Palliativmedizin



Palliativmedizin
(lat. pallium = Mantel)
ist die

Behandlung und Pflege von Patienten,
die an einer "nicht heilbaren Krankheit" leiden!



Ich wickle den
"fürsorglich umsorgenden therapeutischen Mantel"
um den "schutz- und hilflosen Kranken",


um sein Recht auf Autonomie und Selbstbestimmung
respekt- und würdevoll zu achten und  zu wahren,
ihn vor nebenwirkungsträchtigen Therapien,
vor monomanen Betrachtungsweisen, Strömungen
und Einflüssen, auch aus der Umgebung,
zu schützen.

Angestrebt wird ein weitestgehend beschwerdefreies und
würdevolles Weiterleben, auch Leben mit einer Krankheit,
bis zum Tod.


Prof. Dr. Giovanni Maio: "Wenn Medizin industrialisiert wird ..."
in "Ökonomie in der Medizin - Von nicht messbaren Werten" pdf >>>
Aus: ÖÄZ 9 -10.05.2016   Karl Kraus: Die Diagnose >>>

"Gerade in der menschenwürdigen Sterbebegleitung reduziert sich damit oft das ärtzliche Handeln
auf den Kern des Arztseins, den empathischen Beistand eines sich in existentiellen Nöten
und Ängsten befindlichen Patienten. Trotz aller Errungenschaften der modernen natur-
wissenschaftlich-technisch geprägten Medizin wird der Behandlungsspielraum auf
die Beherrschung und Kontrolle von Symptomen wie Schmerz, Angst, Unruhe,
Übelkeit oder Atemnot eingeschränkt. Dagegen treten die zwischenmenschlichen
ärztlichen Ebenen des Begleitens
, der geistlichen Hilfe und des Versuchs des
Erhalts von wenigstens einem Rest an Lebensqualität
in den Vordergrund.
Hier weist sich die Grundkompetenz jedes Arztes abgeleitet von
der philosophisch-humanistischen Basis des Arztberufes:
der Zuwendung, der Hilfeleistung und des Erhalts der Würde -
auch im Sterben ..."

Dr.med. Artur Wechselberger
Präsident der Österreichischen Ärztekammer
Aus: Stanpunkt: "Auch werde ich niemandem, ein tödliches gift geben, ..."
ÖÄZ Nr. 20, 25. Oktober 2014

ZITATE: Karl Kraus : Wie es einem Patienten wirklich geht >>>


Daher steht die
Linderung der Symptome im Fokus der Palliativmedizin.

Außer der Schmerzbehandlung umfasst die Palliativmedizin auch chirurgische Hilfseingriffe,
Ernährungskonzepte und palliative Chemo- oder Radiotherapie und
die begleitende psychologische Betreuung der Patienten und ihrer Angehörigen.

Palliativmedizin als hoch spezialisierte Allgemeinmedizin am Lebensende.


 
Dame Cicely Mary Strode Saunders
(1918-2005)
OM - Order of Merit,  DBE - The Most Excellent Order of the British Empire
Englische Ärztin, Sozialarbeiterin und Krankenschwester


Die Palliativmedizin und die moderne Hospizbewegung entstanden in den 1960er Jahren in England
und gehen wesentlich auf Cicely Saunders (1918-2005), einer englischen Ärztin, Sozialarbeiterin
und Krankenschwester, zurück. Im von ihr gegründeten St. Christopher' s  -
1967 in Sydenham im Südosten Londons eröffnet - werden etwa 2.000 Patienten
und ihre Angehörigen pro Jahr betreut.
Quelle: www.cicelysaundersfoundation.org



Prof. Dr. med. Belfour M. Mount
(b.1939)
Kanadischer Arzt, Chirurg, Wissenschaftler
"Father of palliative care in North America"
http://publications.mcgill.ca/medenews/2011/08/16/dr-balfour-mount-awarded-2011-cma-medal-of-service/


"Historisch gesehen ist der Begriff "palliativ" jünger als der Begriff "Hospiz".
Das Wort "palliativ" wurde erstmalig von Prof. Dr. med. Belfour M. Mount (b.1939) gebraucht,
dem Gründer des Palliative Care am Royal Victoria Hospital in Montreal/Quebec/Canada.

Balfour M. Mount, ein Urologe und Onkologe, zeigte 1974 die Notwendigkeit eines Palliativdienstes
im Royal Victoria Hospital in Montreal auf (ein Lehrkrankenhaus der McGill University)
und prägte den Ausdruck im Jahr 1975, als ihm frankokanadische Kollegen mitteilten,
dass die gängigere Bezeichnung für Programme, die sich mit der Betreuung Sterbender befassten,
„hospice care“, bei französischsprachigen Kollegen nicht sehr gut aufgenommen würde.

Palliative Care ist sozusagen die Umsetzung des Hospizkonzeptes in die Praxis.
Es ist ein Handlungskonzept, das von der weltweit aktiven Hospizbewegung entwickelt worden ist.
So gesehen ist Palliative Care das Werkzeug, das die Hospizidee zu ihrer Verwirklichung braucht"

Quelle: http://palliativpflege.twoday.net



"Die Multiprofessionalität ist ein konstituierendes Element der Palliativbetreuung.
Der Gedanke eines Teams aus verschiedenen Professionen war für Cicely Saunders selbstverständlich:
Dame Cicely Saunders, die im Jahr 2005 verstorbene Begründerin der Palliativmedizin und eine der wichtigsten Frauen
des 20. Jahrhunderts - die nebenbei meines Erachtens den Nobelpreis für Medizin wesentlich mehr verdient hätte
als viele Molekularbiologen, die nie einen Patienten gesehen haben -, war ausgebildete Krankenschwester,
Sozialarbeiterin und Ärztin. Sie vereinte somit die drei wichtigsten Professionen in der Sterbebegleitung in einer Person
und bezeichnete sich selbst mit britischem Humor als eine "One-woman multiprofessional team"...

Die verschieden Berufsgruppen begegneten einander auf Augenhöhe
(auch das hat sich noch lange nicht überall in der Medizin durchgesetzt).

Diese Art der Teamarbeit hat allerdings nicht nur Vorteile.
Der kanadische Arzt Balfour Mount, der den Begriff "Palliativmedizin" aus der Taufe hob,
pflegte zu sagen: "So you worked in teams? Show me your scars."
"Ihr habt also in Teams gearbeitet? zeigt mir euere Narben."

Multiprofessionelle Kommunikation muss eingeübt und immer wieder von Neuem
gegen althergebrachte Abgrenzungstendenzen verteidigt werden.
Das ist besonders dann schwierig, wenn Palliativbetreuung innerhalb von Strukturen stattfindet,
die noch stark durch hierarchische Kommunikationsmuster geprägt sind wie etwa
Universitätskrankenhäuser. Außerdem gibt es in den verschiedenen Berufsgruppen
unterschiedliche Kulturen und unterschiedliche Sprachen, die mit viel Geduld
auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden müssen."...

Aus: Gian Domenico Borasio: „Über das Sterben. Was wir wissen, was wir tun können, wie wir uns darauf einstellen“
Multiprofessionelle Kommunikation. Seite 61f. 2.Auflage BECK 2012


"Wir leben nicht nur im "Alleins-Quelle-Ursprung"(1), wir sterben auch im "Alleins-Ursprung-Quelle"
Das "Alleins-Ursprung-Quelle" stirbt in uns. Aber sterben meint hier nicht: tot sein für immer.
Sterben heißt: ganz in die Seinsweise des "Alleins-Ursprung-Quelle" eingehen, besser noch:
die Seinsweise, die wir immer waren, klar erkennen."
Willigis Jäger OSB
(b.1925)
Deutscher Benediktinermönch, Zen-Meister
der Sanbo-Kyodan-Linie
Aus: In jedem Jetzt ist Ewigkeit - Worte für alle Tage"
1.November S.204 KÖSEL 2003
(1) Im ürsprüng. Text: "Gott"




Sr.Hildegard Teuschl
(1937-2009)

Die Pionierin der Österreichischen Hospizbewegung
Schwester Hildegard Teuschl (1937-2009) kehrte 1987 tief beeindruckt
vom Besuch eines britischen Sterbehospizes nach Wien
zu ihrer Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis zurück,
und nur zwei Jahre später organisierte sie mit ihren Helfern
das erste mobile Hospizteam in Wien.

1993 wurde sie zur Mitbegründerin
des Dachverbandes "Hospiz Österreich",
dessen Vorsitzende sie bis Ende 2007 war.


"Reiche dem Kranken die Wahrheit wie einen Mantel, in den er hineinschlüpft,
aus dem er aber auch selbst wieder herausschlüpfen kann, wenn es für ihn passt.
Aber reibe ihm die Wahrheit nicht wie einen nassen Lappen ins Gesicht"

Max Frisch
(1911-1991)
Schweizer Schriftsteller, Architekt

Willigis Jäger OSB / Ko-un Rōshi: "Vortrag über die Liebe"
im Zentrum TAU in Südtirol im Juni 2013
www.youtube.com/watch?v=73FhuF6U3J0

Die Legende von Sankt Martin
Um das Jahr 338 war Martin als Soldat in Amiens (1) stationiert und zwar in der Reiterei der Kaiserlichen Garde.
Sie trugen Metallpanzer, Kammhelm, Schild, Schwert und über allem die Chlamys, einen weißen Überwurf
aus zwei Teilen im oberen Bereich mit Schaffell gefüttert - "der besagte Mantel".

(1) Heute: ca. 115 km nördlich von Paris gelegene Hauptstadt des französischen Departements Somme und der Region Picardie
An einem Tag im Winter begegnete Martin am Stadttor von Amiens einem armen, unbekleideten Mann.
Außer seinen Waffen und seinem Militärmantel – damals kaum mehr als eine rechteckige Decke –
trug Martin nichts bei sich. In einer barmherzigen Tat teilte er seinen Mantel mit dem Schwert
und gab eine Hälfte dem Armen. In der folgenden Nacht sei ihm dann im Traum Christus
["Der Gesalbte", "Messias", "Jesus von Nazaret"] erschienen, bekleidet mit dem
halben Mantel, den Martin dem Bettler gegeben hatte.



Ein weiterer Pionier auf dem Gebiet der Palliativmedizin ist der norwegische Arzt Stein Husebö

(b.1944 bei Bergen, Norwegen). Er sieht die Aufgaben der Palliativmedizin neben der Schmerz-
behandlung, auch im Führen von Gesprächen über Tod und Sterben.

Professor Husebö, ist der Leiter des ersten norwegischen Teams für Schmerztherapie und Palliativmedizin
am Universitätskrankenhaus Bergen. Seit 1984 ist er der leitende Redakteur der Skandinavischen
Zeitschrift für Palliativmedizin.

1988 gründete er die Skandinavische Gesellschaft für Palliativmedizin und war ihr erster Präsident.
Des weiteren ist er Gründungsmitglied der Europäischen Gesellschaft für Palliativmedizin.
Seit 1995 ist Professor Husebö Gastwissenschaftler in Medizin und interdisziplinären Fachgebieten
in verschiedenen europäischen Städten.



"Die vielleicht verblüffendste Beobachtung,
die Palliativmediziner machen, ist der Umstand,
dass es einen Unterschied gibt zwischen
Symptom (Befund) und Leiden (Befindlichkeit)."


Wie der Arzt Eric J. Cassell (b.1929, US-Internist, MD, MACP) in seinem Buch
"Nature of Suffering and  The Goals of  Medicine" (Oxford University Press 2003)
ausführt, kann für manche Patienten bereits das eigene und das ihnen
entgegengebrachte Verständnis

- das Wissen darum, wo die Ursache des Übels liegt,
die Möglichkeit, seine Bedeutung in einem anderen Licht zu sehen,
oder auch nur die Einsicht und Akzeptanz, dass wir die Natur
nicht immer im Griff haben können -

hinreichen, ihr Leiden in Grenzen zu halten.
Ein Arzt kann auch dann noch helfen,
wenn die Medikamente versagen."


Aus: Atul Gawande (b.1965, US-Chirurg, Philosoph, Ethiker): "Ein elendes Gefühl"
in „Die Schere im Bauch – Aufzeichnungen eines Chirurgen“ GOLDMANN 2003

"Das Große ist nicht, dies oder das zu sein,
sondern man selbst zu sein."

Søren Aabye Kierkegaard
(1813 - 1855)
Dänischer Philosoph, Theologe
Schriftsteller


Lebensqualität
vor
nebenwirkungsträchtigen Therapiemaßnahmen!

Der Patient mit seiner Befindlichkeit
und geistig-seelischen Gestimmtheit

ist wichtiger
als der behandelbare Befund!


In der orthodoxen Medizin (Schulmedizin, universitären Medizin) hat man sich bisher
mit denGrenzen der kurativen Medizin (auf Heilung ausgerichtet) und den
Kriterien, die diese Grenzen aufzeigen, relativ wenig befasst.

Beendigung einer kurativen Therapie

1. Wenn die Behandlung nutzlos ist.
Es besteht weder eine echte Chance auf Heilung,
noch auf Lebensverlängerung.


2. Wenn der medizinische Aufwand in keinem
"realen" Verhältnis zum erwartbaren Erfolg steht.

3. Wenn der Patient im Sterben liegt.
Der Tod steht unmittelbar und unausweichlich bevor.

Besonders in der Palliativmedizin sollten wir uns immer die Frage stellen,
ob das Ergebnis einer diagnostischen Intervention irgendeine therapeutische
Relevanz für den Patienten hat und ob ihm die Therapie einen Benefit für
die Qualität seiner Lebenszeit bringt.

Sehr wesentlich für die Kommunikation mit dem Patienten und ihren Angehörigen ist es,
auf Formulierungen wie „Wir können leider nichts mehr für Sie, für Ihren Ehegatten
usw. tun“(1)
oder „Sie sind austherapiert"(1) dringlich zu verzichten.

(1) Siehe Nozebo Effekt - "Ich werde schaden" - unter INFOS: Statistik Glossar & Allerlei >>>
ZITATE: Bernie Siegel: Krebs - Denken - Ernährung >>>


"Was der Arzt [so (1)] sagt, mag für die Möglichkeiten seiner "ärztlichten" [Heil-] Kunst
zutreffen. Doch wenn wir uns dadurch selbst aufgeben, verhindern wir auch das Wirken
der spirituellen Gesetze in uns
, die uns auf ungeahnte Weise Hilfe und Heilung bringen
können. Wenn wir eine Nachricht von "Aussichtslosigkeit" erhalten, dann sollten wir
etwas tiefer über das entsprechende Problem nachdenken. Wir sollten uns sagen,
dass vielleicht nach menschlichem Ermessen und Vermögen die Lage aussichtslos
ist. Jedoch gibt es Kräfte, die unsere menschlichen übersteigen ... Auch wenn wir
nicht wissen, auf welche Weise eine Rettung kommt, müssen wir sicher sein,
dass immer eine Rettung ["Selbstheilung"] möglich ist ... Man möge daran
denken, dass etwas Höheres ["Alleins-Quelle-Ursprung"] als man selbst
nun wirkt ..."

Aus: Frederick Bailes (1889-1970, neuseeländisch-amerikanischer Autor, Theologe, Alternativmediziner, Neugeist Bewegung):
„Lebe schöpferisch. In sieben Tagen neue Kräfte wecken“ (Hidden Power for Human Problems 1957) Zweiter Teil: Die Anwendung
des Gesetzes der Schöpferkraft - Methoden, Übungen und Fallbeispiele. 12. Kapitel: Wie man eine heilende Gebetsbetrachtung
[positive Affirmation] vornimmt. Lassen Sie sich nicht von "Aussichtslosigkeiten" entmutigen S.216, Wie oft sollte man eine
Gebetsbetrachtung [positive Affirmation] vornehmen? S.219 Peter Erd Verlag 1989 (Neuausgabe des 1986 erschienen
Buches „ Ich lebe glücklich - In 7 Tagen ein neuer Mensch“) [Meine Ergänzungen]


Auch die „Unsitte“ mancher Onkologen, eine Chemotherapie als einzige Option
bis zum Lebensende anzubieten, spricht für ein mangelndes Einfühlungsvermögen
und eine Einengung des medizinischen Blickwinkels.

Der Praxisalltag im Hospiz beweist, wie viel Lebensqualität solche „austherapierten“
Patienten allein auf Grund einer suffizienten Pflege und Begleitung und Symptom-
orientierten palliativen Therapie erhalten.

"Wenn wir nicht mehr heilen können, dann können wir lindern.
Und wenn wir nicht lindern können, dann können wir trösten.
Und wenn wir nicht trösten können,
dann sind wir immer noch da."

Stefan Einhorn (b.1955, Molekular Onkologe, Karolinska Institut Stockholm):
„Die Kunst ein freundlicher Mensch zu sein“
HOFFMANN 2007




Sterbender Gallier - Kapitolinische Sammlung Rom

"Menschen in lebensbedrohlichen Situationen sehnen sich vor allem nach ZUWENDUNG,
nach ANGENOMMEN-SEIN. Und ein nicht zu leugnender Teil dieses Angenommen-Seins
besteht einfach aus ZEIT. Zeit, sprechen zu dürfen. Zeit, gehört zu werden. Zeit, zuzuhören.
Ausreichend Zeit für gegenseitiges Verstehen und Verständnis-Haben."

Aus: Günther Loewit: "Sterben - Zwischen Würde und Geschäft" Sterben und Tod III: Die Medizin.
So darf kein Mensch sterben S. 230 HAYMON 2014


Hospiz (franz. hospice : Gasthaus) war ursprünglich eine kirchliche oder klösterliche
Verpflegungsanstalt für Bedürftige, Fremde oder Kranke (Entstehung des Begriffs Hospital).


Der Begriff ist außerdem im Alpenraum geläufig, wo er ein Gasthaus und eine Unterkunft für
in Not geratene Bergwanderer bezeichnet. Diese Hospize finden sich auf oder in der Nähe
der Passhöhen von bedeutenden Alpenübergängen.

Heute wird der Begriff wesentlich weiter angewandt: von Unterkunftsstätten mit christlicher Hausordnung
bis zu spezialisierten Krankenhäusern [z.B.: Hospiz für Palliativmedizin, "Moribundenklinik" (in der Schwanen-
allee, n. Aldous Huxley (1894-1963) in "Schöne neue Welt" (1932)] und Einrichtungen der Sozial- und
Wohlfahrtspflege (Betreuung krebskranker Kinder).



„Bald wirst Du jetzt zweiundachzig sein. Du bist um sechs Zentimeter kleiner geworden, Du wiegst nur noch fünfundvierzig Kilo, und immer noch bist Du schön, graziös und begehrenswert. Seit achtundfünfzig Jahren leben wir nun zusammen, und ich liebe Dich mehr denn je. Kürzlich habe ich mich von neuem in Dich verliebt, und wieder trage ich in meiner Brust diese zehrende Leere, die einzig die Wärme Deines Körpers an dem meinen auszufüllen vermag. Ich muss Dir unbedingt diese einfachen Dinge noch einmal sagen, bevor ich auf die Fragen eingehe, die mich seit kurzem quälen. Warum nur bist Du in all dem, was ich geschrieben habe, so wenig präsent, während doch unsere Verbindung das Wichtigste in meinem Leben gewesen ist? [...] Ich muss die Geschichte unserer Liebe rekonstruieren, um sie in ihrem ganzen Sinn zu erfassen. Denn sie hat es uns ermöglicht, zu werden, was wir sind, durch einander für einander. Ich schreibe Dir, um zu verstehen, was ich erlebt habe, was wir zusammen erlebt haben.“

Aus: „Brief an D. Geschichte einer Liebe“ (Lettre a’ D. Histoire d’un amour 2006) btb 2. Auflage 2009
Andre Gorz (1923-2007 Freitod mit Gattin Dorine, österreichisch jüdisch frz. Schriftsteller, Philosoph)



Die Hospizbewegung hat sich zum Ziel gesetzt, "unheilbaren" (inkurablen) Kranken
in ihrer letzten Lebensphase und beim Sterben eine menschenwürdige
Umgebung und Betreuung zu schaffen.

Träger dieser Häuser der Sterbensbegleitung sind sowohl Kirchen, gemeinnützige Organisationen
und Kommunen oder Bundesländer.

"Nicht nur für Deutschland, sondern für nahezu alle industrialisierten Regionen der Welt gilt:
Die Professionalisierung des Umgangs mit Krankheit, Leiden und Sterben hat dazu beigetragen,
dass der Tod aus unserer Alltagserfahrung verschwunden ist.

Nach der Definition des amerikanischen Soziologen Robert King Merton [1910-1913, "Selbsterfüllende
Prophezeiung"] ist die Medizin eine Institution, von der Gesellschaft geschaffen, um ihre Mitglieder von der
Beunruhigung durch Krankheit und Sterben zu entlasten. Sie verbirgt den Anblick des Sterbenden
hinter ihren Mauern und gibt die Beschäftigung mit dem Problem an Experten ab,
die ihrerseits Mittel und Wege finden, sich das Thema vom Leibe zu halten:

"Das Entsetzen darüber, dass ein Mensch sich im Sterben in einen bloßen Körper verwandelt,
kann ferngehalten werden, wenn man sich von Anfang an nur für den Körper interessiert"
,
merkt der schwedische Psychiater Per Christian Jersild
[b.1935, "Das Haus zu Babel" Hinstorff 1980] an.

Mittlerweile hat man den Einsatz medizinischer Intensivmaßnahmen sowohl auf chronisch kranke
Menschen ausgeweitet als auch auf Menschen, die an den Grenzen ihres Leben angekommen sind.
Kaum jemand stirbt ohne Infusion oder künstliche Ernährung...


Einfach so zu sterben ist nicht mehr vorgesehen. Der Tod wird, wie so vieles, "hergestellt".
Noch vor wenigen Jahrzehnten wäre kaum jemand auf die Idee gekommen, den Rettungswagen zu rufen,
wenn die Großmutter über Tage hinweg stiller wurde, weniger Appetit hatte und oft auch ahnte, dass es "zu Ende"
ging. Kaum einer würde es heute wagen, solche Signale als Beginn eines Sterbens zu deuten.
Nur noch in den wenigsten Familien leben mehrere Generationen zusammen
und können so Erfahrungen mit Altern, Sterben und Tod machen...

In der Frage, wann Leben endet und Sterben beginnt, verlassen wir uns seit langem auf medizinische Definitionen;
in der Frage wie wir mit den Toten umgehen, rücken ökonomische Aspekte in den Vordergrund.

Was wir erleben, ist eine Enteignung: Technik, Konventionen und Standards regieren dort,
wo wir nicht (mehr) steuern und gestalten können und wollen.

Die modernen, westlichen Gesellschaften tun so, als müssten - als könnten! -
sie Tod und (individuelles) Leid aus der Welt schaffen...

Innerhalb nur einer Generation ist der reale Tod aus unserer Alltagserfahrung verschwunden.
Die meisten Jugendlichen haben zwar schon Tausende sterben sehen - allerdings nur auf
der Leinwand. Einen echten toten Körper haben die wenigsten schon einmal gesehen. Die Großmutter
stirbt im Pflegeheim oder in der Klinik. Sie wird vom Bestatter abgeholt, der uns manchmal Gelegenheit gibt,
sie vor der Einäscherung noch einmal zu sehen. So sehr wir im Leben auf Individualität Wert legen, so selten fordern
wir als Angehörige im Umgang mit "unseren" Toten, mit unserer Trauer, dieses Recht ein.

Die Ausgrenzung des Sterbens aus der Alltagserfahrung, die Auslagerung und Enteignung des Todes
findet im Umgang mit den Toten einen nahtlosen Anschluss."


Aus: Fritz Roth: „Das letzte Hemd ist bunt: Die neue Freiheit in der Sterbekultur“
Kapitel 1: Der fremde Tod: "Outsourcing" (Ausgliederung) des Sterbens. S.20f
Campus Verlag 2011


"Verwaltung des Lebensendes oder Kunst des Sterbens?
Wie der Tod in die Hände von Experten gerät
" pdf >>>
Prof. Dr. Dr. Reimer Gronemeyer 2013

"Das muss es heißen, den TOD zu "sehen als eine STÄNDIGE WIRKLICHKEIT": Es bedeutet,
den TOD zum Lehrmeister zu nehmen und das Haften an den Dingen aufzugeben, um in dieser
Freiheit gegenüber einer Welt, in welcher der Tod der Jäger ist, ein schamanischer "Krieger"
zu werden - oder ein Arzt. Es bedeutet, mit dem Tod leben zu lernen und das verbleibende Leben
aus den Händen des Todes zu empfangen wie eine unverdiente Gunst, die es auszukosten gilt,
so lange sie währt. Der TOD erscheint in dieser Weltsicht nicht als Gegner, er ist der BEGLEITER
DES LEBENS, und nur wer im Schatten des Todes zu sehen lernt, wird die wenigen Jahre des Daseins
recht zu gestalten vermögen. So verhält es sich bereits, wenn man Augen gewinnt, um den TOD
als GEFÄHRTEN DES LEBENS, als "Gevatter" (Taufpaten) des eigenen Daseins, zu sehen ..."


Aus: Eugen Drewermann (b.1940, Deutscher Kirchenkritiker, katholischer Theologe, suspendierter Priester,
Psychoanalytiker, Schriftsteller):
„An den Grenzen der Medizin: Märchen von Heilung und Hoffnung“
1 Der Herr Gevatter: Wie "sieht" man den Tod? Seite 22. PATMOS 2. Auflage 2008
(Überarbeitete Neuausgabe des „Der Herr Gevatter, Der Gevatter Tod, Fundevogel.
Arzt und Tod im Märchen“ Walter-Verlag 1990)



"Wenn wir bedenken, wie lange wir tot waren, ehe wir geboren wurden,
ohne dass es uns gesundheitlich etwas geschadet hat,
müssen wir die Angst vor dem Tode verlieren...

Und nachdem wir nun keine Angst vorm Sterben mehr haben,
wollen wir noch ein bisschen leben...

Wer mit Humor zu sterben verstünde,
hätte die höchste Stufe der Kultur erreicht"

Curt Goetz
(1888-1960)
Deutsch-schweizerischer Schriftsteller
„Dr.med. Hiob Prätorius – Facharzt für Chirurgie und Frauenleiden (1934)"
Aus: Zweites Bild: Prätorius, Seite 35, 46, 52. RECLAM 2004




„Viele Menschen, auch (und gerade) hochgebildete und blitzgescheite,
verhalten sich im Angesicht des Todes auf erstaunliche Weise irrational.


Das gilt für Sterbende und ihre Angehörigen, was vielleicht weniger verwunderlich ist.
Es gilt aber genauso für professionell Beteiligte wie insbesondere Ärzte...


Was ist die Ursache solch irrationalen Verhaltens?
Die Antwort lautet fast immer: ANGST.

"Angst" ist die unausgesprochene Überschrift über viele hitzig geführte Debatten über das Lebensende;
sie ist das, was bei Arzt-Patienten-Gesprächen über lebensbedrohliche Erkrankungen unausgesprochen im Raum steht
und so oft geflissentlich übersehen wird; sie ist das größte Hindernis für die Kommunikation über und im Sterben;
und sie ist (gemeinsam mit der verbesserungswürdigen ärztlichen Fachkompetenz am Lebensende)
der Hauptgrund für Fehlentscheidungen und leidvolle Sterbeverläufe.

Trotz der Fülle an Literatur zum Thema ist immer noch eine Tabuisierung des Todes in unserer Gesellschaft zu beobachten,
die zum einen mit der grundsätzlichen Angst vor der Auslöschung des eigenen Ichs beim Sterben zusammenhängt.

Hinzu kommt aber die konkrete, weit verbreitete Angst vor einem qualvollen Sterbeverlauf
und auch die Angst vor dem Ausgeliefertsein an lebensverlängernde medizintechnische Maßnahmen,
die - ohne dass man selbst die Chance zum Eingreifen hätte - den Sterbeprozess unnötig in die Länge ziehen...

Die sehr konkreten Ängste vieler Menschen vor Leiden und Kontrollverlust führen paradoxerweise
in einer Art "self-fulfilling prophecy" (sich selbst erfüllender Voraussage) dazu, dass die Befürchtungen der Menschen
in dem Maße eintreten, in dem sie ihren Ängsten erlauben, die Kontrolle über ihr eigenes Handeln zu übernehmen.

Denn Angst verzerrt die Wahrnehmung, vermeidet die Information und verhindert den Dialog.
Diese drei Voraussetzungen sind aber zentral für eine gute Vorbereitung auf das eigene Lebensende.

Und die Menschen, die wir am Lebensende betreuen dürfen, lehren uns,
dass die Vorbereitung auf das Sterben die beste Vorbereitung für das Leben ist...


Aus: Gian Domenico Borasio (b.1962, Palliativmediziner): „Über das Sterben. Was wir wissen, was wir tun können,
wie wir uns darauf einstellen“ Vorwort Seite 9f. 2.Auflage BECK 2012

geflissentlich: scheinbar absichtslos, in Wahrheit jedoch ganz bewusst (aus Duden online);
Tabu, Tabuisierung: eine Handlung oder Verhaltensweise, die durch Sitte verboten ist (aus Wiki);
ein überliefertes oder aus religiösen Vorstellungen stammendes Verbot
oder eine Meidungsvorschrift. (aus Wissen.de)


"Wer weiß denn,
ob das Leben nicht Totsein ist
und Totsein Leben?"

Euripides
(485/80 - 407/406 v.Chr.)
Euripides ist nach Aischylos und Sophokles der jüngste
der drei großen griechischen Tragödiendichter


"Das LEBEN ist eine KETTE VON PRÜFUNGEN, eine unaufhörliche BEWÄHRUNGSPROBE.
Ich stelle mir dies - bildlich gesprochen - als Denkmodell wie folgt vor:

Wir gehen bei der Geburt durch eine Tür und schließen diese hinter uns. Wir befinden uns in einem langen Raum,
in dem viele Hürden aufgestellt sind. Wir sind verblüfft. Wir müssen uns orientieren; dies geht 6 bis 7 Jahre lang.
Inzwischen vergessen wir alles, was mit uns vor der Geburt war. Wir fangen langsam an, vorwärts zu kommen. Wir
sehen die verschiedenen Hürden. Wir können versuchen, die erste zu überspringen. Entweder gelingt es uns - oder
eben nicht. Oder wir können sie sogar auslassen, auf die Probe verzichten. Dann kommt die zweite Hürde, wieder
eine neue Entscheidung: Anlauf ... Springen ... oder Auslassen ... So geht es weiter, bis wir ziemlich müde am
Ende des Raumes ankommen. Dort ist die Ausgangstür - der Tod.



"Jetzt "liegt es an uns", wie wir diese "Rennbahn des Lebens" durchschreiten,
wie wir an die Probleme herangehen bzw. wie wir sie anpacken. Hier ist
der freie Wille zu erkennen ... Carl Gustav Jung (1875-1961) bezeichnete
unsere Entscheidungsungleichheiten als "Machsal" (Selbstlenkungs-
mechanismus), d.h. es liegt an uns, wie wir uns entscheiden, wie
wir unser Alltagsleben lenken, beeinflussen, gestalten ... Ich soll
mir und allen anderen Gutes tun und niemanden schädigen. Wir
sollten unseren Körper, die Seele und den Geist fördern und
ihnen keine Nachteile bzw. Schäden zufügen ..." [1]


Wir stehen plötzlich an der Schwelle, blicken zurück, sehen die Rennbahn mit den bewältigten bzw. übersprungenen,
den umgestürzten und den ausgelassenen Hürden. Wir blicken zurück - plötzlich rekapitulieren wir im Lebensfilm
(in den Szenen aus meinem bisherigem Leben und Urteil) alles; bereuen die umgestürzten und bewußt umgangenen
Hürden, die verpaßten Chancen. Wir ziehen eine SCHLUSSBILANZ und treten durch die Türe (des Todes), in die
ursprüngliche Umgebung der seelischen Dimensionen. Hier steht auf einer großen Tafel eine Liste mit den
ursprünglich zu bewältigenden Hürden. Die bewältigten haken wir glücklich ab. Aber leider sehen wir etliche,
die noch nicht erledigt sind. Diese studieren wir mit Bedauern und fangen an, einen neuen Plan für den nächsten
Durchgang zu schmieden. Es sind noch viele Hürden, viele schlechte Eigenschaften, viele archetypische Situationen
als Bewährungsproben zu bewältigen. Wir lesen einige aus und bestimmen, welche Prüfungen auf dieser Erde beim
nächsten Anlauf zu bestehen sind. Um diese richtig zu motivieren, bestimmen wir ein Sternzeichen mit arche-
typischen guten und schlechten Eigenschaften, unsere Blutgruppe, unsere körperlichen und seelischen Probleme,
die unsere gewählten Proben profilieren. Dann bestimmen wir das Land, die Zeit, die gesellschaftlichen und
wirtschaftlichen Situationen, die Familie usw. und warten eine Sekunde oder 100 Jahre - nach irdischer Zeit-
messung. Dann starten wir erneut. Darin sind für mich die vielen individuellen Schicksale und verschiedenen
Lebensumstände begründet.

Man kann - nach östlicher Terminologie - die Proben bzw. die zu bestehenden Prüfungen, die wir
als Belastung auf uns genommen haben, KARMA (Aufgabe) nennen. Eine wichtige Feststellung ist für
mich, dass wir unser Karma, das wir zu bestehen haben, erkennen sollten. Da diese Proben vor der Geburt
bzw. vor der Zeugung - im nichtmateriellen Existenzbereich - programmiert sind, müssen wir auch dort
die Gründe suchen. In stillen Stunden sollten wir versuchen, darüber zu meditieren: Welches sind unsere
Aufgaben in diesem "Durchgang". Nur dann, wenn wir uns ganz entspannt zu öffnen vermögen, können
wir Gedanken, eventuell Hinweise erhalten. Sollten uns einige - oder alle - der uns gestellten
"karmischen" Aufgaben bewusst werden, können wir viele der erkannten Hindernisse leichter
überspringen. Die nicht erkannten Gefahren und Proben sind oft ein Verhängnis, weil wir
dann emotionell reagieren - und nicht mit Verstand."
Aus: Stefan von Jankovich (1920-2002): "Ich war klinisch tot - Der Tod: Mein schönstes Erlebnis"
VI. Gedanken über ein positives Lebens. Prüfungen. Seite 138-140. Bild: Rennbahn: Leben Seite 139
DREI EICHEN Verlag 6. erweiterte Auflage 1993 (1984) www.forumhomoharmonicus.ch
[1] Stefan von Jankovich: „Die energetische Struktur des Menschen. Ein philosophisches Denkmodell.
Wer bin ich? Eine Vision meiner selbst“ II. Teil Das ICH 13. Reinkarnation - in welcher Form
existiert das ICH-Bewusstsein weiter? 6. Der freie Wille S.210f, 8. Grundprinzip des Menschen:
DIE LIEBE S.212 DREI EICHEN VERLAG 1990


"Du bist auf der Durchreise ..."
"Du bist auf der Durchreise , denke daran! Sieh' keine Station als die Endstation an!
Klag' nicht, wenn die Reisegefährten nichts taugen, Durchreisende haben das Ziel vor Augen!
Sie fühlen sich überall nur als Gast! Leicht sei ihr Gepäck, weder Bürde noch Last!
Sie schauen und wägen und blicken voraus: Durchreisende zieht es magnetisch nach Haus!
Oft steigen sie um oder wechseln das Kleid, Denn die Fahrt währet lang, und zu Hause liegt weit!
Und verlier'n sie in sternlosen Nächten die Sicht - Sie wissen: Am Ende des Tunnels ist Licht!
Und sie träumen wohl manchmal von einem Idyll Ruhevollen Verweilens ‑doch der Zug steht nicht still!
Alles fließt, kommt und geht: Pflanze, Tier, Mensch, Natur ‑ Glaub' mir:
Du bist ‑ wie ich ‑ auf der Durchreise nur ..."

Marcel Valmy
(Wolfgang Schnitzler)

1922-2001
Deutscher Schriftsteller
Aus: Stefan von Jankovich: „Reinkarnation als Realität – Gedanken über Reinkarnations-Erlebnisse
im klinisch toten Zustand“ II. Reinkarnationsgedankengut im allgemeinen Seite 21f
DREI EICHEN VERLAG 1993

"Was entsteht aus dem Lebenden?"
"Das Tote ..."
"Und was aus dem Toten?"
"Ich muss zugeben, dass es das Lebende ist."

Platon - Phaidon 71

TRIUMPH DES TODES (1562)
Museo del Prado in Madrid/Spanien


Peter Bruegel der Ältere
(1525/30 - 1569)
Maler der Niederländischen Renaissance
Bild: https://de.wikipedia.org

Thanatologie: (gr. thánatos = Tod und -logie = Wissenschaft)
Die Wissenschaft vom Tod, vom Sterben und der Bestattung.

Als erster Thanatologe gilt der französische Soziologe und Ethnologe Robert Hertz
(1881-1915) mit seiner
"Studie zur kollektiven Repräsentation des Todes" (1907).
(Contribution à une étude sur la représentation collective de la mort, Heft 10 der Année sociologique).

"Man mag darüber geteilter Meinung sein, ob die von Roswell Park [1852-1914, US-amerikanischer Chirurg;
"The evil eye, thanatology, and, other essays" (Das böse Auge, Thanatologie und andere Essays) 1912]
gefundene Bezeichnung gut ist. Immerhin hat sich der Begriff eingebürgert, und in den letzten Jahrzehnten
wurden unter diesem Namen sehr intensive Diskussionen geführt sowie sorgfältige Forschungen betrieben,
und zwar im biologischen, psychologischen, psychoanalytischen, parapsychologischen, medizinischen
und auch theologischen Bereich. Sporadisch wurden schon ähnliche Gedanken geäußert:
Der Tod nimmt in der Lehre Sigmund Freud's [1856-1939] eine zentrale Stellung ein. Ich zitiere nur einige
seiner Arbeiten wie "Totem und Tabu" [1913], "Zeitgemäßes über Krieg und Tod" [1915], "Jenseits des Lust-
prinzips" [1920] usw. Carl Gustav Jung [1875-1961] hat auch - nachdem er selbst einen Herzstillstand überlebt und
von denselben Erfahrungen berichtet hat - den Tod analysiert und in sein tiefenpsychologisches Gedankengut einge-
baut. In den letzten vierzig Jahren sind einige Pionierarbeiten verschiedener Autoren erschienen, die sich ganz behut-
sam in den Bereich des Todes gewagt haben: Raoul Montandon [1877-1950] "Das Geheimnis des Todes" [1946],
Arthur Ford [1896-1971] "Bericht vom Leben nach dem Tode" [ "Life Beyond Death" 1971] Ladislaus Boros
[1927-1981] "Mysterium Mortis" [MM: Der Mensch in der letzten Entscheidung 1962], usw.

Nach mehreren wertvollen Vorstößen in diese Richtung ist es Dr. Raymond Moody [b.1944] gelungen - ohne dass er
dies vorher ahnte - in den USA einen Bestseller zu veröffentlichen und damit einen echten Durchbruch zu erzielen:
"Life after Life" [1974; "Leben nach dem Tod. Die Erforschung einer unerklärlichen Erfahrung" 1977]. Sein Buch wurde
weltweit bekannt und in mehrere Sprachen übersetzt, und damit wurde das Problem natürlich immer aktueller.
Aber es war Dr. Elisabeth Kübler-Ross [1926-2004], die mit ihrer Arbeit "Interview mit Sterbenden" [1971,
“On Death and Dying: What the Dying Have to Teach Doctors, Nurses, Clergy and Their Own Families
1969”] die Welt aufrüttelte.

Sie hat nicht nur wertvolle wissenschaftliche Bücher über das Phänomen Tod geschrieben, sondern diesen auch
als Aufgabe erfasst und versucht, dem Menschen die Sterbebegleitung als einen der schönsten Liebesdienste
nahezubringen. Geburtshilfe und Sterbebegleitung sind im Grunde genommen ein und dasselbe. Die eine hilft einem
ICH-Bewusstsein, in diese Welt zu inkarnieren und die andere hilft, diese materielle Existenz zu beenden und in einer
neuen Welt, eine andere Existenz zu beginnen. Aus diesem Grunde sollten wir als gesunde Menschen
ständig mit dem Gedanken des Todes leben.

Aber auch die praktische psychotherapeutische Arbeit ist ununterbrochen mit dem Tod und der Problematik des Todes
konfrontiert: Todesangst, Reaktionen vor dem Tod, Todeswunsch, Angst vor der Nacht, Lebensgefahr usw. Das sind
enorme Probleme für den Sterbenden, weil der Mensch während des ganzen Lebens mit falschen Informationen über
den Tod programmiert wird
. In den letzten Tagen und Stunden braucht dann der Patient dringend Hilfe, mit der er die
prämortale Zeit in harmonischem Zustand erleben kann. Die letzte Stunde, das letzte Stück eines langen Lebensweges -
wenn die menschliche Individualität und dessen Schicksal in den Mittelpunkt gestellt werden sollen - verdient besonderes
Interesse. Dieses zu erforschen ist Aufgabe der Thanatologie. Was während des klinisch toten Zustandes passiert, wissen
wir bereits, von Erlebnisberichten. Was aber nach dem Hirntod kommt, ist nur durch philosophisch/meditative Vorgänge
zu erahnen.

"Der Tod ist das Aufgeben des einzelnen Körpers, d.h.
eines Teiles der jetzigen Individualität [Ungeteiltheit]."
Die Materie α des Körpers geht in den Kreislauf der leblosen Materie zurück ...
Die nicht-materiellen Teile des ehemaligen Menschen steigen aus dem
materiellen Körper α aus ... Also ist das ICH, welches sich als unsterblich
erwies, ausgetreten. Es ist eine fühlende, emotionsbeladene, intelligent
denkende, freien Willen und Entscheidungsvermögen besitzende, zur
Transzendenz strebende körperlose Wesenheit ... Vom Trennungsprozess
(Sterbeprozess) bis zum Volltod macht das ICH mehrere Phasen durch.
Ich habe diese als 12 Bewusstseinszustände definiert ..." [1]
(siehe danz unten: "ICH-Trichter")


Die psychotherapeutische oder religiöse Betreuung des Sterbenden sollte bestrebt sein, das seelische Leid
auf dem letzten Stück des Weges zu lindern und dem Sterbenden bei der Entfaltung neuer Möglichkeiten
seelischer Erfahrungen Beistand zu leisten.

Frau Dr. Kübler-Ross analysierte fünf Phasen, die die meisten Patienten in der prämortalen Zeit durchlaufen:
von der ersten Auflehnung gegen den kommenden Tod bis zur vollständigen Hingabe. [siehe nachfolgend].
Grundvoraussetzung dazu ist die Befreiung von einem einseitig, von biologisch-physiologischen Kategorien
beherrschten Todesbegriff: Die Tatsache, dass
der Tod als ein durch Funktionsstörungen verursachter Defekt,
als Ergebnis geschädigter physiologischer Abläufe oder zerstörter morphologischer Strukturen
angesehen wird,
bildet eines der größten Hindernisse für die Erfassung des Todesproblems.

Eissler [Kurt R. Eissler (1908-1999)] geht in seiner "Psychologie des Todes" [The psychiatrist and the dying patient 1955,
"Der sterbende Patient. Zur Psychologie des Todes" 1978] von der Grundvoraussetzung aus, dass der Tod immer auch
ein psychologisches Ereignis ist, das in der Lebensgeschichte des Menschen begründet und in hohem Maße der Individuation
zugänglich ist.
"Weil hinter dem Tod die stärkste biologische Kraft des menschlichen Universums steht und weil das Ich ihm
am wenigsten gewachsen ist, bildet der Tod die größte Herausforderung und damit vielleicht einen einzigen großen Anlass,
bei dem die Individualität sich zu ihrer differenziertesten Gestalt aufschwingen muss"
. Der Tod kann ebensowenig
wie andere Grundereignisse des Lebens unberührt von der sich ihm stellenden Individualität gesehen werden.

Wenn für uns der Zeitpunkt des Sterbens kommt, drängt sich die Frage auf: Wie soll ich sterben? Oder soll ich bis aufs
Letzte für das Leben kämpfen? Sind lebensverlängernde Maßnahmen für den Sterbenden in jedem Fall von Vorteil?

Ich glaube - wenn ich meine Erfahrungen analysiere und auswerte, muss ich NEIN sagen. Zwischen Zusammenstoß
und Herzstillstand [am 16.9.1964, um 13.15h, schweren Autounfall, als Beifahrer, in der Nähe von Bellinzona/Tessin/CH.]
war ich bewusstlos ... keine Empfindungen, keine Wahrnehmungsmöglichkeiten, kein Zeitbegriff ... eine völlige Leere.

Ob dieser Zustand eine Sekunde, eine Stunde, einen Tag oder ein Jahr dauert, ist für den Sterbenden bedeutungslos.
Er merkt es gar nicht, dass er in einer Intensivstation an hochmodernen, technisch vollkommenen Apparaturen
angeschlossen ist ... Sein ICH-Bewusstsein ist ausgeschaltet. Deshalb kann er nicht denken und mit Verantwortung
Entscheidungen treffen - was jedoch charakteristische Manifestationen des ICH sind. Die biologisch-vegetative
Verlängerung des Lebens nützt ihm gar nichts. Diese Manipulation ist kostspielig und nutzlos, falls keine Hoffnung
auf Genesung besteht. Deshalb JA zur Intensivstation als Überbrückungsmaßnahme zur Genesung,
jedoch NEIN als bloße vegetative Lebensverlängerung.

Wir haben in der letzten Vergangenheit erlebt, dass Intensivstationen eine politisch wichtige Bedeutung hatten,
z.B. in den Fällen der Diktatoren wie [Francisco] Franco [1892-1975] und [Josip Broz] Tito [1892-1980]. Sie
mussten vegetativ "leben", bis die Nachfolge ausgespielt war ... Als diese gesichert war, gaben
die Nachfolger den Ärzten die Erlaubnis, die Apparate auszuschalten ...

Ist das ein menschenwürdiger Tod? Man verlangt einen menschenwürdigen,
individuellen Tod, was aber ist ein menschenwürdiger Tod?

Der Sterbende braucht eine individuell motivierte Hilfe. Er sollte zur Erkenntnis geführt werden, dass sich neue Türen
für ihn öffnen werden und seinem ICH nichts geschieht. Dann kann er sich zuversichtlich dem Tod hingeben und
dadurch den Übergang, die Ummodulation ["Hochschwingen"] erleichtern. Hingabe und eine positive Aufnahme
des Lebensfilms  wie "In-den-Spiegel-Schauen"] als größte Lehre zur Selbsterkenntnis werden ihm
den Individuations-Prozess des eigenen ICH ["ICH-BIN-ICH-SELBST"] ermöglichen und dadurch
die Voraussetzung der geistigen Entwicklung - als Ziel des erloschenen Erdenlebens -
sicherstellen."

Aus: Stefan von Jankovich (1920-2002): "Ich war klinisch tot - Der Tod: Mein schönstes Erlebnis"
VIII. Gedanken über den Tod und Sterbebegleitung. Thanatologie. Seite 172-176
DREI EICHEN Verlag 6. erweiterte Auflage 1993 (1984)

[1] Stefan von Jankovich: „Die energetische Struktur des Menschen. Ein philosophisches Denkmodell.
Wer bin ich? Eine Vision meiner selbst“ II. Teil Das ICH 12. Was geschieht im Tod? Seite S.181, 183
DREI EICHEN VERLAG 1990



"Wir haben als einzige Spezies ein eingebautes Problem.
Unser bewusstes Selbstmodell besitzt einen räumlich kodierten Teil, das KÖRPERBILD,
und einen außersinnlichen, das DENKEN. Zudem beherrscht uns ein tief in unser Selbstmodell
eingebrannter BIOLOGISCHER IMPERATIV: Du darfst nicht sterben, du musst überleben.

Und unser KOGNITIVES SELBSTMODELL sagt uns: Der größte anzunehmende Unfall wird kommen,
schließlich weiß jeder, dass er sterben wird. Das ist der existentielle Riss im Selbstmodell.

Niemand von uns ist gefragt worden, ob er existieren will, mit diesem Gehirn, mit dieser Form von Bewusstsein.
Und am Ende werden wir auch nicht gefragt werden, ob wir bereit sind zu gehen. Wir sind die ersten Lebewesen,
die das bewusst erleben. Das bedeutet eine schwere Bürde... Gibt es unendlichen Frieden für alle, die auf der Erde
gelebt haben, für Menschen, für Tiere? Oder ist jetzt alles aus?... Wir haben keine endgültige Antwort auf diese Frage.
Wir sollten nicht einfach den Glauben bemühen... Da niemand etwas weiß, lasse auch ich mich überraschen!...

Agnostiker sagen: Es ist unangemessen, unvernünftig und falsch, etwas zu fürchten, solange wir nicht wissen,
ob es uns schadet oder nützt... Es ist daher Unsinn, den Tod als Endzustand zu fürchten.
Religion hält hier nicht nur Tröstungen bereit, sondern auch massive Einschüchterungen.
Die Geschichte von Teufel, Hölle, Fegfeuer spricht für sich: Hunderte von Millionen gläubiger Menschen
sind verschreckt und bis in den Tod geängstigt worden, eine der Todsünden der Kirche."

Mit freundlicher Erlaubnis von Prof. em. Dr. Horst Herrmann (e-mail vom 17.2.2011):
Agnostizismus - Freies Denken für Dummies“ S.140ff, Wiley-VCH VERLAG 1.Auflage 2008




"Niemand weiß, was der Tod in Wirklichkeit ist, noch
ob er für den Menschen nicht der größte aller Segen ist.
Dennoch fürchten die Menschen den Tod,
als wäre er das größte aller Übel"

Sokrates
469-399 v. u. Z


"Aber unsere Kultur hat nicht nur das Sterben verlernt, sondern auch den Tod aus ihrer Wirklichkeit verbannt.
Sterben passt nicht zur Erfolgsgesellschaft. Sterben passt nicht in die allgegenwärtige virtuelle Parallelwelt.
Sterben ist Versagen, Sterben ist Schwäche, Sterben ist eine Schande. Sterben ist das Eingeständnis
der Endlichkeit in einer undendlich globalisierten Welt. Wir sterben nur noch unter Protest. Von der Schul-
medizin im letzten Augenblick - wenn eine Heilung nicht mehr möglich erscheint - fallengelassen wie die
sprichwörtliche heiße Kartoffel. Wir sterben versehentlich. Wir sterben abgesondert und abgeschoben
im Hospiz. Wir sterben palliativ. Wir sterben während einer letzten OP. Wir sterben einsam.
Wir sterben im Pflegeheim. Wir sterben im Geheimen. Wir sterben unsichtbar für die Welt
außerhalb des Geriatrie-, Medizin- und Pflegesystems ... Wann und wo immer von
sterbenden Menschen gesprochen wird, werden diese als "Patienten" bezeichnet,
was aus dem Lateinischen übersetzt "Leidender" bedeutet. Aber nicht jeder
sterbende Mensch ist zugleich ein leidender Mensch. Wir müssen wieder
lernen, dass Menschen dann und wann auch gesund sterben können.
Und dass selbst die beste medizinische Behandlung über das
ganze Leben hinweg den Tod nicht verhindern kann ..."

"Frau Doktor, könnten Sie bitte kommen, ich möchte mit Ihnen über den Zustand meiner Mutter sprechen."
Eine etwas unsichere und verzweifelte Frau Mitte fünfzig wendet sich mit diesen Worten an eine im Gang vorbeieilende Ärztin.
Immerhin bleibt diese stehen, gibt aber durch ihre Körperhaltung zu verstehen, dass sie nicht viel Zeit für die Fragestellerin
erübrigen möchte oder kann. "Was kann ich für Sie tun? Was ist mit Ihrer Mutter? Ich kenne Ihre Mutter ja nicht besonders gut."
Zaghaft erwidert die leicht korpulente Frau: "Aber Sie sind doch die Stationsärztin, und Sie wissen ja, meine Mama ist wegen
Leberkrebs bei Ihnen in Behandlung." Die so angesprochene junge Ärztin wendet sich jetzt schroff an die Bittstellerin: "Ach ja,
aber Ihre Mutter ist eigentlich wegen Darmkrebs bei uns. Nur hat der jetzt leider auch die Leber befallen. Aber das ist deswegen
noch lange kein Leberkrebs. Und wir behandeln das jetzt ohnehin mit einer neuen Chemotherapie. Glauben Sie mir, wir
versuchen wirklich alles. Mehr können wir für Ihre Mutter im Moment auch nicht tun." Der Tonfall der Stationsärztin gibt
dabei klar zu verstehen, dass jetzt alle Fragen beantwortet sein müssten. Verunsichert wagt die Tochter der Patientin noch
einen Versuch, ihr Anliegen zur Sprache zu bringen: "Frau Doktor, wenn ich mir die Mama so anschaue, sie wird doch von Tag
zu Tag weniger, und essen tut sie auch nicht mehr, und ich hab mir gedacht, ob ich die Mama nicht mit nach Hause nehmen soll,
wissen Sie, die Mama hat immer gesagt, dass sie einmal zu Hause sterben möchte." Noch einmal verändert sich der angestrengte
Gesichtsausdruck der Frau Doktor. Streng blickt sie in das Gesicht der Angehörigen: "Aber eines sage ich jetzt ganz klar und deutlich.
Wenn Sie Ihre Mutter jetzt mit nach Hause nehmen, wird sie nicht mehr gesund werden können. Das muss Ihnen klar sein.
Hilfe für Ihre Mutter gibt es nur bei uns. Aber wenn Sie meinen, ich will Ihrer Entscheidung nicht im Wege stehen." Dann schweigt
die Ärztin eine Weile, offensichtlich wägt sie den folgenden Satz und seine Folgen noch kurz ab, um ihn dann doch zu sagen:
"Sagen Sie einmal, wollen Sie wirklich schuld am Tod Ihrer Mutter sein?" Die so gemaßregelte Tochter der schwer krebskranken
Patientin beginnt zu weinen und schluchzt:: "Ja, Frau Doktor, wir danken Ihnen für alles, was Sie für die Mama getan haben,
aber ich hab das auch mit meinem Mann so besprochen, wir werden die Mama heute noch mit nach Hause nehmen."
Die Ärztin ruft in Richtung Schwesternstützpunkt, dass man sich um die Entlassung der Patientin kümmernm und einen
Heimtransport organisieren solle. Dann dreht sie sich wortlos um und marschiert mit schnellen Schritten
den Gang weiter. Es ist Nachmittag, 16:30. Am nächsten Tag um 11:15 verstirbt
die 76-jährige Chemotherapiepatientin zu Hause in Ihrem Bett."
...



Die einzige Grunderkrankung unter der alle Menschen sicher leiden oder litten,
ist einzig und alleine das "Leben an sich". Das heißt, der einzig sichere und
unbedingte Grund, einmal sterben zu müssen, ist es, am Leben zu sein.
Diese Tatsache mag banal klingen, sie stellt aber die einzige hundertprozentig
sichere Aussage über unsere Erwartungen an Leben und Sterben dar ...

Nach dem Tod eines Menschen entsteht ein neuer Zustand. Am besten mit dem Wort
"perfekt" beschreibbar. Dieses Wort verdient eine tiefere Betrachtung: "Perfekt" kommt
aus dem Lateinischen und bedeutet "vollendet". Wenn also ein Menschenleben nach
dem Prozess des Sterbens im Tod endgültig vollendet worden ist, geht es in den
"perfekten Zustand" über. Gleichzeitig steht das Wort "Perfekt" in grammatikalischer
Hinsicht für "Vergangenheit". Sie scheinbare Doppeldeutigkeit des Wortes entpuppt
sich bei näherer Betrachtung als durchaus erklärbar: Erst mit der Vollendung,
mit dem Abschluss wird ein Werk vollendet ... Was abgeschlossen ist, ist
vergangen. Und was Vergangen ist, wird dadurch perfekt. Weil es, zumindest
im Fall eines menschlichen Lebens, nicht mehr verändert werden kann.
So wird jedes Menschenleben im Tod perfekt. Vollendet,
fertig, abgeschlossen, vergangen ...

Der unsichere, verkrampfte Umgang der Gesellschaft mit dem Tod ist unter anderem
also auch eine Folge der Absenz des Sterbens in unseren Tagen und in unseren Breiten-
graden. Der unsichtbare Tod verbreitet eine eigenartige Unsicherheit und bewirkt
die klassische Angst vor dem Unbekannten. Die westliche Wohlstands-
öffentlichkeit weiß nicht, wie es sich stirbt. Sie hat es nie gesehen ...

Die Floskel "einfach so sterben lassen" gehört zum Standardrepertoire, wenn es um den Umgang
mit dem Sterben geht. In der Regel ist damit ein Versagen der Medizin, ein Mangel an Bemühung
und Engagement gemeint. Dass in dem Satz "Wir lassen einen Menschen einfach sterben" auch
unendlich viel Güte, Weitsicht und gelebtes Mitleid eingeschlossen sein könnte, käme keinem
Verantwortlichen in den Sinn. Nein, einen Menschen einfach sterben zu lassen kann nur kriminell im
Sinne der unterlassenen Hilfeleistung und dem Vorenthalten der Segnungen der modernen Medizin

sein. Und wenn schon sterben lassen, dann auf keinen Fall "einfach", sondern kompliziert. Mit
Schläuchen in Mund und Nase, Harnröhre und Magen, Infusionen und medikamentöser Therapie
bis zum letzten Atemzug, und oft auch noch darüber hinaus ... Verschlauchte und verkabelte
menschliche Körper, denen die Menschlichkeit wegtherapiert wurde. Von einer Ärztegeneration,"
die nichts anderes gelernt hat ... eigenständig denkende Menschen sind im modernen Medizin-
betrieb nicht vorgesehen
... Infusionen, die Sterbenden im Rahmen eines natürlichen Sterbe-
vorganges verabreicht werden, dienen also in erster Linie der psychotherapeutischen Eigen-
behandlung von Pflegern, Ärzten und Angehörigen. Die eigene Unsicherheit dem anvertrauten
Patienten gegenüber wird durch eine offensichtliche medizinische Intervention überspielt,
das eigene Leid weit mehr als das des Patienten behandelt. Das Gefühl, etwas gegen den Tod
getan zu haben, reduziert vorübergehend den Druck der Ohnmacht dem Tod gegenüber ..."


Aus: Günther Loewit: "Sterben - Zwischen Würde und Geschäft" Auszugsweise aus: Sterben und Tod I: Das Leben.
Das Versprechen vom ewigen Leben. S.25ff; Wem gehört der Tode? 35ff. Anfang und Ende S.44
Das Ende der Welt. S.58f. Der verdrängte Tod S.64. Sterben und Tod III: Die Medizin.
Einmal Intensivstation und zurück S.188. Die letzte Infusion S.189, 195, 198
HAYMON 2014




Danach


Du bist nicht da.

Ich,
ein Bach ohne Wasser,
ein Bein ohne Mark,
eine Kerze ohne Docht,
eine Nacht ohne Stern.


Du bist nicht da.

Ich
schreie nach Deinem Lächeln,
nach der Melodie Deiner Stimme,
nach der Berührung Deiner Finger.
Du bist nicht da.
Ich?


Prof. Dr. Dieter Strecker
(b. 1944 Düsseldorf)
Schriftsteller, Wissenschaftler, Therapeut



"Your Long Journey"
www.youtube.com/watch?feature=endscreen&v=cTkbSWbfiGk&NR=1
Robert Plant & Alison Krauss

Manches geht niemals vorüber
2003
Zillertaler Schürzenjäger
(1973 bis 2007)

Manchmal fällt irgendwo Dein Name
und ich fühl Dich zum Greifen nah
kann Dich ganz tief in Mir spüren
so, als wärst Du noch immer da.


Als wär die Welt einfach stehn geblieben
so, als wär nie, nie etwas geschehn
Wir sehn noch immer die selbe Sonne
die selben Sterne am Himmel stehn.

Manches geht niemals vorüber,
man kann nichts dagegen tun.
Manches wird für immer bleiben,
wird niemals sterben, höchstens ruh´n.
Du kannst es tausendmal versuchen,
davon Dich zu befrei´n,
manches wird sich niemals ändern,
wird ein Teil von Dir für immer sein
.

Längst verheilt geglaubte Wunden,
sie tun noch einmal weh.
Ich kann´s noch immer nicht begreifen,
wenn Ich alles wieder vor Mir seh.

Und bis Wir Uns einmal wieder finden,
irgendwann in einer andern Zeit,
soll dieses Lied Dir von Uns sagen,
dass Uns´re Liebe für immer bleibt.

Manches geht niemals vorüber ...

Du kannst es tausendmal versuchen,
davon Dich zu befrei´n,
manches wird sich niemals ändern,
wird ein Teil von DIR
für immer sein.


www.youtube.com/watch?v=bhTupY10Z-A

Der Tod - Das Leben

(In einem Sommer geschrieben)

Wollen sie diesen Kommentar wirklich lesen? Jetzt, wo das Jahr in der Fülle steht, das Leben, die Sonne durch die Natur,
vielleicht auch durch Ihre eigene hindurchvibriert? Stehen Sie vielleicht, wie man so sagt, in der Blüte Ihrer Tage?
Und dann immer wieder diese Diskussionen über die Euthanasie - aus dem Griechischen und wörtlich: der gute Tod.
Der Gute Tod - ein fremder Gedankengang in einer Kultur wie der unsrigen, in der alles, was an Vergänglichkeit,
an Auflösung, an Tod erinnert, mit unerhörter, mit raffinierter Schliche verdrängt wird - verdrängt,
wirklich verdrängt, im einfachen Sinne des Wortes.


1 Man mag es nicht wahrhaben, dass es so etwas gibt ... und wenn es in der Familie, im Freundeskreis doch vorkommt,
so sind wir gewohnt, im Sterben einen Betriebsunfall zu sehen. - Unannehmlichkeiten, schnell erledigt, um möglichst rasch
zur Tagesordnung überzugehen, einer Tagesordnung, in der wir wieder funktionieren dürfen, wie das weiße Mäuschen in
seinem Laufrad, das funktioniert ja auch, wenn sich nur das Rad bewegen lässt ... wir Mäuse, wir Lemminge.
Überblicken wir doch wirklich einmal den Gang des Lebens im Gesellschaftlichen, im Individuellen:
Wir müssen funktionieren, koste es, was es wolle, die Kreditraten wollen schließlich gezahlt werden,
wir wollen, müssen... Aber wird es reichen? - Vielleicht geht es uns einmal nicht so gut, die Speicher müssen,
müssen gefüllt sein ... die Unsicherheit um unser Bestehen, ein würgender Alb...


2 Tod, natürlich, das gibt es. Und sterben? Jeder muss das ... ja, ja, aber reden wir doch von anderen Dingen.
Woher diese Angst, dieses Verdrängen einer Selbstverständlichkeit? Wir akzeptieren sie üblicherweise,
wenn wir im Kreislauf der Natur damit konfrontiert werden. Oft genug sind wir auch, ohne uns zuviel Gedanken
zu machen,
beteiligt, bewusstes Leben auszutilgen, zum Beispiel durch unsere Nahrungsgewohnheiten.
Außerdem kennen wir den Herbst, seit Kindertagen wissen wir, dass da die Blätter fallen, absterben.
Wir fühlen, wie sich die Natur zurückzieht. Herbst - Erinnerung an die Vergänglichkeit des eigenen Lebens,
Erinnerung an den eigenen Tod. Kaum bewusst neigt man in dieser zeit zu Melancholie, Depression,
doch die Hetze, die
"Gesellschaft" lenken uns ab davon (was ist nicht alles zu tun!!). Ablenkung:
lenk dich doch ab, wenn du solche Gedanken hast; schau, wie schön das Leben sein kann; denk positiv,
freu dich einfach... oder betrink dich, narkotisiere dich, womit auch immer; verreise in den herrlichen Süden,
vielleicht mal in die Karibik, und dann fang eine Therapie an.
Ich folgte den Ratschlägen und narkotisierte mich. - Doch beim Erwachen war es schlimmer als zuvor,
also betrank ich mich - und das Erwachen war eine Wüste ... ich verreiste, weit weg in die Ferne - und
begegnete doch wieder nur mir und meinem Dämon...
Was ist es nur, was mich so unruhig macht, auf Schritt und Tritt, des Tags, des Nachts... Fort, fort, ablenken,
ganz egal wie, fort... Aber wohin, wo ist der Winkel, in dem ich nicht immer wieder den eigenen Schemen begegne?
Alles, was entsteht... wir kennen es seit undenklichen Zeiten, es ist, als wäre dies mein Leben und ohne Unterlass.


3 Verwundert es, dass das Sterben abgeschoben wird - aus den Augen, aus dem Sinn, ab ins Krankenhaus,
denn vielleicht kann die Medizin noch etwas machen, alles etwas erleichtern, vielleicht hat er/sie noch eine Chance.

"Und ansonsten haben wir ja die Morphine, da merkt man nichts... ja, ja, wir erleben das häufig, leider, ja. - sie können beruhigt sein..."
Das Resultat ist dann ein Dahinvegetieren wie im Koma, totale Verblödung und Senilität. Wenn der Zeitpunkt naht, wird der Sterbende
abgeschoben in ein Badezimmer, in eine Kammer... Zusammengefasst:
wir haben getan, was wir konnten. Die Angehörigen sind
aufgrund dieser Aussagen scheinbar beruhigt, die Ungewissheit, die Zweifel bleiben, nagend im Inneren. Die allgemeine Angst
spiegelt sich nur wider in den Ängsten der Medizin, das ist zu verständlich, ist doch der Tod der Erbfeind schlechthin,
der
nie von ihr besiegt werden kann, nie. Daher die Angst, da alles, absolut alles in Frage gestellt wird. Durch die Medizin
werden nur ein paar Tage, ein paar Wochen drangehängt, dem Schnitter abgekauft, der Preis: Leiden und Schmerzen.

Warum stirbt der Mensch heute im allgemeinen so schwer? Muss es wirklich so sein? Oh welche Tragik, nicht mehr ein
und aus zu wissen, nichts mehr zu wissen vom Woher und Wohin. Auch unsere traditionelle Glaubenssysteme können
daran nichts ändern, im Innern ahnt man, weiß man, dass es anders ist, niemand kann sich zwingen,
irgend etwas zu glauben.


4
Muss es tatsächlich so sein? Was ist der Tod anders als die Zerbrechung der feineren und gröberen Form ...
ein wesentlicher Augenblick, so wichtig wie die Geburt, da nun die Erfahrungen gesammelt, überschaut, durchlitten werden
und als Möglichkeiten und Ballast ein nächstes Eintauchen in die Form bestimmen - solange (und so oft), bis einen die Erfahrung nach den
so lange schon geahnten Ufern Ausschau halten lässt ... Und der nun schon bewusst Suchende tritt ein in die Wirklichkeit des Stirb und Werde.
Alles, was man lassen
kann, ermöglicht der innersten Bestimmung, Führer des Lebens zu werden - und plötzlich verstehen wir
den Tod als die Bedingung, die Verheißung des so lange Gesuchten, der verborgenen Wahrheit, von der die Mythen erzählen:
die Einheit mit dem Ursprünglichen, das den Tod nicht mehr schauen wird, auch Krankheit und Verderben nicht kennt.
Es ist ein Tod, der nichts zu tun hat mit dem körperlichen Verwelken, der vielmehr ein Losmachen ist von all den Bindungen,
auch den Hoffnungen, die verknüpft sind mit der Natur des Kommens und Gehens. Von diesem Moment an wird man dann
nicht mehr der
trübe Gast auf der Erde sein, da man im Stirb und Werde steht. Ein altes Wort wird lebendig, Jakob Böhme
(1575-1624) hat es folgendermaßen niedergeschrieben:
"Wer stirbt, während er lebt, stirbt nicht mehr, wenn er stirbt."
Das ist das Mysterium der wirklichen Menschwerdung, das Mysterium der Überwindung - der goldene Tod.
Und was hat das mit der Medizin zu tun? - Viele Schmerzen werden ungeschehen sein, wenn wir den Lauf des Lebens
zulassen können, uns nicht wehren gegen die uns innewohnende Bestimmung. Auf der körperlichen Ebene hilft
die verstehende Heilkunde, die Lösungsprozesse bewusst und in Würde erleben zu können.
Was gibt es mehr, was gibt es Einfacheres?


Aus: „Wendezeit der Medizin – Die Erneuerung der Heilkunde“
Seite 93 - 97. Verlag Zeitenwende 2008
Klaus Bielau
(b.1955)

Österreichischer Arzt, Homöopath, Regiestudium u. Theaterarbeit,
Lektor für Homöopathie an der Uni Graz und Paracelsus-Schulen in Graz und Wien


"Whiskey Lullaby"
www.youtube.com/watch?v=zID1odhdck
Brad Paisley & Alison Krauss

"Wenn einer 75 Jahre alt ist, kann es nicht fehlen, dass er mitunter an den Tod denke.
Mich lässt dieser Gedanke in völliger Ruhe, denn ich habe die feste Überzeugung,
dass unser Geist ein Wesen ist ganz unzerstörbarer Natur; es ist ein Fortwirkendes
von Ewigkeit zu Ewigkeit. Es ist der Sonne ähnlich, die selbst unseren irdischen Augen
unterzugehen scheint, die aber eigentlich nie untergeht,
sondern unaufhörlich fortleuchtet."

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
zu Johann Peter Eckermann (1792-1854),
am 2. Mai 1824

In den 1950er und 1960er Jahren öffneten Soziologen den Weg zu einer sozialpsychologischen Betrachtungsweise des Todesphänomens. Sie schufen mit der Erforschung soziologischer Aspekte des Todes Grundlagen zur Erstellung von Betreuungs- und Therapieprogrammen, die bei der Bewältigung von Verlust durch Tod hilfreich sein würden. Besonders das Buch "Tod und Sterben"(1969) der in der Schweiz geborenen Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross (1926 - 2004) leistete Aufklärungsarbeit und verschaffte dem Thema Todesbewältigung in der modernen Gesellschaft eine breite Öffentlichkeit.

Elisabeth Kübler-Ross ermittelte in ihren Interviews mit "sterbenskranken" Krebspatienten 5- Phasen der Einstellung gegenüber der Krebs-Krankheit. Unabhängig vom heute "weniger" bekannten niederländischen Psychogerontologen Joep Munnichs (1927-2000), definierte sie die heute "anerkannten" 5-Phasen des Sterbens:


1) "Verleugnung" - Nicht wahrhaben wollen und Isolierung ["Nicht-zur-Kenntnis-Nehmen"] - Wenn die Diagnose feststeht, wird die Krankheit vom Patienten geleugnet. Der Patient will sein Schicksal nicht wahrhaben, weicht aus und hofft auf einen Irrtum.

2) "Wut" - Zorn - Ärger ["Flucht"] - Warum gerade ich? Der Patient verspürt Neid auf die Weiterlebenden. Das führt zu unkontrollierbaren Wutausbrüchen auf alle, die nicht an seiner Krankheit leiden.

3)
"Feilschen" - Verhandeln ["Ausweichen"] - Der Kranke feilscht um einen Aufschub. Er glaubt und hofft durch „Kooperation“ auf Belohnung, etwa eine längere Lebensspanne und Freiheit von Schmerzen.

4) "Depression" ["Ruhe bewahren"] - Verzweiflung und Verlust. Der Kranke sieht ein, dass er seinem Schicksal nicht entrinnen kann. Er verliert seinen Mut, doch mit der Zeit lernt er, seinen Tod zu akzeptieren, ihm gelassener entgegenzusehen.

5) "Versöhnung mit dem Schicksal" - Zustimmung ["Zustimmung"]- Der Kranke gewinnt wieder Selbstvertrauen und wird fähig, dem Leben, das ihm noch bleibt, etwas abzugewinnen. Der Kampf ist vorbei, der seelische Schmerz vergangen und der Patient will von den Problemen der Außenwelt in Ruhe gelassen werden.

Eine letzte 6. Phase, definiert nach Stefan von Jankovich (1920-2002, ungarisch-schweizerischer Architekt, Künstler, Autor, Nahtoderfahrung, am 16.9.1964, um 13.15h bei einem schweren Autounfall als Beifahrer in der Nähe von Bellinzona/Tessin/CH) Siehe Leistungen: PHEET >>>

6)
"
Erfüllung - Euphorie" - Jener glückliche Zustand, in dem der Sterbende das "Gotteserlebnis" erwartet.

Diese fünf Phasen lösen einander ab, können aber auch nebeneinander existieren. Allen Phasen ist gemeinsam, dass sie sich mit Hoffnung beschäftigen und dass es ein Fehler wäre, dem Sterbenden die Hoffnung zu nehmen. "Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht!"
[Vaclav Havel (1936-2011), tschechischer Schriftsteller u. Politiker)]

Die Quintessenz aus den Erfahrungen, die Elisabeth Kübler Ross in ihrem unermüdlichen Umgang mit Sterbenden gesammelt hat, lautet, "dass der Tod nicht eine katastrophale, destruktive Angelegenheit sein muss. Vielmehr kann man ihn als einen der konstruktivsten, positivsten und kreativsten Bestandteile der Kultur und des Lebens ansehen."
[Elisabeth Kübler Ross: „Reif werden zum Tode - Es kommt auf die Intensität des Lebens an“ KNAUR 2004 (1976)]


"Beim Sterben laufen ebenfalls biologische Programme ab [wie bei Schwangerschaft und Geburt],
die wir allerdings erst allmählich beginnen, zu verstehen bzw. wiederzuentdecken. Es ist bezeichnend,
dass in der internationalen Klassifizierung der Diagnosen (ICD-10) der natürliche Tod nicht vorkommt.
Wenn ein Mensch stirbt, muss dies offensichtlich Folge irgendeiner Krankheit sein.

Der Tod aus "Altersschwäche", wie es früher hieß, ist in der modernen Medizin gar nicht mehr
vorgesehen.
Kein Wunder, dass Ärzte sich bemüßigt fühlen, permanent in die Sterbevorgänge
ihrerPatienten einzugreifen: Sie wissen nicht - und haben es in ihrer Ausbildung nie gelernt -,
dass es so etwas wie einen natürlichen Sterbeprozess ["Absterbeprozess"] gibt,
den man vorbereiten, erkennen und begleiten kann,
vor allem aber nicht unnötig stören sollte."
Aus: Gian Domenico Borasio (b.1962, Palliativmediziner): „Über das Sterben. Was wir wissen, was wir tun können,
wie wir uns darauf einstellen“ 1.Was wissen wir über das Sterben?  Sterben Seite 25. BECK 2. Auflage 2012




"Die größte Tragödie
ist nicht ein schmerzvoller Tod,
sondern Verlassensein".


Mutter Teresa
(1910-1997)
Indische rk-Ordensschwester


Das Positive am Tod scheint zu bestehen, dass er das Leben zu etwas Einmaligem macht. Nur wer sich bewusst ist, dass sein Leben einmal ein Ende hat, kann wirklich intensiv leben.

Früher glaubten viel mehr Menschen an ein Weiterleben nach dem Tod. Die Religion bot eine positive Möglichkeit den Gedanken an einen endgültigen Tod zu verdrängen: Schmerz, Leid und Entbehrungen konnten ertragen werden durch den Glauben an eine ausgleichende Belohnung im Jenseits. Besonders ausgeprägt findet sich diese Haltung bei Menschen mit einer gesetzlichen Religiosität. Sie halten sich peinlich genau an die verschiedenen Gebote und Verbote, um dafür im "ewigen Leben" belohnt zu werden.

Nach Untersuchungen von Ronald Grossarth Maticek [b.1940, Medizinsoziologe] gehören die gesetzlich-religiösen Menschen zu jenen, die am häufigsten an Krebs erkranken. An zweiter Stelle folgen die gesetzlichen Atheisten, das heißt jene, die eine Existenz Gottes ausschließen. Die toleranten Atheisten, die eine Existenz Gottes für möglich halten, werden am dritthäufigsten krebskrank. Am wenigsten Krebs bekommen die Personen mit einer "spontanen" Religiosität [1].

Solchen Menschen bedeutet Gott in erster Linie "Freude" und "Selbsterkenntnis", sie können ihre Religiosität mit ihren anderen Einsichten und Wünschen vereinbaren und empfinden beim Gebet auch körperlich ein Gefühl der Befreiung. Wahrscheinlich können sich die Spontanreligiösen und die toleranten Atheisten auch am ehesten mit dem Gedanken an den endgültigen Tod abfinden.

Eine zweite Studie, die Grossarth Maticek über den Zusammenhang zwischen Religion und Krebskrankheit durchführte, brachte ein äußerst interessantes Ergebnis.


Der Forscher verglich eine Gruppe 334 Krebspatienten mit einer Kontrollgruppe von Patienten, die an anderen, leichteren Krankheiten litten. Beide Gruppen wurden über ihre religiöse Einstellung befragt. Von den Krebspatienten waren 210 gesetzlich-religiös, 58 strenge Atheisten, 14 tolerante Atheisten und 52 spontanreligiös.

Bei den Krebspatienten war der Anteil der Gesetzlich-Religiösen größer und jener der Spontanreligiösen kleiner als in der Kontrollgruppe. Die Atheisten in der Kontrollgruppe schlossen die Existenz Gottes weniger häufig aus als die Atheisten in der Gruppe der Krebspatienten. Soweit stimmte das Ergebnis mit dem der ersten Studie überein.
Bemerkenswert ist jedoch, dass in der Krebsgruppe der Anteil der spontan religiösen - die nach der ersten Studie am wenigsten häufig krebskrank werden sollten - größer war als jener der toleranten Atheisten und nur wenig kleiner als jener der strengen Atheisten.

Eine genauere Befragung ergab, dass von den 52 Spontanreligiösen in der Krebsgruppe nur gerade 6 diese Einstellung schon vor dem Ausbruch der Krankheit gehabt hatten.

Die Einstellung der übrigen 46 hatte sich also durch die Krebsdiagnose geändert, und das schien auch einen positiven Einfluss auf ihre Überlebenschancen zu haben.

Grossarth Maticek: "Auf dem Stand der bisherigen Auswertungen deutet sich auch ein Zusammenhang zwischen langer Lebensdauer nach der ersten Diagnosestellung und der spontanen Religiosität [2]."

Spontane Religiosität ist im Grunde nichts anderes als die Fähigkeit, mit sich selbst und mit seiner Umwelt in Harmonie zu leben. Es ist eine Lebensweisheit, die nicht an irgendeine religiöse Lehre gebunden ist, sondern ihre Kraft aus dem Unterbewussten schöpft.

Der Gedanke an den Tod kann sowohl Furcht als auch Geborgenheit hervorrufen: Furcht vor dem Sturz ins bodenlose Nichts oder Geborgenheit im alles, das uns erwartet. Im Grunde genommen sind das Nichts und das Alles dasselbe.


Nur unsere Gefühle gegenüber dem Unvorstellbaren machen den Unterschied aus. Die Geborgenheit angesichts des Todes, das Gefühl, sich um das, was nachher folgt, keine Sorgen machen zu müssen, scheint mir die wichtigste Voraussetzung zu sein, um den Krebs erfolgreich entgegenzutreten." [1,2]




Zum guten Umgang mit Sterbenden gehört
,
sie nicht allein zu lassen,
auch wenn sie bewusstlos sind,
sie zu berühren und mit ihnen
zu sprechen,
sie freizugeben,
ohne freilich den Schmerz
über den Verlust zu unterdrücken.


Zum guten Umgang mit Sterbenden gehört,
dass sie ohne Schmerzen sterben dürfen.

Es ist erwiesen: Sie können nicht abhängig
(süchtig) werden, selbst wenn das Wunder
einer Heilung geschieht.

Beharren Sie darauf und ziehen Sie
ohne Skrupel einen zweiten Experten
zu Rate,
wenn der erste sich weigert,
die Dosis für den sterbenden Menschen
zu erhöhen.


Zum guten Umgang mit Sterbenden gehört,
dass man ihnen die Wahrheit sagt,
wenn sie diese hören wollen.


Jeder braucht Zeit für den Abschied.

Wenn dann (auch Ärzte können irren)
das Leben wider Erwarten den Sieg
über den Tod erringt
- umso besser.


Zum guten Umgang mit Sterbenden gehört,
auf ihren Hunger zu achten,
den Hunger nach Fisch und Brot und
nach Bier,
den Hunger nach Sauberkeit und einem lichten Zimmer,
den Hunger nach Ruhe genauso wie den
Hunger nach letzten Gesprächen,
den Hunger nach Berührungen und den
Hunger nach Liebe.


Zum guten Umgang mit Sterbenden gehört,
die Hoffnung nicht aufzugeben.

Zum guten Umgang mit Sterbenden gehört,
sich selbst mit seinem Leben,
seinem Sterben,
seinen Wünschen
auseinanderzusetzen
.

Zum guten Umgang mit Sterbenden gehört,
ihre Angst ernst zunehmen
und sie nicht alleine zu lassen.


Prof. Dr. Dieter Strecker
(b. 1944 Düsseldorf)
Schriftsteller, Wissenschaftler, Therapeut.
Nach dem Studium der evangelischen Theologie in Marburg, Tübingen und New York promovierte er 1973 über "Religion und Metaphysik im Leben und Denken Eduard Sprangers (1882-1963)" an der Universität Tübingen im Bereich Pädagogik. Als Wissenschaftler beschäftigte sich Dr. Dieter Strecker als international anerkannter Experte mit der Frage, warum Menschen verunglücken.


"Abschiednehmen gehört zur Lebensgeschichte eines Menschen,
es ist eine Phase, auf die die Gesellschaft keinen Anspruch hat -
und die für das weitere Leben der Hinterbliebenen

von hoher Bedeutung sein kann ...

Eine Mutter sagt nach Zustimmung zu einer Organentnahme bei ihrem verstorbenen Sohn:
"Ich würde mein Recht mir erhalten wollen, von dem Menschen, der mir da sowieso verloren geht,
in Würde Abschied zu nehmen. Dazu gehört zu sehen, wie es ist, wenn er tot ist; und wie es nach
zwei Tagen ist, wenn er tot ist ... Denn es entzieht uns den Tod, die Erfahrung des Sterbens.
Das macht es sehr viel schwerer, den Abschied, den man nehmen muss, wirklich zu gehen."


Aus: Vera Kalitzkus (b.1969, Ethnologin): „Dein Tod, mein Leben: Warum wir Organspenden richtig finden
und trotzdem davor zurückschrecken“ 4. Auf der Intensivstation I - Tod bei lebendigem Leib?
Seite 56f, 65. Bernd Hontschik medizinHuman Band 8 SUHRKAMP 2009


Menschen müssen sterben dürfen!

Patienten reagieren meist verärgert, wenn sie von Ärzten auf die Endlichkeit des Lebens hingewiesen werden. In Anbetracht der Tatsache, dass niemand von sich aus auf die Welt kommen wollte, verwundert es nicht, dass auch niemand sterben will. Und doch müssen wir uns fragen, warum es uns so schwer fällt, von der Welt Abschied zu nehmen - wo es doch auch kein Problem war, auf die Welt zu kommen. Denn eigentlich sollte jedem nachdenklichen Menschen die eigene Endlichkeit stets bewusst sein.

Ein Blick auf Körper und Seele, die enger zusammenhängen, als uns of bewusst ist, kann weiterhelfen: Während der Körper in seinen Grundzügen "fast fertig" auf die Welt kommt, ist die Seele des Menschen zu diesem Zeitpunkt noch wenig ausgeformt. Selbstbewusstsein, Reflexion und die Fähigkeit, Fragen stellen zu können, fehlen dem Säugling vollständig. Das Bewusstsein, ein eigenständiger Mensch, ein Ich zu sein, entwickelt sich erst in den ersten Lebensjahren. Erst dann kann ein eigenes Lebensgefühl wahrgenommen und gelebt werden.

Und erst im Anschluss an diesen Prozess der "Selbstwerdung" kommt auch die Erkenntnis des Sterben-Müssens. Auch wenn Kinder noch weitgehend abstrakte Vorstellungen vom Ende des Lebens haben, so reifen diese im Lauf des Lebens zu jenen konkreten Ängsten, mit denen Ärzte von ihren Patienten konfrontiert werden. Der Angst vor körperlichen Schmerzen steht die ungerichtete Verzweiflung der Seele gegenüber, das mehr oder weniger lieb gewonnene Ich verlassen, abgeben, zurücklassen zu müssen. Wenn also die Geburt des Körpers zeitlich gesehen nicht deckungsgleich mit der Geburt der Seele verläuft, so gilt diese Hypothese auch für das Ende des Lebens.

Dieser Blickwinkel macht auch die oft erlebte Ambivalenz dem Sterben gegenüber verständlich. Dankbar, körperlichen Schmerz und irdische Sorgen hinter sich lassen zu können, bleibt doch die Wehmut, auch den Geist, die Seele und das eigene Bild der Welt zu verlieren. So wird auch verständlich, warum gläubige Menschen leichter und friedlicher sterben können. Der Gedanke an das Weiterleben der Seele verleiht offensichtlich Kraft und Gelassenheit.

Wenn aber die Medizin nur das rein körperliche Überleben anstrebt, verliert sie einen wesentlichen Aspekt des Menschseins aus den Augen. Denn auch im Tod gibt es offensichtlich einen festen Zusammenhang von Körper und Seele, beeinflusst der eine Aspekt des menschlichen Ganzen den anderen.

Daher sollte die Begleitung des sterbenden Menschen auch wieder mehr als eine der ureigensten ärztlichen Tugenden erkannt werden. Denn mit Ausnahme von Unfällen und gewaltsamen Todesfällen bezeichnet das Sterben nicht einen Zeitpunkt, sondern einen längeren Zeitraum [Prozess], über den ein Sterbender begleitet werden muss.

Die Medizin als gesellschaftliche Institution muss aufhören, das Sterben der Menschen als medizinisches Versagen zu sehen. Wenn Ärzte als Geburtshelfer beim Eintritt ins Leben helfen, dann müssen sie auch beim Austritt aus dem Leben helfen. Dem Begriff der Geburtshilfe muss wertneutral der Begriff einer Sterbehilfe gegenübergestellt werden - und zwar nicht in der herkömmlichen Bedeutung des Wortes im Sinne eines "Tötens auf Verlangen", sondern im Sinn einer medizinischen Vorbereitung auf und Begleitung in den Tod. Diese Art der Hilfe ist eine ärztliche Leistung, die von der Pharmaindustrie nicht zur Verfügung gestellt werden kann. Daher müssen Ärzte neben der Behandlung nicht nur das Zuhören erlernen und lebenslang üben, sondern auch das Sprechen. Denn kranke und alte Menschen brauchen nicht nur eine Berührung durch die ärztliche Hand, sondern auch eine Berührung der Seele durch das ärztliche Wort - beides sind besondere Arzneimittelspezialitäten.

Damit verbunden ist auch die Notwendigkeit, den Tod zuzulassen und nicht durch immer weitere medizinische Behandlungen hinauszuzögern. Kranke und Schmerzgeplagte Patienten sind in der Regel auch seelisch eher bereit, den Tod als Erlösung anzunehmen, als gesunde Menschen. Die Amputation eines Beines oder die Rekonstruktion einer Herzklappe bei einem sterbenskranken Menschen mag zwar den körperlichen Tod noch um ein paar Wochen oder Monate hinauszögern, hilft dem betroffenen Patienten aber nicht, leichter oder besser mit dem Sterben zurechtzukommen. Besonders augenfällig ist das bei demenzkranken Patienten, die infolge der demografischen Entwicklung eine immer größere Patientengruppe werden. Während es hier auf der einen Seite nicht gelingt, den psychischen Prozess des langsamen Absterbens zu verhindern, verlagert sich auf der anderen Seite die ganze Kraft des medizinischen Könnens und Wollens auf den möglichst langen Erhalt des Körpers. Dem Ungleichgewicht der medizinischen Möglichkeiten folgt das einseitige, Körperorientierte Handeln der Ärzte. Mit dem Effekt, dass Menschen, deren Erinnerung abhanden gekommen ist, willenlos ans Bett und an medizinische Geräte gefesselt, in allem auf Unterstützung angewiesen, monatelang von Behandlung zu Behandlung getragen werden und nicht sterben dürfen.

Aus dem Verständnis von "richtiger" Medizin, die unentwegt heilt und rettet, hat sich zugleich eine Sonderstellung der palliativen Medizin als einer Art Alibitherapie entwickelt, die die hoffnungslosen Fälle verwaltet und entsorgt. So ist es für den Patienten das eigentliche Todesurteil, ab einem gewissen Zeitpunkt "nur" noch palliativ betreut zu werden. Das Hospiz wird zum Krankenhaus für Sterbende. Der Körper kann nicht mehr gerettet werden, soll sich doch jemand anderer der Seele annehmen. Jahrhunderte lang hat sich die Kirche um diesen Part gekümmert. Heute kommt stellvertretend für den Geistlichen das Palliativteam zum Krankenbett des Sterbenden. Weitaus ethischer wäre es, jeden medizinischen Akt zu jedem Zeitpunkt des Lebens als palliativ zu sehen. Denn Endpunkt jeder Lebensgeschichte bleibt der Tod. Und an dem ist nichts Aussätziges!

Doch nicht nur die
Medizin muss den Tod wieder als ganzheitliches Ereignis erkennen und annehmen, sondern die Gesellschaft an sich. Denn die Medizin ist nur ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Umgangsformen. Wenn das Leben wieder lebendiger wird, wenn das Leben wieder mit reellen Inhalten und erreichbaren Zielen gelebt werden kann, wird auch der Tod als Endpunkt eher angenommen werden können. Erst das beharrliche Verdrängen des Todes macht ihn zur plötzlichen Gefahr am Ende des Lebens.

Die Bitternis des Sterbens wird immer bleiben. Wenn sie aber in einer abschließenden Bilanz durch erfreuliche Lebensanteile ausgeglichen werden kann, wird sie leichter erträglich sein. Sowohl für den Sterbenden selbst, als auch für seine Umgebung."
Aus: Dr. med. Günther Loewit (b.1958, österreichischer Arzt). Buch: „Wie viel Medizin überlebt der Mensch?“ Kapitel: Drei Forderungen an eine ethische Medizin. 1. Menschen müssen sterben dürfen. Seite 264 - 268. HAYMON 2.Auflkage 2013 www.guenther-loewit.at [meine Ergänzung]. Siehe ZITATE: Maria Montessori / Das Recht seine Persönlichkeit >>> "2.Kinder brauchen ein gesünderes Lebensumfeld" und INFOS: Statistik Glossar & Allerlei >>> 3.Medizinische Versorgung muss neu verstanden werden.

Trauerarbeit meint den gesamten Prozess der Trauer, mit dem sich die Angehörigen aktiv auseinander setzen müssen.
Der erste Schritt in der Trauerarbeit ist, den Tod des nahe stehenden Menschen zu realisieren. Bei diesem ersten Schritt will die Praxis für Thanatologie und Trauerarbeit helfen, indem sie den Abschied von der verstorbenen Person fachkundig vorbereitet und begleitet, um so die darauf folgenden Schritte der Trauerarbeit zu initialisieren.

Der Begriff Trauer bezeichnet zweierlei:

1) einen
emotionalen Zustand - ein Gefühl der Niedergeschlagenheit, eines Mangels an Lebensfreude, kurzfristig oder länger andauernd, oder eines seelischen Rückzugs, einer starken Kränkung usw.

2) einen
Prozess bei der Bewältigung von Krankheit, des Sterbens und insbesondere nach dem Tod eines geliebten Menschen, aber auch bei einem sonstigen schweren Verlust.


Memento

Vor meinem eigenen Tod ist mir nicht bang,
nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?

Allein im Nebel tast ich todentlang
und lass mich willig in das Dunkel treiben.
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.


Der weiß es wohl, dem Gleiches widerfuhr -
und die es trugen, mögen mir vergeben.


Bedenkt: Den eignen Tod, den stirbt man nur;
doch mit dem Tod der anderen muss man leben.

Mascha Kaléko
(gebürtig: Golda Malka Aufen)
(1907 galizisches Chrzanów/Österreich-Ungarn, heute Polen - 1975 Zürich)
Dichterin der Neuen Sachlichkeit (Weimarer Republik)


Unter Trauer verstehen wir meistens diejenigen psychischen und physischen Reaktionen, die nach dem Verlust eines nahe stehenden Menschen durch dessen Tod auftreten können. Trauer ist ein wichtiger Teil des menschlichen Lebens. Trauer ist die natürliche Reaktion, wenn wir einen Verlust erleben (Mitmenschen, Freiheit, Heimat, Zuhause, Körperfunktion, Umzug, Schulwechsel, Arbeitsstelle usw.). Es muss also keineswegs jemand sterben, damit Verlust und Trauer in unserem Leben existent werden und zu einer längeren Lebenskrise führen.

Bei einer ernsten, nicht heilbaren Erkrankung treten Verlust und Trauer lange vor dem Tod auf. Ausgelöst werden sie durch Verlust einer Körperfunktion oder Auftreten von Abhängigkeit von anderen.

Die Reaktion/en auf die Verluste ist/sind individuell. Sie wird/werden davon abhängen, welche Bedeutung der einzelne diesen Verlusten und dem Leben beimisst.

Typische "normale" Trauersymptome sind - sofern keine anderen Ursachen vorliegen:

Angst und Depression, Einsamkeit, Isolation, Verhaltensänderungen im Alltag, im Umgang mit anderen Menschen, Apathie, Weinattacken, spontane Aufräumaktionen, Unsicherheit, Hilflosigkeit, Schuldgefühle, Hoffnungslosigkeit, Sehnsucht nach dem Vermissten, Konzentrationsschwächen, Selbstbeschuldigungen. Psychophysiologisch somatische Symptome: Appetitlosigkeit, Kraft-, Gewicht- und Energieverlust, Schlafstörungen Leeregefühle im Magen, Brustbeklemmungen, Gefühle von zugeschnürt sein der Kehle, Überempfindlichkeit gegen Lärm, das Gefühl neben sich zu stehen, Atemlosigkeit und Kurzatmigkeit, Muskelschwäche, Mundtrockenheit usw.

Trauer ist keine Krankheit. Wenn sie aber verdrängt wird, kann sie krank machen.

Da Trauer ein schmerzhafter psychischer Vorgang ist, der ein aktives Handeln der Trauernden erfordert, sind Beruhigungsmittel über einen längeren Zeitraum oft nicht hilfreich. Eine gut gemeinte Medikalisierung bei den häufigsten Trauersymptomen wie Angstzuständen, Unruhe und Schlafstörungen, kann, je nach Medikament, nach Absetzen des Mittels gegebenenfalls die Symptome verstärken, gegen die es eingesetzt war. Zudem kann ein ruhig gestellter Trauernder seine Trauer nicht tiefgründig erleben und verarbeiten. Ihm wird dadurch eventuell die Chance genommen, zum Ende der Trauer zu gelangen.

"Dort (In den Hospitälern) ist der Tod.
Nicht jener, dessen Grüße sie
in der Kindheit wundersam gestreift, -
der kleine Tod, wie man ihn dort begreift;
ihr eigener hängt grün und ohne Süße
wie eine Frucht in ihnen, die nicht reift.

O Herr, gib jedem seinen eignen Tod,
das Sterben, das aus jenem Leben geht,
darin er Liebe hatte, Sinn und Not.

Denn wir sind nur die Schale und das Blatt.
Der
große Tod, den jeder in sich hat,
das ist die Frucht, um die sich alles dreht.


Rainer Maria Rilke
(1875-1926)
Aus: "Das Stundenbuch: III. Buch: Das Buch von der Armut und vom Tod (1903)
I. Buch: Das Buch vom mönchischen Leben (1899)
II. Buch: Das Buch von der Pilgerschaft (1901)
(3 Teile, entstanden 1899–1903, Erstdruck 1905)
INSEL VERLAG 1972




"Zu dem "Sehen" eines Arztes zählt, so betrachtet, eigentlich nicht der Anblick des "Kleinen Todes" in der Sprache Rilkes, der sich ereignet
wie eine Schicksalsfügung von außen: die ärztliche Wahrnehmung gilt dem "GROSSEN TOD", der mit uns wächst und in uns heranreift, bis
seine bittere Frucht die Schale zersprengt. Die Konstellationen des Todes zu sehen: - steht er am Kopfe des Kranken als sein Beschützer
und Wächter oder steht er zu seinen Füßen, bereit, ihn fort zutragen nach der Weise des Leichenbestatters, - die Fähigkeit zu einem
solchen Sehen entscheidet nach der Meinung des [Grimmschen] Märchens von dem "Herrn Gevatter" über die "Berufung" eines
schamanischen Arztes. Ein solcher Arzt wendet den Tod nicht ab, er wendet sich ihm zu, und er versucht, dem Kranken
das Lebenselixier der Hoffnung wie einen Zaubertrank einzuflössen: noch steht der Tod im Rücken des Patienten;
noch sieht der Kranke selbst den Tod nicht vor sich; noch kann er sich also aufrichten und den Tod buchstäblich
hinter sich lassen, - noch dürfen seine Füße ein Land betreten, in dem der Tod ihm nicht schon entgegenkommt.


Ein geheimes Wissen trennt in dieser Sicht der Dinge den Arzt von seinem Patienten: der Arzt sieht deutlich,
was der Patient nicht sehen kann und oft genug auch gar nicht sehen darf; er weiß um die ständige Nähe des
Todes, und sein Heilen besteht gerade darin, die Frist auszunutzen, die der Tod ihm noch lässt. Einen end-
gültigen Sieg wird es nie geben. Wie aber beteiligt der Arzt den noch in unnötigen Ängsten oder in wahn-
haften Hoffnungen Befangenen an seinem Wissen? Wie viel an Wahrheit darf er noch mitteilen, wie viel
bereits muss er verschweigen?..."


Aus: Eugen Drewermann:
„An den Grenzen der Medizin: Märchen von Heilung und Hoffnung“
1 Der Herr Gevatter: Wie "sieht" man den Tod? Seite 17, 23. PATMOS 2. Auflage 2008



"Bei dem Gefühl der Trauer nenne ich dies dementsprechend "neutrale Trauer". Das ist mein Begriff für etwas, das traurig ist, die betreffende Person aber nicht traurig macht.Trauer ist nämlich einfach Trauer, und die ("blaue") Kugel leuchtet, unabhängig davon, wodurch sie aktiviert wird. Ob wir jetzt über eigene Erfahrungen trauern oder bei anderen Ursachen mitfühlen, es wird immer dasselbe Gefühl aktiviert. Deswegen müssen wir nicht mit den eigentlichen Ursachen [der Trauer] arbeiten, oder nur begrenzt. Es ist auch nicht notwendig, das ganze Trauma noch einmal zu durchleben, das gilt sogar für ganz schwere Traumata. ... Ich erkläre, dass diese Emotion in der Brustregion sitzt und dass Trauer immer ein Teil von uns ist. Niemand kann uns traurig machen, es ist unsere eigene Trauer, die auf bestimmte Situationen reagiert. Dies ist wichtig zu wissen, denn dadurch wird die Angst vor der Trauer abgebaut, und das wirkt befreiend. Die Wahrnehmung, von außen kontrolliert zu werden, wird somit abgeschwächt. Der Satz: "Meine Trauer reagiert auf diesen Menschen", klingt ganz anders als: "Dieser Mensch macht mich traurig". Die Situation bleibt zwar dieselbe und die Menge der Trauer auch, aber man fühlt sich nicht mehr so hilflos und ausgeliefert. ... Trauer kann auch ein angenehmes Gefühl sein, wenn wir es zulassen. ... das Beispiel des traurigen Films, den man sich im Fernsehen ansieht: Man ist dabei sehr traurig und weint vielleicht auch, aber man leidet nicht darunter. Dies kommt dem Konzept der neutralen Trauer sehr nahe. ... Ich bat die Frau, an etwas zu denken, das sie zwar traurig findet, sie aber nicht traurig macht. Auf diese Weise würde sie die energetische Anwesenheit von Trauer spüren, ohne dass sie tatsächlich traurig würde. ... Es darf kein Beispiel aus dem persönlichen Leben sein. Als ideal erweisen sich die Nachrichten. Kriegerische Ereignisse sind meist weit weg vom eigenen Leben, aber dennoch so, dass man sie sehr traurig findet. ... Dass die Trauer häufig aufgeteilt ist [wie die Arme eines Tintenfisches], obwohl sie eigentlich eins ist, hat seine Ursache: Wir schreiben bestimmte Trauerempfindungen bestimmte Ursachen zu und stehen dann nicht mehr dazu, dass sie von uns kommen und eben nicht von außen verursacht wurden. ... Die Kraft der Trauer liegt im Verbundensein mit allem - mit allen Dingen, allen Menschen, der ganzen Welt und noch darüber hinaus. Vom Gefühl der Trauer können Sie in der eigenen Trauer getragen werden. Wenn Sie dieses Gefühl zulassen und es seine ursprüngliche Form - die einer Kugel - wieder hat, erleben Sie eine Tiefe wie nie zuvor. Was Trauer an Kraft in sich trägt, wird nicht so häufig sichtbar, man hört aber immer wieder davon, wie ein schweres Schicksal einem Menschen neue Kraft geben kann - dann werden beispielsweise Selbsthilfegruppen oder Stiftungen aufgebaut, die ähnlich Betroffenen eine Unterstützung sind." Aus: Anouk Claes (belgisch-schweizerische Psychologin, Theologin, Medium): „Müssen war gestern (+ CD): Wie das moderne Leben zur größten inneren Kraftquelle werden kann“ Auszugsweise S.36-41 ANSATA 2. Auflage 2013 (2010)



"Vor nicht zu allzu langer Zeit lag in unseren Wäscheschränken das Totenhemd obenauf. Die Botschaft war klar: Mensch, bedenke, dass Du sterblich bist - memento mori... Der Tod ist uns zum Feind geworden, den wir aus dem Leben verdrängen. Wir begreifen Altern und Sterben als medizinisch-technische Herausforderung, die es möglichst lange hinauszuzögern gilt. Aus der Alltagserfahrung haben wir die Schnittstellen zwischen Leben und Tod in abgesonderte Räume und Institutionen verlagert. Dort wird gekämpft, versorgt und verloren. Gestorben wird im Krankenhaus, Hospiz oder Pflegeheim. Was bleibt, ist ein kurzer und kalter Abschied: Ein letzter Blick in die gekachelten Räume von Kliniken. Viele Menschen kennen den Tod nur noch aus dem Fernsehen. Dort wird jeden Abend reihenweise gestorben, und es hat nichts mit uns zu tun. Wir wissen weniger denn je, was Sterben und Tod - für uns - bedeuten. Vom richtigen, echten Tod können wir uns kaum noch eine Vorstellung machen. Wir haben verlernt, dass Tod und Trauer, Leiden und Sterben zum Leben dazu gehören. Diese Ausgrenzung des Todes setzt sich in der Verbergung der Toten fort. Die häusliche Aufbahrung ist selten geworden, bestattet wird heute bevorzugt "im kleinen Kreis", und so preiswert, wie es eben geht. Wir verweigern uns damit einer realen und persönlichen, einer sinnlichen Erfahrung des Abschiednehmens, die am Anfang eines Trauerprozesses steht. Trauer gilt weniger denn je als gesunder, notwendiger und auszulebender Prozess."


Aus: Fritz Roth: „Das letzte Hemd ist bunt: Die neue Freiheit in der Sterbekultur“ Vorwort Seite 11.
Teil IV. "Fazit - Der Tod gehört ins Leben" S.175 Campus Verlag 2011


"Ich habe keine Angst vor dem Tod,
ich möchte nur nicht dabei sein,
wenn's passiert."


Woody Allen
(b.1935)
US-amerikanischer Komiker, Filmregisseur,
Autor, Schauspieler und Musiker

Die Überwindung der Einsamkeit

Wie Sie den Verlust eines geliebten Menschen verwinden

"Leiderfahrungen und Verluste bleiben niemandem erspart. Wir können unsere Lieben nicht ewig festhalten. Jeder Mensch muß früher oder später körperlich sterben. Das wird uns allen widerfahren ohne Ausnahme; und es muß gut sein, sonst wäre es nicht! Die Reise führt von einer Herrlichkeit zur anderen, von einer Oktave zur nächsten, von Kraft zu größerer Kraft, von Weisheit zu größerer Weisheit, immer weiter durch die Ströme der Ewigkeit.

Ein schon seit vielen Jahren pensionierter Ingenieur stand plötzlich allein da. Er war mit seiner über Nacht verstorbenen Frau mehr als sechzig Jahre verheiratet gewesen, und er fühlte sich jetzt "in ein Loch der Depression und ein Vakuum der Einsamkeit geschleudert". Ich stellte ihm eine einfache Frage: "Nehmen wir an, Sie wären als erster hinübergegangen, wie wäre Ihre Frau damit fertig geworden?"
Er antworte: "Oh, ich denke, sie wäre völlig verzweifelt, deprimiert und mutlos gewesen. Sie hätte vor Hilflosigkeit und Einsamkeit nicht aus noch ein gewußt." Darauf sagte ich: "Nun, sehen Sie denn nicht, daß Sie Ihrer Frau diese Erfahrung erspart haben?

Er begriff mich sofort und erkannte, wofür ich ihm die Augen öffnen wollte: daß er nämlich in Selbstmitleid versunken war. Ich machte ihm klar, daß Liebe immer den anderen befreit, daß er aber die geliebte Frau durch seine morbide Einstellung festhielt. Eine über Gebühr lange Trauer ist immer auf egoistische, zumindest egozentrische Motive zurückzuführen. Ich riet dem Mann, seine Frau GOTT - DER QUELLE-ALLEINS-URSPRUNG zu überantworten, sich über ihre neue Geburt im Geiste zu freuen und voll Glauben daran zu denken, daß ihre Reise aufwärts ging zu GOTT - zur QUELLE-ALLEINS-URSPRUNG und daß liebevolle Hände sie in die Räume des vieldimensionierten Hauses des von Jesus verkündeten Vaters führten.

Der für spirituelle Ideen empfängliche Mann pflichtete mir bei. Er beschloß, künftig, wenn ihm seine Frau einfiel immer zu sagen:
"Ich freue mich über deine neue Geburt in GOTT - DER QUELLE-ALLEINS-URSPRUNG. GOTT - Die QUELLE-ALLEINS-URSPRUNG sei mit dir." Ein Segen solcher Art hebt Trauer auf, und wer so segnet [zustimmt, gutheißt], betritt die Morgenlichtung eines neuen, verheißungsvollen Tages.

Der körperliche Tod ist in Wirklichkeit ein neuer Anfang, der eines Lebens im Geiste. Die Bibel zufolge bedeutet Tod die Unkenntnis der Wahrheit, daß uns Gott - DER URSPRUNG-QUELLE-ALLEINS innewohnt, der unser eigentliches Leben ist, und daß dieses Leben oder GOTT - DIE QUELLE-ALLEINS-URSPRUNG nicht sterben kann. In den Upanischaden [Sammlung philosophischer Schriften des Hinduismus und Bestandteil des Veda] heißt es: "Das Leben wurde nie geboren, es wird nie sterben; Wasser benetzt es nicht, Feuer verbrennt es nicht, der Wind verweht es nicht. Was grämst du dich um mich?"

Weinen tut gut und erleichtert. Doch man sollte nicht zu oft weinen, sonst wird es zur Gewohnheit und wäre schädlich. Übertriebene Trauer ist morbid; sie raubt Ihnen Lebenskraft, Begeisterung und Energie und bringt Krankheiten aller Art über Sie. Wenn Sie einen Menschen, der hinübergeht, wirklich lieben, stellen Sie sich ihm gegenüber auf Liebe und Frieden ein. Ihm ist grenzenlose Liebe, unendlicher Friede zuteil.

Der Psalmist sagt: "Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, GOTT - QUELLE-ALLEINS-URSPRUNG, zu dir. Meine Seele dürstet nach GOTT - DER QUELLE-ALLEINS-URSPRUNG, nach dem lebendigen GOTT - DER QUELLE-ALLEINS-URSPRUNG... Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf GOTT - DER QUELLE-ALLEINS-URSPRUNG! denn ich werde ihm noch danken, daß er mir hilft mit seinem Angesicht." (Psalm 42,2-3,6)"

Wie die Witwe zu neuem Lebensmut fand

"
Nichts auf der Welt währt ewig. Alles ist in ständiger Veränderung begriffen. Sie können nicht ewig jung bleiben. Sie können heute nicht mehr der gleiche Mensch sein wie vor einem Jahr oder vor fünf Jahren. Wenn Sie sich dem Studium der Gesetze des Denkens und Glaubens widmen [ "Das was ich denke, fühle und glaube wird Wirklichkeit!"], werden Sie feststellen, daß Sie nicht mehr so denken, sprechen und handeln wie früher. Sie sind aber nicht nur geistig-seelisch, sondern auch körperlich nicht mehr derselbe Mensch. Die Zellen unseres Körpers erneuern sich ständig. wissenschaftler behaupten, wir hätten jeweils nach sieben jahren einen neuen Körper - doch nicht auf ewig. Die Reise, die kein Ende kennt, ist die im unendlichen Geist.

Voll Besorgnis brachte eine junge Frau ihre verwitwete Mutter zu mir, die, wie der Volksmund sagt, "immer weniger" wurde. In dem Gespräch mit der Witwe fand ich heraus, daß sie jeden Tag auf den Friedhof ging, ihrem verstorbenen Mann Blumen aufs Grab legte und eine halbe Stunde oder länger weinte. Ihr Arzt hatte ihr dringend geraten, damit aufzuhören. Seiner Ansicht nach fehlte ihr körperlich nichts, sie welkte einfach dahin und verlor immer mehr Lebenskraft. Das Aufbaumittel, das sie nahm, hatte offenbar keinerlei Wirkung.

Ich versuchte der Frau zu erklären, daß der Geist des Mannes, den sie suchte, sicher nicht im dem Grab war, das sie schmückte.
Sie aber würde sich durch ihr Denken und Verhalten mit Tod und Einschränkung identifizieren und so in ihrem Körper den entsprechenden Zustand hervorrufen. Sie solle doch ihrem verstorbenen Mann lieber die "Blumen ihres Herzens" geben, denn er befinde sich am gleichen Ort - in der "Heimat des Geistes" - wie sie und sei von ihr nur durch die unterschiedliche Frequenz [Schwingung, siehe unten: Stefan von Jankovich „Die energetische Struktur des Menschen] getrennt.

"Bedenken Sie", sagte ich, "daß Grabaufschriften wie 'Hier ruht ...' nicht der Wirklichkeit entsprechen. Das Leben ist ewig, es ist ein ständiges Weitergehen, eine endlose Entfaltung, ein unaufhörliches Voranschreiten und Aufwärtssteigen. Das Leben läuft nicht rückwärts und hält sich nicht beim Gestern auf. Sie können morgen nicht weniger sein, sls Sie heute sind!"

Die Witwe hatte während des Krieges einen Sohn verloren, der Pilot eines Kampfflugzeugs gewesen und abgeschossen worden war. Ich fragte sie, ob man ihm dort, in freier Luft, etwa einen Stein mit seinem Geburts- und Sterbedatum gesetzt habe, ob dort oben jemand Blumen hingelegt und geweint habe. Ich erinnerte sie daran, daß es auch Tausende von Seeleuten gab, die im Krieg oder bei Schiffskatastrophen ertrunken und in den Fluten verschwunden sind. "Fährt etwa jemand aufs Meer hinaus und setzt dort Gedenksteine? Wenn bei Ihnen eine Glühbirne durchbrennt, sagen Sie nicht, daß dies das Ende der Elektrizität sei. Wenn einem Musiker seine Geige abhanden kommt, bedeutet dies keineswegs das Ende der Musik.
Musik ist! Elektrizität ist! Leben ist!"

Ich denke, daß ich die Frau umzustimmen vermochte. Jedenfalls befolgte sie ab da den Rat ihres Arztes; sie hörte auf, täglich das Grab zu besuchen. Und das Gebet [die positive/konstruktive Affirmation], das ich ihr gegeben hatte, half ihr, wie mir ihre Tochter später versicherte, ihren Mann endgültig freizugeben. Es[sie] lautete:
"Ich überantworte meinen Mann [Frau, Kind, Schwester, Bruder, Eltern usw.] vollkommen GOTT - DER QUELLE-ALLEINS-URSPRUNG. Ich sehe ihn [sie], eingehüllt von Liebe, in tiefem Frieden. Wenn ich an ihn [sie] denke oder wenn ihn [sie] jemand vor mir erwähnt, segne ich ihn [sie] sofort mit den Worten: 'GOTT - DIE QUELLE-ALLEINS-URSPRUNG liebt dich, John [Vater, Mutter, Sohn, Namen usw.]. GOTTES - DER QUELLE-ALLEINS-URSPRUNG Friede erfüllt deine Seele.'"

Der Zustand der Frau besserte sich rasch. Ihr Arzt war sehr erfreut über ihre Fortschritte. Sie fand zusehends zu neuem Lebensmut.

Ein alter unbekannter Dichter schrieb: "Ich sagte zu dem Manne, der am "Tor des Jahres" stand: 'Gib mir ein Licht, damit ich sicher ins Unbekannte gehen kann.' Und er antwortete: 'Geh hinaus in die Finsternis und lege deine Hand in die Hand GOTTES - DER QUELLE-ALLEINS-URSPRUNG. Das wird besser für dich sein als ein Licht und sicherer als ein bekannter Weg.'"

Das befreiende Prinzip inneren Wachstums

Wachsen Sie geistig über sich selbst hinaus

"Angst und Haß sind immer negativem Denken zuzuschreiben. Niemand ist bisweilen dafür nicht anfällig. Das macht aber auch nichts. Es kommt nur darauf an, daß man solche Anfechtungen nicht akzeptiert; man darf sich ihnen nicht ergeben. Dies geschieht aber, wenn man solche Regungen längere Zeit mit sich herumträgt und widerstandslos hinnimmt. In diesem Fall gehen Angst und Haß bald unter die Haut, ja noch viel tiefer, nämlich bis auf den Grund des Gefühlslebens. Sie infizieren das Gemüt und führen zu ernstzunehmenden Gefühlkonflikten, die sich im Leben unweigerlich auswirken. Lassen Sie es nie soweit kommen.

Die Angst ist ein aggressives, zu Zwangsgewalt und Terror drängendes Prinzip; sie liegt immer auch dem Haß zugrunde. Die Angst ist aber nur mächtig jenen gegenüber, die sich von ihr einschüchtern lassen und sich ihr in die Hand geben.

Stellen Sie sich darunter einen ebenso aufgeblasenen wie gewalttätigen Eindringling vor, der sich auf der Ebene Ihres Geistes- und Gefühlslebens zu Unrecht Respekt anmaßt und von Ihnen Unterwerfung fordert. Vielleicht schrecken Sie vor der Vorstellung zurück, besagten Unhold innerhalb der Bannmeile [Schutzzone] Ihres Geistes anzutreffen. Vielleicht auch zaudern sie, dem Eindringling zu begegnen und ihn unschädlich zu machen, weil Sie nicht sicher sind, welche Folgen Sie dafür würden in Kauf nehmen müssen.

Angst gedeiht im dunklen Schlagschatten geistiger Unaufgeklärtheit und Unwissenheit. Wer die Gesetze des Geistes ["Was ich denke, wird Wirklichkeit"] kennt, zieht diese Angst mit einem Griff empor ins Licht aufgeklärter Vernunft. Da zeigt es sich denn, daß sie das Licht scheut: im Licht zerstreut sie sich wie Spreu im Wind.

Sie sind Ihr eigener Herr und Meister. Einzig und allein in Ihrer Hand liegt es, Ihr Geistes- und Gefühlsleben ["Das was ich denke, fühle und glaube wird Wirklichkeit!"] zu steuern. Es ist sinnwidrig, gefährlich und dumm, ein unwissendes, blindes und stupides Ungeheuer - wie dies die Angst ist - sozusagen als Sturmbock [Rammbock] Ihrer Unternehmungen wüten und Ihr Leben verheeren [zerstören, verwüsten, vernichten] zu lassen. Das darf Ihnen nicht passieren. Sie sind ganz einfach zu aufgeklärt, zu überlegen, als daß Ihnen so etwas passieren könnte. Ihr Gottvertrauen - Ihr Vertrauen in die QUELLE-ALLEINS-URSPRUNG - ist stärker als jede Furcht. Furcht ist ins Gegenteil verkehrter Glaube, ist eine Anballung [Anhäufung] mächtig-unheilvoller Schatten, die Ihren Geist, Ihr Gemüt verfinstern. Kurzum: Angst ist ins Gegenteil verkehrter Glaube an das Falsche. Wachsen Sie geistig über sich selbst hinaus. Rufen Sie Ihr Vertrauen auf GOTT - DIE QUELLE-ALLEINS-URSPRUNG - wach. Bieten [Setzen] Sie die Ihnen innenwohnende GOTTESkraft - DIE KRÄFTE DER QUELLE-ALLEINS-USPRUNG - auf [ein].

Nichts und niemand ist dem ebenbürtig, der mit GOTT - DER QUELLE-ALLEINS-USPRUNG - eins ist. Wenn Sie in der Sicherheit, die Ihnen diese Gewißheit gibt, leben, werden Sie sich zu jeder Zeit auf allen Ihren Wegen beschützt und geführt fühlen, unangefochten von jeglicher Angst und siegreich in jeder Gefahr."

Eine positiv-konstruktive Affirmation (Gebet) um Frieden und inneres Wachstum pdf >>>

Aus: Joseph Murphy (1898-1981, Amerikanischer Philosoph, Psychologe, Vertreter der Neu-Geist Bewegung, New Thought): “Wahrheiten, die Ihr Leben verändern“ (These Truths Can Change Your Life 1982) Kapitel 9: Die Überwindung der Einsamkeit. Wie Sie den Verlust eines geliebten Menschen verwinden S.158-160, Wie die Witwe zu neuem Lebensmut fand S.160-162, Kapitel 10: Das befreiende Prinzip inneren Wachstums. Wachsen Sie geistig über sich selbst hinaus S.171-173, Ein Gebet um Frieden und inneres Wachstum S.184 Arkana Goldmann 1992 (1985) [ergänzt: GOTT = QUELLE-ALLEINS-URSPRUNG; Spreu = die beim Dreschen von Getreide abfallenden Spelzen und Hülsen, Grannen, Samenhüllen und Stängelteile] Siehe INFOS: Denkrahmen - Paradigma - Erkenntnis >>>

Die Trauerarbeit - Der "Trauerprozess"
- Die Entwicklung, die auf einen schmerzlichen Verlust folgt, kann in "linearen" Phasen verlaufen:


Auf Schock, Erstarrung und ein "Wie betäubt sein" folgt eine Phase, in der das Leid in Vorwurf, Verzweiflung oder Schmerz ausgedrückt wird. Der Verstorbene wird schmerzlich vermisst. An diese Phase der Desorganisiertheit schließt sich der Abschied mit dem Bewusstwerden der Konsequenzen des Verlustes. Schließlich kommt es zu Neuorientierung, Überschauen der Möglichkeiten und Reorganisation.

Diese Phasen Trauerarbeit werden in unterschiedlicher Intensität und nicht immer in dieser Reihenfolge -"nicht linearer Trauerprozess"- durchlebt.
Einzelne Phasen können fehlen oder mehrfach auftauchen. Die Intensität kann von Tag zu Tag schwanken, ja sogar innerhalb eines Tages unterschiedlich sein.


Wenn der Verlust "unerwartet" entsteht (z.B.: tödlicher Autounfall, Alpinunfall, Selbstmord usw.), ist die akute Trauer-Belastung meistens größer
und von längerer Dauer, als wenn Vorbereitung auf den nahenden Tod (z.B.: chronisch Kranker) möglich war ("antizipierte Trauer").


Nach ungefähr einem Jahr erscheint vielen Trauernden der Verlust nicht mehr ganz so schlimm wie zu Beginn.
Doch Trauer ist ein sehr individueller Prozess, demzufolge jeder seinen ganz eigenen Zeitraum der Trauerverarbeitung hat.


Hauptrisikofaktoren für komplizierte, erschwerte, pathologische Trauerverläufe können sein:

Der Tod eines eigenen Kindes

ein plötzlicher, unerwarteter Tod eines Angehörigen

mehrere Trauerfälle innerhalb kurzer Zeit

der Tod durch Suizid

Gibt es eine pathologische (krankhafte, erschwerte) Trauer, wo wir spezielle Hilfe und Unterstützung anbieten sollten?

Thomas C. Welu (1975) gibt 7-Merkmale der pathologischen Trauer an:

1. selbst zerstörerisches Verhalten (Suizidversuche, Alkohol, Medikamente)
2. Selbstmordgedanken
3. psychische Probleme
4. soziale Isolation
5. schwere Depression
6. stationäre Aufnahme in die Psychiatrie
7. Einnahme von Psychopharmaka


Grundsätzlich wird es schwierig zu entscheiden sein, ab wann man von einer pathologischen Trauerreaktion sprechen sollte, da einige der erwähnten Reaktionen in einigen Kulturkreisen als normal angesehen werden. Es ist daher ein individuelles und einfühlsames Vorgehen notwendig.

Nach James William Worden (b.1932, PhD, Psychologie, UNI Boston) sollten die linearen "Phasenmodelle der Trauer" grundsätzlich durch den Begriff Traueraufgaben (sog. Zielorientiertes Trauer Bewältigungsmodell) ergänzt werden, da diese für die Praxis der Trauerbegleitung nützlicher sind als der alleinige, lineare Phasenbegriff. James William Worden beschreibt 4-Traueraufgaben:

1. Den Verlust als Realität akzeptieren - "Realisiere, dass der Verstorbene tot ist und nicht zu Dir/Mir zurückkehren wird."
2. Den Trauerschmerz erfahren, durchleben und verarbeiten - "Anerkenne und durchlebe den Schmerz über den Verlust eines Menschen."
3. Die Anpassung (externe, interne, spirituelle) an eine Umwelt, in der der Verstorbene fehlt - "Fülle nicht das entstandene Loch, sondern lebe damit."
4. Dem Verstorbenen emotional einen neuen Platz - inmitten des Aufbruchs in ein neues Leben - einräumen - "Löse dich gefühlsmäßig vom Verstorbenen und lerne, die Erinnerungen mitzunehmen und lebe damit weiter"


Um zu verstehen, warum jeder Mensch unterschiedlich an die Traueraufgaben herangeht, muss man sich klarmachen, dass diese Aufgaben durch verschiedene Faktoren, den so genannten "Mediatoren der Trauer" (Mittler, Vermittler) beeinflusst werden.

Mediator 1
- Wer ist gestorben?
Je nachdem, ob ein Ehepartner, Kind, Elternteil, Geschwister, ein anderer Angehöriger, ein Freund, eine Freundin, der Geliebte, die Geliebte gestorben ist, wird die Trauerreaktion anders ausfallen.

Mediator 2 - Welche Art von Bindung bestand?
Je intensiver die Bindung/Liebesbeziehung war, desto stärker meist auch die Trauerreaktion.
Wie wichtig war die verstorbene Person für das Wohlergehen/Wohlbefinden der trauernden Person? Bestand eine Abhängigkeit in der Beziehung?
Ambivalente Beziehung mit starken Schuldgefühlen und Wut darüber, vom anderen jetzt allein gelassen worden zu sein.
Konfliktreiche Beziehung und die Lösung der Probleme bleibt nun aus.


Mediator 3 - Wie die Person starb?
Die "NASH"-Kategorien: natural (natürlich, in der Nähe, in der Ferne, plötzlich, unerwartet), accidental (Unfall, mehrer Todesfälle, geklärt, ungeklärt),
suicidal (Suidzid, stigmatisiert!), homicidial (Mord, Gewalt)


Der Unfalltod eines Kindes wird mit Sicherheit anders betrauert als der natürliche Tod eines alten Menschen, mit dessen Ableben eher gerechnet wird.

Mediator 4 - Frühere Erfahrungen?
Wie wurden frühere Verluste verarbeitet?
Wurden die Traueraufgaben hinreichend abgeschlossen?
Gibt es Unerledigtes, das nun auf die aktuelle Situation Einfluss nimmt?


Mediator 5 - Persönlichkeitsvariablen?
Alter und Geschlecht, Bewältigungsstil (problemlösend, aktiv-emotional, emotional-vermeidend), Bindungsstil (sicher, unsicher), Denkstil (optimistisch, pessimistisch, grübeln), Selbstachtung und Kompetenzerwartung (Ich-Stärke), Überzeugungen und Wertvorstellungen.

Mediator 6 - Soziale Variablen?
Das Bedürfnis die Trauer mit anderen zu teilen kann sehr wichtig und hilfreich sein.
Zufriedenheit mit der Unterstützung, Übernahme verschiedener sozialer Rollen, religiöse und kulturelle Normen, sekundärer Gewinn.


Mediator 7 - Gleichzeitige auftretende Belastungen?
Trauernde, die nach dem Tod eines nahe stehenden Menschen besonders viele sekundäre Verluste erleiden, darunter z.B. schwere finanzielle Einbrüche, Delogierung aus einer Wohnung, Verlust von wichtigen Kontakten usw.

"Das schauerlichste aller Übel, der Tod,
hat also keine Bedeutung für uns;
denn solange wir da sind,
ist der Tod nicht da,
wenn aber der Tod da ist,
dann sind wir nicht da."

Epikur
(341-271 v.u.Z.)
Griechischer Philosoph
Epikur: "Wege zum Glück" - Brief an Menoikeus S.117
Übersetzer: Rainer Nickel, Artemis & Winkler 2005





Weinen hat seine Zeit, und Trauern hat seine Zeit

Für den Mann bzw. Frau auf der Straße ist die Reihenfolge klar: Menschen weinen, weil sie traurig sind, und nicht umgekehrt.
Es soll im Folgenden nur um eine Verbindung dieser beiden Körperreaktionen gehen. Wir unterschlagen also den gegenteiligen
Fall des Lachens, das uns bei genügender Heftigkeit bekanntlich ebenfalls zu Tränen rühren kann. Wir wollen auch den Einfluss
des Windes oder von Tabakrauch auf nasse Augen außer acht lassen und uns das Weinen nur in Hinblick auf die Korrelation
zum Gefühl der Trauer anschauen. Dabei scheint - wie eingangs gesagt - zu gelten, dass es die Emotion ist,
die zur physiologischen Reaktion des Körpers führt: Menschen weinen, weil sie traurig sind.

Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall, wie bereits im Jahre 1884 der amerikanische Philosoph William James [1842-1910]
festgehalten hat, als er sich in einem Essay die Frage vorlegte, "What is Emotion?". Beim Nachdenken darüber kam er zu der Einsicht,
dass man zwischen bewussten Erfahrungen oder Gefühlen und unbewusst eingeleiteten körperlichen Vorgängen zu unterscheiden
habe, von denen die zweiten eher und fast sofort einsetzen würden. Wenn wir uns plötzlich einem Tiger gegenübersehen, beginnt
sofort - ohne unser bewusstes Zutun - das Herz zu rasen, und als Folge davon empfinden wir Furcht und Schrecken. Gingen wir
umgekehrt vor, hätte das Raubtier leichte Beute. Erst reagiert das Unbewusste, dann setzt das Bewusstsein ein.

In den Worten von James:
"Wir empfinden Traurigkeit, weil wir weinen, Wut, weil wir schlagen, Angst, weil wir zittern.
Keinesfalls weinen, schlagen oder zittern wir, weil wir traurig, wütend oder ängstlich sind, wie es ja auch sein könnte."


Anders ausgedrückt - wenn wir etwas über unseren Körper erfahren, wenn wir Informationen über ihn erhalten,
entstehen unsere Emotionen und was dazugehört. Damit gilt auch im täglichen Leben, was wir bereits in der grundlegenden
Physik kennen gelernt haben. Am Anfang ist nicht die Welt (ein It), über die uns Informationen (Bits) zukommen. Genau umgekehrt:
Am Anfang treffen die Informationen (des Körpers) ein, und daraus entsteht die dazugehörige Lage - in dem Fall unsere Welt der Gefühle.

"It from Bit"
["Das Seiende aus Informationen"], wie die Physiker wissen. Die Wissenschaft ist hier konsequent. Das Gegenteil wäre Unsinn.

Aus: Ernst Peter Fischer: „Irren ist bequem: Wissenschaft quer gedacht“ Seite 161f. KOSMOS 2007



Wir Menschen
sind gemeinhin in einen nicht endenden Kampf
gegen alles verstrickt, was nicht bleibt
.

Weil das ein aussichtsloser Kampf ist,
sind wir voller Ängste.

Wir suchen Sicherheit
bei anderen Menschen und in der Geldanlage.

Wir suchen Sicherheit in unserer Arbeit
und meinen,
wir müssten etwas Großes zurücklassen,
wenn wir einmal sterben.

Wir suchen auch nach Sicherheit
in einer falschen Frömmigkeit.

Wir glauben, es gäbe einen Gott,
der uns am Ende doch für dieses kleine Ich
Permanenz und Ewigkeit garantiert.


Dieses Ich
- so lächerlich wir es manchmal finden -
möchte leben.


Die Mystik dagegen sagt:
Stirb und werde!“

Aus: In jedem Jetzt ist Ewigkeit – Worte für alle Tage
 herausgegeben von Christoph Quarch
KÖSEL VERLAG 2003
von
Willigis Jäger OSB / Ko-un Rōshi

[Ordo Sancti Benedicti, Benedikt von Nursia (480- 547 n.Chr.)]
geboren am 7. März
19
25 in Hösbach
Deutscher Benediktinermönch und Zen-Meister
(Roshi, Zen-Buddhismus – „Zustand meditativer Versenkung“)
der Sanbo-Kyodan-Linie („Drei Schätze" - Grundprinzipien im Buddhismus:
Buddha, Dharma und Sangha).


"Der Tod zwingt uns zur Bilanz.
Seine einzige Überwindung ist die Überzeugung,
dass wir am Ende sagen können:
Ich habe mit anderen zusammen wenigstens so viel verändert,
dass mehr Sinn in diese Welt gekommen ist,
mehr Brüderlichkeit und mehr Liebe.
Nur das kann der Sinn des Lebens sein.
deshalb müssen wir handeln."
Jean Ziegler
(b.1934)
Schweizer Soziologie, Autor

Aus: Kurt Langbein: „Radieschen von oben. Über Leben mit Krebs“
Seite 7. ECOWIN 2012


" Menschen sterben. Wir gehen weiter. Es ist Teil unserer kosmischen Erfahrung, dass wir uns in immer neuen Kreisläufen
bewegen. Wenn jemand stirbt, bedeutet das nicht, dass er keine Heilung erfahren hat. Seine Heilung kann sehr wohl die
Leichtigkeit gewesen sein, mit der wir ihm ermöglicht haben, hinüberzugehen, der Frieden, den er durch unseren Besuch
empfunden hat, um annehmen zu können und loszulassen - und die Gelegenheit, zu lächeln und zu jemandem, für den es
wichtig war, es zu hören, zu sagen: "Ich liebe dich" - ein letztes Mal.

Deuten Sie also nichts und analysieren Sie nicht. Seien Sie einfach nur. Und seien Sie sich bewusst,
dass Sie das Geschenk des Heilens in sich tragen - welche Form das auch annehmen mag."


Aus: Eric Pearl: "„The Reconnection. Heilung durch Rückverbindung“ (The Reconnection: Heal Others, Heal Yourself 2001)
Teil III Anwendung der Heilung durch Reconnection. 22: Was ist Heilung? Was ist eine erfolgreiche Heilung? Seite 296
8. Auflage KOHA 2013


Siehe ZITATE:
Eine Geschichte aus dem alten China - Der alte Mann und sein Pferd >>>
Laotse / Es gibt einen Geist, der bestand >>>
Alles ist nur Übergang >>>
James Hillman / Vom Gehen zu dem, was bleibt >>>
Erwin Schrödinger / Denn das, was ist >>>

Elisabeth Kübler-Ross / Wenn die Zeit reif ist >>>
Ein Kind – was ist das? >>>
Paracelsus / Der Mensch ist das Buch >>>
Meister Eckhart / Die Menschen sollen >>>
Carl du Prel / Der Mensch als Doppelwesen >>>
Antoine de Saint-Exupéry / Man sieht nur mit dem Herzen >>>
Volker Fintelmann / Lüge und Illusion >>>

Frederic Chopin / In mir klingt ein Lied >>>

Siehe auch LEISTUNGEN:
6. Additive Krebstherapie >>>


"Lass mich nicht fallen, wenn das Alter kommt
und halte mich, wenn meine Kräfte schwinden.


Manch Unglück haben wir erlebt,
viel Schmerz und Trauer schon gespürt
."

Psalm 71


"Lebensabend und Lebensnacht"
Das Geschäft mit dem Sterben



Günther Loewit
(b.1958)
Österreichischer Arzt, Autor


"Das, was wir bisher als den
"Lebensabend" kannten - den Zeitraum zwischen dem Ende der Erwerbstätigkeit und dem Ende des Lebens -,
kann heutzutage durch das ungewöhnliche Wort
"Lebensnacht"
ergänzt werden - ein neuer Lebensabschnitt, den die moderne
lebenserhaltende und zugleich - verachtende Medizin dem menschlichen Dasein hinzugefügt hat.

Der
Tod kann durch ständige Reparatur des jeweils schwächsten Organs fast beliebig verschoben werden. Wenn der Körper
eigentlich sterben würde, die Medizin es ihm aber nicht erlaubt, dann beginnt die
Lebensnacht
, jene Zeit, die ein Patient, mit stark
sedativ und schmerzlindernd wirkenden Medikamenten versorgt, im Bett wundliegend, an diverse Schläuche angeschlossen
verbringt, bis der Tod ihn erlöst.

Dieser Zeitraum wird mit den fortschreitenden Möglichkeiten der Medizin zunehmend länger und aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen
auch immer häufiger. Denn immer mehr scheint ein chronisch schlechtes Gewissen den älteren Menschen gegenüber
mit dem Ermöglichen einer längeren Lebenszeit ausgeglichen zu werden.

Der althergebrachte und ungenaue Begriff der
Altersschwäche
verbietet sich von selbst. Immer mehr greise Patienten verlangen eine
Vorsorge- oder Gesundenuntersuchung. 90-jährige Patienten werden von übereifrigen Hausärzten oder auf Druck der Angehörigen
zu Fahrradergometrien geschickt, sind dabei aber nicht mehr imstande, das Untersuchungsfahrrad zu besteigen.

Dickdarm- und Magenspiegelungen werden von Kindern und Enkelkindern der Erkrankten bis knapp vor deren Tod verlangt, in der Hoffnung
herauszufinden, warum der Patient nicht mehr essen kann. Und bis zum letzten Moment soll jeder Schaden behoben, sollen Operationen
an Augen, Prostata oder Gelenken vorgenommen werden - gleichzeitig sind
noch nie so viele Menschen im unmittelbaren Anschluss
an eine letzte Operation verstorben, wie es in unseren Tagen der Fall ist
.

Aber allen gemeinsamen Bemühungen von Patienten, Angehörigen und Ärzten zum Trotz
gehen menschliche Leben
irgendwann einfach zu Ende
. Gegen den Willen des Gesundheitssystems. Gegen den Willen der modernen Medizin.
Denn der Satz "Da muss man ja noch was machen können" begleitet das Sterben bis zum letzten Atemzug.
Angehörige fordern immer öfter die Reanimation von Todkranken, die eben verschieden sind.

Und wehe einem alten Menschen, der darum bittet, in Ruhe sterben zu dürfen.
Sofort finden sicht gut meinende Angehörige, die ihm klarmachen, dass Sterben nicht in Frage kommt, weil sie selbst in einer Welt
groß geworden sind, in der es keinen Tod mehr gibt. Weil sie mit dem Vorgang des Sterbens nicht zurechtkommen können. Während
früher zu Hause geboren und gestorben wurde, verschwinden diese markanten Lebenspunkte immer mehr aus dem persönlichen
Erfahrungsschatz des Einzelnen.
Eine Gesellschaft verlernt das Sterben.

Und in Entsprechung zur aussterbenden
Hausgeburt wird auch der "Haustod" immer seltener. Ebenso, wie der Beginn des Lebens
schmerzfrei, risikoarm und steril mittels Kaiserschnitt stattfindet, wird das Ende des Lebens mit Hightech-Medizin bis zum
letzten Atemzug in das Krankenhaus oder eine spezialisierte Sterbeeinrichtung verschoben.

Die moderne Medizin hat in ihrer Funktion als Religionsersatz ein Problem mit dem Leben nach dem Tod. Sie kann es
schlicht und einfach nicht bieten. Daher muss sie alles unternehmen, um das Leben so lange wie möglich zu erhalten.

Doch wenn man sich die medizinischen Möglichkeiten, Leben zu verlängern, genauer vor Augen führt,
muss einem der
Tod wieder als Erlösung erscheinen.

Herr X. ist 82 Jahre alt. Seit längerer Zeit empfiehlt sein Augenarzt eine Kataraktoperation an beiden Augen - ein Eingriff
gegen Grauen Star, bei dem die trübe Linse durch ein Kunststoffimplantat ersetzt wird -, da der Patient sonst dauerhaft
erblinden könnte. Und weil Herr X. nicht erblinden möchte, stimmt er dem Vorschlag des Augenfacharztes zu.
Herr X. ist darüber hinaus durch eine hochgradige Abnützung beider Hüftgelenke stark gehbehindert, zu einer Hüftendoprothese
hat er sich aber noch nicht durchringen können, da bei der endoprothetischen Versorgung seines rechten Knies Komplikationen
aufgetreten sind. Jeder Arztbesuch ist seither beschwerlich.
Im Rahmen der vom Spital geforderten vorbereitenden Untersuchung für die Augen-OP (Lungenröntgen, Labor, EKG, internistische
Untersuchung) wird vom Internisten ein hochgradiger Verschluss der rechten Halsarterie festgestellt. Als Zufallsbefund.
Jetzt hat die Operation der Halsarterie Vorrang, da schlecht zu sehen nicht so schlimm ist wie ein möglicher Schlaganfall. Neue Termine,
neue Untersuchungen, die ganze Prozedur von vorne, da die Befunde nicht älter als 14 Tage sein dürfen. Aber immerhin im selben Spital.
Da Herr X. für die neue Operation eine Vollnarkose benötigt (für die Augenoperation hätte eine Lokalanästhesie genügt!), werden diesmal
gründlichere Untersuchungen durchgeführt, wobei diesmal unter anderen neuen Befunden eine koronare Herzerkrankung konstatiert werden
muss, die, vom Patienten unbemerkt, ein Ausmaß angenommen hat, das eine Bypass-Operation unausweichlich erscheinen lässt.

Herr X. wird nunmehr auch dem Herzchirurgen vorgestellt. Diesmal allerdings in einem Schwerpunktkrankenhaus. Seine Gattin, die Kinder
und wer gerade Zeit hat, begleiten Herrn X. zu jedem Termin, geduldig und fürsorglich, denn alleine wären ihm die Strapazen zu groß
.
Manchmal äußert der alte Mann den Wunsch zu sterben. Niemand versteht diesen Wunsch.



"Der Tod ist nicht mehr Teil des wirklichen Lebens. Lediglich in Fernseh- und Kinofilmen hat er überlebt,
dort dafür grausamer und unwirklicher als je zuvor. Wir haben ihn aus unserem Denken und Empfinden,
aus unseren Wohnungen und Häusern verbannt. Sterben und Tod haben in einer erfolgsorientierten
Wertewelt keinen Platz. Der Tod ist nicht länger das natürliche Ende des Lebens, sondern ein Unfall,
ein Versagen der Medizin. ... Das Sterben als Vorgang darf es nicht mehr geben.
"Sterben" darf kein Zeitwort mehr sein, nur Zeitpunkt. ... Und wenn Menschen trotzdem sterben,
so war es irgendjemandes Versagen. ... Noch eine Operation oder nur die rettende Diagnose
zur rechten Zeit vom richtigen Arzt. Wie im Fernsehen.

"Aus Altersschwäche gestorben" wird von einer mechanistisch am Leben hängenden Gesellschaft
nicht mehr akzeptiert. Wir können Leben machen, also werden wir es auch erhalten können. Über das
Ablaufdatum hinaus. Ein "Lasst mich sterben!" wird von einer Gemeinschaft, in der Respekt eine immer
geringere Rolle spielt, nicht mehr respektiert. ... Niemand fragt, ob Atmen und Herzschlag alleine genug
zum Leben sind. Und zusammen mit der Frage nach dem Sinn des Lebens wird auch die
nach dem Sinn des Ablebens, dem Sinn eines geordneten Sterbens nicht mehr gestellt.
Geschweige denn beantwortet. ... Vielleicht könnte sich eine zunehmend egoistisch
agierende Gesellschaft darauf verständigen, zumindest den letzten Willen
alter und kranker Menschen zu respektieren."

Aus: Günther Loewit: „Der ohnmächtige Arzt. Hinter den Kulissen des Gesundheitssystems“ Kapitel: Das Leben als Wirtschaftsgut. Unterkapitel:
Das Geschäft mit dem Sterben. Das Recht auf würdevollen Tod. auszugsweise aus Seite 81-86. HAYMON 2010. www.guenther-loewit.at



So werden innerhalb der nächsten sechs Wochen zuerst die dringende Halsschlagader und bald darauf das ebenso dringliche Herzproblem
operativ in Angriff genommen. Herr X. übersteht beide Eingriffe technisch gesehen sehr gut. Die Ärzte loben ihn und sind zufrieden. Allerdings kommt
Herr X. nach der Herzoperation nicht mehr richtig auf die schmerzenden Beine. Er muss gestützt beziehungsweise in einem Rollstuhl transportiert werden.
Durch die mangelnde Bewegung kommt es zu Wasseransammlungen in den Beinen. Weitere Arztbesuche, neue Tabletten, Magenbeschwerden und eine
nicht enden wollende Kette von Schwierigkeiten sind die Folge. Das seit Jahren bestehende Prostataproblem wird immer drängender. Ein Dauerkatheter
muss gesetzt werden. Der Allgemeinzustand von Herrn X. verschlechtert sich laufend. Immer häufiger verbringt Herr X. Stunde für Stunde seiner verbleib-
enden Lebenszeit im Bett. Seit der Herzoperation darf davon ausgegangen werden, das sein herz gut arbeitet und das auch noch lange tun wird.
Durch das lange Liegen wird Herr X. wund. Zuerst ist es nur eine kleine Druckstelle im Kreuzbereich, die sich aber trotz entsprechender Bemühungen
der jetzt regelmäßig ins Haus kommenden mobilen Krankenschwester vergrößert und vertieft. Die Wunde stinkt schrecklich und Herr X. beteuert seiner
Familie gegenüber immer öfter, dass er lieber sterben möchte, als seinen eigenen Verfall weiter beobachten und erleben zu müssen. Er bekommt eine
Windel, weil er den Weg zum Leibstuhl nicht mehr bewältigen kann. Die Schmerzen an den wunden Fersen und der tiefen Wunde im Kreuzbereich werden
immer unerträglicher. Immer wieder wird er ins Spital gebracht, wo er Antibiotika und Infusionen bekommt. Alle fünf Wochen wird der Katheter gewechselt.

Jedes Mal, wenn Herr X. nach Hause kommt, ist sein Zustand noch schlechter. Er wird gefüttert und beteuert täglich, sterben zu wollen.
Sterbehilfe ist aber in fast allen europäischen Ländern verboten und kommt daher nicht in Frage. Auf einer Schmerzambulanz, wohin die verzweifelte Familie
Herrn X. mit dem Sanitätskraftwagen bringen lässt, werden dem Patienten weitere Schmerz- und Beruhigungsmedikamente verordnet. Mehrere Antidepressiva
sind darunter. Herr X. lebt noch sehr lange, sein operiertes Herz erlaubt ein gnädiges Sterben nicht. Noch nicht.


Wenn herzkranke Patienten mit immer besseren Medikamenten und verfeinerten Operationstechniken länger am Leben gehalten
werden können, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie später einmal an der Alzheimer-Demenz erkranken. Und nicht nur das.
Selbst wenn man davon ausgeht, dass die Häufigkeit von Krebs- oder sonstigen Erkrankungen in den nächsten Jahrzehnten nicht
zunehmen wird, so wird es durch die gesteigerte Lebenserwartung doch deutlich mehr kranke Menschen geben. Die ihrerseits aber
wieder mit besseren Methoden behandelt werden können und damit auch wieder für Gelenksprothesen und Kataraktoperationen in
Frage kommen. Eine in sich geschlossene Logikkette, die ein System der medizinischen Altersversorgung,
das Geld und Lebensfreude vernichtet, am quälenden und qualvollen Leben erhält
.
Und zugleich die umsatzgewaltige Gesundheitsindustrie.
Vielleicht werden Sozialökonomen bald analog den bisherigen "Blasen" im Finanzsystem die "Gesundheitsblase" konstatieren.
Laut der Unternehmungsberatung Roland Berger hat der österreichische Gesundheitsmarkt 2009 erstmals ein Volumen von 35 Milliarden
Euro erreicht. Lapidar heißt es in der Aussendung weiter: Bis 2020 sollen es 70 Milliarden Euro sein. In diesem Zusammenhang werden
Worte sie "steigendes Gesundheitsbewusstsein" und "krisenfester Markt" verwendet. Wer die benötigten Milliarden zur Verfügung stellen
soll, wird allerdings nicht erwähnt. Dass immer weniger junge Menschen für immer mehr alte werden arbeiten müssen, ebenfall nicht
.
Krisenfest ist das Gesundheitsgeschäft allemal. Weil ein rasant wachsender Markt mit steigender Zahl von Produkten und Möglichkeiten
auch gleich die neuen ethischen und moralischen Normen festlegt: Der juridische Begriff der "unterlassenen Hilfeleistung" [§ 95 StGB]
etwa verändert seine Bedeutung natürlich mit der zunehmenden Zahl möglicher Hilfeleistungen.
Und schon der 2006 verstorbene Nobelpreisträger Milton Friedmann [1912-2006, US-amerikanischer Ökonom] bezeichnete
Gesundheitssysteme als die "Schwarzen Löcher" der Volkswirtschaften, in denen unendliche finanzielle Ressourcen
ohne effektiven Nutzen für die Gesellschaft vernichtet werden."

Aus: Günther Loewit: „Der ohnmächtige Arzt. Hinter den Kulissen des Gesundheitssystems“ Kapitel: Das Leben als Wirtschaftsgut. Unterkapitel:
Das Geschäft mit dem Sterben. Lebensabend und Lebensnacht. pp 76-81. HAYMON 2010. www.guenther-loewit.at/ [Ergänzungen]


"Wäre der Tod nicht,
es würde keiner das Leben schätzen.
Man hätte vielleicht nicht einmal
einen Namen dafür."
Jakob Bosshart
(1862-1924)
Schweizer Erzähler


Links:

www.palliativedrugs.com/
Tiroler Hospiz Gemeinschaft
Stille Geburt
OPG Österreichische Palliativgesellschaft

Hospice Care Palliative Care Services Bereavement Grief Services
Center to Advance Palliative Care Providing Program Assistance Home Page
Association for Palliative Medicine

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V.
www.palliativ-portal.de/
Schweizerische Gesellschaft für Palliative Care
American Academy of Hospice and Palliative Medicine Homepage
The National Council for Palliative Care
Palliative Care Australia

ÖGGG Österreichische Gesellschaft f. Geriatrie und Gerontologie
Lebenswelt Heim, Bundesverband der Alten- und Pflegeheime Österreichs

DGG Deutsche Gesellschaft für Geriatrie
SGG Schweizerische Gesellschaft für Gerontologie
UEMS Geriatrics in EU
BGS British Geriatrics Society
IAGG International Association of Gerontology & Geriatrics
AGS The American Geriatrics Society
IPA International Psychogeriatric Association

OEGIAIM Österreichische Gesellschaft f. internistische u. allgemeine Intensivmedizin
DGIIN Deutsche Gesellschaft f.internistische Intensiv- u. Notfallmedizin

Initiative for Pediatric Palliative Care (IPPC) Curriculum
Salzburger Akademie für Palliative Care
Koordination Palliativbetreuung Steiermark

Hospiz Österreich
Arbeitsgemeinschaft Elisabeth Kübler-Ross
American Hospice Foundation

Forum Medizin Ethik Dr. Michael Peintinger

www.patientenverfuegung.or.at/
www.patientenanwalt.com/ihre-rechte/patientenverfuegung.html

Patientenverfügung
Hospiz Österreich pdf
>>>


www.oegsbarrierefrei.at/videotext.asp?cid=41&vid=1236

Vertretungsnetz - Patientenanwaltschaft Österreich
www.tirol.gv.at/patientenvertretung

www.tirol.gv.at/themen/gesundheit/patientenvertretung/patientenverfgung/

www.justiz.gv.at/

Vorsorgevollmacht pdf >>>

Widerspruch gegen die gesetzliche Vertretungsbefugnis nächster Angehöriger
(§ 284d ABGB)
pdf >>>

  Trauerhilfe - Thanatologie - Verstorbenenversorgung - Österreich

Verein Kuratorium Bestattung
www.bestattungsverein.at/

Leichen-und Bestattungsgesetz Tirol:
www.2minus1.at/recht-gesetz/leichen-und-bestattungsgesetz-tirol

"Die offene Aufbahrung des Verstorbenen zu Hause
ermöglicht den Angehörigen, Nachbarn und Freunden die "intime"Gelegenheit,
einen letzten Blick auf den "Toten" zu werfen und auf ganz privat-persönliche Weise
endgültig von ihm Abschied zu nehmen. Diese Ehrenbezeugung, die ihm dabei noch
vor seiner Bestattung zu teil wird, ist eine erstrebenswerte moderne Form der heutigen
Totenwache. Einmal noch von Angesicht zu Angesicht. Man kann dabei den Verstorbenen
noch berühren, seinen ganz privaten Abschied von ihm nehmen und einen letzten Blick
auf das gewohnt-geliebte Gesicht werfen. So wird aus der vagen Todes-Vorstellung
eine anfassbare Realität, und deren Akzeptanz ist der erste Schritt
bei der Trauerbewältigung."


Alles ist nur Übergang >>>

www.urnentoepferei.de/

Bestattungs-Lexikon Unschwarz FL

Traueranzeige - AT
Traueranzeige Tiroler Tageszeitung
ASPETOS Trauer-Netzwerk AUT
www.kuratorium-bestattung.at/

Bestattungsverfügung pdf >>>

Bestatter.AT Fachverband der Bestattung AUT
Naturbestattung - AT
Bestattung Kröll Mayrhofen

www.puetz-roth.de/Das-Haus-der-menschlichen-Begleitung.aspx


Informationen zu Nahtoderfahrungen

Sterbeforschung Bernhard Jakoby BRD
Netzwerk Nahtod-Erfahrung e.V. BRD
IANDS International Association for Near-Death Studies USA
NDERF Near Death Experience Research Foundation


"Mein Schatz, bitte reg dich nicht auf.
Sterben wird das Letzte sein,
was ich tun werde."
Groucho Marx
(1890-1977)
US-amerikanischer Schauspieler & Entertainer
Aus: Manfred Stelzig: „Krank ohne Befund – Eine Anklageschrift“
Seite 232 ECOWIN 2013

Die "Marx Brothers" - eine weltberühmte US-amerikanische Komikertruppe:
Chico (Leonard Marx, 22. März 1887 – 11. Oktober 1961)
Harpo (Adolph Arthur Marx, 23. November 1888 – 28. September 1964)
Groucho (Julius Henry Marx, 2. Oktober 1890 – 19. August 1977)
Gummo (Milton Marx, 23. Oktober 1892 – 21. April 1977)
Zeppo (Herbert Marx, 25. Februar 1901 – 29. November 1979)


"Der Mensch weiß nicht,

was er ist,

zugleich weiß er aber,
dass er es nicht weiß."

Max Scheler

 (1874-1928)
Deutscher Philosoph und Soziologe


"Wenn wir unsere Vergänglichkeit akzeptieren,
wenn wir unsere Anhaftung an den Dingen,
so wie sie sind, loslassen,
dann öffnen wir uns zur Gnade.

Wenn wir ruhig sein können im Bewusstsein unseres Sterbens,
wenn wir den Mut haben, sogar ins Gesicht eines Kindes zu schauen und zu sagen:
"Diese Blume, auch sie wird welken und nicht mehr sein",
wenn wir die Nähe des Todes fühlen können und seine Berechtigung
genau wie die Berechtigung der Geburt einsehen,
dann werden wir übergesiedelt sein zu jenem entfernten Ufer,
wo der Tod uns keine Angst mehr machen kann,
wo wir das Maß des Ewigen, das für uns in diesem Leben bereitsteht,
erfahren können."

Philip Simmons
(1957-2002 ALS)
ALS=Amyotrophe Lateralsklerose
"Learning to Fall: Recording the Blessings of an Imperfect Life"
BANTAM 2003





Ludwig Hirsch

(28. Februar 1946 - † 24. November 2011)
Österreichischer Liedermacher und Schauspieler


Komm großer schwarzer Vogel, komm jetzt!
Schau, das Fenster ist weit offen,
Schau, I hab' Dir Zucker aufs Fensterbrett g'straht.

Komm großer schwarzer Vogel, komm zu mir!
Spann' Deine weiten, sanften Flügel aus
und leg's auf meine Fieberaugen!

Bitte, hol' mi weg von da!

Und dann fliegen miar auffi, mitten in den Himmel eini,
in a neiche Zeit, in a neiche Welt.

Und I werd' singen, I werd' lachen,

I
werd' "des gibt's net", schrei'n,
weil I werd' auf amol kapieren
worum sich alles dreht.

Komm großer schwarzer Vogel, hilf mir doch!
Press' Deinen feuchten, kalten Schnabel
auf mei Wunde, auf mei haße Stirn!


Komm großer schwarzer Vogel, jetzt wär's grad günstig!
Die anderen da im Zimmer schlafen fest
und wenn wir ganz leise san,
heart uns die Schwester net?

Bitte, hol mich weg von da!

Und dann fliegen wir auffi, mitten in Himmel eini,
in a neiche Zeit, in a neiche Welt.

Und I werd' singen, I werd' lachen,

I werd' "des gibt's net", schrei'n,
weil I werd' auf amol kapieren
worum sich alles dreht.

Ja, großer schwarzer Vogel, endlich!
I hab' Di gar nit einikuman g'hört,
wie lautlos Du fliegst
mein Gott, wie schön Du bist!

Auf geht's, großer schwarzer Vogel, auf geht's!
Baba, ihr meine Lieben daham!
Du, mein Mädal, Mama, baba!
Bitte, vergesst's mi net!

Auf geht's, mitten in Himmel eini,
net traurig sein, ist ka Grund zum traurig sein!
Na I werd' singen, I werd' lachen, I werd' "es gibt's net" schrei'n.
I werd' endlich kapieren, I werd' glücklich sein!

Ja I werd' singen und I werd' lachen und I werd' "des gibt's net" schrei'n.

I werd' endlich kapieren, I werd' glücklich sein!
 
I werd' endlich kapieren, I werd' endlich glücklich sein! (1993)


www.youtube.com/watch?v=CgY5oM_R70E

Your Long Journey
by Robert Plant (b.1948) & Alison Krauss (b.1971)
Album: Raising Sand 2007
Writers: Arthel Lane Doc Watson (1923-2012), Rosa Lee Watson


God's given us years of happiness here
Now we must part
And as the angels come and call for you
The pains of grief tug at my heart


Oh my darling
My darling
My heart breaks as you take your long journey

Oh the days will be empty
The nights so long without you my love
And when god calls for you I'm left alone
But we will meet in heaven above


Oh my darling
My darling
My heart breaks as you take your long journey

Fond memories I'll keep of happy ways
That on earth we trot
And when I come we will walk hand in hand
As one in heaven in the family of god


Oh my darling
My darling
My heart breaks as you take your long journey

www.youtube.com/watch?feature=endscreen&v=cTkbSWbfiGk&NR=1



"WER SEHR LANGE LEBT,
VERLIERT DOCH NUR DASSELBE WIE JEMAND,
DER JUNG STIRBT.

DENN NUR DAS JETZT IST ES,
DESSEN MAN BERAUBT WERDEN KANN,
WEIL MAN NUR DIESES BESITZT"


Mark Aurel
(121 in Rom - 180 in Vindobona (Wien)
War von 161 bis 180 römischer Kaiser und als Philosoph
der letzte bedeutende Vertreter der jüngeren Stoa.


Siehe: 
Simone de Beauvoir unter Allgemeinmedizin & angewandte Geriatrie >>>

Killing the Blues
by
Robert Plant (b.1948) & Alison Krauss (b.1971)
Album: Raising Sand 2007
Writer:  Roly Jon Salley (b.1949)


Leaves were falling ... Just like embers
In colors red and gold they set us on fire
Burning just like a moonbeam ... in our eyes


Somebody said they saw me
Swinging the world by the tail
Bouncing over a white cloud.
Killing the Blues

Now I am guilty of something
I hope you never do because there is nothing
Sadder than losing ... yourself in love

Somebody said they saw me
Swinging the world by the tail
Bouncing over a white cloud.
Killing the Blues

Now, you ask me ... Just to leave you
To go out on my own and get what I need to
You want me to find ... what I've already had


Somebody said they saw me
Swinging the world by the tail
Bouncing over a white cloud.
Killing the Blues

Somebody said they saw me
Swinging the world by the tail
Bouncing over a white cloud.
Killing the Blues


www.youtube.com/watch?v=acX_2zkA0KA&feature=related



"Ich weiß, daß ich bald sterben werde,
zu lange schon war ich auf dieser Welt zu Gast,
auf diesem Flecken, diesem Stückchen Erde,
das du, mein Gott, wenn es dich gibt, mir gabst.

Was bleibt von all dem, was (das) ich tat und lebte?
Nur eine Kleinigkeit: Ein Mensch fand statt.
Ein Mensch, der weiß, daß er nun sterben werde
und müde ist und sagt: ich hab es satt.

Fast schon so alt wie, dieses mein Jahrhundert
der Flammenmeere, Mörder, Folterungen,
der Volksverderber und der Volksverächter,
geliebt, gehaßt, gefürchtet und bewundert.

So nehmt, ihr Freunde (o Brüder), eine Hand voll Erde
und gebt sie mir zum Abschied auf den Weg.
Ich weiß, daß ich bald sterben werde.
Ein Gast nimmt leise seinen Hut und geht."
Hans Sahl
(1902-1993)
Deutscher Literatur-, Film-, Theaterkritiker
Antifaschistischer Schriftsteller, Übersetzer, Kulturkorrespondent
Vertreter der deutschen Exilliteratur
Aus: Ella Lingens, Peter Michael Lingens: „Gefangene der Angst:
Ein Leben im Zeichen des Widerstandes“ Vorwort des Heraus-
gebers S.31. Deutike Verlag 2.Auflage 2003




Literatur:
Tiroler Hospiz Gemeinschaft, Tiroler Arbeitskreis für Onkologie, Tiroler Landesregierung: „Palliative Care. Empfehlungen für die Betreuung schwerkranker Menschen am Lebensende in Tirol“ Tiroler Gesundheitsfonds 2011.
www.tako.or.at/files/Palliativ_Care_1_0.pdf
Im Vorwort: "Nach der Definition der WHO aus dem Jahr 2002 ist Palliative Care ein Konzept, mit dem die Lebensqualität der Patienten und ihrer Familien verbessert werden soll, wenn sie mit einer lebensbedrohlichen Krankheit und den damit verbundenen Problemen konfrontiert sind. Dies soll durch Vorsorge und Linderung von Leiden, durch frühzeitiges Erkennen und Erfassung und Behandlung von Schmerzen und anderen physischen, psychosozialen und spirituellen Problemen erfolgen. In vielen Situationen ist der erwartbare Nutzen von Diagnostik und Therapie abzuwägen gegenüber Belastungen und Kosten, und oft stellt sich die Frage nach dem therapeutisch Sinnvollen."


Giovanni Maio (b.1944, dtsch.Mediziner, Philosoph, Bioethiker): „Mittelpunkt Mensch: Ethik in der Medizin - Ein Lehrbuch“ Mit einem Geleitwort von Wilhelm Vossenkuhl (b.1945, Prof.f. Philosophie) SCHATTAUER 2012 (2011), „Medizin ohne Maß? - Vom Diktat des Machbaren zu einer Ethik der Besonnenheit“ TRIAS 2014, „Geschäftsmodell Gesundheit - Wie der Markt die Heilkunst abschafft“ medizinHuman Band 15 Hrsg. Dr. Bernd Hontschik SUHRKAMP 2.Auflage 2016 (2014), "Den kranken Menschen verstehen: Für eine Medizin der Zuwendung" Herder 2015, "Die Kunst des Hoffens - Kranksein zwischen Erschütterung und Neuorientierung" Herder 2016 (2015), "Abschaffung des Schicksals? - Menschsein zwischen Gegebenheit des Lebens und medizin-technischer Gestaltbarkeit" 3. Auflage Herder 2015 (2011)
Günther Loewit (b.1958, Arzt, Schriftsteller NÖ): „Der ohnmächtige Arzt. Hinter den Kulissen des Gesundheitssystems“ HAYMON 2010, „Wie viel Medizin überlebt der Mensch?“ HAYMON 2013,
„Sterben - Zwischen Würde und Geschäft“ HAYMON 2014
Gian Domenico Borasio (b.1962, Palliativmediziner): „Über das Sterben. Was wir wissen, was wir tun können, wie wir uns darauf einstellen“ 2.Auflage BECK 2012

Stein Husebo, Eberhart Klaschik: „Palliativmedizin - Schmerztherapie – Gesprächsführung – Ethik“ SPRINGER 2. Auflage 2003
Claud Regnard, Mervyn Dean: "Praktische Palliativmedizin. Leitfaden und Checklisten für die bedürfnisorientierte Behandlung" (A Guide to Symptom Relief in Palliative Care. 6th ed. Radcliffe Publishing Oxford 2010) HANS HUBER 2010
Michael de Ridder (dtsch. Internist, Rettungsarzt): „Wie wollen wir sterben?: Ein ärztliches Plädoyer für eine neue Sterbekultur in Zeiten der Hochleistungsmedizin“ PANTHEON 2.Auflage 2011 (2010
Claudia Bausewein, Susanne Roller, Raymond Voltz: „Leitfaden Palliativmedizin“ URBAN & FISCHER 2.Auflage2004
Romana Wasinger (b.1961, Diplom. Gesundheits- u. Krankenschwester NÖ): „Leben im Sterben. Liebevolle Begleitung in der letzten Lebensphase“ STYRIA PREMIUM 2011
Oliver Tolmein (b.1961, deutscher Anwalt, Autor, Journalist): „Keiner stirbt für sich allein. Sterbehilfe, Pflegenotstand und das Recht auf selbstbestimmung“ GOLDMANN 2007
Sherwin B. Nuland (b.1930, US Arzt, Chirurg, Prof. f.Medizingeschichte): „Wie wir sterben. Ein Ende in Würde?“ (How We Die. Reflections on Life's Final Chapter 1994) DROEMER KNAUR 1996
Lawrence LeShan (b.1920, US-Psychologe,"Krebs"-Psychotherapeut, Pionier der psychobiologischen Krebsforschung): „Diagnose Krebs: Wendepunkt und Neubeginn“ (Cancer As a Turning Point: A Handbook for People with Cancer, Their Families, and Health Professionals 1989) Klett-Cotta 1993; „Psychotherapie gegen Krebs. Über die Bedeutung emotionaler Faktoren bei der Entstehung und Heilung von Krebs“ (You Can Fight for Your Life: Emotional Factors in the Treatment of Cancer 1977) Klett-Cotta 2001
Eda LeShan
(1922-2002, US Schriftstellerin): „Learning to Say Goodbye: When a Parent Dies“ Prentice Hall & IBD 1976
Simone de Beauvoir (1908-86, frz. Schriftstellerin): „Das Alter“ (La Vieillesse 1970) ROWOHLT 4.Auflage 2008 (1972)
Markolf H. Niemz (b.1964, dtsch.Physiker, Lasermedizin, Medizintechniker UNI Heidelberg): „Lucy im Licht – Dem Jenseits auf der Spur“ DROEMER 2007; „Lucy mit c – Mit Lichtgeschwindigkeit ins Jenseits – Leben nach dem Tod – Neue wissenschaftliche Indizien“ 4.Auflage, komplett überarbeitet, Books On Demand 2008; Stiftung: www.lucys-kinder.de; www.tempolimit-lichtgeschwindigkeit.de
Raymond Avery Moody (b.1944, amerikanischer Parapsychologe, Psychiater, Philosoph): „Nachgedanken über das Leben nach dem Tod“ (Reflections On Life After Life 1977) rororo 1997; „Leben nach dem Tod - Das Licht von drüben. Die Erforschung einer unerklärlichen Erfahrung. Neue Fragen und Antworten“ (Life After Life 2001, Light Beyond 1989/2005) rororo 2008
Günter Ewald (b.1929, dtsch. Prof.Dr.rer.nat., Mathematik, Philosophie, Physik, Chemie): "Nahtoderfahrung - Hinweise auf ein Leben nach dem Tod? Topos plus 2008; www.prof-dr-ewald.de
Stanislaf Grof (b.1931 in Prag, Medizinphilosoph, Psychotherapeut, Psychiater): „Geburt, Tod und Transzendenz – Neue Dimensionen in der Psychologie“ (Beyond the Brain 1985) rororo 1998
Stanislav Grof, Joan Halifax (b.1942, Zen Buddhistin, Anthropologin): "Die Begegnung mit dem Tod" Klett-Cotta 1980
Holger Kalweit (b.1947, dtsch. Ethnologe, Psychologe): „Liebe und Tod: Vom Umgang mit dem Sterben“ KOHA 2006, „Platons Totenbuch: Eros, Seelenenergie und Leben nach dem Leben“ Photo Jiri Kuchar, EMINENT Verlag 2006 „Der Stoff aus dem die Seele ist - Meine Suche nach dem Lichtkörper und die Geburt der Plasmapsychologie“ KOHA 2004, „Urheiler, Medizinleute und Schamanen. Die Wiederkehr archaischer Lebenstherapie“ HEYNE 1994, „Die Welt der Schamanen: Traumzeit und innerer Raum“ SCHIRNER 2004, „Traumzeit und innerer Raum. Die Welt der Schamanen“ BARTH 1. Auflage der Neuausgabe 2000 (1984), „Dunkeltherapie - Die Vision des inneren Lichts“ KOHA 2004, „Naturtherapie – Meine Initiationsreise zur Erdmutter“ ARUN 2004, „Erdmutter will Rituale: Naturtherapie - Einweihung ins Gedächtnis der Erde“ ARUN 2005
Milan Ryzl (b.1928, Dr. rer. nat. in Physik und Chemie, Prof. f. Parapsychologie ): „Der Tod ist nicht das Ende. Von der Unsterblichkeit geistiger Energie“  ARISTON 3. Auflage 1995 (1981 als Der Tod und was danach kommt)
Kenneth Ring (US Prof. f. Psychologie, NearDeathExperinces): „Den Tod erfahren, das Leben gewinnen - Erkenntnisse und Erfahrungen von Menschen, die an der Schwelle zum Tod gestanden und überlebt haben“ BASTEI LÜBBE 1988
Kenneth Ring, Evelyn Elsaesser Valarino (b.1954, Schweizer Sterbeforscherin, Autorin):  "Im Angesicht des Lichts - Was wir aus Nah-Tod-Erfahrungen für das Leben gewinnen" ARISTON 2002; www.elsaesser-valarino.com
Vladimir Jankelevitch (1903-1985, frz. Philosoph): „Der Tod“ (La mort 1977) SUHRKAMP 2005
Philippe Aries (1914-84, frz. Historiker): „Geschichte des Todes“ 3. Auflage dtv 1987 (1975)
Elisabeth Kübler Ross (1926-2004, schweizerisch-US-amerikanische Psychiaterin): „Kinder und Tod“ (On children and Death 1983) KNAUR 1984, „Befreiung aus der Angst“, „Das Rad des Lebens - Autobiographie“ KNAUR 2004, „Leben bis wir Abschied nehmen - Mit 80 Fotos von Mal Warshaw“ GTB 5. Auflage 2001, „Reif werden zum Tode - Es kommt auf die Intensität des Lebens an“ KNAUR 2004, „Erfülltes Leben - würdiges Sterben“ GÜTERSLOHER 2004 Sonderausgabe (Hrsg: Göran Grip), „Jedes Ende ist ein strahlender Beginn“ SILBERSCHNUR 2001
Ronald Grossarth Maticek [1] (1940- ,MD, PhD, Medizinsoziologe): „Krankheit als Biographie. Ein medizin-soziologisches Modell der Krebsentstehung und -therapie“ Seite 110. KIEPENHEUER & WITSCH 1979
Christian Bachmann [2] (b.1948, Medizin, Biologie, Schweizer Wissenschaftsjournalist): „Die Krebs Mafia – Intrigen und Millionengeschäfte mit einer Krankheit“ FISCHER 1983
Bernard Jakoby (b.1957, dtsch. Sterbeforscher): "Wir sterben nie - Was wir heute über das Jenseits wissen können" NYMPHENBURGER 2007; "Das Leben danach - Was mit uns geschieht, wenn wir sterben" LANGEN MÜLLER 2007;  "Auch Du lebst ewig - Die erstaunlichen Ergebnisse der modernen Sterbeforschung" LANGEN MÜLLER 2003; "Keine Seele geht verloren - Hilfe und Hoffnung bei plötzlichen Todesfällen und Suizid" 2. Auflage rororo 2008 (2003); "Die Brücke zum Licht - Nahtoderfahrung als Hoffnung" LANGEN MÜLLER 2007; "Geheimnis Sterben - Was wir heute über den Sterbeprozess wissen" rororo 2008;  Begegnungen mit dem Jenseits - Zum Phänomen der Nachtod-Kontakte" rororo 2007; http://sterbeforschung.de
Engelbert. J. Winkler (dtsch. Sterbeforscher, Psychologe): "Begegnung mit dem lebendigen Licht - Nahtod-Erfahrungen als Hilfe zum Leben" Silberschnur 2001
Tiziano Terzano (1938-2004, Sinologe, Asienjournalist f. Spiegel: „Noch eine Runde auf dem Karussell – Vom Leben und Sterben“ KNAUR 2007 (Un altro giro di giostra 2004)
Hugo von Hofmannsthal (1874-1929): „Der Tor und der Tod“ INSEL VERLAG 1999 (1913)
Thomas Bernhard (1931-89 Gmunden, österr. Schriftsteller):  „In Hora Mortis“ INSEL VERLAG 1987 (1958)
Dieter Beck (-1980 ermordet): „Krankheit als Selbstheilung – Wie körperliche Krankheiten ein Versuch zur seelischen Heilung sein können“ SUHRKAMP1985
Robert Harrison: „Die Herrschaft des Todes“ (The dominion of the Dead 2003) HANSER 2003
Markus Treichler (Hrsg.): „Den Sinn des Todes fassen – Mut zur Begleitung Sterbender“ URACHUS 2002
Irene Dalichow: „Das Westliche Totenbuch – Wege zu Abschied, Bestattung, Trauer und dem Danach“ ARKANA 2001
James William Worden, PhD, ABPP: "Beratung und Therapie in Trauerfällen: Ein Handbuch" (Grief Counseling and Grief Therapy. A Handbook for the Mental Health Practitioner, SPRINGER 4th Edition 8/2008 (1982,1991) Mit einem Nachwort von Prof. Dr. Meinrad Perrez (b.1944, CH) HANS HUBER 4.überarbeitete und erweiterte Auflage 2011 (2008)
Christine Longaker: „Dem Tod begegnen und Hoffnung finden – Die emotionale und spirituelle Begleitung Sterbender“ PIPER 3.Auflage 2005 („Facing Death and Finding Hope“ 1997)
Dietrich Bauer, Max Hoffmeister, Hartmut Görg: „Gespräche mit Ungeborenen – Kinder kündigen sich an“ URACHHAUS 5. Auflage 1999
Niro Markoff Asistent: „Das heilende Ja – Die Geschichte einer Rückkehr ins Leben“ HYNE 1996, MMA = Menschen mit Aids
Annelies Fitzgerald, Heidemarie & Robert Toplak: “Der Umgang mit Schwerkranken und Sterbenden” MAUDRICH 1994
Jan Assmann (b.1938, deutscher Ägyptologe, Religions- und Kulturwissenschaftler): „Tod und Jenseits im alten Ägypten“ C.H.BECK 2003 (2001), „Monotheismus und die Sprache der Gewalt“ Vortrag im Alten Rathaus Wiens, am 17.November 2004, PICUS VERLAG 4.Auflage 2007 (2006)
Karin E. Leiter: „Im Angesicht des Todes – Sterbebegleitung ist Lebenshilfe“ AKTION LEBEN ÖSTERREICH 1/94, „Lebensbegleitung bis zum Tod – Wir brauchen Hospize“ TYROLIA 3. Auflage 1998
Hermann Gmeiner: „Eindrücke – Gedanken – Bekenntnisse“ SOS Kinderdorf Verlag 4. Auflage 1980
Aktion Leben Österreich: „Zum Leben gezeugt“ 3/94, „Eine Tat der Liebe“ 6/1994, „Sexualerziehung in der Familie – Liebe ist kein Geheimnis“ 1/1996, „Miteinander – füreinander – Beispiele gelebter Solidarität“ 4/1997
Hans Holbein der Jüngere: „Totentanz“ FOURIER 2003 (1523-26)
Marie de Hennezel, Jean-Yves Leloup: “Die Kunst des Sterbens – Der Tod und wie wir mit ihm umgehen können.“ KRÜGER 2.Auflage 2001 (1997)
Fritz Roth (b.1949, dtsch. Trauerpädagoge, Bestatter): „Das letzte Hemd ist bunt: Die neue Freiheit in der Sterbekultur“ Campus Verlag 2011
Lars Ardelius (b.1926, schwed.Schriftsteller.), Per Christian Jersild (b.1935, schwed.Schriftsteller, Arzt): „Gedanken über den Tod“ (Slutet. Om dödens höghet och laghet 1990) INSEL 1992
Claudia Cardinal: „Trauerheilung – Ein Wegbegleiter“ PATMOS 2002
Ladislaus Boros: „Mysterium Mortis – Der Mensch in der letzten Entscheidung“ MATTHIAS GRÜNEWALD 1993
Marie-Claire van der Bruggen (b.1969): "Das Märchen vom Tod" (Het Sprookje van de dood)NLG Eoscentra  2009
Satprem (1923-2007, frz. Autor):  „Sri Aurobindo (Aurobindo Ackroyd Ghose, Satprem) oder Das Abenteuer des Bewußtseins“ (Sri Aurobindo ou l’ Aventure de la Conscience 1970) HINDER & DEELMANN 3.Auflage 1998, übersetzt von Cay Hehner
Dieter Strecker (b.1944, dtsch.Theologe, Autor): „Vom guten Umgang mit sich selbst – Wie Krankheit und Krise verhindert werden“ ART & GRAFIK 3. Auflage 1991, „Vom guten Umgang mit Kindern – Wie Ihr Kind glücklich groß wird“ ART & GRAFIK, 5. Auflage1990, „Vom guten Umgang in der Partnerschaft – gemeinsam glücklich leben“ ART & GRAFIK, 4. Auflage 1990, „Vom guten Umgang mit angestellten – die Kunst, ein guter Chef zu sein“ ART & GRAFIK, 2. Auflage 1991, „Vom guten Umgang mit Lehrern – Hilfen und Wegweiser für alle Betroffenen“ ART & GRAFIK 2. Auflage 1991, „Vom guten Umgang mit alten Menschen – Das alter soll Segen sein“ ART & GRAFIK 2. Auflage 1991, „Vom guten Umgang mit Sterbenden – denn der Tod ist Gast in jeder Familie“ ART & GRAFIK 2. Auflage1991
Ron Smothermon: „Drehbuch für Meisterschaft im Leben (Winning Through Enlightenment)“ 16. Auflage J. KAMPHAUSEN 2002, „Drehbuch II – Das Mann/Frau Buch – Die Transformation der Liebe“ 9.Auflage J. KAMPHAUSEN 2003
David Servan Schreiber (b.1961, Center for Complementary Medicine UNI Pittsburgh/Pennsylvania USA, Neuropsychiater USA): „Die Neue Medizin der Emotionen – Stress, Angst, Depression: Gesund werden ohne Medikamente“ (The Instinct to Heal: Curing Depression, Anxiety and Stress Without Drugs and Without Talk Therapy 2004) KUNSTMANN 2004, „Das Antikrebs Buch. Was uns schützt: Vorbeugen und Nachsorgen mit natürlichen Mitteln“ (Anticancer - A New Way of Life 2008) KUNSTMANN 2008
Richard Béliveau, Denis Gingras: "Krebszellen mögen keine Himbeeren - Nahrungsmittel gegen Krebs. Das Immunsystem stärken und gezielt vorbeugen." (Les aliments contre le cancer 2005) Kösel 2007, "Krebszellen mögen keine Himbeeren - Das Kochbuch: Schmackhafte Rezepte fürs Immunsystem" (Cuisiner avec les aliments contre le cancer 2006) Kösel 2008
Vera Kalitzkus (b.1969, Ethnologin): „Dein Tod, mein Leben: Warum wir Organspenden richtig finden und trotzdem davor zurückschrecken“ Bernd Hontschik medizinHuman Band 8 SUHRKAMP 2009 www.kalitzkus.de
Matthias Thöns (b.1967, dtsch. Anästhesist, Palliativmedizin): „Patient ohne Verfügung - Das Geschäft mit dem Lebensende“ Piper 6.Auflage 2016
Prof. Dr. Linus S. Geisler: "Behütetes Sterben und Organspende − vereinbar oder nicht?" Podiumsbeitrag. 30. Deutscher Evangelischer Kirchentag. Hannover, 26. Mai 200 www.linus-geisler.de/vortraege/dd/0505dekt_hirntod.pdf
Prof. Dr. Linus S. Geisler: "Organlebendspende. Routine − Tabubrüche − Systemtragik" Universitas, 59. Jahrgang, Nr. 702, Dezember 2004, S. 1214−1225 www.linus-geisler.de/art2004/dd/200412universitas-organlebendspende.pdf
Kenneth V. Iserson (US Prof. f. Notfallmedizin, Chirurgie, Bioethik, UNI of Arizona): „Death to Dust. What Happens to Dead Bodies?“ GALEN PRESS 1994
Sam Parnia (brit. Kardiologe) et al: "A qualitative and quantitative study of the incidence, features and aetiology of near death experiences in cardiac arrest survivors" [63 Herzstillstand Patienten] Resuscitation , Volume 48 , Issue 2,p.149 - 156
Pim van Lommel (b.1943, NL Kardiologe) et al: "Near-death experience in survivors of cardiac arrest: A prospective study in the Netherlands" [344 Herzstillstand Patienten aus 10 Kliniken] Lancet 358, 2001 (p.2039-2045)
Olav Blanke
(Schweizer Neurologe) et al: "Neuropsychology: Stimulating illusory own-body perceptions" [Gyrus angularis Stimulation im rechten hinteren Schläfenlappen mit 3,5 mAmp, bei 43a Epilepsie Patientin] Nature 419, 2002
Aldous Huxley (1894-1963): „Die ewige Philosophie – Philosophia perennis“ HANS NIETSCH 2008 (The Perennial Philosophy 1944)
Friedericke Waller(b.1934): „Alles ist nur Übergang – Lyrik und Prosa über Abschied, Sterben und Tod“ KLÖPFER & MEYER 2.erweiterte Auflage 2006 (1997, 1988 Fischer Verlag)
Bernd Harder (b.1966,Wissenschaftsjournalist): „Die Goldenen Regeln der Menschheit. Was man tun muss, wenn man das Richtige tun möchte: Lebensregeln, Gebote und Tugendkataloge vom Altertum bis heute“ PATTLOCH 2006
Jennifer S. Temel et al: "Early Palliative Care for Patients with Metastatic Non–Small-Cell Lung Cancer" Massachusetts General Hospital, Boston. New England Journal of Medicine 2010; Bd.363, Seite 733-742 " Ergebnis: Die Patienten mit fortgeschrittenem metastasiertem Lungenkrebs (Metastatic Non-Small-Cell Lung Cancer) in der Gruppe mit frühzeitiger Palliativbetreuung hatten eine bessere Lebensqualität, eine geringere Rate an depressiven Symptomen und bekamen weniger häufig aggressive Therapien (z.B.: Chemo) am Lebensende, was gleichzeitig eine Kostenreduktion bedeutet. Außerdem wiesen die Patienten in der Palliativgruppe eine signifikant länger Überlebenszeit im Vergleich zur Kontrollgruppe auf. Der Unterschied betrug fast drei Monate."Aus: Gian Domenico Borasio: „Über das Sterben. Was wir wissen, was wir tun können, wie wir uns darauf einstellen“ Seite 130f. 2.Auflage BECK 2012
Stephane Hessel (b.1917, frz.Diplomat,Lyriker): „Empört Euch. Streitschrift“ (Indignez-vous!“ 2010) Aus dem französischen von Michael Kogon, 17.Auflage ULLSTEIN 2011 (2010), „Engagiert Euch! Im Gespräch mit Gilles Vanderpooten“ (Engagez-vous! 2011) Aus dem französischen von Michael Kogon, 4. Auflage ULLSTEIN 2011
Gotthilf Fischer, Hans Guggenberger, Martin Reiter: „Wilhelm bleib g’sund!. Witze, Sprüche, Lieder & Anekdoten über’s Sterben, und die Toten“ Edition Tirol & Anina Verlag 1. Auflage 2004
Eda LeShan (1922-2002, US Schriftstellerin): „Learning to Say Goodbye: When a Parent Dies“ Prentice Hall & IBD 1976
Kai Lüftner, Katja Gehrmann: "Für immer" Beltz & Gelberg 2013 (Ein poetisches Bilderbuch über "Flüsterer", "Grinser" und die "Armee der Sprachlosen" beim Umgang mit dem Tod)
Andreas Resch (Hrsg. b.1934): „Kosmopathie – Der Mensch in den Wirkungsfeldern der Natur“ Institut für Grenzgebiete der Wissenschaft IMAGO MUNDI, Band VIII, 2.Auflage RESCH VERLAG INNSBRUCK 1986; „Fortleben“ Institut für Grenzgebiete der Wissenschaft Reihe R, RESCH Verlag Innsbruck 2004
Ella Lingens (1908-2002, Österreichische Juristin, Ärztin, Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime, von 1943 bis 1945 in KZ-Haft), Peter Michael Lingens (b.1938, österr.Journalist, Sohn, Herausgeber): "Gefangene der Angst: Ein Leben im Zeichen des Widerstandes" („Prisoners of Fear“ Victor Gollancz London 1948) Deutike Verlag 2.Auflage 2003
Cornelia Stolze (b.1966, dtsch. Biologin, Wissenschaftsjournalistin): "Vergiss Alzheimer! – Die Wahrheit über eine Krankheit, die keine ist" Herder 2013 (2011), "Krank durch Medikamente - Wenn Antibiotika depressiv, Schlafmittel dement und Blutdrucksenker impotent machen" PIPER 2016 (2014)
Reimer Gronemeyer (b.1939, dtsch. Soziologe, Theologe, „Aktion Demenz e.V.): „Die 10 Gebote des 21. Jahrhunderts – Moral und Ethik für ein neues Zeitalter“ Econ 1999, „[Himmel, der] - Sehnsucht nach einem verlorenen Ort“ Pattloch 2012, „Das 4. Lebensalter - Demenz ist keine Krankheit“ Pattloch 2013, „Die Entfernung vom Wolfsrudel - Über den drohenden Krieg der Jungen gegen die Alten“ Fischer 1995 (1989), „Altwerden ist das Schönste und Dümmste, was einem passieren kann“ Edition Körber-Stiftung 2014
Reimer Gronemeyer, Michaela Fink (b.1973, dtsch. Soziologin): „Unsere Kinder: Was sie für die Zukunft wirklich stark macht“ Gütersloher Verlagshaus 1.Auflage 2016
Reimer Gronemeyer, Andreas Heller (b.1956, Theologe, PhilosophSoziologe): „In Ruhe sterben: Was wir uns wünschen und was die moderne Medizin nicht leisten kann“ Pattloch 2014
Markus Metz (b.1958, dtsch. Publizist, Politik-, Theaterwissenschaftler, Autor, Journalist), Georg Seeßlen (b.1948, dtsch. Autor, Feuilletonist, Film- und Kulturkritiker): „Blödmaschinen: Die Fabrikation der Stupidität“ Suhrkamp 1. Auflage 2011
Ilse Helbich (b.1923, österr. Publizistin, Schriftstellerin): „Grenzland Zwischenland: Erkundungen“ Droschl 3.Auflage 2012
Alois Dengg (b.1961, Arzt): "Palliativmedizin - Eine praxistaugliche Montage" Schriftliche Abschlussarbeit zur Erlangung des Geriatrie Diploms der ÖÄK 2009/10 pdf >>>
Meine "unvollständige" Literaturliste >>>



"Eines lege ich euch allen ans Herz:
Leben und Tod sind eine ernste Sache.
Schnell vergehen alle Dinge.
Seid ganz wach,
niemals achtlos,
niemals nachlässig."


Zen Buddhismus Weisheit

"Alle äußeren Erscheinungen, der Körper und alle materiellen Dinge,
haben keine Wirklichkeit an sich, sondern sind nur Schatten des wirklichen
inneren Seins. Wirklich und wirkend ist nur der Geist. Wirklich ist nur GOTT
[die "Quelle-Alleins-Ursprung"] - in jeder seiner [ihrer] Offenbarung. Der Mensch
ist ein Kind GOTTES [der "Quelle-Alleins-Ursprung"] - und als solches keine
vergängliche Erscheinung, sondern ein vollkommenes Wesen. Seine irdische
Umwelt ist Ergebnis und Spiegelbild seiner inneren Einstellung."

"Glaube an Dich selbst und Deine Kraft! Erkenne, daß Du, als Kind GOTTES
[der "Quelle-Alleins-Ursprung"], Träger schöpferischer Kraft bist! Erkenne,
daß Du die Macht hast, Dich selbst, Deinen Körper und Dein Leben von
innen her zu erneuern! Du kannst Dich selbst heilen! Du kannst Deinen
Charakter und Dein Schicksal gestalten! Denn in Dir ist die Kraft und
die Liebe, das Leben und die Fülle des Ewigen!"

Aus: Masaharu Taniguchi [(1893-1985), japanischer Autor, Neugeistbewegung,
Seichō-No-Ie = „Haus des Wachstums, Heim unendlichen Lebens, der Weisheit und Fülle“)]:
„Leben aus dem Geiste“ (Truth of Life 1961) Zum Geleit S.6 Bauer 8.Auflage 1988



Die energetische Struktur des Menschen
- Die Bewusstseinsstufen - "ICH-Trichter" -
"Die 7-Schalen (Kosha) des Sterbens -
Die 7 Promotions-Tode des ICH"

Die Manifestationen des ursprünglichen, "göttlichen" ICH
auf verschiedenen Schwingungsebenen -
Erlebnis-Phänomene des ICH bei
der Transfiguration im Tod

"Als die höchste Bewusstseinsstufe des ICH's haben wir das Erfahren des ICH-BIN-ICH in sich SELBST [R10, Sigma Σ] charakterisiert.
So ist das ICH eigentlich die Ganzheit von mir selbst, oder alles, was ich bin, oder das Gesamtprinzip meiner selbst. Dieses ICH-Prinzip
ist Träger aller meiner Manifestationen. Es besitzt ein integriertes ICH-BIN-ICH-SELBST-Bewusstsein und die göttliche Gabe oder Gnade
des freien Entscheidungsvermögens, die Fähigkeit, schöpferische Ideen, Gedanken und Pläne zu kreieren, und eine schöpferische Kraft,
die getroffenen Entscheidungen durchzusetzen.

Das ist eben charakteristisch für das ICH, dass es frei ist, sich etwas auszudenken und dafür zu entscheiden, und zwar nicht nur für
das absolut Gute. So ist das ICH eigentlich - in begrenztem Rahmen - selbst ein Schöpfer und trägt dazu bei, die Weltentwicklung
im guten Sinne zu lenken und zu fördern, oder sie eben zu zerstören.

Dieses ICH ist beim Menschen in die Materie, im Fleisch inkarniert. Vor der Geburt oder nach dem Tod ist ES als körperlose Struktur
existent und mit dem Wiederverkörperungsprozess behaftet, bis ES alle nötigen Erfahrungen auf der materiellen/biologischen Ebene
gesammelt und sich dadurch vom Zwang der Wiederverkörperung befreit hat. Dieses ICH aber existiert weiter und versucht, sich auf
jener erreichten Ebene zu entwickeln, neue Erfahrungen zu sammeln, bis es auch diese Ebene verlassen und auf der
nächst höherenseine Entwicklung vorantreiben kann.

Nachdem ES alle Stufen erklommen und sich von allen negativen Schwingungen befreit hat, nachdem es sich ganz gereinigt hat
und dadurch Gott ähnlich wurde, ist seine Frequenz enorm hoch und kann mit der Kraftquelle Gottes verschmelzen. Das ICH
kann zu Gott zurückkehren, sich in Gott bewusst auflösen. Dieser Prozess ist das Glückseligste überhaupt - sich, die eigene
Persönlichkeit, aufgeben und somit das biblische "Wort", den Gedanken der Schöpfung erfüllen, das Ur-Prinzip Gott erleben.
Das ICH hat durch die freie Gestaltungsmöglichkeit, freie Entscheidungsfähigkeit und den reinen Willen eine neue Kategorie
erreicht: Gewisse schöpferische Fähigkeiten zu haben und somit selbst ein Schöpfer zu sein, Die außerordentlich wichtigen
Attribute machen uns gottähnlich, wie Gott den Menschen "nach seinem Bild" geschaffen hat. In den verschiedenen Religionen
ist diese Tatsache von vielen Legenden umwoben, wie z.B. auch die Schöpfungsgeschichte ins jüdisch/christliche Gedankengut
eingegangen ist. So sind wir Mitschöpfer unserer eigenen Welt, wobei wir für alles die Verantwortung zu tragen haben.

Hier können wir die Rolle des ICH's ["Bestreben zur Rückkehr zum "Ursprung", zur "ALL-Einheit", zu "Gott"] begreifen. ES ist alles,
was ich bin; ES ist aber gleichzeitig der Kommandant. ES ist der Kapitän, der alles wahrnimmt, auswertet, die Entscheidungen
trifft und diese durchsetzt. Das ist die Aufgabe und gleichzeitig das Funktionsprinzip des ICH's.

Es ist wichtig, dass das ICH diese Aufgaben frei erfüllen kann, dass ihm keine Hindernisse in den Weg gelegt, keine Schranken
gebaut werden, dass es in der Freiheit seiner Entscheidungen nicht eingeschränkt wird, damit es seine Individualität
nicht zu stark abgrenzen oder sogar aufgeben muss.

Das ICH soll sich deshalb selbst vor Einflüssen schützen, die seine Freiheit einschränken. Aber wie? ES soll wachsam sein und
aufpassen, wenn eine Information aus der Umwelt kommt, die an Bedingungen geknüpft ist. Man soll bewusste Lenkungsversuche
oder gar Erpressungen erkennen, auch dann, wenn diese mit verlockenden Versprechungen verknüpft sind. Der freie Wille
soll wirklich "frei" funktionieren können. Das gehört zum göttlichen Plan. Dazu haben wir Menschen
diese Gnade, diese einmalige Fähigkeit erhalten.

Das ICH ist kein freies ICH mehr, wenn es gelenkt, geführt, wenn es zu einem gehorsamen Befolgungs-Mechanismus
degradiert wird. Grundvoraussetzung des ICH's ist es somit, die persönliche Freiheit zu erlangen und zu behalten."



Quelle: Stefan von Jankovich (1920-2002, ungar.-schweiz. Architekt, Künstler, Autor):
„Die energetische Struktur des Menschen. Ein philosophisches Denkmodell. Wer bin ich?
Eine Vision meiner selbst“ 9. Rolle des ICH. Text: Seite 148-151, Bild: Seite 150
DREI EICHEN VERLAG 1990
Siehe LEISTUNGEN: PHEET >>>
"Der rotierende ICH-Trichter - Rotations-Hyperboloid-Trichter"


 Veränderte Zustände des Ich-Bewusstseins während des klinischen Todes
[Klinisch tot = Kreislaufstillstand, Ausfall des Herz-Kreislauf-Systems
]

"Meine Erlebnisse im klinisch-toten Zustand sind - als persönliches Erlebnis - eine unabdingbare Realität.
Ich weiß für mich, dass es so war, und ich bin überzeugt, dass ich beim nächsten Todeserlebnis wieder
durch diese Bewusstseins-Zustände hindurchgehen werde.

Die Frage ist, ob sich meine persönlichen Erlebnisse mit den Erlebnissen von anderen Wiederbelebten decken.
Nach meinen Begegnungen mit wiederbelebten Menschen, nach dem Studium von vielen Berichten und nach dem
heutigen Stand der thanatologischen Forschung kam ich zur Überzeugung, dass es sich bei mir nicht um ein personen-
gebundenes spezifisches Erlebnis handelt, sondern dass ich mit meinen Erlebnissen nur ein repräsentativer "Fall" von
mehreren tausend bisher erforschter und erfasster "Fälle" bin. So glaube ich, dass wir hier
auf den Spuren des Erlernens des Todes angelangt sind.

Meine Erlebnisse sind Erlebnisse von meinem ICH, welches über dem Mensch-Bewusstsein steht. Beim Herztot tritt
das ICH-BIN-Bewusstsein mit allen nicht materiellen Bestandteilen, Wesensgliedern des ehemaligen Menschen, aus
dem Körper. Es bleibt nur die leblose Materie als Leib, die Leiche, zurück, weil die Lebensenergien nicht mehr fließen,
die sich nach einem noch zu erforschenden Muster nach und nach aus allen einzelnen - ehemalig lebenden - Zellen "
zurückziehen" (siehe Tibetanisches Totenbuch). Der Mensch hört dann auf, Mensch zu sein. Das
ausgetretene ICH
beinhaltet aber weiterhin psychische, pneumatische (geistige) und intuitive Strukturen.

Es ist also eine fühlende, emotionsbeladene, intelligent denkende, freien Willen und Entscheidungsvermögen besitzende,
zur Transzendenz ["Übersteigen", "Überschreiten der Grenzen der Erfahrung und des Bewusstseins"] strebende
körperlose Wesenheit ["entkörperter Geist"].

Diese Umwandlungen sind symbolisch als Durchschreiten von Toren, Hinabsteigen in Täler und Hochsteigen auf Berge,
Überqueren von Wassern oder Überwinden von verschiedenen Hindernissen in den verschiedenen Religionen und
diversen philosophischen Richtungen alten und neuen Datums bekannt.

Ich habe damals bereits kurz nach meiner Wiederbelebung [16.9.1964] die Etappen, Phasen, Stufen dieser Umwandlung
beschrieben und charakterisiert, die dann, wie ich viel später erfahren konnte, verblüffend mit den alten Weisheiten und
den verschiedenen Aussagen über den Tod (Tibetaner, Ägypter, Maya etc. - Totenbücher) übereinstimmten.
Ich habe diese Stufen, Phasen, als
12 Bewusstseins-Zustände oder Erlebnis-Phänomene des ICH's
bei der Ummodulation der Transfiguration
[Metamorphose, Verklärung] im Tod definiert.

"Die große Frage lautet dann: Was passiert im Tod?
Die medizinische Antwort berücksichtigt nicht die Ganzheit des Menschen, sondern bezieht sich nur auf seinen Körper.
Die medizinischen Todesursachen sind z.B.: Unfall (Schock), Krankheit oder Altersschwäche. Dies sind Ursachen für
den Herzstillstand. Danach tritt ein [Sauerstoff-]Oxygenmangel ein und damit beginnt der
Absterbensprozess.
Dieser ist zu Ende, wenn der Stoffwechsel in der letzten noch lebenden Zelle aufgehört hat. Es ist sehr schwierig,
die verschiedenen Phasen dieses Prozesses für den Menschen als Ganzheit, für die einzelnen Organgruppen,
Organe, Zellgruppen und Zellen zu bestimmen.
Wie bereits erwähnt, kann der Tod nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt definiert werden, sondern
der
lebendige Körper muss immer einen Absterbensprozess durchlaufen
. Dieser dauert vom Herzstillstand
bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Lebensenergie auch aus der letzten Zelle
zurückgezogen wurde und auch diese "stirbt" ...
[S.167]

Diese Zustände und Stufen (Bewusstseinszustände), die wir alle durchleben werden, sollten in der Sterbebegleitung
bewusst mit einbezogen sein. Das Wissen um das, was geschehen wird, befreit von Angst.
"Mit mir (mit meinem ICH) wird nichts passieren - ich werde in einer anderen Welt
(Schwingungszustand) neu geboren werden"
, sollte
zu unserer ehrlichen Überzeugung werden."
[S.172]

Die 12 Bewusstseinszustände
[vom Herzstillstand bis zum Hirntod]
oder [11-] typischen Situationen während des klinisch-toten Zustandes sind:

1. Austritt: Einen Tunnel, einen Engpass oder ein dunkles Rohr passieren ("Geburtskanalerlebnis"),
dass man irgendwo hängenbleibt;verzweifeltes Streben in die Richtung des Lichtes ("Das Licht als Ziel").

2. Durchgekommen: Auf der Lichtseite angekommen. Wiedererlangung des Bewusstseins: Ich habe die Krise überlebt -
ich habe Glück gehabt - Gefühl von Freude. Das Bewusstsein ist klarer, tranparenter, breiter, schärfer, weil es nicht
auf materielle Ebenen ("Tagesbewusstsein") eingeschränkt ist. Neugierde: Was kommt noch?

3. Bewusstwerden des Todes: "Ich bin ausgetreten - ich habe keinen Körper mehr - ich bin tot."
Eine natürliche Feststellung, eine Selbstverständlichkeit ohne Angst, ohne Emotionen.

4. Gefühl der Befreiung, Feststellung der Schmerzlosigkeit - Erleichterung, Wohlbefinden - Glücksgefühl.
Alles ist Schwingung. Wahrnehmung von harmonischen Farben, Formen, Töne. Evtl. Begegnung mit Verstorbenen,
Gefühl des Geborgenseins in der Liebe Gottes.

5. Beobachtung des eigenen Todes: Neugier - Was passiert mit dem abgelegten Körper? Wahrnehmung der Umgebung,
ohne Sinnesorgane alles sehen und hören, auch die Gedanken der Anwesenden werden wahrgenommen.

6. Kein irdisches Interesse mehr: Loslösen vom ehemaligen Körper sowie von irdischen Problemen ("Abschied von der Erde").
Materielle Güter, liebe Personen, irdische Gedanken und Pläne - alles wird bewusst losgelassen.

7. Intensivstes Lichterlebnis: Für Gläubige das Gotteserlebnis. Man verspürt den einzigen Wunsch, ins Licht hineinzufliegen,
direkt zu Gott ("All-Ewigen-Gott") zurückzukehren, sich mit Gott zu vereinigen und so sein ICH aufzulösen -
Glücksgefühl (Tibetaner: "Traum-artiger Zustand" = Tshi-Hai Bardo).

8. Schock: "Stopp - du kannst nicht ins Licht fliegen, weil du nicht reif und rein genug bist."
Große Enttäuschung. Man muss Rechenschaft ablegen über das Leben.

9. Lebensfilm und Urteil: Er umfasst alle Gedanken. Die Motivationen für die Entscheidungen werden von uns selbst
auf Grund des allgemeinen kosmischen Harmoniegesetzes der Liebe beurteilt. Große Überraschung:
Selbsterkenntnis: Alles wird auf einmal klar.

10. Folgeerlebnisse: Einerseits Freude über die bestandenen Prüfungen, anderseits Klage, Qual
über die gemachten "Fehler". Erleben von "Himmel und Hölle" als Bewusstseinszustände.

11. Reue und Vergebung: Tiefes Reuegefühl über die gemachten Fehler; es gilt keine Ausrede, keine Entschuldigung. Man
spürt keine Strafe oder Verbannung, sondern erkennt dankbar die neue Chance durch Reinkarnation. Nach dieser "Erlösung"
von den gemachten Fehlern kommt die endgültige Trennung vom Körper, d.h. der Hirntod tritt ein
und die sogenannte Silberschnur (Lebensschnur) zerreißt.

12. "Persönliche Einweihung": "Die Schwingungen meines ICH-Bewusstseins fingen an, sich an die Schwingungen
des Lichtes anzupassen ..." Erlangen von kosmischen Erkenntnissen, Verstehen von bisher verhüllten Problemlösungen;
Einblick in frühere Leben und noch zu bestehende Prüfungen ... "Der im Tod Eingeweihte hat erfahren, dass das Gute und
das Böse im Jenseits anders bewertet werden als im irdischen Leben. Dort gelten nur die Kriterien des "kosmischen
Harmoniegesetzes der Liebe". Die echte Liebe überwindet das Ego und bewirkt auch das Vergeben ... [so] ist
der Tod kein Ende, sondern eine Wende des ICH-Bewusstseins, ein Neubeginn also ..."[2]

Dann folgt die Entscheidung:

A Volle Reinigung durch Reue und Vergebung gelungen: man darf
in die Richtung des Lichtes fliegen (vergl. TSCHOENID BARDO,
zum Schluss die Erlösung vom Rad der Reinkarnation). -
"Promotions- (Beförderungs-)Tod"
[1]

B Nur Teilreinigung vollzogen: muss wieder reinkarniert, bzw. reanimiert werden
(vergl. SIPA BARDO, Drang nach Wiederverkörperung). -"Zwischen-Tod"
[1] -
Aufgabe, Karma und Regie des neuen Lebens werden gewählt.

Diese Phasen der Transfiguration [Metamorphose, Verklärung] des ICH-BIN-Bewusstseins sind für mich Realitäten,
können aber bei der Erfahrung des Umwandlungsprozesses zur Transzedenz als Denkmodell gebraucht werden.

Zum Beispiel:
♥ bei meditativer Vorbereitung auf den eigenen Tod
♥ bei Psychotherapie zur Überwindung der Todesangst
♥ bei der Ausbildung von Sterbebegleitungspersonal
♥ bei tiefenpsychologischer Forschung
♥ für die Entwicklung einer positiven Lebensphilosophie
♥ bei der Ausbildung von Ärzten, Krankenpflegepersonal,
Therapeuten, Heilpraktikern
♥ bei der Ausbildung von Seelsorgern
♥ bei Lebensberatungen
usw.

"Beim Todeseintritt wird das ICH des Sterbenden austreten und im "out-of-body"-Zustand alles wahrnehmen,
was mit dem verlassenen Körper passiert. Weil auch die Gedanken wahrnehmbare Realitäten sind, dürfen wir
uns nur mit positiven Gedanken beschäftigen. Wir können selbstlos für ihn beten, liebevoll an ihn denken, uns
darüber freuen, dass er jetzt seinen ["Jung'schen "Selbstwerdungs"-, "Ich-Bin-Ich-Selbst"-] Individuations-Prozess
vollziehen kann. Alle diese Gedanken werden vom ausgetretenen ICH-Bewusstsein wahrgenommen
und es wird sich darüber freuen ... [S.184]


Der Sterbende braucht eine individuell motivierte Hilfe, die es ihm ermöglicht, die Ummodulation, das Austreten
als Ziel zu akzeptieren und sich für die "Einweihung" ("Durch den eigenen vorgestellten Tod in ein neues,
wertvolleres Leben"
S.177),welche durch den Lebensfilm geboten wird, vorzubereiten.
Wenn er fähig wird, so zu denken, wird ihm das Verlassen dieser Welt, das Ablegen des bisher benützten
und abgenützten Körpers erleichtert und er kann den kommenden Tod gut vorbereitet, wie Franz von Assissi
[1181/82-1226], als "Bruder", begrüßen. Es ist schön, wie Franz von Assissi im tiefen Mittelalter, als
der Sensenmann [Tod] noch sehr gefürchtet wurde, sagen konnte:
"Bruder Tod, komm, ich bin bereit mit Dir zu gehen ...""
[S.185]

Beim Tod, d.h. bei der Geburt in "höhere Sphären" geschieht mit dem Menschen vieles, was wir nicht wissen.
Die tibetanischen Mönche studieren vom 28. bis 35. Lebensjahr = 7 Jahre lang intensiv das Problem des Todes.
Dann sind sie vorbereitet, wissend und fürchten sich nicht mehr davor. Mit anderen Worten: dann sind sie fähig,
im Tod die große Chance zur Menschwerdung zu erkennen und zu vollziehen. Dann können sie den Tod als
Einweihung erleben und sich vom Zwang der Reinkarnation befreien. Nach der tibetanischen Lehre
besteht diese Möglichkeit.

Wir müssen uns auf den Tod vorbereiten, d.h. ihn nicht ablehnen, sondern als ZIEL unseres Lebens betrachten.
Es ist eine schwierige Aufgabe für einen Menschen, der jahrzehntelang in der materiellen Leistungsgesellschaft
gelebt und sich behauptet hat, dieses Pensum [Aufgabe] in der kurzen Zeit vor seinem Tode zu bewältigen.
Sich SELBST finden, in HARMONIE mit dem Kosmos und in HINGABE zu Gott, das ist in jenem Augenblick
das Entscheidende, es ist unsere individuelle Aufgabe im Tod.

Wenn wir nun fragen: "Wie kann man dem Sterbenden einen individuellen Tod ermöglichen?", wird es sehr schwierig,
eine Antwort zu finden. Wenn ein Mensch um seine individuelle Menschwerdung ringt, gibt es keine Regeln
und keine Anweisungen. Bedürfnisse und Hilfeleistungen können nur intuitiv erfasst werden.

Ich habe viel über dieses Problem nachgedacht und mich in die Lage Sterbender versetzt.
Das Grundprinzip lautet: Das ICH existiert weiter, die Persönlichkeit wird nicht geändert.
Es erfolgt nur eine Ummodulation, ein Austritt, d.h. der Körper wird verlassen ...
[S.178]

"... Von einigen Wiederbelebten habe ich erfahren, dass sie den Lebensfilm nicht erlebt haben,
weil sie sofort nach dem "Austritt" [Out Of Body-(OOB-) Experience, AKW = Außerkörperliche
Wahrnehmung] wiederbelebt wurden.

Ich würde es lieber so formulieren, dass diese ICH's das "Lebensfilm-Erlebnis" noch nicht gebraucht haben.
Die Austrittserlebnisse waren für sie genügend tief, um sie für eine Weiterentwicklung, eine Arbeit
an sich selbst bis zur Vervollkommnung zu motivieren.


Es hat sich auch gezeigt, dass gewisse andere Phasen (Etappen, Stufen dieser Umwandlung) in den
12 genannten Zuständen im Bericht wiederbelebter Patienten nicht enthalten waren. Aber durch
persönliche Gespräche hat sich herausgestellt, dass sie sie sehr wahrscheinlich doch erlebt
hatten. Sie fehlten im Bericht, weil sie vergessen wurden oder nicht entsprechend formuliert
werden konnten. Es ist für den wiederbelebten Patienten immer schwierig, das Erlebte
festzuhalten, zu formulieren, mit Worten auszudrücken.

Das Wissen über diese verschiedenen Bewusstseins-Situationen ist meiner Meinung nach für
die Vorbereitung des eigenen Sterbens sehr wichtig. Durch Studien und das Sich-Einfühlen in
diese 12 Situationen, ist der Tod nicht mehr so fremd, er wird nicht mehr so gefürchtet und das
erleichtert uns Menschen den Durchgang sehr. Das Wissen, wie es sein wird, löst die Angst
vor dem Ungewissen auf.
Der Mensch kann durch diese Vorbereitung einen großen Schritt
in der Entwicklung des eigenen ICH's tun."


"Es ist überhaupt fraglich, ob wir mit unserem
in der materiellen Welt analytisch denkenden Intellekt

Phänomene, die nicht mit der Materie verbunden sind,
jemals erforschen, verstehen können."
[1]




Der Aufstieg des ICH
zur Transzendenz
[1]


"... Der Übergang in eine höhere Sphäre wird dadurch verständlich, wenn man sich vorstellt,
dass die äußerste Struktur (Hülle, Kosha, Schale) sich auflöst, die äußerste Schale oder Hülle abgelegt wird.
So wird das ICH immer freier von Ballast, von hemmenden Schwingungen mit niedrigen Frequenzen,
bis es sich von allem befreit hat, bis das ICH als Person ganz ICH, d.h. es SELBST sein kann.
Die inneren Strukturen des ICH's bringen die Gottesorientierung in sich zum Vorschein, deren
Ziel die Vereinigung des göttlichen Kerns in uns mit Gott ist, nach dem das ICH alle
äußeren Hüllen aufgelöst und in sich absorbiert hat." [1]

Es sollte eine große soziale Aufgabe sein,
allen Menschen ein menschenwürdiges,
individuelles und
natürliches Sterben zu ermöglichen - bzw. zu sichern." [1]

"Das Leben das ich Selbst gewählt ..."
"Ehe ich in dieses Erdenleben kam,
ward mir gezeigt, wie ich es leben würde:
Da war die Kümmernis, da war der Gram,
da war das Elend und die Leidensbürde.
Da war das Laster, das mich packen sollte,
da war der Irrtum, der gefangen nahm,
Da war der schnelle Zorn, in dem ich grollte,
da waren Hass und Hochmut, Stolz und Scham.

Doch da waren auch die Freuden jener Tage,
die voller Licht und schöner Träume sind,
wo Klage nicht mehr ist und nicht mehr Plage,
und überall der Quell der Gaben rinnt.
Wo Liebe dem, der noch im Erdenkleid gebunden,
die Seligkeit des Losgelösten schenkt,
wo sich der Mensch der Menschenpein entwunden
als Auserwählter hoher Geister denkt.

Mir ward gezeigt das Schlechte und das Gute,
mir ward gezeigt die Fülle meiner Mängel.
Mir ward gezeigt die Wunde draus ich blute,
mir ward gezeigt die Helfertat der Engel.
Und als ich so mein künftig Leben schaute,
da hört' ein Wesen ich die Frage tun,
ob ich dies zu leben mich getraute,
denn der Entscheidung Stunde schlüge nun.

Und ich ermaß noch einmal alles Schlimme -
"Dies ist das Leben, das ich leben will!"
gab ich zur Antwort mit entschloßner Stimme.
und nahm auf mich mein neues Schicksal still.
So ward ich geboren in diese Welt,
so war's als ich ins neue Leben trat.
Ich klage nicht, wenn's oft mir nicht gefällt,
denn ungeboren hab' ich es bejaht."
[3]

Verfasser unbekannt

Reinkarnation - Wiederfleischwerdung - Wiederverkörperung -
in welcher Form existiert das ICH-Bewusstsein weiter?



Das ICH als Mensch, im Zwischenzustand (Bardo), als wiederverkörperter Mensch [1]

"Alles ist erledigt, alles ist vollzogen, dass ICH fand den Weg zurück zum Ur-Sprung,
von wo es stammt. Es kehrt zurück von den Individualitäten, die spannungsbeladene
Polarität ist endlich aufgehoben, es kehrt zum harmonischen EINS zurück ...

Wenn nun aber nicht alle Proben [Herausforderungen] eines in der Materie inkarnierten Menschen
bestanden wurden, so muss er eine weitere Chance wahrnehmen, um diesen Entwicklungsprozess
weiterzuführen, d.h. sich "im Fleische" inkarnieren. So bleibt ein solches ICH nach dem Tode
mit allen nichtmateriellen Wesensgliedern bestehen, um sich dann auf der Erde
weiterentwickeln zu können ...

Es folgt die Bildung einer neuen Spitze des Trichters durch Frequenzreduktion
(Verlangsamung), welche wieder in die materielle Ebene (α-Ebene) hinunterreicht.
Wie viele Male findet dieser Prozess statt?
Man weiß es nicht im voraus. Sicherlich aber so oft, bis die Trichterspitze
die Materie durchdrungen hat und deshalb nicht mehr
auf die Erde kommen muss ..."
[1]


Die Entwicklung des ICH - durch gelöste Aufgaben auf bestimmten Ebenen - auch ohne Körper [1]

"Es ist eine allgemeine Vermutung, dass das menschliche ICH
ein vom Gottesprinzipin in Abstand geratenes, sich entfernt habendes,
von Gott abgefallenes, vom Himmel gestürztes Bewusstsein ist -
wie die verschiedenen theologischen Richtungen dies bezeichnen.
Warum ist es so?
Wir wissen es nicht - wir Menschen werden es nie zu wissen bekommen.
Deshalb sollen wir auch nicht viel Energie und Zeit verlieren, diese Frage
zu stellen und uns mit den möglichen menschlichen Theorien zu beschäftigen.
Was man nie wissen kann, kann man durch Glauben erahnen ...
Ich akzeptiere einfach, dass es so ist: Wir (d.h. unser ICH)
müssen vom gottesfernsten Punkt - vom Schwingungsfeld der Materie -
unsere Laufbahn starten und den schwierigen Weg der Entwicklung antreten.
Der Weg ist für uns alle immer anders, individuell. Deshalb sind und bleiben
wir für immer die "Suchenden". Die Rückkehr ist aber mit vielen Schwierigkeiten
verbunden. Das göttliche ICH, das in allen Menschen präsent ist, soll sich
von der tiefsten, d.h. von der Gott entferntesten Situation oder Schwingungsebene
langsam immer weiter auf ein höheres Schwingungsfeld hinaufarbeiten und so
Gott nähern. Es muß sich also auf allen Ebenen bewähren ..." [1]

Mehrfache Struktur = Wesensglieder = Bestandteile des Menschen [1]


7-Teilung des "ICH-Trichters" (F)

I. Materie (α) = SOMA = welche statisch ist
II. Leben (β) = BIOS = welche dynamisch lebt und wahrnimmt

III. Niedrige Seele (γ1) = welche empfindet und instinktiv reagiert
IV. Höhere Seele (γ2) = welche Begierden und Emotionen entwickelt

V. Niedriger Geist (δ1) = welcher konkret denkt und Intelligenz besitzt
VI. Höherer Geist (δ2) = welcher als höherer Intellekt fähig ist, logisch
und abstrakt zu denken, planen

VII. Intuitiver Rezeptor (ε) = welcher die Öffnung gegenüber Gott ermöglicht
                 "Die Brücke zur Transzendenz"

Quellen: Stefan von Jankovich (1920-2002): "Ich war klinisch tot - Der Tod: Mein schönstes Erlebnis"
VII. Veränderte Zustände des Ich-Bewusstseins während des klinischen Todes. Seite 159-163
VIII. Gedanken über den Tod und Sterbebegleitung. Sterbeprozess. Seite 167, 172
Sterbebegleitung. Seite 178, 184f. DREI EICHEN Verlag 6. erw. Auflage 1993 (1984)
[1] Stefan von Jankovich: „Die energetische Struktur des Menschen. Ein philosophisches Denkmodell.
Wer bin ich? Eine Vision meiner selbst“ II. Teil Das ICH 8. Was ist Menschwerdung? 2. Wie liebe ich
meine Seele? Seite 137. 12. Was geschieht im Tod? Abb. S. 189, 191, 13. Reinkarnation - in welcher
Form existiert das ICH-Bewusstsein weiter? Abb. S. 201 u. 202, 203f. 8. Grundprinzip des Menschen:
DIE LIEBE S.215, 14. Mehrfache Struktur des Menschen Abb.S.222, 225f, 236,
DREI EICHEN VERLAG 1990
α- bis δ-Symbole nach Dr. Andreas Resch (b.1934) und Dr. Burkhard Heim (1925-2001)
www.igw-resch-verlag.at
[2] Stefan von Jankovich: "In der Welt von Osiris-Isis-Horus. Gedanken und Meditationen" V. Wesen, Sinn
und Methode der Einweihung. Tod als Weg zur Einweihung. Seite 38f DREI EICHEN VERLAG 1986
[3] Stefan von Jankovich: "Reinkarnation als Realität. Gedanken über Reinkarnations-Erlebnisse im klinisch toten Zustand"
VI. Folgegedanken 10. Wie viele Male werden wir inkarniert? Seite 102f DREI EICHEN VERLAG 1992
[Meine Ergänzungen]
www.forumhomoharmonicus.ch
Siehe LEISTUNGEN: PHEET >>> Der rotierende ICH-Trichter -
Rotations-Hyperboloid-Trichter

Selige Sehnsucht
(1814)
Johann Wolfgang von Goethe
(1749-1832)

„Mancherlei hast du versäumet:
Statt zu handeln, hast geträumet,
statt zu danken, hast geschwiegen,
solltest wandern, bliebest liegen.

Nein, ich habe nichts versäumet!
Wisst ihr denn, was ich geträumet?

Nun will ich zum Danke fliegen,
Nur mein Bündel bleibe liegen.

Heute geh ich. Komm ich wieder,
singen wir ganz andre Lieder.

Wo so viel sich hoffen lässt,
ist der Abschied ja ein Fest!
...
Und solange du das nicht hast,
Dieses: "Stirb und werde!"
bist du nur ein trüber Gast
auf der dunklen Erde“

Requiescat in pace
R.I.P.
Ruhe in Frieden
"Quod sumus hoc eritis"
Was wir jetzt sind, sollet ihr einmal werden!
"Fuimus aliquando quod estis"
Wir waren einmal das, was ihr jetzt seid!
"Heu qua(n)tus est noster dolor"
Ach, wie groß ist unser Schmerz!