Fieber
Selbsheilungskraft
Die Kraft bist Du
Unspezifische Abwehrvorgänge
Unspezifische Therapie

Mikrobiom >>>


"Gebt mir die Macht,
Fieber zu erzeugen,
und ich heile
alle Krankheiten."


Parmenides von Elea
(um 540/535 - 483/475 v. Chr.)
griechischer Philosoph
Vorsokratiker


Eine US-amerikanische Forschergruppe um die Immunologin Sharon S. Evans (PhD, Department of Immunology Roswell Park Cancer Institute New York) konnten in einer Reihe von wissenschaftlichen Arbeiten 2006 zeigen, dass Fieber die Durchblutung in den Lymphkonten erhöht. Immer mehr frei im Blut schwimmende Abwehrzellen strömen in die Lymphknoten, wo sie sich versammeln, um über die Art der Infektion informiert zu werden. "Es sei kontraproduktiv Fieber zu senken, weil man damit die eigene Abwehrkraft schwächen würde. Das sollte man erst erwägen, wenn das Fieber wirklich sehr hoch steigt." Sharon S. Evans, Elizabeth A. Repasky, Daniel T. Fisher (2015): "Fever and the thermal regulation of immunity: the immune system feels the heat" Nature Reviews Immunology 15, 335–349 2015. Chen Qing, Daniel T. Fisher, Kristen A. Clancy, Jean-Marc Gauguet, Wan-Chao Wang, Sharon S. Evans (2006): "Fever-range thermal stress promotes lymphocyte trafficking across high endothelial venules via an interleukin 6 trans-signaling mechanism" Nat Immunol. 2006 Dec;7(12):1299-308. Department of Immunology, Roswell Park Cancer Institute, Elm and Carlton Streets, Buffalo, New York.

Erstmals, im Jahre 1866, hatte der Leipziger Professor für Innere Medizin Carl Reinhold August Wunderlich (1815-77) in seinem Hauptwerk "Das Verhalten der Eigenwärme in Krankheiten" Leipzig, Wigand (1866) die These aufgestellt, dass Fieber bloß eine begleitendes Symptom und nicht die Krankheit selbst ist. Prof. Wunderlich führte das Fieberthermometer und die Registrierung der Fieberkurve in die Medizin ein.

"Stellen Sie sich vor, Sie stünden in einem "Katz-und Maus-Konflikt" auf Seiten der Mäuse. Die Mäuse erklärten, dass ihnen der "Geruch von Katzen" zuwider ist. Er mache sie nervös und zappelig und hindere sie daran, sich mit wichtigeren Dingen wie Nahrungs- und Partnersuche sowie mit der Aufzucht der Jungen zu beschäftigen. Sie aber wüßten ein "Medikament", das den Geruchssinn lahmlegte, so dass die Mäuse sich vom Katzengeruch nun nicht mehr belästigt fühlten. Würden Sie ihnen das Präparat verschreiben? Vermutlich nicht.
Die Fähigkeit, Katzengeruch - wie unangenehm er auch sein mag - wahrzunehmen, ist ein echtes Plus für Mäuse. Katzengeruch kündigt unter Umständen die unmittelbare Nähe von Zähnen und Krallen an - denen zu entgehen aber ist von sehr viel größere Tragweite als der durch einen unangenehmen Geruch verursachte Stress.

Etwas näher an der Wirklichkeit: Stellen Sie sich vor, Sie seien ein Kinderarzt, der erkältete Kinder behandelt.
Eine Erkältung bringt jede Menge Symptome, die ein Kind nicht mag - Triefnase, Kopfschmerzen, Fieber und allgemeines Unwohlsein. Paracetamol [und ähnliche "Fiebersenker" = Antipyretika] kann [können] einen Teil dieser Symptome lindern oder zum Verschwinden bringen. Würden Sie den Eltern raten, ihren schnupfengeplagten Kindern Paracetamol [oder ähnliche "Fiebersenker" (Ibuprofen, Metamizol u.a.)] zu geben? Falls Sie ein Arzt der alten Schule sind oder selbst Paracetamol [u.ä. "Fiebersenker"] nehmen, dann werden Sie das vermutlich tun. Ist das klug? Betrachten Sie einmal die Analogie zwischen Paracetamol und dem Medikament, das wir den Mäusen verordnen wollten. Fieber ist - ebenso wie Katzengeruch - lästig, aber nützlich. Es ist eine Adaptation [eine evolutionäre Anpassung], durch natürliche Selektion speziell zur Bekämpfung [Ausregulation] von Infektionen geformt." Aus: Rudolph M. Nesse (b.1948, US-amerik.Evolutionsbiologe Michigan), George C. Williams (1926-2010, US-amerik. Evolutionsbiologe), Susanne Kuhlmann-Krieg (Übersetzung): „Warum wir krank werden - Die Antworten der Evolutionsmedizin“ (Why we get sick - The new science of Darwinian medicine 1994) III. Symptome von Infektionskrankheiten S.41C.H. Beck 1997 [Meine Ergänzungen]

Fieberphobie, ein Begriff für die "unrealistischen" Ängste der Eltern, dass Fieber prinzipiell schädlich und lebensgefährlich sei. "Die Angst vor Fieber hat sich kollektiv über die Generationen aus den Zeiten von Pest und Cholera vererbt", erklärt der britische Kinderarzt Iwan Blumenthal, der dieses Phänomen zu seinem Forschungsschwerpunkt machte. Seine Studie, "Was die Eltern über Fieber denken" (Befragung von 400 Eltern von kleinen Patienten zu ihrem Umgang mit Fieber 1998) zeigt gewaltige Wissenslücken: Ein Drittel der Eltern wusste nicht einmal, in welchem Bereich normale Körpertemperaturen liegen. Ein anderes Drittel der Betroffenen greift schon zum Fieber-mittel, sobald die Quecksilbersäule über 37 Grad stieg. 80 Prozent der Befragten waren der Meinung, dass unbehandeltes Fieber mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Anfällen und Gehirnschäden führt. Sieben Prozent dachten gar, dass ohne medikamentöse oder ärztliche Hilfe das Fieber so lange ansteigt, bis das Kind stirbt. Wahr ist eher das Gegenteil. Tests mit Tieren zeigten, dass jene das höchste Sterberisiko hatten, bei denen das Fieber künstlich gesenkt wurde.

"Fieber ist der erste Abwehrmechanismus des Körpers"
, erklärt der Infektionsexperte Prof. Dr. Stefan Breyer (FA f. Innere- & Tropenmedizin) am AKH Wien. Es liegt aber nicht allein an den Ärzten, dass zu viele Antibiotika verschrieben werden. Speziell bei Kindern geht der Druck häufig von den Eltern aus. "Wenn ein Arzt in seiner diagnostischen Erfahrung nicht gefestigt ist, so lässt er sich auf diesen mehr oder weniger sanften Druck hin leicht überreden. Und das ist falsch."

"Auf der Konferenz der Militärärztlichen Akademie in Sankt Petersburg im Jahre 1885 formulierte Iwan Petrowitsch Pawlow [1849-1936], dass "die außergewöhnlichen Stimuli, die sich in Form der krankheitserregenden Ursachen melden, gleichzeitig auch Reize für Schutzmechanismen des Organismus sind, die den Kampf mit den entsprechend pathologischen Erregern aufnehmen." Daraus geht hervor, dass die Möglichkeit besteht, dass bei Einwirkungen, z.B. von Viren und Bakterien, durchaus die Schutzfunktionen des Körpers Erkrankungen abzuwehren vermögen. Folglich sind z.B. für die Entstehung von Infektionskrankheiten mehrere Faktoren verantwortlich und zwar mindestens zwei. 1. Der Krankheitserreger 2. Die geschwächten Abwehrmechanismen eines Organismus. Ein resistenter Mensch kann trotz Vorhandensein von Krankheitserregern gesund sein. Unter Resistenz wird der unspezifische Schutz des Organismus gegenüber Infektionen, Toxinen und anderen gesundheitsschädigenden Stoffen verstanden. Aber ein Faktor wird gewöhnlich dabei vergessen, nämlich die typischen menschlichen Charakteristika, die geistigen und emotionellen (seelischen) Prozesse und Reaktionen. Wie wichtig diese für die Menschen bei der Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit ist, zeigt folgendes Beispiel aus der Medizingeschichte. Max [von] Pettenkofer (1818-1901), Hygieniker und Umweltmediziner (unter heutigem Aspekt), war ein harter Widersacher von Robert Koch (1843-1910), der bekanntlich Bakterien als Krankheitsverursacher nachwies. Um das Gegenteil zu beweisen, trank er [M.P.] 1892 vor dem Auditorium im Hörsaal des Hygienischen Instituts der Berliner Universität in der Wilhelmstraße ein Glas Flüssigkeit aus, in dem sich Millionen von Cholerabakterien befanden. Seine physische und psychische Kraft waren so stark in der Auseinandersetzung mit den Bakterien, dass er sie besiegen konnte. Er blieb gesund und zeigte nicht das geringste Zeichen dieser gefürchteten Krankheit. Er besaß körperliche Resistenz und geistig-emotionelle Resilienz im Widerstand gegen die gefährlichen Bakterien. Resilienz ist die Fähigkeit zur physischen und psychischen Widerstandsfähigkeit, zur Kraft und Stärke, Lebenskrisen, Konflikte, hohe Anforderungen, schlechte Lebensbedingungen (z.B. Armut), Schicksalsschläge, Trennungen, extreme Einwirkungen u.a. ohne längere Beeinträchtigung der Gesundheit und Persönlichkeitsstruktur zu erleiden (Martin E.P. Seligmann 1999; F. Flach 1997; Norman H. Wright 1997). In ihr ist die willentliche Beeinflussung der Selbstheilungs- und Selbstregualtionsvorgänge, d.h. der Wille zur Gesundheit, eingeschlossen." Aus: Karl Hecht (Prof. em. für Neurophysiologie u. für experimentelle und klinische pathologische Physiologie der Charite, Humboldt Universität Berlin; b, 1924), Elena Hecht-Savoley (b.1934, russische Diplomphilosophin, -pädagogin): „Kompendium Naturmineralien – Regulation – Gesundheit – Urmineral Silizium – Natur-Klinoptilolith-Zeolith und andere Naturwirkstoffe – Antworten auf aktuelle Fragen zum wissenschaftlichen therapeutischen Handeln“ IFGÖT-Reihe Band 1. 1 Wann ist man gesund und wann ist man krank? 1.13 Resistenz und Resilienz Seite 33f SCHIBRI-Verlag 2008"
Martin E. Seligmann: "Kinder brauchen Optimismus" Rowohlt Vers. 1994: "The Optimistic Child" Harper Perennial. A division of Harper collins Publisher
Frederic Flach: "Resilience: Discovering a New Strength at Times of Stress" Hatherleigh Press 1997
Norman H. Wright: "Resilience: Rebounding When Life's Upsets Knock You Down" Servant Publications 1997

Immer mehr Studien zeigen nun, dass fiebersenkende Arzneimittel und Antibiotika auch ihren Teil zum ständigen Ansteigen der allergischen Krankheiten beitragen. Fieber ist auch der hauptsächliche Anlass für die Verschreibung von Antibiotika für Kinder. Antibiotika werden in den allermeisten Fällen unnütz verabreicht, weil – speziell bei kleinen Kindern – mehr als 90 Prozent der Infekte viral bedingt sind. Eine Tatsache, die den Ärzten durchaus bekannt ist. Dennoch werden Antibiotika oft "zur Vorsicht" verschrieben. "Damit sich keine bakterielle Infektion draufsetzt (Superinfektion)". Oder auch nur, weil es die Eltern verlangen.

"Heutzutage haben Antibiotika eine Art magischen Charakter angenommen: "Akute Erkrankung - Antibiotikum - Krankheit weg" ist der von den weitaus meisten Menschen, Laien wie Ärzten, angenommene Glaubenssatz. In einer Befragung der Europäischen Kommission [1] glaubten unter über 25.000 Teilnehmern 48% [12.000] der Befragten, dass Antibiotika gegen Viren helfen könnten, 49% [12.250] meinten, sie hülfen bei Grippe und Erkältungen. Beides ist falsch. Dass die Krankheitsdauer bestenfalls verkürzt wird [eigentlich nur eine "Symptomunterdrückung", Unterdrückung der "Heilreaktion"] und dass unnützerweise bei Viruserkrankungen gegebene Antibiotika neue Symptome hervorrufen können, im harmlostesten Fall Durchfall, Hautausschläge und Ähnliches, scheint den Ruhm dieses Rituals nicht in Frage zu stellen. Die Beschwerden werden ja dann auch nicht "Krankheit", sondern "Nebenwirkungen" genannt, obwohl sie länger andauernd und schwerwiegender sein können als die Ausgangsprobleme. Vielleicht ist eine "Nebenwirkung" nicht so "schlimm" wie eine Krankheit, weil man meint, deren Herkunft zu kennen. Sie trägt die Vorstellung des Unvermeidlichen in sich, obwohl sie doch vermeidbarer ist als das Schicksalhafte einer Erkrankung, die einen Menschen unvermittelt trifft. Wären all die Forschungsgelder der vergangenen Jahrzehnte statt in die Entwicklung von Antibiotika in Wege zur Unterstützung des Mikrobioms geflossen, wären wir gewiss um Dimensionen gesünder. Gegenwärtig wäre bereits viel dadurch geholfen, in der Zeit, bis die Mikrobiomtherapien allgemein anerkannt sind, das Credo der Hygieniker umzusetzen, die seit Jahr und Tag predigen, Antibiotika, wenn überhaupt, ausschließlich bei Gefahr für Leib und Leben einzusetzen. In der Tierhaltung und Lebensmittelproduktion haben sie nichts zu suchen, und bei einer artgerechten Tierhaltung, gegebenenfalls mit Einsatz probiotischer Mikroorganismenmischungen, sind sie erfahrungsgemäß überflüssig ..." Aus: Anne Katharina Zschocke: „Darmbakterien als Schlüssel zur Gesundheit - Neueste Erkenntnisse aus der Mikrobiom-Forschung“ 9. Wenn sich das Mikrobiom erschreckt. Bakterien retten sich in Resistenz. Seite 310f. KNAUR 2014 [1] http://europa.eu/rapid/press-release_IP-13-1081_de.htm,   http://ec.europa.eu/public_opinion/archives/ebs/ebs_407_en.pdf;  www.zeit.de/news/2013-11/15/eu-nur-jeder-zweite-deutsche-weiss-wann-antibiotika-helfen-15175205;   Ramanan Laxminarayan et al.: "Antibiotic resistance—the need for global solutions" The Lancet Volume 13, No. 12, p1057–1098, December 2013   www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24252483 [Meine Ergänzungen]

Infos: Mikrobiologische Therapie - Mikrobiom >>>

2007
verzeichneten Österreichs Krankenkassen einen neuen Allzeitrekord. Allein in den Arztpraxen wurden 5,7 Millionen Packungen Antibiotika im Wert von 77 Millionen Euro verschrieben. Ähnlich verläuft der Trend in Deutschland. Während Kinder im Jahr 2001 im Schnitt an 5,9 Tagen des Jahres Antibiotika bekamen, erhielten sie die Medikamente im Vorjahr bereits über 8,1 Tagen.

In Österreich
werden in der Humanmedizin im niedergelassenen Bereich pro Jahr zirka 45 Tonnen Antibiotika eingesetzt. Dies entspricht bei einer Bevölkerung von 8,3 Millionen Einwohnern jährlich 9.997.350 Antibiotikapackungen [1]. In der Veterinärmedizin werden pro Jahr zirka 60 Tonnen Antibiotika verkauft. Dem gegenüber stehen die etwa 5,6 Millionen Großtiere (2 Millionen Rinder, 3,1 Millionen Schweine, 415.000 Schafe und 89.000 Ziegen) und die jährlich produzierten 5,7 Millionen Legehennen und 60 Millionen Masthühner (Veterinärjahresbericht 2010, Qualitätsgeflügelvereinigung).

In Deutschland
[81,7 Mill. Einw.] werden vergleichsweise im Humanbereich 360 Tonnen und im Veterinärbereich 784 Tonnen verkauft [2].

In Frankreich
(60 Mill. Einwohner) gelangten im Jahr 2005 im Humanbereich mit 760 Tonnen und im Veterinärbereich mit 1.320 Tonnen relativ gesehen doppelt so viele Antibiotika zum Einsatz [3].
Aus: AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit. www.ages.at/ages/gesundheit/mensch/antibiotikaresistenzen/antibiotika-in-der-nutztierhaltung-und-moegliche-konsequenzen. [1] Allerberger F, Apfalter P, Burgmann H, et al. ABSantibioticstewardship im Niedergelassenen Bereich. 2.edt., ABSGROUP, Wien, 2011 [1a] "Aus Österreich gibt es wie so oft im Medizinbereich keine verlässlichen Daten, dafür Meinungsumfragen und Ratschläge. Im Herbst 2014 gab es anlässlich des "Welt-Antibiotika-Tages" Kostproben davon bei einer Pressekonferenz mit "führenden Infektionsexperten". Etwa 60 % der Kinder bekommen bei Atemweginfektionen Antibiotika, klagen die Fachleute auf dem Podium. "Beobachtungen zeigen, dass Ärzte besonders verschreibungsfreudig sind, wenn sie müde sind", erklärter Oskar Janata, Infektionsexperte am Wiener Sozialmedizinisches Zentrum Ost. "Oder wenn es Freitag ist, und die Eltern Druck machen, um die Pläne für das Wochenende zu retten." Das zeige, so Janata, "dass die aktive Leistung eines Arztes die Nichtverschreibung ist" ... Den meisten Ärztinnen und Ärzten ist ja durchaus bewusst, dass Antibiotika nur selten notwendig sind. Wer von sich aus zu erkennen gibt, lieber ohne Antibiotika auskommen zu wollen, wird vielleicht überrascht sein, wie oft und rasch diesem Wunsch nachgegangen wird." Aus: Bert Ehgartner: "Die Hygienefalle - Schluss mit dem Krieg gegen Viren und Bakterien" 4. Großangriff auf das Mikrobiom. Verschreibung aus Müdigkeit Seite 84f ENNSTHALER 2015 [1b] Jeffrey A. Linder, Jason N. Doctor, Mark W. Friedberg, Harry Reyes Nieva, Caroline Birks, Daniella Meeker, Craig R. Fox: "Time of Day and the Decision to Prescribe Antibiotics" JAMA Intern Med. 2014 Dec; 174(12): 2029–2031 (Analyse von 22.000 Patientenkontakten mit Atemwegsinfekten in 23 Arztpraxen der USA - Antibiotikaverschreibungsverhalten während des Teges) [2]
Musch A (2009) GERMAP 2008. Chemotherapie Journal 18 (1): 27-30 [2a] WIdo - Wissenschaftliches Institut der AOK (2007): Der Antibiotikaverbrauch bei Kindern 1998-2005: www.wido.de/meldung_archiv+M56c113ac651.html [2b] Die DAK warnt vor den Folgen der Über- und Fehlversorgung mit Antibiotika, denn 30 Prozent aller Verordnungen sind unnötig. [2c] Institute of Clinical Pharmacology Dresden: "Am häufigsten wurden Antibiotika zwei bis drei jährigen Kindern verschrieben" Christoph Schindler, Jutta Krappweis, Ingolf Morgenstern, Wilhelm Kirch: "Prescriptions of systemic antibiotics for children in Germany aged between 0 and 6 years" Pharmacoepidemiol Drug Saf. 2003 Mar;12(2):113-20 [2d] "Eine Wunderwaffe wird stumpf" So lautet der Untertitel des Antibiotika-Reports 2014, den die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) am 28. Oktober 2014 in Berlin vorgestellt hat: www.dak.de/dak/download/Antibiotika-Report_2014-1486100.pdf [3] Moulin G, Cavalie P, Pellanne I, et al. (2008) "A comparison of antimicrobial usage in human and veterinary medicine in France from 1999 to 2005" Journal of Antimicrobial Chemotherapy 62: 617-625

"Es lässt sich leicht ausmalen, was passiert, wenn noch während der langsamen Erholungsphase des Mikrobioms [nach einer ersten Antibiotika Therapie] binnen Monaten bis Jahren eine weitere Antibiotikaeinnahme erfolgt. Es ist wie mikrobielles Roulette. In der Regel kommt es zum Mikrobiomschock, aus dem keine Rückkehr zum Ausgangszustand mehr möglich und das Ergebnis unvorhersehbar ist.Bedenkt man, dass laut Germap Report [Arbeitsgruppe Paul-Ehrlich-Institut, Intitiative des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Berlin] alleine im Jahre 2010 70 % der Kinder im Alter bis 5 Jahren ein Antibiotikum verordnet bekamen, ahnt man, wie tiefgreifend das Darmmikrobiom vieler Menschen für den Rest des Lebens verletzt ist. In den USA erhält ein Kind in den beiden ersten Lebensjahren, also in einer Zeit, in der sich das Mikrobiom erst bildet und noch wenig Elastizität aufweist, durchschnittlich 3 antibiotische Behandlungszyklen und fast 11 bis zum zehnten Lebensjahr. Überhaupt werden Kindern mehr Antibiotika verschrieben als Erwachsenen. Laut Faktencheck Gesundheit (Forum der gemeinnützigen Bertelsmann Stiftung) erhält jedes 2. Kind im Alter zwischen 3 und 6 Jahren in Deutschland ein- oder mehrmals jährlich Antibiotika verordnet ... Dass Antibiotika nicht gesund sind, hätten wir schon wissen können, denn die Mikroben [Mikrobiota] taten alles, um uns auf die Folgen aufmerksam zu machen. Dass sie nämlich "Resistenzen" ["Widerstandsfähigkeit", "Millionen Jahre alter Schutzmechanismus"] entwickeln, sich also auf eine Antibiotikabehandlung hin so verändern, dass sie überleben, heißt ja nichts anderes, als zu zeigen, dass sie dorthin gehören. Ihr Dienst ist es, für das Leben da zu sein, wo und wie sie hingehören, und sie tun alles, um dies zu bewahren - allen menschlichen Irrtum zum Trotz. Wie verbohrt wir Menschen hingegen unverbesserlich an unseren Glaugenssätzen festhalten, lässt sich daran ablesen, dass wir trotz mikrobieller Resistenzaktivierung weiter auf genau dieselbe Art, also antibiotisch, gegen sie vorgehen, mehr Resistenzen in Kauf nehmen, gegen diese weiter antibiotisch handeln und angesichts der Erfolglosigkeit dieser Praxis nicht etwa innehalten, um das Vorgehen einmal zu hinterfragenn, sondern stattdessen immer lauter nach effektiveren Entibiotika rufen. Kein Firmenmanager dürfte bei einer solchen Strategie der offensichtlichen Erfolglosigkeit, zumal angesichts der horrenden Folgen, seinen Job behalten. Denn es ist ja nicht etwa so, dass "Infektions"krankheiten durch die Erfindung der Antibiotika tatsächlich weniger geworden sind. Vielmehr haben sie weltweit zugenommen und tun dies weiterhin. Zählt man die Folgekrankheit des Mikrobiomschocks und die Auswirkungen der Resistenzentwicklungen dazu, haben sich Krankheiten in den westlich antibiotisierten Ländern abenteuerlich vermehrt. Den Einwand, ohne Antibiotika wären viele Menschen gestorben, kann man derweil [inzwischen, mittlerweile] nicht gelten lassen. Entscheidend für die Gesundheit und den Rückgang früherer Seuchen - die Mikrobiomkrankheiten zählt man noch nicht darunter - ist die HYGIENE. Und die ist nicht mit dem Töten von Bakterien gleichzusetzen, sondern mit Reinlichkeit bei gleichzeitig harmonischer, üppiger [reichlicher] und vielseitiger Bakterienmischung. Antibiotika haben ihre Hoffnung als Allheilmittel nicht erfüllt. Wir leben dank guter Wasserversorgung, sachgemäßer Abfallbeseitigung, ausreichend Nahrung, Kleidung und wohnraum besser als früher. Nicht wegen besserer Medizin.
Unsere längere Lebenserwartung ist nicht mit größerer Gesundheit gleichzusetzen und, betrachtet man die Kurve ab der Lebensmitte, in Wirklichkeit kaum gestiegen. Tatsächlich gesunken ist die Kindersterblichkeit" Aus: Anne Katharina Zschocke: „Darmbakterien als Schlüssel zur Gesundheit - Neueste Erkenntnisse aus der Mikrobiom-Forschung“ 9. Wenn sich das Mikrobiom erschreckt. Die Elastizität des gesunden Mikrobioms Seite 308f. Bakterien retten sich in Resistenz. Seite 309f. KNAUR 2014

"Amoxicillin ist ein sogenanntes Breitbandantibiotikum und als solches ein sehr effektiver Bakterien-Massenmörder. "Augmentin macht alles hin", lautet einer der lustigen Sprüche, mit denen Studierende an Österreichs Medizinunis unterhalten werden. Augmentin ist das bliebteste Antibiotikum Österreichs, ein Kombinationspräparat, bei dem die Zerstörungskraft von Amoxicillin mit Clavulansäure verstärkt wurde. Doch bei jeder Bakterienart gibt es Exemplare, die über bestimmte Mutationen oder Genvarianten verfügen, die sie den [Antibiotika-] Angriff überleben lassen. RESISTENZEN werden bei der Teilung dieser Bakterien weitergegeben [-vererbt; 1 Bakterium teilt sich ca. alle 20 bis 40 Minuten, sodass nach 24 Stunden aus 1 Bakterienzelle ca. 10 Milliarden (10.000.000.000) Bakterienzellen hervorgegangen sind!, "Resistenzen gegen ganze Antibiotika Klassen"]. Nach all dem [Mikrobiota-] Sterben ist für die resistenten Mikroben nun auch Platz genug, sich zu teilen und sich massenhaft auszubreiten. Das können nützliche Bakterien sein, welche wieder ihrer Positionen einnehmen, es können seltene Bakterien sein, die normalerweise ein Nischendasein führen und sich nun - mit unbekannten Folgen für die [mit Antibiotika] Behandelten - ausdehenen. Und es können hoch problematische Bakterien sein, die Krankheiten auslösen, viel schlimmer und ernsthafter als der banale Infekt, für den das Kind den [Antibiotika-] Saft vielleicht bekommen hat ... Doch solange laufend derart gewaltige Mengen an Antibiotika [verordnet und] verabreicht werden, ist es ein Ding der Unmöglichkeit, Resistenzen zu vermeiden ...

Was genau ist nun dieses C-reaktive Protein?
CRPs ["Entzündungsmarker"] werden in der Leber gebildet und von dort ins Blut abgegeben. Den Namen erhielten sie 1930, als seine Entdecker [William Smith Tillett (1892-1974) und Thomas Francis jr. (1900-1969)] bemerkten, dass die Proteine Pneumokokken binden und die Bakterien im Verbund mit Kalziumionen auflösen ["abtöten"] können. CRPs binden aber nicht nur an Bakterien, sondern sind auch am Recyclingprozess toter und absterbender Zellen beteiligt. Sie kontaktieren Fresszellen [Phagozyten] und steuern noch einige weitere nützliche Mechanismen des unspezifischen Immunsystems. Sobald aus dem Körper Signale einer Infektion kommen, gibt die Leber binnen weniger Stunden hohe Mengen der Proteine ab. Meist läuft die Reaktion sogar rascher ab als die Einleitung von Fieber. Kurz gesagt: CRPs sind eine Art Feuerwehr des Immunsystems und intensiv am Heilungsprozess einer Krankheit beteiligt. Bei Kindern funktioniert dieser Prozess besonders gut, und bei einer ganzen Reihe banaler ["harmloser"] Infekte steigt der CRP rasch an. Und hier beginnt der Irrwitz der [CRP-] Messmethode: Denn eigentlich zeigt ein hoher CRP-Wert, dass das Immunsystem perfekt funktioniert und gerade dabei ist, ein Problem zu lösen ... Als Argument für den [CRP-] Test wird häufig angeführt, dass insgesamt weniger Antibiotika verschrieben werden. Rune Aabenhus und sein Team [1a] von der Universität Kopenhagen gingen dem nach und analysierten im Auftrag der unabhängigen Cochrane-Gruppe Studien, in denen der CRP-Test bei Atemwegsinfekten eigesetzt worden war. Dabei zeigte sich tatsächlich, dass Allgemeinmediziner, die ein [CRP-] Testgerät verwendeten, um 22 % weniger Antibiotika verordneten als Kolleginnen und Kollegen, die Rezepte nur auf Basis ihrer eigenen Erfahrung ausstellten ... Der Einfluss der Eltern auf Antibiotika-Gaben ist tatsächlich enorm [1b, 1c] ... Die Kinder besorgter Eltern erhalten also ein Vielfaches der Antibiotika von Kindern entspannter Eltern - ohne darum gesünder zu sein [1c]..." Aus: Bert Ehgartner: "Die Hygienefalle - Schluss mit dem Krieg gegen Viren und Bakterien" 4. Großangriff auf das Mikrobiom 4.4. Das Resistenz-Mantra S.97. Risiken abwägen - aber richtig S.98, 4.6. Der antibiotika-Test. Kampf gegen die Feuerwehr [CRP] S.107, Wer löst die Rezepte ein? S. 109 Ennsthaler 2015 [Meine Ergänzungen] [1a] Rune Aabenhus, Jens-Ulrik S. Jensen, Karsten Juhl Jørgensen, Asbjørn Hróbjartsson, Lars Bjerrum: "Biomarkers [CRP] as point-of-care tests to guide prescription of antibiotics in patients with acute respiratory infections in primary care" Cochrane Acute Respiratory Infections Group 2014, DOI: 10.1002/14651858.CD010130.pub2 [1b] Kathryn Hoffmann, Anna Katharina Leifheit, Berthold Reichardt, Manfred Maier: "The antibiotic prescription and redemption gap and opportunistic CRP point-of-care testing. A cross-sectional study in primary health care from Eastern Austria" Wien Klin Wochenschr. 2013 Feb;125(3-4):105-10, Department of General Practice and Family Medicine, Centre for Public Health, Medical University of Vienna [1c] Malin Andre et al.: "More physician consultations and antibiotic prescriptions in families with high concern about infectious illness - adequate response to infection-prone child or self-fulfilling prophecy?" Fam Pract. 2007 Sep;24(4):302-7
Siehe Zitate: Sir Thomas McKeown: Die Bedeutung der Medizin >>> Edward Jenner: Impfung - Einen furchtbaren Fehler gemacht >>> Infos: Mikrobiologische Therapie - Mikrobiom >>>

Zu allem Überfluss kehren Krankheiten, die mit "Fiebersenkern und Antibiotika" kuriert werden, dann oft rasch wieder zurück. Das gilt für Mittelohrentzündungen ebenso wie für Scharlach. Offenbar gelingt es dem Immunsystem schlecht, eine dauerhafte Immunität gegen Keime aufzubauen, wenn es während des Krankheitsverlaufes ständig von außen "overruled" wird.

"Es ist keine Seltenheit, dass die Kinder sechs oder mehr Rückfälle mitmachen bis sie endlich mal an einen Arzt kommen, der die Courage hat, den Infektionsverlauf ohne Antibiotika durchzustehen"
, erzählt Dr. med. Stefan Schmidt Troschke, ärztlicher Direktor des anthroposophischen Krankenhauses in Witten/Herdecke in Nordrhein-Westfalen.

Dr.med. Günther Loewit (b.1958, Österreichischer Arzt) beschreibt und kommentiert folgende Anekdote:
"Schon seit geraumer Zeit schreit ein Kind im Wartezimmer. Der Arzt bittet seine Assistentin, den Grund für das Schreien ausfindig zu machen beziehungsweise, wenn nötig, das Kind vorzeitig einzuschieben. Die Mutter gibt an, dass ihre Kleine schon seit der Nacht 40 Grad Fieber habe. Die Ordinationsgehilfin entschuldigt sich für die Wartezeit und bittet Mutter und Kind in das nächste freie Behandlungszimmer. Der Arzt hält seine Hand an die Stirn des inzwischen ruhig gewordenen Mädchens und bezweifelt die angegebenen 40 Grad. Er führt eine Fiebermessung durch. Das Ergebnis: 36,7 Grad. Etwas gereizt konfrontiert er die Mutter mit dem Ergebnis der Messung, die ebenfalls gereizt auf den 40 Grad beharrt. Zumindest zu Hause sei es so gewesen. Wann die Mutter denn das Fieber gemessen habe. "Wir haben keinen Fiebermesser, Herr A., aber glauben sie mir, die Kleine hat geglüht und die ganze Nacht geschrieen."

Das Weglassen des Doktortitels ärgert den Arzt noch mehr als die Unwahrheit über das Fieber. Seinem Berufsethos entsprechend bleibt er jedoch ruhig und bittet die Mutter, das dreijährige Mädchen zu entkleiden. Doktor A. untersucht die kleine Patientin gründlich. Noch während er die Lymphknoten am Hals abtastet, hört er die Mutter: "Aber ein Antibiotikum kriegen wir schon!" Weniger eine Frage, als eine Aufforderung. Inzwischen muss Doktor A. seine aufkommende Wut unterdrücken und bittet, die Untersuchung fertig durchführen zu dürfen. "Dann werden wir über die Behandlung reden." Um sich abzusichern, führt er noch etliche Untersuchungsschritte durch, und erklärt dann: "Liebe Frau M., Ihre Kleine zeigt zurzeit keinerlei Krankheitssymptome. Ich werde Ihnen zur Sicherheit ein Schmerzmittel verschreiben, aber Antibiotikum ist derzeit sicher nicht notwendig." "Aber wir brauchen es sicher, glauben sie mir, das letzte Mal war es auch so." Ein Angriff auf den Arzt, den das "wir" in Zusammenhang mit der fraglichen Erkrankung des Kindes in den Wahnsinn treibt. "Und die Kleine muss schnell wieder gesund werden, weil ich mir einen Pflegeurlaub nicht leisten kann." Ein kleiner Streit ist die Folge. Das medizinisch unauffällige Kind sitzt regungslos am Schoß der aufgebrachten Mutter. Argumente werden in kontrollierter Aggression ausgetauscht. Und es gibt kein Antibiotikum.
"Herr A., es tut mir leid, aber dann müssen wir eben woanders hingehen."

Es scheint, als hätten viele Patienten, angeleitet und verleitet durch die Verbreitung scheinwissenschaftlicher Wahrheiten, eine klare Antwort gefunden: Bei Hals- oder Kopfweh, Unwohlsein, dem ersten Symptom einer banalen grippalen Erkrankung, beim ersten Hustenstoß eines Kindes, bei Auftreten von Fieber, und sei es noch so niedrig, bei jeder nicht klar erkennbaren Erkrankung überhaupt, aber auch als unabdingbarer Begleiter in den Urlaub muss ein Antibiotikum verordnet werden. Sofort und unaufgefordert. Ärzte, die sich nicht an diese klare Erkenntnis des Patienten halten wollen, sind zu meiden. Sind vor allem keine guten Ärzte, sitzen nicht in überfüllten Praxen. Überhaupt: Immer mehr und mehr ist die Ärzteschaft dazu angehalten, sich vor den Forderungen der Patienten zu beugen, immer mehr und mehr wird alles dazu getan, den Mythos Arzt zu entzaubern.

Im speziellen Fall bleiben dem Arzt zwei Möglichkeiten: Entweder er verschreibt ein überflüssiges Antibiotikum - und trägt damit nicht zuletzt zur weiteren allgemeinen Resistenzentwicklung bei, also dazu, dass Krankheitserreger nicht mehr auf ein Antibiotikum ansprechen -, und zwar wider besseres Wissen und Gewissen, oder er verzichtet auf einen Patienten.

Denn Kinder haben keine freie Arztwahl ... Und die Zeit an sich, das kontrollierte Warten [siehe unten: Udenotherapie], ein hochwirksames Medikament, wenn es vom Arzt begleitet wird, gerät in Vergessenheit und wird mit aller Macht vom Markt gedrängt. Abwarten hat in modernen Therapieansätzen keinen Platz mehr. Bringt nichts ...

Denn eines darf nicht mehr passieren: dass ein Patient eine Ordination, eine Spitalsambulanz oder sonst einen Ort der in Reichweite der betreffenden Industrie liegt, ohne Rezept, ohne Medikament, ohne Heilbehelf verlässt."
Aus: Günther Loewit: "Der ohnmächtige Arzt. Hinter den Kulissen des Gesundheitssystems“ Kapitel: Das Leben als Wirtschaftsgut. Unterkapitel: Das Geschäft mit der Krankheit. -Kampf den Bakterien. Seite 59fff. HAYMON 2010

"Antibiotika bleiben nie am Einsatzort. Sie kursieren überall im lebendigen Kreislauf. 30 bis 90% der bei Mensch und Tier eingesetzten Antibiotika verlassen den Körper unverändert. Mit den Ausscheidungen [Stuhl, Harn] gelangen sie in die Kanalisation und durch die Kläranlage hindurch ins Gewässer. Sie vermischen sich, und sofern dortige Bakteriengesellschaften überleben, aktivieren auch sie ihre Resistenzgene [als Teil eines Regulationssystems], die sie wiederum beliebig austauschen und weitergeben, so dass jedes Abwasser neue mikrobielle Kreationen hervorbringt. Bakterien, die mit Antibiotika konfrontiert werden, reagieren mit einer sogenannten SOS-Reaktion, die mit einer Erhöhung der Mutationsrate, der Frequenz neuer Genkombinationen und verstärktem Genaustausch einhergeht. Derat aufgemischt, verbreiten sich restliche Antibiotika und die Mikroorganismen aus den Gewässern überallhin: Sie verdunsten in der Luft, werden mit Regen und als Bewässerung in Grundwasser und Trinkwasserversorgung ausgebracht. Von dort aus können sie potentiell der nächsten Antibiotikatherapie begegnen. An jedem Tag erhalten weltweit durchschnittlich allein 1 bis 3% der Menschen gerade eine solche. Aus der Tierhaltung gelangen sie mit Dünger direkt in den Boden, und auch über Hausmüll geraten antibiotische Stoffe ins Ökosystem. Bei den meisten handelt es sich um kleine Botenmoleküle, die auf die Genablesung in Zellen wirken. Inzwischen greifen Bakterien hemmend in alle bekannten Ökosysteme ein. Man hat ermittelt, dass bereits bei etwa 5% der Umweltgene durch die ständigen unterschwelligen Antibiotikakontakte die Ablesung [Transkription] verändert wurde und dass dies das Erscheinungsbild und die Aktivität der daraus resultierenden Eiweiße [Translation] verändert ... Führende Ökologen warnen, dass die Gesamtheit der Gene auf der Erde, das PANGENOM, deren größter Teil sich ja in den Mikroorganismen befindet, bereits so verändert ist, dass es unvorhersehbare und bedrohliche Konsequenzen für die Evolution auf dem Planeten [Erde] hat. In Wasser und Erdreich ereignen sich bereits so dramatische mikrobielle Selektionen, dass die daraus resultierenden Lebewesen irgendwann nicht mehr in das natürlicherweise gebildete Mit- und Füreinander aller Lebensvorgänge passen. Die Wahrscheinlichkeit für Krankheiten steigt. Bereits jetzt erleiden allein in deutschen Krankenhäusern offiziell 400.000 bis 600.000 Menschen jährlich Infektionen, die resistenzaktivierten Bakterien zugesprochen werden ..." Aus: Anne Katharina Zschocke: „Darmbakterien als Schlüssel zur Gesundheit - Neueste Erkenntnisse aus der Mikrobiom-Forschung“ 9. Wenn sich das Mikrobiom erschreckt. Bakterien retten sich in Resistenz. Seite 311f. 313 KNAUR 2014
Leonardo Trasande et al.: "Infant antibiotic exposures and early-life body mass" Int J Obes (Lond). 2013 Jan;37(1):16-23. Department of Pediatrics, New York University School of Medicine "Kinder, die im ersten Lebens-Halbjahr mit Antibiotika behandelt wurden, haben eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, im Alter von 10.LM bis 23.LM übergwichtig (fettleibug) zu sein." [Meine Ergänzungen]


Am deutlichsten äußert sich Dr. med. Burke A. Cunha, der Leiter der Abteilung für Infektionskrankheiten an der Winthrop Universitätsklinik in New York. Er plädiert dafür, dass fiebersenkende Medikamente, außer in ganz speziellen, relativ seltenen Fällen, überhaupt nicht mehr verwendet werden sollten. „Fieber“, sagt er, „ist eine entscheidende Verteidigungstechnik zum Wohl des Organismus. Wenn ich das Fieber senke, so beraube ich damit nicht nur den Patienten seiner Hilfe, sondern verliere als Arzt auch wertvolle diagnostische Informationen. Deshalb sollte die Praxis des Fiebersenkens am besten gänzlich eliminiert werden. Fieber bedeutet für die Patienten einen enormen Vorteil und sollte ihnen deshalb nicht verweigert werden." "Should fever be treated in sepsis?" in: Jean-Louis Vincent, Jean Carlet, Steven M. Opal: "The Sepsis Text" S.705-718, Kluwer Academic Publishers 2002

"Matt Kluger, Physiologe am Lovelace Institute [Albuquerque/New Mexico/USA], ist der Ansicht, dass "eine erdrückende Beweislast belegt, dass Fieber eine adaptive Wirtsreaktion auf Infektionen ist, die sich im gesamten Tierreich über Hunderte von Jahrmillionen erhalten hat" Er ist überzeugt davon, dass Medikamente zu Fiebersenkung [Antipyretika] die Menschen manchmal kränker werden lassen - ja, sie sogar das Leben kosten können Einige der überzeugendsten Beweise hierfür entstammen seinem eigenen Labor. Er konnte in einem Experiment zeigen, dass sogar die wechselwarmen Eidechsen von Fieber profitieren. Sie suchen bei Infektionen einen warmen Ort auf, um ihre Körpertemperatur um etwa zwei Grad Celsius anzuheben. Ist ihnen das nicht möglich, dann sterben sie mit erhöhter Wahrscheinlichkeit. Auch junge Hasen können nicht mit erhöhter Temperatur reagieren, auch sie suchen, wenn sie krank sind, einen warmen Ort auf, um ihre Körpertemperatur zu erhöhen. Erwachsene Hasen dagegen reagieren bei einer Infektion mit Fieber, unterdrückt man dieses Fieber jedoch mit fiebersenkenden Mitteln, dann sterben auch sie mit erhöhter Wahrscheinlichkeit.

Fieber ist nicht Resultat eines Fehlers in der körpereigenen Temperaturregulation, sondern Ergebnis der Aktivierung eines ausgeklügelten, in der Evolution gewachsenen Mechanismus. Wenn Sie eine Ratte mit einer um zwei Grad erhöhten Körpertemperatur in einen sehr warmen Raum setzen, dann aktiviert die Ratte sämtliche Kühlungsmechanismen, um ihre Körpertemperatur bei zwei Grad über dem Normalwert zu halten. Die Körpertemperatur ist also sogar während einer Fieberepisode sorgsam reguliert - nur ist der Thermostat ein bißchen höher eingestellt.

Die vielleicht aufregendsten Hinweise auf den Wert von Fieber beim Menschen ergaben die Studien von Julius Wagner-Jauregg [1857-1940, Psychiater in Wien] zu Beginn dieses Jahrhunderst [20.Jhd.]. Ihm war aufgefallen, dass sich der Zustand mancher Syphilispatienten [v.a. im Stadium der progressiven Paralyse] nach einer Malariainfektion verbesserte und dass Syphilis [Lues] in Gegenden, in denen Malaria häufig war, eher selten vorkam. Er infizierte deshalb Tausende von Syphilispatienten vorsätzlich mit Malaria. Zu einer Zeit, in der weniger als einer von hundert Syphilispatienten genas, brachte er es mit seiner Methode auf Remissionsraten von 30 Prozent; ein Fortschritt, der Wagner-Jauregg im Jahre 1927 den Nobelpreis für Physiologie und Medizin einbrachte. Damals trug man dem Wert von Fieber sehr viel mehr Rechnung als heute. Noch immer benützen die Ärzte jenen alten Witz: "Nehmen Sie zwei Aspirin und rufen Sie morgen früh wieder an." Das überrascht nicht, wenn man bedenkt, wie wenig Untersuchungen am Menschen versucht haben, Fieber als Adaptation zur Infektionsabwehr zu würdigen. In einer Studie verordnete man Kindern mit Windpocken [Varicellen, Schafblattern] Paracetamol. Diejenigen, denen man das Medikament gegeben hatte, brauchten im Durchschnitt einen Tag länger, um sich zu erholen, als Kinder, die ein Placebo erhalten hatten. Im Rahmen einer zweiten Studie setzten sich sechsundfünfzig Freiwillige über ein infektiöses Nasenspray vorsätzlich einer Erkältung aus (N.M.Graham et al. 1990). Einige Versuchspersonen nahmen Aspirin oder Acetaminophen [= Paracetamol] ein, die anderen ein Placebo. In der Placebogruppe fand man eine signifikant erhöhte Antikörperreaktion, und die Patienten litten sehr viel weniger unter einer verstopften Nase. Auch der Zeitraum, in dem sie selbst infektiös waren und die Viren weiterverbreiten konnten, war leicht verkürzt. Der Mangel an detaillierten Studien dieser Art zeigt angesichts der Tatsache, dass so viele Medikamente eingesetzt werden, um Symptome zu lindern, dass eine deutliche Zurückhaltung besteht, wenn es darum geht, adaptive Aspekte unangenehmer Symptome zu untersuchen.

Dies wird sich unter Umständen bald ändern. Dr. Dennis Stevens, Medizinprofessor an der University of Washington, beruft sich auf "Hinweise, denen zufolge es die Behandlung von Fieber unter bestimmten Umständen wahrscheinlicher macht, dass ein Patient einen septischen Schock erleidet". Medikamente, die Fieber senken [Antipyretika], greifen offenbar in die natürlichen Mechanismen ein, die die körpereigene Reaktion auf Infektionen regulieren, und das Ergebnis kann fatal sein ...

Eine evolutionsbiologische Betrachtungsweise von Fieber muss sowohl die Nachteile der Fieberentwicklung als auch ihre Vorteile im Auge haben. Gäbe es keine kompensierenden Nachteile, was spräche dagegen, den menschlichen Körper bei 40 Grad Celsius arbeiten zu lassen, um die Entstehung von Infektionen von vornherein zu verhindern? Doch selbst diese im Grunde gemäßigte Temperaturerhöhung kostet ihren Preis: Nährstoffreserven werden zu zwanzig Prozent rascher abgebaut, beim Mann führt sie zu vorübergehender Sterilität. Ein noch höheres Fieber kann zum Delirium, zu Krämpfen und sogar zu permanenten Gewebsschädigungen führen. Man sollte sich zudem darüber klar sein, dass kein Regulationsmechanismus sämtliche Situationen exakt im Griff haben kann. Wir würden beispielsweise erwarten, dass die Temperatur im Durchschnitt auf ein Niveau steigt, das sich nahe an der optimalen Temperatur zur Bekämpfung von Infektionen befindet, doch da die Präzision regulatorischer Mechanismen ihre Grenzen hat, steigt die Körpertemperatur gelegentlich zu hoch, in manchen Fällen allerdings auch nicht hoch genug ...

Das Wesentliche im Hinblick auf die adaptive Bedeutung von Fieber ist, dass wir wissen sollten, was wir tun, bevor wir eingreifen. Gegenwärtig wissen wir das aber nicht [eindeutig]. Falls es nur um Unwohlsein ginge, würden wir uns grundsätzlich dafür entscheiden, es zu beseitigen oder zu verringern. Wenn man aber mit einer Fiebersenkung die Genesung oftmals hinauszögert oder die Wahrscheinlichkeit für das Entstehen von Sekundärinfektionen erhöht, dann sollten wir nur dann eingreifen, wenn der erwartete Gewinn das Risiko wert ist ..." Aus: Aus: Rudolph M. Nesse (b.1948, US-amerik.Evolutionsbiologe Michigan), George C. Williams (1926-2010, US-amerik. Evolutionsbiologe), Susanne Kuhlmann-Krieg (Übersetzung): „Warum wir krank werden - Die Antworten der Evolutionsmedizin“ (Why we get sick - The new science of Darwinian medicine 1994) III. Symptome von Infektionskrankheiten S.41-44 C.H. Beck 1997 [Meine Ergänzungen]

Erst langsam dringt diese "Botschaft vom heilsamen Fieber" auf breiter Ebene durch. Die australische Kinderpflege Wissenschaftlerin Anne Walsh PhD (Universität Brisbane AUS) schreibt:
"Ärzte und Krankenschwestern müssen sich deshalb in erster Linie selbst darum kümmern, dass sie ihre Kenntnisse [zu Fieber] auf den neuesten Stand bringen. Denn erst dann, wenn sie ihre eigenen Verhaltensweisen - voreilig Fiebersenker zu verordnen - überdenken und zum Vorbild werden, lernen auch die Eltern, dass harmlose virale Infekte mit mildem Fieber auch von selbst und mindestens genauso rasch ein Ende finden."

"Tag für Tag wird an Millionen von Patienten in den Kliniken unseres Erdballs morgens und abends die Körpertemperatur gemessen. Jeder weiß: abends ist die Körpertemperatur stets höher als am Morgen. Der bekannte deutsche Arzt [Christoph Wilhelm] Hufeland (1762-1836), der u.a. [Johann Wolfgang] Goethe [1749-1832] und [Johann Friedrich] Schiller [1759-1805] behandelt hat, sprach von "Abendfieber"
[1]. Was für die Körpertemperatur gilt, hat auch für alle Körperfunktionen Gültigkeit. Keine Körperfunktion läuft auf einem gleichen Niveau innerhalb von 24 Stunden. Alle Körperfunktionen unterliegen, teilweise sogar erheblichen, Schwankungen in Verläufen des 24h-Tages [Chronobiologie, Circadianer Rhythmus, Innere Uhr]. Diese findet man für alle physiologischen, biochemischen, hormonellen, immunologischen, psychologischen und psychophysiologischen Parameter des Menschen. Das "jedes Ding seine Zeit hat" [William Shakespeare (1564-1616)] ist der Menscheit schon seit langem bekannt. Nur die heutige Heilkunde bzw. Medizin vernachlässigt dieses sträflich. Sie denkt statisch und orientiert sich auf räumliche (lokale) Zuordnung z.B. von Wirkmechanismen oder in der Diagnostik nur auf Momentaufnahmen, die zudem zeitunabhängig als allgemeingültig erklärt werden. Wer würde sich aus einem Spielfilm nur 10 Bilder herausnehmen, um sich daraus ein Urteil über den ganzen Film von zwei Stunden zu bilden? Aber die Heilberufler tun ähnliches täglich in der medizinischen Diagnostik und Therapie." Aus: Karl Hecht (Prof. em. für Neurophysiologie u. für experimentelle und klinische pathologische Physiologie der Charite, Humboldt Universität Berlin, b, 1924), Elena Hecht-Savoley (b.1934, russische Diplomphilosophin, -pädagogin): „Klinoptilolith-Zeolith - Siliziummineralien und Gesundheit“ Teil I Wissenschaftliche Grundlagenkenntnisse über SiO2-(Kieselsäure-) und Siliziummineralien. 97. Die Applikation von Wirkstoffen nach der inneren Uhr des Menschen [Chronobiologie]. Seite 116. Spurbuchverlag 4. Auflage 2013 (2008).
Christoph Wilhelm Hufeland: "Makrobiotik oder die Kunst das Leben zu verlängern" 1796


"Zusammenfassend möchte ich sagen, dass wir viel zu wenig wissen, wie manche Krankheiten
ohne ärztliche Eingriffe verlaufen
, und daß wir, soweit wir es wissen, diese Kenntnis in autistischer
Weise (1) von unserem medizinischen Überlegungen absperren, statt sie zur Basis unserer therapeutischen
Handlungen und Forschungen zu machen
. Wir verschreiben den Patienten auf Rezepten und den Ärzten in
Lehrbüchern eine Menge Mittel, von denen wir nicht wissen, ob sie nötig oder nützlich, ja oft nicht recht, ob
sie schädlich sind und stellen sie häufig nebeneinander, ohne den relativen Wert derselben zu kennen.
Und was das Schlimmste ist, wir tun nicht alles Erdenkliche, um aus diesem Zustande herauszukommen.
Deshalb ist es keine Entschuldigung, wenn man sagen wollte, man könne nicht anders, oder wenn man
vom Verlangen des Patienten nach Trost redet; das "ut aliquid fieri videatur" (2) scheint mir höchstens
entschuldbar als Notbehelf im einzelnen Falle, als allgemeiner Grundsatz aber unwürdig
der Wissenschaft und ihrer Vertreter ..."

Paul Eugen Bleuler
(1857-1939)
Schweizer Psychiater (Zürich) und "Schizophrenie-Forscher" ("Mb.Bleuler")
Aus: Buch: „Das autistisch-undisziplinierte Denken in der Medizin und seine Überwindung“
B. Vom Autismus in Behandlung und Vorbeugung S.17 SPRINGER 5.Neudruck der 5.Auflage1962
(1921, 1.Auflage 1919). (1) gr.autos = selbst, "auf sich selbst bezogen" (2) ut aliquid fieri videatur =
„Um es so aussehen zu lassen (Um den Anschein zu erwecken), es werde etwas getan“




Es müssen nicht immer Medikamente sein
Nicht immer ist eine Therapie mit Medikamenten zwingend erforderlich.
Sie können Ihre Selbstheilungskräfte oft schon durch Schonung, Bettruhe oder
eine Änderung der Lebensweise stärken, zum Beispiel durch mehr Bewegung
oder eine bessere Ernährung. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird mit Ihnen besprechen,
ob eine medikamentöse Therapie nötig ist.

Aus: SV Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger: "Kompetent als Patientin und Patient.
Gut informiert entscheiden" Seite 65. Wien 2013 www.hauptverband.at/kompetentalspatient


"Fieber
ist keine Krankheit, sondern eine notwendige Anspannung des Körpers, um mit den Vorgängen der Reinigung und Ausscheidung möglichst ökonomisch und Ziel führend umzugehen. Die erhöhte Temperatur ist nichts anderes als die Folge verstärkter Anregung der Lebenskräfte. Die Meinung, es käme durch die Hitze des Fiebers zum Abtöten von Bakterien oder Viren dürfte gänzlich falsch sein. Durch die Erhöhung der Körpertemperatur wird eine gute Arbeitsumgebung, ein angenehmes Milieu für die Bakterien usw. geschaffen, damit diese ihre Aufgaben so sinnvoll wie möglich erfüllen können. Es kommt zu einem Reinigungsprozess und dadurch zu einer Kräftigung der Konstitution. Fieber durch fiebersenkende Arzneien zu unterdrücken ist vom ganzheitlichen Gesichtspunkt so gut wie nie nötig. Nicht Fieber wird behandelt, sondern der erkrankte Organismus sollte so unterstützt werden, dass diese "außergewöhnlichen Programme" nicht länger als nötig dauern. Oft bemerken wir nach Verabreichung des richtigen homöopathischen Mittels eine Zunahme des Fiebers. Die Eltern von fiebernden Kindern sind dann oft ganz aus dem Häuschen. Doch Gespräche, die die Zusammenhänge klären, können viele Ängste auflösen. Es künstlich zu senken, führt allerdings häufig zu nachteiligen Reaktionen für den ganzen Körper.


Fieber macht Angst. Es herrscht oft Panik, wenn das Fieber zu lange zu hoch ist. In früheren Zeiten, da die Konstitutionen der Menschen wesentlich schwächer waren, oft und lange Zustände des Mangels herrschten, führten viele akute Erkrankungen rasch zum Tode. Die günstigeren Verhältnisse unserer Tage schaffen auch entsprechend günstige Bedingungen für unser Leben und die Gesundheit der Menschen. Die Angst, die uns von den früheren Generationen noch in den Knochen sitzt, ist verständlich. Doch wenn wir die Gesetzmäßigkeiten der Genesung verstehen, werden wir lernen, immer weniger Angst zu haben und der Sinnhaftigkeit natürlicher Abläufe zu vertrauen.

"Waren es in den älteren Zeiten vor allem die Kuttenträger der Großkirchen,
die den Menschen ANGST einzujagen vermochten (vor den Qualen im Fegfeuer
und der Hölle zum Beispiel), so sind es heute vielfach die Weißröcke, die
diese Aufgabe übernehmen. Dies zu durchschauen und die eigenen Wege
mit Verstand und Intuition zu gehen, wird uns manche Enttäuschung
und manchen Ärger ersparen."

Dr. med. Klaus Bielau
(b.1955)

Aus: „Wendezeit der Medizin – Zur Kunst der Selbstheilung“
"Diagnosen - Wörter als Krankheiten" Seite 54
Verlag Zeitenwende 2010


Übers Fiebermessen. Die ganzheitliche Heilkunde kann sich der konventionellen Empfehlung, Fieber zu messen, nicht unbedingt anschließen. Auch werden Sie als Eltern, falls es sich um Ihr Kind handelt, mit Sicherheit ruhiger, d.h. heilsam, für Ihre Kinder bleiben, wenn Sie die Temperatur nicht zu genau wissen. Achten Sie auf den Menschen, das Kind und nicht so sehr auf Zahlen. Übrigens finden wir so eine Anweisung schon bei Paracelsus, der die Mode, in Grade einzuteilen, als irreführend und also sinnlos für die Behandlung bezeichnete.

Kann Fieber je bedenklich sein? Prinzipiell hat alles, was den Gesetzen der Natur entspricht, seine Richtigkeit. So auch die Temperaturen unser Körper. Selten entscheiden die Grade; wesentlich und über allem stehend ist jedoch der Allgemeinzustand des Betroffenen.

Hat zum Beispiel ein Kind drei Tage lang um die 40 Grad Fieber, ist eher gut gelaunt, ansprechbar, trinkt, dann ist der Zustand eigentlich nicht Besorgnis erregend.

Wenn nur ca. 38 Grad Fieber vorliegen, der Erkrankte aber die Augen verdreht, apathisch im Bett liegt, dann scheint das doch deutlich bedenklicher zu sein.

Gibt es nichts außer Fieber, soll man nicht panisch werden. Vorerst gar nichts tun, nach einer gewissen Zeit des Wartens - sollte das Fieber bleiben und sich keine Zeichen einer akuten Krankheit einstellen - wird man mit einem Homöopathikum die Lebenskräfte anzuregen versuchen. Gerade bei Kindern kommt so etwas nicht selten vor: Das Fieber dauert einige Tage, dann geht es wieder vorüber. Fieber ist immer Ausdruck von Reaktion und Reinigung. Dauern die Fieberschübe an, sollten sie häufiger werden, so ist natürlich eine Klärung nötig.

Fieberkrämpfe. sie sind ein weiteres, großes Angstthema. Tatsache ist, dass es Fieberkrämpfe [Fraisen] gibt. Als ich an der Kinderabteilung eines Krankenhauses arbeitet, fragte ich im Notdienst bei krampfenden Kindern stets nach, ob, wann und wie viele fiebersenkende Medikamente verabreicht worden sind. Fast immer ging den Krämpfen die Verabreichung dieser Mittel voraus. Es muss also die plötzliche Abkühlung gewesen sein, die zu den Krämpfen führte.

Plötzliche Kälte führt zur Verkrampfung des Körpers. Das, was wir als Krampf erleben, ist nichts anderes als eine instinktive Reaktion des Körpers, durch Zittern Wärme zu erzeugen. Aus ganzheitlicher Sicht lässt sich die Behauptung nicht erhärten, dass es ab einer bestimmten Körpertemperatur zu Krämpfen kommt. Daher sind die wichtigsten Maßnahmen Wärme, wärmende Umarmung und Ruhe.
Aus: Klaus Bielau: „Die homöopathische Winterapotheke. Sanfte Hilfe gegen Husten, Schnupfen & Co“ Seite 24-27. KNEIPP 2010

Asmus Finzen: Warum werden unsere Kranken gesund? >>>

"Fieberzäpfchen sind nur ein Notfallmedikament,
das nur bei hohem, auch nicht homöopathisch oder
mit Hausmitteln (z.B. Wadenwickeln) behandelbarem
(das ist sehr selten!)
Fieber seinen Einsatz
finden sollte."

Aus: JuliaBütikofer (dtsch.Juristin): "Hilfe! Ich muss eine Impfentscheidung
treffen" XIV Vermeidung von weiteren Impfrisiken, S.170 EMU Verlag 2015


"Um es kurz zu machen: ungesunde Krankheiten sind jene, die nicht verstanden und deshalb unterdrückt werden, wodurch tatsächlich lästige körperliche und/oder seelische Zustände entstehen werden. Der hauptsächliche Grund dafür ANGST. Aus Angst und Unsicherheit kommt es zur Erstarrung unseres Denkens und Handelns. Aus Angst wehren wir uns gegen unsere innere und äußere Natur, die uns durch die Intuition ständig auf die Wege des rechten Verstehens, Zulassens, des Annehmens führen will.

Ein Beispiel: Die Kinder sind krank, husten und schnupfen, sind heiß und quengelig. Jetzt können wir zunächst die Nerven verlieren und Fieberzäpfchen sowie hustenstillende Mittel geben - Kind und Gewissen sind meist schnell beruhigt. Was passiert weiter? Aus einem einfachen gesunden, normalen Lösungsvorgang entwickelt sich nun schön langsam die kranke Krankheit. Das, was bislang in Bewegung war, was heraus gebrannt werden wollte durch die Lebenskräfte, das bleibt nun stecken mit der Folge, dass die Kinder weder gesund noch richtig krank sind.

Ein anderes Beispiel: Kinder werden geimpft (streng genommen ist das nichts anderes als ein Vergiftungszustand), und dadurch können sich die gesunden Krankheiten nicht entwickeln - der Körper versucht aber trotzdem, irgendwie auszuscheiden: meist halten die Zustände des Sich-Wehren-Müssens an, die Komplikationen, die chronischen Beschwerden sind geboren. Die Eltern bedauern sich und sind damit beschäftigt, ihre Kleinen wieder auf die Reihe zu kriegen, die wiederum schon früh lernen, dass es eigentlich normal ist, krank zu sein und zu leiden. Und so entsteht wieder eine neue Generation von Patienten; Asthmasprays, Impfungen, Medikamente, Salben sind bald wie selbstverständlich ihr Begleiter - übelwollende, es sind dies die kritischen Zeitgenossen sprechen gar von dahintersteckender Absicht oder von modernen Trojanern. Der Autor erlaubt sich da kein Urteil und überlässt dieses den geneigten Lesern.

Zur Vermeidung der kranken Krankheiten gilt es eigentlich nur, bewusst und ohne Angst die Lösungsvorgänge des Körpers zuzulassen, anzunehmen und wo möglich zu unterstützen. Krankheiten müssen als Notwendigkeiten erkannt werden. Das klingt einfach, und das ist es tatsächlich, wenn wir die Gewohnheit von "es ist so schwer" oder "es ist ja soooo kompliziert" endlich durchbrechen. Der Weg hierzu: Gegenwärtigkeit - bewusst und aufmerksam, hier und heute das tun, was getan werden will. Träge Gewohnheiten, selbstgeschaffene und kollektive Phantome werden ausgehungert, wen sie keine Nahrung mehr bekommen. Sie weichen dann und müssen uns freigeben (obwohl sie das natürlich nicht wollen, sie kämpfen um jeden einzelnen). Das ist der einzige Weg, einen anderen gibt es nicht. Autonom, frei, unabhängig dem folgend, was unsere Seelenituition gepaart mit Erfahrung und Hausverstand lebendig werden lässt, das sind die alten und stets neuen Wege zur Erneuerung und auch der körperlichen Gesundheit, wie sie uns eben gegeben ist.

Durchblicken wir doch unsere üblichen geschichtlich gewachsenen, kollektiv-familiär eingepeitschten Lebensmuster und brechen wir sie auf, brechen wir durch in die
Klarheit des heutigen Tages, der jetzigen Stunde, zwingen wir uns in die Gegenwart - ohne Sorgen und Ängste zu verdrängen. Nur die lichte Kraft der Gegenwart kann den Sorgenphantomen ihre Nahrung nehmen, damit eine freie, autonome seele geboren, wachsen und an Feuer zunehmen werde.

Der Sinn all unserer Komplikationen, unserer Krankheiten ist nichts anderes als die Befreiung sowohl von den Schlacken des alten Denkens als auch von denen des Körpers. Haben wir genug Erfahrungen gesammelt, wie es nicht sein soll, wird die Einsicht reifen, wozu unsere Schwierigkeiten gut sind, und aus den kranken Krankheiten werden plötzlich, mehr oder weniger über Nacht, Prozesse der Genesung. Aus: Klaus Bielau: „Wendezeit der Medizin – Zur Kunst der Selbstheilung“ Kapitel: "Von gesunden und kranken Krankheiten". Seite 91-94. Verlag Zeitenwende 2008

Dr.med. Klaus Bielau: Alltag pdf >>>

"Ein Kind hustet, hat leichtes Fieber. Der Husten stört, natürlich, das sei nicht in Abrede gestellt. Der Husten stört das Kind selbst, vor allem aber, und darum geht es besonders, die Nachtruhe der Erziehungspflichtigen. Und das Fieber ist dem Kind nicht zumutbar, Bettruhe nicht organisierbar. Fieber muss sofort bekämpft, gesenkt, behandelt werden. Niemand überlegt dabei, ob das Fieber nicht einen Sinn haben könnte - denn die meisten Viren können im Wirtsorganismus nur in einem sehr schmalen Temperaturband überleben; so kann ein Virus, das bei 36 Grad noch gute Lebensbedingungen vorfindet, bereits bei einer Körpertemperatur von 38,5 Grad absterben.

"Die Kleine muss morgen wieder in den Kindergarten, weil ich kann nur heute zu Hause bleiben." Also muss jeder Husten sofort behandelt, erstickt werden. Mit diversen Säften, Inhalationen, nur noch sehr ungern mit Zäpfchen, weil: "Mein Kind lässt sich keine Zäpfchen geben", als of die Applikationsform eine Frage des kindlichen Willens wäre. Auch Sätze wie: "Wenn es möglich ist, zum Mond zu fliegen, dann muss es auch ein Medikament für mein Kind geben", werden den Ärzten gegenüber immer wieder verwendet. Und wenn der Husten nicht sofort und nachhaltig behandelt worden ist, ertönt sogleich die Frage nach einem Antibiotikum - wohl eine der am weitesten reichenden Fragen von Patienten an Ärzte, denn der Schaden, der in den letzten Jahrzehnten durch den allzu freizügigen Umgang bei der Verschreibung von antibiotischen Medikamenten angerichtet worden ist, betrifft nicht nur den Einzelnen. Aber wehe dem Arzt, der das Kind nicht sofort gesund machen kann. Man habe schließlich ein Recht auf beste Behandlung. Man zahle ja schon ein Leben lang ein. Und: "Wozu haben wir Sie denn studieren lassen?"

Und sollte das Kind am nächsten Tag immer noch husten, wird sofort der Facharzt aufgesucht. Und dann die Spitalsambulanz. Und zum Abschluss noch der Herr Professor. Ressourcen werden so lange verbraucht und verbrannt, bis das Kind endlich aufhört zu husten. Und weit und breit keine Autorität, die sagt: "Schluss mit dem Unfug!" Niemand, der den Menschen ein paar Tage Kranksein zugesteht. Niemand, der Eltern oder Elternteilen erklärt, dass Kranksein Teil jedes Lebens, eine natürliche Auseinandersetzung des Immunsystems mit der Welt darstellt. Im Gegenteil, jeder Mediziner versucht, seinen Vorgänger medikamentös zu übertrumpfen. Gibt den vom Husten geplagten Eltern das Gefühl, jetzt endlich beim richtigen Fachmann für Husten gelandet zu sein. Zu Hause steht bereits eine Armada von Tropfen, Säften, ein zweites, weiteres, anderes Antibiotikum, Inhalationen und was sonst noch alles. Und mittendrin ein Kind, das sich nach Liebe und Angenommen-Sein sehnt. Das nicht als störend, sondern als liebenswertes menschliches Wesen empfunden werden will.

Aber kein Arzt hat die Zeit und die Kraft und die Liebe, den Eltern diese Zusammenhänge zu erklären, den für die Erkrankung notwendigen Raum zu schaffen. Und die Mühe würde ihm ohnehin nicht honoriert. Es gibt kein angemessenes Entgelt für ärztliches Gespräch. Für das Übernehmen von Verantwortung, für die Beruhigung von verängstigten Patienten. Es gibt kein Honorar für die Entspannung von angespannten Situationen. Nur das Verschreiben von pharmakologischen Präparaten wird belohnt. Die Kette Symptom-Arztbesuch-Medikament muss eingehalten werden. Nur so kann das Geschäft Medizin einwandfrei funktionieren. Und der nächste Husten ist schon eingeplant." Aus: Günther Loewit: "Der ohnmächtige Arzt. Hinter den Kulissen des Gesundheitssystems“ Kapitel: Das Leben als Wirtschaftsgut. Unterkapitel: Das Geschäft mit der Krankheit. - Begehrlichkeiten. Seite 73-75. HAYMON 2010




"... dass uns die natürliche Auslese mit einer Reihe von Abwehrreaktionen ausgestattet hat,
die an sich unangenehm sind, aber zweifelsohne ihre positive Funktion haben
- beispielsweise Fieber oder Erbrechen.

In unserer Zivilisation ist es zur Gewohnheit geworden, in solchen Fällen sofort
medikamentös einzugreifen. Denn in einer Leistungsgesellschaft wird die
Toleranzschwelle gegenüber Unpässlichkeiten immer niedriger.

Doch bräuchte mancher von Fieber geplagte Mensch nichts weiter als ein paar Tage Ruhe.
Sein Organismus würde sich auf diese Weise von selbst wieder stabilisieren.

Die Warnsignale, mit denen wir in der Evolution durch natürliche Auslese
ausgestattet wurden, wirken im Dienste der Überlebens.


Wäre unsere Gattung tatsächlich so fragil, dass ihre Individuen nur mit Hilfe
von Medikamenten gesund bleiben und gesund werden können,
dann wäre sie früh ausgestorben.

... wie wichtig es ist, den Menschen auch in der Medizin im Hinblick auf seine Ganzheit
als evolutionsgeschichtlich gewordenes Wesen zu betrachten."


Aus: "Heilen mit Darwin?" ÖÄZ (19) 10.X.2009,Seite 46-48
Prof. Dr. Franz M. Wuketits

(b.1955, österr. Biologe, Hochschullehrer u. Wissenschaftstheoretiker.)
„Evolution – Die Entwicklung des Lebens“ BECK, 2. Auflage, 2005,
„Darwin und der Darwinismus“ BECK 2005,
„Der Affe in uns – Warum die Kultur an unserer Natur zu scheitern droht“ HIRZEL 2002



Objektiv gesehen geht von Fieber wenig Gefahr aus. Die bekannte These, dass Fieber, wenn es auf 42,6 Grad steigt, das körpereigene Eiweiß zum Gerinnen bringt und daraufhin der Tod eintritt, ist im medizinischen Alltag so exotisch, dass es sich dabei wohl eher um eine urbane Legende handelt als um ein reales Szenario. Im Vergleich dazu sind Fieberkrämpfe (Fraisen) schon richtig häufig und als betroffene Eltern furchtbar mit anzusehen. Etwa 5% der Kleinkinder machen so einen Fieberkrampf mit. Bleibt als Trost, dass davon normalerweise weder eine Lebensgefahr noch irgendwelche bleibenden Schäden ausgehen. Dennoch verordnen manche Ärzte in der Folge gerne vorbeugend fiebersenkende Medikamente. Angeblich, um damit das Risiko späterer Epilepsien zu minimieren. Dies hat sich jedoch als nicht zielführend erwiesen. In der aktuellen wissenschaftlichen Medizinliteratur wird deshalb nach einfachen Fieberkrämpfen (Fraisen) keine weitere medikamentöse Therapie mehr empfohlen. Tonia Jones, Steven J. Jacobsen: "Childhood Febrile Seizures: Overview and Implications" Int J Med Sci 2007. Aus: Bert Ehgartner: "Lob der Krankheit" Verlag Lübbe 2008, ISBN 978-3-7857-2322-7, von mir modifiziert und ergänzt

Fieber unklarer Genese (FUG), 1961 durch Robert G. Petersdorf und Paul B. Beeson erstmals beschrieben,
die auch den angelsächsischen Begriff FUO (fever of unexplained/unknown origin) prägten, wird wie folgt definiert:


► Der Patient ist mindestens/mehr als drei Wochen krank

► Das Fieber war in dieser Zeit mehrfach höher als 38,3 °C

► Die Diagnose/Ursache ist auch nach einem einwöchigen Spitalsaufenthalt mit intensiver Untersuchung ungeklärt

   
(ca. 5-10% der Betroffenen haben bei ihrer Entlassung keine definitive Diagnose!)


1991 wird durch David T. Durack und Alan C. Street das dritte Kriterium des Fiebers unklarer Genese neu definiert, indem nun ein
dreitägiger stationärer Krankenhausaufenthalt oder drei ambulante Besuche ausreichen.

Außerdem nahmen sie dabei eine FUO Einteilung in vier Kategorien vor:

1. klassisches FUO (häufig durch Infektionen, maligne Erkrankungen, immunologische/rheumatologische Systemerkrankungen)
2. FUOs im Rahmen nosokomialer Infektionen (Krankenhausinfektion)
3. neutropenische
FUO (durch Verminderung der neutrophilen Granulozyten im Blut) und FUO bei Immunsuppression
4. FUO bei HIV-Patienten


"Eigentlich handelt es sich bei der Bezeichnung FUO nicht um eine Diagnose, sondern um eine Symptombeschreibung" erklärt Prof. Dr. Günter Weiss, Leiter der Klinischen Abteilung für Infektiologie und Immunologie an der UNI Klinik für Innere Medizin I Innsbruck. www2.i-med.ac.at/aim/forschung/infektiologie.html

Die Grundlage für die Aufklärung eines FUO stellt eine sorgfältige Anamnese dar, die im Verlauf der Patientenbetreuung mehrmals wiederholt werden sollte.

Reiseanamnese inklusive Reisegewohnheiten
Tierkontakt - beruflich, Haustier, Eier
Familienanamnese und Herkunft
Impfanamnese, Kinderkrankheiten, frühere Erkrankungen
Beruf, Freizeit, soziales Umfeld, Sexualanamnese
Medikamentenanamnese - Grundsätzlich kann jedes Medikament FUO Auslöser sein (Drug induced Fever)
Begleitsymptome - Verhaltensänderung, Gewichtsverlust, Lokalsymptome usw.
frühere Krankheiten und Operationen
Implantate (z.B.: Hüftgelenk, Kieferimplantate usw.)
Rezente Krankenhausaufenthalte

Minimale Untersuchungsanforderung bei FUO
► Anamnese
► Klinische Untersuchung
► Blutbild mit Differentialblutbild und Gerinnung
► Blutkulturen
► Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) und Akut-Phase-Parameter z.B. CRP
► Blutchemie mit Leberenzymen und Bilirubin sowie Nierenfunktion
► Harnuntersuchung mit Sediment und ggf. Harnkultur
► Serologische und immunologische/rheumatologische Untersuchungen bei anamnestischen Verdacht
► Bildgebende Verfahren (Röntgen, Sonographie CT, MRI, PET)
► Bei konkretem Verdacht zusätzlich: Elispot (Enzyme Linked Immuno Spot Technique)

Quellen: Irene Mlekusch: FUO - Diagnostische Herausforderung. ÖÄZ Nr. 5 Seite 40-42, 10.März 2010
Robert G. Petersdorf, Paul B. Beeson: Fever of unexplained origin (FUO): report on 100 cases. Medicine (Baltimore) 1961; 40:1.
David T.Durack, Alan C. Street: Fever of unknown origin: Re-examined and redefined. In: Current Clinical Topics in Infectious Diseases, Remington, JS, Swartz, MN (Eds), Blackwell Science, Boston 1991. p. 35.


Fieber unklarer Genese - FUO pdf >>>
Aus: www.meindfp.at/proxy/resource/dynasite/mm/mm004/dfpArtikel_Fieber_am0716.pdf

"Beispielsweise führt eine harmlose Erkältungskrankheit zu den typischen Symptomen des sickness behaviour [Konsman et al. 2002 (3)]. Im Rahmen dieser harmlosen Reaktion bemerken wir UNWOHLSEIN, MÜDIGKEIT [Fatigue], ANTRIEBSLOSIGKEIT, GEFÜHLSLOSIGKEIT, GEFÜHL DER KÄLTE, MUSKEL- und GELENKS SCHMERZEN, APPETITVERLUST, ÄNGSTLICHKEIT und DEPRESSIVE VERSTIMMUNG. Diese Reaktionen des Zentralnervensystems werden durch periphere oder zentral freigesetzte Zytokine wie IL-1β, IL-6 und TNF bewirkt. In einem Experiment konnte gezeigt werden, dass die Injektion von harmlosen Bakterienwandbestandteilen zu sehr ähnlichen Symptomen führen kann [Reichenberg et al. 2001 (4)]. Evolutionär wurden diese Reaktionen und die relevanten Gene konserviert, weil sich das betroffene Individuum an einen sicheren Ort zurückziehen muss, um in dieser Krankheitssituation nicht im Kampf um Nahrung, Stellung oder Partner unnötig verletzt oder getötet zu werden. Diese evolutionär konservierten Mechanismen (5) werden nun oft auch bei multifaktoriellen Krankheiten verwendet, da es dort häufig zu einer Erhöhung peripherer oder zentraler Zytokine kommt. Die relevanten Gene wurden aber nicht für Prozesse im Rahmen multifaktorieller Krankheiten, sondern für harmlose, nicht lebensbedrohliche Krankheiten evolutionär konserviert.(1)" (3) Jan Pieter Konsman, Patricia Parnet, Robert Dantzer: "Cytokine-induced sickness behaviour: mechanisms and implications" Trends Neurosci. 2002 Mar;25(3):154-9 (4) Abraham Reichenberg, Raz Yirmiya, Andreas Schuld, Thomas Kraus, Monika Haack, Abraham Morag, Thomas Pollmächer: "Cytokine-associated emotional and cognitive disturbances in humans" Arch Gen Psychiatry. 2001 May;58(5):445-52 (5) Rudolph M. Nesse (b.1948, US-amerik.Evolutionsbiologe Michigan), George C. Williams (1926-2010, US-amerik. Evolutionsbiologe), Susanne Kuhlmann-Krieg (Übersetzung): „Warum wir krank werden - Die Antworten der Evolutionsmedizin“ (Why we get sick - The new science of Darwinian medicine 1994) C.H. Beck 1997



Normale Reaktion des ZNS bei inflammatorischem Stimulus (1)
initiiert (verursacht) durch Zytokine/Interleukine (TNF-α, IL-1, IL-6) -
sog. Botenstoffe immunkompetenter Zellen
(2)

Aus: (1) Rainer Hans Straub (Hg.): „Lehrbuch der klinischen Pathophysiologie komplexer chronischer Erkrankungen:
Band 2: Spezielle Pathophysiologie - Psycho-Neuro-Endokrino-Immunologie. Kapitel 22: Konzept zur Erklärung
ähnlicher pathophysiologischer Mechanismen bei verschiedenen Krankheiten unter Berücksichtigung der biologischen
Evolution. Das normale Krankheitsverhalten des Zentralnervensystems bei harmlosen Krankheiten. Text und Bild: Seite 16
Vandenhoeck & Ruprecht 2006.
(2) Dr. med. Volker v. Baehr FA f. Laboratoriumsmedizin - IMD -Institut für Medizinische Diagnostik, Nicolaistr. 22, D-12247 Berlin-Steglitz
www.inflammatio.de, www.inflammatio.de/nc/fortbildung/archiv.html, www.inflammatio.de/fileadmin/user_upload/inflammatio/
Online_Fortbildungen/Vortraege2014/2014_04_16_Immunzellen_und_deren_Effektormechanismen.pdf, www.inflammatio.de/
fortbildung/archiv/immunsystem/2014/30-april-2014.html

Keith W. Kelley, Rose-Marie Bluthe, Robert Dantzer, Jian-Hua Zhou, Wen-Hong Shen, Rodney W. Johnson, Suzanne R. Broussar:
„Cytokine-induced sickness behavior“ Brain Behav Immun. 2003 Feb;17 Suppl 1:S112-8
Rodney W. Johnson: "The concept of sickness behavior: a brief chronological account of four key discoveries"
Vet Immunol Immunopathol. 2002 Sep 10;87(3-4):443-50


Rekurrierendes (1) ketonämisches Erbrechen - azetonämisches Erbrechen - Azeton Übelkeit - Hunger-/Fastenketose
Bei Klein- und Schulkindern ist das azetonämische Erbrechen/Azeton Übelkeit relativ typisch. Es handelt sich dabei um rezidivierende Übelkeit mit oder ohne Erbrechen bis zu heftigen Brechanfällen, ohne erkennbare pathologische Ursache.

KLINISCHES BILD - SYMPTOMATIK:
Die Kinder sind oft müde, kraftlos und fühlen sich schwach, verspüren oft Übelkeit, haben keinen Appetit, sind "weinerlich", haben oft "Lichtscheu" (Glucosemangel in Retina!) und sind "fiebrig" heiß. Sie können über diffuse ringförmige Kopfschmerzen (keine Nackensteifigkeit!) und unklare Bauchschmerzen (Aceton-Enteropathie), meistens um den Nabel herum (paraumbilikal), klagen (Glucosemangel im ZNS und ENS!) (2). Die häufig schlanken Kinder weisen dabei oft einen deutlichen Azetongeruch in der Ausatemluft (Foetor ex ore nach Apfelessig) auf. Die Harnprobe auf Azeton ist meist stark positiv, als Hinweis auf eine katabole Stoffwechsellage mit aktiviertem Fettverbrennungs-Stoffwechsel.


ÄTIOLOGIE -ENTSTEHUNG:
Kinder (und auch Erwachsene) neigen bei einem Mangel an Kohlenhydraten ("Zucker") dazu, verstärkt Ketonkörper (sog. Fettstoffwechsel-/β-Oxidation Abbauprodukte: Azeton, Azet(o)acetat, Beta-Hydroxybuttersäure), die vor allem bei kataboler ("abbauender") Stoffwechsellage (z.B.: bei Hunger, Reduktionsdiät/Fasten, Kohlenhydrat armer Ernährung) in der Leber aus Acetyl-CoA („aktivierter“ Essigsäure") gebildet werden. Zur energetischen Verwertung der Ketonkörper müssen sich das Gehirn und die Muskulatur (die sich normalerweise aus Glukose, die erforderliche Energie bereitstellen) neu einstellen (dauert ca. 2 - 8 Tage), indem sie Enzyme exprimieren, die die Rückverwandlung der Ketokörpern zu Acetyl-CoA ermöglichen, um dieses, im Zitronensäurezyklus ihrer Mitochondrien (Zellorganellen), in die benötigte Energie (ATP) umwandeln zu können.


URSACHEN DER ENTSTEHUNG:
Zur katabolen Stoffwechsel Entgleisung bei azetonämischen Erbrechen mit Übelkeit kommt es relativ oft bei mangelndem Appetit und Nahrungsverweigerung im Rahmen sog. Erkältungskrankheiten (viraler Infekte = fieberhafter grippaler Infekte, Nasen-Rachen-Tuben-Mittelohr-Katarrhen usw.) und anderer Infekte, beim gewollten Fasten und "verpönter" Nulldiät [Cave: Gewichtverlust durch Muskelverlust! (Abbau glykogener AS)] usw.


Differentialdiagnostisch
kommt in erster Linie ein Diabetes mellitus ("Blutzuckerkrankheit") in Betracht (Harnprobe: zusätzlich zu Azeton, auch Glukose positiv!, Blutzucker erhöht, bestehende Polydipsie (auffallend vermehrter Durst!) und Polyurie (auffallend häufiges Wasserlassen mit viel Harn!). An Infektionen des ZNS/Meningen und Schädel-Hirn Traumen ist zu denken. Bei Bauchschmerzen ist eine Peritonitis (Bauchfellentzündung) und/oder Appendizitis ("Blinddarmentzündung", eigentlich Entzündung des Wurmfortsatzes des Blinddarms) auszuschließen.


THERAPIE:
I
n leichten Fällen von kataboler Stoffwechselentgleisung durch azetonämisches Erbrechen im Rahmen eines "Infektes" (Erkältungskrankheit, Magen-Darm-Katarrh usw.), vor allem, wenn der rekurrierende (1) Charakter des Erbrechens bereits bekannt ist, ist ein Versuch mit regelmäßiger Gabe von gesüßtem Tee (evtl. mit einer Prise Salz) bzw. oraler Elektrolytlösungen (Normolyt) und/oder Tee-Fruchtsaftmischung in kleinen Portionen meistens erfolgreich.

Tipp: Anfänglich nur 1 Teelöffel pro Minute! geben, der Patient/die Patientin soll den gesüßten Tee/das gesüßte Getränk nicht schlucken, sondern im Mund belassen bis der Tee/das Getränk von der Mundschleimhaut vollständig "aufgesaugt" (resorbiert) wurde; vermehrtes Schlucken (trinken) von Tee und Ähnlichem würde wieder sofort Erbrechen auslösen! (Würgereflex über Reizung der Schleimhaut des Rachenraums u./o.des Magens!)

Hat sich die klinische Beschwerde Symptomatik beruhigt (azetonämisches Erbrechen/Übelkeit hat aufgehört!), kann allmählich mit schluckweisen trinken von gesüßtem Tee und essen von Kechsen, Zwieback und Biskotten begonnen werden. Nach Rückkehr von Hunger und Appetit wird auf Normalkost umgestellt.

Für den optimalen Erfolg der kohlenhydratreichen ("zuckerreichen") Therapie ist der frühzeitige Beginn, schon mit Beginn der ersten Erkältungs-/Infektions- Symptome (siehe Bild: "sickness behaviour"), ausschlaggebend.

Kann das "Unwohlsein mit Erbrechen" nicht durch das beschriebene Vorgehen abgemildert werden, ist die parenterale (i.v) Gabe einer Glukose-Elektrolyt-Lösung sehr hilfreich.

Quellen: (1) Prof. Dr. med. habil. Klaus Jährig (1935-2011, Direktor der Klinik für Kinder- u. Jugendmedizin der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald/Mecklenburg-Vorpommern): „Das Kind in der Allgemeinpraxis“ Für die medizinische Praxis: Unter Mitarbeit von Prof. Dr.med. habil Hubert Seipelt, Dr. med. Hartmut Schirm, Dipl. Bibliothekarin Petra Münstedt, 7. Spezielle Diagnostik und Therapie wichtiger Krankheiten im Kindes- und Jugendalter. 7.3 Störungen der somatischen entwicklung/Stoffwechselkrankheiten/Endokrinopathien. 7.3.6. Rekurrierendes ketonämisches Erbrechen S.246-248 Gustav Fischer, 2. Auflage 1991. (1) Rekurrierend: wiederholt auftretend, wiederauftretend, zurückkehrend (2) ZNS: Zentrales Nevensystem, ENS: Enterales Nervensystem (Bauchgehirn, second brain)
Dietrich Reinhardt, Thomas Nicolai, Klaus Peter Zimmer: „Therapie der Krankheiten im Kindes- und Jugendalter“ XV Verdauungstrakt. 91 Erkrankungen des Magens und Duodenums. 91.3.4 Azetonämisches Erbrechen S.867, 9. vollständig überarbeitete Auflage SPRINGER 2014 (1976). www.medizinfo.de/kinder/erbrechen/azetonaemisch.htm, www.fwiegleb.de/ketoacet.htm


"Würden sich MENSCHEN behandeln,
wie Sie selbst Tiere nicht behandeln,
dann würden Sie bald einsehen,
wie voreilig Sie im blinden Aktionismus,
mit sich selbst, mit ihren Kindern,
Angehörigen und Mitmenschen

verantwortungslos -
gedankenlos -
rücksichtslos -
gefühlslos -
verständnislos -
einsichtslos -
sogar
gewalttätig -
usw.


umgehen
und "kontraproduktiv"
alles Mögliche
gegen ihre
"Selbstheilungskräfte"
tun!"

N.N.


Fieber bedeutet elektrobiologisch: Ausscheidung von "Unordnung" (Entropie)!
Auch wir Menschen geben "Unordnung" in Form von Wärme (chaotischer Energie) und Niederstrukturierten Verbindungen (Ausscheidungsstoffen) in unsere Umgebung ab. Nur nebenbei: Nach diesen neuen biophysikalischen Vorstellungen ist Fieber, also die vermehrte Wärmeabgabe bei Krankheiten, eine forcierte „Ausscheidung von Unordnung“, die mit beschleunigten inneren Ordnungsbildungsprozessen zusammenhängt. Fieber ist der äußere Spiegel von inneren Lernprozessen. Besonders deutlich sehen wir das bei den Kinderkrankheiten.
Dr. Michael Galle u. Prof. Fritz-Albert Popp, Internationales Institut für Biophysik, D-41472 Neuss, Kapellener Str.,Telefon: 02182 – 825131 Fax: 02182 - 825132, Biophotonik.KL@t-online.de; www.biophotonik.de

Einer gegen Big Pharma - Der Arzt Tom Jefferson plädiert für gesunden Menschenverstand im Umgang mit der Grippe
von Irène Dietschi:  www.nzz.ch/nachrichten/hintergrund/wissenschaft/einer_gegen_big_pharma_1.9031953.html

"Denn Tom Jefferson [Epidemiologe, Arzt], 56, ist eine Art Don Quijote der Epidemiologen. Mit wachsendem Zuspruch mancher Medien und zum Ärger der Pharmabranche kämpft er gegen das, was er das "Monster vor der Tür"-Image der Grippe nennt: Er will diese Viruserkrankung auf realistische Dimensionen zurückstutzen. Die Botschaft, die er unermüdlich wiederholt wie ein Feldwebel seine Exerzier-Befehle, lautet sinngemäß:
1. Die Grippe ist eine milde, selbst heilende Krankheit.
2. Was die Bevölkerung, Ärzte oder Gesundheitsbehörden als "Grippe" bezeichnen, wird nur zu einem kleinen Teil – in 7 bis 15 % der Fälle – von Influenzaviren verursacht; für den großen Rest der Erkrankungen sind Hunderte anderer Erreger, etwa Rhinoviren, verantwortlich, welche die gleichen Symptome verursachen.
3. Für die Wirksamkeit von Grippemitteln oder Grippeimpfstoffen gebe es kaum Beweise,
sagt Jefferson. "Wascht euch die Hände, wenn ihr euch vor Keimen schützen wollt", rät er
...

Die Empfehlungen
[Impfungen, Tamiflu (1)] von Gesundheitsbehörden – egal in welchem Land – seien von den Interessen der Industrie getrieben; die allermeisten Wissenschafter, die ihre Expertise zur Verfügung stellten, seien irgendwie mit den Pharmakonzernen verflochten und hätten Interessenkonflikte, die sie nicht zugeben, manchmal nicht einmal erkennen würden. Hungrig nach Forschungsgeldern, nach Berufungen in wichtige Kommissionen oder nach prestigereichen Titeln, seien diese "Experten" nur allzu gern bereit, Aussagen zu machen wie: "Eine gefährliche Pandemie ist im Anzug, wir müssen die Bevölkerung schützen.""

(1) Die polnische Gesundheitsministerin (von 2007 bis 2011) Frau Dr. med. Ewa Bozena Kopacz (b.1951) warnte (2009) - bei einer Sondersitzung des Parlaments - über die möglichen schweren Nebenwirkungen der "Schweinegrippe-Impfung" und der "Unwirksamkeit" von Tamiflu. Sie weigerte sich, diese bendenklichen "Grippemittel" (Impfung, Tamiflu) auf Kosten der polnischen Bevölkerung anzukaufen. Im krassen Gegensatz dazu gaben die Regierungen (Politiker) der übrigen europäischen Mitgliedsstaaten (wie BRD, AUT, Großbritanien usw.) Unsummen in Milliardenhöhe aus, um den "Schweinegrippe Impfstoff" und "Tamiflu" zu bevorraten.
Peter Doshi: "Neuraminidase inhibitors—the story behind the Cochrane review" BMJ 330 S.1348-1351 (2009) Dec 8;339:b5164
Tom Jefferson, Mark A Jones, Peter Doshi, Chris B Del Mar, Carl J Heneghan, Rokuro Hama, Matthew J. Thompson: "Neuraminidase inhibitors for preventing and treating influenza in healthy adults and children" Cochrane Database Syst Rev. 2014 Apr 10;(4):CD008965
Deborah Cohen, Philip Carter: "WHO and the pandemic flu “conspiracies" BMJ 2010;340:c2912
Larisa J. Bomlitz, Mayer Brezis: "Misrepresentation of health risks by mass media" J Public Health (Oxf). 2008 Jun;30(2):202-4


"Die Furcht vor Schockrisiken (dread risks fear) [wie Krankheiten (Masern, Mumps, Röteln, Varicellen,
Vogel-, Schweinegrippe, Rinderwahn (BSE), SARS, EHEC, AIDS usw.), Terrorismus, Katastrophen
(Unfälle, Überschwemmungen, Hurrikane, Erdbeben, Tsunami, Kriege usw.) u.v.a.m] gehört zur
menschlichen Natur. Und die Medien machen sich diese Angst zunutze, indem sie Befürchtungen
im Hinblick auf Dinge wecken, die eigentlich wenig Anlass zur Besorgnis bieten. Mein persön-
liches "erstes Gesetz der Risikokommunikation in den Medien" lautet daher:


"Je mehr die Medien über ein Gesundheitsrisiko berichten,
desto geringer ist die Gefahr für dich!"


Aus: Gerd Gigerenzer: "Risiko - Wie man die richtigen Entscheidungen trifft"
("Risk Savvy. How to Make Good Decisions" Penguin 2013) Teil II: Risiko kompetent werden
Kapitel 11: Banken, Kühe und andere gefährliche Dinge Schockrisiken. Schweinepanik
S.299, 306, 308, btb 4.Auflage 2014
Michael Bond: "RISK SCHOOL - Can the general public learn to evaluate risks accurately, or
do authorities need to steer it towards correct decisions?" Nature Vol 461, 29 October 2009
pp 1189-1192. www.nature.com/news/2009/091028/pdf/4611189a.pdf


Kampf gegen Schweinegrippe - Händewaschen schützt viel besser
von
Veronika Hackenbroch: www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,637567,00.html
"Als Epidemiologe, der wie ein Hausarzt denkt, fing Jefferson irgendwann an, sich beim Thema Grippe Fragen zu stellen.
Warum eigentlich messen Seuchenkontrollbehörden auf der ganzen Welt ständig die Aktivität von Influenza-Viren wie die Windstärke oder Luftfeuchtigkeit?
Warum lebt die ganze Welt seit Jahren in Furcht vor der nächsten Grippe-Pandemie?
Sind diese Viren wirklich so gefährlich?

Jefferson fing an, Studien auszuwerten, und fand heraus: Von den grippeartigen Erkrankungen, also Erkrankungen mit plötzlich einsetzendem hohen Fieber, Husten, Schnupfen und Gliederschmerzen, werden im Durchschnitt nur 7 % tatsächlich von Influenza-Viren ausgelöst. Die restlichen 93 Prozent dagegen von mehr als 200 verschiedenen anderen Erregern, von denen einige mindestens so gefährlich werden können wie echte Grippeviren. Auch bei den 10.000 bis 30.000 "Grippetoten", die es in Deutschland jedes Jahr Schätzungen zufolge gibt, sind Menschen dabei, die an diesen anderen Erregern verstorben sind ..."

Schweinegrippe-Experte warnt vor Viren-Hysterie www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,636914,00.html
"Washington - Tom Jeffersons Urteil zur Grippesituation ist - wie gewohnt - wenig schmeichelhaft. Der britische Forscher, der für die internationale Cochrane Collaboration alle wissenschaftlichen Studien zum Thema Influenza auswertet, hält die Gefahr durch Grippeviren für "systematisch überschätzt". Derzeit grassiere weltweit eine weitgehend unbegründete Schweinegrippe-Hysterie, beklagt Jefferson in einem Gespräch in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL ..."

SPIEGEL-Gespräch - Sehnsucht nach der Pandemie von
Johann Grolle und Veronika Hackenbroch: www.spiegel.de/spiegel/print/d-66133688.html
"SPIEGEL: Aber Jahr für Jahr gibt es allein in Deutschland 10 000 bis 30 000 Grippetote. Influenza ist in der westlichen Welt die tödlichste Infektionskrankheit überhaupt.
Dr. med. Tom Jefferson: Moment! Diese Zahlen sind nichts als Schätzungen. Vor allem aber muss man unterscheiden zwischen grippalen Infekten und echter Grippe. Die Symptome - plötzliches hohes Fieber, Gliederschmerzen, Atemwegsbeschwerden, möglicherweise Bronchitis und Lungenentzündung - sind bei beiden gleich. Doch nur echte Grippe wird tatsächlich durch Influenza-Viren ausgelöst. Grippale Infekte hingegen entstehen durch über 200 verschiedene andere Erreger. In den Zahlen zu den so genannten Grippetoten stecken aber immer auch Todesfälle durch all diese anderen Erreger mit drin. Wenn ein alter Mensch an Lungenentzündung stirbt, macht doch niemand einen Rachenabstrich, um herauszufinden, ob es auch tatsächlich ein echtes Influenza-Virus war, das ihn umgebracht hat. Im Durchschnitt werden nur sieben Prozent der grippeartigen Infekte tatsächlich durch Influenza-Viren ausgelöst. Die Bedeutung dieser Viren wird systematisch überschätzt.




Udenotherapie:
[1] Diese besagt, dass man dem Patienten mit seiner Krankheit/Störung oder seinem Leid
nicht sofort mit blindem Aktionismus ("blindes, voreiliges Handeln, Medikalisieren") begegnen soll, sondern den
natürlichen Verlauf der Krankheit/Störung abwartend beobachten und begleitend "symptomatisch" behandeln.
Auch wenn dies scheinbar bedeutet, erst einmal nur abwarten und nichts tun. Verfallen Sie nicht dem
"Viel-hilft-Viel-Ansatz", nur weil Sie das Gefühl haben, es würde dann wenigstens etwas geschehen
und unternommen. Wohlwollendes und sorgfältig beobachtend kontrollierendes Begleiten
des Patienten ist das Ziel, und nicht seine Entmündigung und "voreilige" Medikalisierung.

Siehe ZITATE: Ivan Illich: Die etablierte Medizin - Das medizinische Establishment >>>

Synonyme Udeno-Therapie:
"Das Unterlassen sinnloser Behandlung gegen den fatalistischen therapeutischen Nihilismus"
"Das beobachtende und begleitende Nichtstun", "Begleitendes Abwarten und gemeinsames Teetrinken",
"Bei bestimmten Störungen nichts tun und wohlwollend auf die Selbstheilungskräfte vertrauen",
"Heilen durch Nichtstun mit Wohlwollen, "Die Kunst des Seinlassens (X)"
"

[1] Prof. Dr. med. Paul Eugen Bleuler (1857-1939 Zürich, Schweizer Psychiater, Schizophrenieforscher): "Das autistisch-undisziplinierte Denken in der Medizin
und seine Überwindung" Springer Verlag, 5.Neudruck der 5. Auflage 1962 (1919).
autistisch-undiszipliniert: Ein psychisches Verhalten, das nur sieht,
was man selbst sehen will oder das Befunde so interpretiert, dass sie ins eigene Konzept passen.
(X) Prof. Dr. med.Giovanni Maio (b.1964, dtsch. Internist, Philosoph, Bioethiker): "Die verlorene Kunst des Seinlassens -
Eine Folge des industrialisierten Medizinbetriebs" Dtsch Med Wochenschr 2015;140:1014-1018



"Gute Medizin besteht nicht in therapeutischem Aktionismus, sondern in einer guten Aufklärung
über die tatsächlichen (absoluten) Chancen und Risiken einer Therapie und in einer einfühlsamen,
individuellen und gemeinsamen Entscheidung mit dem Patienten über die weiteren Schritte.
Das schafft Vertrauen in den Arzt und Schutz vor gefährlicher Übertherapie.
Eine solche Medizin ist das Gegenteil von Nihilismus, sie ist ehrlich,
engagiert, patientenorientiert und glaubwürdig."


Aus: Gunter Frank: „Schlechte Medizin: Ein Wutbuch“ Teil III: Die gesellschaftlichen Auswirkungen schlechter Medizin.
Fazit. Seite 269. KNAUS 5. Auflage 2012


Bild: BaZ-Grafik
Quelle: www.derbund.ch/schweiz/standard/schweiz/standard/Bund-wirbt-mit-viel-zu-hohen-Sterbezahlen-fuers-Impfen-/story/30017875

Siehe auch: Marika K. Iwane, Kathryn M. Edwards, Peter G. Szilagyi, Frances J. Walker, Marie R. Griffin, Geoffrey A. Weinberg, Charmaine Coulen, Katherine A. Poehling, Laura P. Shone, Sharon Balter, Caroline B. Hall, Dean D. Erdman, Karen Wooten, Benjamin Schwartz: "Population-Based Surveillance for Hospitalizations Associated With Respiratory Syncytial Virus, Influenza Virus, and Parainfluenza Viruses Among Young Children" Pediatrics 2004; 113:S.1758-1764 Results: "Of 812 eligible hospital admissions, 592 (73%) children were enrolled. Of the enrolled children, RSV was identified in 20%, influenza in 3%, Parainfluenza (PIV) in 7%, other respiratory viruses in 36%, and no detectable virus in 39%. Population-based rates of ARI [Acute Respiratory Infection] hospitalizations in children younger than 5 years were 18 per 1000. Virus-positive hospitalization rates per 1000 children were 3.5 for RSV, 1.2 for PIV, and 0.6 for influenza virus. Younger age (particularly <1 year), black and Hispanic race/ethnicity, male gender, and presence of chronic underlying illness were associated with higher hospitalization rates."



"Der psychischen Konstitution eines Menschen kommt aber auch im Rahmen der Abwehr von Krankheiten eine wesentliche Bedeutung zu. Bei vielen Infektionen hängt die Schwere der Erkrankung nicht nur von der
Aggressivität des Keimes ab, sondern auch von der individuellen körperlich-seelischen Konstitution. Ein gutes Beispiel dafür ist die EHEC- [Enterohämorrhagische Escherichia coli ] Epidemie in Teilen Europas im Frühjahr 2011. Forscher stellten fest, dass lediglich ein Drittel der Menschen [~30%], die mit dem Keim in Berührung kamen, auch tatsächlich erkrankten - und von den erkrankten Personen wiederum entwickelte nur jeder Vierte ein bedrohliches Nierenversagen. Erklären lässt sich diese Tatsache mit unterschiedlich funktionstüchtigen Immunsystemen, die auch für den Verlauf der saisonalen Grippewelle verantwortlich sind: Wenn alle Menschen ein ähnlich intaktes oder geschwächtes Immunsystem aufweisen würden, müssten in einem entsprechend durchseuchten Landstrich auch alle Bewohner an der Grippe erkranken. Das ist aber bekanntlich nicht der Fall. Naturgemäß sind ältere Menschen, Menschen mit Krankheiten und geschwächter Immunabwehr besonders betroffen. Umgekehrt stellt ein gesundes Immunsystem die beste Garantie gegen eine mögliche Ansteck-ung dar. Damit rückt wieder die Lebensweise des Einzelnen in den Blickpunkt. Und damit eine gewisse Eigenverantwortlichkeit für die Gesundheit. Denn es bedarf keiner tiefgreifenden physiologischen Erklärungen, um darzulegen, wie wichtig eine vernünftige, ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf, frische Luft, körperliche Bewegung et. für das Immunsystem sind. Und auch wenn die Erkrankung "zugeschlagen" hat, sind Medikamente nicht der einzige Therapieansatz. So sind z.B. im fall einer Grippe Umschläge mit Schweineschmalz und Topfen, warme Bäder zur Stabilisierung der Körpertemperatur und körperliche Zuwendung besonders für erkrankte Kinder "nicht-pharmakologische Arzneimittel", deren Wirksamkeit sich nicht leugnen lässt."  Aus: Günther Loewit (b.1958, Österreichischer Arzt): „Wie viel Medizin überlebt der Mensch?“ Kapitel: Das Notwendige und das Mögliche. Jenseits von Labor und Tabletten Seite 209f. HAYMON 2.Auflkage 2013 www.guenther-loewit.at [Ergänzungen]

Grippe-Experten beraten die Bevölkerung wie Staubsaugervertreter
Bert Ehgartner: www.scienceblogs.de/lob-der-krankheit/2008/11/grippeexperten-beraten-die-bevolkerung-wie-staubsaugervertreter.php

"Ehgartner: In den letzten beiden Jahren haben mehrere aufwendige Studien Ihre Analysen zur schlechten Wirksamkeit der Grippe-Impfung bestätigt.
Hat sich damit ihre Sichtweise international durchgesetzt?
Jefferson: Nein, denn zu den Entscheidungsträgern ist das gar nicht durchgedrungen. Diese haben ja auch keinerlei Notiz von unseren Übersichtsarbeiten im Journal Lancet genommen. Darf ich noch mal in Erinnerung rufen, dass wir dafür nicht eine oder zwei oder drei Studien geprüft haben, sondern wir haben alle verfügbaren Daten der letzten 50 Jahre zur Wirksamkeit und Sicherheit der Grippe-Impfung in unsere Analysen aufgenommen.
Ehgartner: Wie war denn die Qualität dieser Studien?
Jefferson: Großteils sehr schlecht - die Laufzeit war meist viel zu kurz, auf Nebenwirkungen wurde kaum geachtet. Das Hauptproblem lag allerdings in der Interpretation der Daten. Meist standen diese nämlich in direktem Gegensatz zu den Schlussfolgerungen der Autoren. Die Grippe-Impfung ist scheinbar zu einer Art Gospel geworden, wo vor allem der Glaube zählt.
Ehgartner: Liegt das daran, dass die meisten Studien von den Herstellern selbst finanziert werden?
Jefferson: Zum einen natürlich. Aber es wäre zu einfach, die Schuld allein der Pharmaindustrie zu geben. Sie verkaufen Impfungen, weil das ihr Geschäft ist. Das wirkliche Problem sind - wie ich sie nenne - die schlechten Lehrer: so genannte Impfexperten, die die Bevölkerung beraten wie Staubsaugervertreter, die ihre Ware anbringen wollen.
Ehgartner: Was wäre denn das Problem, wenn die Grippe-Impfung weniger gut wirkt als andere Impfungen? Das ist doch immerhin besser als gar kein Schutz.
Jefferson: Weltweit werden viele Milliarden in die Influenza-Vorsorge investiert. Das ist eine Menge Geld, das die Politiker auf Basis guter wissenschaftlicher Evidenz sinnvoll einsetzen sollten. Zuerst muss man prüfen, ob der Impfstoff wirkt, als nächstes ob er sicher ist. Was wir derzeit haben ist die perfekte Ungewissheit. Wir wissen nicht, ob Impfen besser oder gleich oder sogar schlechter ist, als gar nichts zu tun. Impfungen sind pharmazeutische Interventionen, die - wie alle Arzneimittel - auch Schaden anrichten können. Wir brauchen endlich große, unabhängig finanzierte Studien über mehrere Grippe-Saisonen, in der die Impfstoffe gegen Placebo getestet werden. Nur so können wir Sicherheit gewinnen. Und die Kosten wären verschwindend im Vergleich zu dem, was wir derzeit - völlig ins Blaue hinein - ausgeben ..."


Grippeimpfung - teurer Schmu? - Das Geschäft mit der Grippe-Impfung
Aus: www.swr.de/odysso/-/id=1046894/did=8793360/pv=video/nid=1046894/1qjp8tw/index.html

20 Millionen Deutsche lassen sich jedes Jahr gegen Grippe impfen. Vor allem ältere Mitbürger. Schließlich sollen jedes Jahr im Schnitt 15 000 Menschen an Grippe sterben. Allein in Deutschland. Diese Zahl macht Angst. Doch woher kommt sie?

Spiel mit Zahlen



Vergleich: Trotz steigender Impfungen sind die durch Grippe bedingten Todesfälle nicht zurückgegangen


Das Robert Koch-Institut liefert diese besorgniserregenden Zahlen. Das Bundesinstitut für Infektionskrankheiten. Es hält auf seiner Website umfangreiche Informationen zum Thema Grippe bereit. Auch dass es in dem schlimmen Grippewinter 1995/96 zu 30000 Toten kam. 30000 Grippetote? Das seien allerdings Schätzungen wird nur wenige Zeilen später erklärt. Nun gab es vor kurzem ein Jahr in dem nicht geschätzt wurde. 2009 versetzte die Schweinegrippe das Land in Aufregung und jeder einzelne Todesfall, der mit der Erkrankung zusammenhing, wurde sorgfältig dokumentiert. Und wie viele waren es am Ende? 30 000? 15 000? Nein: Es waren 258 Tote! In einer Grippesaison in einem Land mit 85 Millionen Einwohnern!

Mit Grippe-Angst geimpft
Ein Zufall? Ein Glücksfall? Angela Spelsberg, Epidemiologin, Leiterin des Tumorzentrums Aachen und Expertin für Korruption im Gesundheitswesen sagt, der Wahnsinn hat Methode: Die Öffentlichkeit wird in Deutschland regelrecht mit Grippe-Angst geimpft: „Bei der Schweinegrippe haben wir erlebt, wie gezielt Hysterie geschürt worden ist. Und es ist weltweit eine Kampagne angelaufen, die sorgfältig vorbereitet wurde. Und es ist sicher auch ein großes Geschäft. Denn jährliche Medikamentenausgaben, die dann eben für Grippeschutzimpfungen oder für antivirale Mittel getätigt werden, sind auch ein Geschäftsfeld.“ So wird der Nutzen der Grippeimpfung gerne übertrieben. Und nicht gesehen, dass die echte Influenza – und nur auf die zielt die Impfung – nur zehn Prozent der Erkältungsviren ausmacht.


Schutz ohne Wirkung?

Andere Zahlen sind noch erstaunlicher: Seit 1990 hat sich die Zahl der Grippeimpfungen bei uns verachtfacht. Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der Toten durch Grippe und Lungenentzündung aber praktisch gleich geblieben. Wirkt die Impfung nicht? In dieser Zeit, in der sich die Zahl der Grippeimpfungen verachtfacht hat, ist die Zahl der Krankenhaustage mit Grippe und Lungenentzündung sogar um 40 Prozent gestiegen! Wo bleibt die Wirkung der Impfung? Schließlich ist der angebliche Schutz vor der gefährlichen Lungenentzündung das Hauptargument, mit dem man vor allem älteren Leuten zur Impfung rät.

Studie: Wer ist häufiger krank?
Der Berliner Arzt und Apotheker, Wolfgang Becker-Brüser, Herausgeber der pharmakritischen Zeitschrift „Arzneitelegramm“, hat sich schon mehrfach mit den zweifelhaften Empfehlungen zur Grippeimpfung beschäftigt:
„Die wissenschaftliche Basis, auf der diese Empfehlungen beruhen, die ist allerdings recht dürftig. Es ist beispielsweise so, dass man eine Studie gemacht hat, da hat man 1000 Geimpfte untersucht und 1000 nicht Geimpfte untersucht. Und da hat man tatsächlich gefunden, dass die nicht Geimpften in der Grippesaison häufiger krank werden.“

Ein klares Argument für die Impfung?
Nein, ein gutes Beispiel für eine methodisch fehlerhafte Studie. Denn Menschen, die sich impfen lassen, sind vorsichtiger. Sie haben mehr Angst vor Krankheiten. Waschen sich häufiger die Hände. Und schon das ist ein guter Grippeschutz. Menschen, die sich Impfen lassen, sind tendenziell auch gesundheitsbewusster. Sie achten eher auf Ihre Ernährung. Auch das bietet Schutz vor Krankheiten. Tatsächlich wurde eine dieser Studien aufwändig überprüft. Und man fand, dass die nicht Geimpften auch außerhalb der Grippesaison generell mehr Krankheiten und mehr Todesfälle aufwiesen.


Grippeimpfung ist nur ein Faktor
Wolfgang Becker-Brüser sieht so den scheinbaren Erfolg der Grippeimpfung nachhaltig in Frage gestellt:
„Man hat dabei festgestellt: Die Impfung ist gar nicht so wesentlich für den Erfolg. Man hat dabei festgestellt, dass da weitere Faktoren mit dazukommen, die zum Teil viel wirkungsvoller sind. Beispielsweise wie gesundheitsbewusst leben die Menschen. Das Fazit war: Die Grippeimpfung spielt da letztendlich eine untergeordnete Rolle.“

Impf-Nutzen besser prüfen
Gute Studien zur Wirksamkeit der Grippeimpfung sehen anders aus. Die Studienteilnehmer werden zufällig auf zwei Gruppen verteilt. Die einen bekommen die echte Impfung, die anderen ein Placebo ohne Wirkstoff. Die Probanden wissen nicht, zu welcher Gruppe sie gehören. Dann wird untersucht: Wie gut sind die beiden Gruppen in der Grippezeit geschützt? Nur so ist sichergestellt, dass sich die beiden Gruppen in ihrem Gesundheitsverhalten statistisch nicht voneinander unterscheiden. Nur so lässt sich der Effekt der Impfung klar erkennen.


Gute Studien sind Mangelware
Die internationale Cochrane-Gesellschaft ist spezialisiert darauf, solche Studien zusammenzufassen. Um für medizinische Prozeduren und Pharmazeutika die bestmögliche Aussage zur Wirksamkeit zu treffen. Auch zum Thema Grippeimpfung hat Cochrane eine solche „Metaanalyse“ guter Grippestudien. Dr. Gerd Antes, Direktor der deutschen Cochrane-Gesellschaft erläutert das Ergebnis:
„Die Studienlage hat gezeigt, dass man 100 Personen impfen muss, damit eine Person einen Nutzen davon hat. Diese Zahl ist allerdings mit großer Vorsicht zu genießen. Auf der einen Seite hat man Studien, die meistens von den Herstellern finanziert und durchgeführt werden und die haben damit die Tendenz, überoptimistisch zu sein. Und auf der anderen Seite haben wir das Problem, dass die Studien, die nicht das gewünschte Ergebnis bringen auch tendenziell seltener publiziert werden. Das heißt: Uns fehlen vielleicht relevante Studien.“

Aber wer profitiert denn wirklich von der Impfung? Die Arztpraxen auf jeden Fall: Jeder Piks bringt zehn Euro. Und die Hersteller der Grippeschutzmittel profitieren auch. Verdienen jedes Jahr ein paar hundert Millionen Euro. Allein in Deutschland. Aber was haben die Geimpften davon? So wie es aussieht auf jeden Fall deutlich weniger, als man ihnen immer erzählt."
Frank Wittig - SWR Fernsehen, aus der Sendung vom Donnerstag, 11.10.2012, 22.00 Uhr www.swr.de/odysso/-/id=1046894/did=8793360/pv=video/nid=1046894/1qjp8tw/index.html

"
Gelbes oder grünes dickes Nasensekret stellt für viele Ärzte einen Grund zur Antibiotika Verschreibung dar. Aktuelle Guidelines sprechen sich gegen eine Antibiotikagabe bei akuter Rhinitis mit purulentem Sekret aus. Eine Metaanalsyse untersucht den Nutzen der antibiotischen Behandlung der Rhinitis mit eitrigem Sekret. Es werden 6 Primär-Studien mit 598 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Praxen der Grundversorgung eingeschlossen. Vier verschiedene Antibiotika, darunter auch Amoxicillin, wurden getestet. Die Abgrenzung zwischen Rhinitis und Sinusitis war in der Praxis nicht immer möglich, gerade dies macht die Arbeit aber praxisnah. Resultate: Unter Antibiotika wurde das Nasensekret um 18 % häufiger farblos, NNT=7–15. In keiner der Studien war die Zahl der Komplikationen in der Placebogruppe höher, als in der Antibiotikagruppe – daraus schließen die Autoren auf einen harmlosen Verlauf der eitrigen Rhinitis. Unter Antibiotika traten um 47 % häufiger UAW, insbesondere Durchfälle und Exantheme, auf." Quelle: www.evimed.ch - Klaus Eichler, 26. 07. 2006

Antibiotika bei akuter Sinusitis (weitgehend) wirkungslos: Deutsches Ärzteblatt. Mittwoch, 15. Februar 2012. www.aerzteblatt.de/nachrichten/49127
"St Louis/Missouri – Eine Antibiotikatherapie der akuten unkomplizierten Rhinosinusitis, eine der häufigsten Gründe für den Antibiotikaeinsatz überhaupt, hat in einer randomisierten klinischen Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt keine klinisch relevante Wirkung erzielt. Laut Jane M. Garbutt gibt es mittlerweile gute Belege aus klinischen Studien, dass Antibiotika bei der unkomplizierten akuten Rhinosinusitis nur einen geringen oder gar keinen Vorteil gegenüber einer rein symptomatischen Therapie haben. Dennoch würden viele Patienten Antibiotika erwarten und ihre Ärzte sie ihnen auch verschreiben. Garbutt hebt lobend die Leitlinie des britischen National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE) hervor, die sich für ein „watchful waiting“ ["Udenotherapie nach Eugen Bleuler" 1919, siehe ZITATE:
Werner Schneyder / Krebs - Eine Nacherzählung >>>] ausspricht, bei der Antibiotika erst verordnet werden, wenn sich die Beschwerden nicht spontan bessern. Die deutsche Leitlinie versucht den Einsatz zu begrenzen, indem sie Indikation zur Antibiotika Therapie vorgibt. Dazu zählen starke Beschwerden, Fieber >38,3°C, Verstärkung der Beschwerden im Laufe der Erkrankung, drohende Komplikation, Patienten mit chronisch entzündlicher Lungenerkrankung, immundefiziente bzw. immunsupprimierte Patienten und Patienten mit schweren Grundleiden oder besonderen Risikofaktoren." Jane M. Garbutt, MBChB; Christina Banister, BA; Edward Spitznagel, PhD; Jay F. Piccirillo, MD: "Amoxicillin for Acute Rhinosinusitis. A Randomized Controlled Trial" JAMA 2012;307(7):685-692. doi: 10.1001/jama.2012.138. http://jama.ama-assn.org/content/307/7/685.short , NNT-Number Needed to Treat: www.thennt.com/nnt/antibiotics-for-radiologically-diagnosed-sinusitis



Ansteckung zur Heilung
Ansteckung - das Feuer des Lebens will weiter gereicht sein.

1 Nein, bitte kein Busserl, sonst kriegst du den Schnupfen ... Leider kann ich nicht auf die Kinder schauen, sonst steck ich sie an mit meiner Erkältung,
so verschnupft, wie ich bin ... Oh je, hoffentlich erwischt' s mich nicht, alle sind sie schon fertig ... Seitdem das Kind im Kindergarten ist, rinnt ständig
die Nase, kein Wunder, die sind ja ständig krank; und die Ohren tun so oft weh, trotz der vielen Antibiotika ...

So oder so ähnlich sind die Reden - jeder von uns kennt das, ob in der Schule oder an der Kasse im Supermarkt oder der Kollege im Büro,
es ist immer dasselbe, Jahr für Jahr, saisonal bedingt. Steht gar die Möglichkeit einer Grippeimpfung ins Haus, dann kommt es zu Steigerungen
des Jammerns, fürsorglich genährt durch die besorgten Medien, die gerne das Geplapper über Epi- und Pandemien von PR-Abteilungen
der Pharma-Firmen und ihren Mitmäulern übernehmen.
Als so genannte Mitmäuler werden jene "Experten" bezeichnet,
die bezahlt werden, damit sie via Medien Ängste schüren und Stimmung machen
zum Wohle ihrer Auftraggeber, man könnte sie auch Lobbyisten nennen.

2 Die Welt ist zur Zeit ein Gärkessel. Es gärt, Werte drehen sich um, lange für richtig, für wahr Gehaltenes entpuppt sich als Irrtum und umgekehrt. -
So werden es auch immer mehr, die verstehen, die einsehen, dass "Krankheiten" uns eigentlich zur Heilung führen sollen.
Und nun wollen wir untersuchen, worum es sich bei Ansteckungen handelt. Denn ganz offensichtlich gibt es diese ja wirklich,
oder doch nicht? Es handelt sich nun keinesfalls um Pest, Ruhr, Pocken, Tuberkulose und anderes mehr,
da wir gesegnet sind mit - zumindest für unsere Körper - günstigen Lebensumstände.


3 Nicht nur Krankheit, auch Freude kann ansteckend sein, ebenso Heiterkeit und Lachen, oder durch einen Magneten wird umliegendes Eisen
magnetisch; dieses lernt sozusagen, magnetisch zu sein von einem "Lehr-Magneten", lässt sich anstecken, entwickelt eine
Resonanz. -
Es herrscht Achtung und Freude, Toleranz und Liebe in einer Familie - wie werden die Kinder sich entwickeln? Da sind Angst, Eifersucht,
Neid und Misstrauen vorherrschend - wofür ist das der Boden? Welche Resonanzen, "Ansteckungen", werden sich entwickeln?
Vertrauen ins Leben wird wie nährendes und heilsames Licht sein. Und das Gegenteil wird zu entsprechend anderen Entwicklungen führen.
Angeblich soll auch Dummheit ansteckend sein, doch erlaubt sich der Verfasser darüber kein Urteil, dies sei den Lesern überlassen.

4 Wir werden nie von einem Moment auf den anderen
krank - nie. Es kann uns höchstens so vorkommen, und zwar dann,
wenn wir dem Leben gegenüber zu grob und unempfindlich, zu stur sind, das Nagende, das Verkehrte, das Dunkel-Unerfreuliche
nicht wahrhaben
wollen! Das nennen wir geläufig verdrängen. In Wirklichkeit kündigen sich Erkrankungen an - immer
.

5 Unsere Natur will funktionstüchtig bleiben oder wieder werden, sie braucht also fließende, freie, nicht stockende Lebensvorgänge.
Sind wir über längere Zeiträume angespannt,
unter Druck (= Sklaverei), immer unter Stress (= Angst, auch Sklaverei) - es gibt so viele Zwänge -,
dann wird unsere Persönlichkeit, unser Ich, zu eng für die Lebensströme, jene Energien, die uns formen, verändern, vorwärts drängen wollen.
In der Folge verklumpen wir und
sind also krank. Nicht wir werden es einmal, nein wir sind es bereits. Die Seele krankt an einem erstarrten,
eingeengten Bewusstsein. Die
Materie der Krankheit entwickelt sich erst seelisch, dann körperlich durch gestaute Stoffwechselvorgänge,
das heißt, die Lebenskräfte können diese nicht auflösen.
Kälte herrscht vor. Antibiotika, fiebersenkende, entzündungshemmende Pharmaka
unterstützen dies kongenial.

6 Doch der Plan des Lebens stellt uns heilsame Möglichkeiten bereit und führt uns zu Menschen oder diese zu uns, die - wie man sagt - krank sind.
Und unsere
schleichend kranke Natur sieht, erlebt den Heilungsprozess vor sich, das heißt die ausgebrochene Krankheit. Wieder einmal: ausbrechen.
Eine Krankheit will also raus. Bakterien, Pilze und was auch immer (es ist prinzipiell und restlos unwichtig)
sind uns wertvolle Helfer zur Genesung
.

7 Nun können sich Entzündungen, Hitze, Schwellungen, Schmerzen entwickeln (als Hinweis, doch nicht unempfindlich zu bleiben, sondern zu reagieren!
Wir dürfen gezwungenermaßen loslassen vom dunkel-hektischen, automatischen Treiben des gewohnten Lebens (nochmals: wollen wir
Sklaven des Irrtums bleiben?). Dann lässt die Spannung nach, wir haben zumindest die Chance zur Genesung durch akutes Kranksein.

8 Unter diesen Gesichtspunkten stellt sich das Problem dessen, was seit Ende des 19. Jahrhunderts als Infektion und Ansteckung bezeichnet wird,
unter gar keinen Umständen. Damals wurde das Mikroskop und der Bakterien-Aberglaube Standard. Die Medizin war der Meinung, alle Krankheiten kämen
von irgendwelchen Erregern und deren Vernichtung wäre das Ende der Krankheiten. Erneut sei an dieser Stelle wiederholt: das Terrain, der Boden ist alles.
Und das Terrain ist in erster Linie nicht der Körper, sondern die Psyche, die Seele. Kein Mensch hat je eine Ansteckung - jumping microbes -
gesehen,
weder mit freiem Auge noch sonst irgendwie. Wir reimen uns die Dinge unserem Verständnis entsprechend zusammen, schreiben die Dinge nieder
und Lehrbücher entstehen, und dann ist plötzlich eine Wahrheit geboren, die sich hartnäckig - zeckengleich - in unseren Köpfen verbeißt.
Alle anderen Mechanismen werden belächelt und abgetan, da sie im Kanon dessen, was sich
Wissenschaft
nennt, nicht enthalten sind.

9 Wieder zum Thema: Missverstehen wir diese heilsamen Lösungsprozesse, dann unterdrücken wir diese, weil wir gar nichts verstehen, zu ängstlich,
zu abergläubisch (Götter in Weiß usw.), zu gewohnheitsdumpf bleiben, zu wenig Mensch und zu viel Lemming sind. Man ist ja frei.
Statt einer heilsamen Möglichkeit bauen wir weiter am Irrtum ... und müssen scheitern, wieder einmal.
Doch wir dürfen es auch verantworten.
Und werden mit Sicherheit kränker. Naturnotwendig. Die Kälte wird zunehmen.


10 Lassen wir jedoch die "Heilungs-Induktion", den "Heilungs-Magnetismus" zu, brechen wir mit der üblichen Ängstlichkeit,
beginnen wir, unserer Intuition, die uns sehr genau von Augenblick zu Augenblick führen will, wieder zu vertrauen, dann
werden wir frei, und wir werden vormalige Widrigkeiten als Chance für Veränderung und Bewusstwerdung erleben.


Aus: „Wendezeit der Medizin – Die Erneuerung der Heilkunde“
Seite 71 - 76. Verlag Zeitenwende 2008
Klaus Bielau
(b.1955)
Österreichischer Arzt, Homöopath, Regiestudium u. Theaterarbeit,
Lektor für Homöopathie an der Uni Graz und Paracelsus-Schulen in Graz und Wien


"Ein Infekt (in-ficere = hineintun) ist etwas, das von außen kommt. Der altehrwürdige Katarrh hingegen (Nasen-, Bronchial-, Blasenkatarrh usf.)
bezeichnet eine Reinigung, eine Lösung, eine Ausscheidung - es geht also etwas von innen nach außen (zur Erinnerung: das griechische Wort
"Katharsis" bedeutet Reinigung). Einsicht in diese Zusammenhänge schafft den Boden für Genesung, das heißt Lösung dessen, was raus will
aus dem System; damit ist nicht nur der materielle Körper gemeint, sondern auch unser Denken und Fühlen, ja unser Bewusstsein. Das wollen
wir als
primäre oder obere Homöopathie bezeichnen. Die sekundäre oder untere Homöopathie ist die Anwendung von Arzneimitteln,
den Kügelchen oder Tröpfchen, die der Mensch selber nach den Gesetzen der Ähnlichkeit bestimmen kann ...

Bei Fieber ist die Hitze nicht dazu da, damit die Mikroben - lassen sie uns ruhig diesen alten, griffigen Ausdruck verwenden - abgetötet werden,
sondern unter anderem dafür, dass diese eine gute
Arbeitsumgebung finden, um ihre Aufgabe erfüllen zu können. Wie eben bei einem Komposthaufen:
Während der Umwandlungsprozesse dampft er und wird deutlich warm, die frische Erde danach ist kalt. Der Genesungsvorgang, den wir
Krankheit
nennen, ist auch ein Umbauvorgang: Unbrauchbares muss umgewandelt und ausgeschieden werden, damit der Wiederherstellung der Gesundheit
nichts im Wege steht.

Krankheiten sind Wege der Genesung, der Gesundung, der Reinigung und Reifung. Die bereits erwähnten kleinen Lebewesen helfen dabei,
deswegen hat die Natur sie vorgesehen. - Bei dieser Betrachtung der Naturgesetze stellt sich die Frage nach dem Impfen oder Nicht-Impfen,
nach Antibiotikum oder beispielsweise fiebersenkenden Mitteln gar nicht ...

Aus dem Publikum kommt die Frage:
"Und was ist mit den ganzen bösen Krankheiten wie Pest und Cholera, Pocken und Tetanus?
Die sind weg, seitdem wir impfen und Antibiotika haben. Ist das alles Humbug?
"Seit wann impfen wir im großen Stil? Seit den 50er Jahren
des 20. Jahrhunderts etwa.
Was hat sich geändert seitdem? Alles, tatsächlich nahezu das ganze gesellschaftliche Leben. Wir haben warme
Wohnungen, im großen und ganzen sehr freie Lebensverhältnisse, genug zu essen - und sehr, sehr viel Luxus. Und als Luxus bezeichnen wir
meist das, was überflüssig ist.
Sind nicht auch Impfungen, viele, viele Untersuchungen und andere Moden der heutigen Medizin
unnatürlicher Luxus, auf den verzichtet werden kann?


Können sie uns nur einen Fall nennen von Gesundheit durch Impfungen? - Es gibt Röteln trotz der Impfung, es gibt Polio trotz oder wegen der Impfungen.
Und es gibt Impfschäden.
Warum werden so selten die Beipackzettel der Impfstoffe gelesen? Ich kenne niemanden, der "gesund durch Impfen" ist
oder wurde, wie der Werbeslogan lautet. Vielleicht kennen Sie jemand, der gesund geblieben ist durchs Impfen.
Wollen Sie uns den zeigen?
Wir hatten auch schon mal 50.000 Euro Kopfgeld ausgelobt für den, der uns den ersten "Gesund-durch-Impfung-Bürger" mit Namen und Adresse nennt.
Es hatte sich niemand gemeldet. So mussten wir unser Angebot wieder zurückziehen. Hingegen sind mit Namen und Adresse jene bekannt,
die krank durch Impfungen wurden ...

Mein erster sehr verehrter Homöopathie-Lehrer sprach davon, dass die Impfungen eigentlich krank machen.
Plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen:
Was passiert in der ersten Klasse? Der Schularzt war da und dünne, blasse Gestalten
in weißen Unterleibchen warteten auf die Impfung. Es gab einen Schmerz und Aussagen wie: sei ein Held ... schreie nicht, weine nicht ...
das geht schon vorüber wie alles andere auch ...

Ein Werbeslogan, fast jeder kennt ihn, lautet:
"Nur Impfen schützt." - Und wovor? Uns zum Beispiel vor zuviel Gesundheit,
derer wir uns noch nicht würdig erweisen. - Wenn wir weiterhin vor Angst erstarren, dann bleiben wir den Quellen des Lebens fern.
Denn:
"Die Angst ist nicht in der Liebe", wird seit alters her gelehrt, so steht es im Ersten Brief des Johannes [1.Joh 4,18].
Dass es sich bei der
einen Impfung, die tatsächlich notwendig ist, nicht um eine der üblichen handelt, liegt auf der Hand,
darauf kommt man schnell.
Welche allerdings ist es? Sollte es gar jene gegen die Dummheit sein?...
Können Sie mir helfen, zu beschreiben, was Dummheit ist? Aus dem Publikum kommt die Antwort:
"Immer und immer wieder in die gleiche Falle laufen." Ja das vermute ich auch ...

Impfung gegen Dummheit - ohne Witz, die gibt's wirklich ... die genannte Impfung hat, wie Chemiker und Mediziner sagen, mehrere Fraktionen,
also Teilimpfungen. Die erste Teilimpfung heißt "grundlegendes Verständnis". Alles, was der Mensch zum Leben braucht, ist da - üblicherweise
sagen wir Energien oder Lebenskräfte dazu, es ist eine Art Feuer, Paracelsus nennt es das
"Licht der Natur".
In uns ist auch der Plan, wie diese Kräfte walten sollen, damit alles zur Erfüllung kommen kann.

Die zweite Teilimpfung ist der "Mut, zuzulassen und anzunehmen", es ist im allgemeinen die schmerzhafteste der drei Teilimpfungen.
Akute Krankheits-Symptome, also Entzündungen, verstehen wir ... dann als Reinigungs- und Reifungsprozesse. Es ist nun nicht der Mut der
Verzweiflung, es ist der Mut des Herzens:
Demut, Dien-Mut, Mut zu dienen. Wem oder was mögen wir dienen?
Das wissen wir, wenn wir genanntes und folgendes verinnerlichen:
Nur mit den Augen unserer Herzen sehen wir gut!
Und so wird klar, wem wir einzig dienen müssen.

Damit kommen wir zur dritten Teilimpfung, die heißt "Aufmerksamkeit" oder "Wachsamkeit".
Hören wir auf unsere Intuition, auf die Zweifel, die Unsicherheiten, dann werden sich Lösungen finden, und wir werden autonome,
selbständige Menschen, bleiben nicht die Lemminge oder Schafe oder sonstige Herdentiere und sind dann nicht mehr ein Bruchstück
in der ängstlichen Masse. Und so können wir die Forderung des alten Lehrers und Alchemisten verwirklichen:
"Der Patient sei sein Arzt - der Arzt dessen Helfer" Dann wird uns die Impfung in uns - die Kräfte des Lebens -
wieder so nützen können, wie es sein soll."


Aus: „Wendezeit der Medizin – Zur Kunst der Selbstheilung“
Seite 25, 68-74. Verlag Zeitenwende 2008
Klaus Bielau

Über Tun oder Nicht Tun - Ein Holzschnitt zum Impfen in zehn Bildern pdf >>>

ZITATE: Edward Jenner: Impfung - Einen furchtbaren Fehler >>>



Mikrobiologische Therapie - Mikrobiom >>>
Mikroorganismen - Baumeister, "Gesundheitserreger", Grundlage unseres Lebens
und unserer Gesundheit. Der Mensch als bewohnter Raum


Antibiotika - Vorsicht bei Kindern
Aus: ärztemagazin 37/2010. Abbas S. et al.: "Unterschiede im Verschreibungsverhalten von Antibiotika bei Allgemein- und Kinderärzten in Hessen. DMW 2010; 135 (37): S. 1792-1797.
W. V. Kern: "Antibiotikaverordnung – wer, wo, was, wie?" DMW 2010; 135 (37): S. 1791


Nahezu jedem zweiten Kind wird bei einem Arztbesuch ein Antibiotikum verschrieben. Eine Studie der Universität Köln ergab zudem, dass Hausärzte häufiger als Kinderärzte unnötigerweise ein solches Rezept ausstellen. Und das, obwohl die häufige Einnahme von Antibiotika die Ausbreitung resistenter Keime und - vermutlich - auch Allergien fördert.

"So zeigte eine große britische Arbeit [1] mit kanpp 30.000 beobachteten Kindern, dass jene, die im ersten Lebensjahr viermal oder öfter Antibiotika bekommen hatten, später ein dreimal höheres Asthma-Risiko hatten. Ein Team aus Neuseeland [2], das 1.600 Kinder von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr begleitete, fand, dass sogar eine einzige Verabreichung im ersten Lebensjahr genügte, um das Risiko beinahe zu verdoppeln. Eine niederländische Arbeit [3] bestätigt diesen Trend und zeigt, dass es sogar Auswirkungen hat, wenn die Mutter Antibiotika während der Schwangerschaft nimmt oder während sie stillt: Kamen die Kinder während der ersten zwei Lebensjahre über die Muttermilch mit Antibiotika in Kontakt, erhöhte sich ihr Risiko, bis zum zweiten Lebensjahr Asthma zu entwickeln, um 55 %, bekamen sie selbst Antibiotika, um satte 265 %. Ein kanadisches Team [4] ging speziell dem Einwand nach, dass Antibiotika möglicherweise gegen die ersten Krankheitsanzeichen von Asthma eingesetzt werden und deshalb nicht die Ursache, sondern bloß Begleiter der Krankheit sein könnten. Deshalb wurden in der Auswertung all jene Fälle weggelassen, in denen Antibiotika für Infektionen der Atemwege verabreicht worden waren. Trotzdem zeigte sich ein Risikoanstieg von 86 %. Die genaue Analyse der verwendeten Medikamente ergab, dass die stärkste Gefahr von Breitbandantibiotika ausging ... Die Krankheit selbst, die mit Antibiotika therapiert wird, kommt zudem oft wie ein Bumerang gleich mehrfach wieder. Das gilt für Scharlach [die "Hautmanifestation einer eitrigen Angina", "Rachenkolonisation ist nicht gleich Infektion"] ebenso wie für Mittelohr- oder Mandelentzündungen. Scheinbar gelingt es dem Immunsystem ["Mikrobiom-Darm-Gehirn-Immunsystemachse"] schlecht, eine dauerhafte Immunität gegen Keime aufzubauen, wenn es während des Krankheitsverlaufs ständig von außen [mit Antibiotika] overruled wird ..."
Aus: Bert Ehgartner: "Die Hygienefalle - Schluss mit dem Krieg gegen Viren und Bakterien" 4. Großangriff auf das Mikrobiom 4.3. Darm unter Beschuß Seite 92f Ennsthaler 2015; [1] Tricia M. McKeever et al.: "Early exposure to infections and antibiotics and the incidence of allergic disease: a birth cohort study with the West Midlands General Practice Research Database"J Allergy Clin Immunol. 2002 Jan;109(1):43-50 [2] Catherine Cohet et al.: "Infections, medication use, and the prevalence of symptoms of asthma, rhinitis, and eczema in childhood" J Epidemiol Community Health. 2004 Oct; 58(10): 852–857 [3] Ischa Kummeling et al.: "Early life exposure to antibiotics and the subsequent development of eczema, wheeze, and allergic sensitization in the first 2 years of life: the KOALA Birth Cohort Study" Pediatrics. 2007 Jan;119(1):e225-31 [4] Anita L. Kozyrskyj et al.: "Increased risk of childhood asthma from antibiotic use in early life" Chest. 2007 Jun;131(6):1753-9. Eine Britische atopische Ekzem (Neurodermitis-) StudieTeresa Tsakok et al.: "Does early life exposure to antibiotics increase the risk of eczema? A systematic review" Br J Dermatol. 2013 Nov;169(5):983-9 [Meine Ergänzungen]

In der Studie der PMV Forschungsgruppe Köln wurde eine Stichprobe von 47.000 Patienten ausgewertet. Demnach wurde im Jahr 2006 insgesamt 42% aller untersuchten Kinder und Jugendlichen mindestens einmal ein Antibiotikum verordnet. In der Altersgruppe der Zwei- bis Vierjährigen waren es sogar 60%.

Die Antibiotika wurden in fier von fünf Fällen (in 80% der Fälle) von einem Kinder- oder Hausarzt verordnet. Allerdings wurden Antibiotika nicht nur zur Behandlung von eindeutig bakteriell ausgelösten Erkrankungen wie Scharlach, Lungenentzündung oder eitriger Mittelohrentzündung verschrieben.

Der häufigste Anlass für die Verordnung waren akute Infektionen der oberen und unteren Atemwege. Diese werden allerdings zu 90% von Viren ausgelöst. Da jedoch Bakterien als Ursache nicht immer ausgeschlossen werden können, verordnen Ärzte "vorsichtshalber" ein Antibiotikum. Auch Harnwegsinfektionen und nicht eitrige Mittelohrentzündungen erfordern nicht zwingend eine Antibiotika Therapie.
Maroeska M. Roversa, Mattijs E. Numansa, Esther Langenbach, Diederick E. Grobbeea, Theo J.M. Verheija, Anne G.M. Schilder: "Is pacifier use a risk factor for acute otitis media? A dynamic cohort study" Family Practice 2008 pp 233-23 - Utrecht Schnuller Studie 2008: "Die Eltern sollten spätestens bei der ersten Otitis media (Mittelohrentzündung) ihres Kleinkindes darüber informiert werden, dass der dauernde Gebrauch des "Schnullers" ein doppelt höheres Otitis-media-Rückfallrisiko darstellt, als bei nicht Schnuller benützenden Kleinkindern."

In allen drei genannten Diagnosen wurden Antibiotika von Hausärzten um rund 40% häufiger verschrieben als von Kinderärzten. Letztere hatten häufiger Tests durchgeführt, um bakterielle Infektionen nachzuweisen.

Den Autoren zufolge sollte der Einsatz von Antibiotika bei Atemwegsinfektionen viel häufiger hinterfragt werden.
Auch die Kommunikation zwischen Arzt und Eltern sollte durch Aufklärung verbessert werden.

"Alle [Antibiotika-] Anwendungen in und außerhalb der Krankenhäuser zusammengenommen, wird jede dritte Antibiotika-Kur für harmlose Atemwegsinfekte verschrieben. In der Allgemeinmedizin und Kinderheilkunde werden 3/4 aller Verschreibungen für nur vier Indikationen eingesetzt. In der Reihenfolge ihrer Häufigkeit sind das [Otitis media] Mittelohr-, [Sinusitis] Nasennebenhöhlen- und Halsentzündungen sowie Bronchitis. Was denken Sie, wie viele Atemwegsinfekte bakteriellen Ursprungs sind? Ganze 5 %. Bei Rachenentzündungen sind es nur etwa 10 %. Trotzdem werden hier ständig Antibiotika verordnet ... Abgesehen von fulminant [blitzartig einsetzend und schwer] verlaufenden Lungen- [Pneumonien] oder Gehirnentzündungen [Meningitis/Meningoenzephalitis]
gibt es in der Medizinliteratur wenig Belege dafür, dass ein frühzeitiger Antibiotika-Einsatz überhaupt Vorteile bringt. Das gilt für Kinder und für Erwachsene gleichermaßen. Es gilt bei Entzündungen der Nasennebenhöhlen [1a] und bei chronischer oder akuter Bronchitis, es gilt bei Asthma und Pharyngitis vulgo Halsweh [1b] ... Eine aktuelle Cochrane-Analyse [1c] ergab, dass Antibiotika beim Großteil der Mittelohrentzündungen - also bei all den vielen, die unkompliziert verlaufen - keinerlei positiven Effekt bringen, weder bei der Dauer der Krankheit noch bei der Schmerzreduktion ... "Antibiotika sollten schweren Verläufen vorbehalten werden", empfiehlt die Cochrane-Analyse. "Dazu zählen etwa eine beidseitige Mittelohrentzündung bei Babys oder schwer verlaufende Entzündungen mit Ausfluss [Otitis media mit Trommelfell Perforation]" ... Immer wieder unternehmen Behörden Kampagnen, um Medizinerinnen und Ärzte von ihrer VERSCHREIBUNGSWUT abzubringen. Dei Erfolge lassen sich mit der Lupe suchen. Die US-Behörde CDC [Centers for Disease Control and Prevention] schätzt, dass mindestens die Hälfte aller Antibiotika-Gaben unnötig oder sogar kontraproduktiv ist ... Eine in den USA durchgeführte Analyse von Medikamentenverordnungen [1d] bei knapp zwei Millionen Erwachsenen quer durch alle [Krankenhaus-] Abteilungen ergab eine unglaubliche Antibiotika-Dichte: Pro 1.000 Patiententagen im Krankenhaus mussten die Untersuchten im Schnitt an 776 Tagen Antibiotika nehmen ..." Aus: Bert Ehgartner: "Die Hygienefalle - Schluss mit dem Krieg gegen Viren und Bakterien" 4. Großangriff auf das Mikrobiom. Früh übt sich. Seite 86f, 4.3. Darm unter Beschuss. Lebensgefährliche Durchfälle Seite95 ENNSTHALER 2015 [1a] Heiner C. Bucher, Peter Tschudi, James Young, Pierre Périat, Antje Welge-Lüssen, Hansjörg Züst, Christian Schindle: "Effect of amoxicillin-clavulanate in clinically diagnosed acute rhinosinusitis: a placebo-controlled, double-blind, randomized trial in general practice" Arch Intern Med. 2003 Aug 11-25;163(15):1793-8 Universitätsklinik für HNO, Kantonsspital Basel Switzerland [1b] Jan V. Hirschmann: "Antibiotics for common respiratory tract infections in adults" Arch Intern Med. 2002 Feb 11;162(3):256-64 [1c] Roderick P. Venekamp et al.: "Antibiotics for acute otitis media in children" Cochrane Database Syst Rev. 2013 Jan 31;1:CD000219. Department of Otorhinolaryngology and Julius Center for Health Sciences and Primary Care, University Medical Center Utrecht [1d] Ronald e. Polk et al.: "Measurement of adult antibacterial drug use in 130 US hospitals: comparison of defined daily dose and days of therapy" Clin Infect Dis. 2007 Mar 1;44(5):664-70




"Erfahrene Ärzte wissen, dass gerade die Sorgenkinder,
die nacheinander Scharlach, Masern, Röteln und all den anderen
fieberhaften Infektionen des Kindesalters heimgesucht werden,
im späteren Leben weit weniger anfällig für
chronische Krankheiten sind. Es sollte deshalb
ein wesentliches Anliegen jedes Arztes sein,
diese machtvollste aller Heilreaktionen -
Fieber - zu fördern."


Dr.med. Josef Issels
(1907-1998)

Aus: "Mein Kampf gegen den Krebs - Erinnerungen eines Arztes"
Seite 165, Ullstein Sachbuch 1983 (1981)

Siehe ZITATE: Josef Issels:Ganzheitliche Krebstherapie >>>



"Der menschliche Organismus reagiert im Kindesalter auf Schädigungen von außen viel heftiger als der des Erwachsenen.
Nach Unterkühlungen bekommen Kinder häufiger hohes Fieber. Bei verdorbenen Nahrungsmittel erbrechen sie viel eher und bei Fieber können sie den Appetit verlieren. Bei fieberhaften Erkrankungen sind oft auch Hautausschläge vorhanden.
Im Laufe der Jahre verliert der Organismus die Fähigkeit, auf krankmachende Einflüsse gleichsam wie ein Feuerwerk zu reagieren.

Masern und Schafblattern mit den Hautausschlägen kommen bei Erwachsenen sehr selten vor.
Vor der Zeit der Antigen-Antikörper-Theorie wurde dieses Phänomen so erklärt: Wenn einmal die Krankheit (die Hautausschläge) nach außen gelangt sind, dann ist das Krankheitsgift oder das Virus aus dem Körper heraus getrieben worden und die Krankheit kommt daher nie mehr.
Seit der Antigen-Antikörper-Theorie lautet die Erklärung: Der Organismus hat durch die durchgemachte Krankheit Antikörper gebildet und ist deswegen gegen weitere Erkrankungen geschützt. Bei den meisten Menschen besteht daher eine lebenslange Immunität.


Die Erklärungsversuche beruhen auf mehreren irrigen Vorstellungen.

Es ist richtig, dass nach einer akuten Krankheit eine bestimmte Gruppe von Antikörpern erhöht ist.
Dass deswegen ein Schutz vor einer neuerlichen Erkrankung bestehen soll, ist ein Hypothese, die sich in der Praxis nicht bestätigt hat. Der so genannte Antikörpertiter, der nach einer akuten Krankheit erhöht ist, wird als Beweis für diese Theorie angenommen. Die Vorstellung, nach welcher Antikörper die Bakterien und Viren neutralisieren, beruht auf den Beobachtungen im Laborglas und dem Stand der Chemie vor hundert Jahren. Durch die Erkenntnisse der modernen Immunologie ist diese vereinfachte Sicht längst überholt.

Siehe ZITATE: Edward Jenner / Impfung - Einen furchtbaren Fehler - Dr. Anne K. Zschocke: "Wir brauchen uns nicht zu verteidigen" >>>

Weil eben fast nur im Kindesalter die typischen Hautausschläge sichtbar werden, wurden die Symptome "fleckförmige Hautausschläge, Fieber, Husten" etc. zu den Kinderkrankheiten gezählt. Masern sind demnach eine Krankheit, die nur Kinder treffen kann.

Masern werden als eine Krankheit aufgefasst, hinter welcher ein ganz bestimmtes Virus steckt. Dieses Masernvirus wurde allerdings schon zu einer Zeit angenommen, als es noch keine Virusdiagnose gegeben hatte und das so genannte Masernvirus noch nicht isoliert war. Dieses Virus, so lautet die gängige Meinung, befällt vorwiegend Kinder.


Es ist aber auch möglich, Masern anders zu verstehen. Bestimmte Kinder reagieren nach Unterkühlungen und zu bestimmten Jahreszeiten neben Fieber und Husten mit typischen Hautausschlägen. Später, im Laufe des weiteren Lebens, ändert sich die Reaktionsfähigkeit auf Unterkühlungen und wir beobachten nur mehr Husten und Fieber, diesmal aber ohne Hautausschläge, und noch später im Alter gibt es nur mehr Husten ohne Fieber und ohne Hautausschläge.

Wir können Krankheiten auch als Reaktionen des Organismus auf Schädigung von außen, etwa durch Unterkühlung oder seelische Kränkung verstehen. Die Symptome der jeweiligen Krankheit entstehen im wesentlichen durch die beiden folgenden Faktoren Patient und Umfeld. Das ist auf der einen Seite der Patient und auf der andern Seite sein Umfeld.
Je nach Konstitution (Natur) und Krankheitsanlagen des Patienten und je nach auslösenden Ereignissen werden die Symptome der Krankheit verschieden sein. Auch bei Masern gibt es je nach der Verfassung des Kindes verschieden schwere Arten von Masern und so auch mehr oder weniger starke Hautausschläge. Immer wird der Verlauf vom Zustand des Patienten wesentlich mitbestimmt.

Viele Jahrhunderte hindurch sah man in Krankheiten weniger die Reaktion des Körpers, sondern die Wirkung eines Dämons.
Der Körper musste nach dieser Vorstellung das tun, was dieser Dämon wollte. Der Kranke war also von diesem Geistwesen besetzt und unterlag dem Gesetz dieses Geistwesens. Im Falle der Masern hatte eben ein unsichtbares Masernvirus von einem Kind Besitz ergriffen. Der Virusbegriff, der heutzutage von der Impfpropaganda verwendet wird, entspricht viel mehr der Vorstellung von einem Dämon, dem die Menschen rein zufällig ausgeliefert sind. Die Natur des Menschen, seine Lebensverhältnisse, Jahreszeit, Klima etc. spielen aus dieser Sicht keine Rolle.

Die Vorstellung von einem harmlosen oder bösartigen Virus, das eben schicksalhaft nur über Kinder herfällt, ist daher sehr kritisch zu überdenken. Es werden die Begriffe Virus und Krankheit nicht voneinander unterschieden und oft sogar verwechselt.

Es bleibt die Tatsache, dass Kinderkrankheiten bei uns heute sehr selten gefährlich verlaufen. Schwer waren diese Krankheiten, als bei uns noch jene Lebensbedingungen herrschten, wie sie heute noch in den armen Ländern anzutreffen sind.

Der Schlüssel zum Verständnis der Kinderkrankheiten liegt in der Tatsache, dass die Immunreaktionen im Kindesalter heftiger und vielgestaltig ablaufen. Die Vielfalt der Symptome kommt vom kindlichen Organismus selbst.

Kinderkrankheiten sind
nicht eigene Wesen, sondern die individuelle Antwort des Kindes auf ungünstige Einflüsse wie Kälte, Hitze, Klima, Jahreszeit, Mangelernährung ect." Aus: Johann Loibner: „IMPFEN - Das Geschäft mit der Unwissenheit“ Kapitel: "Kinderkrankheiten" Seite 131f, Eigenverlag 1. Auflage 2009

Gebären ohne Aberglauben - MIkrobiom >>>


"Das Fieber ist das Heilbestreben
des Organismus gegen die Krankheit,
es reinigt den Körper
wie ein Feuer."

Hippokrates von Kos
(um 460 v. Chr. gr. Ägäisinsel Kos; † um 370 v. Chr. in Larisa, Thessalien)
gilt als der berühmteste Arzt des Altertums


Ein Kind – was ist das? >>>


"Viele Erfahrungsheilkunden teilen Nahrungsmittel auch nach ihrer thermischen Wirkung ein. Dabei geht es jedoch nicht
um die objektiv gemessene Temperatur, sondern um die angenommene Energiewirkung auf den Körper. Als sehr kalt gelten
zum Beispiel Meeresfrüchte, während Lammfleisch als sehr warm eingestuft wird. Hier gibt es zwischen den Kulturen
durchaus Widersprüche, doch Rohkost gilt in allen alten Erfahrungsheilkunden als kalt und belastend.

Deswegen empfiehlt man, sämtliche Nahrungsmittel zu verarbeiten, also nicht roh zu verzehren.
Ausnahmen gibt es nur bei manchen Obstsorten, aber nur wenn sie sehr reif sind.


Die thermische Wirkung der Zubereitung spielt ebenfalls eine Rolle: Langsames, langes Köcheln, also "Totkochen", bringt
viel Energie in die Speisen, während kurzes Garen oder Blanchieren die thermisch kalte Wirkung der Nahrung unterstützt.
Das extreme Kühlen aller Getränke mit Eiswürfeln, wie in den USA üblich, würde man in der Naturheilkunde als
starke Schwächung des Verdauungsfeuers beurteilen und besonders Leptosomen nicht empfehlen.
Die indische Ayurveda beispielsweise empfiehlt Verdauungskranken, morgens ein Glas Wasser
zu trinken, das vorher zehn Minuten geköchelt hat.

Wie sehr sich diese Erfahrungen von der heutigen Sichtweise unterscheiden, zeigt folgendes Beispiel:
Wenn Großmütter ihren erkrankten blassen Enkeln eine ordentliche Brühe oder einen milden Brei zur Kräftigung
(im traditionellen Sinne "warm") verabreichten, berücksichtigten sie unbewusst das "schwache Verdauungsfeuer".


Heutige "gesundheitsbewusste" Mütter belasten dagegen mit Rohkost und frisch gepressten Obstsäften ("kalt")
die Verdauung solcher Kinder, deren Gesundung dann verzögert wird.

Menschen mit rotem Kopf, starker Schwitzneigung und hohem Blutdruck dagegen brauchen "kühle Nahrung".
Hier würde man einen höheren pflanzlichen Anteil empfehlen, eingelegt oder kurz gegart. So muss die Verdauung
mehr arbeiten, und überschüssige Energie kann abgeleitet werden.


Aber auch hier gilt: Es kommt darauf an. Ist es Sommer oder Winter, ist der Mensch fit oder erschöpft, gesund oder krank?
Da nur die Wenigsten extrem leptosom oder pyknisch sind, entscheiden oft Jahreszeit oder Erschöpfungsgrad, ob man
seinem Verdauungsapparat etwas zumuten kann oder lieber bekömmlich und energetisch warm essen sollte.

Das Prinzip überzeugt: Zuerst das individuelle Verdauungspotential (Verdauungskraft) des Patienten und seinen thermischen Bedarf
einschätzen und dann entsprechend kühlende oder wärmende Nahrungsmittel empfehlen. Anschließend den Verarbeitungsgrad der Nahrung
auf die Verdauungsmöglichkeiten abstimmen. Sicher gibt es noch individuelle Besonderheiten, aber bereits mit diesem einfachen Prinzip
lassen sich bei vielen Patienten Besserungen erreichen."


Aus: Gunter Frank: „Lizenz zum Essen: Warum Ihr Gewicht mehr mit Stress zu tun hat als mit dem, was Sie essen“ Ernährung und Verdauung.
27 Erfahrungsheilkunde: Warum die Erfahrungsheilkunde die bessere Ernährungslehre bietet. Warme und kalte Nahrung. Seite 261f
PIPER 2.Auflage 2008. www.lizenz-zum-essen.de


„… Das Leitmotiv
Fieber
"Fieber - Unspezifische Abwehrvorgänge Unspezifische Therapie (1957)"
Buch von Prof. Dr. med. Ferdinand Hoff]

waren die natürlichen Abwehrvorgänge,
die dem Organismus eigentümlichen Heilungsvorgänge,
durch die er so oft auch ohne ärztliche Hilfe Krankheiten überwindet.

Hierdurch vermag der Organismus, wenn durch eine Krankheit oder Schädigung
die natürliche Ordnung im Organismus gestört ist, welche wir als Gesundheit bezeichnen,
diese Ordnung wiederherzustellen.


Auf diese Weise enthält jede Abweichung von der normalen Ordnung,
welche im Organismus auftritt, in sich bereits
die Tendenz zur Wiederherstellung der Ordnung ...


Dieses Kompensationsprinzip, dieses Ordnungsprinzip des Organismus,
welches nach krankhafter Unordnung schließlich die Ordnung wiederherstellt,
entspricht einem uralten Problem des ärztlichen Denkens,
denn schon die großen alten Ärzte sagten aus,
dass im Organismus eine Kraft enthalten sei,
die Einwirkungen von außen entgegenwirkt,
gegen schädliche Einwirkungen eine Abwehrwirkung ausübt,
eingetretene Störungen wieder beseitigt und dadurch
die eigentliche Ursache aller Heilungsvorgänge sei.


Hippokrates
(460-375 v. Chr.) bezeichnete diese natürliche Heilkraft als „Physis“,
Paracelsus (1493-1541) benutzte hierfür die Begriffe „Archeus“,
Conservator naturae“ und „inwendig Arzt“.


Die Lehre von den unspezifischen Abwehrvorgängen betrifft also dieses klassische Prinzip des ärztlichen Denkens,
und die unspezifische Therapie ist der Versuch der planmäßigen Benutzung dieser
natürlichen Abwehrvorgänge.

Dabei ergibt sich das merkwürdige Phänomen, dass die verschiedenartigsten Reize
(Fieber, Wärme, Kälte, Nässe, Massage, Moor, Fango, Wasser, Akupunktur, Neuraltherapie, Training usw.)
wir haben von dem Stoß ins vegetative Systemgesprochen, in der Lage sind,
diese unspezifischen Abwehrvorgänge in Gang zu setzen.


Es ist wunderbar und mit naturwissenschaftlichen Methoden nicht ohne weiteres erklärbar …,
dass eine Umstimmung des Organismus durch den unspezifischen Reiz, … erzielt werden kann …
es eigentlich sehr merkwürdig ist, dass bei vielen Krankheiten eine Umstimmung,
ein Stoß ins vegetative System, Heilung bringen kann …



Wir halten die
Kenntnis der natürlichen Heilungsvorgänge
und die systematische Unterstützung derselben
für ein Kernstück aller Therapie
und
die Achtung vor diesen natürlichen Heilungsvorgängen,
die Aufgabe, dieselben zu unterstützen,
für die wichtigste Grundlage der ärztlichen Haltung
am Krankenbett.


…diese klassische Grundlage der Therapie …
leider ist dieselbe heute im ärztlichen Denken und im täglichen ärztlichen Handeln
weitgehend verloren gegangen!


…Wir kehren zurück zu unserem eigentliches Thema, der unspezifischen Therapie
(„Fiebertherapie“ u. a.), und stellen fest:

Sehr wesentlich für das gesamte Problem ist es, dass man die primitive Vorstellung aufgibt,
die angewandten Heilmethoden, Heilmittel oder auch unspezifischen Reize seien die Ursache,
welche in direktem kausalem Zusammenhange zur Heilung führten.


Man muss sich im Gegenteil klarmachen,
dass zwischen dem Medikament oder der Heilmethode einerseits
und der erstrebten und in glücklichen Fällen auch erreichten Heilung
der Organismus mit seinen Reaktionen eingeschaltet ist,
der Träger des eigentlichen Heilvorganges mit seinen
komplizierten Regulationen, die uns nach Maß und Gewicht
in vieler Hinsicht nur unvollkommen bekannt sind.


Man kann also bei der Beziehung zwischen Medikament und therapeutischen Ergebnis
nicht von Ursache und Wirkung sprechen, sondern nur von Reiz und Reaktion.


Der Träger der Reaktion ist der Organismus.

Die unspezifische Therapie versucht, die unspezifischen Abwehrreaktionen des Organismus auszulösen.
Es ist aber in jeder spezifischen Therapie mit wohl definierten pharmakologischen Wirkstoffen
insofern auch eine unspezifische Komponente enthalten, als diese Medikamente
auf die vegetativen Regulationseinrichtungen des Organismus treffen,
die nur in der dem Organismus eigentümlichen Weise reagieren können.



"Die Kraft des Arztes
liegt im Kranken
"


Paracelsus
Philippus Theophrastus Aureolus Bombastus von Hohenheim
(11. November? 1493 in Egg bei Einsiedeln; † 24. September 1541 in Salzburg)
Arzt, Alchemist, Astrologe, Mystiker, Laientheologe und Philosoph


Dieser Gedanke ist im ärztlichen Denken und ganz besonders auch in der Pharmakologie
noch lange nicht genügend durchdacht worden.


Der hervorragende rumänische Pharmakologe Daniel Danielopolu (1884-1955 Bukarest)
hat in einem großen zweibändigen Werk, „Probleme der unspezifischen Arzneiwirkung“,
systematisch dargestellt, dass in jedem wirksamen Medikament …
eine solche unspezifische Wirkung … enthalten sei.


… Diese Erkenntnis, dass nicht das Medikament, sondern die Reaktionsweise des Organismus
maßgebend für das unter der Therapie ablaufende Geschehen ist, ist dem Arzt am Krankenbett
und auch dem Forscher im Laboratorium vielfach fremd.

… eine alte Erkenntnis, die aus der klassischen Lehre Johannes Müllers
(1801-1858 Berlin, Physiologe, Meeresbiologe, vergleichender Anatom) abgeleitet werden kann. …
den berühmten Satz von der „spezifischen Energie der Sinne“ ... er zeigte, dass z.B.:
das Auge nicht nur auf Licht, sondern auch auf mechanische und chemische Reize
sowie auf Wärmereize stets mit einer Lichtempfindung reagiert.
(z.B.: Druck aufs Auge löst Lichtblitze aus.)


Die Art der Empfindung ist also nicht durch die Art des Reizes,
sondern durch die spezifische Reaktionsweise des Sinnesorgans bestimmt.


…die Reaktion des Organismus nicht ursächlich mit der Art des Reizes,
sondern mit der spezifischen Reaktionsweise des Organismus zusammenhängt.


… der Ausdruck „spezifische Energie“ … wäre nach unserer heutigen Ausdrucksweise besser
durch „spezifische Potenzen des Organismus“ zu ersetzen, denn es sollte ausgesagt werden,
dass der Organismus nicht auf äußere Ursachen gewissermaßen passiv reagiert, sondern dass
seine Reaktion auf verschiedene Reize entsprechend seinen anlagemäßigen Potenzen stattfindet.

... Die unspezifische Therapie beruht also darauf,
dass durch adäquate Reize die „spezifischen Energien“ im Sinne von Johannes Müller,
die „spezifischen Potenzen des Organismus“, nämlich die natürlichen Abwehrvorgänge,
mobilisiert werden

...
Ein wesentliches Anliegen dieses Buches war es, diesen alten Gedanken,
dass die natürlichen Abwehrvorgänge im Organismus - „vis medicatrix naturae“
die eigentliche Grundlage alles ärztlichen Handelns seien, wieder im Bewusstsein der Ärzte
wachzurufen und zu bestärken ...


Aus: Prof. Dr. med. Ferdinand Hoff:Fieber - Unspezifische Abwehrvorgänge - Unspezifische Therapie“ Thieme 1957
[modifiziert und ergänzt]

Prof. Dr. med. Ferdinand Hoff
Am 19. April 1896 in Kiel geboren, wo er ein Gymnasium besuchte
und anschließend auch Medizin studierte. Todestag: 23. März
1988

Ab 1927 war er Assistent an der medizinischen Universitätsklinik in Erlangen.
Hier habilitierte er sich 1928 als Privatdozent für innere Medizin.
Im Jahre 1931 ging er als Oberarzt und apl. Professor an die medizinische Universitätsklinik Königsberg.
Im Jahre 1936 folgte er einem Ruf als a. o. Professor nach Würzburg, wo er außerdem
Direktor der medizinischen Universitätspoliklinik wurde.


Von 1941 - 1945 wirkte er dann als Ordinarius für innere Medizin und Klinikdirektor in Graz.

Die Jahre 1948 - 1951 sahen ihn sodann als Direktor der medizinischen Klinik der Städtischen Krankenanstalt in Aachen.
Seither hat er den Lehrstuhl für innere Medizin in Frankfurt a. Main inne u. leitet daneben ebenfalls die I. medizinische Klinik der Universität.
Hoff ist besonders auf dem Gebiet der vegetativen Regulation, der inneren Sekretion und der Blutkrankheiten hervorgetreten.


Parameter der vegetativen Gesamtumschaltung nach Ferdinand Hoff 1957 (1)


"Die unspezische Abwehrreaktion des Organismus, z.B. in Form von Fieber, Entzündungen u.a. stellt nach F. Hoff [Literatur (1), (1a)]
eine zyklische Reaktivität des vegetativen Nervensystems dar, in welcher sich eine vegetative Gesamtumschaltung zunächst mit einer
Dominanz der sympathischen Funktionen (
Phase I) [= ergotrope sympathikotone Alarmreaktion] zeigt und der danach, wenn die Abwehr
erfolgreich war, eine überwiegend parasympthaische Reaktionslage (
Phase 2) [= trophotrope parasympathikotone Erholungsphase] folgt.
Die vegetative [Gesamt-]Umschaltung kann durch verschiedene Parameter charakterisiert werden [siehe Tabelle]. Es handelt sich bei der
vegetativen [Gesamt-]Umschaltung um einen typischen Einschwingvorgang im biokybernetischen Sinne, der auftritt, wenn ein Störfaktor
ein System aus seinem Gleichgewicht bringt. In diesem Zusammenhang soll an die von [Pjotr Kusmitsch] Anochin [1898-1974] formulierte
"goldene Regel der Norm" erinnert werden, die besagt, dass der im Organismus befindliche Schutzmechanismus stets stärker ist als die
maximale Abweichung, so dass auch dann die Wiederherstellung der individuellen Homöostase des Gleichgewichts zur Umwelt erfolgt,
wenn die Adaptationskapazität eines Organismus bis zur Grenze beansprucht wird. Der Organismus setzt bei jeder Veränderung
Mechanismen in Gang, die das Wiederherstellen der Homöostase des Organismus und somit das Gleichgewicht zur Umwelt
erst einmal sichert [Allostase].

Siehe Leistungen: Neuraltherapie & Zahn-Störfelder & FDOK/NICO Silent Inflammation & MAPS >>> [Strg+F: Allostase]

Von [Gunther] Hildebrandt [1924-1999] (1962, 1990) und von [Ladislav] Derer [1897-1960] (1960, 1959) wurde der reaktive circaseptane
Rhythmus verschiedenster vegetativer Funktionen ausführlich beschrieben. Dieser tritt immer dann auf, wenn Reizeinflüsse wie Fieber,
Kurbeginn, Reiztherapie, Stress, Fasten, Heilung, Schock usw. im menschlichen Organismus vor sich gehen. Der 7-Tages-Rhythmus
scheint im Krankheitsgeschehen eine wichtige Rolle zu spielen, wie es Ärzte des Altertums beschrieben haben (Hippokrates 460-370;
Galenus 129-199; Ibn Sina-Avicenna 980-1037). Hildebrandt postuliert, dass für adaptive, kompensatorische und Selbstheilungsreaktionen
eine periodische Gliederung von etwa
sieben Tagen charakteristisch sei. Dabei gibt es die Vorstellung, dass bei einer Reizbelastung,
die Adaptation, Kompensation oder Heilung nach sich zieht, eine möglicherweise aus der circaseptanen Eigenrhythmik hervorgehende
hochamplitudige Schwingungen entsteht, die sich im Wechsel einer sympathischen ergotropen Alarmreaktion und einer übermäßigen
trophotropen Erholungsphase befindet. Die alten Ärzten bekannte "Krise des 3.Tages" im Krankheitsverlauf ist als Ausdruck einer
circaseptanen Reaktionsperiodik zu interpretieren (Hildebrandt 1990, 1985a; Halberg 1986a,b,c) ... Heute wird diese 7-Tagesperiodik
durch Antibiotika beseitigt, d.h. der natürliche regulatorische Einschwingvorgang wird unterdrückt. Diese circaseptane Reaktions-
periodik stellt folglich einen Heilungs- bzw. Selbstheilungsprozess dar. Ihr Einschwingvorgang kann ein objektives Maß
für den Therapieverlauf und die Therapieeffektivität sein ..."

Aus: Aus: Karl Hecht (Prof. em. für Neurophysiologie u. für experimentelle und klinische pathologische Physiologie der Charite, Humboldt Universität Berlin; b, 1924),
Elena Hecht-Savoley (b.1934, russische Diplomphilosophin, -pädagogin): „Kompendium Naturmineralien – Regulation – Gesundheit – Urmineral Silizium –
Natur-Klinoptilolith-Zeolith und andere Naturwirkstoffe – Antworten auf aktuelle Fragen zum wissenschaftlichen therapeutischen Handeln“ IFGÖT-Reihe Band 1
5 Grundfunktionen der vegetativen Regualtion und der extrazellulären Matrix. 5.2 Vegetative Gesamtumschaltung + Tabelle 5.2: Parameter
der vegetativen Gasamtumschaltung [nach Hoff 1957] Seite 72-74. 5.3 Unspezische rhythmische Reaktivität Seite 74f. SCHIBRI-Verlag 2008"
P.K.Anochin (1967): "Das funktionelle System als Grundlage der physiologischen Architektur des Verhaltensaktes. Abh. aus dem Gebiet
der Hirnforschung und Verhaltensphysiologie. VEB G. Fischer Verlag, Jena, Bd. I, S.56
G.Hildebrandt (1962): "Reaktive Perioden und Spontanrhythmik" Reports 7. Conference of the Society for Biological Rhythm. Siena 1960,Panminerva Medica, Torino, S.75-82
G.Hildebrandt (1982): "Zur Zeitstruktur adaptiver Reaktionen" 2.Physikotherapie 34, S.23-24
G.Hildebrandt (1985a): "Biologische Rhythmen und Umwelt des Menschen (Circadiane und andere Biorhythmen und deren Beeinflussung durch Umweltfaktoren)"
In Emil Heinz Graul [1920-2005] (Hrsg.); S.Püttner; D.Loew: Medicinale XV. Iserlohn, S.451-493
G.Hildebrandt (1985b): "Therapeutische Physiologie. Grundlagen der Kurortebehandlung" In W.Amelung; G.Hildebrandt (Hrsg.):
Balneologie und medizinische Klimatologie. Springer, Berlin
G.Hildebrandt (1990): "Circaseptane reaktionsperiodik beim Menschen. -Eine Zeitstruktur von Krankheit und Heilung" Therapeutikon 4. 7/8, S.402-413
Ladislav Derer (1956): "Concealed macroperiodicity in the reaction of the human organism" Rev. Czechoslovak Med. 2,S.277
L.Derer (1960): "Rhythm and proliveration with special reference to the six-day rhythms of blood leucocyte" Count Anns VII, S.117-134
Franz Halberg (1919-2013) et al (1986a): "Circaseptan (about 7-day) and circasemiseptan (about 3,5-day) rhythms and contributions"
In L.Derer (ed.): II.Examples from botany, zoology and medicine. Biologia (Bratislava) 41, S.233-252
F. Halberg et al. (1986b): "Chronobiology. A science in tune with the rhythms of life" Earl Bakken, Minneapolis, S.1-20
F.Halberg et al (1986c): "Dynamic indices from blood pressure monitoring for prevention, diagnosis and therapy" In: ISAM (1985):
Prov. Int. Symps. Ambulatory Monitoring, Pudua,ELEUP Editore
[Meine Ergänzungen]

Von den Hoff'schen wissenschaftlichen Arbeiten seien hier erwähnt:
"Unspezifische Therapie und natürliche Abwehrvorgänge" (31), "Behandlung innerer Krankheiten" (40), ein Werk, das 1953 seine 5. Auflage erlebte
und ins Spanische und Rumänische übersetzt wurde, weiter "Medizinische Klinik. Ein Fortbildungskurs für Ärzte" (48), ebenfalls spanisch,
sowie "Klinische Physiologie und Pathologie" (50, 5. Aufl. 57, auch spanisch), "Fieber, unspezifische Abwehrvorgänge, unspezifische Therapie" (57).
Auch am Lehrbuch der spezifischen pathologischen Physiologie, das 1934 erschien (9. Aufl. 1955), hat Hoff mitgearbeitet.
Daneben stammen zahlreiche kleinere Schriften auf den verschiedensten Gebieten der inneren Medizin aus seiner Feder.
Er ist Ehrenmitglied der medizinischen Gesellschaft für Oberösterreich des Hospital Luis Razetti und der Medizin. Gesellschaft Barinas in Venezuela.
Seit 1959 ist er Mitglied der Leopoldina in Halle und seit 1955 korrespondierendes Mitglied der Wiener Gesellschaft für Innere Medizin.
Hoff ist verheiratet mit Anni, geb. Voss und hat drei Kinder.
Aus:
Anschrift: Frankfurt/M.-Süd, Humperdinckstr. 22 (T. Klinik 60241). © Munzinger-Archiv GmbH, 1963

Literatur/Bücher von Ferdinand Hoff:
(1) „Fieber – Unspezifische Abwehrvorgänge – Unspezifische Therapie“ THIEME 1957
(1a) "Probleme der vegetativen Regulation und der Neuralpathologie" Thieme 1952
(2) „Erlebnis und Besinnung – Erinnerungen eines Arztes“ (Direktor der I. Medizinischen Klinik der Universität
Frankfurt) LEBENSBILDER ULLSTEIN 1980 (1972),
(3) „Klinische Probleme der vegetativen Regulation und der Neuralpathologie“ THIEME 1952,
(4) „Behandlung Innerer Krankheiten – Richtlinien und Ratschläge für Studierende und Ärzte“ THIEME,
8.erweiterte u. verbesserte Auflage 1958 (1940),
(5) „Von Krankheit und Heilung und vom Sterben“ F. K: SCHATTAUER1975, (Direktor der I. Medizinischen
Universitätsklinik Frankfurt am Main)



"Diese "vis medicatrix naturae"
bzw. die mehr oder weniger starken Reserven an ihr,
über die der einzelne Kranke verfügt, ist immer und überall eine Voraussetzung (wenn nicht die Voraussetzung)
für die Angriffsmöglichkeiten der ärztlichen Bemühungen.
Diese Kraft ist die Voraussetzung jeder Therapie."


Prof. Dr. med. Paul Martini
(1889-1964)
Internist
Leibarzt von Konrad Hermann Joseph Adenauer
(1876-1967), Politiker, von 1949 bis 1963 erster BRD Bundeskanzler.



Siehe auch:
Infos: Mikrobiologische Therapie - Mikrobiom >>>
Zitate: Bert Ehgartner / Die richtige Arztwahl >>>
Edward Jenner / Impfungen - Einen furchtbaren Fehler gemacht >>>
Mark Twain / Für jemanden >>>
Wilhelm Reich Original Orgon Akkumulator Therapie >>>




"Der Anteil an der Heilung,
der durch die Eigenaktivität des Organismus
zustande kommt,
wird systematisch klein geredet,
unterschlagen oder gar verdammt."

Prof. Dr. Dr. Dipl. Psych. Harald Walach
Klinischer Psychologe, Philosoph, Wissenschaftshistoriker
Buch: „Weg mit den Pillen!: Selbstheilung oder warum wir für unsere Gesundheit
Verantwortung übernehmen müssen - Eine Streitschrift“ S.101. IRISIANA 2011




"Die schlimmsten Feinde der pharmazeutischen Industrie sind die Selbstheilungskräfte.
Deshalb versuchen ihre PR-Büros und Marketingagenten auf vielfältige Weise das Vertrauen
in diese Mechanismen, die jedem Laien gratis zur Verfügung stehen, zu untergraben.


Erst wenn jedem klargemacht wurde, dass ein funktionierendes Immunsystem so chancenlos ist
wie ein Amateurkicker, der Cristiano Ronaldo den Ball abnehmen möchte, und erst,
wenn tief verinnerlicht ist, dass wirkliche professionelle Hilfe nur von außen kommen kann -
nämlich aus den Hightech-Labors der modernen Wissenschaft -, dann lässt sich gutes Geld verdienen.

Was wir dagegen tun können?
Uns gegenseitig Mut machen, beruhigen, Erfahrungen austauschen und vor allem:
herzhaft lachen.
Lachen wir sie doch einfach aus, diese Schmierenkomödianten,
wenn sie wieder einmal angestrengt versuchen,
aus dem Nichts eine Hysterie aufzublasen".


Aus: Bert Ehgartner (b.1962, Medizinjournalist, Wien):
„Gesund, bis der Arzt kommt. Ein Handbuch zur Selbstverteidigung“
Seite 35f, LÜBBE 2010




Geist und Materie, Ursache und Wirkung
Die Wissenschaft unserer Zeit bestätigt, was vor Jahrtausenden schon die altindischen religiösen Schriften,
die Weden [Veden], deutlich gemacht haben:MATERIE ist die niedrigste Stufe von GEIST, und GEIST ist
die höchste Sfufe von Materie. Albert Einstein [1878-1955, 1921 Physik Nobelpreis] stellte fest, daß
Materie und Energie [E = m.c2] umwandelbar und austauschbar sind, daß Materie Energie ist,
die bis zum Punkt der Sichtbarwerdung verlangsamt wurde.

Den Ausdruck "Energie" gebraucht die Wissenschaft für GEIST oder - als Inbegriff allen GEISTES - GOTT.
Im Grunde sind GEIST und MATERIE ein und dasselbe. Heute bezeichnen wir sie beide, Materie wie auch
Geist, als eine Welt der Dichtigkeiten, Frequenzen, Intensitäten und so weiter. Mit anderen Worten:
ALLES IST GEIST. Die ganze Welt ist Geist, der in zahllosen vielfältigen Ausdrucksformen sichtbar wird.
GOTT erschuf alles, was ist und lebt, die Erscheinungswelt unserer Erde, das Universum.

Genauso erschaffen Sie kraft GEISTES, der in Ihnen wohnt, Ihre "Welt". Der Geist, der Sie erfüllt, ist die
Ursache Ihrer Erfahrungen und Lebensumstände.
Als geistbeseeltes Geschöpf GOTTES sind
Sie zugleich der schöpferische Gestalter Ihres Lebens
. Sie verfügen über einen freien Willen und eigene
Initiative, Ihr Körper - wie alles Stoffliche - verfügt darüber nicht. In welchem Zustand er sich befindet,
wie er sich bewegt, wie er handelt, leibt und lebt, hängt davon ab, wie Sie geistig auf ihn einwirken.

Der Körper eines Menschen, der in die geistige Realität höherer Dimensionen übergegangen ist,
spricht, lächelt, bewegt sich nicht mehr. Ihn hat sein GEIST, das Lebensprinzip, verlassen. Sein
GEIST lebt in der Wirklichkeit des UNENDLICHEN GEISTES fort. Doch der Körper zerfällt
in dem natürlichen Prozeß des Werdens und Vergehens, der allem Stofflichen anhaftet.

Die meisten Menschen sehen die Ursachen ihrer persönlichen Situation und ihrer Lebensverhältnisse
in äußeren Zwängen.
Geht etwas schief, ist der Partner schuld oder der Chef, der Arzt, jedenfalls ein
anderer, diese oder jene Partei, die Regierung, der Staat, die Menschen, die "eben so sind", oder es
sind die Verhältnisse, die "eben so sind", der ewige Geldmangel, die Wirtschaftskrise, eine Epidemie.

Ein solches Denken ist falsch.
Sie selbst gestalten Ihr Leben. Andere Menschen und äußere Umstände
sind nie die Ursache dessen, was Sie sind und erleben, sind weder für Ihre Leiderfahrungen noch Ihr
Glück verantwortlich. Machen sie sich immer wieder den Unterschied zwischen der WIRKUNG und
der URSACHE klar.
Die Ursache liegt immer in Ihren eigenen Überzeugungen,
in dem, was Sie denken und glauben.


Da geht beispielsweise eine "Grippeepidemie" um. Ein Angestellter fürchtet, sich anzustecken.
Einige seiner Kollegen liegen bereits krank im Bett. Die Nachrichten der Medien über die Epidemie
und die Reden seitens der Kollegen oder anderer Menschen vermögen bestimmt nicht zu bewirken,
daß es auch ihn erwischt.
Seine eigene Angst und seine Erwartungshaltung jedoch können durchaus
genügen, daß tatsächlich auch er an der "Grippe" erkrankt; sie sind die Ursache, nicht die Reden und
Hinweise anderer.
Erst der Inhalt seines Denkens und Glaubens, der die Krankheit vorwegnimmt,
führt zur Erkrankung. Das bedeutet aber auch, daß er ebensogut die Macht hat,
solche negativen Reden und Suggestionen von sich zu weisen.

Einer meiner Freunde erwähnte einmal in einem Gespräch, die ganze Belegschaft habe Husten
und Schnupfen. "Kein Wunder, wenn man angesteckt würde!" Ich riet ihm, sich angesichts einer
zu befürchtenden Krankheit immer wieder voll Überzeugung vorzusagen:
"Ich bind gesund. GOTT [Die QUELLE-ALLEINS-URSPRUNG] ist meine Gesundheit"
Er begriff, daß GOTT, der ihm innewohnt und sich in den Worten
"ICH BIN" ausdrückt,
nicht krank, nicht mutlos, ängstlich oder in irgendeiner Weise eingeschränkt sein kann.
Mein Freund schien gegen Krankheit geradezu gefeit zu sein. Jedenfalls sagte er mir kürzlich:
"In vierzig Jahren Berufstätigkeit war ich nur neun Arbeitstage im Krankenstand."

Äußere Umstände, denen auch die Suggestionen anderer Menschen zuzurechnen sind, können
sich Ihres Zustandes oder Verhaltens nur bemächtigen, wenn Sie die ihnen zugrunde liegende Idee
innerlich akzeptieren
;
Ihre Überzeugung setzt sodann die schon erörterten unterbewußten Mecha-
nismen in Gang, die den Inhalt Ihres Denkens und Glaubens im Leben zur Geltung bringen. Denken
Sie immer daran:
Was in Ihrem Leben geschieht, haben Sie aufgrund Ihrer Überzeugungen geistig
vorweggenommen.
Äußere Umstände sind immer nur sekundäre Ursache,
die primäre ist geistigen Ursprungs."

Aus: Dr. Joseph Murphy (1898-1981, Amerikanischer Philosoph, Psychologe, Vertreter der Neu-Geist Bewegung, New Thought):
“Wahrheiten, die Ihr Leben verändern“ (These Truths Can Change Your Life 1982) Kapitel 2: Haben Sie einen freien Willen
oder nicht? Geist und Materie, Ursache und Wirkung S.41-44 Arkana Goldmann 1992 (1985)



"Als praktisches Beispiel, welches das Phänomen der Selbstheilung sehr gut illustriert,
ist mir ein Fall aus Österreich in Erinnerung ...
Damals [1999] hatte eine Sprechstundenhilfe
in der Praxis eines Linzer Frauenarztes "aus Mitleid" Krebsbefunde gefälscht oder verschwinden lassen ...

"Es ist unbegreiflich, aber es ist passiert“, fasste der Richter am Landesgericht Linz die Lage zusammen.
Und damit meinte er sowohl den Hergang des Verbrechens als auch dessen Auswirkungen.


Angeklagt war die damals 33-jährige Astrid S., die als Arzthelferin bei einem Linzer Gynäkologen [1] beschäftigt war.
Eine ihrer Aufgaben war es, den Frauen unangenehme Befunde mit zu teilen, die in Folge des so genannten
Pap-Abstrichs zur Früherkennung des Zervixkarzinoms erstellt wurden.
Die sensible Arzthelferin brachte es jedoch irgendwann nicht mehr übers Herz,
„den armen Frauen zu sagen, dass sie krank sind“
.


[1] DER STANDARD Freitag, 8. Oktober 1999, Seite 12: Michael Möseneder
"
Befundaffäre: Hotline läuft heiß -Der Arzthelferin drohen bis zu fünf Jahren Haft"

Statt die Patienten mit Krebsverdacht und damit notwendig gewordenen diagnostischen Eingriffen
oder Therapien zu belasten, begann sie, die Befunde zu fälschen oder ließ sie tief im Archiv verschwinden.

Nach sechs Jahren hielt sie den Stress nicht mehr aus, kündigte und zog nach Wien. Ihr Verbrechen flog auf,
als sich die Mitarbeiterin eines Labors beim Gynäkologen erkundigte, wie es einer Patientin geht,
bei der sie vor Monaten an Hand des Pap-Abstrichs Krebs diagnostiziert hatte.


Entsetzt stellte der Arzt fest, dass der Befund in der Krankenakte schlummerte,
die betroffenen Frau davon aber nie etwas erfahren hatte.

Insgesamt fanden sich 99 ähnliche Fälle.
Alle Frauen wurden vorgeladen und untersucht.


Das erstaunliche Ergebnis des medizinischen Gutachtens:
Bei keiner einzigen Betroffenen ist durch die Verschleppung der Behandlung Schaden entstanden.
Im Gegenteil: Die meisten Krebsvorstufen waren bei der Nachuntersuchung verschwunden.


Nur in sechs Fällen musste eine Konisation, das ist die vorsorgliche Entfernung
des verdächtigen Gewebestückes, vorgenommen werden.


Doch dies wäre bei wesentlich mehr Frauen geschehen, wären diese sofort behandelt worden.
Ein konkreter akuter Krebsbefund löste sich gar in Luft auf. Der Gutachter tippte auf Spontanheilung.


In keinem einzigen Fall wurde ein fortgeschrittenes Krankheitsbild festgestellt.

Das Urteil für die ehemalige Arztsekretärin fiel dementsprechend milde aus:
Sie erhielt fünf Monate auf Bewährung sowie eine symbolische Geldstrafe von 700 Euro.


Nachdem das Urteil ergangen war, ereignete sich etwas nicht Alltägliches.
Im Gerichtssaal anwesend war nämlich eine der „betrogenen“ Patientinnen des Gynäkologen,
und sie bedankte sich bei der Arzthelferin überschwänglich für deren kriminelle Aktion.
Sie war nämlich eine der Frauen, die bei der Nachuntersuchung vollständig gesund waren.

„Wenn Sie damals den Befund nicht hätten verschwinden lassen“,
sagte sie und umarmte dabei die Täterin,
„wäre ich operiert worden
und hätte mich einer Krebstherapie unterziehen müssen.“


Dieser Prozess ging als Kuriosum in die Annalen der Medizingeschichte ein.
Konsequenzen zur qualitativen Verbesserung der Zervixkarzinom - Früherkennung,
die unzählige Frauen mit Krebsalarm und unnötigen Eingriffen belastet,
wurden jedoch bis heute nicht gezogen ...
"

"Geradezu nachlässig im Vergleich zur österreichischen Praxis erscheint etwa das staatliche
finnische Gebärmutterhalskrebs-Früherkennungsprogramm, das bereits 1963 gestartet wurde
und seit 1970 als organisiertes Screening landesweit läuft. Von Beginn an wurde es wissenschaftlich begleitet.

Durch diese ständige Qualitätskontrolle ergaben sich Anpassungen, um es in seiner Wirkung zu optimieren.
So wurde für die Teilnahme ein Mindestalter von 30 Jahren festgelegt.

„Der Grund liegt schlicht darin, dass sich bei den jüngeren Frauen nahezu alle Krebsvorstufen
auf natürliche Weise wieder zurückbilden“
, erklärt Ahti Anttila vom staatlichen Krebsregister in Helsinki.


Ungewöhnlich scheint für heimische Verhältnisse auch das finnische Untersuchungsintervall.
Es wurde 1999 von drei auf fünf Jahre ausgedehnt.

„Wir ernten diesbezüglich immer viel Verwunderung bei ausländischen Gynäkologen“,
berichtet Anttila.

„Es fällt scheinbar ziemlich schwer, die eigentlich recht simple Tatsache zu verstehen,
wie sich Krebs im Zeitverlauf entwickelt.“


Anttila verweist darauf, dass es nach den Ergebnissen des finnischen Programms
mindestens zehn Jahre dauert, bis eine Krebsvorstufe in ein invasives Zervix-Karzinom übergeht.


„Deshalb genügt ein Intervall von fünf Jahren vollauf, um damit dieselbe Sicherheit zu bieten
wie mit einem kürzeren Intervall.“

Frauen werden namentlich angeschrieben und zum Pap-Abstrich eingeladen.
Das habe, so Anttila, den Effekt, dass nicht nur die besonders gesundheitsbewussten Frauen
untersucht werden, sondern auch jene erfasst werden, die tatsächlich ein erhöhtes Risiko haben:
„Ältere Frauen, mit Migrationshintergund oder aus niedrigem sozialen Milieu.“

Mit diesen Methoden erreichte Finnland unangefochten den ersten Rang bei der Bekämpfung des Zervix-Karzinoms.
„In den meisten Jahren“, so Anttila,
„haben wir bei Frauen unter 50 Jahren gar keine Todesfälle mehr.“

Im Berichtsjahr 2008 der Statistik Austria war die Diagnose „Zervix-Karzinom“
hingegen bei 30 dieser jüngeren Frauen die offizielle Todesursache.
Insgesamt ist das Sterberisiko für österreichische Frauen
beinahe dreimal so hoch.


Quelle: http://ehgartner.blogspot.co.at/2010/04/vorsorge-mit-abstrichen-oder-das.html
(Fälle/100.000 Frauen)

Mehrere Länder haben mittlerweile den finnischen Weg eingeschlagen und ebenfalls
ein staatliches Programm geschaffen, darunter Großbritannien und die Niederlande.
Eine aktuelle Analyse zeigt, dass die holländischen Frauen heute bereits
am besten Wege dazu sind, zu den finnischen aufzuschließen."


Quellen: Bert Ehgartner (b.1962, Medizinjournalist, Wien):
„Gesund, bis der Arzt kommt. Ein Handbuch zur Selbstverteidigung“
Gebärmutterhalskrebs: Wenn Früherkennung zum Geschäft wird. Seite 179, LÜBBE 2010
"Betrug ohne Schaden" und "Das Finnische Programm":
http://ehgartner.blogspot.com/2010/04/vorsorge-mit-abstrichen-oder-das.html

[Meine Ergänzungen]