Was ist Akupunktur?

Körperakupunktur


Quelle: spiegel.de

"Die Akupunktur verwendet Einstiche mit Nadeln
an genau festgelegten Körperregionen,
die spontan oder druckempfindlich sein können,
bei funktionellen, reversiblen Erkrankungen
oder bei Störungen zu diagnostischen
und/oder therapeutischen Zwecken"

Johannes Bischko (1922-2004) & Roger De la Fuye (1890-1961)



"Die Grundlagen der Meridianfunktion sind zwar naturwissenschaftlich gesichert,
jedoch ist die existierende Forschung zur Wirksamkeit wie auch
zu den Funktionsprinzipien der Meridiane vielen Ärzten und Professoren
wegen der fehlenden Integration in die universitäre Medizinerausbildung
nicht bekannt, sonst wäre deren Interesse an diesen Wirkmechanismen
sicher stärker ...

Wenn man sich näher mit diesen Forschungsergebnissen beschäftigt,
müssen einige liebgewordenen Glaubenssätze der heutigen Medizin
relativiert werden und um weitere Wirkprinzipien ergänzt werden,
das fällt nicht immer leicht ..."

Aus: Sonja Reitz: „Heilung in Sekunden durch Narbenentstörung.
Warum Narben krank machen“ Seite 119, NGW Hamburg 2008


Ahn AC et al: "Electrical impedance along connective tissue planes associated with acupuncture meridians".
BMC Complement Altern Med. 2005 May 9; 5(1):10 – erhöhte Leitfähigkeiten von Meridianen gegenüber anderen Geweben.


Pankratow Sergei: "Meridiane leiten Licht" in Raum und Zeit Nr 35/ 1988 S 16-18 über die
Lichtleitfähigkeit von Meridianen: Forschungen des Institutes für klinische und experimentelle Medizin in Novosibirsk


Niboyet, J.E.H.: "Nouvelle Constations sur les Proprites Electriques des Points Chinois" B11. SOC Acup, 30:7, 1958
- Forschung aus 1951- erhöhte Leitfähigkeit für Licht und Elektrizität auf Meridianen.


Nakatani, Y.: "Skin electric resistance and ryodoraku". J. Autonomic Nerve 6:52, 1956
- veränderter Hautwiderstand auf Akupunkturpunkten und erhöhte Leitfähigkeit von Meridianen.


Popp, F.A.; Klimek, W.; Maric-Oehler, W.; Schlebusch, K.-P.: "Visualisierung von meridianähnlichen Ausbreitungspfaden
nach optischer Reizung im infraroten Spektralbereich" Deutsche Zeitung für Akupunktur München 49 / 1/ 2006

Harlacher, W.M.: "Experimente mit der Lebensenergie (Qi)" in: esotera Nr.2 1979 S. 138-144
zu den Forschungsergebnissen von Dr. Hiroshi Motojama zu Akupunkturmeridianen und Elektrizität und Qi.


Dr. Hiroshi Motojama (b.1925): "Die elektrophysiologische Untersuchung von Prana (Qi) an ca. 2000 Versuchspersonen:
Nachweis von Abstrahlung von Energien aus Akupunkturpunkten und Chakren. Nachweis der Meridianflussrichtung". 1971-1978


Martina Köhler, Ulrich Knop: "Akupunktur auf den Punkt gebracht" in: Raum&Zeit Nr. 41/1989, S. 59-66

Heine Hartmut: "Basalmembranen als Regulationssystem zwischen epithelialen Zellverbänden und Bindegewebe" Morph. Jahrbuch, Leipzig 132. 1986

Changlin Zhang [b. 1943, chinesischer Prof. f. Biophysik UNI Hangzhou/Siegen]: „Der unsichtbare Regenbogen und die unhörbare Musik. Die Entdeckung der Zusammenhänge
zwischen elektromagnetischen Wellen in Lebewesen und den Wirkungen von Akupunktur, Klangtherapie und anderen komplementären Heilmethoden“ Traumzeit-Verlag 2010

Giovanni Maciocia: „Grundlagen der chinesischen Medizin“ mit Zugang zum Elsevier-Portal. [The Foundation of Chinese Medicine. A Comprehensive Text for Acupuncturists and Herbalists 1989 (2005)]
Deutsche Übersetzung: Petra Zimmermann. Urban & Fischer 2. Auflage 2008 (2006); „Leitbahnen der Akupunktur: Klinischer Einsatz der Sekundärleitbahnen und Außerordentlichen Gefäße“
[The Channels of Acupuncture. Clinical Use of the Secondary Channels and Eight Extraordinary Vessels 2006] Deutsche Übersetzung: Petra Zimmermann. Urban & Fischer 1. Auflage 2009

Literaturhinweise: "Häufig übersehene Krankheitsursache: Narben" von Dr. med. Sonja Reitz Hamburg pdf >>>

Meine "unvollständige" Literaturliste >>>
www.gerac.de



"Im Lichte des elektromagnetischen Körpers werden viele rätselhaften Probleme und Mechanismen der
komplementären Heilmethoden leicht verständlich, z.B. das Wesen der Akupunkturmeridiane und -punkte,
das Wirkprinzip der Homöopathie, die ganzheitliche Betrachtungsweise, ja selbst viele mystische Erfahrungen
aus den Medizintraditionen des Altertums. Bekanntlich gab es in den letzten 50 Jahren bei der Erforschung
der Akupunkturmeridiane und -punkte mittels Anatomie viele Niederlagen. Das liegt daran, dass es
im chemisch dichten Körper keine Akupunkturstruktur gibt.

Betrachten wir jedoch den unsichtbaren elektromagnetischen Körper, begreifen wir sofort,
dass das Akupunktursystem der Hauptteil eines Interferenzmusters ist, das durch
die Überlagerung unsichtbarer elektromagnetischer stehender Wellen gebildet wird.

Aus diesem Blickwinkel werden viele rätselhafte Probleme erklärbar, wie etwa die Form, Größe und Stabilität
von Akupunkturpunkten und -meridianen, die Beziehung zwischen Organen und Akupunkturpunkten,
das Verhältnis von anatomischer Struktur und Verteilung von Meridianen und Akupunkturpunkten,
die Wirksamkeit des Nadelstechens ohne Medikament, die Übertragung des Signals entlang der Meridiane und
seine Geschwindigkeit, das Phänomen der Bio-Holografie und dass ganz unterschiedliche Leitfähigkeitsmeßwerte
immer den Grundmustern, den Typen aus der Statistik zugeordnet werden können ...

Natürlich unterscheiden wir zwischen dem elektromagnetischen und dem chemisch dichten Körper
nur der einfachen und klaren Beschreibung wegen. In Wahrheit gibt es überhaupt keine Trennung zwischen
den beiden Körpern. Sie sind miteinander verbunden und befinden sich in ständiger Wechselwirkung."


Aus: Changlin Zhang [b.1943, chinesischer Prof. f. Biophysik an den UNIs Hangzhou u. Siegen/BRD]: „Der unsichtbare Regenbogen und die unhörbare Musik.
Die Entdeckung der Zusammenhänge zwischen elektromagnetischen Wellen in Lebewesen und den Wirkungen von Akupunktur, Klangtherapie und anderen
komplementären Heilmethoden“ Teil 3: Die Entwicklung des Strukturbegriffs. 3) Drahtlose Kommunikation im Körper. 8. Der elektromagnetische Körper
als gemeinsame Grundlage der komplementären Heilweisen. Seite 134f, 137.Traumzeit-Verlag 2010




Die Reizung von Akupunkturpunkten ist wohl eine der ältesten und am weitesten verbreitete Heilmethode der Welt.
Durch Einstiche mit Nadeln an genau festgelegten Punkten der Haut können
funktionelle Störungen
im Körperinneren beseitigt oder gelindert werden.

Akupunkturpunkte liegen auf der Körperoberfläche an genau festgelegten Punkten.

Diese Akupunkturpunkte liegen alle auf Leitlinien (Jing luo = Netz von Energie-Kanälen),
die man als Meridiane (12 Haupt- und 8 Wunder Meridiane) bezeichnet.
In ihnen kreist nach altchinesischer Auffassung die so genannte Lebensenergie Qi (Chi)
mit ihren Anteilen YIN und YANG.

Diese beiden lebenserhaltenden Kräfte sind im Körper gleichzeitig,
jedoch als harmonische Gegenpole, wirksam. Ihr völliges Gleichgewicht
im Organismus stellt den idealen Gesundheitszustand dar.

Alle Naturphänomene und Erscheinungen des Lebens lassen sich aus dem Zusammenspiel
von YIN und YANG ableiten, ausgedrückt in den so genannten Yin- und Yang- Aspekten.

"Bevor Himmel und Erde waren,
gab es etwas Verschwommenes,
still, einsam, alleine stehend, wandellos,
im ewigen Kreislauf ohne Unterlass,
fähig die Mutter aller Dinge zu sein"

Laotse
6.Jhd. v.u.Z.

Das Dao [Tao, das Schriftzeichen besteht aus den Zeichen für "Kopf" und "Fuß"; Übersetzung: "Weg", "Pfad", "Urprinzip", "Sinn"; Li, Tai-Chi],
das "Große Nichts" o. die "Große Leere (Urprinzip), aus dem Yin-Qi (Chi) und Yang-Qi (Chi) als scheinbar gegensätzliche, jedoch einander in
dynamischem Wandel ergänzende Aspekte (des Po/Plasma) entstehen. Das gesamte Universum ist aus dem Wechselspiel dieser beiden
"Kräfte" geschaffen und von ihm bedingt. Es gibt "kein Yin ohne Yang" und "kein Yang ohne Yin". Alle Dinge und Erscheinungen tragen ihr
"Gegenteil" (eigentlich Sympathie = "System der universellen Entsprechung" = Analgoie = Komplementariät usw.) in sich
und bilden mit diesem eine Einheit.


Yin regiert das, was materiell und schwer ist,
Yang das Immaterielle, die Energie, das Subtile.
Yin entspricht dem Zustand der Ruhe, Yang der Bewegung.
Yin entspricht dem Entschwinden, Yang dem Entstehen.
Yin ist, was im Inneren ist, das Versteckte das Tiefe.
Yang ist das Äußere, die Oberfläche.
Yin ist die Vertiefung (Tal),
Yang die Erhebung (Berg).


YIN - - (I-Ging)

YANG (I-Ging)


Die "weiche" Schattenseite des Mondes
ROU
- Das Weiche


Hexagramm 2
Neumond - Weg der ERDE
Das Empfangende
Die Schattenseite (YIN)
Nachthimmel = Der Strom/Wasser


Die "harte" Lichtseite des Mondes
GANG
- Das Harte


Hexagramm 1
Vollmond/Sonne - Weg des HIMMELS
Das Schöpferische
Die Lichtseite (YANG)
Taghimmel = Das trockene Land/Berg

Schriftzeichen "Wandlung" - "YI" (I Ging) auf Orakelknochen - Shang Dynastie (18. - 11. Jhd. v.u.Z; Rou: "Buch der Dokumente (Shanshou)" Zhou-Zeit (1045 - 770 v.u.Z) Schriftzeichen "Wandlung" - "YI" (I Ging) auf Orakelknochen - Shang Dynastie (18. - 11. Jhd. v.u.Z); GANG: "Buch der Dokumente (Shanshou)" Zhou-Zeit (1045 - 770 v.u.Z) [1]
Der geteilte Strich Der vollausgezogene Strich
konkav, Tal konvex, Berg
Negativ Positiv

Wasser

Feuer

Winter Sommer

Weiblichkeit, Frau, Mutter
Das Empfangende - Kun
Unterbewußtsein - Zahl 0
Fühlen, die Erde

Männlichkeit, Mann, Vater
Das Schöpferische - Kien
Bewußtsein - Zahl 1
Denken, der Himmel

LIEBE WEISHEIT

Innen

Außen

Vorne

Hinten

Unten

Oben

Leere, Mangel, Schwäche

Fülle, Überschuss

Substanz

Funktion

Erde, irdisch Himmel, himmlisch

Flüssig

Fest

Feucht

Trocken

Verborgen

Manifest

Passivität

Aktivität

Rechts

Links

Erde

Himmel

Kälte

Wärme, Hitze

Mond [Tai-yin]

Sonne [Tai-yang]

Nacht (Das Weiche, Das Schwache), Schatten, Dunkelheit

Tag (Das Harte, Das Starke),
Licht, Strahlen

Dunkel

Hell

Körper

Geist

Tiefe

Höhe

Raum

Zeit

West, Nord

Ost, Süd

Stabilität

Wandlung

Ende eines Zyklus

Anfang eines Zyklus

Statik

Dynamik

Ruhe

Bewegung

Langsam

Schnell

Starre

Auflösung

Struktivität
(n. Manfred Porkert, Ph.D)

Aktivität

Parasympathikus

Sympathikus

leise laut
gerade Zahl ungerade Zahl
Meridiane ventral, innen Meridiane dorsal, außen

Chronische Erkrankung

Akute Erkrankung

Degenerative Erkrankung

Infektiöse Erkrankung

Niedriger Blutdruck

Erhöhter Blutdruck

Unterfunktion

Überfunktion

Kontraktion

Expansion

Vollorgane/5-Zang-Organe

Hohlorgane/6-Fu-Organe

Energetisches Temperaturverhalten
der chin. Arznei
Leng - kalt, Liang - kühl
Energetisches Temperaturverhalten
der chin. Arznei
Re - heiß, Wen - warm
Geschmack der chin. Arznei
Suan-sauer, Ku-bitter, Xian-salzig
Geschmack der chin. Arznei
Xing-scharf, Gan-süß, Dan-neutral
Wirkrichtung der chin. Arznei auf Qi:
Chen - sinkend, Jiang - fallend
Wirkrichtung der chin. Arznei auf Qi:
Sheng - steigend, Fu -schwebend

[1] "Das Begriffspaar ROU-GANG ist jedoch früher belegt als YIN-YANG, nämlich schon in der Westlichen Zhou-Zeit
[1045-770 v.u.Z], als das I-Ging entstand." Leon Vandermeersch: "Wangdao ou la voie royale. Recherches sur l'esprit
des institutions de la chine archaïque" Ecole Francaise d extreme Orient, 2 Bd., I Paris 1977, II 1980
Aus: Frank Fiedeler: "Yijing" Einführung. Der kosmische Ansatz. Seite 24. Diederichs 1996


"Das Konzept von YIN und YANG hat, zusammen mit dem Konzept von Qi, die chinesische Philosophie
über die Jahrhunderte durchdrungen und unterscheidet sich radikal von jeglichen westlichen philosophischen Ideen.
Im Allgemeinen basiert die westliche Logik auf der Gegenüberstellung von Gegensätzen; dies ist die Grundanahme der
aristotelischen Logik. Gemäß dieser Logik können zwei gegensätzliche Aussagen (wie z.B. "Der Tisch ist quadratisch" und
"Der Tisch ist nicht quadratisch") nicht beide richtig sein. Dies hat das westliche Denken seit nunmehr über 2000 Jahren

bestimmt. Das chinesische Konzept von YIN und YANY unterscheidet sich grundsätzlich von diesem Denksystem:
YIN und YANG repräsentieren gegensätzliche, aber einander ergänzende Eigenschaften. Jedes Ding und jedes Phänomen
kann gleichzeitig es selbst und sein Gegenteil sein. Darüber hinaus enthält YIN den Keim des YANG, so dass sich
YIN in YANG umwandeln kann und umgekehrt ..."

Aus: Giovanni Maciocia: „Grundlagen der chinesischen Medizin“ mit Zugang zum Elsevier-Portal.
"The Foundation of Chinese Medicine. A Comprehensive Text for Acupuncturists and Herbalists" 1989 (2005)
Deutsche Übersetzung: Petra Zimmermann. Seite 3. Urban & Fischer 2. Auflage 2008 (2006)


Siehe INFOS: Denkrahmen - Erkenntniserwerb >>>

Die vier Grundzüge der Yin/Yang Lehre

Ergänzung

Gegensätzlichkeit

Abhängigkeit

Umwandlung

Yin und Yang
bedingen einander
z.B. Schatten und Licht

stehen zueinander im "scheinbaren" Gegensatz
z.B. Innen und Außen

sind ohne das andere nicht existenzfähig
z.B. Substanz und Funktion

gehen ineinander über
z.B. Nacht und Tag

Wenn das Yang am kleinsten ist,
dann ist das Yin am größten (um Mitternacht),

dann beginnt aber auch das Yang zu wachsen,
der neue Tag beginnt und umgekehrt.

"Das, was das "Unbedingte" ("Eigenschaftslose" ["Das Absolute", Tao, Li, Tai-Chi, "Die Große Leere"]) ist, ist auch das Höchste Gesetz.
Das Weltgesetz bewegt sich und [er]schafft das YANG [Bewegung]. Wenn die Bewegung ihr Äußerstes erreicht hat, kehrt sie zurück
zur Stille. Stille schafft das YIN. Wenn die Stille ihr Äußerstes erreicht, kehrt sie zurück zur Bewegung. Bewegung [Yang] und Stille
[Yin] wechseln sich ab und erzeugen einander. Wenn Yin und Yang gesondert wirken, dann sind [die] zwei Kräfte klar erkennbar.
Durch die Vereinigung von Yin und Yang [ver]wandeln sie sich um in Feuer, Wasser, Holz, Metall und Erde ..
. (in Wirklichkeit) sind
die fünf Elemente dasselbe wie Yin und Yang; Yin und Yang sind dasselbe wie das Höchste Gesetz [des Tao]. Das Höchste
Gesetz ist ursprünglich das Unbedingte (Eigenschaftslose, [Tao]). Wenn die fünf Elemente hervorgebracht werden, dann besitzt
jedes eine spezifische Natur. Die Wirklichkeit des Unbedingten (Eigenschaftslosen, [Tao]), die Essenzen der beiden Kräfte
[Yin, Yang] und die fünf Elemente [Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser] bilden zusammen auf wunderbare Weise eine Einheit.
Das ch''ien Prinzip ["Wechselspiel der scheinbaren Gegensätze von Yin und Yang"] wird zum Männlichen, und das
k'un Prinzip ["Wandel von Himmel und Erde"] wird zum Weiblichen. Durch Verschmelzung erschaffen die beiden
Kräfte die Zehntausend Dinge ["jedwede materielle Existenzform und Erscheinung" - "Die Einheit in der Vielfalt"].
Durch ihre ständige Produktion und Reproduktion verwandeln sich die Zehntausend Dinge und gehen nie zuende."
Zhou Dunyi (Chou Tun-yi)
(1017-1073)

Neokonfuzianischer chinesischer Philosoph
der Song (Sung) Dynastie

Aus: Chang Chung-yuan [Zhang Zhongyuan (1907-1988)]: „Tao, Zen und schöpferische Kraft“
(„Creativity and Taoism: A Study of Chinese Philosophy, Art and Poetry“ The Julian Press 1963)
S.66f Diederichs 1.Auflage 1975


Ein "Energie-Ungleichgewicht im Körper" durch "Behinderung des Energiekreislaufs in den Meridianen"
(mangelndes Gleichgewicht zwischen Yin-Qi und Yang-Qi, Rhythmusstörungen des Qi) führt auf Dauer
zu
"Krankheit". Diese Einschränkung der Energie kann von innerlichen (endogenen)
oder äußerlichen (exogenen) Faktoren hervorgerufen werden.


Es gibt 8-klassische diagnostische Leitkriterien, nach denen eine Krankheit
in der chinesischen Medizin beurteilt werden kann:


1. Innen - Außen
2. Yin - Yang
3. Leere - Fülle
4. Kälte - Hitze


heute ergänzt durch:

5. Unten - Oben
6. Hinten - Vorne


Zwischen diesen scheinbaren Gegensätzen muss sich ein Gleichgewicht einpendeln, damit sog. Gesundheit gewährleistet bleibt.
Ist eines dieser Leitkriterien gestört, dann wird oft über den polaren Antagonisten behandelt.
Z.B.: Hitze mit Kälte, Yin Störung mit Yang, Oben mit Unten usw.


Das, was unter dem Begriff Fluss der (Lebens-) Energie (Qi) ausgedrückt werden soll, zeigt am besten
das
chinesische Akupunkturmandala, die Yin - Yang Monade (Tai Ji Symbol).

In sich geschlossen als Kreis, aufgeteilt in die polaren Universalkräfte des Kosmos, das YING (die weiblichen Lebenskräfte)
und das YANG (die männlichen Lebenskräfte), enthält die Polarität stets auch in sich die Auflösung dieser
Polarität
(scheinbaren Gegensätzlichkeit): das YIN im YANG und das YANG im YIN.

Aber das Mandala (Tai Ji Symbol) enthält noch mehr an scheinbar verborgener "Information". Versenkt man sich
in die Struktur des Akupunkturmandala, so erfasst das Auge plötzlich eine verborgene Dynamik:
Das Mandala beginnt sich vor unserem inneren Auge zu drehen. Diese
Drehbewegung
ist
neben der Polarität die zweite immanente Botschaft des Mandala.


Leben ist auch immer Bewegung und Ausdruck dynamischer Prozesse:
Entscheidend ist aber der geordnete und harmonische Ablauf dieser Dynamik.

Das Akupunkturmandala (Tai Ji Symbol) wird damit zum Symbol für die fernöstliche Weisheit
des harmonischen und rhythmischen Flusses der Lebensenergie in unserem Körper.


Die Chinesen haben zu ihrer Theorie auch die Therapie entwickelt.
Das Nadeln der Akupunkturpunkte bringt "
Ordnung und Energie in das System Mensch
".

"Tao setzt (mit sich zugleich) das Eine,
Eines setzt (mit sich zugleich) die Zwei.
(Yang und Yin) setzt (mit sich zugleich) die Drei.
Drei setzt (in und mit sich zugleich) alle Wesen."

"Tao-Te-King"
Laotse (571-531 v.u.Z)
Siegbert Hummel (1908-2001):
"Polarität in der chinesischen Philosophie"
O. Harrassowitz 1949

"Diese sich wandelnde Polarität,
der komplementär ineinandergeschmiegten Pole
YANG und YIN, die beide den veränderlichen Keim
des Gegenpols enthalten."


"Die symbolische Darstellung des Tai-chi (Tai Ji), die bei uns im Westen so bekannt wurde,
stammt von dem Philosophen Chu Hsi [Zhu Xi] (1130-1200). Er entwarf einen leeren Kreis,
worin sich eine schwarze Hälfte für Yin (rechts) und eine weiße Hälfte für Yang (links)
befindet; beide Hälften sind getrennt durch eine s-förmige Linie in der Mitte.

Aus dem "Einen" [Tao] entfaltet sich die Zweiheit in Gestalt der polaren Urkräfte
Yin und Yang, die aber nichts anderes als Aspekte des Qi sind.
Man spricht der Klarheit halber auch von Yin-Qi und Yang-Qi.
Wenn wir von Qi oder Po sprechen, so sind wir uns
also immer seiner Doppelnatur bewusst."




Tai Ji Symbol: YIN und YANG Monade
"Aus der ursprünglichen Großen Einheit/Ursprung (taiji) hat sich die Zweiheit
von Yin und Yang heraus entwickelt" - "Darstellung des Mondwandels"
"Die beiden kosmischen Grundkräfte, das schöpferisch-bewegende YANG (hell, Vollmond, Tag) und
das ruhend -bewahrende YIN (dunkel, Neumond, Nacht) - "YIN und YANG sind gleichwertige Grundkräfte,
die verändernd und umgestaltend in allem wirken" - "Die Zwei Rituale - Liang Yi" - Ein Binärcode" -
"Ur-Rituale der Männlichkeit und Weiblichkeit"
"Und zwar blickt sein dunkles oder "weiches" Gesicht [ROU, Neumond] auf der Tagseite herunter auf die Erde
und wendet sich auf der Nachtseite hinauf in den Himmel. Sein helles oder "hartes" Gesicht [GANG, Vollmond]
hingegen blickt auf der Nachtseite herunter auf die Erde und wendet sich auf der Tagseite hinauf in den Himmel"
Aus: Frank Fiedeler: "Yijing" Seite 25 Diederischs 1996. [1] unten
Holger Kalweit (b.1947, dtsch. Ethno-Psychologe): Der Stoff aus dem die Seele ist - Meine Suche
nach dem Lichtkörper und die Geburt der Plasmapsychologie“ II. Das Urwissen vom Seelenstoff.
China: Yin Yang und die Drachenenergie. Yin und Yang S.70. KOHA 2004

"Bewirke zentrale Harmonie = Einssein mit dem Tao,
verspricht es Weisheit, Harmonie, Glück
als zu-fallend."

Aus: Martin Maria Schönberger: „Verborgener Schlüssel zum Leben. Weltformel I-GING
im genetischen Code“ Der Code des I-Ging Seite 39. Zusammenfassung aller Bemerkungen
Seite 113. FISCHER erweiterte und verbesserte Auflage 1977 (1973)

I Ging/Yijing/Yi/Buch der Wandlungen/Book of changes: "Archaisches Chinesisches Buch der STETIGKEIT (Invarianz) und WANDLUNGEN (Varianz)".
I (Yi) = "Wandel" (I = Chamäleon) und Ging (Jing) = kanonisches Buch.
"Der Text [bestehend aus "Grundtext" u. "Die Zehn Flügel" (Gruppe von "Kommentaren")] ist schwer zu datieren, stammt aber im wesentlichen aus der Zeit
der westlichen Zhou-Dynastie (1045 - 770 v.u.Z), auf die auch der ursprüngliche Name Zhouyi (Wandlungen der Zhou) des Buches verweist. Die Epoche
stand noch ganz im Zeichen einer schamanistischen Himmelsreligion, die den Geist der chinesischen Frühgeschichte beherrschte, so weit diese sich
überhaupt zurückverfolgen lässt. Der [mythologischen] Überlieferung nach waren die Autoren des Buches der Zhou-König Wenwang (der Schriftkönig,
um 1050 v.u.Z), dem man die Hauptsprüche zu den Hexagrammen zuschreibt, und sein Sohn Zhougong, der die Sprüche zu den einzelnen Linien
verfaßt haben soll. Die Erfindung der Orakelzeichen selbst, insbesondere der Acht Trigramme (bagua), wurde jedoch noch weiter zurückgeführt auf
den mythischen Urkaiser Fuxi (gesprochen Fu-chi), der von 2852 bis 2737 v. Chr. regiert haben soll, eigentlich aber eine Mond- und Himmels-
gottheit war. Von ihm wird berichtet, dass er regierte, indem er den Himmel fortsetzte und das Licht von Sonne und Mond nachbildete
[Fuxi (Fu-Hi) [Adam] und seine Gattin Nü-Kua (Nüwa) [Eva] - das älteste Paar der chinesischen[europäischen] Geschichte,
als Symbol einer gleichgewichtigen Ehe.] ..."

"Die Urprünge des Buches (I Ging) verlieren sich also buchstäblich im Dunkel der Vorgeschichte. Die früheste bekannte Erwähnung des Buches fällt
ins vierte vorchristiliche Jahrhundert. Im Zuozhuan, einer Art Kommentar zu der Chronik des Staates Lu (Chunqiu) wird mehrfach die I-Ging-Befragung
an Fürstenhöfen erwähnt mit Zitaten aus dem Buch. Das Zuozhuan ist etwa im vierten vorchristilichen Jahrhundert entstanden ... Seine endtgültige
traditionelle Form erhielt das I Ging wahrscheinlich zwischen 200 und 300 n. Chr. Bis ins zwanzigste Jahrhundert hinein stammte das älteste
bekannte vollständige Manuskript aus der Tang-Dynastie
(718-907) und zudem gab es Fragmente des auf kaiserlichen Befehl auf Steinstelen
gehauenen Textes aus dem Jahre 175 n. Chr. Im Jahre 1973 wurden in Mawangdui [A], einem Ort in der Nähe von Changsha, der Hauptstadt der
Provinz Hunan, eine Reihe von Texten als Grabbeigaben entdecket, die auf Seide geschrieben sind. Darunter befindet sich auch ein I-Ging-
Manuskript. Es beinhaltet den Grundtext und einen Teil der "Zehn Flügel" sowie weiter, bisher unbekannte Kommentar. Aufgrund historischer
und textkritischer Untersuchungen muss dieses Manuskript ca. um 180 v. Chr. geschrieben worden sein, somit ist es also um Jahrhunderte älter
als alles bis dahin bekannte ... Ab dem vierten vorchristlichen Jahrhundert war das I Ging zwar allgemein bekannt, doch wurde es als ein Buch
unter anderen aufgefasst.
Dies änderte sich während des zweiten vorchristlichen Jahrhunderts schlagartig. In dieser Zeit wurde der Konfuzianismus
zur Staatsideologie erhoben, ein [Neo-]Konfuzianismus, der sich weit von Konfuzius' (551-479) Ideen entfernt hatte, vor allem insofern, dass er
patriarchalisch und hierarchisch ausgeprägt wurde. In dieser Zeit erklärte man das I Ging zum wichtigsten konfuzianischen Klassiker. Mit größter Wahr-
scheinlichkeit beschäftigte sich Konfuzius selbst nie mit dem I Ging, ja, ziemlich sicher hat er es gar nicht gekannt [siehe "Gespräche des Konfuzius"
 - Lun yü bzw. Lunyu]. Doch nun wurde gesagt, er hätte es redigiert und sämtliche "zehn Flügel" verfasst. Diese Auffassung wurde über Jahrtausende
aufrecht erhalten - auch Richard Wilhelm [1873-1930, I Ging Übersetzung 1924] stellte sie nicht in Frage ... Diese zentrale Stellung bewirkte zugleich
eine sehr reiche Literatur zum I Ging durch die gesamte nachfolgende Geschichte Chinas hindurch ...
Während der Han-Dynastie (206v.Chr. -
220 n. Chr.) ging man sogar soweit, dass man einige Textstellen im I Ging willkürlich durch ideologisch passende ersetzte ... Eine solche Ver-
flachung in der Auslegung der einzelnen Bilder des I Ging rief eine Gegenreaktion hervor ... zurück zu dem "wahren Sinn" des I Ging ...
bedeutenster Vertreter Wang Bi (223-246) ... [für ihn] rücken die Ideen, die durch die Bilder ausgedrückt werden, in den Vordergrund ...
Schließlich sind die Kommentare aus der letzten Dynastie, der Qing (1644-1912) zu erwähnen. Es war die Zeit, in der die konfuzianische
Orthodoxie ihren Höhepunkt erreichte. Aus dieser Zeit stammt auch das Chinabild eines in seiner Tradition erstarrten Kolosses. Ein freies
DenkeDenken wurde unmöglich ... Die Kommentare aus der Qing-Zeit haben sich wieder vermehrt an die Prinzipien und Theorien aus der
Han-Zeit gehalten ... nicht sehr geistvoll, sondern eher gekünstelt erscheinen ... erweisen sich oft, als eng moralisch ... [Bis heute] ... blieb [es ]
bei den zwei grundsätzlichen Auffassungen über das I Ging: die eine, die darin kosmologische und gesellschaftliche Prinzipien erkundet,
die andere, welche in den gegebenen Bildern der einzelnen Sätze die darin verborgenen Ideen ergründen will. Erstere haben
die Chinesen xiangshuxue genannt, wörtlich die
"Bilder-und-Zahlen-Lehre", und letztere yilixue, was mit "Bedeutungs-"
oder "Gehalts-Lehre" übersetzt werden kann ..." [2]

[A] Dominique Hertzer (dtsche Ärztin u. Sinologin): „Das alte und das neue Yijing –
Die Wandlungen des Buches der Wandlungen“ Eugen Diederichs Verlag 1996
http://tcm-ammersee.agtcm-therapeut.de

Fuxi als ein zweigeschlechtliches Doppelwesen (Abb.1. S.26)
Das ganzheitliche, Weiblichkeit und Männlichkeit gleichermaßen
umfassende Urbild des Menschen. Das Mysterium coniunctionis =
Das Geheimnis der Gegensatzvereinigung




Das I-Ging Grundgerüst besteht aus 64 sechsteiligen Hexagrammen (gua) in 8 Häusern (bagong) mit 8-Trigramm (bagua) Strich Codes [82],
binär aufgebaute Zeichen, die alle möglichen Kombinationen einer gebrochenen (yin Form: gui; Die "weiche" Schattenseite des Mondes
- ROU [1]) und ungebrochenen Linie (yang Form: shen; Die "harte" Lichtseite des Mondes - GANG [1]) auf sechs übereinandergeordneten Plätzen
(Linien 1 bis 6: von unten nach oben) darstellen, so dass jedes Hexagramm aus 6 Trigrammen [die sich in
2-Haupt-/Teiltrigramme (Plätze 2 und 5),
4-Nebentrigramme, als 2-Kern-/Innentrigramme (Plätze 3 (= 2.+3.+4.Linie) und 4 (=5.+4.+3. Linie) und 2-Randtrigramme (Plätze 1 und 6) gliedern lassen]
besteht. An diese 64 Hexagramme [2 Teile: der erste: H1 bis H30, der zweite: H31 bis H64] sind dann Zeichen für Zeichen und Linie für Linie chinesische
Schriftzeichen (wen) angeknüpft, die kurze, scheinbar zusammenhanglose Sprüche (ci) bilden ...
So schrieb Zheng Xiang in der Song-Zeit (11.Jh.): "Die Wandlungen folgen Sonne und Mond. Die ungebrochene Linie entspricht der Sonne [Yang],
die gebrochene dem Mond [Yin]. Die Gesetzmäßigkeit der Welt besteht ausschließlich darin, wie diese sich abwechselnd trennen und paaren.
(So etwas wie) restliche Wandlungen, die darüber hinausgingen, gibt es nicht."


Die Anordnung der 64 Hexagramme in der Form
der Acht Häuser/unteres (inneres) Trigramm
(bagong)


Abb. 31, Seite 569
Siehe: www.pantherwebworks.com/i_ching

Tong Ren

Hexagramm Nr. 13
"Gemeinschaft mit Menschen"
Das untere (Haupt-/Teil-) Trigramm - LI: "abnehmender Halbmond" - Feuer ("offenes Herz") - SüdOst - 2. (mittlere) Tochter - Trennung - festhaltend - leuchtend
Das obere (Haupt-/Teil-) Trigramm u. obere Kernzeichen (5. + 4. + 3.Linie): Qian/Kiän: "Vollmond" - Himmel - Süden - Vater - Trockenheit - schöpferisch - stark
Das untere Kernzeichen (2. + 3. + 4. Linie): SUN: "zunehmender 3/4 Mond" - Wind - Baum - SüdWest - 1. (älteste) Tochter - Sanftheit - sanft - eindringend

Das I Ging - Ein Chinesisches Weisheits-/Lebens-/Orakelbuch, als systematische Entscheidungshilfe [Orakelnehmen mit 50-zig Schafgarbenstegeln o. Rosskastanie-Blattstängel,
große Zündhölzer o. Mikadostäbe (Stäbchenmethode), mit gezogenen Zahlen und Würfen mit 3 Münzen] auf persönliche Lebensfragen und zur Anpassung an die Umwelt
(Anpassungslogik), ein grandioses Stück Dichtung und ein sprachliches Kunstwerk hohen Ranges, das in einzigartiger Weise einen assoziativen Zusammenhang zwischen
Himmel und Erde herstellt und sinnfällig werden lässt ... Die 64 Hexagramme insgesamt stellen eine vollständige Formulierung der kalendarischen Himmels-
erscheinungen in der binären Bildersprache des Mondes dar, d.h. praktisch einen numerischen Mondkalender ...

"Dass sich das I Ging am wirklichen Leben orientiert und zugleich betont, dass alles in einem steten Wandel begriffen ist, zeigt sich an manchen Stellen,
an denenen beispielsweise aus etwas Schlechtem am Ende Heil ( ji) werden kann. Manchmal muss eben Ungutes durchlitten werden, und dann ist
auch das Heil (ji) tatsächlich ein Heilvolles - eine "Genesung" aus dem Üblen - und nicht zufälliges Glück, sondern wirkliches Heil-Werden ..." [2]

"...Die alten [chinesischen] Mystiker ... [wussten um] die Bedeutung der Hexagramme des I Ging - Schöpfungen des Unterbewußtseins alter Mystiker
... Wenn sie ... Münzen werfen oder Schafgarbenstengel benutzen, aktivieren Sie lediglich die uralte Weisheit Ihres Unterbewußtseins, das am
kollektiven und universellen, allen Menschen innewohnenden Unbewußten teilhat. ... Die chinesischen Weisen ... verfügten über diese "immensen
Kräfte der Psyche" ... Sie schöpften aus dem Unterbewußtsein und vermochten die diesem innewohnende Weisheit so zu nutzen, dass sie die Gesetze
des Universums und die ins Herz des Menschen geschriebenen Gesetze verstanden. In der Symbolsprache des I Ging entwickelten sie eine anwendbare
Methode der Aktivierung unseres Unterbewußtseins, die modernste Erkenntnis vorwegnahm. Bei der Befragung nach dem I Ging offenbart das Unter-
bewußtsein dem Menschen, nachdem dieser Münzen geworfen hat, auf symbolische Weise seinen augenblicklichen seelisch-geistigen Zustand
und den nächsten Schritt, den er unternehmen sollte. ... Das Buch birgt mehr als fünftausend Jahre alte Weisheit, die zu uns allen spricht. ...
Moderne Parapsychologie [Joseph Banks Rhine (1895-1980], Milan Ryzl (1928-2011) u.a] hat die Fähigkeiten der Telepathie [1882, Frederic
William Henry Myers (1843-1901)], des Hellsehens, der Präkognition und Retrokognition sowie der Psychokinese [Telekinese] nachgewiesen.
Diese Gaben wohnen Ihrem Unterbewußtsein inne. Die Weisen, die das I Ging ersannen, kannten diese inneren Fähigkeiten und Kräfte,
nutzten sie und entwickelten ein System von 64 Hexa- grammen, die jede vorgebrachte Frage in einer idiomatischen, bildlichen,
allegorischen Sprache beantworten. ...
"Nichts geschieht durch Zufall; alles wird von hinten geschoben" [Ralph Waldo Emerson
(1803-1882), S.58] ...
Yang und Yin verkörpern das männliche (Yang) und das weibliche Prinzip (Yin). Soweit Sie betroffen sind,
betrachten Sie die beiden Prinzipien einfach als Ihr
Bewußtsein (männlich) und Ihr Unterbewußtsein (weiblich) oder als Ihr
Denken und Ihr Fühlen. Yang-Linien sind ungeteilt; Yin-Linien sind geteilt. Yang-Linien werden mit 7 und 9 [ungerade Zahlen]
bezeichnet, sind also
ganze Linien; Yin-Linien werden mit 6 und 8 [gerade Zahlen] bezeichnet, sind also geteilte Linien.
Die ganze Linie 9 in einem Hexagramm verändert sich in ihr Gegenteil, [in] eine geteilte Linie, - - 8; und die Linie 6,
eine geteilte Linie, wandelt sich in ihr Gegenteil, nämlich [in eine] 7 bwz. eine ganze Linie ..." [3]


Da You

Hexagramm 14
"Großer Besitz" - "Kunst"
"Der Wunschgedanke dringt durch (das mit dem Wunsch betraute Opfer
(das allmonatliche "Verbrennen" des Mondes in der Konjunktion mit der Sonne)
wird angenommen = Zutreffen der Voraussage = Der Wunsch ist erfolgversprechend)
- Yuan heng"

Das I Ging beginnt mit einer "Wahrsageformel" aus vier Schriftzeichen, die als der Leitspruch des I Ging (Yijing) gilt und in einer höchst verdichteten Form
definiert, wie das Orakel die Struktur des Entscheidungsprozesses als eine symbolische Nachbildung des kosmischen Schöpfungsvorganges darstellt. In der
Wiedergabe durch eine einfach "wörtliche" Übersetzung ist dieser tiefere Sinn freilich kaum zu erkennen. Seine Erklärung erfordert daher eine genauere
Betrachtung der chinesischen Begriffe. Die Formel lautet: Yuan heng. Li zhen ["erhaben", "gelingen", "fördernd", "beharrlich"]. Wenn man sie als Aussage
auffaßt, bedeutet sie:
"Der Wunschgedanke
(das Motiv, der Beweggrund, der Grundgedanke) dringt durch. Günstig für eine Verwirklichung." Oder, wenn
man
sie als eine Beschwörungsformel versteht:
"Möge der Wunschgedanke (das Motiv, der Beweggrund, der Grundgedanke) durchdringen!
Möge er sich günstig verwirklichen!"
...
Mit der Formel
yuan heng ("Der Wunsch ist erfolgversprechend", Erhabenes Gelingen", "Großes Opfer") wird also eine urbildliche oder himmlische Ebene
in Analogie zu einem menschlichen oder irdischen Szenario gesetzt, wie es ja für die Sprüche des I Ging (Yijing) und die mytho-logischen Texte der
schamanistischen Epoche übrhaupt charakteristisch ist. Die urbildliche Ebene ist die abnehmende Bewegung des Mondes, mit welcher sich dieser vom
Vollmond, dem Urphänomen des Gedankens oder der Vorstellung her auf die Sonne als das, was er in der Außenwelt bedeuten soll, zubewegt, um
schließlich in der Konjunktion auf sie zu treffen. Mit diesem Zutreffen verschwindet der urbildliche Wunschgedanke (das Motiv, der Beweggrund)
in seinem Gegenstand, geht in ihm auf oder verschmilzt mit ihm, so dass beide einander gleichsam durchdringen oder identisch werden (heng=tong).
Dies sagt auch die Umschreibung des Begriffes heng im Kommentar Wenyan [im Zuozhuan (722-468 v.u.Z)]: "Heng ist die Zusammenkunft der Vortreff-
lichen (d.h. die Konjunktion von Sonne und Mond)." Im Opferszenaio wurde dies als Opferung und der Empfang der Opfergabe durch den Sonnengott
ausgelegt, im Orakelszenario als das Annehmen des Wunschgedankens durch die Gottheit.
li zhen ("Günstig für eine Verwirklichung") urbildlicher Grund ist die zunehmende Bewegung des Mondes, mit der dieser wieder aus der Sonne heraustritt
und in den Nachthimmel hinein wandert. Im mythischen Weltbild der chinesischen Frühzeit  wurde diese Richtung als der Weg vom Himmel (= Tag) auf
die Erde (= Nacht) herunter ausgelegt, auf dem der Sonnengott seine Gegengabe für die ihm dargebrachten Opfer herabsandte. Beim Orakel aber entspricht
dieser Gegengabe seine Antwort auf die ihm vorher nach dem Vorbild des abnehmenden Mondes symbolisch hinaufgechickte Wunsch-Frage. Diese Antwort
ist die Manifestation oder Verkörperung des göttlichen Willens, welche die Verwirklichung des Grundgedankens in einer experimentellen Form bedeutet, also
seine Verifizierung. Sie wird durch den Begriff zhen ausgedrückt ... Zeitlich bedeutet das Orakelexperiment einen Vorlauf in die Zukunf (yuan heng), dessen
Rücklauf (li zhen) den Wunschgedanken in dem plastischen Sinn verifizierte, wie man im Deutschen vom Erhärten einer These oder vom Feststellen einer
Tatsache spricht. Dem entspricht der ursprüngliche Wortsinn Festlegung, Verfestigung, Konkretisierung des Begriffes zhen. Der eigentliche Sinn der Orakel-
entscheidung als solcher ist ein Verwirklichen, nämlich die Verwirklichung des jeweiligen Wunschgedankens, die einerseits schon mit der Orakel-
entscheidung selbst als konkretes Ereignis in experimenteller Form vorweggenommen und andererseits zugleich mit ihrer Zeichenhaftigkeit
als praktische Möglichkeit für die Zukunft vorausgesagt ist ... Auf der urbildlichen Ebene nimmt natürlich der Mond nach dem Sonnendurchgang
mit seinem Zunehmen schließlich wieder die runde Gestalt des Vollmondes an, in der er sich "verfestigt" und als ganzes "verwirklicht". Er stellt
aber nun als die Antwort der Gottheit nicht mehr das Wunschbild, sondern den Ausdruck oder die Manifestation der Sonne am Nachthimmel dar.
Das heißt, dass die Frage vollkommen mit der Antwort übereinstimmt, ihr wie ein Ei dem anderen gleicht. Eben diese Übereinstimmung aber
bedeutet, dass die Antwort positiv oder bejahend ausfällt. Dies wird in der Formel li zhen durch den mit günstig wiedergegebenen Begriff li
ausgedrückt: Günstig für eine Verwirklichung (li zhen). Dem entspricht auch die Erklärung des Begriffes im Kommentar Wenyan: "Li ist die
Übereinstimmung der Bedeutungen (von Frage und Antwort)"
... die metaphorische Umschreibung der Bestandteile von Yuan heng Li zhen
im Kommentar Wenyan: "
Yuan ist die (ausgewachsene=) größte unter den Körpergestalten (d.h. der Vollmond). Heng ist die Zusammenkunft
der Vortrefflichen (d.h. die Konjunktion von Sonne und Mond).
Li ist die Übereinstimmung der Bedeutungen (von Frage und Antwort).
Zhen ist die Grundlage des Werkes (die Entscheidung, den Wunschgedanken zu verwirklichen)" ... [Heute vermutet man], dass es sich
bei dem Leitspruch [Yuan heng Li zhen] ursprünglich nicht um eine Erklärung des jeweiligen Orakelergebnisses, sondern um eine
Beschwörungsformel handelte, die jeder Orakelbefragung und daher auch jedem Hexagramm vorangestellt wurde:
"Möge der Wunschgedanke durchdringen! Möge er sich günstig verwirklichen!" ...

Die Entwicklung des Hexagrammsystems
(Abb.2 S.28)


"Der Große Kommentar [1] beschreibt die Bildung der Acht Trigramme als einen dreistufigen Entwicklungsprozess, der sich aus der Absoluten Mitte (taiji) [Einheit des Himmels] heraus
in der Zahlenfolge 2-4-8 entfaltet: Die Wandlungen haben eine Absolute Mitte. Diese erzeugt die Zwei Rituale (liang yi) [geteilter Strich, Neu-/Toter Mond; ungeteilter Strich, Vollmond].
Die Zwei Rituale erzeugen die Vier Bilder (si Xiang) [2 ungeteilte Striche: ruhendes, "altes" Yang/Erde, Mittag; 2 geteilte Striche: ruhendes, "altes" Yin/Himmel, Nacht; unterer
ungeteilter + oberer geteilter Strich: bewegtes, "junges" Yang/Morgen; unterer geteilter Strich + oberer ungeteilter Strich: bewegtes, "junges" Yin/Abend]. Die Vier Bilder erzeugen
die Acht (ba gua)."
Die 8 Trigramme aus 3-Strichschichten (ba gua) - Trigrammzyklus des Fuxi: QIAN/Kiän: Vollmond (= yuan = Befehl des Himmels (tianming), Befehl des Urprungs
(yuan ming), Süden, Himmel, Vater (3+3+3=9), schöpferisch; ZHEN: Abnehmender 1/4 Mond, NO, Donner, 1. ältester Sohn, erregend; KAN: Zunehmender 1/2 Mond, Westen, Wasser,
Mond, 2.Sohn, abgründig/ gefährlich, "offene" Herz; GEN: Zunehmender 1/4 Mond, NW, Berg, 3. jüngster Sohn, stillehalten/ruhig;
KUN: Neumond, Norden, Erde, Mutter (2+2+2=6),
empfangend; SUN: Zunehmnder 3/4 Mond, SW, Wind/Baum, 1. älteste Tochter, eindringend/sanft; LI: Abnehmender 1/2 Mond, Osten, Feuer, Sonne, 2. Tochter, haftend/festhaltend;
DUI: Abnehmender 3/4 Mond, SO, See, 3. jüngste Tochter, heiter/freudvoll.
Aus der Kombination von je zwei Trigrammen (ein unteres/inneres und oberes/äußeres Trigramm) bilden sich die 64 Hexagramme [82 = 64].

Die Trigramm-Familie

modzifiziert/Frank Fiedeler 1996

Aus: Frank Fiedeler (1939 - 2004, dtsch. Sinologe): "Yijing - Das Buch der Wandlungen"
[In Form der vorkonfuzianischen/lunaren/signifikantischen (Ausdrucks-) Urbedeutung der "Wandlungen"
Die Konstruktion des Hexagrammsystems in Entsprechung zur Erscheinungsstruktur des Mondwandels: z.B.:
H1: Quian - Vollmond - Himmel, H2: Kun - Neumond - Erde usw.] Vorwort Seite 13f, Einführung Seite 16,
Der kosmische Ansatz Seite 22, 24f, Abb.1 S.26, 27, Abb. 2 S.28, . Die Bildung der Acht Trigramme Seite 41.
Der Leitspruch des Yijing und der Sinn des Orakels Seite 60, 64-68, Abb. 31 S. 568. DIEDERICHS 1996
[1] Die Überlieferung einer ausdrücklichen Zuordnung der Trigramme zu den Mondbildern findet sich
in den taoistischen (I-Ging)-Yijing-Kommentaren der Han-Zeit (206 v.Chr. - 220 n.Chr.), u.a. bei Yu Fa
(164 - 233 n.Chr.) Fung Yu-lan: "A History of Chinese Philosophy" Princeton 1952/53, Bd. II, S.426ff.
[2] Georg Zimmermann [b. 1946, schweizer Sinologe]: "I Ging - Das Buch der Wandlungen" neu
übersetzt und kommentiert von Georg Zimmermann. Texgeschichte und Rezeption des I Ging,
Seite 11-15. Zentrale Begriffe des I Ging, Seite 32 PATMOS 2.Auflage 2012 (2007)
[3] Dr. Joseph Murphy (1898-1981, Amerikanischer Philosoph, Psychologe, Vertreter der Neu
Geist Bewegung, New Thought): „Das I-Ging-Orakel Ihres Unterbewusstseins“ (Secrets of the I Ching
1970) Kapitel 4: Die zeitlose Weisheit des I Ging. Das I Ging und beispielsweise Tarockkarten S.49.
Moderne Parapsychologie und das I Ging S.51. Zusammenfassung S.53. Kapitel 5: Wie man das
I Ging zu Rate ziehen kann. Die Bedeutung der im I Ging häufig vorkommenden Begriffe S.58
Kapitel 6: Wie man das Mystische des I Ging deutet. Yang und Yin S.72 Ariston 6.Auflage 1988 (1980)
[Meine Ergänzungen]
http://i-ging-orakel.net

Der stufenweise Individuationsweg des Menschen vom umschlossenen Ursprung >>>
zur vollen Identität und Authentizität. Durchkreuzung der eigenen Mitte
.
Aus: Jochen Gleditsch, DZA 58. Jahrgang 4/2015


Die erste zur Zeit bekannte schriftliche Erwähnung der Akupunktur und Moxibustion stammt aus dem 2. Jhd. vor unserer Zeitrechnung.
Der chinesische Historiker und Schriftsteller Sima Qian (145-90 v.u.Z.) erwähnt in seinen Aufzeichnungen erstmals Steinnadeln.

Neuere Grabfunde enthalten Indizien, dass ähnliche Instrumente bereits vor etwa 5000 bis 6000 Jahren verwendet worden sein könnten.
Alternativ zu Steinnadeln wurden damals auch Bambussplitter oder Fischgräten verwendet.

Die älteste Sammlung chinesischer medizinischer Schriften „Buch des Gelben Kaisers zur Inneren Medizin" (Huangdi Neijing)
aus der Zeit zwischen 200 v.u.Z. und nach der Zeitenwende, integriert die Akupunktur und Moxibustion Therapie in die damalige Medizin
und beschreibt verschiedene Nadeln (aus Metall), Stichtechniken, Indikationen für die Anwendung bestimmter Punkte.
In diesem Werk wurden bereits 160 klassische Punkte entlang der wichtigsten Leitbahnen beschrieben.

Das erste historisch eindeutig datierbare Werk über Akupunktur und Moxi Therapie ist "Der Systematische Klassiker der Aku-Moxi-Therapie"
(Zhenjiu Jiayijing) von Huang Fumi (215–282 n.u.Z.). Darin werden eine klare Terminologie, eine Topologie von 349 Akupunkturpunkten und
systematische Hinweise auf deren Wirkung beschrieben. Weitere historische Werke sind die
"Erläuterungen der 14 Hauptleitbahnen"
von Hua Boren (1341), die "Untersuchungen über die acht unpaarigen Leitbahnen" von Li Shizhen (1518–1593),
sowie die
"Summe der Aku-Moxi-Therapie" von Yang Jizhon (1601).

Die erste Erwähnung der Akupunktur in Europa findet man im Jahr 1675. Der holländische Arzt Jacob De Bondt
(Jacobus Bontius, 1599-1631Java) erwähnt in Willem Piso' s (1611-78) Werk "De utriusque Indiae"
Beobachtungen über diese Therapieform aus Japan.

Der Begriff Akupunktur wurde von Pekinger Jesuitenmönchen im 17. Jahrhundert geprägt.
Er setzt sich aus den lateinischen Wörtern acus (Nadel) und punctura (Stich) zusammen,
bedeutet also „Therapie mit Nadeln“.

1683 verfasste Willem Ten Rhyne (1647-1700, Arzt der Ostindischen Handelskompanie)
einen ausführlichen Bericht in dem er die klinischen Wirkungen der Nadelstichtherapie beschreibt
und auch den Begriff der Akupunktur erstmals erwähnt.

Die erste bekannte deutschsprachige Veröffentlichung über Akupunktur stammt aus dem Jahr 1824.
Es handelt sich dabei um eine Übersetzung durch J. Wagner von "
A Treatise on Acupunturation"
("Eine Abhandlung über die Akupunktur") des Engländers James M. Churchill.

Möglicherweise dienten die Tätowierungen, die bei der Gletschermumie "Ötzi" ("Der Mann vom Hauslabjoch", "Der Mann aus dem Eis",
"Die Mumie von Similaun") - die 1991 in den Ötztaler Alpen (Südtirol) gefunden wurde, therapeutischen Selbstheilungs-Zwecken.
Mithilfe der Radiokohlenstoffdatierung wurde der Todeszeitpunkt des Mannes zwischen 3359 und 3105 v.u.Z. bestimmt,
sein Alter beträgt damit ca. 5.300 Jahre.


Durch die Akupunktur können - je nach Technik und Intention - 3-große Ebenen ("Drei-Welten-Modell", "Die drei Schätze") angesprochen werden.

1.) HIMMEL -> Shen = Geist, Tao, Li, Spiritualität, Psyche, "Herz"

2.) MENSCH -> Qi = Energie, Leitbahnen, Funktionalität

3.) ERDE -> Jing (Ching, Essenz) = Materie = Substanz = Struktur, Organe, Körper

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, auf Akupunkturpunkte einzuwirken.
Sticht man Nadeln in sie ein, so bezeichnet man dies als
Akupunktur, außerdem kann man sie auch durch Wärme - Moxibustion,
Ultraschall, Laserstrahlen, oder auch durch Druck mit dem Finger oder mit einem Stift - Akupressur - reizen.

Betrachtet man auf einer Akupunkturtafel die über den Körper verlaufenden Meridianbahnen, wird verständlich, dass auch z.B. fern vom Ort eines Schmerzgeschehens gelegene Akupunkturpunkte in der Behandlung eine Rolle spielen können.

Häufig muss der Arzt energetisch den gesamten Meridian als Funktionskreis stabilisieren (und nicht nur eine kleine lokale Stelle),
um wirkungsvoll eine Krankheit zu behandeln.

Das Einstechen der dünnen Akupunkturnadeln verursacht einen kaum spürbaren Schmerz!

Manche Menschen erschrecken bei dem Gedanken, dass Nadeln in ihre Haut eingestochen werden sollen.

Üblicherweise verwenden die meisten Akupunkturärzte aber sehr feine Nadeln, daher ist eine Akupunkturbehandlung gut zu ertragen.

Der geringe Schmerz beim Einstich einer Akupunkturnadel ist vergleichsweise viel schwächer als derjenige, wenn der Arzt eine Spritze gibt.
Auch Kinder ab ca. 6-8 Jahren können mit Akupunktur behandelt werden. Dafür verwendet man spezielle, ganz besonders dünne Nadeln.
Bei noch jüngeren Kindern kommt der völlig schmerzfreie Akupunktlaser zum Einsatz.

Indikations-Beispiel:
Akupunktur in der Schwangerschaft

In unserer Ordination wird Akupunktur bei folgenden gynäkologischen Indikationen u. a. additiv eingesetzt.

Schwangerschaftserbrechen (Hyperemesis gravidarum)

Nach Vorstellung der chinesischen Medizin liegt bei der Hyperemesis eine Stagnation sowie eine Schwächestörung der Magenenergie vor.
Dabei kehrt sich die normale Flussrichtung der Lebensenergie im Magen um, und es kommt zu einem "Aufsteigenden Magen Qi".
Der wichtigste Punkt ist KS6 (Neiguan) an der Innenseite des Unterarms. Neben der Akupunktur ist auch die Akupressur wirksam.

Geburtsvorbereitung
Zur Geburtsvorbereitung werden 4-8 Sitzungen ein- bis zweimal wöchentlich in den letzten vier Schwangerschaftswochen durchgeführt
(ab 36. Schwangerschaftswoche).

Bei Verwendung der Punkte Ma 36, MP 6, Gb 34, B 67 ist eine signifikant verkürzte Geburtsdauer und eine deutlich bessere Muttermundreifung
in einer kontrollierten Untersuchung von Dr. med. Ansgar Römer (b.1961, FA f. Frauenheilkunde und Geburtshilfe) von der Frauenklinik Mannheim
nachgewiesen worden. Ansgar Römer, Michael Weigel, Wolfgang Zieger, Frank Melchert: "Veränderung von Cervixreife und Geburtsdauer nach geburtsvorbereitender Akupunkturtherapie Mannheimer Römer-Schema" Akupunkturtherapie in Geburtshilfe und Frauenheilkunde II, Kongressband 1999

Die günstigere Muttermundreifung war häufig von einer nachweisbaren Trichterbildung im Sinne eines beschleunigten Reifungsprozesses begleitet
sowie einer verbesserten Wehenkoordination, die letztendlich zur Verkürzung der Eröffnungsphase um 20% bei Erstgebärenden führte.
Behandlungsbeginn war in der 36. Schwangerschaftswoche.

Zusätzlich zu den oben genannten "morphologisch" wirksamen Punkten können psychisch harmonisierende Punkte wie LG 20 (Baihui),
Sishencong („4-kluge Götter“, Ex4, PaM1) und He 7 nützlich sein.

Die Autoren Ansgar Römer, Wolfgang Zieger, Frank Melchert kommen in Ihrer Studie "Verbotene Akupunkturpunkte in der Schwangerschaft – überholte Tradition oder beachtenswerter Existenznachweis? Ergebnisse der retrospektiven Studie der Universitätsfrauenklinik Mannheim" Deutsche Zeitschrift fuer Akupunktur, 56, 3/2013, p. 10-13. DOI: 10.1016/J.DZA.2013.09.003 Elsevier Science, zu folgendem Resümee: Die traditionelle Lehre von Verbotenen Punkten in der Schwangerschaft hat aufgrund der eindeutigen Studienergebnisse und eines fehlenden Existenzbelegs, insbesondere hinsichtlich möglicher forensischer Konsequenzen, keine Berechtigung! Zusammenfassung: Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Ergebnisse dieser retrospektiven Untersuchung mittels Auswertung der Behandlungsakten belegen, dass es für die Existenz von Verbotenen Punkten in der Schwangerschaft keinen Nachweis gibt. Die Existenz von Verbotenen Punkten konnte bei der praktischen Anwendung aller Punkte, in allen Phasen des Schwangerschaftsverlaufs und den untersuchten Anwendungsindikationen nicht belegt werden. Die hohe Zahl der in die Studie eingeschlossenen Patientinnen (N= 5.885) sowie die Ergebnisse lassen den zweifelsfreien Schluss zu, dass der traditionellen Lehrmeinung der Verboten Punkte in der Schwangerschaft der Existenzbeleg fehlt.


AKUPUNKTUR INDIKATIONEN
Aus Patientenratgeber Prof. Dr. med. Alexander Meng,1992; www.meng.at

* Kopfschmerzen, Migräne * Depression, Angst, Konzentrationsstörungen * Steigerung der Leistungs-u. Lebenskraft * Vorbeugung gegen saisonale Erkrankungen (z.B. Winterdepression, Allergie) * Rückenschmerzen, Kreuzschmerzen, Ischias * Gelenks- und Muskelschmerzen, Muskelverspannungen * Tennisarm, Golfarm, Schulter-Arm-Syndrom, Cervical Syndrom * Arthrose (Abnützung) an Gelenken wie Schulter-, Knie-, Hüft-, Sprung- und Wirbelsäulengelenken * Hexenschuss * Bandscheibenbeschwerden * Halbseitenlähmung nach Schlaganfall *Gesichtsnervenlähmung (periphere Facialisparese) * Neuralgien (Trigeminusneuralgie, Schmerzen nach Gürtelrose u.a.) * Lokale, therapieresistente Schmerzen nach Operationen, Verletzungen und Zahnbehandlung * Phantomschmerzen * Morbus Sudeck, Stumpfschmerzen, nach Gipsabnahme, nach Prellungen, Zerrungen, Verstauchungen etc. * Kreislaufstörungen * Schlafstörungen * Vegetative Störungen * Befindensstörungen, psychische Störungen * Nikotinsucht * Esssucht, Übergewicht (nur in Kombination mit anderen Heilverfahren) * Nervöser Magen, Gastritis, nervöse Darmbeschwerden, Verstopfungen, Reizdarm * nervöse Herzbeschwerden * Essentielle Hypertonie, Grenzwerthypertonie * psychosomatische Störungen * Reizblase, Potenzstörungen * Wechseljahrbeschwerden, Menstruationsstörungen * Schwangerschaftserbrechen, Schwangerschafts-kreuzschmerzen * Geburtsvorbereitung * Heuschnupfen, Allergische Hauterkrankungen * Asthma bronchiale * Durchblutungsstörungen der Hände, Beine, Füße und Kopf * Stabilisierung und Stärkung der Körperabwehr * Stabilisierung und Stärkung des Herz-Kreislaufes

Akupunkturrezepte versus Individualität

Es war immer schon das Bestreben von Akupunkteuren, Akupunkturpunkt-Rezepte zu entwickeln, nach dem Motto:
"Bei einer Erkältung nehme man Di4, Di11,Lu7, Dü3 usw."

Zum Teil können solche Rezept-Akupunkturen gute Erfolge bringen, es sollte jedoch nicht vergessen werden, dass jeder Patient
ein einzigartiges Individuum ist und sich auch die behandelnden Akupunkteure voneinander unterscheiden.

Wenn ein Akupunkteur nadelt, hat er dabei eine gewisse Technik, Stichtiefe, Intention und ein eigenes Qi.
Dies ist der Grund, dass manche Kombinationen bei einem "Behandler" funktionieren und bei einem anderen nicht,
obwohl genau die selben Akupunkturpunkte verwendet wurden.

Christian Scheweling (b.1971): „ECIWO und Embryo-System-Akupunktur - Neue Ansätze in der Medizin, Biologie und Krebstherapie nach Prof. Yingqing Zhang
(1947-2004) und Dr. Tee Tong Ang (b.1943)“ Joy Verlag, 1.Auflage 2008. ISBN: 978-3-928554-69-5.

Zustimmungspunkte - Shu Punkte der Akupunktur für die Organe
Bild-Quelle: http://www.medizin-transparent.de/krankheiten/rueckenschmerzen/index.html

Die Zustimmungspunkte (Shu) liegen auf dem inneren Ast des Blasenmeridians,
ca. 2 Patienten-Querfinger seitlich des Dornfortsatzes des entsprechenden Wirbelkörpers.


inter-scapulovertebrale Punkte: B13 - Lunge 3.BWK, B14 - KS/Pericard 4.BWK, B15 - Herz 5.BWK, B17 - Diaphragma - 7.BWK
Punkte untere Brustwirbelsäule: B18 - Leber 9.BWK, B19 - Gbl 10.BWK, B20 - Milz 11.BWK
Punkte thoraco-lumbaler Übergang:
B21 - Magen 12.BWK, B22 - 3E 1.LWK
LWS-, Sacrum-Punkte: B23 - Niere 2.LWK, B25 - Dickdarm 4. LWK, B27 - Dünndarm 1.KWK (S1), B28 - Blase 2. KWK (S2)

Shu Punkte werden eingesetzt zur Behandlung von akuten und insbesondere chronischen Störungen der inneren Organe.
Shu bedeutet „transportieren“. Das Qi wird zu den inneren Yin und Yang Organen bewegt.



In der westlichen Medizin entspricht dies dem Verlauf der autochthonen Rückenmuskulatur - Musculus erector spinae -
mit seinen eng verwobenen Verbindungen zum Sympathikus des vegetativen Nervensystems. Daher können Narben am Rücken
(z.B. nach OP's, Verletzungen usw.) hartnäckige chronische Beschwerden im Bereich des zugeordneten Organs hervorrufen.
Z.B.: chronisch rezidivierende Magenschmerzen, wegen einer Narbe in Höhe des 12.BWK (B21) usw.

Siehe "Segmentregulatorischer Komplex n. Bergsmann/Eder":
LEISTUNGEN: 8. Neuraltherapie & Zahn-/Störfelder & MAPS >>>




Alarmpunkte (AP) - Mu Punkte der Akupunktur für die Organe

Alle Alarmpunkte - Mu-Punkte (Mu: sammeln) liegen auf der Vorderseite des Körpers, im Brust- und Bauchbereich.
Ähnlich wie die Zustimmungspunkte aktivieren sie Qi, die Energie, und Xue, das Blut, der zugehörigen Organsysteme
und dienen sowohl der Diagnose als auch der Behandlung chronischer Funktions-Störungen innerer Organe.

Die Alarmpunkte (Mu) wirken mehr auf den Yin-Bereich,
die Zustimmungspunkte (Shu) mehr auf das Qi, den Yang-Bereich.

Lu1 - AP Lunge: III. ICR am medialen Rand d. M. deltoideus o. 6 cun lateral der Mittellinie und 1 cun unter dem Schlüsselbein
Ma25 - AP Dickdarm: Ca. 1 QF unterhallb des Nabels und 4 QF paramedian am Rand des M.rectus abdominis
KG12 - AP Magen + digestiver Anteil 3E: In der Mitte zwischen Xiphoidspitze und Nabel
Le13 - AP Milz-Pankreas: Über dem freien Ende der 11. Rippe
KG14 - AP Herz: 1/8 unter der Xiphoidspitze o. 6 cun oberhalb der Bauchnabelmitte
KG4 - AP Dünndarm: 2/5 über der Symphyse o. 3 cun unterhalb der Bauchnabelmitte
KG3 - AP Blase: 1/5 über der Symphyse o. 4 cun unterhalb der Bauchnabelmitte
Gb25 - AP Niere: Über freien Ende der 12. Rippe
KG17 AP respiratorische Anteil 3E: Brustbein-Mittellinie in Höhe des 4. Interkostalraums (ICR)
KG5 Haupt-AP 3E: 3/5 über Symphyse o. 2 cun unterhalb der Bauchnabelmitte
Gb23 - 2.AP Gallenblase:Präaxillarlinie, 4.ICR, 1Cun (1DB) vor und etwas unter G22
Gb24
- Hauptalarampunkt Gallenblase: Bi: 5.ICR vordere Axillalinie o. Chi: MCL im 7.ICR
Le14
- AP Leber: 6. ICR in der MCL direkt unter der Mamilla

Ohrakupunktur



Die Ohrmuschel (Auricula auris, Pinna) stellt ein analoges/korrespondierendes Abbild eines "Embryos
in der Geburtslage (Poleinstellung/Schädellage) im Uterus" dar, als eine Art "Ohrmuschelschrift/-landkarte"
(sog. Analogie-/Korrespondenz-/Repräsentationszonen von menschlichen Strukturen/Organen,
Fraktale: "Selbstähnliche Gebilde", "Das Ganze ist in jedem Teil repräsentiert").


Eine Analogie bezeichnet eine "Entsprechung scheinbar verschiedener Dinge und Zustände" -
"Einer sich als Gegensatz tarnenden Einheit" - Coincicentia oppositorum -
"Ein Zusammensetzen der scheinbaren Gegensätze zur Einheit".

Korrespondieren = "in Verbindung stehen"
Der Begriff "Fraktal" stammt von Benoît B. Mandelbrot (1924-2010), einem US-amerikanischen
Mathematiker (Chaosforscher), zur Benennung von selbstähnlichen geometrischen Mustern
(z.B. seine berühmte gewordene Mandelbrot-Menge: "Das Apfelmännchen").



Aus: Rudolf Bucek: „Lehrbuch der Ohrakupunktur - Eine Synopsis der französischen, chinesischen und russischen Schulen“
Abb.4: Projektion der Wirbelsäule, der Extremitäten, Knochen und Gelenke sowie der Schädelknochen. Seite 39
KARL F. HAUG HEIDELBERG 1994


Prof. Dr. med. Rudolf Bucek
(1919-2011)
FA für HNO
Doyen der Österreichischen OHR Akupunktur
Seit 1972 Gründungsmitglied d. Ludwig Boltzmann Institut für Akupunktur


Der französische Arzt Dr. Paul Nogier (1908-1996) entdeckte und entwickelte in den 50-und 60iger Jahren des 20. Jahrhundert die Ohrakupunktur.
Die Ohroberfläche bildet eine Reflexzone, auf der alle Organe des Körpers abgebildet sind (Ohrreflexzonen nach Nogier und Bahr).

Ohrakupunktur hilft, Ursachen für Beschwerden zu erkennen.

Die Untersuchung der Ohrreflexzonen (Mikrosystem, Somatotopie) erlaubt eine genaue Aussage darüber, wo Schmerzen bestehen oder welche Organe
des Körpers bei unklaren Beschwerden betroffen sind.

Außerdem kann man weitere Störungen im Körper ausfindig machen, die einen Heilungsprozess verzögern oder sogar ganz verhindern können.
Dies sind die so genannten Störfelder/ Herde, die auf den ersten Blick mit dem eigentlichen Krankheitsgeschehen nichts zu tun haben
und von denen der Patient oftmals nichts merkt.

Diese Herde können jedoch so negativ auf den Körper wirken, dass er eher bereit ist zu erkranken.
Auch eine schon bestehende Störung/Krankheit wird daran "gehindert", auf die üblichen Therapien zu reagieren.
Dem Körper gelingt es nicht, die Störung/Krankheit zu überwinden.

Beispiele für chronische Belastungen (Störfelder, Herde, Reizzonen):
Tote (Wurzel behandelte) oder eitrige Zähne, chronisch entzündete Kieferhöhlen, entzündete Mandeln und alle sonstigen Entzündungen.
Außerdem kann jede Narbe zum Störherd werden. Jede Narbe kann - muss aber nicht - stören.

siehe: LEISTUNGEN:
Neuraltherapie & MAPS >>>>

Durch die Untersuchung der Ohrreflexzonen ist es dem Arzt möglich, genau festzustellen, ob und welche Narbe zum Störherd geworden ist.
Er kann auch erkennen, ob vielleicht irgendwo im Körper eine Entzündung oder eine Giftbelastung vorliegt (z.B. Quecksilberbelastung durch Amalgamfüllungen).
Ohne die Mitbehandlung eines vorhandenen Störherdes ist auf Dauer eine erfolgreiche Heilung nicht möglich.

Die Untersuchung erfolgt durch Messung von Spannungsdifferenzen an der Ohroberfläche.

Dabei werden die einzelnen Punkte der Organe auf elektrische Veränderungen geprüft.
Die Ohrmuschel ist sozusagen ein körpereigenes Diagnosezentrum, weil die Korrespondenzpunkte (Zuordnungspunkte) von Körperteilen und Organen
am Ohr nur dann nachweisbar werden, wenn an der fraglichen Stelle eine Störung vorliegt. Ist also auf der Ohrmuschel z.B. der Leberpunkt elektrisch verändert,
dann bedeutet dies eine Störung (funktionell o. strukturell) im Bereich der Leber.

Die Ohrakupunktur ist wegen der kurzen Reflexwege besonders wirksam.

Die Behandlung geschieht durch Stechen von Nadeln in die notwendigen Punkte am Ohr, gegebenenfalls zusätzlich am Körper.
Kleine Kinder werden üblicherweise nicht gestochen, sondern mit dem Lasergerät (Softlaser) an den betroffenen Ohrpunkten bestrahlt.
Alle Reize oder Signale, die durch Ohr-Akupunktur ausgelöst werden, gelangen über das Zwischenhirn zu den zugehörigen Körperteilen
(Repräsentationszonen an der Großhirnrinde), die diese Kommandos, eben weil sie vom Gehirn kommen, strikt befolgen.

Die Ohr-Akupunktur bedient sich also stets der Steuerzentrale des Menschen, des Gehirns. Aufgrund der kurzen Reflexwege zwischen der Ohrmuschel
und den Schmerzzentren des Gehirns ist die Ohrakupunktur nach Ansicht chinesischer, russischer und deutscher Forscher besonders wirksam bei Schmerzzuständen.


Begleitende Raucherentwöhnungmittels Akupunktur

Beim motivierten Patienten kann die Akupunktur im Rahmen einer Entwöhnung, die oft sehr heftigen
vegetativen Ausfallserscheinungen ("Entzugserscheinungen" wie Craving (engl. Begierde, Verlangen),
Nervosität, Herzklopfen, Unruhe und Schlafstörungen) mildern, ja oft sogar beseitigen.


Außerdem wirkt die Akupunktur psychisch sehr beruhigend und entspannend.Die meisten Klienten,
die zur Akupunktur begleitenden Raucherentwöhnung kommen, sind meist sehr motiviert, da sie
in ihrem Umfeld Menschen mit gesundheitlichen Problemen durchs Rauchen kennen.

Die Therapie erfolgt am besten einmal wöchentlich mit Dauernadeln
im führenden Ohr (Rechtshänder rechts!).


Es wäre sehr empfehlenswert,
wenn mindestens 24 Stunden vor einer Akupunkturbehandlung
mit dem Rauchen aufgehört wird.


Das hat zum einen den Vorteil, dass der Raucher die Entzugserscheinungen an sich bereits wahrnimmt
und einordnen kann, inwieweit ihm die Akupunkturbehandlung weiterhilft, zum anderen ermöglicht es
dem Therapeuten eine genaueres Auffinden der nun empfindlich gewordenen Punkte am Ohr.

Suchtprogramm zur Nikotinentwöhnung
nach OMR. Prof. Dr. med. Rudolf Bucek, (3.11.1919 - 2011) FA f. HNO, Wien

Der chinesische Hungerpunkt Nr. 18 (Valium analoger Punkt n. F. Bahr), Antiaggressionspunkt nach Nogier,
Der chinesische Punkt "Sonne" Nr. 35, Punkt "Psyche" (Chinesisch Herz 100), Punkt "Lunge"

Zusätzlich werden noch, den besonderen Umständen des Patienten entsprechend,
einige Hauptpunkte der Körperakupunktur gegeben:
KG17 ("Mädchen für alles" im Thoraxbereich),
KG12 (Alarmpunkt d. Magen-Meridians, des digestiven Anteils des 3E, zählt zu den 8 einflussreichen Punkten),
KG15 + LG20 (vegetativer Ausgleich), Di4 (Quellpunkt d. Di, Stoffwechsel- u. Analgesiepunkt obere Körperhälfte,
mit KS6), Lu7 (Kardinalpunkt für KG, Durchgangspunkt)
sowie ECIWO Punkte: Lunge, Hals, Niere, Leber, Herz usw.


ECIWO siehe Leistungen: 8. Neuraltherapie & Zahn-/Störfelder & MAPS >>>

ECIWO-Theorie: Bindeglied zwischen klassischer und Mikrosystemakupunktur pdf >>>
Christian Scheweling, Arbeitsgemeinschaft für Klassische Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin e.V.


Wichtig ist, dass der Patient bei einem eventuellen Rückfall (ca. 1/4 der Fälle!)
noch am selben oder spätestens am nächsten Tag vorstellig wird.


Ansonsten genügt der Abstand von 5-7 Tagen.

Man kann heute davon ausgehen, das nach durchschnittlich 3 Akupunkturbehandlungen von den motivierten Klienten
die Mehrheit "nikotinfrei" wird. Rückfälle kommen leider vor, sprechen aber auf die gleiche Therapie wieder gut an.
Gut bewährt hat sich auch die zusätzliche Gabe von Vitalstoffen in Kombination mit
"neurotropen" B-Vitaminen (Vitamin B-Komplex).

Für den Klienten ist es besonders wichtig, dass er während seiner Entwöhnung
nicht eine Ersatzbefriedigung mit Süßigkeiten und anderen "Kalorienbomben" sucht,
sondern regelmäßig in frischer Luft spazieren geht oder sich anders sportlich betätigt
und, wenn individuell verträglich, "viel" gedünstetes/gegartes Gemüse und Salate
zu einer ausgewogenen Kost zu sich nimmt.




Fagerström-Test für Nikotinabhängigkeit
n. Karl Olav Fagerström, schwedischer Wissenschaftler

Um besser und standardisiert beurteilen zu können, wie sehr ein Mensch vom Nikotinkonsum
abhängig ist, wird von behandelnden Ärzten zunehmend der Fagerström-Test verwendet.
Er präzisiert Nikotin-relevante Suchtkriterien in Frage- und Antwortform.

Beantworten Sie die Fragen, summieren Sie die Punkte
und zeigen Sie das Ergebnis Ihrem Arzt:

Frage

Wahlmöglichkeit

Bewertung

Wann nach dem Aufstehen rauchen Sie Ihre erste Zigarette?

innerhalb von 5 min

3

6 bis 30 min

2

 

31 bis 60 min

1

 

nach 60 min

0

Finden Sie es schwierig, an Orten, wo das Rauchen verboten ist
(z.B. Kirche, Bücherei, Kino, Theater, Oper, Bus, Bahn, Flugzeug usw.) das Rauchen zu unterlassen?

ja

1

 

nein

0

Auf welche Zigarette würden Sie nicht verzichten wollen?

die erste am Morgen

1

 

andere

0

Wie viele Zigaretten rauchen Sie im allgemeinen pro Tag?

bis 10

0

 

11 bis 20

1

 

21 bis 30

2

 

31 und mehr

3

Rauchen Sie am Morgen im allgemeinen mehr als am Rest des Tages?

ja

1

 

nein

0

Kommt es vor, dass Sie rauchen, wenn Sie krank sind und tagsüber im Bett bleiben müssen?

ja

1

 

nein

0

Ihre Punkteanzahl

 

 


0 bis 2 Punkte stellt keine bzw. eine nur sehr geringe Nikotinabhängigkeit dar.
3 bis 4 Punkte: geringe Nikotinabhängigkeit.
5 bis 10 Punkte
: mittlere bis hohe Nikotinabhängigkeit.

Siehe auch: LEISTUNGEN: Spirometrie>>>


*****
In Memoriam



Prof. Dr. med. Johannes Bischko
(5.8.1922 Wien - 5.11.2004 ebenda)


ÖGA-Österreichischen Gesellschaft für Akupunktur
www.akupunktur.at



"Bei einer Sache die man positiv kennen gelernt hat,
soll man niemals aufgeben und muss immer
- fast so wie am ersten Tag - weiterkämpfen.
Es lohnt sich immer!"

Facharzt für Chirurgie
Pionier der westlichen Akupunktur und Gründer der Wiener Schule für Akupunktur
Gründer der ÖGA - Österreichischen Gesellschaft für Akupunktur mit damals 22 Mitgliedern - 1954


Gründung der ersten öffentlichen Europäischen Akupunkturambulanz mit Prof. Eduard H. Majer (1909-1991)
an der HNO-Abteilung der Wiener Allgemeinen Poliklinik - 1956


Gründer des Ludwig Boltzmann Institutes für Akupunktur mit Senatsrat Prof. Dr. Josef Bandion (1930-2005)
an der Wiener Allgemeinen Poliklinik (1872-1998 ) - 1972


Gründer der ICMART - International Council of Medical Acupuncture and Related Techniques - 1980
www.icmart.org



Skulptur im Foyer des
Kaiserin-Elisabeth-Spitals
mit der Aufschrift:

"Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!
Denn das allein unterscheidet ihn
von allen Wesen, die wir kennen"


Johann Wolfgang von Goethe
(1749-1832)


Das Kaiserin-Elisabeth-Spital - www.wienkav.at/kav/kes/
ist Standort des 2005 gegründeten Johannes Bischko – Institut für Akupunktur.

Ins Leben gerufen wurde dieses Institut in Zusammenarbeit mit dem Wiener Krankenanstaltenverbund KAV,
da das Ludwig Boltzmann Institut für Akupunktur geschlossen werden sollte.
Dadurch sollte der Fortbestand von Lehre und Forschung im Bereich der Akupunktur
und verwandter Techniken und Ambulanz gesichert werden.


Die Akupunkturambulanz, die seit 1990 in die 2. Interne Ambulanz des Kaiserin Elisabeth Spitals eingegliedert ist,
stellt als Lehrambulanz der Österreichischen Gesellschaft für Akupunktur (ÖGA) und in Zusammenarbeit
mit dem Johannes Bischko Institut für Akupunktur europaweit das größte Ausbildungszentrum für Akupunkteure dar.


Die Akupunktur wird im niedergelassenen Bereich nicht von den Krankenkassen honoriert.
In der Akupunkturambulanz besteht für Patienten, die von ihrem Arzt zugewiesen werden,
für eine limitierte Anzahl von Sitzungen die Möglichkeit einer kosten- losen Therapie


Internationale Bekanntheit erlangte Johannes Bischko, als er 1972 gemeinsam mit Andreas Wolken
(FA f. HNO) eine Mandeloperation (Tonsillektomie) ohne Narkose, aber mit Hilfe der Akupunktur-Analgesie
als örtliche Betäubung, in der Wiener Poliklinik
, bei einer Patientin, die eine Allergie gegen sämtliche
damals auf dem Markt befindlichen Lokalanästhetika hatte, durchführte.

"Bis heute ist nicht restlos geklärt, wie die Presse damals "Wind" von dieser Sache erhalten hat,
jedenfalls war an den nächsten Tagen in der Poliklinik die Hölle los. Natürlich ersparte uns der Chef
der Abteilung - Eduard H. Majer - nicht, uns kräftig eine über das Haupt zu geben, weil wir ihn
nicht informiert hatten, die Wogen glätteten sich aber bald aufgrund der Tatsache, dass
die Wiener Poliklinik und natürlich seine Abteilung weltweit nun in aller Munde war.
Es war dies die erste Operation in Akupunktur-Analgesie außerhalb Chinas
und es war sicher der Grundstock für den erfolgreichen Weg der Akupunktur
in den nächsten Jahrzehnten. Es erfüllt mich mit Stolz, gemeinsam mit Andreas Wolken
damals diese Sache gemacht zu haben, und ich bin ihm heute noch dankbar für diese Idee
und vor allem diesen Mut, den er damals bewiesen hat."
1




Tonsillektomie unter Akupunkt-Analgesie

re: Prof. Dr. med. Johannes Bischko (1922-2004)
li: Prof. Dr. med. Eduard H. Majer (1909-1991),
Vorstand der HNO-Abteilung der Wiener Poliklinik
von 1946-1974.


Johannes Bischkos Initiative ist es zu verdanken, dass die Akupunktur im Jahr 1986
vom Obersten Sanitätsrat Österreichs als wissenschaftliche Heilmethode anerkannt wurde.
Im gleichen Jahr gelang Bischko die Einführung einer Vorlesung über Akupunktur an der Universität Wien.

Gemeinsam mit Prim. Prof. Dr. Helmut Nissel (Vorstand der 2. Med. Abteilung und Ärztlicher Direktor
des Kaiserin Elisabeth-Spitals, Ärztlicher Direktor des SMZ Sophienspital, Präsident der Österreichischen Gesellschaft
für Akupunktur, Leiter des Johannes-Bischko-Instituts für Akupunktur) gelang schließlich im Jahr 1991
die Schaffung eines offiziellen ÖÄK-Diploms für Akupunktur durch die Österreichische Ärztekammer.



Johannes Bischko Medaille

Etwa seit dem Jahr 1972 gibt es den Johannes Bischko Preis für Akupunktur,
der damals noch Prof. Dr. Alfred Pischinger (1899-1983, "System der Grundregulation") - Preis hieß
und im Rahmen der Neugründung des Johannes Bischko Institutes für Akupunktur
entsprechend umbenannt wurde.

Der Preis wird immer anlässlich des Johannes Bischko Symposiums,
welches alle 2 Jahre stattfindet, verliehen.

Zahlreiche Bücher und wissenschaftliche Arbeiten krönten sein Lebenswerk.

Z.B.: „Praxis der Akupunktur: - „Einführung in die Akupunktur“ HAUG 1994, - „AP für mäßig Fortgeschrittene
– Bildband + Textband“ (Co-Autor Alexander Meng) HAUG 1994, - „AP für Fortgeschrittene“ HAUG 1986,
- „AP für weit Fortgeschrittene“ (Co-Autoren: Helmut Nissel u. Erich Kitzinger (1912-2006) HAUG 1985
"Wissenswertes für Patienten über Akupunktur" 3. Auflage HAUG 1998 (1987)
"Die Meridiane Yin und Yang sowie die Lage und Bedeutung ihrer Haupt-, Spezial-, Reunions-, Kardinal- und Meisterpunkte"
Biologisch-Medizinische Verl.-Ges. 1979, zusammen mit Werner Lothar Mang (b.1949, deutscher HNO-Arzt).

Bischko war Träger zahlreicher in- und ausländischer Verdienstorden.

1Manfred Richart: "Johannes Bischko - Ein Leben für die Akupunktur. Eine Biographie aus Interviews und Erinnerungen vom Pionier der Akupunktur in der westlichen Welt"
mit einem Beitrag von Prof. Dr. med. Alexander Meng (b.1945, Neuropsychiater, Vorstandsmitglied und Fortbildungsreferent der Österreichischen Gesellschaft für Akupunktur,
Leiter des Österreichischen Arbeitskreises für Tuina Therapie und stellvertretender Vorsitzender des Specialty Committee of TCM Psychology der World Federation
of Chinese Medicine Society)
Verlag Wilhelm Maudrich Wien 2005, ISBN 3-85175-817-X

*****


Dr. med. Paul Nogier
(1908 in Lyon, † 15. Mai 1996 in Lyon)
Ein französischer Mediziner/Professor für medizinische Physik an der medizinischen Fakultät von Lyon.
Studium der Physik während drei Jahren an der zentralen Schule in Lyon.
Dort auch Studium der Medizin, der Homöopathie, der Chirotherapie.
Entdeckung der Aurikulotherapie (Ohrakupunktur) im Jahre 1951.
Erste Veröffentlichung 1956.
Entdeckung des RAC (Réaction auriculo-cardiaque) oder
VAS (Vaskuläres autonomes Signal),
die seitdem Nogier Puls genannt werden. Weiterentwicklung der Aurikulotherapie
in den folgenden Jahren. Gründung der Internationalen Paul Nogier Schule im Januar 1996.

Siehe: Somatotopien & MAPS: unter LEISTUNGEN: 8. Neuraltherapie>>>

Links:

OEGA Österreichische Gesellschaft f. Akupunktur
ÖWÄGesellschaft für Akupunktur

ÖGKA-Österr.Gesell.f.kontroll.AP

Beschreibung der Akupunkturpunkte:
www.tcm-info.ch/index.php?option=com_content&task=section&id=17&Itemid=93

Wiener Schule für traditionelle chinesische Medizin
Koreanische Handakupunktur Koryo Sooji Chim AUT

Der Lichtkreis - Chakren u.v.a

Dr. Chen Lifu (1900-2001) International College of Chinese Medicine Basel
The Medical Acupuncture Web Page Thessaloniki

DÄGfA - Deutsche Ärztegesellschaft für Akupunktur
Deutsche Gesellschaft für Akupunktur und Neuraltherapie e. V.
AGTCM Arbeitsgemeinschaft Klassische Akupunktur Traditionelle Chinesische Medizin e.V.


www.akupunktur-aktuell.de

AKU-NET Akupunkturbedarf BRD
www.apm-penzel.at

Meine "unvollständige" Literaturliste >>>