht, sondern sie gibt sich mit den eigenen
Begriffen zufrieden. Für den durchschnittlichen Wissenschaftler und den Realisten taucht somit die Frage
nach Gott, dem Begründenden, nicht auf." Weil sich Physiker in der Regel vor der "WAS-FRAGE" scheuen,
stellen sie die Frage nach dem Tranzendenten nicht - also danach, ob es außerhalb des mit Messgeräten
und Sinnesorganen Erfahrbaren noch etwas gibt und wie es beschaffen ist ...
Gottfried Wilhelm Leibniz
[1646-1716] ersten Frage des Menschen:
"Warum gibt es etwas und nicht Nichts?" ...
Die Physiker wissen, dass diese Fragen mit physikalischen Methoden nicht beantwortet werden können
und klammern sie deshalb aus ... Um jedoch einen Sinn für die menschliche Existenz zu finden, ist das
physikalische Werkzeug ungeeignet. Dazu bedarf es einer Haltung, die nicht zum Repertoire der Physik
gehört. Es braucht eine Haltung des Vertrauens - des Vertrauens darauf, dass die menschliche Existenz
einen Sinn hat und nicht reiner Zufall ist und dass hinter allem Sein ein Urgrund steht,
den viele "GOTT" nennen ...
Noch schwerer fällt es ... auch nur ansatzweise Zweifel an der aristotelischen Logik aufkommen
zu lassen, deren Kernsatz das Prinzip des ausgeschlossenen Widerspruchs enthält, was bedeutet,
dass nicht zugleich etwas und sein Gegenteil [Aporie] zutreffen kann. Die aristotelische Logik wurde
von
Thomas von Aquin [1225-1274] in die Theologie übernommen und wurde nicht nur im Abendland
führend. Sie ist inzwischen global verbreitet, weil sie die menschliche Weltbemächtigung sehr
wirksam erlaubt.
Nikolaus von Kues [1401-1464] hat dieses Prinzip nicht akzeptiert, er hat die
"coincidentia oppositorum", den Zusammenfall alles Gegensätzlichen in "GOTT" vertreten ...
Scheinbar selbstverständliche Voraussetzungen - wie absolute Zeit, Kausalität, Objektivität oder gar
den Ausschluss des Widerspruches - infragezustellen, erschüttert schon gehörig das wissen-
schaftliche Selbstbewusstsein der Physik. Es beinhaltet ja auch, dass unser Erkenntnis-
vermögen grundsätzlich beschränkt ist ...
Da ist es bequemer, sich auf verlässliche mathematische Formulierungen zu beschränken,
die hervorragend funktionieren, um Wahrscheinlichkeiten von Vorgängen zu berechnen,
als über die wankenden Fundamente nachzudenken. Die Hinterfragung der Fundamente
schiebt man ab in die Metaphysik, mit der viele Physiker nichts zu tun haben wollen.
Und wer die Grundlagen hinterfragt, sieht sich leicht dem Vorwurf ausgesetzt,
dass er zu viel "herumspintisiere"..."

Aus: Anselm Grün, Michael Grün: „Zwei Seiten einer Medaille - Gott und die Quantenphysik“
Anselm Grün: Anmerkungen eines Theologen zum Thema "Physik und Religion"
Nachwort S.112, 114f, 116f Vier Türme Verlag 3. Auflage 2016 (2015)
[Meine Ergänzungen] GOTT = ALLEINS QUELLE URSPRUNG


"Es ist überhaupt fraglich, ob wir mit unserem
in der materiellen Welt analytisch denkenden Intellekt

Phänomene, die nicht mit der Materie verbunden sind,
jemals erforschen, verstehen können."

Stefan von Jankovich
(1920-2002)
Ungarisch-schweizerischer Architekt, Künstler, Autor
Buch: „Die energetische Struktur des Menschen. Ein philosophisches Denkmodell.
Wer bin ich? Eine Vision meiner selbst“ DREI EICHEN VERLAG 1990
Siehe Leistungen: Palliativmedizin >>> "Die energetische Struktur des Menschen
- "Die Bewusstseinsstufen" - "ICH-Trichter" - "Die 7-Schalen (Kosha) des Sterbens" -
"Die 7 Promotions-Tode des ICH"


"Die klassische Physik [seit 17.Jhd.] war so erfolgreich darin, durch Erfindungen [Technik] dem Menschen das Leben zu erleichtern,
Vorgänge zu erklären und die Zukunft von Vorgängen zu berechnen, dass man Ende des 19. Jahrhunderts
glaubte, dem Menschen
sei in der Beherrschung der Natur und der Erkenntnis der Wahrheit keine Grenze gesetzt
. Und man war felsenfest davon überzeugt,
dass die klassische Physik die richtige Beschreibung der Welt sei
. Man fühlte sich schon nahe an der vollständigen Kenntnis und
Beherrschung der Natur, man fühlte sich schon fast „göttlich“. Diese Hybris [Anmaßung, Hochmut] möchte ich Ihnen an zwei
Beispielen aufzeigen: Als 1874 der hochbegabte 16-jährige
Max Planck [1858-1947, Nobelpreis für Physik 1919] in München Abitur
ablegte, war er sich noch nicht sicher, ob er Altphilologie, Musik oder Physik studieren solle. Deswegen fragte er den Physikprofes-
sor Philipp von Jolly [1809-1884]. Der meinte, Physik zu studieren lohne sich nicht mehr, da schon fast alles gefunden worden sei
und das wenige noch nicht Bekannte bald gefunden sein werde. 1896 meinte Albert Michelson [1852-1931], der erste amerikanische
Physiknobelpreisträger [1907], die zukünftigen Entdeckungen müsste man in der „6. Dezimalen“ suchen. Das bedeutet, man wisse
in der Physik schon alles, man wisse es aber teilweise nur auf ein Millionstel genau und es bleibe nur noch die Aufgabe übrig,
diese Genauigkeit zu verbessern. Es zeigte sich aber:
Der Erfolg einer Theorie ist kein Garant für ihren Wahrheitsgehalt
...

Wir benutzen für unsere physikalischen Gesetzte
37 Parameter beziehungsweise Konstanten, deren Größe wir sehr genau
gemessen haben, die wir aber nicht aus anderen Gesetzen ableiten können. Solche Konstanten sind etwa die Gravitations-
konstante
[(G) Gravitationsgesetz n. Isaac Newton], das Plancksche Wirkungsquantum [(h) n. Max Planck], die elektrische
Feldkonstante
[ε0], aber auch alle Massen der Elementarteilchen. Wenn nur eine einzige dieser ["mathematisch hergeleit-
eten"] Größen ganz geringfügig anders wäre, hätte es niemals zu dieser ["rein mathematisch-physikalisch konstruierten"]
Welt mit uns Menschen kommen können ...

Die Physik musste erkennen, dass ihr Wissen eng mit den Methoden zusammenhängt, mit denen sie die Natur
erforscht
, und dass sie nicht die Lehre von der Natur, sondern die Lehre von unserer Kenntnisnahme der Natur
ist -
Außerhalb meiner Beobachtung ist die Welt anders, als mit meiner Beobachtung! [= "Nicht-Objektivität"] -
Werner Heisenberg [1901-1976, 1932 Nobelpreis für Physik (Quantenmechanik)] hat das so ausgedrückt:
"Das Elektron existiert als wirkliches Ding nur, wenn es gemessen wird.
Ansonsten ist es nur eine Möglichkeit , ein Ding zu werden."

"Ding" heißt lateinisch "res". Davon leitet sich das Wort "Realität" ["Verdinglichung"] ab.
Meine Beobachtung
schafft demnach Dinge und Realität, die jedoch ohne meine Beobachtung so nicht da sind.
Und neben
dieser Realität gibt es eine andere Wirklichkeit, die für mich jedoch grundsätzlich mit meinen Sinnesorganen
nicht zugänglich ist. In der Quantenphysik sagt man, es gibt viele virtuelle Welten [1]. Durch meine Beobachtung
wird eine real. Es gibt damit kein Ding an sich und keine objektive Welt, wie Kant, Newton und Descartes uns
gelehrt haben. Das Subjekt Ich schafft erst Realität.
Subjekt und Objekt gehören damit zusammen ...

Kein ernsthafter Quantenphysiker leugnet heute noch die
"Nicht-Objektivität" und die "Nicht-Lokalität".
Die
"Nicht-Lokalität" lehrt uns, dass die Dinge nicht so primitiv, seelenlos, lokal beschränkt sind, wie
die klassiche Physik es lehrte. Kein Teilchen ist isoliert, sondern ein jedes hat "Ahnung" von der
ganzen Umgebung.
Die ganze Welt beeinflusst ein jedes Teilchen und ein jedes Teilchen beein-
flusst die ganze Welt
... Hans Peter Dürr [1929-2014, 1987 "Alternativer Nobelpreis",1995
Friedensnobelpreis, Werner Heisenberg "Schüler", Quantenphysik = "hollistische Physik"]
drückt das so aus:
"Der individuelle Mensch ist mit dem ganzen Kosmos verbunden."

Werner Heisenberg: "Die Bedeutung des Schönen in der exakten Naturwissenschaft" pdf >>>
Vortrag vor der "Bayerische Akademie der Schönen Künste" in München 1970
www.youtube.com/watch?v=yXIksWkYHw8
- "Heisenberg spricht von den beiden Definitionen des Schönen in der griechischen Philosophie:
"Die eine bezeichnet die SCHÖNHEIT als die richtige Übereinstimmung der Teile miteinander und mit dem Ganzen [Pythagoras].
Die andere, auf Plotin [205-270 n.u.Z. und Platon (427-347 v.u.Z)] zurückgehende, ohne jede Bezugnahme auf Teile, bezeichnet
sie als das Durchleuchten des ewigen Glanzes des "EINEN" durch die materielle Erscheinung."
... Platon verbindet
die Erfahrung der Schönheit mit der Erfahrung GOTTES:
"Die SEELE erschrickt, sie erschauert beim
Anblick des SCHÖNEN, da sie spürt, dass etwas in ihr aufgerufen wird, das ihr nicht von außen durch die Sinne
zugetragen worden ist, sondern das in ihr in einem tief unbewussten Bereich [als präexistente-/archetypische-/
innere Bilder] schon immer angelegt war."
(S.95f)

- "Die Quantenphysik beschreibt die Einheit allen Seins vor allem als innere Verbindung
allen Seins. Für uns Menschen heißt das: Wir können uns im Kosmos nicht als isolierte
Wesen verstehen. Wir haben immer schon teil an der Materie. Was an einem Ort der Welt
geschieht, hat Auswirkungen auf die ganze übrige Welt (S.80)" -


Die moderne Physik [ist] heute überzeugt davon, dass jenseits der von ihr beschriebenen
physikalischen Wirklichkeit, die wir mit unseren Sinnesorganen und Messgeräten wahrnehmen,
noch mehr existiert, es also etwas Transzendentes gibt, dessen Beschreibung nicht in den
Bereich der Physik fallen kann.
Die physikalische Wirklichkeit ist eigentlich nur ein Projektion
der absoluten Wahrheit auf der von unseren Sinnesorganen und unseren Messgeräten
erzeugten Ebene, die ich äußere Ebene nenne.
Sie ist vergleichbar mit dem, was Platon
in seinem "Höhlengleichnis" [2] schildert: Wahr nimmt der in der Höhle gefesselte Mensch
nur die Schattenbilder an der Höhlenwand, also nur eine durch Licht erzeugte Projektion
der Gegenstände, die sich vor der Höhle bewegen - niemals aber die richtigen Gegen-
stände, die Gegenstände in ihrer völligen Realität, in ihrer absoluten Wahrheit ...

Die physikalische Beschreibung der Wirklichkeit ist sinnfrei, die religiöse sinnstiftend.
Beide sind jedoch nur Projektionen der einen Wahrheit, beide können nur eine Ahnung
von der absoluten Wahrheit vermitteln. Albert Einstein [1879-1955, 1921 Nobelpreis f.
Physik] hat dazu gesagt: "Wissenschaft ohne Religion ist lahm,
Religion ohne Wissenschaft ist blind!"
...
Sehr blumig drückt das neue Verhältnis von Physik und Religion die 1998 erschiene Enzyklika
"Fides et ratio" ["An die Bischöfe der katholischen Kirche – über das Verhältnis von Glaube
und Vernunft"] von Papst Johannes Paul II [1920-2005, bürgerlich Karol Józef Wojtyła] aus:
"Glaube [Religion] und Vernunft [Physik] sind wie die beiden Flügel, mit denen
sich der menschliche Geist zur Betrachtung der Wahrheit erhebt!"
..."


Aus: Anselm Grün, Michael Grün: „Zwei Seiten einer Medaille - Gott und die Quantenphysik“ Michael Grün:
“Physik und Religion” Die Entwicklung der klassischen Physik S.17f. Gott "hinter" dem Urknall. 4. Erkenntnis
der Kosmologie S.24. Die Relativität der Wahrnehmung S.46f. Nichts ist isoliert S.56f. Grenzen unserer
Erkenntnis S.60. Aufgabe der Religionen S.64f. Anselm Grün: "Anmerkungen eines Theologen zum Thema
"Physik und Religion". Die Einheit allen Seins. S.80. Gott und das Schöne S.95f. Vier Türme Verlag
3. Auflage 2016 (2015) [Meine Einfügungen] [1] virtuell: "möglich", "fähig zu wirken"
[2] "Das Höhlengleichnis Platons" in: INFOS: Rat suchen - Illusion der Gewissheit >>>

[3] Werner Heisenberg: "Schritte über Grenzen - Gesammelte Reden und Aufsätze"
S.289, 293 Piper 1971

"Philosophische Aspekte der Modernen Physik - David Bohm und Implizite Ordnung" pdf >>>
Priv.Doz. Dr. Kurt Bräuer - Institut f. Theoretische Physik Eberhard Karls UniTübingen
http://docplayer.org/21127871-7-david-bohm-und-die-implizite-ordnung.html
ZITATE: Heinz von Foerster: "Ständig entscheiden wir unentscheidbare Fragen"
>>>



Denkrahmen Polares Denken



Tai Ji Symbol: YIN und YANG Monade
"Aus der ursprünglichen Großen Einheit/Ursprung (taiji) hat sich die Zweiheit
von Yin und Yang heraus entwickelt" - "Darstellung des Mondwandels"
"Die beiden kosmischen Grundkräfte, das schöpferisch-bewegende Yang (hell, Vollmond, Tag) und (+)
das ruhend -bewahrende Yin (dunkel, Neumond, Nacht) - "YIN und YANG sind gleichwertige Grundkräfte,
die verändernd und umgestaltend in allem wirken" - "Die Zwei Rituale - Liang Yi" - Ein Binärcode" -
"Ur-Rituale der Männlichkeit und Weiblichkeit"
"Und zwar blickt sein dunkles oder "weiches" Gesicht [ROU, Neumond] auf der Tagseite herunter auf die Erde
und wendet sich auf der Nachtseite hinauf in den Himmel. Sein helles oder "hartes" Gesicht [GANG, Vollmond]
hingegen blickt auf der Nachtseite herunter auf die Erde und wendet sich auf der Tagseite hinauf in den Himmel"
Aus: Frank Fiedeler: "Yijing" Seite 25 Diederischs 1996. Siehe Siehe LEISTUNGEN: Akupunktur >>>
[1] folgend Holger Kalweit (b.1947, dtsch. Ethno-Psychologe): "Der Stoff aus dem die Seele ist - Meine Suche
nach dem Lichtkörper und die Geburt der Plasmapsychologie“ II. Das Urwissen vom Seelenstoff.
China: Yin Yang und die Drachenenergie. Yin und Yang S.70. KOHA 2004


"Bewirke zentrale Harmonie = Einssein mit dem Tao,
verspricht es Weisheit, Harmonie, Glück
als zu-fallend."
[1]


"Dualismus und POLARITÄT sind zwei himmelweit verschiedene Begriffe, die leider weitgehend miteinander verwechselt
werden - vor allem von jenen, die die Idee einer absoluten und allein als Realität betrachteten Einheit zum ausschließlichen Ideal
machen, demgegenüber alle Vielheit, Unterschiedlichkeit, Differenzierung und Individualisierung als ein "Abfall" von der absoluten
Realität erscheint und zur bloßen Illusion herabgewürdigt wird.


Der Unterschied zwischen Dualismus und
POLARITÄT besteht darin, dass Dualismus nur die unversöhnlichen Gegensätze
sieht und zu einseitigen Wertungen und Entscheidungen führt, welche die Welt in ebenso unvereinbare Gegensätze auseinanderreißt,
während
POLARITÄT aus der Einheit geboren ist und den Begriff Ganzheit einschließt: die jeweiligen Pole ergänzen einander, sind
untrennbar miteinander verbunden wie der positive und der negative Pol eines Magneten, die einander bedingen
und nicht voneinander isoliert werden können.


Der Denkfehler des Dualismus besteht darin, dass wir nur die eine Seite der Dinge oder der Lebensvorgänge akzeptieren wollen,
nämlich diejenige, die unseren Wünschen oder Idealen entspricht oder, mehr noch, unserem Haften am gegenwärtigen Zustand,
unserem illusorischen "Ich" und allem, womit es sich identifiziert.


So wird der Begriff der Unveränderlichkeit mit dem der DAUER verwechselt, die vielleicht besser
mit dem der
KONTINUITÄT umschrieben würde. Im Sinne des I-Ging ["Buch der Wandlungen"] ist


"Dauer ein Zustand, dessen Bewegung nicht durch Hindernisse erschöpft wird. Es ist nicht ein Zustand der Ruhe (im Sinne
der Bewegungslosigkeit), denn bloßer Stillstand ist Rückschritt. DAUER ist somit eine sich selbst erneuernde Bewegung
eines organisierten, integrierten Ganzen, die in Übereinstimmung mit unveränderlichen Gesetzen vor sich geht."
In diesem Satz ist die zentrale Idee des "Buches der Wandlungen" auf die kürzeste Formel gebracht ..."

Lama Anagarika Govinda
(1898-1985)

"Infolge der seit über 2000 Jahren dem westlichen Denken fehlenden, so dringend einzuhaltenden
POLARITÄT
(so wie die DNS-Stränge immer exakt polar gekoppelt sind) zugunsten
dualistischen Denkens
resultiert eine schiefe
Sicht der ganzen Welt: Wer sich einseitig nur dem Guten verschreibt, nur einen Vater-Gott (keinen Mutter-Gott!)
anerkennt, Feuer und Schwert ohne Hemmung gebraucht, weil der verdrängte, verteufelte Sexus dadurch ein Not-
ventil findet, verliert die Kontrolle des Raumschiffes Erde, ist unfähig, die richtigen Kurs-korrigierenden Steuerungs-
systeme zu bedienen - denn Steuerung funktioniert allemal polarisierend durch feinstes
immerwährendes Berücksichtigen polarer Gegensätze."

Aus: Martin Maria Schönberger (1912-2005, dtsch. Arzt, Manualmediziner): „Verborgener Schlüssel zum Leben. Weltformel I-GING im genetischen Code“
Einführung von Lama Anagarika Govinda (Ernst Lothar Hoffmann) Seite 18f. I-Ging und Genetischer Code im 5-Stufen-Schema der Meditation.
5. Stufe: Die Identität des "Richtigen" und des "Einseitigen", des "Überwärtigen" und "Hiesigen", des Welschlüssels I-Ging und
des DNS-Lebenscodes Seite 106. FISCHER erweiterte und verbesserte Auflage 1977 (1973)


"Am Anfang steht das EINE. Es ist das Heilige, das Heile, das Ungeteilte.
Mit unserer Menschwerdung begann die Urtragödie der VEREINZELUNG.
Sie ist der Urschmerz der Menschen, ein Trennungsschmerz, der nicht
aufhören wird, bis der Mensch wieder ins EINE zurückgefunden hat."
Aus: Willigis Jäger OSB / Ko-un Rōshi (b.1925, Deutscher Benediktinermönch, Zen-Meister):
„In jedem Jetzt ist Ewigkeit – Worte für alle Tage“ 24. November S. 216
herausgegeben von Christoph Quarch, KÖSEL 2003


"Die namhaftesten Wissenschaftler der Welt sagen schon lange, dass Materie [mit Geist] und Energie eins sind."
Wir wissen heute, dass Materie transformierbar ist; das Greifbare wandelt sich unablässig in Ungreifbares um.
Unser Universum besteht lediglich aus Wellen, einer Reihe verschiedenster Dichtigkeiten, Frequenzen und Intensitäten.
Vor einiger Zeit las ich einen alten Zeitungsartikel, in dem der englische Mathematiker und Astronom Sir James Heans
[korrigiert: Sir James Jeans (1877-1946)] ausführte, das Universum setze sich aus Wellen zusammen, eingeschlossene Wellen,
die wir Materie nennen, und nichteingeschlossene Wellen, die wir Strahlung oder Licht nennen. Dieser Aphorismus gibt ein
gutes Bild und setzt mehr als nur ein Gleichnis. Und muss uns da nicht die Genesis einfallen? So heißt es doch im 1.Buch Mose:
Und Gott sprach: Es werde Licht!
Wenn das Absolute sich relativiert, erleben wir Gegensätze. Im Zustand des Absoluten gibt es
keine Differenzierung. Das Absolute ist ein Zustand des Einsseins, der Ganzheit, Vollkommenheit und Perfektion.
Wenn es sich
zu Schöpfungszwecken zweiteilt
- "Die Gegenstände auf der Welt sind Hälften des einen Ganzen" (S.52), erfahren wir Geist und
Materie, Großes und Kleines, Nacht und Tag, Inneres und Äußeres, Männliches und Weibliches, Süßes und Saures. Anders
ausgedrückt:
Wir sind uns bewußt, dass wir leben; wir nehmen tausend Unterschiede wahr. Wie der Philosoph und Dichter
Ralph Waldo Emerson [1803-1882] sagte: "Jeder Geist baut sich ein Haus." Sie haben einen Körper, fünf (oder auch mehr)
Sinne und die großartige Fähigkeit, Ihre Talente, Ihre Liebe, Ihre Freude und Wertschätzung angesichts all der göttlichen Dinge
in Ihrem Leben zum Ausdruck zu bringen. Emerson erklärte die Gegensätze in seinem Essay Compensation [1841] sehr schön:
"Der Polarität oder Aktion und Reaktion begegnen wir in jedem Teil der Natur; in Dunkelheit und Licht; in Wärme und Kälte; in der
Ebbe und Flut der Gewässer; im Männlichen und Weiblichen; im Einatmen und Ausatmen der Pflanzen und Tiere; in der Zentri-
fugal- und Zentripedalkraft. Ein unausweichlicher Dualismus halbiert die Natur, so dass jedes Ding eine Hälfte ist und auf ein
anderes Ding verweist, das es erst ganz macht: Geist - Materie; Mann - Frau; ungerade - gerade; subjektiv - objektiv;
innen - außen; oben - unten; Bewegung - Ruhe; ja - nein. Jedes Süße hat sein Saures; jedes Böse hat sein Gutes."
Das I Ging ["Buch der Wandlungen"] macht auf die Gegensätze wie Glück und Unglück, Erfolg und Mißerfolg usw.
aufmerksam. Und es lehrt, auf welche Weise man sie aussöhnt. [...]
Erkennen Sie den Wert der Gegensätzlichkeit? Würden Sie nicht herausgefordert und hätten Sie keine Schwierigkeiten
oder Probleme, dann würden Sie Ihre Quelle "göttlicher" Kraft nie entdecken.
Die Gegensätze im Leben ermöglichen
es Ihnen, Ihre seelisch-geistigen Werkzeuge zu schärfen, wodurch Sie die Hindernisse überwinden und die Gegensätze
aussöhnen, und dabei erleben Sie die Freude, Ihre Probleme zu meistern und von Angst und Sorgen befreit zu sein.

Emerson sagte: "Jedes Ja hat sein Nein." In der Bibel heißt es: Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist,
das ist vom Übel
(Mth 5,37). Das I Ging legt Ihnen nahe, dass Sie "ja" sagen zu allen Ideen, die Ihr Leben stärken, heilen,
segnen, inspirieren, erheben und ihm zur Freude gereichen. Sagen Sie kühn "nein" zu allen Lehren, Ideen, Überzeug-
ungen, Dogmen und Zwängen, die Ihren Geist hemmen, einschränken und ihm Furcht einträufeln. Mit anderen Worten:
Akzeptieren sie geistig nichts, was Ihre Seele nicht mit Freude erfüllt. - "Besingen Sie die Schönheit des Guten und
hören Sie auf, das Schlechte anzubellen."
(Emerson, S.52)
In einer verlorengegangenen hebräischen meditativen Betrachtung hieß es: "Ständiger Wandel ist die Wurzel aller
Dinge, und der Wandel hat zwei Gesichter, ein Gesicht des Lebens und ein Gesicht des Todes."
Wir müssen uns
der Tatsache bewußt sein:
Alles wandelt sich stets. Das Formlose nimmt ständig Form an, und das Geformte kehrt
ständig zur Formlosigkeit zurück. Ist es irgendwo sehr heiß, kann man sicher sein, dass der Hitze Kühle folgen wird.
Es kann geschehen, dass wir jetzt irgendwo eine gewaltige Überschwemmung erleben, bei der Häuser weggerissen
werden; aber wir können sicher sein, dass die Fluten zurückweichen werden und dass die Sonne wieder scheinen
wird.
Alles wandelt sich, alles vergeht. So kann man auch nicht "ewig" krank sein. Auch das vergeht. Die heilige
Therese [von Avila, Spanien (1515-1582)] sagte, man solle sich durch nichts bekümmern, ängstigen oder stören
lassen. "Alles vergeht außer Gott [das "Alleins-Quelle-Ursprung"]." Das I Ging ist voll dieser Weisheit.
Vergessen Sie nicht, dass es ja nicht zufällig das "Buch der Wandlungen" ist."
Aus: Dr. Joseph Murphy (1898-1981, Amerikanischer Philosoph, Psychologe, Vertreter der Neu-Geist Bewegung, New Thought):
„Das I-Ging-Orakel Ihres Unterbewusstseins“ (Secrets of the I Ching 1970) Kapitel 4: Die zeitlose Weisheit des I Ging. Die Gegensätze
im Leben S.45f. Die Aussöhnung der Gegensätze S.47. Der Wandel und seine Bedeutung S.47f. Zusammenfassung S.52
Ariston 6.Auflage 1988 (1980) [Meine Ergänzungen]


"Nicht nur die Religionen müssen Gleichnisse benutzen, um etwas zu deuten,
das im Hintergrund nicht begreifbar ist. Auch die Wissenschaft ist nur
ein GLEICHNIS [1], auch die wissenschaftliche Sprache ist nur
eine Gleichnissprache."

Hans Peter Dürr
(1929 - 2014)
Deutscher Physiker, Elementarteilchenphysiker, Essayist
Schüler von Werner Heisenberg von 1958-1976
Direktor des Max-Planck-Instituts für Physik und Astrophysik
1987 Right Livelihood Award („Alternativer Nobelpreis“)
1995 Friedensnobelpreis
Aus: „Auch die Wissenschaft spricht nur in Gleichnissen – Die neue Beziehung zwischen
Religion und Naturwissenschaft“ herausgegeben von Marianne Österreicher HERDER 2004
[1] Analogie, Parabel, Vergleich, Sinnbild, Lehrstück

Denkrahmen Polares Denken



Polar differenzierende Gemeinschaft

POLARITÄT

THESE - ANTITHESE

Widersprüche ergänzen einander!

POLARE EINHEIT

"Sowohl - Als Auch Prinzip"
als
Vereinigende Polarität

These - Antithese
Monismus - Dualismus - Pluralismus
GEIST - Äther - Urei - Eros - Okeanos - MATERIE
Irdisches - Metaxy (Eros, Psyche) - Göttliches
Ur-Ei - Eros - Dasein - Chaos - Gaia
Chaos - Gaia - Kosmos - Götter - Menschen
Eros - Himeros - Psyche
Henne - Ei
Leben - Tod
Verbrauch - Erneuerung - Austausch gegen etwas Neues
Licht - Liebe - Leben (3L)
Materiewelt - Seelen-(Plasma)welt - Licht-Geistwelt
MATERIE-Körper - PLASMA-Psyche - GEIST-3L
Materie - Po+Chi +Hun - Tao ("Das Ganze", "Leere", Li, Tai Chi)
Mikrokosmos - Mesokosmos - Makrokosmos
Feuer - Erde - Wasser - Luft
Feuer - Erde - Wasser - Luft - Leere
Holz - Feuer - Erde - Metall - Wasser
Materie-Natur - Psyche - Geist
Das Seiende - Das Unteilbare - Das Identische
Das Vergehende - Das Teilbare
Das Seiende - das Vergehende
Diesseits - Jenseits
Sein - Nichts
Existenz - Kausalität
Quantität - Qualität
Methode - Inhalt
Raum/Dauerndes - Körper - Veränderung/Zeit
Raum - Zeit - Ewigkeit (Unveränderlichkeit)
Links - Rechts; Oben - Unten; Frau - Mann
Vorne - Hinten; Innen - Außen; Tag - Nacht
Materie - Natur - Psyche - Geist
Chaos - Raum - Materie - Leben - Intelligenz
Evolution - Involution
Einfalt - Chaos - Vielfalt
Synthese - Intuition - Analyse
Diesseits - Jenseits;Yin - Yang
Diskret - Kontinuierlich
Endlich - Unteilbar
Offenheit - Kritikbewusstsein
Verifikation - Falsifikation
Weg - Ziel
Dein Weg - Mein Weg
Dein Ziel - Mein Ziel
Kampf - Flucht
Intuition - Erfahrung
Kreativität - Konstruktion
Freiheit-"Zwang zur Entscheidung" - Verantwortung - Sorgfaltspflicht - Willkür
Freiheit-"Wahlmöglichkeit" - Vernunft - Naturnotwendigkeit - Willkür-"Wahlmöglichkeit"
Nähe - Distanz
Isolation - Attraktion
Naturwissenschaft - Geisteswissenschaft
Reduktionismus - Ganzheitlichkeit
Disharmonie - Harmonie
Physik - Philosophie
Grundlagenwissenschaft - Anwendung
Samsara - Nirvana
(Die weltliche, relative Sicht - Die überweltliche, absolute Sicht)
usw.


Polare Kausalität

Widerspruch wird zum Gegensatz!

POLARE GANZHEIT

Das Besondere des Gegensatzes
und Verbindende zugleich!


Magnet hat sowohl N-Pol
als auch S-Pol
Theorie - Experiment

Sowohl "Experimentelle NaturWissenschaft"
als auch "Beobachtende NaturWissenschaft"
als auch "Geisteswissenschaft" als auch
Erfahrungsheilkunde


Ein "Gemeinsam - Ein Miteinander
von Zweien" im Erkenntnisprozess!


"Ist es völlig sinnlos, sich hinter den ordnenden Strukturen der Welt im Großen
ein "Bewusstsein" zu denken, dessen"Absicht" sie sind? Natürlich ist auch
die so gestellte Frage eine Vermenschlichung des Problems, denn das
Wort "Bewusstsein" ist ja aus menschlichen Erfahrungen gebildet."

Werner Karl Heisenberg
(1901 - 1976)
Deutscher Physiker, Mitbegründer der Quantenmechanik
1925 erste Mathematische Formulierung der Quantenmechanik
1927 Einführung der "Unschärferelation" oder "Unbestimmtheitsrelation"
1932 Nobelpreis für Physik
Aus: "Der Teil und das Ganze – Gespräche im Umkreis der Atomphysik“
dtv 12.Auflage 1991 (1969)




Denkrahmen der Dialektik






Immanuel Kant

(1724-1804)
Deutscher Philosoph
der Aufklärung
"Würden die Gegenstände der Sinnenwelt für Dinge an sich selbst genommen, und die (oben angeführten) Naturgesetze für Gesetze der Dinge an sich selbst, so wäre der Widerspruch unvermeidlich."
www.philosophers.co.uk/immanuel-kant.html
www.kant-gesellschaft.de



Sokrates mit seinem Schüler Platon

Sokrates

(469-399 v.u.Z)
Griechischer Philosoph
Lehrer des Platon (427-347 v.u.Z)
Sokrates wurde 399 v.u.Z hingerichtet,
wegen seiner "dialektischen" Lehre,
dem "verderblichen Einfluss auf die Jugend"
sowie der "Missachtung der Götter", durch Trinken
des Safts des Gefleckten Schierlings (Dolden-
gewächs), aus dem sog. "Schierlingsbecher".

http://treffpunkt-philosophie.de
www.sokratische-gesellschaft.de
http://anthrowiki.at/Sokrates





Georg Wilhelm Friedrich Hegel
(1770-1831)
Deutscher Philosoph
Hauptvertreter dialektischer Denkweise
„Etwas ist also lebendig, nur insofern es den Widerspruch in sich enthält, und zwar diese Kraft ist, den Widerspruch in sich zu fassen und auszuhalten"
www.hegel-gesellschaft.de



"Die dialektische Natur der Physik [... denn naturwissenschaftliches Denken und Handeln muss immer zugleich kritisch
und offen sein!] sehen wir auch daran, dass die Naturwissenschaft in ihrem Inhalt Widersprüche als Fehler betrachtet, in ihrer
Methode aber auf Aporien [These und Antithese sind "wahr"] nicht verzichten kann. Sie sucht geradezu nach Widersprüchen,

um sie (als Fehler) eliminieren zu können. Wenige Experimentatoren sind an Ergebnissen interessiert, die die Theorie bestätigen,
weil dann ihre Arbeit viel seltener zitiert wird, als wenn sie eine theoretische Vorhersage widerlegt. Denn am Anfang jedes
Entwicklungsprozesses steht immer ein Widerspruch! Jeder Widerspruch verlangt nach Veränderung, entweder im Sinne der Logik
durch seine Elimination, oder im Sinne der Dialektik durch Aufheben in einer Synthese. Zwischen diesen beiden Extremen gibt es
freilich ein weiteres Feld, in dem etwa die operationale Bewältigung eine wichtige Rolle spielt, kommt sie doch der Synthese nahe,
ohne den Widerspruch im eigentlichen Sinne aufzuheben. (Sie wäre etwa einem Kompromiss zwischen These und Antithese
der Aporie zu vergleichen.)

Da die naturwissenschaftliche Methode wesentlich auf dem Wechselspiel der beiden Elemente "Theorie" und "Experiment" beruht,
müssen wir Widersprüche zwischen diesen beiden Elementen von Widersprüchen innerhalb von Theorien oder Theorieteilen unterscheiden.
Widersprüche zwischen Experimenten brauchen wir nicht gesondert zu betrachten, weil erst bei ihrer Abwesenheit von einem reproduzierbaren
Messergebnis gesprochen werden kann ... Wir wollen den Begriff "Widerspruch" hier sehr weit fassen: Als Widerspruch bezeichnen wir
nicht nur die Tatsache, dass eine theoretische Vorhersage nicht mit dem entsprechenden Messergebnis übereinstimmt;
auch wenn ein Phänomen gefunden wird, das nicht von der zuständigen Theorie vorhergesagt werden kann,
wollen wir von Widerspruch sprechen ...

Wenn die Quantenphysik - als bisher einzige Theorie der Naturwissenschaft - tatsächlich eine echte Synthese
( ... die über die
starre Logik, das Denken in Seinskategorien, hinausweist (S.220) ...) darstellt, dann ist zu zeigen, in welchem Sinne der Widerspruch
in des Wortes dreifacher Bedeutung aufgehoben ist. Zunächst ist festzustellen, dass die Quantenmechanik - wie jede andere
physikalische Theorie auch - mathematisch formuliert ist; da die Mathematik (auf dieser Ebene) der Inbegriff der Widerspruchs-
freiheit (so wie aller drei Axiome der Logik) ist, gilt damit jeder Widerspruch als eliminiert!

Zum Unterschied von anderen Theorien der Physik ist die Quantenmechanik in ihrer mathematischen Niederschrift noch nicht
vollständig! Sie bedarf noch der Interpretation
(... vermutlich von jedem akademischen Lehrer anders dargestellt (S.220) ...),
ohne die eine experimentelle Überprüfung ihrer Voraussagen nicht möglich wäre. Und in dieser Interpretation ist
der Widerspruch als Welle-Teilchen-Dualismus oder als Komplementarität
bewahrt! ... die Quantenmechanik ... die einzige Theorie der Physik, die die philosophische Frage nach den Voraus-
setzungen der naturwissenschaftlichen Methode geradezu herausfordert ... [in einer] Auseinandersetzung zum Thema
"Quantentheorie und Realität" [1] ... ist der Widerspruch auch auf eine höhere Ebene gehoben!


Die Logik des Aristoteles ist Grundlage unseres Zurechtfindens
in der Lebenswelt und daher auch des "Anschaulichen".


Die Quantenmechanik als aufgehobener Widerspruch (... als aufgehobene Aporie "diskret -kontinuierlich". Weil beide Eigenschaften
auf die Objekte der Mikrophysik zutreffen, im konkreten Fall aber immer entweder die eine oder die andere experimentell wirksam wird,
muss ein plötzlicher Wechsel zwischen beiden auftreten ... [sog] "Reduktion der Wellenfunktion" oder "Quantensprung". Dieser Wechsel tritt
immer dann ein, wenn von zwei aufeinander folgenden Experimenten eines nach den diskreten und das andere nach den kontinuierlichen
Eigenschaften fragt. Er [der Wchsel] wird also durch den Experimentator bestimmt und liegt daher nicht in einer von ihm unabhängigen
Realität schon vorher begründet! S.222) ist somit grundsätzlich nicht anschaulich; sie vermittelt ein Gefühl des Unvollkommenen und
erzeugt Unsicherheit vor allem bei jenen, für die "Verstehen" noch im mechanistischen Sinne des Lord Kelvin [William Thomson
(1824-1907): "... er sei erst dann zufrieden, wenn er von einer Sache ein mechanisches Modell herstellen könne"] gemeint ist.

Drei Indizien
seien dafür beigebracht:
1. Bei der Entwicklung der Quantenmechanik im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts sind einige der bedeutensten Mitschöpfer
[Max Planck (1858-1947), Albert Einstein (1879-1955), Max von Laue (1879-1960), Erwin Schrödinger (1887-1961)] dieser
Theorie nach ihrem Beitrag "abgesprungen" [aber durch die operationale Bewältigung der Aporie "diskret-kontinuierlich" können
wir nun "die Widerstände gegen die Quantenmechanik als ANGST vor umfassendem und damit unbegrenztem Denken
[derer] interpretieren ...(S.249)] und haben die weiteren Schritte nicht mitgetragen.
2. Noch heute entstehen laufend neue Lehrbücher der Quantenmechanik (... ohne zum mathematischen Apparat wesentliches
hinzuzufügen (S.220) ...), weil die Autoren der Meinung sind, die bisherigen Ansätze zur Vermittlung seien nicht zielführend.
3. Obwohl die Ergebnisse der Quantenmechanik längst zur Grundlage technischer Entwicklungen geworden sind,
gibt es laufend eigene Kongresse, die sich mit der Interpretation der Quantenmechanik befassen,
weil sie angeblich unbefriedigend sei.

... auch Einstein verabschiedete sich von der weiteren Entwicklung, als die Quantenmechanik mit Wahrscheinlichkeiten zu
operieren begann. Am 4.12.1926 schrieb er an Max Born (1882-1970) [2]:
"Die Quantenmechanik ist sehr Achtung gebietend.
Aber eine innere Stimme sagt mir, dass das doch nicht der wahre Jakob ist. Die Theorie liefert viel, aber dem Geheimnis
des Alten bringt sie uns kaum näher. Jedenfalls bin ich überzeugt, dass der nicht würfelt."

Wolfgang Pauli [1900-1958] schildert Einsteins Haltung [3]:
"Mit lauter "vielleicht" kann man doch keine Theorie machen, sagte er oft,
und "in der Tiefe ist es falsch, wenn auch empirisch und logisch richtig". Ein Denken in Gegensatzpaaren, anschauliche Bilder,
die von der Wahl der Versuchsanordnung abhängen, primäre Wahrscheinlichkeiten, das konnte Einstein nicht akzeptieren ...
"Physik ist doch die Beschreibung des Wirklichen", sagte er zu mir und fuhr mit einem sarkastischen Blick auf mich fort:
"oder soll ich vielleicht sagen, Physik ist die Beschreibung dessen, was man sich bloß einbildet?" diese Frage zeigt deutlich
Einsteins Besorgnis, dass durch eine Theorie vom Typus der Quantenmechanik der objektive Charakter der Physik verloren
gehen könnte, indem durch deren weitere Fassung der Objektivität einer Naturerklärung der Unterschied der physikalischen
Wirklichkeit von Traum oder Halluzination verschwommen werden könnte." ...

Einstein stand offenbar vor dem Dilemma: Entweder es gibt eine physikalsich beschreibbare Wirklichkeit, oder wir verlieren jede
Möglichkeit der Objektivierung bis hin zum Verschmelzen von Traum und Wirklichkeit. Er konnte daher keine physikalische Theorie
akzeptieren, die den Anspruch aufgibt, eine abbildungsartige Beschreibung der Wirklichkeit zu sein ...
Deutlich wird dies auch
aus einem Brief an Erwin Schrödinger [1887-1961] [3] aus dem Jahr 1950, in dem Einstein schreibt:
"Du bist (neben Laue) unter
den zeitgenössichen Physikern der einzige, der sieht, dass man um die Setzung der Wirklichkeit nicht herumkommen kann -
wenn man nur ehrlich ist. Die meisten sehen gar nicht, was sie für ein gewagtes Spiel mit der Wirklichkeit treiben." ...


Angesichts dieser Tatsachen ist es verständlich - wenn auch nicht entschuldbar -, dass sich manche akademische Lehrer
auf den unumstrittenenen [mathematischen] Teil [der Quantenmechanik] beschränken und den eigentlich interessanten
[interpretativen] Teil einfach unterdrücken, weil er nicht widerspruchsfrei dargestellt werden kann. So kommt es dazu,
dass man in der Gemeinschaft der Physiker zwei Gruppen erkennen kann, die als "arbeitende ("working physicists)
und "grübelnde" Physiker zu bezeichnen wären ... "Arbeitende Physiker", die die Methode der Physik anwenden,
haben keinerlei Schwierigkeiten mit der Quantenmechanik". Allerdings sind ihnen die weitreichenden Konsequenzen
für die Frage der Abbildung einer "Wirklichkeit" oft gar nicht bewusst!. Daher kommt es auch, dass die Quanten-
mechanik Grundlage technischer Entwicklungen werden konnte. Erst beim Versuch, die in der Praxis problemlose
Methode hinsichtlich oihrer Beschreibung einer "Wirklichkeit" zu interpretieren, treten Konflikte auf."


Aus: Herbert Pietschmann: "Phänomenologie der Naturwissenschaft" 6. Die dialektische Natur der Physik 6.7 Erklärung und Konsens
6.7.3 Der Wandel des Begriffs "erklären" S.178. 7. Die Elimination der Widersprüche 7.1 Formen der Widersprüche 7.1.1 Widersprüche
als Antrieb der Entwicklung S.185f, 194. 7.2 Fünf Stufen der Elimination 7.2.5 Stufe V: Synthese durch Aufheben des Widerspruchs
7.2.5.1 Quantenmechanik als Synthese von diskret und kontinuierlich S. 216-218. 7.2.5.2 Ablehnung der Quantenmechanik durch
einige ihrer Mitbegründer S.218f. 7.2.5.3 Didaktik der Quantenmechanik S.221. 7.2.5.4 Zur Interpretation einer Synthese S.222
Ibera 2007

[1] Im "Spektrum der Wissenschaft" VI/1980: Eine Auseindersetzung zum Thema "Quantentheorie und Realität"
von den beiden Physikern Victor Weisskopf (1908-2002) und Bernard d'Espagnat (1821-2015)
[2] Albert Einstein, Hedwig und Max Born: "Briefwechsel 1916-1955" Nymphenburger Verlag, München 1969 p.129f
[3] Karl Przibram (1878-1973, österr.Physiker): "Briefe zur Wellenmechanik von [Erwin] Schrödinger, [Max] Planck,
[Albert] Einstein, [Hendrik Antoon] Lorentz" Springer 1963

"Zeichnende Hände -
Drawing Hands - 1948


Maurits Cornelis Escher
(1898-1972)
Niederländischer Künstler und Grafiker
http://kunst.erzwiss.uni-hamburg.de


Denkrahmen der Dialektik - Dialektisches Denken

Dialektisch offen kritisch differenzierender vereinigender Prozess


Widerspruch ist Quelle der Entwicklung!


Thesis Antithesis Synthesis

Operationale Bewältigung
"Aporetischer Kompromiss zwischen These und Antithese"


"Einheit einander ausschließender Teile"
Sympathie = System der universellen Entsprechung,
Analogie, Entsprechung, Symmetrie, Komplementariät,
Algebra = "Das Zusammenfügen gebrochener Teile,
die schon einmal eine Einheit waren!"
SYNERGIE = "Das Zusammenwirken
"
als Aporie
"ernst genommen"

dabei sind
"These" ⇔ "Antithese"
wahr!
(bezweifelbar)!
"Das Wort "Verbindung" [⇔] ist jedoch zu sehr vom mechanischen Denken bestimmt, als dass es dem, was Platon,
Emanuel Swedenborg (1688-1772) und ich [Holger Kalweit] mit ANALOGIE meinen, gerecht werden kann. Ich
möchte daher eher von ALGEBRA sprechen! ... ein "Sichverbinden ursprünglich zusammengehörender Teile",
d.h. ein sich Wiederverbinden dessen, was einmal getrennt wurde, also eine Wiederherstellung der Einheit.
Der zweite Begriff, um dieses Verbindende zu erfassen, ist die ANALOGIE, und diese bezeichnet "eine Ent-
sprechung scheinbar verschiedener Dinge und Zustände". Hierin liegt die ewige Anziehungskraft des Eros:
durch Analogien die Vielfalt der Welt zur Einheit zurückzuführen. Im vollkomenen Eros lösen sich alle
Unterschiede auf - das ist das Geheimnis, das uns ihm blind folgen lässt. Nur das Geheimnis lockt!" (8)
Monismus ⇔ Dualismus ⇔ Pluralismus
GEIST ⇔ Äther⇔ Urei ⇔ Eros ⇔ Okeanos ⇔ MATERIE
Irdisches ⇔ Metaxy (Eros, Psyche) ⇔ Göttliches
Ur-Ei ⇔ Eros ⇔ Dasein⇔ Chaos ⇔ Gaia
Eros (Schöpfung, Feuer, Liebe, Seele, Plasma) ⇔ Himeros (Sehnsucht) ⇔ Psyche (weibliche Aspekt/Gattin des Eros)
Chaos ⇔ Gaia ⇔ Kosmos ⇔ Götter ⇔ Menschen
Eros ⇔ Himeros ⇔ Psyche
"Es wird nur das realisiert (= es ist nur das möglich), was weniger Aufwand (= Energie) benötigt und größeren Effekt (= Nutzen) bringt.
Der Aufwand (= Energie), aus vielen Möglichkeiten nur eine zu realisieren, ist größer, als eine Vielzahl von Realisierungen zu ermög-
lichen = Das Prinzip der (Denk-) Ökonomie. Alle Kombinationen von EG- [Elementargrößen-] Werten sind möglich und mindestens eine
davon muß realisiert sein. Jede Realisierung ergibt stets ein RZK [Raum-Zeit-Kontinuum = die physikalische Abstraktion des Universums
(Kosmos, Weltall)], das von möglichen "anderen" RZK [Raum-Zeit-Kontinua] aufgrund mangelnder Vergleichbarkeit nicht
unterscheidbar ist = Kohaut-Weiss'sches Gesetz" [(6) S.154, 156, 160]
Henne ⇔ Ei
Leben Tod
Verbrauch ⇔ Erneuerung ⇔ Austausch gegen etwas Neues
Licht ⇔ Liebe ⇔ Leben (3L)
Materiewelt ⇔ Seelen-(Plasma-)welt ⇔ Licht-Geistwelt
MATERIE-Körper
⇔ PLASMA -Psyche⇔ GEIST-3L
Sinne ⇔ Gefühl ⇔ Denken

Evolution ⇐ Jing ⇔ Qi ⇔ Shen ⇒ Involution
(Ching, Quelle/Essenz des Lebens, Erde) ⇔ (Chi, Dynamik/Energie des Lebens, Plasma) ⇔ (Shen, Geist hinter Allem, Himmel)
"Der Mensch und alle Lebewesen entstehen aus dem [Qi] Chi-Ozean [Plasma], von dem sie sich ein Stück Chi borgen, das zu unserem
individuellen Lebensatem wird, sprich zur Grundlage, aus der sich unser materieller Körper formt. Das Chi bildet ja mit seinen Meridianen
im Körper eine Art Stützkorsett, ähnlich wie das Skelett mit den Knochen. Nur besitzt das Chi offenbar zwei Aspekte, es bringt den materiellen
Leib und - offenbar bei geringerer Verdichtung - auch unsere Psyche sprich Denken und Fühlen hervor. Chi weist - was zunächst abwegig klingt,
was aber alle alten Kulturen bestätigen - stets zwei Qualitäten auf, es kann zu Materie und ebenso zu Psyche werden; es handelt sich um zwei
Dichtegrade des Chi. Chi lässt sich deshalb durch psychische Manipulation, Vorstellung und Denken lenken, weshalb sich Konzentrations- und
Imaginationstechniken ausgezeichnet dafür eignen, das Chi im Körper zu dirigieren. Vor der Geburt sind wir Chi-Wesen und ebenso werden
wir nach dem Verfall des Leibes bloße Chi-Wesen sein und ausschließlich aus unserer Psyche [Plasma] bestehen. Erst wenn wir uns weiter
bemühen, auch in die [Geis-] Tao-Dimension vorzudringen, kann es uns gelingen, durch einen zweiten Tod auch die Chi-Psyche
abzustreifen, um damit alle Persönlichkeit und Individualität [gr. persona = Maske] zu verlieren,
um letztlich reiner Geist zu werden." [(7) S.86f]
Materie ⇔ Po+Chi (Yin, Yang)+Hun ⇔ Tao
(Tao = "Das Ganze", "Die Große Leere", "Die Große Sympathie", "Alles-in-Allem", Li, Tai Chi)
"Das Tao gilt als die "Große Sympathie, es kann am besten mit dem Satz "Alles ist in Allem" vorgestellt werden.
Dass alles in allem und jedes identisch mit jedem ist, dass alle Zustände und Dinge eine Einheit bilden, weil ihnen
eine innere Gleichheit zu Grunde liegt, das ist unserem menschlichen Denken schlichtweg unvorstellbar ... Für uns exi-
stieren die Dinge und Zustände gerennt voneinander, sie weisen alle eine Individualität auf. Die "Große Sympathie"
hält alles zusammen, sie löst alle Gegenständlichkeit und Eigenständigkeit auf. Die "Große Sympathie" entpuppt sich
nämlich als die "Große Leere". Und das ist die Quintessenz: Die Vielfalt der Erscheinungen ist eine Illusion. Die Er-
scheinungen existieren nur schattenhaft, sie sind wesenlos wie Spiegelbilder. Die Chinesen beschreiben gelegentlich
sowohl die Materie als auch das Chi [Qi] als Tao. Das verwirrt uns. Vom Standpunkt des "Alles ist in Allem" aber ist es
nur konsequent, alle Folgezustände, die aus dem Tao hervorgegangen sind, als Tao anzusprechen, denn im Grunde
gibt es nur das Tao, die Leere, in der potentiell alle Vielfalt existiert, aber wohlgemerkt nur in Gestalt eines "jedes ist
jedes". Im Urzustand, im Plasma, mehr noch im Tao ist alles miteinander identisch, dort gibt es nichts außer der
Großen Leere, denn Hun, Chi und Erde sind nur verschiedene Weisen, das Nichts auszudrücken ..." [(7) S.68]
Mikrokosmos ⇔ Mesokosmos ⇔ Makrokosmos
Feuer ⇔ Erde ⇔ Wasser ⇔ Luft
Feuer ⇔ Erde ⇔ Wasser ⇔ Luft ⇔ Leere
Holz ⇔ Feuer ⇔ Erde ⇔ Metall ⇔ Wasser

"Der reine, immaterielle Geist verdichtet sich an seiner Grenze zu einem Plasmafeld, Urstoff oder Seele genannt,
aus dem alle materiellen Dinge ebenso wie alle Seelen hervorgehen. Diese Dimenion besitzt eine gewisse Stofflichkeit,
sie besteht aus dem Stoff, aus dem unsere Träume, unser Denken und Fühlen gestrickt sind. Auf diesem feinstofflichen,
seelischen Nicht-Stoff baut sich unsere Welt auf. Das ist die lang gesuchte Urmaterie oder Urenergie, auf der unsere
materielle Welt und unserer Körper wie eine Insel im Wasser schwimmen ... Alle alten Kulturen besitzen ein über-
einstimmendes Wissen über den Ursprung der Materie aus der plasmatischen Bewusstseinszone ... bauten eine
ganz anders geartete Wissenschaft auf als die heute in der westlichen Welt bekannte - eine Wissenschaft der
translogischen, akausalen, raumzeitlosen, superflüssigen Gesetzmäßigkeiten - Der krasse Unterschied
Materie - Seele bestand in diesen Kulturen nicht ... der Stoff Seele und der Stoff der Materie eins sind ...
Ich und die Welt sind von einer Natur! (Unser persönlicher Urstoff = eine lokale Abspaltung vom
universellen Urstoff ... die Plasmadimension (=psycho-physikalische Urenergie) ... Schöpferin
allen Lebens [ist] ... Damit wird letztendlich das rein materialistische Weltbild
des Abendlandes schrittweise zum Erliegen kommen." (7)

Prakriti (Urmaterie, Urstoff, Natur, Universum) ⇔ Purusha (UrMensch, Person, Urseele, Geist)
Materie - Natur ⇔ Psyche⇔ Geist
Chaos ⇔ Raum ⇔ Materie ⇔ Leben ⇔ Intelligenz
Evolution ⇔ Involution
Einfalt ⇔ Chaos ⇔ Vielfalt
Synthese/Mutation ⇔ Intuition ⇔ Analyse/Auslese
"Meine Behauptung ist, daß menschliche Kreativität das Wechselspiel ist zwischen Synthese und Analyse.
Synthese/Mutation würde ich als den Versuch definieren, neue [Wechsel-]Wirkungseinheiten zu finden, indem ich z.B. zwei Dinge,
die bereits bekannt sind, auf der nächsthöheren Etage zu kombinieren versuche ["Variation eines Themas"]. Die
Analyse/Auslese
besteht dann darin, herauszufinden, ob es sich hier wirklich um eine neue Wirkungseinheit handelt und wie bedeutend sie ist.
Dabei kann auch ein Zwischenschritt zu einer neuen Wirkungseinheit selbst eine spezielle Wirkungseinheit sein.
Dies zu beurteilen, d.h. zu analysieren, ist dann natürlich besonders schwierig. Die Fähigkeit zur Synthese und zur Analyse
kann man zwar bei sich selbst trainieren. Aber da man nicht alles machen kann, muß man Schwerpunkte setzen und je nach
Talent mehr das eine [Synthese] oder das andere [Analyse] zu beherrschen versuchen. Die Leute, die hierbei ins Extrem gehen
und sich sehr stark auf eine Seite spezialisieren, scheinen verrufen zu sein. Die
extremen Synthetiker nennt man "Spinner"
und die
extremen Analytiker "Klugscheißer" oder "Besserwisser" - oder neutraler: "Kritiker".
Es gibt allerdings auch einige Leute, die können beides in so ausgeprägtem Maße, daß man sie
Genies nennt. Die Extreme
werden im Volksmund als etwas Negatives angesehen, obwohl das reichlich ungerecht ist, denn für eine kreative Gemeinschaft
braucht man diese Leute
. Man braucht
Spinner [Synthetiker], die immer wieder neue Elemente kreieren, und man braucht
Kritiker [Analytiker], die das Neugeschaffene analysieren. Die Leute, die beides können, sind in der Regel nicht so talentiert
für eins der Extreme: Sie können meist entweder weniger gut analysieren oder weniger gut spinnen. Daß man die Extreme so
stark mit negativen Worten belegt, hängt vielleicht damit zusammen, daß es einen Regelmechanismus braucht, damit das
Spektrum nicht zu breit wird.
Man könnte - als Synthetiker - z.B. so sehr ins Extrem gehen, daß man nur noch wahllos irgend-
welche Elemente zusammensetzt. Diese Art von Wachstum der [Komplexitäts-]Pyramide scheint aber ab einer gewissen
Komplexität nicht mehr zu funktionieren. Jemand, der andererseits versucht, eine noch unausgegorene Idee durch harte
und voreilige Kritik im Keim zu ersticken, schadet kreativen Personen. D.h. man möchte weder ins eine noch ins andere
Extrem gehen. Diejenigen, die zu stark in eine Richtung abdriften, holt die Gesellschaft deshalb durch
negative Kennzeichnung wieder zurück." [(9) S.84-86]
TEIL und GANZES
Das Seiende ⇔ Das Unteilbare ⇔ Das Identische
Das Vergehende ⇔ Das Teilbare
Das Seiende ⇔ Das Vergehende
Diesseits ⇔ Jenseits
Sein ⇔ Nichts
Existenz ⇔ Kausalität
"Nach der modernen Physik sieht das ["dass die Zukunft festgelegt ist" (Kausalität)] allerdings nicht mehr ganz so aus.
[Albert] Einsteins [1879-1955] berühmter Ausspruch war: "Der Herrgott würfelt nicht." Doch in der modernen Physik ist
die Quantenmechanik vollkommen etabliert, die behauptet: "Die Natur würfelt." Kommt man in sehr kleine Dimensionen,
in die atomare Welt oder die subatomare Welt, dann ist die Kausalität nicht mehr gewährleistet. Es gibt nicht mehr für
jedes Verhalten der Natur einen benennbaren Grund. Ein gutes Beispiel dafür ist der radioaktive Zerfall eines Atoms,
z.B. der Alphazerfall. Wir haben ein Atom vor uns; es passiert nichts. Und plötzlich, ohne ersichtlichen Grund, zerfällt
das Atom, indem es eine radioaktive Strahlung aussendet. Wir wissen nicht, warum ausgerechnet jetzt und nicht eine
Stunde früher oder eine Stunde später oder zu einem ganz anderen Zeitpunkt. Es gibt keinen für uns ersichtlichen
Grund für den "gewählten" Zeitpunkt des Zerfalls. Damit ist die Zukunft nicht mehr vorherbestimmbar. Die Kausalität
ist verletzt ... Die Naturgesetze, die den Ablauf festlegen, sind nach wie vor da ..." [(9) S.18f]
Quantität ⇔ Qualität
Vereinzeltes als Quantitatives ⇔ Voraussetzendes als Qualitatives
"Quantität [Menge, Größe] bedeutet das Unter- bzw. Verschieden-Sein von Körpern (=Dingen), deren Auseinander-Sein
als (bzw.durch) Raum bzw. das Verschieden-Sein von Ereignissen, deren Auseinander-Sein als (bzw. durch) Dauer voraus-
gesetzt ist. Wenn das Voraussetzende für die Vielheit der Vereinzelungen der sie konstituierende Raum ist, dann kann
die Gesamtheit eines RZK (ein Universum) selbst nicht quantifizierbar sein!.. Wir messen den Raum als Abstand und
die Dauer als Zeit ... Quantität ist eine Eigenschaft der Dinge und Ereignisse eines RZK [Raum-Zeit-Kontinuum,
Weltall, Kosmos], nicht aber ist ein RZK selbst quantifizierbar ... Ein RZK unterliegt keinem Wieviel ... Ein oder
"viele" RZK sind im Sinne der Naturwissenschaft (also des Quantitativen) ununterscheidbar ... Das Qualitative
[das "unzerlegbare Eine", "Elementare", "Voraussetzendes"; das "Eine, Wahre, Gute und Schöne des Seins"
("Transzendentalien" der Scholastik); die "Form" des Aristoteles] entzieht sich aufgrund seiner, vom Gegenständ-
lichen nicht abziehbaren Nicht-Gegenständlichkeit nicht nur jeder gesonderten Lokalisierung im Raum oder in
der Zeit, sondern auch allen kausalen Verknüpfungsversuchen ... Erst das Qualitative macht etwas zu dem,
was es ist. Dieses Qualitative ist selbst aber nichts Quantitatives und unterliegt nicht der direkten Beobacht-
barkeit ... In der Naturwissenschaft wird aber immer wieder der Fehler gemacht, das Voraussetzende (Form,
Struktur, Qualität) so zu behandeln, als wäre es selbst Stoff (aristotelisch: als hätte es Gestalt): es wird
quantifiziert (Feldenergie/-quanten: (Licht:) Photonen, (Elementarladung) Elektronen, Protonen,
(Schwerkraft/Gravitation) Gravitonen, (schwache u. starke Kernkraft) Vektorbosonen, Gluonen usw.) ...
Was Energie "wirklich" ist, weiß niemand, wobei der Begriff "wirklich" schon ausdrückt, was etwas (z.B. Licht
als ein Spezialfall der elektromagnetischen Feldenergie) für uns nur sein kann: das nämlich, als was es auf
uns wirkt. Was Energie ist ohne - quantifiziert [E=m.c2] - in unsere Bewußtsein zu dringen, läßt sich gar
nicht anschaulich darstellen. Energie als verändernde, aber unanschauliche Qualität existiert nur durch
ihre Veränderung der/desMaterie(llen) ... " [(6) S.166, 195f, 201f]
Methode ⇔ Inhalt
Raum/Dauerndes ⇔ Körper ⇔ Veränderung/Zeit
"Kein Raum (= Auseinander) ohne Körper, keine Körper ohne Raum (= Abstand voneinender)!
Man kann die Galaxien oder die Elementarteilchen nicht aus dem All entfernen. (Wohin auch?)
Die Dinge und ihr Abstand (= der Raum) bedingen einander (x) und garantieren die Vielheit des
Existierenden und zugleich ihre Einheit: ein Raum, alle Körper ... Genauso wie "Körper und Raum"
sind "Dauer und Ortsveränderung" (Bewegung, gemessen als Geschwindikeit) Voraussetzende des
Existierenden. Die Dinge des Alls dauern und verändern ihre Orte (= ihre Abstände). Die Dauer
der Dinge und ihr Auseinander (= Abstand von einander haben) sind Voraussetzende (Qualitäten)
ihrer Vielheit; als Existierende (von Teilchen bis Sterne) unterliegen sie in ihrem Bestand (= Dauer)
und ihrem Getrenntsein (= Auseinander) der Veränderung (= Bewegung)."
(x) Diese monistische Bedingung wird in der dualistisch vorgehenden Naturwissenschaft
durch die vier Wechselwirkungen Gravitation, Elektromagnetismus, starke und
schwache Wechselwirkung beschrieben (= quantifiziert)." [(6) S.203f]
Raum ⇔ Zeit ⇔ Ewigkeit (Unveränderlichkeit)
"Um die Relation von Dingen zueinander erfassen zu können, haben wir wohl irgendwann die Vorstellung "Raum"
entwickelt ...; um Veränderungen erfassen zu können, haben wir die Vorstellung "Zeit" entwickelt. Raum und Zeit
sind also Konstrukionen unserer Hirne (oder uns metaphysisch vorgegeben), ohne daß es uns aber gelänge, diese
Begriffe physikalisch zu definieren. Die physikalische Nicht-Definierbarkeit einerseits und andererseits der Umstand,
daß wir nicht umhin können, diese Begriffe jeglicher physikalischen Tätigkeit vorauszusetzen, sie also in einer
"exakten" Wissenschaft zu verwenden, bilden eine Aporie. Ihre operationale Bewältigung besteht darin, daß wir
Einheiten zur Messung definieren und Meßvorschriften festlegen, wie damit zu verfahren sei. Damit können wir
messen und als "sicher" geltende (das heißt zwar falsifizierbare, aber durch ausreichend viele stattgefundene
Überprüfungen nicht falsifizierte) prädiktive Theorien entwickeln. Diese entstehen aus einem Wechselspiel von
Hypothesen und experimenten. Konsistente Theorien, die aus prädiktiven Theorien konstruiert werden, selbst
aber nicht überprüfbar sind, sind somit auch nicht widerlegbar. Zu ihnen sind alle kosmologischen Modelle zu
zählen. Da nach Popper aber Falsifizierbarkeit eine Voraussetzung für naturwissenschaftliche Hypothesen
und Theorien ist, sollte die Kosmologie nicht zu den Naturwissenschaften gezählt werden ...
Veränderliches [Materielles] dauert an, Unveränderliches ist ewig." [(6) S.96f, 132]
Endlich ⇔ Unendlich ("kein Ort")
"Das Wesentliche des Da-Seienden, Materiellen, Vereinzelten, Dinglichen , Körperlichen ist es ja, endlich zu sein,
also eine bestimmte Ausdehnung und damit Begrenzung zu haben - und als Vereinzelte(s) von anderen einzelnen
geschieden zu sein, also Abstand zu haben ... "Getrennt-Sein" und "Abstand-Haben" sind zweierlei: ersteres ist
fundamentale Wesenheit von Raum und Körpern, das zweite bloßes Messen. Ersteres benötigt keinerlei
Bewußtsein, das zweite sehr wohl! ... Materielles ist endlich. Fiktives, Konstruiertes, Abstraktes sind un-endlich,
also nicht-endlich - und auch ohne Grenze. Wogegen auch? ... Fundamentale Teilchen lassen sich nicht mehr
weiter teilen ... Ein Kleinstes gibt es also. Aber es ist kein Teilchen - denn sonst wäre es ja (weiter) teilbar!
Was ist es also? Es ist jedenfalls unvorstellbar, da nur Teilbares (also geformter Stoff) vorstellbar ist.
Und es kann kein Teilchen sein, weil es nicht mehr teilbar ist. Wir müssen uns damit abfinden, daß im
Mikrokosmos jede Vorstellung versagt, weil diese nur auf den Mesokosmos paßt (sie versagt ja
auch im Makrokosmos). Aber sich etwas nicht vorstellen zu können, ist kein Kriterium dafür,
daß etwas nicht ist." [(6) S.122fff]
Nichts ⇔ Etwas ⇔ Leere ⇔ Fülle
"Alles Endliche ist noch weiter teilbar, aus unendlich Kleinem
kann aber kein Endliches zusammengefügt werden." [HP S.215]
Materie-Körper (res extensa) ⇔ Geist (res cogitans)
Rene Descartes (1596-1650), frz. Philosoph, Mathematiker, Naturwissenschaftler
Materie-Körper ⇔ Unser Sein ⇔ Raum ⇔ Zeit/Bewegung
"Raum und Körper [= das eine Eigenschaften habendes Ding; ein einzelnes uner vielen] bedingen einander,
indem Raum das Auseinander der Körper ist. Dauer [= eine bewußtseinsunabhängige Bestimmung des Seienden.
Alles, was existiert, dauert] und Körper bedingen einander, indem Dauer das Nacheinander der (Orts-) Zustände der
Körper ist. In allen RZK [Raum-Zeit-Kontinua; Universen, Kosmen, Weltall] entspräche daher "Raum" dem Auseinander
ihrer Körper und "Dauer" dem Nacheinander ihrer Zustände und garantierte deren Getrenntsein und Veränderung ...
Räume und Dauern möglicher "anderer" RZK haben mit dem Raum und der Dauer unseres RZK nichts gemeinsam ...
Ohne Bewußtsein gibt es keine Bewegung und auch keine Zeit, weil Zeit und Bewegung Tautologien sind:
Ohne Zeit keine Bewegung, ohne Bewegung keine Zeit; denn Zeit wird durch Bewegung gemessen
und Bewegung durch Zeit." [(6) S.163]
"Konkret ist jeder aufgerufen, in seiner Individualität Körper und Geist zum lebendigen Leib zusammenzuführen,
was nicht allein im Geist, sondern erst durch das Handeln aufgrund von verantwortlichen Entscheidungen,
also in der Gestaltung des Lebens, geschehen kann." [HP S.288]
Realität ⇔ Naturgesetze ⇔ Wirklichkeit
Realität = Das "Gegebene", "Vorhandene", "das "Ding an sich" (I.Kant)
Real: Geronimo (1829-1909) ⇔ Wirklich: Winnetou (Roman Figur 1878 - Karl May)
"Die Wirklichkeit ist die Art und Weise, wie unser Bewußtein die Realität unserer Welt erfährt" [(6) S.143]
"Die Falsifizierbarkeit von theoretischen Ansätzen bietet die Gewähr, dass unsere Wirklichkeit nicht
im Widerspruch zur Realität steht ... Als doppelte Negation deutet sie auf das Entstehen von Neuem hin,
kann aber nicht erklären, wieso die "nicht falsifizierten" Naturbeschreibungen zu Handlungsketten führen,
deren Ergebnis mit Sicherheit vorausgesagt werden kann ... Mit anderen Worten: Wenn die Wirklichkeit unsere
Konstruktion ist, dann bleibt die Sicherheit der Naturgesetze unverständlich, denn dazu bedarf es zumindest
igendeines Bezugs zur Realität. Wenn uns aber die Realität nicht zugänglich ist, bleibt dieser Bezug unverständlich;
wir könnten zwar unter Berufung auf eine Realität die Sicherheit der Naturgesetze "erklären", hätten aber diese
"Erklärung" lediglich gegen die Unverständlichkeit der Beziehung zwischen Wirklichkeitskonstruktion und Realität
eingetauscht! ... "Erst wenn wir - dynamisch - die Wirklichkeit fließend als Produkt von Entscheidungsprozessen ansehen,
gewinnen auch naturwissenschaftliche Ergebnisse Erkenntniswert, weil dann nicht die "Beschreibung", sondern erst
ihre Konsequenzen wesentlich werden (im Sinne von "wirklichkeit stiftend") [HP S.279] ... Spätestens seit der Quanten-
mechanik dürfen wir Widersprüche hinsichtlich des Verhältnisses von Realität und Wirklichkeit nicht mehr
ausschließlich als Fehler betrachten; wir haben zu untersuchen, welche von ihnen als echte Aporien
im Sinne Hegels in einer Synthes aufgehoben werden sollten." [HP S.273f]
Diskret ⇔ Kontinuierlich
"Die Bausteine der Materie, die Elementarteilchen oder Fundamentalteilchen (Quarks u.a.),
zeigen alle sowohl diskrete, als auch kontinuierliche Eigenschaften. Sie sind sowohl stoß-
als auch interferenzfähig! ... sie sind sowohl Teilchen als auch Wellen ... auch die "Kräfte"
("Wechselwirkungen") [die] zwischen ihnen [wirken] ..."[HP S.216]
Gesetze der Natur = Naturlehre = Physik ⇔ Gesetze der Freiheit = Ethik = Sittenlehre
Lehre ⇔ Forschung
"Wissen muss erhalten und unverändert weitergegeben werden!"
und "Wissen muss beständig in Frage gestellt werden!"
Leichtgläubigkeit ⇔ Offenheit ⇔ Kritikbewusstsein ⇔ Borniertheit
"Weil es kein stabiles Maß für die Mischung von "kritisch und offen" gibt,
schwankt die Einstellung der Gemeinschaft der Physiker im Laufe der Zeit
zwischen den beiden Extremen hin und her. Dabei wird in einem Fall
"kritisch" mit "verschlossen", im anderen Fall "offen" mit "unkritisch"
verwechselt! ... Es liegt [am] Wesen der Dialektik in der Naturwissenschaft,
dass solche Extremfälle weder in der einen [Leichtgläubigkeit = Offenheit ohne
jegliches Kritikbewusstsein] noch in der anderen Richtung [Borniertheit  =
Kritikbewusstsein ohne jegliche Offenheit] völlig ausgeschlossen
werden können ..." [H.P. S.200, 204]
Proteron ⇔ Hysteron
Bedingungen, Gründe ⇔ Bedingtes, Folgendes
A prior(e)i ⇔ A posterior(e)i
Reine Anschaung ⇔ Empirische Anschauung
Der Vordere, Frühere, Ältere, Erste ⇔ Der Hintere, Spätere, Jüngere, Folgende
Verifikation ⇔ Falsifikation
Beweis-, Belegbarkeit ⇔ Widerlegbarkeit
Formal Richtig beweisbar, denken, Verstand ⇔ Wahr bezweifelbar, handeln ⇔ Sicher i.S.v. Verlässlich falsifiziebar, konstruieren, Vernunft
Beleg-, Beweisbar (Axiome der Logik) ⇔ Grundsätzlich Bezweifelbar ⇔ Widerlegbar (Theorien: Falsifizierbar durch Experiment)
"Durch den Ausschluss falscher Erklärungsversuche ("Falsifikation") können wir zu Theorien (oder Hypothesen) gelangen, die zwar weder "richtig"
noch "wahr" sind, die aber als "sicher" bezeichnet werden können. Wir haben diese Methode auch als "doppelte Negation bezeichnet, um sie
von der (logischen) zweifachen Verneinung zu unterscheiden, die ja wieder zum Ursprung zurückführt." [HP S.269]
Doppelte Negation: "Weder "richtig noch wahr, aber sicher!"
Lebenswelt (= Vordergund) ⇔ Vorausgesetzte Realität (= Hintergrund) ⇔ Naturwissenschaftliche Wirklichkeit
Handeln, vorausgesetzte Realität (= Hintergrund) ⇔ Vordergrund: Experimente, Hintergrund: Prinzipe ("Realitätsnahe" Denkkategorien),Theorien
"Richtige Aussagen" (beweisbar) liegen im Schnittpunkt von "Denken" und "Konstruieren" unter Ausschluss des "Handelns".
"Wahre Aussagen" (bezweifelbar) liegen im Schnittpunkt von "Denken" und "Handeln" unter Ausschluss des "Konstruierens".
"Sichere Aussagen" (falsifizierbar, die Naturgesetze) liegen im Schnittpunkt von "Handeln" (Experiment) und "Konstruieren"
(Theorie) unter Ausschluss des "Denkens".
"Als "formal richtig" wollen wir also alle Aussagen und Behauptungen bezeichnen, die sich formal "beweisen" lassen, ...
damit genau die Vereinbarkeit mit den Axiomen der Logik gemeint ist ... Richtige Aussagen sind also "in sich stimmig",
sie haben keinen Außenbezug ... "Wahr" wird eine Aussage erst dadurch, dass sie im konkreten Falle von einer
bestimmten Person (oder Gruppe) nicht bezweifelt wird, obwohl dies grundsätzlich möglich wäre ... z.B. der Satz
"Ich liebe dich" ... Wahrheit [ist] ... gleichzusetzen mit "innerer Überzeugung, mit einem persönlichen "Sich-Bekennen"
zu dem, was nicht bewiesen werden kann ... dieser individualistische ... relativistische Wahrheitsbegriff [ist] nur der
Ausgangs-punkt eines dynamischen Prozesses, der selbst erst Wahrheit zeugt! Dieser Prozess ist Folge einer Aporie,
die als Forderung an alle Individuen formuliert werden kann:
THESE: Es ist Aufgabe meines Lebens, mich zu meiner Wahrheit zu bekennen, sie darzustellen und nicht
von ihr abzuweichen, denn das macht die Einmaligkeit (und damit die Würde) meines Daseins aus.
ANTITHESE: Es ist meine Aufgabe in der Gemeinschaft, die Wahrheit jedes anderen Individuums ebenso
als Wahrheit zu akzeptieren, auch wenn sie der meinen widerspricht, denn echte Gemeinschaft fordert
auch eine gemeinsame Wahrheit.
Eine Synthese dieser Aporie ist nicht statisch möglich, vielmehr ist sie Ziel, das immer angestrebt werden
muss, auch wenn es nicht erreichbar scheint ... Die Wahrheit ist nicht gegeben, sondern aufgegeben!
Sie kann nicht erkannt, sie muss erstrebt werden. Es ist offensichtlich, dass dieser Begriff von Wahrheit
nicht auf Naturgesetze angewandt werden kann! [Ludwig Wittgenstein (1889-1951) Österreichischer
Philosoph, in einer Konversation im Wiener Kreis, am 22.III.1930: "Vom NATURGESETZ kann man sagen,
dass es weder wahr noch falsch, sondern "wahrscheinlich" ist, und "wahrscheinlich" bedeutet dabei: einfach,
bequem" ... Naturgesetze aber gelten völlig unabhängig davon, wie sich die betroffenen Personen zu ihnen
stellen ... Ein Flugzeug fliegt nach den Gesetzen der Aerodynamik, gleichgültig ob die Passagiere von
diesen Gesetzen jemals gehört haben oder sie gar für falsch halten ... Ich behaupte, dass nur jenes Handeln
als "vernünftig gilt, welches die Naturgesetze als absolut verlässlich voraussetzt!]. Die meisten der alltäglich
ausgesprochenen Sätze liegen weder beim einen ["beweisbar"] noch beim anderen ["bezweifelbar"] Eckpol,
sondern irgendwo dazwischen. Es sollte aber klar sein, dass man mit richtigen Aussagen, lügen kann
und um der Wahrheit willen manchmal formal Falsches sagen muss. (5)" [HP. S.24, 244f, 248]
Mögliches ⇔ Realisierbares
""Mögliches "(=das "Mögliche", "Potenz") bedeutet dabei "noch nicht Realisiertes" aber durchaus Realisierbares.
Unter "Realisierbarem" verstehen wir "schon in Existenz Getretenes" - es ist geworden, weil es eben möglich war.
Demgegenüber kann Unmögliches niemals realisiert werden - es gibt es gar nicht. Wenn wir von Unmöglichen reden
oder diesen Begriff denken, gibt es ihn natürlich schon: aber nur als unseren Begriff, den wir insofern bilden, als wir
die Ralisierung von etwas prinzipiell negieren. Ob zu recht oder unrecht ist dabei nicht immer klar. So hat sich die
prinzipielle Leugnung von schwarzen Schwänen als falsch erwiesen - oder die früher geglaubte Unmöglichkeit,
dass Metallschiffe schwimmen oder die Menschen sich durch die Lüfte bewegen können ..." [(6) S.65]
Negation ⇔ "Selbst-Bewusstsein" - Materie ⇔ Position
"Selbstbewußtsein könnte daher auch so definiert werden: Es ist jene Fähigkeit von einzeln Existierendem,
bewußt (also absichtlich, gewollt!) Mögliches ralisieren bzw. verneinen zu können (... "müssen") ... Letztlich
ist jene kreative (=schöpferische) Fähigkeit von Selbstbewußtsein sein Wesen überhaupt, nämlich das,
was es ausmacht: Wenn kein permanenter Umschlag von Möglichem in Realisiertes, so auch kein Selbst-
bewußtsein ... Negiert werden kann nur von Realisiertem, von einzelnem, niemals aber von allem ...
Gerade deshalb ist die Welt, gibt es das Universum, vielleicht auch Multiversa, gibt es in ihm oder in ihnen
Selbstbewußtseine, weil sich auch die Möglichkeit der Negation realisieren (können) muss ... Wir (besser:
alle im Universum notwendigerweise existierenden Selbstbewußtseine) schaffen mit unseren (ihren)
Negationen tatächlich nicht nur unsere/ihre Welt, sondern garantieren damit auch das gesamte Universum.
Dieses aber ist natürlich ohne Anfang - und auch ohne Ende. Und somit: Urknall ade!" (6)]
Ich ⇔ "Schöpferisches" Bewusstsein - Selbst
"Von etwas getrennt sein, etwas anderes nicht sein, ist identisch mit Negation. Diese ist aber sinnlich
(empirisch-sensualistisch) nicht erfahrbar: genausowenig wie das Wissen und das Ich sensualistisch
erfahrbar sind. Nirgendwo in der Welt. Überall ist nur Seiendes, existiert oder gibt es etwas - und
zwar vieles bzw. alles. Nur "im" Bewusstsein kommt es plötzlich zur Spaltung der Welt
in das andere und das Nicht-Andere und damit zur Hervorhebung des Einmaligen:
des Selbst, das sich vom andern geschieden weiß." (6)
linear ⇔ zirkulär
Weg ⇔ Ziel
"Ziel = "Die Beschränkung auf ein Feld von Möglichkeiten" ... Der Begriff ZIEL macht [daher] Schwierigkeiten.
Jeder versteht etwas anderes darunter. Was ist WEG, was ist ZIEL? Ein WEG kann ein ZIEL sein. Ich kann
mir als LEBENSZIEL setzen, die Art und Weise, wie ich im Leben unterwegs bin, entsprechend meinen
Fähigkeiten zu optimieren. Dann ist meine persönlich angestrebte Lebensart - mein Weg -, die ich mir
wenigstens einigermaßen plastisch vorstellen kann, mein Ziel. Gibt es WEGMENSCHEN und ZIEL-
MENSCHEN? Leute, die mehr Wert darauf legen, wie sie unterwegs sind also wo sie ankommen?
Die Art des Unterwegsseins ist dynamisch. Ich strebe eine bestimmte Form des Weges an und
komme vielleicht auch an. Andererseits ist für einen "ZIELMENSCHEN" die Konzentration
auf immer neue Ziele ein WEG, sein Lebensweg. Dann ist das Ziel der Weg ..." [(9) S.114]
Mein Weg ⇔ Unser Weg ⇔ Dein Weg
Mein Ziel ⇔ Unser Ziel ⇔ Dein Ziel

Kampf ⇔ Veränderung ⇔ Flucht
Bausteine der Materie - Elementarteilchen
"Elementarteilchen ... gelten in der Physik als punktförmig bzw. unteilbar. Das ist freilich ein philosophischer
Widerspruch, da alles Da-Seiende teilbar sein muß - somit wäre es ja weder da ... noch seiend (= realisiert).
Demokrits [von Abdera (460-371 v.u.Z.), Schüler des Leukipp] "atomos" (= das Unteilbare) war einerseits ein
unlogischer (weil im eben erwähnten Sinne widersprüchlicher), andererseits aber ein notwendiger Anstaz, weil
sonst die MATERIE ins Nichts zerflösse. Es ist dies die klassiche Aporie. Bis heute bestimmt in diesem Sinn
Demokrit das physikalische Denken im Suchen nach dem kleinsten Materiebaustein (Elementarteilchenphysik).
Aufgrund dieser Aporie ist (bis heute) die Frage nach der Realexistenz von Elementarteilchen eine gar strittige -
vom philosophischen Standpunkt aus dürften sie gar nicht existieren - aber es mag sie geben ... Materielles
verändert sich ständig; es existiert nichts Materielles, das starr oder unveränderlich wäre (1). Alles ist beständig
in Fluß, im Wandel (Heraklit: "Panta rhei" - "Alles fließt") ... (1) Deshalb gelten ja auch die (unveränderlichen)
Elementarteilchen der Physik nicht in diesem Sinn als Materie, und ist es von grundlegendem Unterschied,
ob ein Elementarteilchen zerfällt oder nicht. Zerfällt es, ist es veränderlich und existiert aus diesem Grund.
Zerfällt es nicht, ist es unveränderlich und existiert ergo nicht (weil nur Veränderlichem die Seinsform der
Existenz zukommt): Aber es gibt es! Was ist es dann aber? Denn alle Materie besteht ja aus unveränderlich-
en Elementarteilchen
! Die Lösung liegt in der Entscheidung, ob ein Teilchen als Kraft wirkt (also Quant
einer Wechselwirkung ist), oder ob auf es Kraft ausgeübt wird." [(6) S.222, 225]
Wechselwirkungen ("Kräfte")
Elektromagnetische Strahlung
Welle ⇔ Teilchen "Dualismus"
Komplementarität - Analogie - Entsprechung
"Wellikel" - "wavicle" (1928)
n. Sir Arthur Stanley Eddington
(1882-1944), britischer Astrophysiker

Denken ⇔ Handeln
""Denken" setzt immer ein beobachtendes und kausal
interpretierendes Bewußtsein voraus!" [(6) S.203]
Erkenntnis ⇔ Kommunikation
Subjekte ⇔ Objekt
"Die Aussage eines Subjekts über ein Objekt ist erst dann sinnvoll, wenn sie - im Sinne der Kommunikation -
für ein anderes Subjekt gemacht wird, wenn sie also mitgeteilt wird. Andernfalls bleibt sie solipsistisch
["nur auf sich selbst bezogen"] und hat keinen Erkenntniswert für die menschliche Gemeinschaft.
Um also eine Aussage über ein Objekt vernünftig betrachten zu können, brauchen wir mindestens
zwei Subjekte, die miteinander über dieses Objekt kommunizieren." [HP S.271]

"Die klassiche Logik des Aristoteles ist zweiwertig, weil sie sich mit dem einfachen Unterschied
von ICH und NICHT-ICH begnügt. Sie ignoriert die nicht abzuleugnende Tatsache, dass der
Begriff des NICHT-ICH zweideutig ist. NICHT-ICH ist erstens: das DU und zweitens: das DING."
Aus: Gotthard Günther (1900-1984, dtsch. Philosoph, Begründer der Polykontexturalen Logik):

"Idee und Grundriss einer nicht-aristotelischen Logik - Die Idee und ihre philosophischen
Voraussetzungen" S.66. Felix Meiner Verlag 1991 (
1959)
Intuition ⇔ Erfahrung
Kreativität ⇔ Konstruktion
Freiheit - "Zwang zur Entscheidung" ⇔ Verantwortung Sorgfaltspflicht ⇔ Willkür
Freiheit - "Wahlmöglichkeit" ⇔ Vernunft ⇔ Naturnotwendigkeit ⇔ Willkür - "Wahlmöglichkeit"
"Was aber könnte Naturphilosophie in der heutigen Zeit leisten? Nun, es wird schmerzlich klar, daß sich aus einer von vielen zur Ersatzreligion
hochstilisierten Naturwissenschaft und der ihr nachfolgenden Technik keine ETHIK herleiten läßt. Es wird aber noch schmerzhafter bewußt,
daß das Fehlen moralischer Begriffe im Umgang mit der Natur zu schwerwiegenden, vielleicht nicht mehr gutzumachenden Fehlern geführt hat.
Naturphilosophie könnte also ein neues Verhältnis des Menschen zur Natur fundieren: Naturwissenschaft hat alles Menschliche aus ihren
Prinzipien entfernt, um möglichst "objektiv" zu sein. Vielen Naturwissenschaftern scheint dies gar nicht bewußt geworden zu sein, zumindest (und vor
allem) aber haben sie es unterlassen, den an sie "glaubenden" Menschen dies klarzumachen. Naturphilosophie könnte hingegen alles Menschliche
in ihre Grundlagen miteinbeziehen und somit die Natur (zu der ja auch der Mensch gehört, der sein Selbst aus der Naturwissenschaft ausgeschlossen hat)
in einem viel weiter gefaßten Rahmen sehen, der dann sogar auch über jenen der antiken [vorsokratischen] Naturphilosophie [Thales von Milet,
Anaximander, Anaximenes usw.] hinausginge. Und in diesem hätte auch die Kosmologie ihren historisch angestammten Platz." [(6) S.73f]
Nähe ⇔ Distanz
Isolation ⇔ Attraktion
Naturwissenschaft ⇔ Naturphilosophie
"Ein unumstößlicher Beweis, der wirklich allen Einwänden standhalten kann, ist nur dort möglich, wo er auf einem streng
logischen Regelwerk beruht wie in der Logik selbst (Logistik), aber auch in der Mathematik. Schon auf dem Gebiet der Natur-
wissenschaften sind solche Beweise nicht mehr möglich, weil jede naturwissenschaftliche Theorie zwar einen logischen Aufbau
besitzt, aber von Wahrnehmungen bezüglich der Natur oder intuitiv gemachten Annahmen über die Natur ausgeht, die selbst
nicht logisch sind, und weil die Aussagen, welche die Theorie über die Natur macht, letztlich anhand dieser Natur überprüft
werden müssen. Wie Karl Popper durch logische Überlegungen gezeigt hat, ist keine naturwissenschaftliche Hypothese oder
Theorie jemals verifizierbar (beweisbar), sondern bestenfalls falsifizierbar (widerlegbar). Der Vorteil der naturwissenschaftlichen
Methode ist: Ich kann meine an sich logische Methode (als Hypothese) solange durch Experimente an der Natur überprüfen,
bis ich durch Nicht-Falsifikation [Nicht-Widerlegbarkeit] zur Überzeugung gelange, meine (an und für sich unlogische und
ergo willkürliche) ursprüngliche Annahme widerspricht nicht meinen Messungen. Damit wird aus meiner Hypothese eine
Theorie -ob vom Mainstream der Naturwissenschafter nun anerkannt oder nicht, ist eine andere Frage - nämlich eine des
Geldes und der Macht ... Streng genommen sagt Naturwissenschaft nicht, wie die Natur tatsächlich ist, sondern nur, wie sie
mittels eines Modells (oder mehrerer Modelle) möglichst gut beschrieben werden kann - und das ist in der Physik stets
(mathematisch) formal! ... kann philosophisch nicht akzeptiert werden, da Modelle immer nur das sind, was sie sind:
bloße Modelle eben, also Interpretationen einer Wirklichkeit, die von uns ganz anders erfahren wird. Die Frage "Und
wie ist es wirklich?" ist absurd. Die Antwort kann nur lauten: "Wirklich ist es so, wie ich es erfahre!"... " [(6) S.296, 220]
Reduktionismus ⇔ Ganzheitlichkeit
Disharmonie ⇔ Harmonie
Physik ⇔ Philosophie
Grundlagenwissenschaft ⇔ Anwendung
"Da wir den Erkenntniswert der Naturwissenschaft mit den Entscheidungen und Handlungen von Menschen
verbunden haben, verliert reine Grundlagenwissenschaft ohne jede Anwendung eben diesen Erkenntniswert.
Umgekehrt verliert die bloße Anwendung bereits gewonnener Naturgesetze ohne weitere Bemühungen um
das ... Wechselspiel [zwischen Theorie und Experiment] bald die Verlässlichkeit ihrer Ergebnisse. Beide
sind also notwendig, um einander gegenseitig befruchten zu können." [HP S.280]
Hypothese ⇔ Experiment ⇔ Theorie
Prediktive Theorie ⇔ Konsistente Theorie
Pr.Th: entstanden aus dem Wechselspiel von Theorie und Experiment!
Ko.Th: enstehen aus der Anwendung Pr.Th. auf Gebieten, die eine experimentelle
Überprüfung nicht erlauben (z.B. kosmologische Theorien), wohl aber die Forderung
der widerspruchsfreien konsistenten Einordenbarkeit in das Gebäude der Pr.Th.

in der Gemeinschaft der Physiker
Theoretiker ⇔ Experimentalphysiker
Theoretische Physik ⇔ Experimentalphysik

"Die zu einem bestimmten Zeitpunkt von der irdischen Gemeinschaft der Physiker anerkannten Naturgesetze
sind zu allen Zeiten und an allen Orten des Universums uneingeschränkt gültig [Einheits-, Universalitäts-,
Analogieprinzip), solange sie nicht von "besseren" Naturgesetzen abgelöst oder
durch weitergehende Erkenntnisse ergänzt werden." [HP S.235]

Naturwissenschaft ⇔ Magie ⇔ Mystik
Wissenserwerb ⇔ Manipulation ⇔ Einheitserfahrung
Samsara ⇔ Nirvana
(Die weltliche, relative Sicht ⇔ Die überweltliche, absolute Sicht)
usw.

ANALOGIE
Komplementäres Prinzip!


Verschmelzende EINHEIT der VIELHEIT


Scheinbarer Widerspruch wird aufgehoben!

SYNTHESE = HARMONIE = KONSENS

"Dass die Quantenmechanik einen Paradigmenwechsel gebracht hat, ist unbestritten.
Ich behaupte aber, dass sie eine eigene [Widerspruch-Eliminations-] Stufe verdient,
weil nur in diese
r Theorie ein Widerspruch so aufgehoben wurde, dass damit
die Aristotelische Logik überschritten ist ... Ich meine, dass die Quantenmechanik
eine Synthese der Aporie von "diskret" und "kontinuierlich" darstellt ... diese Logik
nicht zur Beschreibung der Materie in Raum und Zeit hinreicht, die Elementarbausteine
sind eben sowohl "diskret" als auch "kontinuierlich" aufzufassen ...
[HP S.213f, 56]

Dieser KONSENS ist als Ergebnis eines dialektischen Prozesses zu verstehen,
an dessen Beginn eine Aporie steht! ... wollen sie ... etwa so formulieren:
THESE: Naturwissenschaftliche Erkenntnis muss sich auf objektive Fakten stützen.
ANTITHESE: Objektive Fakten sind unserer Erkenntnis nicht direkt zugänglich.
Wenn der KONSENS das Ergebnis - also SYNTHESE - eines dialektischen Prozesses ist,
dann ist er zugleich Konstrukt der Gemeinschaft der Fachleute und von ihnen unabhängiges,
objektiviertes Faktum. Darin liegt die Kraft der naturwissenschaftlichen Methode, aber
zugleich auch ihr "Geheimnis", das nicht logisch nachvollziehbar, wohl aber dialektisch
einsichtig ist."
[HP S.237]

Experimentelle NaturWissenschaft ⇔ Beobachtende NaturWissenschaft ⇔
⇔ Geisteswissenschaft ⇔ Erfahrungswissenschaft/-heilkunde ⇔


Eine "Synthetische Einheit" - Eine "Harmonie" - "Ein KONSENS"
scheinbar einander ausschließender Methoden
im Erkenntnisprozess!



Palmblatt mit vedischen Sanskrit Texten
Aus:www.vedische-weisheit.de

"Die Veden (1) sind erfüllt von der festen Gewissheit des Rita (2), einer Ordnung,
die die Schöpfung durchdringt und sich in jedem einzelnen Teil widerspiegelt - einer
Einheit, auf die sich alle Vielfalt beziehen lässt ... Das Unendliche (3) - frei, unbegrenzt, voller
Freude - ist unser angeborener Zustand. Wir sind aus diesem Zustand herausgefallen und
suchen ihn überall: Jede Menschentätigkeit ist eine Bemühung, diese Leere zu füllen.
Aber solange wir sie von außerhalb unserer selbt her zu füllen versuchen, stellen wir
Ansprüche an das Leben, denen es nicht gerecht werden kann. Endliche Dinge
können nie einen unendlichen Hunger stillen. Nichts kann uns befriedigen als
eben nur die Wiedervereinigung mit unserem wahren Selbst (Atman), das,
wie die Upanischaden sagen, Sat-Chit-Ananda (3) ist: absolute Wirklichkeit,
reines Gewahrsein, unkonditionierte Freude."


Aus: Sri Eknath Easwaran (1910-1999, spiritueller Lehrer), Peter Kobbe (Übersetzer): „Die Upanischaden“
(„The Upanishads: A Classic of Indian Spirituality“ Nilgiri Press 1987) Einführung. Die höchste Wissenschaft
S.21f, Atman ("Das göttliche Selbst in einem jeden Geschöpf") und Brahman ("Der irreduzible göttliche
Seinsgrund)" S.40; Glossar S.418ff, 424, 426, Goldmann 6. Auflage 2008
(1) Veda (von vid, "wissen/kennen"): Offenbarte Weisheit; speziell eine der vier Sammlungen, welche
die heiligen Schriften der Hindus umfassen (der Rig-Veda ist die älteste, gefolgt von dem Sama-,
dem Atharva- und dem Yajur-Veda). Noch spezieller bezeichnet Veda häufig nur den jeweils
ältesten Teil dieser Sammlungen.
Vedanta (von veda, "Weisheit", anta, "Ende") 1. Das "Ende der Veden": die Upanishaden (upanishad,
"sich nahe hinsetzen"), sowohl weil sie daran anschließen, als auch weil sie das übrige vedische Material
vollenden; 2. Ein von Shankara ("Geber des Friedens", großer Mystiker im 8. Jhd. n.u.Z.) gegründetes, auf den
Upanishaden basierendes Philosophiesystem, das die Ansicht vertritt, dass Brahman (von brh, "wachsen, sich
ausdehnen": das sich Ausdehnende, in Wachstum Ausbrechende; die höchste Göttlichkeit oder der göttliche Ur-
grund jenseits aller Unterscheidungen oder Formen; die letztgültige Wirklichkeit. Ursprünglich: "heilige Äußerung"
und daher manchmal: "die Veden") allein letztgültig wirklich ist; Getrenntheit/Gesondertheit und Veränderung
sind nur scheinbare, über diese letztgültige Einheit gelagerte Unterscheidungen.
Brahmana (deutsch Brahmane) 1. Der weitgehend den Ritualen gewidmete zweite Teil jedes einzelnen Veda;
2. ein Angehöriger der für die Erhaltung des traditionellen heiligen Wissens und die Durchführung der damit
einhergehenden Riten verantwortlichen höchsten Kaste, der Priesterkaste.
(2) Rita(m): Das kosmische Gesetz, die in der Schöpfung inbegriffene vereinheitlichende Ordnung
oder "Harmonie"; die dem Leben zugrunde liegende Wahrheit.
(3) Sat - Absolute(s) Seinsrealität, reine Wirklichkeit, der Seinsgrund; Chit - reines undifferenziertes Bewusstsein,
jenseits der Aufspaltung in Beobachter und Beobachtetes; Ananda - reine grenzenlose, unkonditionierte Freude,
jenseits der Dualität von Lust und Schmerz.



"Unsere Vorstellungen verlaufen nicht willkürlich, sondern erscheinen in einer gewissen Ordnung.
Es ist der Zusammenhang der Bewusstseinsinhalte, der uns erlaubt, Träumen und Wachen zu unter-
scheiden und unwillkürlich äußere Objekte, sowie auch das Bewusstsein der Mitmenschen als
existierend zu erleben. Das, was wir antreffen, was sich unserer Willkür entzieht, womit wir rechnen
müssen, ist das, was man als wirklich bezeichnet. Die europäischen Sprachen haben zwei verschieden
abgeleitete Worte hierfür, das eine, lateinische: Realität von res = Sache, das andere, deutsche:
Wirklichkeit, von Wirken. Im Englischen ist beides vertreten als reality und actuality. Der Abstraktere,
von Wirken abgeleitete Begriff ist derjenige, der dem in der Wissenschaft gebrauchten nähersteht."

Theorien kommen zustande durch ein vom empirischen Material inspiriertes Verstehen,
welches am besten im Anschluss an Plato als zur Deckung kommen von inneren Bildern
mit äußeren Objekten und ihrem Verhalten zu deuten ist. Die Möglichkeit des Verstehens
zeigt aufs Neue das Vorhandensein regulierender typischer Anordnungen, denen sowohl
das Innen wie das Außen des Menschen unterworfen sind. ...

Die Phänomene [die Erscheinungen der Materie nach den Regeln der Quantenphysik] haben somit
in der Atomphysik eine neue Eigenschaft der Ganzheit, indem sie sich nicht in Teilphänomene
zerlegenlassen, ohne das ganze Phänomen dabei jedes Mal wesentlich zu ändern. - Hat der
physikalische Beobachter einmal seine Versuchsanordnungen gewählt, so hat er keinen Einfluss
mehr auf das Resultat der Messung, das objektiv registriert allgemein zugänglich vorliegt.
Subjektive Eigenschaften des Beobachters oder sein psychischer Zustand gehen
in die Naturgesetze der Quantenmechanik ebensowenig ein
wie in die der klassischen Physik. ...

Außerdem brachte die Quantenmechanik oder Wellenmechanik den Fortschritt einer tieferen Einsicht
in die allgemeine begriffliche Situation der Atomphysik im Zusammenhang mit dem von [Niels] Bohr
"Komplementarität" genannten Gesichtspunkt. Der Verfasser gehört zu den Physikern, welche glauben,
dass die neue, der Quantenmechanik zugrunde liegende erkenntnistheoretische Situation befriedigend ist,
und zwar sowohl vom Standpunkt der Physik, als auch von dem weiteren Standpunkt der menschlcihen
Erkenntnis im allgemeinen. Ich bedauere es, dass [Albert] Einstein über diese Sachlage anderer Meinung ist,
um so mehr, als dieser neue Aspekt der Naturbeschreibung, im Gegensatz zu den der klassischen Physik
zugrunde liegenden Ideen, die Hoffnung auf eine zukünftige Entwicklung verschiedener wissenschaftlicher
Teildisziplinen in Richtung auf eine größere Einheit des Ganzen erweckt."

Wolfgang Ernst Pauli
(1900 - 1958)
Österreichischer Physiker
Pionier der Quantenmechanik
Nobelpreis für Physik 1945
Aus: Wolfgang Pauli: "Physik und Erkenntnistheorie" S.95, 115, 61. Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 1984
(Vieweg Verlag 1961) In. H.Pietschmann: "Phänomenologie der Naturwissenschaft" S.223f, 225f, 275f. Ibera 2007
Harald Atmanspacher, Hans Primas, Eva Wertenschlag Birkhäuser: „Der Pauli-Jung-Dialog [1931-1958]
und seine Bedeutung für die Moderne Wissenschaft“ SPRINGER 1995

"Wir dürfen bei der Untersuchung der Phänomenologie (1) [der "Erscheinungen"] der Physik
niemals außer Acht lassen, dass
NATURWISSENSCHAFT das Produkt menschlicher Tätigkeit
i
st (und nicht etwa ein abstrakt-logisches Konstrukt). Wie jede andere menschliche Tätigkeit
auch, spielt dabei die
soziale Struktur der Gemeinschaft der Physiker eine bedeutende Rolle.
Ein
EXPERIMENT als falsch zu erklären bedeutet daher zugleich ein Infragestellen der Expertise
[Fachkenntnis, Kompetenz] (und Autorität) der Experimantalphysiker. Dies gilt nicht in gleichem
Maße in der umgekehrten Richtung, weil die
Widerlegung einer Theorie sozusagen durch
die "NATUR" selbst
geschieht und der Experimentator dabei nur "Mittelsmann" ist ...

Was die "Dinge an sich sind" [Das "Gegebene" o. "Vorhandene" = "Realität"] bleibt uns
immer verborgen, denn wir kennen nur Ihre
Erscheinung. Dazu Immanuel Kant (3):
"Es sind uns "Dinge" als außer uns befindliche Gegenstände unserer Sinne gegeben, allein von dem,
was sie "an sich selbst" sein mögen, wissen wir nichts, sondern kennen nur "ihre Erscheinungen",
d.i. die Vorstellungen, die sie in uns wirken, indem sie unsere Sinne affizieren. ... die "Existenz
des Dinges", was erscheint, wird dadurch nicht ... aufgehoben, sondern nur gezeigt, dass wir es,
wie es "an sich selbst sei", durch Sinne gar nicht erkennen können. ... Der Verstand schöpft
seine Gesetze (a priori) nicht aus der Natur, sondern schreibt sie dieser [der Natur] vor. ...
Alles, was die Natur selbst anordnet, ist zu igendeiner Absicht gut. Die ganze Natur
überhaupt ist eigentlich nichts anderes, als ein Zusammenhang von Erscheinungen
nach Regeln: und es gibt überall keine Regellosigkeit." ...
[HP S.242f, 250]

"Wer im strengen"Entweder-Oder-Denken" stecken geblieben ist, der fürchtet, beim Aufgeben
dieses "naiven Realismus" ["Unsere Sinne liefern die unmittelbare Abbildung der "Außenwelt"]
ins andere Extrem zu fallen und sich dem Konstruktivismus oder naiven Idealismus zuzuwenden.
So sagte Max Planck [1858-1947] in einem Vortrag (1937) über "Religion und Naturwissenschaft" (4):
"Zusammenfassend können wir sagen, dass die physikalische Wissenschaft die Annahme einer realen,
von uns unabhängigen Welt fordert, die wir allerdings niemals direkt erkennen, sondern immer nur durch
die Brille unserer Sinnesempfindungen und der durch sie vermittelten Messungen wahrnehmen können.
Wenn wir diesen Satz weiter verfolgen, so nimmt unsere Betrachtungsweise der Welt eine veränderte
Form an. Das Subjekt der Betrachtung, das beobachtende Ich, rückt aus dem Mittelpunkt
des Denkens heraus und wird auf einen ganz bescheidenen Platz verwiesen."
[HP S.253]

"Es gibt keine gesicherte Beschreibung der Natur; insofern Naturgesetze als Aussagen
über die Natur aufgefasst werden, sind sie nicht sicher, sondern Teil der vom Menschen
konstruierten Wirklichkeit. Aber es gibt ["unveränderliche] "invarianter Aussagen" über
das [Mess-] Ergebnis von Handlungsketten ("Experimentelle" Tätigkeit von Menschen in
ihrer Lebenswelt)! "Invariant" bezieht sich dabei auf Paradigmenwechsel, das heißt
die Vorraussage über den Ausgang solcher Handlungsketten bleibt bei inhaltlichen
Änderungen der theoretischen Beschreibung gleich! Diese Voraussage betrifft dabei
lediglich den reproduzierbar-quantitativen Teil der Lebenswelt, also das, was wir
naturwissenschaftliche Wirklichkeit genannt haben." [HP S.280]

... von allen Aussagen der Naturwissenschaft ... ist zu sagen:
Streng genommen sind sie nirgends gültig. Denn sie beziehen sich
jeweils auf "abgeschlossene Systeme", die es exakt nicht geben kann
.

Gemäß der
[naturwissenschaftlich-logischen] METHODE genügt es jedoch,
entweder die "Durchlässigkeit" des Systems unter die gewünschte Fehlergenauigkeit
zu drücken oder durch entsprechende Korrekturen auf ein abgeschlossenes System
zu extrapolieren [hochzurechnen] ...

"Ihr methodisches Korsett trägt die Physik seit Galilei und sie grenzt sich heute
wesentlich dadurch von der Naturphilosophie ab, von der sie sich zu Kants Zeiten
und nicht ohne dessen Zutun abgelöst hat, um sich als die "exakte" Ausknospung
der "unexakten" Naturphilosophie" zu verselbständigen."
[(6) S.73]

"Alles, was von einem genügend anerkannten Theoretiker vorhergesagt ist,
wird auch entdeckt, unabhängig davon, ob es tatsächlich existiert oder nicht" ...

"Alles, was von genügend anerkannten Experimentatoren "entdeckt" ist,
wird auch theoretisch erklärt, unabhängig davon, ob es überhaupt existiert ... Die
wahre Haltung des Experimentators muss (also) zugleich kritisch und offen sein!
[das] ... offenbart ... damit erneut die dialektische Natur der Physik."

"Die PHYSIK als "exakte" Naturwissenschaft verfügt über einen strengen methodischen Rahmen,
für den zunächst einmal nach [Sir Karl Raimund] Popper FALSIFIZIERBARKEIT der Aussagen
(Hypothesen, Theorien) gefordert wird, wobei aber auch die Falsifizierbarkeit selbst nur eine
relative ist. Um Hypothesen oder Theorien falsifizieren zu können, müssen Experimente
durchgeführt bzw. Beobachtungen vorgenommen werden
. Gelingt die Falsifikation nicht,
gilt die Aussage einstweilen durch das Experiment bzw. die Beobachtung als gestützt
(vorausgesetzt, die Durchführung ist nicht zu bemängeln)."
[(6) S.7]

"Kriterium für Verständnis eines Phänomens in der Naturwissenschaft ist nicht
seine Erklärung, sondern erst
die allgemeine Akzeptanz einer einzigen möglichen
Erklärung
(der Konsens über die "Richtigkeit" dieser Erklärung)" ...

Der Wissenschaftstheoretiker Thomas Kuhn [1922-1996] hat in diesem Zusammenhang
den Begriff
"Paradigma" (2) ["Umfassendere Theorie", Lehrmeinung, Glaubenssatz,
Weltanschauung, state of the art] geprägt, der mittlerweile bis in die Alltagssprache
vorgedrungen ist ...


Naturwissenschaftliche Erkenntnis entsteht aus dem Wechselspiel
von Theorie und Experiment
.

Naturgesetze können nicht im Sinne der Mathematik bewiesen werden.

Die Modelle der Naturwissenschaft sind in keiner Weise als Abbildungen
einer Realität aufzufassen.

Naturgesetze dürfen der Erfahrung in unserer Lebenswelt direkt widersprechen;
trotzdem ist es möglich, auf ihrer Grundlage eine verlässliche Technologie zu ent-
wickeln, die uns erlaubt, die Lebenswelt um-, ja neu zu gestalten.

Bei der Formulierung neuer Naturgesetze auf Grund von neuen Experimenten
spielt die Konsensbildung innerhalb der zuständigen Physikergemeinschaft
eine wesentliche Rolle ...

In der Quantenmechanik werden die Eigenschaften eines Objekts
durch die Messung nicht festgestellt, sondern erst hergestellt!
[HP S.255]

"Aus allen kosmologischen Modellen läßt sich - wie auch aus der gesamten naturwissenschaftlichen Tätigkeit -
keine ETHIK herleiten. Da wir aber als Menschen nach einer MORAL für unser Handeln fragen (dürfen),
scheint für uns eine unüberbrückbare Kluft zwischen - um es mit den Worten Descartes' auszudrücken -
"res extensa" (Materie) und "res cogitans" (GEIST) zu klaffen; wir werden uns der ZWEIGLEISIGKEIT
bewußt, in der wir denken müssen - und sehnen uns doch nach Vereinheitlichung."
[(6) S.115f]


Prof. Dr. Herbert Pietschmann
(b.1936)
Österreichischer Physiker
Von 1971 bis 2004: ordentlicher Professor für theoretische Physik
an der Universität Wien, Hauptarbeitsgebiete: die Quantenmechanik
und die Physik der subatomaren Teilchen.
Bild: http://www.weimarervisionen.de/?page_id=523
Aus: Herbert Pietschmann: "Phänomenologie der Naturwissenschaft - Wissenschaftstheoretische und philosophische Probleme der Physik"
1. Was ist Physik 1.2 Abklärung einiger differenzen S.24. 6. Die dialektische Natur der Physik 6.4 Die Unverlässlichkeit der Induktionbr
6.4.4 "Prinzipe" [Denkkategorien] als Kriterieum zur Beurteilung der Messdaten S.146. 6.5 Rangordnung der Prinzipe
6.5.4. Das Prinzip der Erhaltungssätze S.154. 6.6. Entdeckung und Reproduzierbarkeit S.164. 6.7 Erklärung und Konsens S.173f
6.7.4 Der Begriff "Paradigma" S.180. 7. Die Elimination der Widersprüche 7.2. Fünf Stufen der Elimination 7.2.1 Stufe I: Die Phase der Kritik
7.2.1.2. Kritik und Selbstkritik S.198. 7.2.5 Synthese durch Aufheben des Widerspruchs S.213f, 56. 7.3 Erkenntnisfortschritt und
Paradigmawechsel S.226. 8. Das Voraussetzungsproblem 8.1 Universalitätsprinzip 8.1.1 Inhaltliche Derivate des Universalitätsprinzips S.235
8.1.2 Prediktive und konsistente Theorien S.236f. 8.3 Die Sicherheit der Naturgesetze 8.3.1 Die Kritik des Immanuel Kant S.242f
8.3.2 Zur Differenz "richtig - wahr" S.244f, 248. 8.3.3 Naturgesetze als dritte, unabhängige Kategorie S.245
9. Der dialektische Realismus 9.1. Realismus 9.1.1. Die Abbildungshypothese S. 253, 255. 9.3. Realität und Wirklichkeit
9.3.2 Die doppelte Negation als indirekte Vermittlung zur Realität S.269, 271. 9.3.3 Naturgesetze als aufgehobener Widerspruch
von Realität und Wirklichkeit S. 273f. 9.3.4 Naturwissenschaftliche Erkenntnis S.279f, Abschließend Zusammengefasst S.280
Anhang: Versuch über den Sinn A1 Vom Sinn der Materie A1.3 Naturnotwendigkeit und Freiheit als wechselseitige Voraussetzung
S.288 Ibera 2007
(1) http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at/INTERNET/ARBEITSBLAETTERORD/ERZIEHUNGSWISSENSCHAFT/Phaenomenologie.html
(2) Siehe "PARADIGMA" nach Prof. Dr. Thomas Kuhn, unter INFOS: Statistik Glossar & Allerlei >>>
(3) Immanuel Kant: "Metaphysische Anfangsgründe der Naturwissenschaft" Meiner 1997 (1786)
(4) Max Planck: "Religion und Naturwissenschaft" S.19, Barth Verlag 1958
(5) Herbert Pietschmann: "Die Wahrheit liegt nicht in der Mitte – Von der Öffnung des naturwissenschaftlichen Denkens“ Weitbrecht 1990
(6) Erwin Kohaut, Walter Weiss: "Universum und Bewusstsein: Philosophisch-physikalische Gedanken zur Welt" I Das Universum. Gegen
den Urknall als Ereignis. Teil II: Die Meinung des Philosophen Der Zwang zum Sein oder Warum es die Welt geben muß. S.65
Die Lösung: die ewige Welt und ihre Zeit kreierenden Bewußtseine S.69f. Kritische Gedanken zur Kosmologie oder: Weshalb ich meine,
daß die Kosmologie von der Physik zur Naturphilosophie überwechseln sollte. S.73f. Teil II: Ergänzungen und Einwände. Zur Metrik
der Raum-Zeit S.96f. Teil III: Schlußbemerkungen S.115f. Die Grenzen unserer Welt. Über die Teilungs- und Ausdehnungsproblematik -
uund ein wenig von der Zeit. Die Frage nach der Teilbarkeit S.122fff. Universum versus Multiversa oder: Über die Möglichkeit einer oder
mehrerer Welten. Teil I: Wirkliche und unwirkliche Realitäten. Über das Denken im Rahmen der Physik S. 145. Die Elementargrößen
S.146f. Teil II: das Prinzip der (Denk-) Ökonomie. Ein synthetisches Urteil a priori S.154. Aufwand und Nutzen S.156. Falsche Alter-
nativen S.160. Teil III: Das Raum-Zeit-Kontinuum. Raum und Körper S.163. Qualität und quantität S.166. Existenz und Kausalität oder
Quantität und Qualität. Voraussetzendes als Qualitatives S.195f. Kraft versus Wechselwirkung S.201. Raum, Dauer und Veränderung
als Voraussetzende des Existierenden S.203f. Die Verwirrung mit den Dimensionen. Teil I: Mathematische Dimensionen. Die Raum-
krümmung S. 220. Veränderung S.222ff. Jetzt und Brauchbarkeit S.225f. II Naturwissenschaft und Naturphilosophie. Gegen die Existenz
eines "Gottesbeweises" S.296. III Das Bewußtsein. Selbstbewußtsein - von der Negation zur Position. Teil I: Der Baum der Erkenntnis.
Die Negation S.310. Edition Vabene 2004
(7) Holger Kalweit. "Der Stoff aus dem die Seele ist. Meine Suche nach dem Lichtkörper und die Geburt der Plasmapsycholgie"
Einleitung: Bin Plasmaseele - bin mehr als Materie - Meine Suche nach einer Brücke zwischen Geist und Stoff.S.12f,15
II. Das Urwissen vom Seelenstoff China: Yin Yang und die Drachenenergie. Die Große Leere S.68. Der Chi-Ozean
[Plasma] als Todesdimension S.86f. KOHA 2004
(8) Holger Kalweit: „Liebe und Tod: Vom Umgang mit dem Sterben“ Der Geist im Lichthimmel. Eros als Mass aller Dinge.
Wilde Spekulation um das Welt-Ei S.252 KOHA 2006
(9) Gerd Karl Binnig (b.1947, dtsch. Physiker, Nobelpreis 1986): „Aus dem Nichts. Über die Kreativität von Natur und Mensch“
Erster Teil: Die Entwicklung einer Idee. Göttliche oder menschliche Kreativität? Existiert Kreativität? S.18f. Dualismus und
das Kreativitäts-Rädchen. Kreativität als Wechselspiel S.84-86. Zielgerichtet und unscharf. Ziele und Wege, eine Unschärfe-
relation S.114. PIPER 1989
(10) Herbert Pietschmann: "Das Ende des naturwissenschaftlichen Zeitalters" 2 Das Weltbild der Naturwissenschaft S.51
ULLSTEIN 1983
(11) Friedrich Cramer: "Symphonie des Lebendigen - Versuch einer allgemeinen Resonanztheorie"
Heraklit, Fragment 67, S.95 INSEL 1.Auflage 1998 (1996)

"Die medizinische Schule
oder Die Schule der Analytiker"
61.5 × 87 cm

Aus: www.the-saleroom.com
Helmut Leherb1933 Wien-1997 Wien)
Österreichischer Künstler
Vertreter der Wiener Schule des Phantastischen Realismus,
die dem Surrealismus nahesteht.

"Die heutige Wissenschaft gleicht einem Mann;
der den Schlüssel nachts im Dunkeln verloren hat
und diesen unter einer Laterne sucht;
nicht weil er ihn dort verloren hat,
sondern weil er nur dort sieht!"

Carl Friedrich von Weizsäcker
(1912 - 2007)
Deutscher Physiker, Philosoph
Aus: Stefan von Jankovich (1920-2002, ungar.-schweiz. Architekt, Künstler, Autor):
„Die energetische Struktur des Menschen. Ein philosophisches Denkmodell.
Wer bin ich? Eine Vision meiner selbst“ Seite 26. DREI EICHEN VERLAG 1990

"Die deterministische Weltsicht der klassichen Physik ist tot.
Viele Leute versuchen, sie wieder zu beleben.
Aber, so traurig es ist, sie ist tot."
Murray Gell-Mann
(b.1929)
US-amerikanischer Physiker
Mitbegründer der "Quark-Theorie"
1969 Nobelpreis für Physik
Aus: Anselm Grün, Michael Grün: „Zwei Seiten einer Medaille - Gott und die Quantenphysik“
Physik und Religion, Relative Wahrscheinlichkeit S.34 Vier Türme Verlag
3. Auflage 2016 (2015)

"Unser Dilemma im Umgang mit der KOMPLEXITÄT
lässt sich darauf zurückführen, dass wir wohl darin ausgebildet wurden
"einfache logische Schlüsse" zu ziehen und nahe liegende "Ursache-Wirkungs-Beziehungen" zu definieren.
Von
vernetzten Zusammenhängen offener Systeme hingegen mit ihrem oft "akausalen Verhalten"
haben wir in der Schule, meistens auch in der späteren Ausbildung wenig gehört. Deshalb schrecken
wir davor zurück und konzentrieren uns lieber auf Detailfragen. Diese Einengung im Denken
führt zu den typischen Fehlern im Umgang mit komplexen Systemen.
Simple Ursache-Wirkungs-Beziehungen gibt es nur in der Theorie, nicht in der Wirklichkeit.
Dort regieren indirekte Wirkungen, Beziehungsnetze und Zeitverzögerungen, die oft eine
Zuordnung der Ursachen verhinden, was dann - da man die
Systemzusammenhänge
nicht erfasst - die Folgenabschätzung von Eingriffen zusätzlich erschwert.
Die Flucht in die moderne Informationstechnologie - in der Hoffnung, durch Zugang
zu mehr und genaueren Daten
KOMPLEXITÄT besser durchschauen zu können -
beschert uns eher einen
Info-Overkill als eine reale Analyse. Eine so erstellte,
zwar exakte, aber unvernetzte Planung missachtet
RegelkreIse und erlaubt
auch keine Störungen, da sie keine Puffer vorsieht. Sie ist nicht "fehlerfreundlich"
(Christine v. Weizsäcker) ... Unsystemische Zielsetzung ... fehlschlagen muss.
Schuld daran sind unter anderem die unreflektierte Anwendung des Wachstums-
paradigmas
und die sich an ihm orientierenden Ziele ... Hochrechnungen
. Beide
sind nur innerhalb eines systemeigenen Zeithorizonts gültig und haben
somit für vernetzte Systeme ihre Grenzen ...
Angesichts immer höherer
KOMPLEXITÄT und wachsender Informationsflut gelingt unserer
Zivilisation eine Evolution nur mit einer weit größeren
Kenntnis von Systemzusammenhängen und
kybernetischen Gesetzmäßigkeiten, als es uns die monokausale Sicht unserer bisherigen Ausbildung
vermitteln kann. Da die gängigen Planungsmethoden als Entscheidungshilfen für ein nachhaltiges
Wirtschaften überfordert sind, benötigen wir eine
Schulung in Mustererkennung, um komplexe Systeme
schon mit wenigen Ordnungsparametern zwar unscharf, aber gleichwohl richtig erfassen zu können ...
Noch als ich im "Wissenschaftsbetrieb" tätig war, beschäftigte mich bereits die
mangelnde Interdisziplinarität
und
das daraus resultierende zerrissene Bild der Wirklichkeit. Schon während dieser Zeit entstanden meine
ersten Fernsehfilme und Sachbücher, die alle um dieseses Grundthema kreisten ...
Wir haben gesehen, dass
Eingriffe in ein komplexes System sich in den wenigsten Fällen in einer direkten
Ursache-Wirkungs-Relation benachbarter Elemente äußern. Wegen ihrer komplexen Wirkungen können daher
herkömmliche linear-kausale Abschätzungen der Auswirkungen eines Eingriffs immer nur zufällig richtig sein;
eine verbindliche Aussage wäre hier nur bei vollständiger Erfassung aller Einzelwechselwirkungen möglich -
und dies
zudem nur in geschlossenen Systemen. Da eine vollständige Datenerfassung aber immer Utopie
bleiben muss und zudem
alle realen Systeme offen und dynamisch sind, sind Modelle dieser Art im Hinblick
auf das zukünftige Verhalten von Systemen grundsätzlich überfragt. Darauf basierende
deterministische Modelle
sind also
nie treffsicher und die sich daran anlehnenden Strategien höchstens kurzfristig, aber nicht nachhaltig
erfolgreich
- wie dies ja die Fülle gescheiterter Planungen und Prognoseversuche der letzten Jahrzehnte
deutlich genug vor Augen führt ...
Hat man dagegen die
Zusammenhänge, etwa in einem Wirkungsgefüge, sichtbar vor Augen,
dann erübrigt sich die monotone Wiederholung der sonst leer im Raum stehenden Statements
der "Kontrahenten", die diese glauben immer erneut ins Spiel bringen zu müssen ..."



Frederic Vester
(1925-2003)
Deutscher Biochemiker, Systemforscher
Umweltexperte, Autor
Aus: Frederic Vester: "Die Kunst verenetzt zu denken - Ideen und Werkzeuge für einen neuen Umgang mit Komplexität -
Ein Bericht an den Club of Rome" Erster Teil: Was es zu vermeiden gilt. Einführung S.15, Zweiter Teil: Was unsere
Situation verlangt. Einführung S.99, Dritter Teil: Das Sensitivitätsmodell. Einführung S.187 Vierter Teil: Der neue Weg
zu nachhaltigen Strategien. Einführung S.267 Deutscher Taschenbuch Verlag 2.Auflage 2002 (1999)
Der Club of Rome: Zusammenschluss weltweiter Experten verschiedenster Disziplinen; 1968 gegründet;
Gemeinnützige Organisation, deren Mitglieder sich für eine nachhaltige Zukunft der Menschheit
einsetzt. Sitz in Winterthur, Schweiz (seit 2008]


"Ein System,
das nicht zur Ausnahme fähig ist,
ist ein totes System ...
Zu einem kreativen System
gehört ein hohes Maß
an Toleranz
."

Gerd Karl Binnig: "Aus dem Nichts - Über die Kreativität von Natur und Mensch"
Zweiter Teil: Ein Jahr danach - Arbeiten mit der Idee. Kreatives Management,
fraktales Management. Führen und führen lassen S.246, Verschiedene Arten
von Kreativität S.251. Piper 1989
Bild: https://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Binnig



"Um dem Menschen ganzheitlich-medizinisch
gerecht werden zu können, gehört
zu BEFUND und BEFINDLICHKEIT,
auch seine GEISTIG-SEELISCHE
GESTIMMTHEIT"


Prof. Dr. med. Volker Fintelmann
(b.1935 in Berlin)
Studium der Medizin in Tübingen, Berlin, Heidelberg und Hamburg, Promotion 1961,
Arzt für Innere Medizin, Gastroenterologie, Hepatologie und komplementäre Onkologie
Phytotherapie und anthroposophisch ergänzte Medizin

Zitate: Volker Fintelmann - Lüge und Illusion >>>
Bernie Siegel -  Krebs - Denken - Fühlen - Essen >>>
Karl Kraus - Die Diagnose
>>>
Leistungen: Angewandte Allgemeinmedizin & Geriatrie >>>
Komplementärmedizin >>>
Palliativmedizin >>>

Infos: Statistik Glossar & Allerlei >>>
Rat suchen - Illusion der Gewissheit >>>

"Was wir tagtäglich denken, glauben, fühlen, prägt sich unweigerlich unserem Unterbewußtsein ein,
sei es gut oder sei es schlecht, und tritt in unserem Leben sichtbar zutage. Unser Unterbewußtsein
macht sich unsere Überzeugungen zu eigen und setzt, gleichsam autonom agierend, alles daran,
diese zur Geltung zu bringen, indem es unser Handeln, unser Verhalten steuert. Sie müssen sich
darüber klarwerden: Der Mensch ist, was er tagtäglich denkt. Genauer: Wie er denkt, was er glaubt
und fühlt, so ist er, und so ist auch sein Leben.
"Was der Mensch sät, das wird er ernten"
(Phil 4,8)

Seien sie sich bewußt, dass den Gesetzen des Denkens und Glaubens die gleiche Gültigkeit zukommt
wie etwa den naturwissenschaftlich nachgewiesenen Gesetzen der Mathematik, der Physik oder der
Chemie. Ein Ingenieur, der eine Brücke baut, oder ein Chemiker, der eine neue chemische Verbindung
herzustellen trachtet, hält sich selbstverständlich an die bekannten "Naturgesetze" und versucht nicht,
diese zu ändern; er könnte das ja auch nicht. Genauso müssen wir uns an die nicht weniger gültigen
und unwandelbaren Gesetze des Denkens und Glaubens halten.


Säen Sie deshalb nur die Samen von Ideen, die schön und erfreulich, die gut und "gottesgefällig" sind.
Denn wer da hat, dem wird gegeben werden ...
(Mt 25,29). Dies bedeutet, dass Ihnen alles, was Sie
im Geiste erbitten und als wahr und wirklich empfinden, gegeben wird. Was ein Mensch hat, ist das,
was er ist.
Und das ist nicht etwa materieller Besitz, sondern vielmehr der Zustand seiner Geistes-
und Gefühlshaltung, die Summe seiner tiefverwurzelten Überzeugungen. Denken Sie daran, dass alles,
was Sie an materiellen Dingen haben, Ihr Haus, Ihr Auto, Ihre Wertpapiere, Ihr Geld, ein Spiegelbild Ihres
geistig-seelischen Zustandes ist. Es gibt keinen Zufall. Alles in der Natur läuft gesetzmäßig ab, auch Ihr
Leben. Ihre Lebensumstände, Ihre Umwelt sind das Spiegelbild Ihres Bewußtseinszustandes, ein Nieder-
schlag der Summe Ihrer bewußten und unbewußten Ansichten und Überzeugungen. Anders ausgedrückt:
Entscheidend ist, was Sie bewußt und unbewußt als wahr und wirklich akzeptieren."

Aus: Dr. Joseph Murphy (1898-1981, Amerikanischer Philosoph, Psychologe, Vertreter der Neu-Geist Bewegung, New Thought):
“Wahrheiten, die Ihr Leben verändern“ (These Truths Can Change Your Life 1982) Kapitel 1: Erfahrungen und Lehren
einer Fernostreise. "Was der Mensch sät, das wird er ernten" S.28f Arkana Goldmann 1992 (1985)




Es gibt vier Arten von Menschen:
Jener, der nicht weiß und nicht weiß,
dass er nicht weiß:

Er ist ein Narr - meide ihn.

Jener, der nicht weiß und weiß,
dass er nicht weiß:

Er ist einfältig - lehre ihn.

Jener, der weiß und nicht weiß,
dass er weiß:

Er schläft - erwecke ihn.

Jener, der weiß und weiß,
dass er weiß:

Er ist weise - folge ihm.


Arabisches Sprichwort
Aus: Sri Chinmoy (1931-2007, spiritueller Lehrer): "Veden, Upanishaden,
Bhagavadgita - Die drei Äste am Lebensbaum Indiens" Das Lied der höchsten
Seele (Bhagavadgita). Handlung. S.138 Diederichs Gelbe Reihe 2007




„Die Logik präsentiert ihre zentralen Themen“
Margarita Philosophica - 12-bändige Enzyklopädie
Gregor Reisch
(1470-1525)
Deutscher Hochschullehrer
Mönch



Die beiden Hunde veritas und falsitas jagen den Hasen problema,
die Logik (als Frau) eilt mit dem Schwert syllogismus (mit einem
„Katalog von messerscharfen logischen Argumenten“) bewaffnet
hinterher. Links unten Parmenides von Elea
in einer Höhle
(ein griechischer Philosoph, 6./5. Jhd. v.u.Z), mit dem
die logische Argumentation Einzug in die Philosophie
("Liebe zur Weisheit") hielt.

Gregor Reisch
(1470 in Balingen (Württemberg); † 9. Mai 1525 in Freiburg im Breisgau) war Hoch-
schullehrer und Mönch; ein Vertreter der philosophischen Schule der spätscholastischen Realisten.
„Die Logik präsentiert ihre zentralen Themen“, in Margarita Philosophica (margarita = Perle),
worunter man im damaligen Sprachgebrauch ein Handbuch verstand;

Die Margarita Philosophica ist eine allgemeine Enzyklopädie aus dem Jahr 1503.
Reisch hat sie im Wesentlichen zwischen 1489 und 1496 in lateinischer Sprache verfasst;
gedruckt wurde sie erstmals 1503 in Freiburg durch den aus Straßburg stammenden
Drucker Johann Schott (Schüler von Gregor Reisch).
Das Werk enthält als Universitas literarum ("Wissenschaft in ihrer Gesamtheit")
das "gesamte" menschliche Wissen des späten Mittelalters.

In zwölf Büchern werden die
Sieben freien Künste - Septen artes liberales - behandelt sowie
anschließend Prinzipien und Entstehung der Naturdinge, Physiologie, Psychologie und Moralphilosophie.
Das Werk wurde das am weitesten verbreitete Lehrbuch der Philosophie und des enzyklopädischen
Wissens für das Studium der Sieben freien Künste und sollte es auch für mehr als 100 Jahre bleiben.


Die Sieben freien Künste sind ein in der Antike (um 800 v.u.Z. bis ca. 600 n.u.Z.) entstandener Kanon
von sieben Studienfächern, die nach römischer Vorstellung die
„einem freien Mann“ ziemende Bildung
darstellten.
Im mittelalterlichen Lehrwesen galten sie als Vorbereitung auf die eigentlichen wissenschaft-
lichen Studienfächer Theologie, Jurisprudenz und Medizin. Man unterschied bei den Sieben freien Künsten
das Trivium ("Dreiweg") der sprachlich und logisch-argumentativ ausgerichteten Fächer, die die Voraus-
setzung für jede Beschäftigung mit der (lateinischen) Wissenschaft bilden, und das weiterführende
Quadrivium ("Vierweg") der mathematischen Fächer.


Trivium - "Dreiweg"
1. Grammatik: Lateinische Sprachlehre und ihre Anwendung auf die Werke der klassischen Schulautoren.
2.
Rhetorik: Redeteile und Stillehre, ebenfalls mit Beispielen aus den Schulautoren.
3.
Dialektik bzw. Logik:
Schlüsse und Beweise auf der Grundlage des Organons.
Organon: Schriften-Sammlung des griechischen Philosophen Aristoteles (siehe ganz oben).
In ihnen beschreibt Aristoteles die Kunst der Logik als Werkzeug der Wissenschaft.


Quadrivium - "Vierweg"
4. Arithmetik: Zahlentheorie (Zahlbegriff, Zahlenarten, Zahlenverhältnisse) und z.T. auch praktisches Rechnen.
5. Geometrie: euklidische Geometrie, Geographie, Agrimensur (Landesvermessung).
6. Musik: Musiktheorie und Tonarten u. a. als Grundlage der Kirchenmusik.
7. Astronomie: Lehre von den Sphären, den Himmelskörpern und ihren Bewegungen, unter
Einschluss der Astrologie (Auswirkungen auf die sublunare Sphäre und den Menschen).


Daneben die
praktischen Künste
- artes mechanicae - so bezeichnet im Altertum (um 4000 v.u.Z.
bis 600 n.u.Z), Mittelalter (um 6.Jhd. bis 15.Jhd n.u.Z) und Renaissance (um 15./16.Jhd),
sog. Fertigkeiten, die dem unmittelbaren "Broterwerb" dienen.
Dazu gehören:
D
ie armatura
("Aus-/Rüstung"): Berufe des Handwerks (Schmied, Töpfer, Zinngießer, Möbeltischler usw.)
und ab dem Mittelalter auch die der Bildenden Künste (Baukunst, Bildhauerei, Reliefkunst, Kunst-
gewerbe, Malerei, Zeichnung, Grafik) und der Baukunst (= "Architektur": Arbeiten in Stein, Holz,
Metall, Waffenkunst, Bildhauerei, Malerei, Architektur).
Die agricultura ("Landwirtschaft"): wie Ackerbau und Tierhaltung/-zucht.
Das lanificium ("Wollarbeit"): Bekleidungshandwerk: dieSchneider, Gerber und Schuster.

Im weiteren Sinne lassen sich die praktischen Künste als praktische Anwendung des Wissens,
insbesondere aus der Naturwissenschaft, unter dem Sammelbegriff Technik

(altgr. téchne = „Fähigkeit, Kunstfertigkeit, Handwerk“) zusammenfassen.

Die praktischen Künste (artes mechanicae) wurden gegenüber den
Sieben freien Künsten (septem artes
liberales) als "niedriger stehend" angesehen. Während es für die Ausübung oder das Studium der Sieben
freien Künste notwendig war, ein "freier Mann" (Adeliger, Klerus) zu sein, konnten auch "Unfreie"
(Bauern, Bürger) die praktischen Künste ausüben.

Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_Freie_K%25C3%25BCnste,
https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_Freie_K%25C3%25BCnste u.a.
http://anthrowiki.at/Sieben_Freie_K%25C3%25BCnste
http://anthrowiki.at/Artes_mechanicae




"Alle Dinge im Leben dienen dem Zweck
der Entfaltung des Bewußtseins.
Man gibt nie einen Teil von sich selbst auf.
Man verwandelt ihn nur in Licht, bis das
gesamte Wesen Licht ist.


Dies ist ein überaus langsamer Prozeß.
Ihr könnt das Gefühl haben, als ständet ihr
am selben Ort wie vor einem Monat, und
doch trifft es nicht zu. Ihr habt einen Monat
mehr Lebenserfahrung, und deshalb seid ihr
bewußter, als ihr je gewesen seid.


Ich sage dies, um die Entmutigung zu zerstören.
Ich sage es nicht, um das Bemühen unnötig zu
machen. Je bewußter das Streben ist, desto
schneller geschieht das Wachstum."

Aus: Pat Rodegast, Judith Stanton: „Emanuels Buch - In Harmonie mit dem Kosmos leben“
(Emmanuel's Book: A Manual for Living Comfortably in the Cosmos 1985) Kapitel 4: Der Weg:
Aufgabe, Lehrer, Praxis. Wie lange dauert es, bis man die Erleuchtung (1) erreicht? S.101
Delphi bei Droemer 1998 (1992). (1) Erleuchtung: "Erlangung von höherem Bewußtsein"
"Die Erleuchtung bezeichnet eine spirituelle Erfahrung, die das Alltagsbewusstsein über-
schreitet und durch die Einsicht in die Wirklichkeit hinter dem Schein erlangt wird. Diese
Erfahrung ist nicht unbedingt religiös geartet, verändert jedoch die Persönlichkeit grund-
sätzlich. Im Buddhismus bezeichnet die Erleuchtung den Moment des "Erwachens" - das
Ziel des spirituellen Entwicklungsweges. "Buddha" heißt nichts anderes als "der Erwachte".
Hat jemand die Erleuchtung erreicht, bedeutet das, dass er Reinheit und Vollkomenheit des
Geistes erreicht hat: vollkommene Weisheit, vollkommenes Mitgefühl und vollständige Heiterkeit.
Er erschaftt kein Karma ("Prinzip von Ursache und Wirkung") mehr und hat den Kreislauf der
Wiedergeburten durchbrochen. Der Erleuchtete hat alle Ursachen des Leidens überwunden
und Nirvana ("Verwehen", die überweltliche, absolute Sicht) erlangt. Die Vorstellungen im
Jainismus, Hinduismus und Daoismus sind sehr ähnlich. Auch in den monotheistischen
Religionen (Christentum, Islam, Judentum) werden mystische Erfahrungen berichtet, die
den Vorgang der Erleuchtung beschreiben. Dort wird allerdings weniger der Begriff
"Erleuchtung" verwendet, sondern "Einssein mit Gott". Jedenfalls scheint die Erleuchtung
nicht auf eine bestimmte Religion oder einen bestimmten Kulturkreis beschränkt,
sondern ein universelles Phänomen zu sein."
(1) Aus: Aljoscha Andreas Long, Ronald Pierre Schweppe:„Karma – Die Gebrauchsanleitung:
... damit das Schicksal macht, was Sie wollen“ Technische Daten S.184f
Heyne Verlag 2.Auflage 2011 (2008)




Literatur:
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Holger Kalweit: „Liebe und Tod: Vom Umgang mit dem Sterben“ KOHA 2006, „Platons Totenbuch - Eros, Seelenenergie und Leben nach dem Leben“ Photos Jiri Kuchar, EMINENT Verlag 2006, „Der Stoff aus dem die Seele ist - Meine Suche nach dem Lichtkörper und die Geburt der Plasmapsychologie“ KOHA 2004; „Das Totenbuch der Germanen: Die Edda - Wurzel eines wilden Volkes“ Albatros 2006, „Das Totenbuch der Kelten – Das Bündnis zwischen Anderswelt und Erde“ AT Verlag 2002
Zhang Zhongyuan o. Chang Chung-yuan (1907-1988): „Tao, Zen und schöpferische Kraft“ („Creativity and Taoism: A Study of Chinese Philosophy, Art and Poetry“ The Julian Press 1963) Diederichs 1.Auflage 1975
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Ken Wilber (b.1949, US Philosoph, Integrale Theorie), David Bohm (1917-1992, US-amerikanischer Quantenphysiker, Philosoph), Fritjof Capra (b.1939, österreichisch-amerikanischer Physiker, Systemtheoretiker, Philosoph, Managementtrainer, Autor), Merilyn Ferguson (1938-2008, US-amerikanische Schriftstellerin), Karl H. Pribram (1919-2015, US-amerikanischer Neurowissenschaftler): „Das holographische Weltbild – Wissenschaft und Forschung auf dem Weg zu einem ganzheitlichen Weltverständnis – Erkenntnisse der Avantgarde (Vorhut) der Naturwissenschaftler“ („The Holographic Paradigm and other paradoxes“ 1982) SCHERZ VERLAG 2. Auflage 1986
Anselm Grün, Michael Grün: „Zwei Seiten einer Medaille - Gott und die Quantenphysik“ Vier Türme Verlag 3. Auflage 2016 (2015)
Paul Mason: „Maharishi Mahesh Yogi – Die Biographie“ Aquamarin 2008
Maharishi Mahesh Yogi (1918-2008, indischer Guru, vedischer Philosoph, Autor, Begründer der Transzendentalen Meditation): „Die Wissenschaft vom Sein und die Kunst des Lebens“ (Science of Being and Art of Living: Transcendental Meditation 1998) Dr. Bevan Morris (Vorwort) J. Kamphausen Verlag 6.Auflage 2016 (1998, 1963)
Aljoscha Andreas Long (b.1961, deutscher Schriftsteller, Psychologe, Philosoph), Ronald Pierre Schweppe (niederländischer Schriftsteller, Musiker): „Die 7 Geheimnisse der Schildkröte. Den Alltag entschleunigen, das Leben entdecken“ Heyne Verlag 11.Auflage 2010 (2007), „Karma – Die Gebrauchsanleitung: ... damit das Schicksal macht, was Sie wollen“ Heyne Verlag 2.Auflage 2011 (2008)

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