Der Angst die Spitze nehmen

„Das Antikrebs Buch. Was uns schützt:
Vorbeugen und Nachsorgen mit natürlichen Mitteln“

"Anticancer - A New Way of Life" 2008
Kapitel 10, KUNSTMANN 2008

David Servan Schreiber
(b.1961)
Neuropsychiater USA
Center for Complementary Medicine
UNI Pittsburgh/Pennsylvania

“Man braucht nur das Wort Krebs auszusprechen,

und es weckt unweigerlich die Angst vor dem Tod.

Doch Angst lähmt, das liegt in ihrer Natur.

Wenn eine Antilope einen Löwen wittert, sendet ihr Nervensystem ein Alarmsignal aus,
und sie bleibt wie angewurzelt stehen. Dieses Programm hat die Evolution installiert,
um unter Extrembedingungen eine kleine Überlebenschance zu bewahren:
Reglos kann die Antilope darauf hoffen, dass sie nicht wahrgenommen wird.
Vielleicht zieht der Löwe ganz in der Nähe vorbei, ohne sie zu bemerken.

Wenn wir erfahren, dass unser Leben ernsthaft bedroht ist,

lernen wir oft diese merkwürdige Lähmung kennen.

Aber die Krankheit wird nicht ganz in der Nähe vorüberziehen.

Die Angst blockiert unsere Lebenskraft in dem Augenblick,

in dem wir sie am nötigsten brauchen.

Zu lernen, wie wir gegen den Krebs „kämpfen“,

heißt zu lernen, wie wir das Leben in uns nähren.

Aber es ist nicht notwendigerweise ein Kampf gegen den Tod.

Wenn wir diese Lektion erfolgreich absolvieren, kommen wir
an den Punkt, wo wir das Wesen des Lebens spüren,

wo wir eine Vollständigkeit und einen Frieden finden,

die das Leben schöner machen.

Und manchmal gehört der Tod zu diesem Erfolg dazu.

Es gibt Menschen, die ihr Leben leben,

ohne dass sie seinen wahren Wert schätzen.

Andere leben ihren Tod mit einer solchen Fülle

und einer solchen Würde, dass er wie die
Vollendung eines außergewöhnlichen Werkes
erscheint und allem, was sie erlebt haben,
einen Sinn gibt.

Manchmal setzen wir,
indem wir uns so auf den Tod vorbereiten,

die Energie frei, die wir zum Leben brauchen."

*****

"Ich habe nicht nur Angst zu sterben, sondern
ich habe entsetzliche Angst, dass es wehtun wird!"

"Du sollst wissen, dass du gehen kannst,
wenn du meinst, dass die Zeit gekommen ist."

Das war schrecklich traurig, und sie weinten beide.
Aber sie waren wieder zusammen.
Paul starb ein paar Tage später und hielt dabei ihre Hand.
Er starb nicht allein, aber viel hätte nicht gefehlt."

"Wenn wir unserem eigenen Tod ins Auge blicken,
sind wir nicht "nutzlos"
, sondern werden selbst
zu Pionieren und Lehrern für all jene,
die uns nahe stehen ...
- einen letzten Lehrauftrag.

Meine Großmutter ... nahm eine Träne auf die Fingerspitze,
zeigte sie mir und sagte mit sanften Lächeln:
"Weißt du, für mich sind deine Worte und deine Tränen goldene Perlen,
und ich werde sie mit mir tragen"
... - das Geschenk der Liebe,
das bleibt, auch wenn man sonst nichts mehr geben kann.

"Die Angst, die eigenen Kinder im Stich zu lassen.
... nachdem die zweite Chemotherapie nicht angeschlagen hatte,
gab man ihr noch eine Lebenserwartung von höchstens einem halben Jahr.

Wir versuchten die Angst in einer Therapiesitzung fassbar zu machen, in der sich Leslie
(42a, Eierstockkrebs mit Absiedelung) ausmalen sollte, was das Schlimmste wäre,
das nach ihrem Tod passieren könnte ... Fünf Jahre später bekam ich einen Brief von Leslie ...
Aber dass sie fähig gewesen war, ihre Angst loszulassen und Zuversicht zu gewinnen,
hatte sie in die Lage versetzt, weiter gegen die Krankheit anzukämpfen.

"Aber am schwierigsten ist es, eine schmerzhafte Beziehung loszulassen,
die unser gesamtes Leben geprägt hat.
Jennifer (36a, aggresiver Brustkrebs) ...
hatte lange gezögert, ob sie ihrem Vater schreiben sollte, der die Familie verlassen hatte,
als sie sechs war ... Jennifers Vater kam aus Mexiko ... Zum Schluss konnte er sagen,
dass es auch ihm leid tat ... Er bat Jennifer, ihm zu vergeben.

Heute ist das Wort "Krebs" nicht mehr gleichbedeutend mit Tod.
Aber es ruft den Schatten des Todes herbei.


... eine Gelegenheit, über das eigene Leben nachzudenken,
darüber, was man noch aus dem Leben machen möchte.
... in einer Weise zu leben, dass wir an dem Tag, an dem wir sterben,
aufrichtig und mit Würde zurückblicken können.
... mit einem Gefühl des Friedens Abschied nehmen.

Ja, mag sein, dass ich früher sterbe als erwartet.
Aber es kann auch sein, dass ich länger lebe.

Auf jeden Fall lebe ich mein Leben von nun an
so gut wie möglich. Das ist die beste Art,
sich vorzustellen, komme, was da wolle
."

Aus: Kapitel 10: Unterkapitel: "Die Angst vor dem Leiden - Die Angst vor dem Nichts" Seite 269;
"Die Angst, allein zu sein" Seite 276, "Die Angst, eine Last zu sein" Seite 277;
"Die Angst, die eigenen Kinder im Stich zu lassen" Seite 278;
"Die Angst vor dem Unvollendeten" Seite 279;
"Leben" Seite 281




"
Berühren
ist eine sehr alte Form des Heilens.

Berühren,
wie eine Mutter ihr Kind berührt,
denn durch die Berührung
sagt die Mutter: "Lebe"

An der Berührung ist etwas,
das unseren Lebenswillen stärkt.

Heilen heißt, den Lebenswillen
in einem anderen Menschen
zu wecken.

Es geht nicht so sehr darum, etwas zu tun,
sondern die andere Person wissen zu lassen,
dass ihr Schmerz und ihr Leiden
und ihre Angst zählen.

Dass sie wirklich zählen."

Rachel Naomi Remen MD (b.1938)
Kinderärztin / Psycho-Onkologin USA
Sie verzichtete auf eine große Karriere an der Stanford University
und gründete (1976) stattdessen, gemeinsam mit
James Samuel Gordon MD und Michael Lerner MD
,
ein holistisch ganzheitliches Krebshilfezentrum in Bolinas, Kalifornien -
das "Commonweal Health and Environmental Research Institute".


www.commonweal.org/





Hieronymus Bosch

(um
1450 in 's-Hertogenbosch - August 1516 ebenda)´Niederländischer Maler

Werk:
Der Aufstieg in das himmlische Paradies - Tafel der vier Jenseits-Darstellungen

Entstehungsjahr:
um 1500–1504
Technik: Öl auf Holz
Aufbewahrungsort:
Venedig
Sammlung:
Dogenpalast
Epoche:
Renaissance
Land:
Niederlande
Kommentar: Fragment eines verlorenen Weltgerichtsaltares



„Die Berührung
ist zehnmal intensiver als der verbale oder emotionale Kontakt,
und sie wirkt sich auf nahezu alle unsere Aktivitäten aus.
Kein anderes Sinnesorgan stimuliert uns so sehr
wie der Fühl- oder Tastsinn.

Das war schon immer bekannt, aber wir haben uns
nie bewusst gemacht, dass es dafür
eine biologische Grundlage gab.

Wenn sich die Berührung nicht gut anfühlte,
gäbe es keine Artenvielfalt, keine Eltern, kein Überleben.

Eine Mutter würde den Körperkontakt zu ihrem Baby
nicht suchen, wenn sie keine Freude daran hätte.

Wenn uns das Berühren und Erkunden des anderen
nicht gefielen, gäbe es keinen Sex.

Tiere, die instinktiv mehr Körperkontakt hatten,
zeugten Nachkommen, die überlebensfähiger waren
und mehr Energie besaßen; auf diese Weise
vererbten sie die Neigung zum Körperkontakt,
die sich dadurch immer stärker ausprägte.

Wir vergessen, dass die Berührung nicht nur
ein grundlegendes Bedürfnis, sondern
der Schlüssel für das Überleben
unserer Art
ist.“


Saul Schanberg PhD
Professor of Pharmacology/Cancer Biology/Biological Psychiatry
an der Duke Universitiy in Durham/North Carolina USA


Saul Schanberg
(1994): "The genetic basis for touch therapy;
in Field T. et al (Hg): Touch in Early Development.
Hillsdale: Erlbaum 67-69.


www.basale-stimulation.de/





... Krebs kann sich nur auf einem geeigneten "Nährboden" entwickeln.
Krebs ist
die chronische Krankheit par excellence.

Darum gibt es nur eine Möglichkeit, wie wir uns schützen und das Wachstum bremsen können,
wenn er sich einmal eingenistet hat:
tief greifend den Nährboden zu verändern, in dem der Krebs gedieh ...

Statt uns auf einen Abwehrkampf einzulassen, sollten wir lieber unsere Einstellung ändern.
Unser zentraler Grundsatz sollte sein,
bewusster zu leben, damit wir unser Verhalten
und das unserer Zellen (die Selbstverteidigungsmechanismen des Körpers) verändern können ...

Vor allem müssen wir uns des Wertes und der Schönheit des Lebens in uns bewusst sein,
müssen ihm
Aufmerksamkeit und Fürsorge angedeihen lassen, als würden wir uns um ein Kind kümmern,
das uns anvertraut ist.
Dieses Bewusstsein hilft uns dabei, Dinge zu meiden, die unserer Physiologie schaden
und den Krebs fördern. Es ermöglicht uns, alles zu ergreifen, was unsere Lebenskraft nährt und erhält ...

Glücklicherweise ist es nicht nötig ... alle Methoden anzuwenden, die gegen die biologischen Mechanismen von Krebs wirken.
Der Körper ist ein riesiges System im Gleichgewicht, wo jede Funktion in Wechselwirkung mit allen anderen steht.


Eine Veränderung an einem einzigen Element hat unweigerlich Auswirkungen auf das Ganze.
Deshalb kann jeder entscheiden, wo er anfangen möchte:mit der
Ernährung, Bewegung, psychologischer Arbeit
oder einem anderen Ansatz,der mehr Sinn und Bewusstheit in sein Leben bringt.

Jede Situation, jede Person ist einzigartig, deshalb wird auch jeder Weg einzigartig sein ...

Auf die Frage drei Jahre später, was er von dem Ansatz hielt, sich um den "Nährboden zu kümmern,
antworte Dr. William R. Fair (1936-2002) - Spezialist für Prostata- und Nierenkrebs, Leiter der urologischen
Abteilung des Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York - freundlich:


"Ich habe die Prognosen meiner Kollegen schon um mehrere Jahre (4 Jahre) übertroffen. Als Wissenschaftler weiß ich,
dass das nichts beweist, dass es einfach nur Glück sein kann. Aber einer Sache bin ich mir sicher: Selbst wenn das,
was ich unternommen habe
(Yoga, Meditation, sorgfältige Ernährung, Haltung der bewussten und freien Entscheidung
in der Lebensführung usw.)
, mein Leben nicht verlängert hat, hat es auf jeden Fall mein Leben bereichert."


Seine Krankheit (Dickdarmkrebs) erlaubte ihm, Ansätze zu entdecken, die er lange verachtet hatte.
Sie brachten ihm einen Frieden und ein Wohlbehagen, die ihm mit der Zeit sehr viel bedeuteten.
Es kam ihm vor, als würde er ganze Schichten seiner früheren Persönlichkeit abwerfen.
Er lernte ... dem mehr Aufmerksamkeit zu widmen, was ihm wirklich wichtig war, egal,
was die anderen davon hielten ...

Den Weg, den Dr. William R. Fair genommen hat, steht jedem offen ...

Ob Sie krank sind oder ob es Ihnen gut geht, ich hoffe, auch Sie
werden sich dafür entscheiden, sich ganz dieser Bewusstheit zu öffnen,
die Ihr Geburtsrecht ist, und dass Ihr Leben lange in seinem Licht steht.


Aus:
Ebenda: Kapitel 12: "Lernen, sich zu verändern" Seite 301



ZITATE:

Karl Kraus / Wie es einer Patientin oder einem Patienten wirklich geht >>>
Karl Popper / Über die Zukunft >>>
Julius Hackethal / Die Krebskrankheit >>>
Bernie Siegel / Krebs >>>
Wilhelm Reich / Die Krebsgeschwulst >>>
Elida Evans / Krebs >>>

Alexander Solschenizyn / Krebsstation >>>
In Memoriam Josef Issels / Ganzheitliche Krebstherapie >>>
Werner Schneyder / Krebs - Eine Nacherzählung >>>
Volker Fintelmann / Lüge und Illusion >>>
Frederic Chopin / In mir klingt ein Lied >>>
Juliane Sacher / Keine Panik bei Tumorerkrankungen >>>

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